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Joanne K. Rowling


Harry Potter und der Gefangene von Askaban



Eulenpost

Harry Potter war in vielerlei Hinsicht ein h&#246;chst ungew&#246;hnlicher Junge. So ha&#223;te er zum Beispiel die Sommerferien mehr als jede andere Zeit des Jahres. Zudem wollte er in den Ferien eigentlich gern f&#252;r die Schule lernen, doch er war gezwungen, dies heimlich und in tiefster Nacht zu tun. Und au&#223;erdem war er ein Zauberer.

Es war schon fast Mitternacht und er lag b&#228;uchlings im Bett, die Bettdecke wie ein Zelt &#252;ber seinen Kopf gezogen, eine Taschenlampe in der Hand und ein gro&#223;es, in Leder gebundenes Buch (Geschichte der Zauberei von Adalbert Schwahfel) ans Kopfkissen gelehnt. Mit zusammengezogenen Brauen fuhr er mit der Spitze seiner Adlertintenfeder &#252;ber die Buchseiten, auf der Suche nach etwas Brauchbarem f&#252;r seinen Aufsatz:Die Hexenverbrennung im vierzehnten Jahrhundert war vollkommen sinnlos. Er&#246;rtern Sie die These.

Am Beginn eines viel versprechenden Absatzes hielt die Feder inne. Harry schob die Brille mit den runden Gl&#228;sern die Nase hoch, hielt die Taschenlampe n&#228;her an das Buch und las:

Im Mittelalter hatten besondere nichtmagische Menschen (besser bekannt als Muggel) Angst vor der Zauberei, w&#228;hrend sie zugleich kaum f&#228;hig waren, sie' zu erkennen. In den seltenen F&#228;llen, da sie eine echte Hexe oder einen Zauberer zu fassen bekamen, hatte die Verbrennung keinerlei Wirkung. Die Hexe oder der Zauberer &#252;bte einen einfachen Flammengefrier-Zauber aus und schrie dann wie am Spie&#223;, w&#228;hrend sie oder er in Wahrheit nur ein angenehmes Kitzeln sp&#252;rte. Tats&#228;chlich kam Wendeline die Ulkige derma&#223;en auf den Geschmack, da&#223; sie sich nicht weniger als siebenundvierzig Mal in verschiedenen Verkleidungen fangen und verbrennen lie&#223;.

Harry steckte die Feder zwischen die Z&#228;hne und kramte unter dem Kopfkissen nach seinem Tintenfa&#223; und einer Pergamentrolle. Langsam und sehr vorsichtig schraubte er das Tintenfa&#223; auf, tauchte die Feder hinein und begann zu schreiben, dabei hielt er ab und zu inne, um zu lauschen. Wenn einer der Dursleys auf dem Weg ins Badezimmer das Kratzen der Feder h&#246;rte, w&#252;rden sie ihn vermutlich f&#252;r den Rest des Sommers im Schrank unter der Treppe einsperren.

Die Familie Dursley im Ligusterweg Nummer vier war der Grund, weshalb Harry seine Sommerferien nie genie&#223;en konnte. Onkel Vernon, Tante Petunia und ihr Sohn Dudley waren Harrys einzige noch lebende Verwandte. Sie waren Muggel und hatten eine ausgesprochen mittelalterliche Einstellung zur Zauberei. &#220;ber Harrys tote Eltern, die selbst Hexe und Zauberer gewesen waren, fiel unter dem Dach der Dursleys niemals auch nur ein Wort. jahrelang hatten Tante Petunia und Onkel Vernon gehofft, wenn sie Harry nur immer unter der Knute hielten, w&#252;rden sie ihm die Zauberei schlie&#223;lich austreiben. Zu ihrer gro&#223;en Verbitterung hatte es nicht geklappt. Und heute lebten sie in st&#228;ndiger Angst davor, jemand k&#246;nnte herausfinden, da&#223; Harry seit zwei Jahren nach Hogwarts ging, auf die Schule f&#252;r Hexerei und Zauberei. Alles, was sie tun konnten, war, Harrys Zauberb&#252;cher, Zauberstab, Kessel und Besen zu Beginn der Sommerferien wegzuschlie&#223;en und ihm zu verbieten, mit den Nachbarn zu sprechen.

Da&#223; Harry nicht an die Zauberb&#252;cher herankam, war ein erhebliches Problem, denn die Lehrer in Hogwarts hatten ihm f&#252;r die Ferien eine Menge Arbeit aufgegeben. Einer der Aufs&#228;tze, ein besonders kniffliger &#252;ber Schrumpftr&#228;nke, war f&#252;r Professor Snape, den Lehrer, den Harry am wenigsten leiden konnte und der sich &#252;ber jeden Grund freuen w&#252;rde, Harry einen Monat Arrest aufzubrummen. Deshalb hatte Harry in der ersten Ferienwoche eine Gelegenheit beim Schopf gepackt: W&#228;hrend Onkel Vernon, Tante Petunia und Dudley im Vorgarten waren, um Onkel Vernons neuen Firmenwagen zu bewundern (So laut, da&#223; s&#228;mtliche Nachbarn nicht umhinkonnten, ebenfalls Notiz zu nehmen), schlich sich Harry nach unten, stocherte mit einer Nadel das Schlo&#223; am Treppenschrank auf, griff sich ein paar B&#252;cher und versteckte sie in seinem Zimmer. Solange er keine Tintenflecke auf der Bettw&#228;sche hinterlie&#223;, w&#252;rden die Dursleys nie erfahren, da&#223; er nachts Zauberei b&#252;ffelte.

Gerade jetzt wollte Harry &#196;rger mit dem Onkel und der Tante um jeden Preis vermeiden, denn sie waren ohnehin noch schlechter auf ihn zu sprechen als gew&#246;hnlich schon, einzig und allein deshalb, weil er in den ersten Ferientagen einen Anruf von einem befreundeten Zauberer bekommen hatte.

Ron Weasley, der beste Freund Harrys in Hogwarts, kam aus einer richtigen Zaubererfamilie. Das hie&#223;, da&#223; er zwar einiges mehr &#252;ber Zauberei wu&#223;te als Harry, jedoch noch nie ein Telefon benutzt hatte. Zu allem Ungl&#252;ck war es auch noch Onkel Vernon, der ans Telefon ging.

Vernon Dursley am Apparat.

Harry, der zuf&#228;llig im Zimmer war, erstarrte, als er Rons Stimme antworten h&#246;rte.

Hallo? Hallo? K&#246;nnen Sie mich h&#246;ren? Ich  m&#246;chte  mit  Harry  Potter  sprechen!

Ron schrie so laut, da&#223; Onkel Vernon zusammenzuckte, den H&#246;rer eine Handbreit von seinem Ohr weghielt und ihn mit einer Mischung aus Zorn und Furcht anstarrte.

Wer ist da?, dr&#246;hnte er in Richtung Sprechmuschel.Wer sind Sieh

Ron  Weasley!, br&#252;llte Ron zur&#252;ck, als ob er und Onkel Vernon sich quer &#252;ber ein Fu&#223;ballfeld hinweg unterhalten w&#252;rden.Ich  bin  ein  Schulfreund  von  Harry -

Onkel Vernons kleine Augen funkelten Harry an, der immer noch wie angewurzelt dastand.

Es gibt hier keinen Harry Potter!, polterte Onkel Vernon und hielt den H&#246;rer nun weit von sich weg, als ob der gleich explodieren w&#252;rde.Ich wei&#223; nicht, von welcher Schule Sie reden! Ich verbitte mir weitere Bel&#228;stigungen! Und kommen Sie ja nicht in die N&#228;he meiner Familie!

Er warf den H&#246;rer auf die Gabel, als wollte er eine Giftspinne absch&#252;tteln.

Darauf folgte ein ganz h&#228;&#223;licher Krach.

Wie kannst du es wagen, diese Nummer Leuten  Leuten wie deinesgleichen zu geben!, polterte Onkel Vernon und bespr&#252;hte Harry mit m&#228;chtig viel Spucke.

Ron hatte offenbar begriffen, da&#223; er Harry in Schwierigkeiten gebracht hatte, denn er rief nicht mehr an. Auch Harrys beste Freundin in Hogwarts, Hermine Granger, meldete sich nicht. Harry vermutete, da&#223; Ron ihr gesagt hatte, sie solle lieber nicht anrufen. jammerschade, denn Hermine war die Beste in Harrys Jahrgang, hatte Muggeleltern, wu&#223;te sehr wohl, wie man ein Telefon benutzte, und w&#228;re wahrscheinlich so umsichtig, nicht zu erw&#228;hnen, da&#223; sie nach Hogwarts ging.

Harry erfuhr also f&#252;nf lange Wochen nichts von seinen Zaubererfreunden und dieser Sommer erwies sich als fast so schlimm wie der letzte. Nur einen kleinen Lichtblick gab es: Nachdem er den Dursleys geschworen hatte, da&#223; er Hedwig keine Briefe f&#252;r die Freunde in den Schnabel stecken w&#252;rde, hatten sie ihm erlaubt, seine Eule nachts herauszulassen. Onkel Vernon hatte nachgegeben wegen des H&#246;llenl&#228;rms, den Hedwig veranstaltete, wenn sie die ganze Zeit in ihrem K&#228;fig eingeschlossen blieb.

Harry unterbrach seine Arbeit &#252;ber Wendeline die Ulkige und lauschte in die Nacht hinein. Die Stille im dunklen Haus wurde nur vom fernen, grunzenden Geschnarche seines massigen Vetters Dudley gest&#246;rt. Es mu&#223;te sehr sp&#228;t sein. Harrys Augen juckten vor M&#252;digkeit. Vielleicht sollte er den Aufsatz besser morgen Nacht fertig schreiben

Er schraubte das Tintenfa&#223; zu, zog einen alten Kissenbezug unter dem Bett hervor, steckte die Taschenlampe, die Geschichte der Zauberei, Aufsatz, Feder und Tinte hinein, stieg aus dem Bett und versteckte die Sachen unter einem losen Dielenbrett unter dem Bett. Dann richtete er sich auf, streckte sich und warf einen Blick auf das leuchtende Zifferblatt des Weckers auf dem Nachttisch.

Es war ein Uhr morgens. Harrys Herz machte einen kleinen H&#252;pfer. Eine Stunde schon war er, ohne es bemerkt zu haben, dreizehn Jahre alt.

Doch ein weiterer ungew&#246;hnlicher Zug an Harry war, da&#223; er sich so wenig auf seine Geburtstage freute. Noch nie im Leben hatte er eine Geburtstagskarte bekommen. Die Dursleys hatten seine letzten beiden Geburtstage v&#246;llig ignoriert und er hatte keinen Grund zu erwarten, da&#223; es diesmal anders sein w&#252;rde.

Harry ging durch das dunkle Zimmer, vorbei an Hedwigs gro&#223;em, leerem K&#228;fig, hin&#252;ber zum offenen Fenster. Er lehnte sich gegen den Fensterrahmen und nach so langer Zeit unter der Bettdecke strich die k&#252;hle Luft angenehm &#252;ber sein Gesicht. Hedwig war jetzt schon zwei N&#228;chte lang weg. Harry sorgte sich nicht ihretwegen; sie war schon &#246;fter so lange fort gewesen, doch er hoffte, sie bald wieder zu sehen  immerhin war sie das einzige Lebewesen in diesem Haus, das bei seinem Anblick nicht zusammenschreckte.

Harry, wenn auch immer noch recht klein und mager f&#252;r sein Alter, war im letzten Jahr um ein paar Zentimeter gewachsen. Sein rabenschwarzes Haar jedoch war wie immer  widerborstig verstrubbelt, da konnte er machen, was er wollte. Die Augen hinter seiner Brille waren hellgr&#252;n und auf der Stirn, durch die Haare deutlich zu sehen, hatte er eine schmale Narbe, die aussah wie ein Blitz.

Unter all den ungew&#246;hnlichen Merkmalen Harrys war diese Narbe wohl das au&#223;ergew&#246;hnlichste. Sie war nicht, wie die Dursleys jahrelang geschwindelt hatten, das &#220;berbleibsel eines Autounfalls, bei dem Harrys Eltern umgekommen seien. Lily und James Potter waren nicht bei einem Unfall gestorben. Sie wurden ermordet, ermordet von Lord Voldemort, dem gef&#252;rchtetsten schwarzen Magier seit Hunderten von Jahren. Harry war diesem Angriff mit nichts weiter als einer Narbe auf der Stirn entkommen, wobei Voldemorts Fluch, anstatt ihn zu t&#246;ten, gegen seinen Urheber zur&#252;ckgeprallt war. Voldemort, fast zu Tode entkr&#228;ftet, war geflohen

Doch Harry war ihm in Hogwarts wieder begegnet. W&#228;hrend er am Fenster stand und sich an das letzte Zusammentreffen erinnerte, mu&#223;te er sich eingestehen, da&#223; er von Gl&#252;ck reden konnte, &#252;berhaupt seinen dreizehnten Geburtstag zu erleben.

Er suchte den sternfunkelnden Himmel nach einem Zeichen von Hedwig ab, die vielleicht in Windeseile mit einer toten Maus im Schnabel auf der R&#252;ckreise zu ihm war und daf&#252;r Lob erwartete. Gedankenverloren lie&#223; er seinen Blick &#252;ber die D&#228;cher schweifen, und es dauerte ein paar Sekunden, bis er begriff, was er da vor Augen hatte.

Vom goldenen Mondlicht umflutet und jeden Moment gr&#246;&#223;er werdend, sah er ein Unget&#252;m mit merkw&#252;rdiger Schlagseite auf sich zuflattern. Reglos stand er da und beobachtete, wie es immer tiefer sank  f&#252;r den Bruchteil einer Sekunde z&#246;gerte er, die Hand am Fenstergriff, und fragte sich, ob er es zuschlagen sollte  doch dann surrte das ungeheure Gesch&#246;pf &#252;ber eine der Stra&#223;enlaternen des Ligusterwegs, und Harry, der nun erkannte, was es war, sprang zur Seite.

Durchs Fenster schwebten drei Eulen herein, zwei davon hielten eine dritte, die ohnm&#228;chtig schien, in den Krallen. Mit einem leisen Flumphh landeten sie auf Harrys Bett und die mittlere Eule, gro&#223; und grau, kippte sofort um und blieb reglos liegen. An ihre Beine war ein gro&#223;es P&#228;ckchen gebunden.

Harry erkannte die ohnm&#228;chtige Eule sofort  ihr Name war Errol und sie geh&#246;rte der Familie Weasley. Mit einem Satz war er am Bett, entknotete die Schn&#252;re um Errols Beine, nahm das P&#228;ckchen und trug Errol hin&#252;ber zu Hedwigs K&#228;fig. Errol &#246;ffnete ein tr&#252;bes Auge, fiepte ein Dankesch&#246;n und w&#252;rgte ein paar Schlucke Wasser hinunter.

Harry wandte sich den beiden anderen Eulen zu. Eine davon, die gro&#223;e weibliche Schnee-Eule, war seine Hedwig. Auch sie trug ein gro&#223;es P&#228;ckchen und sah h&#246;chst zufrieden mit sich aus. Sie kniff Harry liebevoll ins Ohr, w&#228;hrend er ihr die Last abnahm, und flog dann quer durchs Zimmer hin&#252;ber zu Errol.

Die dritte Eule, ein h&#252;bscher Waldkauz, erkannte Harry nicht, doch er wu&#223;te sofort, woher sie kam, denn au&#223;er einem dritten gro&#223;en P&#228;ckchen trug sie auch einen Brief mit dem Siegel von Hogwarts. Als Harry dieser Eule die Last abgenommen hatte, raschelte sie bedeutungsschwer mit den Federn, spreizte die Fl&#252;gel und flatterte durch das Fenster hinaus in die Nacht.

Harry setzte sich aufs Bett, nahm Errols P&#228;ckchen in die Hand, ri&#223; das braune Papier ab und entdeckte ein in Goldpapier eingewickeltes Geschenk und die erste Geburtstagskarte seines Lebens. Zwei Bl&#228;tter fielen heraus  ein Brief und ein Zeitungsausschnitt.

Der Ausschnitt stammte offensichtlich aus der Zaubererzeitung, dem Tagespropheten, denn die Menschen auf den Schwarzwei&#223;fotos bewegten sich. Harry hob das Blatt hoch, gl&#228;ttete es und las:

Beamter des Zaubereiministeriums gewinnt Gro&#223;en Preis

Arthur Weasley, Chef der Abteilung gegen den Mi&#223;brauch von Muggelartefakten im Zaubereiministerium, hat den j&#228;hrlich vergebenen Gro&#223;en Goldpreis des Tagespropheten gewonnen

Der entz&#252;ckte Mr Weasley sagte gegen&#252;ber dem Tagespropheten:Wir werden das Gold f&#252;r einen Sommerurlaub in &#196;gypten ausgeben, wo unser &#228;ltester Sohn, Bill, als Fluchbrecher f&#252;r die Gringotts-Zaubererbank arbeitet.

Die Familie Weasley wird einen Monat in &#196;gypten verbringen und zu Beginn des neuen Schuljahres in Hogwarts, das gegenw&#228;rtig f&#252;nf ihrer Kinder besuchen, zur&#252;ckkehren.

Harry warf einen Blick auf das sich bewegende Foto und ein Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Alle neun Weasleys standen da vor einer gro&#223;en Pyramide und winkten ihm begeistert zu. Die f&#228;llige kleine Mrs Weasley, der gro&#223;e, zur Glatze neigende Mr Weasley, sechs S&#246;hne und eine Tochter, allesamt (auf dem Schwarzwei&#223;foto nat&#252;rlich nicht zu sehen) mit flammend roten Haaren. In der Mitte des Bildes war Ron, gro&#223; und schlaksig, seine Hausratte Kr&#228;tze auf der Schulter und den Arm um seine kleine Schwester Ginny gelegt.

Harry fiel niemand ein, der einen gro&#223;en Haufen Gold mehr verdient h&#228;tte als die Weasleys, die sehr nett und furchtbar arm waren. Er nahm Rons Brief in die Hand und entfaltete ihn.

Lieber Harry,

herzlichen Gl&#252;ckwunsch zum Geburtstag!

H&#246;r mal, das mit dem Telefonanruf tut mir wirklich Leid. Ich hoffe, die Muggel haben dich in Ruhe gelassen. Ich hab Dad gefragt, und er meint, ich h&#228;tte nicht in den H&#246;rer br&#252;llen sollen.

Es ist toll hier in &#196;gypten. Bill hat uns alle Gr&#228;ber gezeigt und du glaubst gar nicht, mit welchen Fl&#252;chen diese alten &#228;gyptischen Zauberer sie belegt haben. Mum wollte nicht, da&#223; Ginny mit in die letzte Grabkammer geht. Dadrin waren eine Menge komischer Skelette von Muggeln, die das Grab ausrauben wollten und denen neue K&#246;pfe und eklige Sachen gewachsen sind.

Ich konnte nicht fassen, da&#223; Dad den Preis des Tagespropheten gewonnen hat. Siebenhundert Galleonen! Das meiste davon geht f&#252;r diesen Urlaub drauf, aber sie kaufen mir einen neuen Zauberstab f&#252;rs n&#228;chste Schuljahr.

Harry erinnerte sich nur zu gut an damals, als Rons alter Zauberstab abgeknackst war. Es war passiert, als das Auto, das er und Ron nach Hogwarts geflogen hatten, gegen einen Baum auf dem Schulgel&#228;nde gekracht war.

Wir sind eine Woche vor Schulbeginn zur&#252;ck und fahren dann hoch nach London, um meinen neuen Zauberstab und unsere B&#252;cher zu besorgen. K&#246;nnten wir uns dort vielleicht treffen?

La&#223; dir von den Muggeln nicht die Laune verderben! Versuch doch, nach London zu kommen,

Ron

PS: Percy ist Schulsprecher. Letzte Woche hat er den Brief bekommen.

Erneut musterte Harry das Foto. Percy, im siebten und letzten Schuljahr in Hogwarts, sah besonders schmuck aus mit seinem neuen silbernen Abzeichen, das auf dem Fes schimmerte.

Harry  das ist ein Taschenspickoskop. Wenn jemand in der N&#228;he ist, dem man nicht trauen kann" soll es aufleuchten und sich drehen. Bill sagt, es ist Plunder, den sie f&#252;r die Zauberertouristen verkaufen, und man k&#246;nne sich nicht darauf verlassen, weil es gestern Abend beim Essen st&#228;ndig aufleuchtete. Aber er hat nicht bemerkt, da&#223; Fred und George K&#228;fer in seine Suppe gemischt haben.

Tschau, Ron

Harry stellte das Taschenspickoskop auf den Nachttisch, wo es auf seinem spitzen St&#228;nder reglos im Gleichgewicht blieb und die Leuchtzeiger seines Weckers spiegelte. Eine Welle betrachtete er es gl&#252;cklich, dann griff er nach dem P&#228;ckchen, das Hedwig gebracht hatte.

Auch darin war ein Geschenk eingewickelt sowie eine Karte und ein Brief, diesmal von Hermine.

Lieber Harry,

Ron hat mir geschrieben und von seinem Anruf bei Onkel Vernon berichtet. Ich hoffe, es geht dir gut und sie haben deine Knochen heil gelassen.

Ich verbringe die Ferien in Frankreich und wu&#223;te nicht, wie ich dir diesen Brief schicken sollte  was, wenn sie ihn am Zoll &#246;ffnen w&#252;rden?  Doch dann tauchte Hedwig auf! Ich glaube, sie wollte sichergehen, da&#223; du zur Abwechslung mal was zum Geburtstag bekommst. Ich hab dein Geschenk beim Eulenexpress bestellt, im Tagespropheten war eine Anzeige. (Ich hab ihn abonniert, um mich &#252;ber die Zaubererwelt auf dem Laufenden zu halten.) Hast du dieses Bild von Ron und seiner Familie gesehen, das sie vor einer Woche gebracht haben? Ich wette, er lernt eine Menge, ich bin ganz neidisch  diese alten &#228;gyptischen Zauberer sind wirklich faszinierend.

Auch hier in der Gegend haben sie eine spannende Hexereivergangenheit. Ich habe meinen Aufsatz zur Geschichte der Zauberei v&#246;llig umgeschrieben und einiges von dem eingebaut, was ich herausgefunden habe. Ich hoffe, er ist nicht zu lang geworden  zwei Rollen Pergament mehr, als Professor Binns verlangt.

Ron sagte, er sei in der letzten Ferienwoche in London. Kannst du auch kommen? Werden dein Onkel und deine Tante es erlauben? Ich hoffe sehr, es klappt  wenn nicht, sehen wir uns am ersten September im Hogwarts-Express. Alles Liebe,

Hermine

PS: Ron schreibt, Percy sei jetzt Schulsprecher. ich wette, der ist ganz aus dem H&#228;uschen. Ron scheint dar&#252;ber nicht besonders gl&#252;cklich zu sein.

Schmunzelnd legte Harry Hermines Brief beiseite und nahm ihr Geschenk in die Hand. Es war sehr schwer. Er kannte Hermine und sicher war es ein gro&#223;es Buch voll schwieriger Zauberspr&#252;che  aber nein. Sein Herz fing m&#228;chtig an zu h&#252;pfen, als er das Papier abri&#223; und ein schmales schwarzes Ledert&#228;schchen zum Vorschein kam, auf das silberne Lettern gedruckt waren: Besenpflege-Set.

Mensch, Hermine!, fl&#252;sterte Harry und zog den Rei&#223;verschlu&#223; auf

Das T&#228;schchen enthielt eine gro&#223;e Flasche Fleetwoods Hochglanzpolitur, eine silbrig schimmernde Reisig-Knipszange, einen winzigen Messingkompass, den man f&#252;r lange Reisen an den Besen klemmen konnte, und ein Do-it-yourself-Handbuch der Besenpflege.

Es gab noch etwas au&#223;er seinen Freunden, das Harry in den Ferien heftig vermi&#223;te, und das war der beliebteste Sport in der Zaubererwelt  Quidditch, hochgef&#228;hrlich, &#228;u&#223;erst spannend und gespielt auf fliegenden Besen. Zudem war Harry ein begnadeter Quidditch-Spieler; er war einer der j&#252;ngsten seit hundert Jahren, die f&#252;r eine der Hausmannschaften von Hogwarts aufgestellt worden waren. Und besonders stolz war er auf seinen Rennbesen, einen Nimbus Zweitausend.

Harry legte das Ledert&#228;schchen beiseite und hob sein letztes P&#228;ckchen hoch. Er erkannte das fahrige Gekrakel auf dem braunen Papier sofort  es stammte von Hagrid, dem Wildh&#252;ter von Hogwarts. Er ri&#223; die obere Lage des Papiers ab und sah darunter etwas Gr&#252;nes und Ledriges, doch bevor er es richtig auswickeln konnte, begann das P&#228;ckchen merkw&#252;rdig zu zittern und was immer darin war, schnappte laut  als ob es kr&#228;ftige Bei&#223;werkzeuge h&#228;tte.

Harry erstarrte. Er wu&#223;te, da&#223; Hagrid ihm nie absichtlich etwas Gef&#228;hrliches schicken w&#252;rde, allerdings hatte der Wildh&#252;ter seine eigenen Auffassungen von dem, was gef&#228;hrlich war. Hagrid hatte sich immerhin schon mit Riesenspinnen angefreundet, heimt&#252;ckische, dreik&#246;pfige Hunde von zwielichtigen Gestalten in Wirtsh&#228;usern gekauft und heimlich verbotene Dracheneier in seiner H&#252;tte ausgebr&#252;tet.

Harry klopfte nerv&#246;s gegen das P&#228;ckchen. Aus dem Innern kam erneut ein lautes Schnappen. Er nahm die Lampe vom Nachttisch, packte sie fest mit der einen Hand und hob sie &#252;ber den Kopf bereit zum Zuschlagen. Dann nahm er das restliche Packpapier in die Hand und ri&#223; es herunter.

Und heraus fiel  ein Buch. Harry hatte gerade noch Zeit, einen Blick auf den h&#252;bschen gr&#252;nen Umschlag zu werfen, auf dem in goldenen Lettern der Titel Das Monsterbuch der Monster prangte, da stand es auch schon halb aufgeklappt auf den R&#228;ndern und klappte seitlich &#252;ber das Bett hinweg wie ein widerlicher Krebs.

Urrgh, murmelte Harry.

Ger&#228;uschvoll fiel das Buch vom Bett und schlurfte rasch durch das Zimmer. Harry folgte ihm vorsichtig. Das Buch versteckte sich im Dunkeln unter seinem Schreibtisch. Harry flehte zum Himmel, da&#223; die Dursleys noch tief schlafen mochten, lie&#223; sich auf die Knie nieder und streckte die Hand nach dem Buch aus.

Autsch!

Das Buch klatschte zu und klemmte seine Hand ein, dann hoppelte es eilig auf dem Umschlag an ihm vorbei. Harry wirbelte herum, warf sich mit einem Sprung auf das Buch und pre&#223;te es flach auf den Boden. Im Zimmer nebenan lie&#223; Onkel Vernon ein lautes, schlaftrunkenes Grunzen ert&#246;nen.

Hedwig und Errol beobachteten interessiert, wie Harry das widerspenstige Buch fest unter den Arm klemmte, zur Kommode hin&#252;berst&#252;rzte, einen G&#252;rtel herauszog und ihn stramm um das Buch schn&#252;rte. Das Monsterbuch zitterte zornig, doch es konnte jetzt nicht mehr klappen und schnappen. Harry warf es aufs Bett und hob Hagrids Karte auf.

Lieber Harry,

herzlichen Gl&#252;ckwunsch zum Geburtstag! Dachte, du k&#246;nntest das im n&#228;chsten Schuljahr vielleicht n&#252;tzlich finden. Will hier nicht mehr verraten. Ich sag's dir, wenn wir uns sehen.

Ich hoffe, die Muggels behandeln dich anst&#228;ndig. Alles Gute,

Hagrid

Harry kam es merkw&#252;rdig vor, da&#223; Hagrid glaubte, ein bei&#223;endes Buch w&#252;rde ihm n&#252;tzen, doch er stellte Hagrids Karte neben die Rons und Hermines und grinste noch ein wenig breiter. jetzt war nur noch der Brief aus Hogwarts &#252;brig.

Harry fiel auf, da&#223; der Umschlag viel dicker war als sonst, ritzte ihn auf und zog die erste Seite Pergament heraus:

Sehr geehrter Mr Potter,

bitte beachten Sie, da&#223; das neue Schuljahr am ersten September beginnt. Der Hogwarts-Express f&#228;hrt am Bahnhof King's Cross ab, elf Uhr, Gleis neundreiviertel.

Drittkl&#228;&#223;lern ist es erlaubt, an bestimmten Wochenenden das Dorf Hogsmeade zu besuchen. Bitte geben Sie die beigef&#252;gte Zustimmungserkl&#228;rung zur Unterschrift Ihren Eltern oder Ihrem Vormund.

Anbei auch eine Liste der B&#252;cher f&#252;r das n&#228;chste Schuljahr.

Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en

Professor M. McGonagall

Stellvertretende Schulleiterin

PS: Professor Dumbledore und ich w&#252;nschen Ihnen einen fr&#246;hlichen Geburtstag, Harry.

Harry nahm die Zustimmungserkl&#228;rung f&#252;r Hogsmeade heraus und las sie durch. Das Grinsen war ihm vergangen. Es w&#228;re toll, an den Wochenenden ins Dorf zu k&#246;nnen; er wu&#223;te, da&#223; dort nur Zauberer und Hexen lebten, und er war noch nie da gewesen. Doch wie um alles in der Welt sollte er Onkel Vernon und Tante Petunia &#252;berreden, die Erlaubnis zu unterschreiben?

Er sah auf den Wecker. Es war jetzt zwei Uhr morgens.

Harry beschlo&#223; sich &#252;ber die Erlaubnis f&#252;r Hogsmeade Gedanken zu machen, wenn er aufwachte, stieg wieder ins Bett und streckte die Hand aus, um ein weiteres Kreuzchen auf dem Kalender zu machen, den er sich gebastelt hatte, um die verbleibenden Tage bis zur R&#252;ckkehr nach Hogwarts zu z&#228;hlen. Dann nahm er die Brille ab, legte sich hin und sah mit weit ge&#246;ffneten Augen auf seine drei Geburtstagskarten.

Mochte er auch ein h&#246;chst ungew&#246;hnlicher Junge sein, in diesem Augenblick f&#252;hlte sich Harry Potter genau wie jeder andere  zum ersten Mal im Leben einfach froh, da&#223; er Geburtstag hatte.



Tante Magdas gro&#223;er Fehler

Als Harry am n&#228;chsten Morgen zum Fr&#252;hst&#252;ck hinunterging, sa&#223;en die drei Dursleys schon am K&#252;chentisch. sie starrten auf die Mattscheibe eines brandneuen Fernsehers, eines Willkommen-in-den-Ferien-Geschenks f&#252;r Dudley, der sich fortw&#228;hrend lauthals &#252;ber den langen Weg zwischen dem K&#252;hlschrank und dem Fernseher im Wohnzimmer beschwert hatte. Dudley hatte den gr&#246;&#223;ten Teil des Sommers in der K&#252;che verbracht, die kleinen Schweinchenaugen geradezu auf die Mattscheibe geklebt und mit wabbelndem f&#252;nflagigem Kinn ununterbrochen kauend.

Harry setzte sich zwischen Dudley und Onkel Vernon, einen gro&#223;en, fleischigen Mann mit sehr wenig Hals und einer Menge Schnauzbart. Keiner der Dursleys nahm Notiz davon, da&#223; Harry in die K&#252;che gekommen war, geschweige denn, da&#223; ihm einer zum Geburtstag gratuliert h&#228;tte. Er nahm sich eine Scheibe Toast und sah hoch zum Fernseher, wo der Nachrichtensprecher gerade von einem Ausbrecher berichtete

 die Polizei warnt die Bev&#246;lkerung. Black ist bewaffnet und &#228;u&#223;erst gef&#228;hrlich. Eine eigene Notrufnummer wurde eingerichtet und jeder Hinweis auf Black sollte umgehend gemeldet werden.

Da&#223; der ein Verbrecher ist, brauchen sie uns nicht erst zu sagen, schnarrte Onkel Vernon und starrte &#252;ber seine Zeitung hinweg auf das Bild des Fl&#252;chtigen.Seht euch mal an, wie der aussieht, ein dreckiger Rumtreiber! Und diese Haare!

Er warf Harry einen geh&#228;ssigen Seitenblick zu, dessen strubbeliges Haar ihn immer von neuem &#228;rgerte. Verglichen mit dem Mann im Fernsehen jedoch, dessen ausgemergeltes Gesicht umwuchert war von verfilztem, ellbogenlangem Gestr&#252;pp, kam sich Harry durchaus gepflegt vor.

Wieder erschien der Nachrichtensprecher.

Das Landwirtschafts- und Fischereiministerium gibt heute bekannt, da&#223; -

Ist doch nicht zu fassen!, bellte Onkel Vernon und starrte den Sprecher w&#252;tend an,du hast uns nicht gesagt, wo dieser Verr&#252;ckte ausgebrochen ist! Was soll das? Der Wahnsinnige k&#246;nnte doch jeden Augenblick die Stra&#223;e entlangkommen!

Tante Petunia, knochig und pferdegesichtig, wirbelte herum und schaute wachsam aus dem K&#252;chenfenster. Harry wu&#223;te, da&#223; Tante Petunia nichts lieber tun w&#252;rde, als den Notruf anzul&#228;uten. Sie war die neugierigste Frau der Welt und verbrachte den gr&#246;&#223;ten Teil ihres Lebens damit, die langweiligen, gesetzestreuen Nachbarn auszukundschaften.

Wann werden die es endlich kapieren, sagte Onkel Vernon und schlug mit seiner gro&#223;en purpurroten Faust auf den Tisch,da&#223; Aufkn&#252;pfen das einzige Rezept gegen solches Pack ist?

Wie wahr, sagte Tante Petunia, die immer noch die Bohnenstangen nebenan taxierte.

Onkel Vernon nahm den letzten Schluck aus seiner Teetasse, warf einen Blick auf die Uhr und f&#252;gte hinzu:Am besten, ich geh gleich, Petunia, Magdas Zug kommt um zehn an.

Harry, in Gedanken eben noch oben bei seinem Besenpflege-Set, fiel schmerzhaft aus allen Wolken.

Tante Magda?, sprudelte es aus ihm heraus.D-die  die kommt doch nicht etwa zu uns?

Tante Magda war Onkel Vernons Schwester. Zwar war sie keine Blutsverwandte von Harry (dessen Mutter Tante Petunias Schwester gewesen war), doch man hatte ihn gezwungen, sie die ganze ZeitTantezu nennen. Tante Magda lebte auf dem Land, in einem Haus mit gro&#223;em Garten, wo sie Bulldoggen z&#252;chtete. Sie kam nur selten in den Ligusterweg, weil sie es nicht &#252;bers Herz brachte, ihre wertvollen Hunde allein zu lassen, doch jeden ihrer Besuche hatte Harry in schrecklich lebendiger Erinnerung.

Beim Fest zu Dudleys f&#252;nftem Geburtstag hatte Tante Magda Harry mit ihrem Gehstock auf die Schienbeine gehauen, damit er Dudley nicht mehr beim B&#228;umchen-wechsel-dich-Spiel schlug. Ein paar Jahre sp&#228;ter war sie zu Weihnachten mit einem funkgesteuerten Senkrechtstarter f&#252;r Dudley und einem Karton Hundekuchen f&#252;r Harry aufgetaucht. Bei ihrem letzten Besuch war Harry versehentlich ihrem Lieblingshund auf den Schwanz getreten. Ripper hatte Harry hinaus in den Garten und einen Baum hochgejagt und Tante Magda hatte sich bis nach Mitternacht geweigert, ihn zur&#252;ckzupfeifen. Wenn Dudley sich daran erinnerte, brach er vor Lachen immer noch in Tr&#228;nen aus.

Magda wird eine Woche bleiben, schnarrte Onkel Vernon,und wenn wir schon beim Thema sind- er deutete mit einem fetten Finger drohend auf Harry -sollten wir einiges klarstellen, bevor ich sie abholen gehe.

Dudley grinste h&#228;misch und wandte den Blick von der Mattscheibe ab. Sein liebster Zeitvertreib war, zu beobachten, wie Harry von Onkel Vernon schikaniert wurde.

Erstens, knurrte Onkel Vernon,h&#228;ltst du deine Zunge im Zaum, wenn du mit Magda sprichst.

Gut, sagte Harry bitter,wenn sie es auch tut.

Zweitens, sagte Onkel Vernon und tat so, als h&#228;tte er Harrys Antwort nicht geh&#246;rt,da Magda nichts von deiner Abnormit&#228;t wei&#223;, will ich nicht, da&#223; irgendwas Komisches passiert, w&#228;hrend sie hier ist. Du benimmst dich, verstanden?

Wenn sie es auch tut, sagte Harry z&#228;hneknirschend.

Und drittens, sagte Onkel Vernon, die gemeinen kleinen Augen waren jetzt Schlitze in seinem gro&#223;en purpurnen Gesicht,haben wir Magda gesagt, du w&#252;rdest das St.-Brutus-Sicherheitszentrum f&#252;r unheilbar kriminelle Jungen besuchen.

Was?, schrie Harry.

Und du bleibst bei dieser Geschichte, Bursche, oder du kriegst Schwierigkeiten!, fauchte Onkel Vernon.

Zornig und mit bleichem Gesicht starrte Harry Onkel Vernon an. Er konnte es nicht fassen. Tante Magda kam f&#252;r eine Woche zu Besuch  das war das furchtbarste Geburtstagsgeschenk, das er je von den Dursleys bekommen hatte, verglichen selbst mit Onkel Vernons alten Socken.

Nun, Petunia, sagte Onkel Vernon und erhob sich Schnaufend,ich fahre jetzt zum Bahnhof. Kleine Ausfahrt gef&#228;llig, Dudders?

Nein, sagte Dudley, der seine Aufmerksamkeit jetzt, da Onkel Vernon aufgeh&#246;rt hatte, Harry zu tyrannisieren, wieder dem Fernseher zugewandt hatte.

Diddy mu&#223; sich f&#252;r Tantchen fein herausputzen, sagte Tante Petunia und strich &#252;ber Dudleys dichtes Blondhaar.Mamchen hat ihm eine wundersch&#246;ne neue Fliege gekauft.

Onkel Vernon klopfte Dudley auf die fette Schulter.

Also bis gleich, sagte er und ging hinaus.

Harry, der in eine Art grauenerf&#252;llte Trance versunken war, fiel pl&#246;tzlich etwas ein. Er lie&#223; seinen Toast liegen, stand rasch auf und folgte Onkel Vernon zur Haust&#252;r.

Onkel Vernon zog seinen Mantel an.

Dich nehm ich nicht mit, schnarrte er, als er sich umwandte und Harry erblickte.

Will ich auch nicht, sagte Harry k&#252;hl.Ich m&#246;chte dich was fragen.

Onkel Vernon be&#228;ugte ihn mi&#223;trauisch.

Drittkl&#228;&#223;ler in Hog, auf meiner Schule d&#252;rfen hin und wieder ins Dorf, sagte Harry.

Ach?, blaffte Onkel Vernon und nahm die Wagenschl&#252;ssel vom Haken neben der T&#252;r.

Rasch setzte Harry nach.Du mu&#223;t die Einverst&#228;ndniserkl&#228;rung f&#252;r mich unterschreiben, sagte er.

Und warum sollte ich das tun?, h&#246;hnte Onkel Vernon.

Nun ja, sagte Harry und wog sorgf&#228;ltig seine Worte ab,es wird ein hartes St&#252;ck Arbeit sein, gegen&#252;ber Tante Magda so zu tun, als ob ich in dieses St. Waswei&#223;ich ginge -

St.-Brutus-Sicherheitszentrum f&#252;r unheilbar kriminelle Jungen, bellte Onkel Vernon, und Harry freute sich, einen deutlichen Anflug von Panik in seiner Stimme zu h&#246;ren.

Genau, sagte Harry und sah gelassen hoch in Onkel Vernons gro&#223;es, rotes Gesicht.Ich mu&#223; mir eine Menge merken. Au&#223;erdem soll es sich ja &#252;berzeugend anh&#246;ren, oder? Was, wenn mir aus Versehen etwas rausrutscht?

Dann pr&#252;gle ich dir die Innereien raus!, polterte Onkel Vernon und trat mit erhobener Faust auf Harry zu. Doch Harry lie&#223; nicht locker.Die Innereien aus mir herauszupr&#252;geln wird Tante Magda auch nicht vergessen lassen, was ich ihr gesagt haben k&#246;nnte, sagte er verbissen.

Onkel Vernon, die Faust immer noch erhoben, erstarrte. Sein Gesicht hatte ein h&#228;&#223;liches Braunrot angenommen.

Aber wenn du meine Einverst&#228;ndniserkl&#228;rung unterschreibst, fuhr Harry rasch fort,schw&#246;re ich, da&#223; ich nicht vergesse, wo ich angeblich zur Schule gehe, und ich f&#252;hre mich auf wie ein Mug, als ob ich normal und alles w&#228;re.

Harry entging nicht, da&#223; Onkel Vernon noch einmal &#252;ber die Sache nachdachte, auch wenn er die Z&#228;hne gefletscht hatte und eine Vene auf seiner Schl&#228;fe pochte.

Sch&#246;n, blaffte er endlich.Ich werde dein Verhalten w&#228;hrend Tante Magdas Besuch scharf &#252;berwachen. Wenn du am Ende nicht die Grenze &#252;berschritten hast und bei der Geschichte geblieben bist, unterschreibe ich dein beklopptes Formular.

Abrupt drehte er sich um, &#246;ffnete die Haust&#252;r und schlug sie mit solcher Wucht hinter sich zu, da&#223; eine der kleinen Glasscheiben am oberen T&#252;rrand herausfiel.

Harry kehrte nicht in die K&#252;che zur&#252;ck. Er ging nach oben in sein Zimmer. Wenn er sich wie ein echter Muggel auff&#252;hren mu&#223;te, dann fing er am besten gleich damit an. Widerwillig und traurig sammelte er all seine Geschenke und Geburtstagskarten ein und versteckte sie unter dem losen Dielenbrett, zusammen mit seinen Hausaufgaben. Dann ging er hin&#252;ber zu Hedwigs K&#228;fig. Errol hatte sich offenbar erholt; er und Hedwig schliefen mit den K&#246;pfen unter den Fl&#252;geln. Harry seufzte und stupste sie beide wach.

Hedwig, sagte er niedergeschlagen,du mu&#223;t f&#252;r eine Woche verschwinden. Flieg mit Errol, Ron wird sich um dich k&#252;mmern. Ich geb dir eine Nachricht f&#252;r ihn mit. Und schau mich nicht so an- Hedwigs gro&#223;e bernsteinfarbene Augen blickten vorwurfsvoll -es ist nicht meine Schuld. Das ist die einzige M&#246;glichkeit, die Erlaubnis zu kriegen, mit Ron und Hermine nach Hogsmeade zu gehen.

Zehn Minuten sp&#228;ter flatterten Errol und Hedwig (der Harry einen Zettel f&#252;r Ron ans Bein gebunden hatte) aus dem Fenster und waren bald auf und davon. Harry, dem nun ganz und gar elend war, r&#228;umte den leeren K&#228;fig in den Schrank.

Doch er hatte nicht lange Zeit zum Gr&#252;beln. Schon kreischte Tante Petunia unten am Fu&#223; der Treppe, Harry solle herunterkommen und sich bereitmachen, den Gast zu begr&#252;&#223;en.

Mach was mit deinen Haaren, schnappte Tante Petunia als er im Flur ankam.

Harry sah nicht ein, warum er versuchen sollte, sein Haar glatt zu k&#228;mmen. Tante Petunia krittelte doch liebend gern an ihm herum, und je zerzauster er aussah, desto gl&#252;cklicher war sie.

Doch schon war drau&#223;en das Knirschen von Kies zu h&#246;ren, als Onkel Vernon den Wagen in die Einfahrt zur&#252;cksetzte, dann dasKlonkder Wagent&#252;ren und schlie&#223;lich Schritte auf dem Gartenweg.

An die T&#252;r!, zischte Tante Petunia.

Mit einem Gef&#252;hl im Magen, als w&#252;rde die Welt untergehen, &#246;ffnete Harry die T&#252;r.

Auf der Schwelle stand Tante Magda. Sie war Onkel Vernon sehr &#228;hnlich mit ihrem gro&#223;en, fleischigen, purpurroten Gesicht. Sie hatte sogar einen Schnurrbart, auch wenn er nicht so buschig war wie seiner. Unter dem einen Arm trug sie einen riesigen Koffer, unter dem anderen sa&#223; mit eingezogenem Schwanz eine alte und mi&#223;gelaunte Bulldogge.

Wo ist denn mein Dudders?, r&#246;hrte Tante Magda.Wo ist mein Neffilein?

Dudley kam den Flur entlanggewatschelt, das Blondhaar flach auf den fetten Sch&#228;del geklebt, und unter seinen vielen Kinnen lugte gerade noch der Zipfel einer Fliege hervor. Tante Magda wuchtete ihren Koffer in Harrys Magen, da&#223; er nach Luft schnappen mu&#223;te, dr&#252;ckte Dudley mit einem Arm schraubstockfest an ihr Herz und pflanzte ihm einen Ku&#223; auf die Wange.

Harry wu&#223;te genau, da&#223; Dudley Tante Magdas Umarmungen nur ertrug, weil er daf&#252;r gut bezahlt wurde. Beim Abschied w&#252;rde er eine knisternde Zwanzig-Pfund-Note in seiner fetten Faust finden.

Petunia!, rief Tante Magda und schritt an Harry vorbei, als w&#228;re er ein Hutst&#228;nder. Tante Magda und Tante Petunia k&#252;&#223;ten sich, besser gesagt lie&#223; Tante Magda ihren massigen Kiefer gegen Tante Petunias hervorstehende Wangenknochen krachen.

Onkel Vernon kam jetzt herein und schlo&#223; die T&#252;r mit einem leutseligen L&#228;cheln.

Tee, Magda?, fragte er.Und was d&#252;rfen wir Ripper anbieten?

Ripper kann ein wenig Tee aus meiner Tasse haben, sagte Tante Magda, w&#228;hrend sie sich in die K&#252;che begaben und Harry im Flur mit dem Koffer allein lie&#223;en. Doch Harry beklagte sich nicht; jede Ausrede, nicht mit Tante Magda zusammen sein zu m&#252;ssen, war ihm recht, und als h&#228;tte er alle Zeit der Welt, hievte er den Koffer die Treppe empor.

Als er in die K&#252;che zur&#252;ckkam, war Tante Magda schon mit Tee und Obstkuchen versorgt und Ripper schlabberte ger&#228;uschvoll in der Ecke. Harry bemerkte, wie Tante Petunia leicht die Mundwinkel verzog, weil Ripper ihren sauberen Boden mit Tee und Sabber bespritzte. Tante Petunia konnte Tiere nicht ausstehen.

Wer k&#252;mmert sich denn um die anderen Hunde, Magda?, fragte Onkel Vernon.

Ach, ich hab sie in die Obhut von Oberst Stumper gegeben, strahlte Tante Magda.Er ist jetzt pensioniert. Ein kleiner Zeitvertreib kann ihm nicht schaden. Aber den armen alten Ripper hab ich nicht dalassen k&#246;nnen. Er leidet ja so, wenn er nicht bei mir ist.

Als Harry sich setzte, begann Ripper zu knurren. Das lenkte Tante Magdas Aufmerksamkeit zum ersten Mal auf Harry.

So!, bellte sie,immer noch hier?

Ja, sagte Harry.

Sag nicht in diesem unh&#246;flichen Ton >ja<, h&#246;rst du, knurrte Tante Magda.Verdammt gut von Vernon und Petunia, dich hier zu behalten. Ich h&#228;tte das nicht getan. H&#228;tten sie dich vor meiner T&#252;r ausgesetzt, w&#228;rst du sofort ins Waisenhaus gekommen.

Harry war drauf und dran zu antworten, er w&#252;rde lieber in einem Waisenhaus als bei den Dursleys leben, doch der Gedanke an die Erlaubnis f&#252;r Hogsmeade hielt ihn davon ab. Er zwang sein Gesicht zu einem schmerzhaften L&#228;cheln.

Grins mich nicht so an!, donnerte Tante Magda.Ich sehe, du hast dich seit unserer letzten Begegnung nicht gebessert. Ich hatte gehofft, in der Schule w&#252;rden sie dir ein paar Manieren einpr&#252;geln.Sie nahm einen kr&#228;ftigen Schluck Tee, wischte sich den Schnurrbart und sagte:Wo schickst du ihn noch mal hin, Vernon?

Nach St. Brutus, antwortete Onkel Vernon prompt.Erstklassige Anstalt f&#252;r hoffnungslose F&#228;lle.

Verstehe, sagte Tante Magda.Machen sie in St. Brutus auch vom Rohrstock Gebrauch, Bursche?, blaffte sie &#252;ber den Tisch.

&#196;hm -

Onkel Vernon nickte hinter Tante Magdas R&#252;cken.

Ja, sagte Harry. Wenn schon, denn schon, &#252;berlegte er dann und f&#252;gte hinzu:Tagein, tagaus.

Vortrefflich, sagte Tante Magda.Dieses windelweiche Wischiwaschi, da&#223; man Leute nicht schlagen soll, die es doch verdienen, kann ich nicht vertragen. In neunzig von hundert F&#228;llen hilft eine gute Tracht Pr&#252;gel. Hat man dich oft geschlagen?

O ja, sagte Harry,viele Male.

Tante Magda verengte die Augen zu Schlitzen.

Dein Ton gef&#228;llt mir immer noch nicht, B&#252;rschchen, sagte sie.Wenn du so l&#228;ssig von deinen Hieben reden kannst, dann schlagen sie offenbar nicht hart genug zu. Petunia, wenn ich du w&#228;re, w&#252;rde ich dort hinschreiben. Mach ihnen klar, da&#223; du im Falle dieses Jungen den Einsatz &#228;u&#223;erster Gewalt guthei&#223;t.

Vielleicht machte sich Onkel Vernon Sorgen, Harry k&#246;nnte die Abmachung vergessen haben; jedenfalls wechselte er abrupt das Thema.

Schon die Nachrichten geh&#246;rt heute Morgen, Magda? Was sagst du zu der Geschichte mit diesem Ausbrecher?

W&#228;hrend sich Tante Magda allm&#228;hlich h&#228;uslich einrichtete, erwischte sich Harry bei fast sehns&#252;chtigen Gedanken an das Leben in Nummer vier ohne sie. Onkel Vernon und Tante Petunia gaben sich meist damit zufrieden, wenn Harry ihnen aus dem Weg ging, und Harry war das nur recht. Tante Magda jedoch wollte Harry st&#228;ndig im Auge behalten, so da&#223; sie Vorschl&#228;ge f&#252;r die Besserung seines Betragens zum Besten geben konnte. Vorzugsweise verglich sie Harry mit Dudley und kaufte Dudley teure Geschenke, w&#228;hrend sie Harry t&#252;ckisch anstarrte, als wollte sie ihn herausfordern zu fragen, warum er nicht auch ein Geschenk bekomme. Auch lie&#223; sie st&#228;ndig Mutma&#223;ungen fallen, aus welchem Grund wohl Harry zu einer derma&#223;en unzul&#228;nglichen Person geworden sei.

Du mu&#223;t dir keinen Vorwurf machen, da&#223; der Junge so geworden ist, Vernon, sagte sie am dritten Tag beim Mittagessen.Wenn im Innern etwas Verdorbenes steckt, kann kein Mensch etwas dagegen machen.

Harry versuchte sich auf das Essen zu konzentrieren, doch.seine H&#228;nde zitterten und sein Gesicht fing an vor Zorn zu brennen. Denk an die Erlaubnis, mahnte er sich selbst. Denk an Hogsmeade. Sag nichts. Steh nicht auf.

Tante Magda griff nach ihrem Weinglas.

Das ist eine Grundregel der Zucht, sagte sie.Bei Hunden kann man es immer wieder beobachten. Wenn etwas mit der H&#252;ndin nicht stimmt, wird auch mit den Welp-

In diesem Augenblick explodierte das Weinglas in Tante Magdas Hand. Scherben stoben in alle Richtungen davon und Tante Magda prustete und blinzelte und von ihrem gro&#223;en ger&#246;teten Gesicht tropfte der Wein.

Magda!, kreischte Tante Petunia.Magda, hast du dir was getan?

Keine Sorge, grunzte Tante Magda und wischte sich mit der Serviette das Gesicht.Mu&#223; es wohl zu fest gedr&#252;ckt haben. Ist mir letztens auch bei Oberst Stumper passiert. Kein Grund zur Aufregung, Petunia, ich hab einen ziemlich festen Griff -

Doch Tante Petunia und Onkel Vernon sahen Harry mi&#223;trauisch an, und so beschlo&#223; er den Nachtisch lieber wegzulassen und der Tischrunde so bald wie m&#246;glich zu entfliehen.

Drau&#223;en im Flur lehnte er sich gegen die Wand und atmete tief durch. Es war schon lange her, da&#223; er die Beherrschung verloren und etwas hatte explodieren lassen. Das durfte ihm auf keinen Fall noch mal passieren. Die Erlaubnis f&#252;r Hogsmeade war nicht das Einzige, was auf dem Spiel stand  wenn er so weitermachte, w&#252;rde er auch noch Schwierigkeiten mit dem Zaubereiministerium kriegen.

Harry war immer noch ein minderj&#228;hriger Zauberer und es war ihm nach dem Zauberergesetz verboten, au&#223;erhalb der Schule zu zaubern. Er hatte zudem keine ganz wei&#223; Weste. Erst letzten Sommer hatte er eine offizielle Verwarnung bekommen, in der es klar und deutlich hie&#223;, falls das Ministerium noch einmal von Zauberei im Ligusterweg Wind bek&#228;me, w&#252;rde ihm der Schulverweis von Hogwarts drohen.

Er h&#246;rte die Dursleys aufstehen und verschwand rasch nach oben.

Die n&#228;chsten Tage &#220;berstand Harry, indem er sich zwang, an sein Do-it-yourself-Handbuch zur Besenpflege zu denken, wann immer Tante Magda es auf ihn anlegte. Das klappte ganz gut, auch wenn sein Blick dabei offenbar etwas glasig wurde, denn Tante Magda begann die Meinung zu &#228;u&#223;ern, er sei geistig unterbelichtet.

Endlich, nach einer Ewigkeit, brach der letzte Abend von Tante Magdas Aufenthalt an. Tante Petunia kochte ein schickes Essen und Onkel Vernon entkorkte mehrere Flaschen Wein. Sie schafften es durch die Suppe und den Lachs, ohne Harrys Charakterm&#228;ngel auch nur mit einem Wort zu erw&#228;hnen; bei der Zitronen-Meringe-Torte langweilte Onkel Vernon alle mit einem Vortrag &#252;ber Grunnings, seine Bohrerfirma. Dann kochte Tante Petunia Kaffee und Onkel Vernon stellte eine Flasche Kognak auf den Tisch.

Ein Schl&#252;ckchen, Magda?

Tante Magda hatte dem Wein bereits ausgiebig zugesprochen. Ihr riesiges Gesicht war puterrot.

Aber nur ein winziges, bitte, kicherte sie.Noch ein wenig  und noch ein bi&#223;chen  so ist es fein.

Dudley verspeiste sein viertes St&#252;ck Torte. Tante Petunia schl&#252;rfte mit abgespreiztem kleinem Finger an ihrem Kaffee. Harry wollte sich eigentlich in sein Zimmer verziehen, doch als er in Onkel Vernons zornige kleine Augen blickte, wu&#223;te er, da&#223; er es aussitzen mu&#223;te.

Aah, sagte Tante Magda, stellte das leere Glas auf den Tisch und leckte sich die Lippen.Ausgezeichneter Schmaus, Petunia. Normalerweise w&#228;rm ich mir abends nur was auf, wo ich mich doch um zw&#246;lf Hunde k&#252;mmern mu&#223;Sie r&#252;lpste herzhaft und t&#228;tschelte ihren runden tweedbedeckten Bauch.Verzeihung. Aber ich f&#252;r meinen Teil sehe gern einen Jungen, der gut beieinander ist, fuhr sie fort und zwinkerte Dudley zu.Du wirst sicher mal ein stattlicher Mann, Dudders, wie dein Vater. ja, danke, Vernon, noch ein winziges Schl&#252;ckchen Kognak

Aber der da -

Sie ruckte mit dem Kopf in Richtung Harry, dessen Magen sich verkrampfte.

Das Handbuch, dachte er rasch.

Der da hat ein fieses, zwergenhaftes Aussehen. Das sieht man auch bei Hunden. Letztes Jahr hab ich Oberst Stumper einen ertr&#228;nken lassen. Rattiges kleines Ding. Schwach. Unterz&#252;chtet.

Harry versuchte sich Seite zw&#246;lf seines Buches in Erinnerung zu rufen: Ein Zauber zur Kur widerstrebender Wiederg&#228;nger.

Alles eine Frage des Blutes, sag ich immer. Schlechtes Blut zeigt sich einfach. Nun, ich will nichts gegen eure Familie sagen, Petunia -, sie t&#228;tschelte Tante Petunias Hand mit ihrer eigenen schaufelgro&#223;en,- aber deine Schwester war ein faules Ei. Kommt in den besten Familien vor. Dann ist sie mit diesem Taugenichts abgehauen und was dabei herauskam, sitzt hier vor uns.

Harry starrte auf seinen Teller, ein merkw&#252;rdiges Klingeln in den Ohren. Packen Sie Ihren Besen fest am Schweif, dachte er. Doch er wu&#223;te nicht mehr, was dann kam. Tante Magda schien in ihn hineinzubohren wie einer von Onkel Vernons Bohrern.

Dieser Potter, sagte Tante Magda laut, griff sich die Flasche und sch&#252;ttete Kognak in ihr Glas und auf das Tischtuch,ihr habt mir nie gesagt, was er beruflich gemacht hat!

Onkel Vernon und Tante Petunia schienen auf gl&#252;henden Kohlen zu sitzen. Sogar Dudley hatte den Blick von der Torte erhoben und starrte seine Eltern an.

Er  er hat nicht gearbeitet, sagte Onkel Vernon und warf Harry einen kurzen Blick zu.War arbeitslos.

Das hab ich mir gedacht!, sagte Tante Magda, nahm einen gewaltigen Schluck Kognak und wischte sich mit dem &#196;rmel das Kinn.Ein fauler Rumtreiber, der -

War er nicht, sagte Harry pl&#246;tzlich. Am Tisch trat j&#228;he Stille ein. Harry zitterte am ganzen K&#246;rper. Noch nie war er so zornig gewesen.

Noch Kognak!, schrie Onkel Vernon, der k&#228;sewei&#223; geworden war. Er sch&#252;ttete den Rest der Flasche in Tante Magdas Glas.

Und du, Bursche, fauchte er Harry an,du gehst zu Bett, verschwinde -

Nein, Vernon, hickste Tante Magda mit erhobener Hand, w&#228;hrend sie ihre kleinen, blutunterlaufenen Augen fest auf Harry richtete.Sprich weiter, B&#252;rschchen, nur weiter. Stolz auf deine Eltern, nicht wahr? Da gehen die doch einfach hin und fahren sich zu Tode  betrunken, nehm ich an -

Sie sind nicht bei einem Autounfall gestorben!, sagte Harry, der pl&#246;tzlich auf den F&#252;&#223;en stand.

Sind sie sehr wohl, du frecher kleiner L&#252;gner, und sie haben dich zur&#252;ckgelassen als Last f&#252;r ihre anst&#228;ndigen, hart arbeitenden Verwandten!, schrie Tante Magda und schwoll vor Zorn an.Du bist ein unversch&#228;mter, undankbarer kleiner -

Doch Tante Magda verstummte pl&#246;tzlich. Einen Moment lang sah es so aus, als fehlten ihr die Worte. Sie schien vor uns&#228;glicher Wut anzuschwellen  doch es nahm kein Ende. Ihr gro&#223;es rotes Gesicht dehnte sich aus, die winzigen Augen traten hervor und der Mund war so fest gespannt, da&#223; sie nicht mehr sprechen konnte  und jetzt rissen einige Kn&#246;pfe von ihrer Tweedjacke und flogen gegen die W&#228;nde  sie schwoll an wie ein monstr&#246;ser Ballon, ihr Bauch platzte jetzt durch ihren Tweedbund, jeder einzelne Finger bl&#228;hte sich zu Salamigr&#246;&#223;e auf -

Magda, schrien Onkel Vernon und Tante Petunia wie einem Munde, als Tante Magdas ganzer K&#246;rper vom Stuhl abhob. Sie war jetzt kugelrund wie ein riesiger Wasserball mit Schweinchenaugen, H&#228;nde und F&#252;&#223;e stachen merkw&#252;rdig ab, w&#228;hrend sie unter W&#252;rgen und Puffen in die H&#246;he schwebte. Ripper kam ins Zimmer gewatschelt und fing an wie verr&#252;ckt zu bellen.

Neeeeeeeinn!

Onkel Vernon packte Magda an einem Fu&#223; und versuchte sie herunterzuziehen, doch er selbst hob beinahe vom Boden ab. Im n&#228;chsten Augenblick machte Ripper einen Satz und versenkte die Z&#228;hne in Onkel Vernons Bein.

Harry verschwand aus dem E&#223;zimmer, bevor ihn jemand aufhalten konnte, und rannte zum Schrank unter der Treppe. Die Schrankt&#252;r sprang von Zauberhand auf, als er sich n&#228;herte. Im Handumdrehen hatte er seinen gro&#223;en Reisekoffer zur Haust&#252;r geschleift. Er sprintete die Treppe hoch, hechtete unter das Bett, ri&#223; das lose Dielenbrett heraus und griff sich den Kissen&#252;berzug mit seinen B&#252;chern und Geschenken. Er kroch unter dem Bett hervor, packte Hedwigs leeren K&#228;fig und st&#252;rzte die Treppe hinunter zu seinem Koffer, gerade als Onkel Vernon, die Hose in blutige Fetzen gerissen, aus dem E&#223;zimmer platzte.

Komm zur&#252;ck!, bellte er,komm rein und bring sie wieder in Ordnung!

Doch Harry hatte ein r&#252;cksichtsloser Zorn &#252;berw&#228;ltigt. Er stie&#223; den Kofferdeckel auf, zog seinen Zauberstab heraus und richtete ihn auf Onkel Vernon.

Sie hat es verdient, sagte er nach Atem ringend,sie hat verdient, was sie bekommen hat. Und du bleibst mir vom Hals.

Er langte hinter sich und fummelte an der T&#252;rkette.Ich gehe, sagte Harry.Mir reicht's.Und schon war er drau&#223;en auf der dunklen, stillen Stra&#223;e; mit Hedwigs K&#228;fig unter dem einen Arm schleifte er mit dem andern den Koffer hinter sich her.



Der Fahrende Ritter

Harry zog mit dem schweren Koffer im Schlepptau durch die n&#228;chtlichen Stra&#223;en und sank schlie&#223;lich keuchend auf ein M&#228;uerchen am Magnolienring. Reglos sa&#223; er da, doch noch immer kochte in ihm der Zorn und er sp&#252;rte das rasende Pochen seines Herzens in den Ohren.

Nach zehn Minuten allein auf der dunklen Stra&#223;e &#252;berkam ihn ein neues Gef&#252;hl: Panik. Wie er die Sache auch immer drehte und wendete, er war noch nie in einer so miserablen Lage gewesen, allein, auf sich gestellt, in der Welt der Muggel gestrandet und weit und breit niemand, an den er sich h&#228;tte wenden k&#246;nnen. Das Schlimmste jedoch war, da&#223; er gerade mutwillig gezaubert hatte, und das bedeutete, da&#223; sie ihn fast sicher aus Hogwarts rauswerfen w&#252;rden. Er hatte die Verordnung zur Beschr&#228;nkung der Zauberei Minderj&#228;hriger so kra&#223; verletzt, da&#223; er sich wunderte, da&#223; die Vertreter des Zaubereiministeriums nicht hier und jetzt auf ihn niedersausten.

Zitternd sah er den Magnolienring entlang. Was w&#252;rde mit ihm geschehen? W&#252;rden sie ihn verhaften oder ihn nur aus der Zaubererwelt verbannen? Er dachte an Ron und Hermine, und das Herz wurde ihm noch schwerer. Ron und Hermine, ob er nun kriminell war oder nicht, w&#252;rden ihm jetzt sicher helfen, doch sie waren beide im Ausland, und ohne Hedwig hatte er keine M&#246;glichkeit, Verbindung mit ihnen aufzunehmen.

Au&#223;erdem hatte er kein Muggelgeld. Ein wenig Zauberergold war im Geldbeutel unten im Koffer, doch der Rest des Verm&#246;gens, das ihm seine Eltern hinterlassen hatten, lagerte in einem Verlies der Gringotts-Zaubererbank in London. Seinen Koffer bis nach London zu schleifen w&#252;rde er nie schaffen. Au&#223;er

Er sah hinunter auf seinen Zauberstab, den er immer noch umklammert hielt. Wenn er schon rausgeworfen war (sein Herz pochte nun so schnell, da&#223; es wehtat), konnte noch ein wenig mehr Zauberei nicht weiter schaden. Er hatte den Tarnumhang, den er von seinem Vater geerbt hatte  was, wenn er den Koffer verzauberte, so da&#223; er federleicht war, ihn an seinen Besen band, sich den Umhang &#252;berwarf und einfach nach London flog? Dann konnte er den Rest seines Geldes aus dem Verlies holen und sein neues Leben als Verbannter beginnen. Eine f&#252;rchterliche Aussicht, doch er konnte ja nicht ewig auf dieser Mauer sitzen und am Ende noch der Muggelpolizei erkl&#228;ren m&#252;ssen, warum er sich mitten in der Nacht mit einem Koffer voller Zauberb&#252;cher und einem Besen herumtrieb.

Harry &#246;ffnete den Koffer und kramte unter seinen Sachen nach dem Tarnumhang. Doch bevor er ihn gefunden hatte, richtete er sich pl&#246;tzlich auf und sah sich um.

Ein komisches Prickeln im Nacken gab ihm das Gef&#252;hl, er w&#252;rde beobachtet. Doch die Stra&#223;e schien immer noch menschenleer und kein Fenster der gro&#223;en, quadratischen H&#228;user war erleuchtet.

Er beugte sich wieder &#252;ber seinen Koffer, doch fast sofort stand er erneut auf, die Hand um den Zauberstab geklammert. Er ahnte es eher, als da&#223; er es h&#246;rte: jemand oder etwas stand hinter ihm, im schmalen Durchgang zwischen dem Zaun und einer Garage. Harry sp&#228;hte in die Dunkelheit hinein. Wenn es sich nur bewegen w&#252;rde, dann w&#252;rde er sehen, ob es nur eine streunende Katze war  oder etwas anderes.

Lumos, murmelte Harry und an der Spitze seines Zauberstabes erschien ein Licht, das ihn fast blendete. Er hielt den Zauberstab hoch &#252;ber den Kopf, und die rauh verputzten Mauern von Nummer zwei glitzerten pl&#246;tzlich; die Garagent&#252;r schimmerte und dazwischen sah Harry ganz deutlich die m&#228;chtigen Umrisse von etwas sehr Gro&#223;em mit weit aufgerissenen, gl&#252;henden Augen.

Harry wich zur&#252;ck  er stie&#223; mit dem Bein gegen seinen Koffer und stolperte. Der Zauberstab flog ihm aus der Hand, als er einen Arm ausstreckte, um den Sturz abzufangen, und er landete schmerzhaft im Rinnstein.

Da ert&#246;nte ein ohrenbet&#228;ubender Knall und Harry ri&#223; die H&#228;nde vors Gesicht, um seine Augen vor dem j&#228;hen, blendenden Licht eines Scheinwerfers zu sch&#252;tzen.

Mit einem Schrei rollte er zur&#252;ck auf den Gehweg, gerade noch rechtzeitig. Eine Sekunde sp&#228;ter kam ein gigantisches Paar Reifen ebendort quietschend zum Stehen, wo Harry gerade gelegen hatte. Sie geh&#246;rten, wie er erkannte, als er den Kopf hob, zu einem grell purpurfarbenen Bus, einem Dreidecker, der aus dem Nichts aufgetaucht war. Goldene Lettern &#252;ber der Windschutzscheibe verk&#252;ndeten: Der Fahrende Ritter.

Einen kurzen Moment lang fragte sich Harry, ob er nach seinem Sturz noch alle Tassen im Schrank hatte. Dann sprang ein Schaffner in purpurner Uniform aus dem Bus und begann laut in die Nacht hinein zu sprechen.

Willkommen im Fahrenden Ritter, dem Nottransporter f&#252;r gestrandete Hexen und Zauberer. Strecken Sie einfach die Zauberstabhand aus, steigen Sie ein und wir fahren Sie, wohin Sie wollen. Mein Name ist Stan Shunpike und ich bin f&#252;r heute Abend Ihr Schaff-

Der Schaffner verstummte j&#228;h. Er hatte Harry entdeckt, der immer noch auf dem Boden sa&#223;. Harry hob seinen Zauberstab auf und rappelte sich hoch. Von nahem sah er, da&#223; Stan Shunpike nur ein paar Jahre &#228;lter war als er; achtzehn oder neunzehn h&#246;chstens, mit gro&#223;en, abstehenden Ohren und einer h&#252;bschen Portion Pickel.

Was hast du denn da unten gesucht?, fragte Stan, jetzt ganz ohne seinen beruflichen Ernst.

Bin hingefallen, sagte Harry.

Wozu das denn?, kicherte Stan.

War keine Absicht, sagte Harry genervt. Seine Jeans war an einem Knie aufgerissen und die Hand, die er ausgestreckt hatte, um sich abzufangen, blutete. Pl&#246;tzlich fiel ihm ein, warum er gest&#252;rzt war, drehte sich auf den Fersen um und starrte auf den Durchgang zwischen dem Zaun und der Garage. Die Scheinwerfer des Fahrenden Ritters &#252;berfluteten ihn mit Licht  und nichts war zu sehen.

Wen suchste denn?, fragte Stan.

Da war etwas Gro&#223;es und Schwarzes, sagte Harry und deutete unsicher auf den Durchgang.Wie ein Hund aber riesig.

Er drehte sich zu Stan um, dessen Mund halb offen stand. Harry war mulmig zumute, als er Stans Augen zu der Narbe auf seiner Stirn wandern sah.

Was'n das auf deinem Kopf?, sagte Stan abrupt.

Nichts, sagte Harry schnell und patschte sich die Haare auf seine Narbe. Wenn das Zaubereiministerium nach ihm suchte, wollte er es ihnen nicht zu einfach machen.

Wie hei&#223;t'n du?, bohrte Stan nach.

Neville Longbottom.Das war der erstbeste Name, der ihm einfiel.Also  also dieser Bus, fuhr er rasch fort in der Hoffnung, Stan ablenken zu k&#246;nnen,du sagst, er f&#228;hrt &#252;berallhin?

Jep, sagte Stan stolz,wo immer du hinwillst, solange es auf Land ist. Unter Wasser geht's nicht.Wieder sah er Harry mi&#223;trauisch an.H&#246;r mal, du hast uns doch gewinkt, oder? Hast deinen Zauberstab ausgestreckt, nicht wahr?

Ja, sagte Harry rasch.H&#246;r mal, wie viel w&#252;rde es nach London kosten?

Elf Sickel, sagte Stan,aber f&#252;r dreizehn kriegst du hei&#223;e Schokolade und f&#252;r f&#252;nfzehn eine Flasche warmes Wasser und eine Zahnb&#252;rste in der Farbe deiner Wahl.

Wieder kramte Harry in seinem Koffer, zog seinen Geldbeutel heraus und z&#228;hlte etwas Silber in Stans Hand. Dann hoben sie gemeinsam den Koffer und Hedwigs K&#228;fig die Stufen des Busses empor.

Es gab keine Sitze; ein halbes Dutzend Messingbetten stand entlang der vorhangbezogenen Fenster. Neben jedem Bett brannten Kerzen in Haltern und beleuchteten die holzget&#228;felten W&#228;nde. Hinten im Bus nuschelte ein winziger Zauberer mit Nachtm&#252;tze:Nicht jetzt, danke, ich p&#246;kle gerade ein paar Schnecken, drehte sich um und schlief weiter.

Das ist deins, fl&#252;sterte Stan und schob Harrys Koffer unter das Bett gleich hinter dem Fahrer, der in einem Lehnstuhl vor dem Steuer sa&#223;.Das ist unser Fahrer, Ernie Prang. Ern, das ist Neville Longbottom.

Ernie Prang, ein &#228;lterer Zauberer mit dicken Brillengl&#228;sern, nickte Harry zu, der noch einmal nerv&#246;s die Haare auf die Stirn klatschte und sich auf sein Bett setzte.

Leg los, Ern, sagte Stan und setzte sich in den Sessel neben Ernie.

Es gab einen weiteren gewaltigen Knall und im n&#228;chsten Moment lag Harry flach auf dem Bett, hingeworfen durch die Beschleunigung des Fahrenden Ritters. Er rappelte sich hoch, starrte aus dem Fenster und sah, da&#223; sie nun eine ganz andere Stra&#223;e entlangrollten. Stan musterte Harrys verdutztes Gesicht mit gro&#223;em Vergn&#252;gen.

Hier waren wir, bevor du uns runtergewinkt hast, sagte er.Wo sind wir, Ern? Irgendwo in Wales?

Hmm, sagte Ernie.

Wie kommt es, da&#223; die Muggel den Bus nicht h&#246;ren?, fragte Harry.

Die!, sagte Stan ver&#228;chtlich.H&#246;rn nicht richtig hin, nich wahr? Gucken auch nicht richtig. Merken nie nichts, nee.

Am besten, du weckst Madam Marsh auf, Stan, sagte Ern.Wir sind gleich in Abergavenny.

Stan ging an Harrys Bett vorbei, stieg eine schmale Holztreppe hoch und verschwand. Harry sah immer noch aus (lern Fenster, zunehmend nerv&#246;s. Ernie schien den Gebrauch eines Steuers noch nicht gemeistert zu haben. Der Fahrende Ritter holperte immer wieder &#252;ber Gehwege, doch nie krachte es. Reihenweise Laternenpf&#228;hle, Briefk&#228;sten und M&#252;lleimer sprangen ihm aus dem Weg, wenn er sich n&#228;herte, und zur&#252;ck auf ihren Platz, wenn er vorbei war.

Stan kam wieder herunter, gefolgt von einer Hexe, die in einen Reiseumhang eingeh&#252;llt war und ein bi&#223;chen gr&#252;n im Gesicht wirkte.

Da sind wir, Madam Marsh, sagte Stan gl&#252;cklich, als Ern Auf die Bremse trat und die Betten ungef&#228;hr einen halben Meter in Richtung Fahrersitz schlitterten. Doch Madam Marsh dr&#252;ckte sich nur schnell ein Taschentuch gegen den Mund und wankte die Stufen hinunter. Stan warf ihr die Tasche hinterher und schlug die T&#252;r zu. Wieder ert&#246;nte ein lauter Knall und sie donnerten eine schmale Allee entlang,.m deren Rand die B&#228;ume aus dem Weg sprangen.

Harry h&#228;tte ohnehin nicht schlafen k&#246;nnen, selbst wenn er nicht in einem Bus gesessen h&#228;tte, der st&#228;ndig laut knallte und hundertf&#252;nfzig Kilometer auf einmal &#252;berspringen konnte. Ihm drehte sich der Magen, als ihm wieder die Frage einfiel, was wohl mit ihm geschehen w&#252;rde und ob die Dursleys es schon geschafft hatten, Tante Magda von der Decke zu holen.

Stan hatte inzwischen eine Ausgabe des Tagespropheten aufgeschlagen und las mit der Zunge zwischen den Z&#228;hnen in dem Blatt. Ein gro&#223;es Foto von einem Mann mit eingesunkenem Gesicht und langem, verfilztem Haar blickte Harry von der Titelseite entgegen. Es kam ihm merkw&#252;rdig bekannt vor.

Der Mann da!, sagte Harry und verga&#223; f&#252;r eine Welle seine Sorgen,er war in den Muggelnachrichten.

Stanley bl&#228;tterte zur Titelseite zur&#252;ck und kiekste.

Sirius Black, sagte er kopfnickend.Nat&#252;rlich war er in den Muggelnachrichten, Neville. Wo hast du eigentlich gesteckt?

Beim Anblick von Harrys ratloser Miene kicherte er &#252;berlegen, ri&#223; die Titelseite heraus und gab sie Harry.

Du solltest mehr Zeitung lesen, Neville.

Harry hielt das Blatt ins Kerzenlicht und las:

Black immer noch auf freiem Fu&#223;

Sirius Black, der wohl ber&#252;chtigste Gefangene, der je in der Festung von Askaban sa&#223;, ist immer noch auf der Flucht, wie das Zaubereiministerium heute best&#228;tigte.

Wir tun alles, was wir k&#246;nnen, um Black zu fassen, sagte Zaubereiminister Cornelius Fudge heute Morgen,und wir bitten alle Hexen und Zauberer, Ruhe zu bewahren.

Fudge wurde von Mitgliedern der Internationalen Vereinigung von Zauberern kritisiert, weil er den Premierminister der Muggel von der Krise unterrichtet hatte.

Nun, es blieb mir nichts anderes &#252;brig, wissen Sie, sagte der ver&#228;rgert wirkende Fudge.Black ist verr&#252;ckt. Er ist eine Gefahr f&#252;r jeden, der ihm &#252;ber den Weg l&#228;uft, ob Magier oder Muggel. Der Premierminister hat mir versichert, da&#223; er kein Wort dar&#252;ber verlauten lassen wird, wer Black in Wahrheit ist. Und seien wir ehrlich  wer w&#252;rde ihm schon glauben?

W&#228;hrend die Muggel gewarnt wurden, da&#223; Black mit einer Pistole bewaffnet ist (eine Art metallener Zauberstab, mit dem sich die Muggel gegenseitig umbringen), lebt die Zauberergemeinschaft in Furcht vor einem weiteren Massaker wie dem vor zw&#246;lf Jahren, als Black mit einem einzigen Fluch dreizehn Menschen t&#246;tete.

Harry sah in die &#252;berschatteten Augen von Sirius Black, die einzige Partie des eingesunkenen Gesichts, die lebendig schien. Harry hatte nie einen Vampir getroffen, doch er hatte Bilder von ihnen im Unterricht gesehen, in Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste, und Black, mit seiner wachswei&#223;en Haut, sah genau wie ein Vampir aus.

Kann einem ganz sch&#246;n Angst einjagen, nich wahr?, sagte Stan, der Harry beim Lesen beobachtet hatte.

Er hat dreizehn Menschen umgebracht?, sagte Harry und gab Stan die Seite zur&#252;ck,mit einem Fluch?

Jep, sagte Stan,und auch noch vor Zeugen. Am hellichten Tag. Gab 'n ziemlichen Aufruhr, nich wahr, Ern?

Hmm, m&#252;mmelte Ernie.

Stan, die H&#228;nde auf der R&#252;ckenlehne, drehte sich mitsamt Stuhl herum, um Harry besser sehen zu k&#246;nnen.

Black war ein gro&#223;er Anh&#228;nger von Du-wei&#223;t-schon-wem, sagte er.

Wie, Voldemort?, sagte Harry unbedacht.

Selbst Stans Pickel wurden wei&#223;; Ern ri&#223; das Steuer so heftig herum, da&#223; ein ganzer Bauernhof dem Bus aus dem Weg springen mu&#223;te.

Hast du sie nicht mehr alle?, keuchte Stan.Wozu sagst du seinen Namen?

Tut mir Leid, sagte Harry hastig,entschuldigt, ich  ich hab vergessen -

Vergessen!, sagte Stan mit matter Stimme.Du lieber Junge, mein Herz pocht so schnell

Also  war Black ein Anh&#228;nger von Du-wei&#223;t-schon-wem?, hakte Harry mit Verzeihung heischender Miene nach.

Ja, sagte Stan und rieb sich die Brust.Ja, das stimmt. Stand Du-wei&#223;t-schon-wem sehr nahe, hei&#223;t es. jedenfalls, als der kleine Harry Potter mit Du-wei&#223;t-schon-wem Schlu&#223; machte -

Wieder strich sich Harry nerv&#246;s die Haare in die Stirn.

- wurden alle Anh&#228;nger von Du-wei&#223;t-schon-wem aufgesp&#252;rt, nich wahr, Ern? Die meisten wu&#223;ten, da&#223; alles vorbei war, wo doch Du-wei&#223;t-schon-wer verschwunden war, und sie gaben klein bei. Aber nicht Sirius Black. Hab geh&#246;rt, er dachte, er w&#252;rde der zweite Mann sein, wenn Du-wei&#223;t-schon-wer eines Tages die Macht &#252;bernommen h&#228;tte.

jedenfalls haben sie Black mitten auf einer Stra&#223;e voller Muggel eingekreist und Black hat seinen Zauberstab gezogen und die halbe Stra&#223;e in die Luft gejagt. Einen Zauberer hat er dabei erwischt und auch ein Dutzend Muggel, die im Weg waren. Furchtbar, nich? Und wei&#223;t du, was Black dann getan hat?, fuhr Stan dramatisch fl&#252;sternd fort.

Was?, sagte Harry.

Gelacht, sagte Stan.Hat einfach dagestanden und gelacht. Und als die Verst&#228;rkung aus dem Zaubereiministerium ankam, hat er sich seelenruhig abf&#252;hren lassen und hat sich die ganze Zeit gesch&#252;ttelt vor Lachen. Weil er verr&#252;ckt ist, nich wahr, Ern? Isser nich verr&#252;ckt?

Wenn er's nich war, als er nach Askaban kam, dann lsser's sp&#228;testens jetzt, sagte Ern in seiner langsamen Art.W&#252;rd mich in die Luft jagen, bevor ich einen Fu&#223; dort hineinsetze. Geschieht ihm aber recht nach dem, was er getan hat

War 'n ziemlicher Aufwand, die Sache zu vertuschen, nich wahr, Ern?, sagte Stan.Ganze Stra&#223;e in Schutt und Asche und all die toten Muggel. Was haben sie noch mal gesagt, sei passiert, Ern?

Gasexplosion, brummte Ernie.

Und jetzt isser raus, sagte Stan und begutachtete erneut das Zeitungsfoto von Sirius Blacks ausgemergeltem Gesicht.Hat noch nie jemand geschafft, aus Askaban auszubrechen, nich, Ern? Frag mich, wie er's hingekriegt hat. jagt einem ganz sch&#246;n Angst ein, nich wahr? M&#246;cht gar nicht wissen, was die W&#228;rter dort mit ihm angestellt haben, nich wahr, Ern?

Ernie zitterte pl&#246;tzlich.

La&#223; uns &#252;ber was andres reden, Stan, alter Junge. Wenn ich an diese W&#228;rter in Askaban denke, wird mir ganz anders.

Widerstrebend legte Stan die Zeitung weg und Harry, der sich jetzt noch elender f&#252;hlte, lehnte sich an ein Fenster. Unwillk&#252;rlich stellte er sich vor, was Stan in ein paar N&#228;chten seinen Passagieren erz&#228;hlen w&#252;rde.

Habt ihr von Harry Potter geh&#246;rt? Hat seine Tante aufgeblasen! Wir ham ihn hier im Fahrenden Ritter gehabt, oder, Ernie? Hat versucht zu entkommen

Er, Harry, hatte das Zaubergesetz gebrochen, genau wie Sirius Black. War Tante Magda aufzublasen schlimm genug, um in Askaban zu landen? Harry wu&#223;te nichts &#252;ber das Zauberergef&#228;ngnis, nur da&#223; jeder, den er es hatte erw&#228;hnen h&#246;ren, in angsterf&#252;lltem Ton gesprochen hatte. Hagrid, der Wildh&#252;ter von Hogwarts, hatte erst letztes Jahr ein paar Monate dort verbracht. Harry w&#252;rde den Ausdruck des Entsetzens auf Hagrids Gesicht, als er h&#246;rte, da&#223; er dorthin mu&#223;te, niemals vergessen, und Hagrid war einer der mutigsten Menschen, die er kannte.

Der Fahrende Ritter rollte durch die Dunkelheit und B&#252;sche und Plotter, Telefonh&#228;uschen und B&#228;ume links und rechts des Weges h&#252;pften davon. Harry lag ruhelos und niedergeschlagen auf seinem Federbett. Nach einer Weile fiel Stan ein, da&#223; Harry f&#252;r hei&#223;e Schokolade bezahlt hatte, doch er sch&#252;ttete alles &#252;ber Harrys Kopfkissen, als der Bus mit einem Schlag von Anglesea nach Aberdeen sprang. Nach und nach kamen Zauberer und Hexen in Morgenm&#228;nteln und Pantoffeln von den oberen Decks herunter und stiegen aus. Alle schienen sehr gl&#252;cklich dar&#252;ber zu sein.

Schlie&#223;lich war Harry als letzter Passagier &#252;brig geblieben.

La&#223; h&#246;ren, Neville, sagte Stan und klatschte in die H&#228;nde,wohin in London?

Winkelgasse, sagte Harry.

Die Winkelgasse war eine versteckte Stra&#223;e voller Zaubererl&#228;den. Dort war auch die Gringotts-Bank.

Na gut, sagte Stan,dann halt dich mal fest -

Knall!

Sie donnerten &#252;ber eine Hauptverkehrsader Londons. Harry setzte sich auf und sah zu, wie sich H&#228;user und B&#228;nke aus dem Weg des Fahrenden Ritters quetschten. Am Himmel wurde, es allm&#228;hlich heller. Er w&#252;rde sich ein paar Stunden hinlegen, dann zur Gringotts gehen, sobald sie &#246;ffnete, und dann fliehen  wohin, wu&#223;te er nicht.

Ern trat j&#228;hlings auf die Bremse und der Bus kam mit quietschenden Reifen vor einem kleinen, sch&#228;bigen Pub zum Stehen, dem Tropfenden Kessel, hinter dem das magische Tor zur Winkelgasse lag.

Danke, sagte Harry zu Ern.

Er sprang die Stufen hinunter und half Stan, seinen Koffer und Hedwigs K&#228;fig auf den Gehweg zu hieven.

Na dann, sagte Harry,auf Wiedersehen!

Doch Stan h&#246;rte ihn nicht. Er stand immer noch an der Bust&#252;r und starrte glubsch&#228;ugig auf den dunklen Eingang des Tropfenden Kessels.

Da bist du ja, Harry, sagte eine Stimme.

Bevor Harry sich umdrehen konnte, sp&#252;rte er eine Hand auf seiner Schulter. Und im gleichen Moment schrie Stan:Wahnsinn! Ern, komm mal her! Komm her!

Harry blickte hoch zum Besitzer der Hand auf seiner Schulter und ihm war pl&#246;tzlich, als w&#252;rde ein Eimer Eis in seinen Magen gesch&#252;ttet  er war geradewegs in die Arme des Zaubereiministers Cornelius Fudge gelaufen.

Stan sprang neben ihn auf den Gehweg.

Wie haben Sie Neville gerade genannt, Herr Minister?, fragte er aufgeregt.

Fudge, ein beleibter kleiner Mann in langem Nadelstreifenumhang, sah abweisend und ersch&#246;pft aus.

Neville?, wiederholte er stirnrunzelnd.Das ist Harry Potter.

Ich hab's doch gewu&#223;t, rief Stan schadenfroh.Ern! Ern! Rat mal, wer Neville ist, Ern! 's ist Harry Potter! Ich kann seine Narbe sehen!

Ja, sagte Fudge unwirsch.Nun, ich bin sehr froh, da&#223; der Fahrende Ritter Harry aufgelesen hat. Wir beide gehen jetzt rein in den Tropfenden Kessel -

Fudge verst&#228;rkte den Druck seiner Hand auf Harrys Schulter und Harry mu&#223;te sich von ihm in den Pub bugsieren lassen. Eine gebeugte Gestalt mit einer Laterne kam durch die T&#252;r hinter der Bar. Es war Tom, der in Weisheit ergraute zahnlose Wirt.

Sie haben ihn, Herr Minister!, sagte Tom.W&#252;nschen Sie etwas? Bier? Cognac?

Vielleicht eine Kanne Tee, sagte Fudge, der Harry immer noch fest im Griff hielt.

Hinter ihnen h&#246;rten sie ein lautes Kratzen und Keuchen und dann erschienen Stan und Ern mit Harrys Koffer und Hedwigs K&#228;fig. Sie sahen sich verwirrt um.

Wieso haste uns denn nicht gesagt, wer du bist, he, Neville?, sagte Stan und strahlte Harry an, w&#228;hrend Ernies eulenhaftes Gesicht interessiert &#252;ber Stans Schulter lugte.

Und einen Raum, wo wir ungest&#246;rt sein k&#246;nnen, bitte, Tom, sagte Fudge ungeduldig.

Tschau, sagte Harry bedr&#252;ckt zu Stan und Ern, w&#228;hrend Tom den Minister zum Durchgang hinter der Bar wies.

Tschau, Neville, rief Stan.

Tom ging mit erhobener Laterne voran, und Fudge geleitete Harry durch den schmalen Gang in ein kleines Hinterzimmer. Tom schnippte mit den Fingern, ein kleines Feuer entflammte im Kamin und mit einer Verbeugung ging er hinaus.

Setz dich, Harry, sagte Fudge und wies auf einen Stuhl neben dem Kamin.

Harry setzte sich; trotz des w&#228;rmenden Feuers kroch ihm eine G&#228;nsehaut die Arme empor. Fudge zog seinen Nadelstreifenumhang aus und warf ihn beiseite, dann krempelte er die Hosenbeine seines flaschengr&#252;nen Anzugs hoch und setzte sich Harry gegen&#252;ber.

Ich bin Cornelius Fudge, Harry. Der Zaubereiminister.

Das wu&#223;te Harry nat&#252;rlich; er hatte Fudge schon einmal gesehen, doch damals hatte er den Tarnumhang seines Vaters getragen und Fudge erfuhr besser nichts von dieser Geschichte.

Tom, der Wirt, tauchte wieder auf, mit einer Sch&#252;rze &#252;ber seinem Nachthemd und einem Tablett mit Tee und kleinen Br&#246;tchen. Er stellte das Tablett auf den Tisch zwischen Fudge und Harry, ging hinaus und schlo&#223; die T&#252;r hinter sich.

Nun, Harry, sagte Fudge und schenkte ihnen Tee ein,du hast uns ganz sch&#246;n in die Bredouille gebracht, das will ich dir offen sagen. Erst dieses Schlamassel im Haus deiner Verwandten anrichten und dann davonlaufen! Ich f&#252;rchtete schon aber du bist in Sicherheit, und das ist alles, was z&#228;hlt.

Fudge butterte eine Br&#246;tchenh&#228;lfte und schob den Teller Harry zu.

I&#223;, Harry, du siehst ganz sch&#246;n mitgenommen aus. Nun denn

Es wird dich sicher freuen zu h&#246;ren, da&#223; wir die bedauernswerte Sache mit der aufgeblasenen Miss Magdalene Dursley bereinigt haben. Zwei Mitarbeiter der Abteilung f&#252;r die Umkehr verungl&#252;ckter Zauberei wurden vor ein paar Stunden in den Ligusterweg beordert. Miss Dursley wurde aufgestochen und ihr Ged&#228;chtnis ein klein wenig ver&#228;ndert. Sie hat keinerlei Erinnerung an den Vorfall. Es ist also nichts passiert, und die Sache ist erledigt.

Fudge l&#228;chelte Harry &#252;ber den Rand seiner Teetasse hinweg an, ganz wie ein guter Onkel, der seinem Lieblingsneffen ein h&#252;bsches Geschenk gemacht hat. Harry, der seinen Ohren nicht trauen wollte, &#246;ffnete den Mund, doch ihm fiel nichts ein, was er h&#228;tte sagen k&#246;nnen, und er klappte ihn wieder zu.

Aah, du machst dir Sorgen, wie Tante und Onkel reagieren?, sagte Fudge.Nun, ich will nicht bestreiten, da&#223; sie &#196;u&#223;erst w&#252;tend sind, Harry, aber sie sind bereit, dich n&#228;chsten Sommer wieder aufzunehmen, solange du &#252;ber Weihnachten und Ostern in Hogwarts bleibst.

Harry r&#228;usperte sich.

In den Weihnachtsferien und den Osterferien bleibe ich immer in Hogwarts, sagte er,und in den Ligusterweg will ich nie wieder zur&#252;ck.

Schon gut, schon gut, Harry, wenn du dich erst einmal beruhigt hast, denkst du sicher anders dar&#252;ber, sagte Fudge in besorgtem Ton.Es ist schlie&#223;lich deine Familie, und ich bin sicher, ihr m&#246;gt euch alle miteinander  &#228;hm  tief im Grunde eurer Herzen.

Harry hatte keine Lust, Fudge eines Besseren zu belehren. Er wartete immer noch darauf zu h&#246;ren, was jetzt mit ihm passieren w&#252;rde.

Also m&#252;ssen wir nur noch kl&#228;ren, sagte Fudge und butterte sich sein zweites Br&#246;tchen,wo du die letzten beiden Ferienwochen verbringst. Ich schlage vor, du nimmst hier im Tropfenden Kessel ein Zimmer und -

Moment mal, brach es aus Harry hervor,was ist mit meiner Bestrafung?

Fudge zwinkerte.Bestrafung?

Ich hab das Gesetz gebrochen!, sagte Harry.Die Verordnung zur Beschr&#228;nkung der Zauberei Minderj&#228;hriger!

O mein lieber Junge, wir werden dich doch wegen einer, solchen Lappalie nicht bestrafen!, rief Fudge und fuchtelte mit der Br&#246;tchenh&#228;lfte in der Hand ungeduldig durch die Luft.Es war ein Unfall! Wir schicken doch nicht Leute nach Askaban, nur weil sie ihre Tante aufgeblasen haben!

Das pa&#223;te nun &#252;berhaupt nicht zu Harrys fr&#252;heren Erfahrungen mit dem Zaubereiministerium.

Letztes Jahr habe ich eine offizielle Verwarnung gekriegt, nur weil ein Hauself einen Teller mit Nachtisch im Haus meines Onkels zerdeppert hat!, erkl&#228;rte er Fudge mit gerunzelter Stirn.Das Zaubereiministerium sagte, wenn dort noch einmal gezaubert wird, werfen sie mich aus Hogwarts raus.

Wenn Harrys Augen ihn nicht trogen, sah Fudge pl&#246;tzlich verlegen aus.

Die Dinge &#228;ndern sich, Harry unter den heutigen Umst&#228;nden m&#252;ssen wir dies und jenes ber&#252;cksichtigen du willst doch nicht etwa rausgeworfen werden?

Nat&#252;rlich nicht, sagte Harry.

Sch&#246;n, und warum dann die ganze Aufregung?, lachte Fudge.Hier, nimm dir ein Br&#246;tchen, Harry, w&#228;hrend ich vorne nachfrage, ob Tom noch ein Zimmer f&#252;r dich frei hat.

Fudge verlie&#223; das Hinterzimmer; Harry starrte ihm nach. Etwas &#228;u&#223;erst Merkw&#252;rdiges ging, hier vor. Warum hatte Fudge ausgerechnet im Tropfenden Kessel auf ihn gewartet, wenn nicht um ihn zu bestrafen? Und nun, da Harry dar&#252;ber nachdachte, war es doch ungew&#246;hnlich, da&#223; der Zaubereiminister sich pers&#246;nlich mit der Zauberei Minderj&#228;hriger abgab?

Fudge kam mit Tom zur&#252;ck.

Zimmer elf ist frei, Harry, sagte Fudge.Ich bin sicher, du wirst dich hier sehr wohl f&#252;hlen. Nur noch eins, und das wirst du gewi&#223; verstehen Ich m&#246;chte nicht, da&#223; du dich im London der Muggel herumtreibst, klar? Bleib in der Winkelgasse. Und jeden Abend, bevor es dunkel wird, kommst du hierher zur&#252;ck. Das verstehst du sicher. Tom wird dich ein wenig im Auge behalten.

Gut, sagte Harry langsam,aber warum -?

Wir wollen dich doch nicht wieder verlieren, nicht wahr?, sagte Fudge und lachte herzhaft.Nein, nein besser, wir wissen, wo du bist ich meine

Fudge r&#228;usperte sich laut und griff nach seinem Nadelstreifenumhang.

Nun, ich mu&#223; gehen, viel zu tun, wei&#223;t du

Haben Sie schon eine Spur von diesem Black?, fragte Harry.

Fudges Finger rutschten fahrig &#252;ber die silbernen Verschl&#252;sse seines Umhangs.

Wie bitte? Oh, du hast davon geh&#246;rt, nun, nein, noch nicht, aber es ist mir eine Frage der Zeit. Die Wachen in Askaban haben noch nie versagt und so w&#252;tend hab ich sie doch nie gesehenFudge schauderte ein wenig.Nun, ich verabschiede mich.

Er streckte die Hand aus, und als Harry sie sch&#252;ttelte, fiel ihm pl&#246;tzlich etwas ein.

&#196;hm, Herr Minister, kann ich Sie etwas fragen?

Nat&#252;rliche, sagte Fudge l&#228;chelnd.

Also, Drittkl&#228;&#223;ler in Hogwarts d&#252;rfen doch Hogsmeade besuchen, und mein Onkel hat die Zustimmungserkl&#228;rung nicht unterschrieben. Meinen Sie, Sie k&#246;nnten -?

Fudge sah peinlich ber&#252;hrt aus.

&#196;hm, sagte er.Nein. Nein, tut mir sehr Leid, Harry, aber da ich nicht dein Vater oder Vormund bin -

Aber Sie sind der Zaubereiminister, dr&#228;ngte Harry.Wenn Sie mir die Erlaubnis geben w&#252;rden -

Nein, tut mir Leid, Harry, aber die Vorschriften sind nun mal so, sagte Fudge mit matter Stimme.Vielleicht kannst du Hogsmeade n&#228;chstes Jahr besuchen. Im Grunde finde ich es ohnehin besser, wenn du nicht ja gut, ich mu&#223; gehen. Viel Spa&#223; hier, Harry.

Und mit einem letzten L&#228;cheln und einem H&#228;ndedruck verabschiedete sich Fudge, und Tom ging freudestrahlend auf Harry zu.

W&#252;rden Sie mir bitte folgen, Mr Potter, sagte er.Ich habe Ihre Sachen schon hochgetragen

Harry folgte Tom eine sch&#246;ne h&#246;lzerne Treppe empor zu einer T&#252;r mit der Messingnummer elf, die der Wirt f&#252;r ihn aufschlo&#223; und &#246;ffnete.

Drinnen standen ein sehr bequem aussehendes Bett und ein paar auf Hochglanz polierte Eichenm&#246;bel, im Kamin prasselte fr&#246;hlich ein Feuer und auf dem Kleiderschrank hockte -

Hedwig!, keuchte Harry.

Die Schnee-Eule klickte mit dem Schnabel und flatterte hinunter auf Harrys Arm.

Eine sehr kluge Eule haben Sie da, gluckste Tom.Kam etwa f&#252;nf Minuten nach Ihnen an. Wenn Sie irgend etwas brauchen, Mr Potter, z&#246;gern Sie nicht zu fragen.

Mit einer weiteren Verbeugung ging er hinaus.

Harry sa&#223; eine ganze Weile auf dem Bett und streichelte Hedwig, ganz in Gedanken versunken. Der Himmel drau&#223;en vor dem Fenster wechselte rasch die Farben, von einem tiefen, samtenen Blau zu einem st&#228;hlernen Grau und dann, allm&#228;hlich, zu einem mit Gold durchzogenen Rosa. Harry konnte kaum glauben, da&#223; er erst vor ein paar Stunden aus dem Ligusterweg geflohen war, da&#223; er nicht von der Schule geworfen wurde und da&#223; er jetzt zwei Wochen ohne einen einzigen Dursley vor sich hatte.

Das war eine ziemlich merkw&#252;rdige Nacht, Hedwig, sagte er g&#228;hnend.

Und ohne auch nur seine Brille abzunehmen, lie&#223; er sich in die Kissen sinken und schlief ein.



Im Tropfenden Kessel

Harry brauchte einige Tage, um sich an seine neue Freiheit zu gew&#246;hnen. Nie zuvor hatte er aufstehen oder liegen bleiben k&#246;nnen, wie ihm gerade zumute war, oder essen k&#246;nnen, worauf er gerade Lust hatte. Er konnte sogar gehen, wohin er wollte, solange er in der Winkelgasse blieb, und auf dieser langen Pflasterstra&#223;e reihten sich die verlockendsten Zauberl&#228;den der Welt aneinander. So kam es Harry gar nicht in den Sinn, ~ sein Versprechen gegen&#252;ber Fudge zu brechen und irgendwelche Ausfl&#252;ge in die Welt der Muggel zu unternehmen.

Beim allmorgendlichen Fr&#252;hst&#252;ck im Tropfenden Kessel beobachtete Harry mit Vorliebe die anderen G&#228;ste: komische kleine Hexen vom Land, die f&#252;r einen Tag zum Einkaufsbummel gekommen waren; altehrw&#252;rdige Zauberer, die sich &#252;ber den j&#252;ngsten Aufsatz in Verwandlung Heute stritten; wild aus den Augen stierende Hexenmeister, rauflustige Zwerge und einmal sogar ein Wesen, das irgendwie verd&#228;chtig aussah und aus seinem dicken wollenen Kopfsch&#252;tzer heraus einen Teller voll roher Leber bestellte.

Nach dem Fr&#252;hst&#252;ck ging Harry hinaus auf den Hinterhof, z&#252;ckte den Zauberstab, tippte gegen den dritten Backstein von links &#252;ber dem M&#252;lleimer und trat einen Schritt zur&#252;ck. Die Mauer &#246;ffnete sich und gab den Durchgang zur Winkelgasse frei.

Harry verbrachte die langen, sonnigen Tage damit, in den L&#228;den zu st&#246;bern und unter den grellbunten Sonnenschirmen der Stra&#223;encafes Eis zu essen, wo die anderen G&#228;ste sich ihre Anschaffungen zeigten (Das'n Lunaskop, Alter, kein Rumgemurkse mehr mit Mondtabellen, verstehste?) oder sich &#252;ber den Fall Sirius Black unterhielten (Ich w&#252;rde meine Kinder nicht mehr allein rauslassen, bis er wieder in Askaban sitzt). Harry mu&#223;te seine Hausaufgaben nicht mehr beim Licht einer Taschenlampe unter der Bettdecke erledigen; jetzt konnte er im strahlenden Sonnenschein vor Florean Fortescues Eissalon sitzen und seine s&#228;mtlichen Aufs&#228;tze mit gelegentlicher Hilfe von Florean Fortescue pers&#246;nlich fertig schreiben, der, abgesehen davon, da&#223; er eine Menge &#252;ber mittelalterliche Hexenverbrennungen wu&#223;te, Harry alle halbe Stunde einen neuen Fruchteisbecher schenkte.

Sobald Harry einmal seinen Geldbeutel mit goldenen Galleonen, silbernen Sickeln und bronzenen Knuts aus seinem Verlies bei Gringotts aufgef&#252;llt hatte, mu&#223;te er sich m&#228;chtig am Riemen rei&#223;en, um das ganze Geld nicht auf einen Schlag auszugeben. Er mu&#223;te sich st&#228;ndig daran erinnern, da&#223; er noch f&#252;nf Jahre Hogwarts vor sich hatte und wie er sich f&#252;hlen w&#252;rde, wenn er die Dursleys um Geld f&#252;r Zauberb&#252;cher bitten m&#252;&#223;te  alles, um sich davon abzuhalten, ein Set h&#252;bscher, massiv goldener Gobsteine zu kaufen (ein Zauberspiel, &#228;hnlich wie Murmeln, bei dem die Steine eine eklig riechende Fl&#252;ssigkeit in das Gesicht des gegnerischen Spielers spritzten, wenn sie einen Punkt verloren). Beinahe schwach geworden w&#228;re er auch bei dem vollkommen beweglichen Modell der Galaxie in einer gro&#223;en gl&#228;sernen Kugel, das ihm jede weitere Astronomiestunde erspart h&#228;tte. Doch eine Woche nach seiner Ankunft im Tropfenden Kessel tauchte etwas in seinem Lieblingsladen Qualit&#228;t f&#252;r Quidditch auf, das seine Entschlossenheit hart auf die Probe stellte.

Neugierig geworden durch den Menschenauflauf im Laden dr&#228;ngelte Harry hinein und quetschte sich zwischen den aufgeregten Hexen und Zauberern durch bis vor ein eigens errichtetes kleines Podest, auf dem der herrlichste Rennbesen ausgestellt war, den er je gesehen hatte.

Ganz neu rausgekommen, ein Prototyp -, erkl&#228;rte ein Zauberer mit vierkantigem Kiefer seinem Begleiter.

Das ist der schnellste Besen der Welt, stimmt doch, Paps?, quiekte ein kleiner Junge, der vom Arm seines Vaters herunterbaumelte.

Die Irischen Internationalen haben gerade sieben dieser Sch&#246;nheiten bestellt!, verk&#252;ndete der Ladenbesitzer der Menge.Und sie sind Favoriten f&#252;r die Weltmeisterschaft!

Eine gro&#223;e Hexe vor Harry trat zur Seite, und jetzt konnte er das Schild neben dem Besen lesen:



Der Feuerblitz

Dieser Rennbesen nach neuestem Stand der Technik hat einen stromlinienf&#246;rmigen, superveredelten Stiel aus Eschenholz mit diamantharter Politur und von Hand eingemei&#223;elter Registriernummer. Jede handverlesene Birkenholzrute des Schweifs ist aerodynamisch optimal abgeschliffen, was dem Feuerblitz unvergleichliche Stabilit&#228;t und haarscharfe Pr&#228;zision verleiht. Der Feuerblitz beschleunigt von 0 auf 250 Stundenkilometer in 10 Sekunden und ist mit einem unbrechbaren Bremszauber ausgestattet. Preis auf Nachfrage.

Preis auf Nachfrage Harry mochte sich lieber nicht ausmalen, wie viel der Feuerblitz kosten w&#252;rde. Nie hatte er sich etwas sehnlicher gew&#252;nscht  doch immerhin hatte er auch noch nie ein Quidditch-Spiel auf seinem Nimbus Zweitausend verloren, und weshalb sollte er sein Verlies in Gringotts f&#252;r den Feuerblitz pl&#252;ndern, wenn er bereits einen sehr guten Rennbesen hatte? Harry fragte nicht nach dem Preis, doch er kam fast jeden Tag in den Laden, nur um den Feuerblitz zu sehen.

Es gab jedoch Dinge, die Harry kaufen mu&#223;te. In der Apotheke f&#252;llte er seinen Vorrat an Zaubertrankzutaten auf, und da seine Schulumh&#228;nge an Armen und Beinen jetzt um einige Zentimeter zu kurz waren, ging er in Madam Malkins Anz&#252;ge f&#252;r alle Gelegenheiten und kaufte sich neue. Vor allem jedoch mu&#223;te er die neuen Schulb&#252;cher besorgen, darunter auch die f&#252;r seine neuen F&#228;cher Pflege magischer Gesch&#246;pfe und Wahrsagen.

Ein Blick in das Schaufenster des Buchladens lie&#223; Harry stutzen. Statt der &#252;blichen Auslage an goldgepr&#228;gten Zauberspruchb&#228;nden, so gro&#223; wie Gehwegplatten, stand ein riesiger Eisenk&#228;fig hinter der Scheibe, in dem rund hundert Exemplare des Monsterbuchs der Monster steckten. Die B&#252;cher klatschten und schnappten nacheinander und hatten sich w&#252;tend ineinander verkeilt, und &#252;berall flatterten ausgerissene Seiten umher.

Harry zog die B&#252;cherliste aus der Tasche und las sie zum ersten Mal aufmerksam durch. Das Monsterbuch der Monster war das Lehrbuch f&#252;r den Unterricht in Pflege magischer Gesch&#246;pfe. Jetzt war ihm leichter ums Herz; schon hatte er gef&#252;rchtet, Hagrid h&#228;tte sich ein schreckliches neues Haustier zugelegt und brauche seine Hilfe.

Als Harry Flourish amp; Blotts betrat, kam ihm der Verk&#228;ufer entgegengelaufen.

Hogwarts?, fragte er kurz angebunden.Kommst du wegen der neuen B&#252;cher?

Ja, sagte Harry,ich brauche -

Aus dem Weg, sagte der Verk&#228;ufer ungeduldig und schob Harry beiseite. Er zog ein Paar sehr dicker Handschuhe an, packte einen gro&#223;en, knotigen Wanderstock und ging auf den K&#228;fig mit den Monsterb&#252;chern zu.

Warten Sie, sagte Harry rasch,ich hab schon eins von denen.

Ach ja?Auf dem Gesicht des Verk&#228;ufers machte sich gewaltige Erleichterung breit.Dem Himmel sei Dank, ich bin heute Morgen schon f&#252;nfmal gebissen worden.

Ein lautes Ratschen erf&#252;llte die Luft; zwei der Monsterb&#252;cher hatten ein drittes geschnappt und rissen es auseinander.

Aufh&#246;ren! Aufh&#246;ren!, rief der Verk&#228;ufer, stocherte mit dem Wanderstock durch die K&#228;figst&#228;be und trieb die B&#252;cher auseinander.Die bestell ich nie wieder, nie! Es ist die H&#246;lle! Ich dachte schon, es k&#246;nne nicht mehr schlimmer kommen, als wir zweihundert Exemplare von dem Titel Das Unsichtbare Buch der Unsichtbarkeit hier hatten  hat ein Verm&#246;gen gekostet und wir haben sie nie gefunden Nun kann ich dir weiterhelfen?

Ja, sagte Harry und sah auf die B&#252;cherliste.Ich brauche Die Entnebelung der Zukunft von Kassandra Wablatschki.

Ah, verstehe, ihr fangt mit Wahrsagen an, sagte der Verk&#228;ufer, zog die Handschuhe aus und f&#252;hrte Harry in den hinteren Teil des Ladens, in eine Ecke mit lauter B&#252;chern &#252;ber das Wahrsagen. Auf einem kleinen Tisch stapelten sich Werke wie Die Vorhersage des Unvorhersagbaren: So sch&#252;tzen Sie sich vor Schocks und Zerbrochene Tr&#228;ume: Wenn sich das Schicksal wendet.

Bitte sch&#246;n, sagte der Verk&#228;ufer, der auf eine kleine Stehleiter geklettert war und ein dickes, schwarz gebundenes Buch heruntergeholt hatte.Die Entnebelung der Zukunft. Sehr guter &#220;berblick &#252;ber alle grundlegenden Methoden des Wahrsagens  Handlesekunst, Kristallkugeln, Vogeleingeweide -

Doch Harry h&#246;rte ihm gar nicht mehr zu. Sein Blick war auf ein anderes Buch gefallen, das auf einem kleinen Tisch auslag: Omen des Todes  Was tun, wenn Sie wissen, da&#223; das Schlimmste bevorsteht.

Oh, das w&#252;rde ich an deiner Stelle lieber nicht lesen, sagte der Verk&#228;ufer beil&#228;ufig, als er Harrys Blick folgte,sonst f&#228;ngst du noch an, &#252;berall Vorzeichen des Todes zu sehen, und das kann einem wirklich Todesangst einjagen.

Doch Harry wandte den Blick nicht vom Umschlag des Buches; darauf abgebildet war ein Hund, gro&#223; wie ein B&#228;r und mit gl&#252;henden Augen. Er kam ihm unheimlich bekannt vor

Der Verk&#228;ufer dr&#252;ckte Harry Die Entnebelung der Zukunft in die Hand.

Noch was?, sagte er.

Ja, sagte Harry, wandte den Blick m&#252;hsam von den Augen des Hundes ab und zog verwirrt seine B&#252;cherliste zu Rate.&#196;hm  ich brauche Verwandlung: Die Zwischenstufen und Das Lehrbuch der Zauberspr&#252;che, Band 3.

Zehn Minuten sp&#228;ter kam Harry mit seinen neuen B&#252;chern unter den Armen aus Flourish amp; Blotts. Gedanken versunken und hie und da jemanden anrempelnd schlenderte er zum Tropfenden Kessel zur&#252;ck.

Er stapfte die Treppe zu seinem Zimmer empor, ging hinein und warf die B&#252;cher aufs Bett. jemand war da gewesen, um zu putzen; die Fenster standen offen und Sonnenlicht flutete herein. Harry h&#246;rte die Busse auf der Muggelstra&#223;e, die er nicht besucht hatte, vorbeirollen und den L&#228;rm der unsichtbaren Menge unten in der Winkelgasse. Im Spiegel &#252;ber dem Waschbecken sah er sich ins Gesicht.

Es kann kein Todesomen gewesen sein, erkl&#228;rte er trotzig seinem Spiegelbild.Ich hab einfach Panik gekriegt, als ich dieses Ding im Magnolienring gesehen habe wahrscheinlich war es blo&#223; ein streunender Hund

Wie von selbst hob er die Hand, um sein Haar zu gl&#228;tten.

Ein aussichtsloser Kampf, mein Lieber, sagte der Spiegel mit pfeifender Stimme.

Die Tage glitten dahin und Harry begann auf Schritt und Tritt nach Zeichen von Ron und Hermine Ausschau zu halten. Das neue Schuljahr nahte, und jetzt kamen eine Menge Hogwarts-Sch&#252;ler in die Winkelgasse. Harry traf Seamus Finnigan und Dean Thomas, seine Mitsch&#252;ler aus dem Haus der Gryffindors. Auch sie standen mit sehns&#252;chtigen Augen vor Qualit&#228;t f&#252;r Quidditch und bestaunten den Feuerblitz. Vor Flourish amp;Blotts stie&#223; er auf den echten Neville Longbottom, einen rundgesichtigen, verge&#223;lichen Jungen. Harry hielt nicht an, um ein Pl&#228;uschchen zu halten; Neville schien seine B&#252;cherliste verlegt zu haben und wurde gerade von seiner recht stattlichen Gro&#223;mutter zur Schnecke gemacht.

Am letzten Ferientag wachte Harry mit dem Gedanken auf, morgen im Hogwarts-Express w&#252;rde er endlich Ron und Hermine treffen. Er stand auf, zog sich an, ging hinaus, um einen letzten Blick auf den Feuerblitz zu werfen, und fragte sich gerade, wo er zu Mittag essen sollte, als jemand seinen Namen rief Er drehte sich um.

Harry! Harry!

Da sa&#223;en sie, alle beide, vor Fortescues Eissalon; Ron sah unglaublich sommersprossig aus, Hermine war ganz braun gebrannt, und beide winkten ihm begeistert zu.

Harry setzte sich zu ihnen.Endlich!, sagte Ron und grinste Harry an.Wir waren im Tropfenden Kessel, aber sie meinten, du seist ausgegangen, und dann sind wir zu Flourish amp;Blotts und zu Madam Malkins und -

Ich hab alle meine Schulsachen schon letzte Woche besorgt, erkl&#228;rte Harry.Und woher wi&#223;t ihr eigentlich, da&#223; ich im Tropfenden Kessel wohne?

Dad, sagte Ron nur.

Mr Weasley, der beim Zaubereiministerium arbeitete, hatte nat&#252;rlich die ganze Geschichte mit Tante Magda geh&#246;rt.

Hast du wirklich deine Tante aufgeblasen?, fragte Hermine mit sehr ernster Stimme.

Wollte ich gar nicht, sagte Harry, w&#228;hrend sich Ron vor Lachen sch&#252;ttelte.Ich hab einfach die Nerven verloren.

Das ist nicht lustig, Ron, sagte Hermine scharfEhrlich gesagt, ich bin erstaunt, da&#223; sie Harry nicht von der Schule verwiesen haben.

Das bin ich auch, gab Harry zu.Aber was hei&#223;t von der Schule fliegen, ich dachte schon, sie w&#252;rden mich verhaften.Er sah Ron an.Dein Dad wei&#223; nicht, warum Fudge mich laufen lie&#223;, oder?

Wahrscheinlich, weil du es bist, sagte Ron schulterzuckend und immer noch kichernd.Der ber&#252;hmte Harry Potter, du wei&#223;t schon. Ich m&#246;chte nicht wissen, was das Ministerium mit mir angestellt h&#228;tte, wenn ich meine Tante aufgeblasen h&#228;tte. Na ja, sie w&#252;rden mich erst ausgraben m&#252;ssen, denn meine Mum h&#228;tte mich gleich umgebracht. &#220;brigens kannst du Dad heute Abend selbst fragen. Wir &#252;bernachten auch im Tropfenden Kessel! Und wir k&#246;nnen morgen zusammen nach King's Cross fahren. Hermine ist auch dabei!

Hermine nickte strahlend.Mum und Dad haben mich heute Morgen mit all meinen Hogwarts-Sachen hergebracht.

Toll!, sagte Harry gl&#252;cklich.Wie sieht's aus, habt ihr alle eure B&#252;cher und Sachen?

Sieh dir das mal an, sagte Ron und zog eine lange schmale Schachtel aus seiner Tasche und &#246;ffnete sie.Brandneuer Zauberstab. Vierzehn Zoll, Weide, mit Einhorn-schwanz-Haar. Und wir haben alle B&#252;cher beisammen -, er deutete auf eine gro&#223;e T&#252;te unter seinem Stuhl.Was ist eigentlich mit diesen Monsterb&#252;chern los? Der Verk&#228;ufer ist fast in Tr&#228;nen ausgebrochen, als wir zwei St&#252;ck verlangt haben.

Was ist das denn alles, Hermine?, fragte Harry und deutete nicht auf eine, sondern auf drei prall gef&#252;llte T&#252;ten auf dem Stuhl neben ihr.

Tja, ich hab eben mehr F&#228;cher gew&#228;hlt als ihr, sagte Hermine.Das sind meine B&#252;cher f&#252;r Arithmantik, Pflege magischer Gesch&#246;pfe, Weissagung, Alte Runen, Muggelkunde -

Warum gehst du eigentlich in Muggelkunde?, fragte Ron und sah, die Augen rollend, zu Harry hin&#252;ber.Du stammst doch von Muggeln ab! Deine Eltern sind doch Muggel! Du wei&#223;t doch schon alles &#252;ber Muggel!

Aber es ist spannend, sie aus der Sicht der Zauberei zu studieren, sagte Hermine mit ernster Stimme.

Hast du vor, dieses Jahr &#252;berhaupt noch zu essen und zu schlafen, Hermine?, fragte Harry, w&#228;hrend Ron gluckste. Hermine lie&#223; sich nicht beirren.

Ich hab noch zehn Galleonen, sagte sie und sah in ihrer Geldb&#246;rse nach.Ich hab im September Geburtstag und Mum und Dad haben mir ein wenig Geld gegeben, damit ich mir schon mal ein Geschenk kaufe.

Wie w&#228;r's mit einem guten Buch?, sagte Ron mit Unschuldsmiene.

Nein, eher nicht, gab Hermine trocken zur&#252;ck.Ich will eigentlich gerne eine Eule. Immerhin hat Harry seine Hedwig und du hast Errol.

Hab ich nicht, sagte Ron.Errol ist eine Familieneule. Alles, was ich hab, ist Kr&#228;tze.Er zog seine Ratte aus der Tasche.Und ich will ihn untersuchen lassen, f&#252;gte er hinzu, w&#228;hrend er Kr&#228;tze auf den Tisch legte.Ich hab den Eindruck, &#196;gypten ist ihm nicht bekommen.

Kr&#228;tze war d&#252;nner als sonst und seine Schnurrhaare waren sichtlich erschlafft.

Gleich da dr&#252;ben ist ein Laden f&#252;r magische Gesch&#246;pfe, sagte Harry, der die Winkelgasse inzwischen recht gut kannte.Du k&#246;nntest fragen, ob sie irgendwas f&#252;r Kr&#228;tze haben, und Hermine kann ihre Eule kaufen.

Also bezahlten sie ihre Eisbecher und gingen &#252;ber die Stra&#223;e zur Magischen Menagerie.

Drinnen war es ziemlich eng. jeder Zentimeter Wand war mit K&#228;figen voll gestellt. Die Luft war schlecht und die Bewohner der K&#228;fige kreischten, quiekten, fiepten, plapperten oder zischten alle durcheinander und veranstalteten ein H&#246;llenspektakel. Die Hexe hinter der Ladentheke gab einem Zauberer gerade Ratschl&#228;ge zur Pflege doppelschw&#228;nziger Wassermolche, und Harry, Ron und Hermine erkundeten inzwischen die K&#228;fige.

Ein Paar gewaltiger purpurroter Kr&#246;ten machte sich schlabbernd und schluckend &#252;ber tote Schmei&#223;fliegen her. Eine gigantische Schildkr&#246;te mit juwelenbesetztem Panzer glitzerte in der N&#228;he des Fensters. Giftige orangerote Schnecken saugten sich gem&#228;chlich an den W&#228;nden ihrer Glask&#228;sten hoch und ein fettes wei&#223;es Kaninchen verwandelte sich unter lautem Knallen in einen seidenen Zylinder und wieder zur&#252;ck. Zudem gab es Katzen jeder Farbe, einen l&#228;rmigen K&#228;fig voller Raben, einen Korb mit merkw&#252;rdigen senffarbenen Pelzb&#228;llchen, die laut summten, und auf der Theke stand ein riesiger K&#228;fig mit schlanken schwarzen Ratten, die mit ihren langen kahlen Schw&#228;nzen eine Art H&#252;pfspiel veranstalteten.

Der Zauberer mit den doppelschw&#228;nzigen Wassermolchen verlie&#223; den Laden und Ron trat an die Theke.

Das ist meine Ratte, sagte er zu der Hexe,sie hat ein wenig Farbe verloren, seit wir aus &#196;gypten zur&#252;ck sind.

Klatsch sie auf die Theke, sagte die Hexe und zog eine klobige schwarze Brille aus ihrer Tasche.

Ron zog Kr&#228;tze aus seiner Innentasche und legte ihn neben den K&#228;fig seiner Artgenossen, die mit ihrem H&#252;pfspiel aufh&#246;rten und zum Gitterdraht huschten, um ja nichts zu verpassen.

Wie fast alles, was Ron besa&#223;, war Kr&#228;tze aus zweiter Hand (er hatte einst Rons Bruder Percy geh&#246;rt) und wirkte ein wenig mitgenommen. Neben den Hochglanzratten im K&#228;fig sah er besonders mitleiderregend aus.

Hm, sagte die Hexe und hob Kr&#228;tze hoch.Wie alt ist diese Ratte?

Keine Ahnung, sagte Ron.Ziemlich alt. Sie hat mal meinem Bruder geh&#246;rt.

Welche Kr&#228;fte hat sie?, sagte die Hexe und musterte Kr&#228;tze eingehend.

Ahm, sagte Ron. Die Wahrheit war, da&#223; Kr&#228;tze nie die Spur einer interessanten Kraft gezeigt hatte. Der Blick der Hexe wanderte von Kr&#228;tzes angeknabbertem linkem Ohr zu seiner Vorderpfote, an der ein Zeh fehlte, und er tat sein Mi&#223;fallen laut kund.

Der wurde aber wirklich &#252;bel mitgespielt, meinte sie.

Sie war schon so, als ich sie von Percy bekommen hab, sagte Ron zu seiner Verteidigung.

Eine gew&#246;hnliche Haus- oder Gartenratte wie diese hier wird meist nicht &#228;lter als drei Jahre, sagte die Hexe.Nun, wenn du nach etwas Haltbarerem suchst, k&#246;nntest du dich vielleicht mit einer von diesen anfreunden.

Sie zeigte auf die schwarzen Ratten, die prompt wieder anfingen zu h&#252;pfen.

Angeber, murmelte Ron.

Sch&#246;n, wenn du keine neue willst, kannst du diese Rattentinktur ausprobieren, sagte die Hexe, griff unter die Theke und holte eine kleine rote Flasche hervor.

Gut, sagte Ron,wie viel  autsch!

Ron duckte sich, denn etwas Riesiges und Orangerotes war von einem K&#228;figdach hoch oben auf den Regalen heruntergesprungen, auf seinem Kopf gelandet und hatte sich dann wild fauchend auf Kr&#228;tze gest&#252;rzt.

Nein, Krummbein, aus!, rief die Hexe, doch Kr&#228;tze flutschte wie ein St&#252;ck nasse Seife zwischen ihren H&#228;nden hindurch, landete b&#228;uchlings auf dem Boden und raste zur T&#252;r.

Kr&#228;tze!, schrie Ron und jagte ihm nach aus dem Laden; Harry folgte ihm.

Sie brauchten zehn Minuten, um Kr&#228;tze einzufangen, der unter einem M&#252;lleimer vor Qualit&#228;t f&#252;r Quidditch Zuflucht gesucht hatte. Ron stopfte die zitternde Ratte zur&#252;ck in seine Tasche und richtete sich auf

Was war denn das?, sagte er und rieb sich den Kopf,

Entweder eine sehr gro&#223;e Katze oder ein ziemlich kleiner Tiger, sagte Harry.

Wo ist Hermine?

Kauft vermutlich ihre Eule.

Durch die belebte Gasse gingen sie zur&#252;ck zur Magischen Menagerie. Als sie vor dem Laden standen, kam Hermine heraus, doch eine Eule hatte sie nicht bei sich. Ihre Arme waren fest um einen gewaltigen r&#246;tlichen Kater geklammert.

Du hast dieses Monster gekauft?, fragte Ron und starrte sie mit offenem Mund an.

Ist er nicht unglaublich?, sagte Hermine strahlend.

Das ist Ansichtssache, dachte Harry. Das r&#246;tliche Fell des Katers war dick und flauschig, doch er sah unleugbar etwas krummbeinig aus und sein Gesicht wirkte mi&#223;mutig und seltsam eingedellt, als ob er geradewegs gegen eine Backsteinmauer gerannt w&#228;re. Nun jedoch, da Kr&#228;tze au&#223;er Sicht war, schnurrte der Kater zufrieden in Hermines Armen.

Hermine, das Ungeheuer hat mich fast skalpiert!, sagte Ron.

War keine Absicht, oder, Krummbein?, sagte Hermine.

Und was ist mit Kr&#228;tze?, sagte Ron und deutete auf das Kn&#228;uel in seiner Brusttasche.Meine Ratte braucht Ruhe und Entspannung! Wie soll das gehen, wenn dieses Ding in der N&#228;he ist?

Da f&#228;llt mir ein, du hast dein Rattentonikum vergessen, sagte Hermine und dr&#252;ckte Ron die kleine rote Flasche in die Hand.Und mach dir keine Sorgen, Krummbein schl&#228;ft bei mir im Schlafsaal und Kr&#228;tze bei dir, wo ist das Problem? Armer Krummbein, die Hexe sagte, er sei schon seit Ewigkeiten da und keiner wollte ihn haben.

Das wundert mich auch, sagte Ron mit s&#228;uerlicher Miene und sie machten sich auf den Weg zum Tropfenden Kessel.

In der Bar des Wirtshauses sa&#223; Mr Weasley und las den Tagespropheten.

Er blickte aufHarry!, sagte er l&#228;chelnd.Wie geht's dir?

Danke, gut, sagte Harry, und alle drei setzten sich mit ihren Eink&#228;ufen zu ihm.

Mr Weasley legte die Zeitung beiseite und Harrys Blick fiel auf ein vertrautes Foto. Sirius Black starrte Harry ins Gesicht.

Sie haben ihn also noch immer nicht?, fragte er.

Nein, sagte Mr Weasley mit ernster Miene.Das Ministerium hat uns alle von den t&#228;glichen Pflichten entbunden, um ihn mit vereinten Kr&#228;ften zu suchen, doch bislang hatten wir wenig Gl&#252;ck.

W&#228;r eine Belohnung f&#252;r uns drin, wenn wir ihn fangen w&#252;rden?, fragte Ron.Ein wenig Geld k&#246;nnte ich gut gebrauchen.

Sei nicht albern, Ron, sagte Mr Weasley, der bei n&#228;herem Hinsehen &#228;u&#223;erst angespannt wirkte.Black wird sich von einem dreizehnj&#228;hrigen Zauberer nicht fangen lassen. Es sind die Wachen von Askaban, die ihn kriegen werden, darauf kannst du dich verlassen.

In diesem Augenblick kam Mrs Weasley in die Bar, beladen mit Eink&#228;ufen und gefolgt von den Zwillingen Fred und George, die nun ihr f&#252;nftes Jahr in Hogwarts begannen, vom neu gew&#228;hlten Schulsprecher Percy und vom j&#252;ngsten Kind und einzigen M&#228;dchen der Weasleys, Ginny.

Ginny war von Harry immer schon hingerissen gewesen, und als sie ihn jetzt sah, st&#252;rzte sie offenbar in noch tiefere Verlegenheit als sonst, vielleicht, weil er ihr letztes Jahr in Hogwarts das Leben gerettet hatte. Sie wurde puterrot und murmelte:Hallo, ohne ihn anzusehen. Percy jedoch streckte Harry feierlich die Hand entgegen, als ob er und Harry sich noch nie gesehen h&#228;tten:

Harry. Wie sch&#246;n dich zu sehen.

Hallo, Percy, sagte Harry und m&#252;hte sich, nicht zu lachen.

Ich hoffe, dir geht's gut?, sagte Percy pomp&#246;s und sch&#252;ttelte ihm die Hand. Es war, als ob Harry einem B&#252;rgermeister vorgestellt w&#252;rde.

Sehr gut, danke.

Harry!, sagte Fred, schob Percy mit dem Ellbogen aus dem Weg und verbeugte sich tief,Einfach toll dich zu sehen, alter Junge.

Gro&#223;artig, sagte George, stie&#223; Fred beiseite und ergriff seinerseits Harrys Hand.Absolut umwerfend.

Percy runzelte die Stirn.

Das reicht jetzt, sagte Mrs Weasley.

Mum!, sagte Fred, als ob er sie just in diesem Augenblick erkannt h&#228;tte, und packte ihre Hand:Einfach unglaublich dich zu sehen.

Genug jetzt, hab ich gesagt, herrschte ihn Mrs Weasley an und stellte ihre Eink&#228;ufe auf einem freien Stuhl ab.Hallo, Harry, mein Lieber. Ich nehm an, du hast die fabelhafte Neuigkeit schon erfahren?Sie deutete auf das brandneue silberne Abzeichen auf Percys Brust.Der zweite Schulsprecher in der Familie!, sagte sie und schwoll vor Stolz an.

Und der letzte, murmelte Fred hintenherum.

Das bezweifle ich nicht, sagte Mrs Weasley und runzelte pl&#246;tzlich die Stirn.Mir ist nicht entgangen, da&#223; sie euch beide nicht zu Vertrauenssch&#252;lern ernannt haben.

Wozu sollen wir denn Vertrauenssch&#252;ler sein?, sagte George und schien bereits von der blo&#223;en Vorstellung angewidert.Das w&#252;rde uns doch jeden Spa&#223; im Leben nehmen.

Ginny gluckste.

Du solltest deiner Schwester ein besseres Vorbild sein, fauchte Mrs Weasley.

Ginny hat doch noch andere Br&#252;der, die ihr ein Vorbild sein k&#246;nnen, Mutter, sagte Percy hochm&#252;tig.Ich geh nach oben und zieh mich zum Abendessen um

Er verschwand und George seufzte schwer.

Wir wollten ihn in eine Pyramide einmauern, meinte er zu Harry gewandt.Aber Mum hat uns erwischt.

Das Essen an diesem Abend war eine vergn&#252;gliche Angelegenheit. Tom, der Wirt, stellte im Salon drei Tische zusammen und die sieben Weasleys, Harry und Hermine futterten sich durch f&#252;nf leckere G&#228;nge.

Wie kommen wir morgen eigentlich nach King's Cross, Dad?, fragte Fred, w&#228;hrend sie sich &#252;ber einen &#252;ppigen Schokoladenpudding hermachten.

Das Ministerium stellt ein paar Autos zur Verf&#252;gung, sagte Mr Weasley.

Alle hoben die K&#246;pfe und sahen ihn an.

Warum?, fragte Percy neugierig.

Wegen dir, Percy, sagte George mit ernster Miene.Und auf die K&#252;hler stecken sie kleine Wimpel mit G. W, drauf,

- f&#252;r Gewaltiger Angeber, sagte Fred.

Alle au&#223;er Percy und Mrs Weasley prusteten in ihren Nachtisch.

Warum stellt das Ministerium Autos zur Verf&#252;gung?, fragte Percy noch einmal in Respekt heischendem Ton.

Nun, weil wir kein Auto mehr haben, sagte Mr Weasley,und weil ich dort arbeite, tun sie mir einen Gefallen.

Er sprach in l&#228;ssigem Ton, doch Harry entging nicht, da&#223; seine Ohren rot angelaufen waren, genau wie die von Ron, wenn ihn etwas bedr&#252;ckte.

Das ist auch ganz gut so, sagte Mrs Weasley gut gelaunt.Ist euch klar, wie viel Gep&#228;ck ihr alle zusammen mitschleppt? Da h&#228;tten die Muggel in ihrer U-Bahn was zu gucken Ihr habt doch alle schon gepackt, oder?

Ron hat noch nicht alle seine neuen Sachen im Koffer, sagte Percy mit leidgetr&#228;nkter Stimme,er hat sie auf meinem Bett abgelegt.

Dann gehst du jetzt besser und packst ordentlich, Ron, denn morgen fr&#252;h haben wir nicht viel Zeit.Mit diesen Worten hob Mrs Weasley die Tafel auf Ron starrte Percy mi&#223;mutig an.

Nach dem Abendessen f&#252;hlten sie sich alle proppenvoll und schl&#228;frig. Einer nach dem andern ging nach oben in sein Zimmer, um die Abreise am n&#228;chsten Tag vorzubereiten. Ron und Percy hatten das Zimmer neben Harry. Er hatte seinen Koffer gerade zugemacht und abgeschlossen, als zorniges Stimmengewirr durch die Wand drang. Er ging hinaus, um nachzusehen, was los war.

Die T&#252;r zu Nummer zw&#246;lf stand offen und er h&#246;rte Percy laut rufen.

Es war hier, auf dem Nachttisch, ich hab es zum Polieren abgenommen.

Ich hab's nicht anger&#252;hrt, klar?, br&#252;llte Ron zur&#252;ck.

Was ist los?, fragte Harry.

Mein Schulsprecher-Abzeichen ist verschwunden, sagte Percy und wandte sich Harry zu.

Und Kr&#228;tzes Rattentonikum auch, sagte Ron und warf seine Sachen aus dem Koffer, um nachzusehen.Vielleicht hab ich's unten vergessen.

Du gehst nirgendwohin, bis du mein Abzeichen gefunden hast, polterte Percy.

Ich hol das Zeug f&#252;r Kr&#228;tze, ich hab schon gepackt, sagte Harry zu Ron und ging nach unten.

Harry war in der Mitte des Durchgangs zur Bar, die jetzt stockdunkel war, als er vom Salon her ein weiteres Paar zorniger Stimmen h&#246;rte. Gleich darauf erkannte er sie als die von Mr und Mrs Weasley. Er wollte schon weitergehen, denn von ihrem Streit wollte er nichts wissen, als sein Name fiel. Er hielt inne und n&#228;herte sich langsam der T&#252;r zum Salon.

 hat keinen Zweck, es ihm zu verschweigen, sagte Mr Weasley mit erhitzter Stimme.Harry hat ein Recht, es zu erfahren. Ich hab versucht mit Fudge zu reden, aber er mu&#223; Harry ja unbedingt wie ein kleines Kind behandeln  Harry ist immerhin dreizehn und -

Arthur, die Wahrheit w&#252;rde ihm f&#252;rchterliche Angst einjagen!, erwiderte Mrs Weasley schrill.Willst du Harry mit dieser schweren Last in die Schule schicken? Um Himmels Willen, er kann von Gl&#252;ck reden, da&#223; er nichts wei&#223;!

Ich will nicht, da&#223; es ihm schlecht geht, ich will nur, da&#223; er auf sich aufpa&#223;t!, gab Mr Weasley zur&#252;ck.Du wei&#223;t doch, wie Harry und Ron sind, sie streunen zusammen in der Gegend rum, sie sind zweimal im Verbotenen Wald gelandet! Aber das kommt dieses Jahr f&#252;r Harry nicht in Frage! Wenn ich &#252;berlege, was ihm h&#228;tte passieren k&#246;nnen in dieser Nacht, als er von zu Hause weggelaufen ist! Wenn der Fahrende Ritter ihn nicht aufgelesen h&#228;tte, w&#228;r er tot gewesen, bevor das Ministerium ihn gefunden h&#228;tte, da wette ich mit dir.

Aber er ist nicht tot, es geht ihm gut, also was soll -

Molly, es hei&#223;t, Sirius Black sei verr&#252;ckt, und vielleicht ist er es auch, aber er war gerissen genug, um aus Askaban zu entkommen, und das ist angeblich unm&#246;glich. Das ist jetzt drei Wochen her, und wir haben nicht die leiseste Ahnung, wo er steckt, und egal, was Fudge st&#228;ndig dem Tagespropheten erz&#228;hlt, eher erfinden sie den selbstzaubernden Zauberstab, als da&#223; wir ihn fangen. Wir wissen nur, wem Black auf den Fersen ist.

Aber Harry ist in Hogwarts v&#246;llig sicher.

Wir glaubten ja auch, Askaban w&#228;re vollkommen sicher. Wenn Black aus Askaban ausbrechen konnte, kann er auch in Hogwarts einbrechen.

Aber keiner wei&#223; wirklich genau, ob Black hinter Harry her ist.

Es gab einen dumpfen Schlag auf Holz, und Harry war sich sicher, da&#223; Mr Weasley mit der Faust auf den Tisch gehauen hatte.

Molly, wie oft soll ich es dir noch sagen? Sie haben es nicht in der Zeitung gebracht, weil Fudge es geheim halten wollte, aber Fudge ging noch in der Nacht, als Black verschwand, nach Askaban. Die Wachen haben ihm berichtet, da&#223; Black schon eine ganze Zeit im Schlaf geredet habe. Immer dieselben Worte >Er ist in Hogwarts  er ist in Hogwarts.< Black hat sie nicht mehr alle, Molly, und er will Harry umbringen. Wenn du mich fragst, glaubt er, da&#223; er mit dem Mord an Harry Du-wei&#223;t-schon-wen an die Macht zur&#252;ckbringt. Black hat alles verloren in der Nacht, als Harry die Macht von Du-wei&#223;t-schon-wem gebrochen hat, und er hat zw&#246;lf Jahre allein in Askaban hinter sich, in denen er dar&#252;ber br&#252;ten konnte

Schweigen trat ein. Harry dr&#252;ckte das Ohr an die T&#252;r, um ja kein Wort zu verpassen.

Nun, Arthur, du mu&#223;t tun, was du f&#252;r richtig h&#228;ltst. Aber du vergi&#223;t Albus Dumbledore. Ich bin sicher, da&#223; Harry in Hogwarts nichts passieren kann, solange Dumbledore dort Schulleiter ist. Ich nehme an, er wei&#223; alles &#252;ber diese Geschichte?

Nat&#252;rlich wei&#223; er Bescheid. Wir mu&#223;ten ihn fragen, ob er etwas dagegen hat, wenn sich die Wachen von Askaban an den Eing&#228;ngen zum Schulgel&#228;nde aufstellen. Er war nicht besonders erfreut dar&#252;ber, aber er war einverstanden.

Nicht erfreut? Warum eigentlich, wenn sie da sind, um Black zu fangen?

Dumbledore h&#228;lt nicht besonders viel von den Wachen in Askaban, sagte Mr Weasley mit schwerer Stimme.Und wenn du mich fragst  ich auch nicht Aber wenn du mit einem Zauberer wie Black zu tun hast, mu&#223;t du manchmal deine Kr&#228;fte mit denen von Leuten vereinen, die du sonst meidest.

Wenn sie Harry retten -

- dann werd ich nie wieder ein Wort gegen sie sagen, sagte Mr Weasley mit m&#252;der Stimme.Es ist sp&#228;t, Molly, wir gehen besser nach oben

Harry h&#246;rte St&#252;hle r&#252;cken. So leise er konnte, huschte er durch den Gang in die Bar und verschwand in der Dunkelheit. Die Salont&#252;r ging auf und ein paar Sekunden sp&#228;ter h&#246;rte er Mr und Mrs Weasley die Treppe emporgehen.

Die Flasche mit dem Rattentonikum lag unter dem Tisch, an dem sie gesessen hatten. Harry wartete, bis er die Zimmert&#252;r der Weasleys zugehen h&#246;rte, dann machte er sich mit der Flasche auf den Weg nach oben.

Fred und George kauerten im dunklen Flur und kr&#252;mmten sich vor Lachen, w&#228;hrend sie Percy lauschten, der drinnen das Zimmer auf der Suche nach dem Abzeichen auseinander nahm.

Wir haben es, fl&#252;sterte Fred Harry zu.Wir haben es ein wenig &#252;berarbeitet.

Gro&#223;sprecherhie&#223; es jetzt auf der Plakette.

Harry zwang sich zu einem Lachen, ging hinein, um Ron das Rattentonikum zu bringen, schlo&#223; sich dann in seinem Zimmer ein und legte sich aufs Bett.

Sirius Black war also hinter ihm her. Das erkl&#228;rte alles. Fudge war gro&#223;z&#252;gig mit ihm gewesen, weil er so erleichtert war, da&#223; er &#252;berhaupt noch lebte. Harry hatte ihm versprechen m&#252;ssen, in der Winkelgasse zu bleiben, wo es genug Zauberer gab, die ihn im Auge behalten konnten. Und er schickte zwei Dienstwagen seines Ministeriums, um sie morgen alle zum Bahnhof zu bringen, so da&#223; die Weasleys nach ihm sehen konnten, bis er im Zug war.

Harry lag da und lauschte dem ged&#228;mpften Streit nebenan und fragte sich, warum er eigentlich nicht mehr Angst hatte..Sirius Black hatte mit einem Fluch dreizehn Menschen umgebracht. Die Weasleys glaubten offenbar, Harry w&#252;rde in Panik geraten, wenn er die Wahrheit erf&#252;hre. Doch Harry war sich von ganzem Herzen mit Mrs Weasley einig, da&#223; der sicherste Ort auf Erden dort war, wo Albus Dumbledoresich gerade aufhielt; sagten die Leute nicht immer, Dumbledore sei der Einzige, vor dem Lord Voldemort je Angst gehabt h&#228;tte? Sicher w&#252;rde Black als Voldemorts rechte Hand ebenfalls Angst vor ihm haben?

Und dazu kamen noch die Wachen von Askaban, &#252;ber die alle redeten. Sie schienen den meisten Leuten panische Angst einzujagen und wenn sie um die Schule herum postiert w&#252;rden, h&#228;tte Black sicher wenig Chancen hineinzukommen.

Nein, alles in allem machte sich Harry am meisten dar&#252;ber Gedanken, da&#223; seine Aussicht, nach Hogsmeade zu kommen, jetzt offensichtlich bei null lag. Keiner w&#252;rde wollen, da&#223; Harry die Sicherheit des Schlosses verlie&#223;e, bis sie Black gefangen hatten. Harry ahnte au&#223;erdem voraus, da&#223; man ihn auf Schritt und Tritt &#252;berwachen w&#252;rde, bis die Gefahr vor&#252;ber war.

Grimmig starrte er gegen die dunkle Decke. Glaubten sie wirklich, er k&#246;nne nicht auf sich selbst aufpassen? Er war Lord Voldemort dreimal entkommen, er war nicht v&#246;llig hilflos

Unwillk&#252;rlich erschien das Bild des Ungeheuers im Magnolienring vor seinem Auge. Was wirst du tun, wenn du wei&#223;t, da&#223; das Schlimmste bevorsteht

Ich lasse mich nicht umbringen, sagte Harry laut.

Das ist die richtige Einstellung, mein Junge, sagte der Spiegel schl&#228;frig.



Der Dementor

Tom weckte Harry am n&#228;chsten Morgen mit einer Tasse Tee und seinem &#252;blichen zahnlosen Grinsen. Harry zog sich an und &#252;berredete gerade die morgenmufflige Hedwig, sich in ihren K&#228;fig zu begeben, als Ron, ein Sweatshirt halb &#252;ber den Kopf gezogen und mi&#223;mutig dreinblickend, ins Zimmer gepoltert kam.

Wird Zeit, da&#223; wir losfahren, sagte er.In Hogwarts kann ich Percy wenigstens aus dem Weg gehen. jetzt behauptet er auch noch, ich h&#228;tte Tee auf sein Bild von Penelope Clearwater gesch&#252;ttet. Du wei&#223;t schon, Ron schnitt eine Grimasse,seine Freundin. Sie hat das Gesicht unter dem Rahmen versteckt, weil ihre Nase ganz pustelig geworden ist

Ich mu&#223; dir was sagen, begann Harry, doch da schneiten Fred und George herein, um Ron zu gratulieren, weil er Percy abermals zur Wei&#223;glut getrieben hatte.

Sie gingen nach unten zum Fr&#252;hst&#252;ck. Mr Weasley las mit gerunzelter Stirn die Titelseite des Tagespropheten und Mrs Weasley erz&#228;hlte Hermine und Ginny von einem Liebestrank, den sie als junges M&#228;dchen gebraut hatte. Alle drei giggelten und kieksten.

Was wolltest du eben sagen?, fragte Ron Harry, als sie sich setzten.

Sp&#228;ter, murmelte Harry, denn gerade kam Percy hereingest&#252;rmt.

Harry hatte im Durcheinander des Aufbruchs keine Gelegenheit, mit Ron oder Hermine zu sprechen; sie waren vollauf damit besch&#228;ftigt, ihre Koffer die schmale Treppe des Tropfenden Kessels hinunterzuschleifen und neben der T&#252;r aufzuschichten. Hedwig und Hermes, Percys Schleiereule, hockten in ihren K&#228;figen und herrschten &#252;ber den Gep&#228;ckstapel. Aus einem kleinen Weidenkorb neben den Koffern drang ein lautes Fauchen.

Schon gut, Krummbein, schnurrte Hermine durch das Weidengeflecht.Wenn wir im Zug sind, darfst du raus.

Blo&#223; nicht, blaffte Ron sie an,was soll dann aus dem armen Kr&#228;tze werden?

Er deutete auf seine Brust. Eine gro&#223;e Ausbuchtung zeigte, da&#223; Kr&#228;tze sich in seiner Tasche zusammengerollt hatte.

Mr Weasley, der drau&#223;en auf den Dienstwagen gewartet hatte, steckte den Kopf herein.

sie sind da, sagte er.Komm mit, Harry -

Mr Weasley f&#252;hrte Harry &#252;ber das kurze St&#252;ck Gehweg zum ersten der beiden altert&#252;mlichen dunkelgr&#252;nen Wagen, an deren Steuer wachsam umherblickende Zauberer in smaragdgr&#252;nen Samtanz&#252;gen sa&#223;en.

Rein mit dir, Harry, sagte Mr Weasley und sp&#228;hte die belebte Stra&#223;e auf und ab.

Harry setzte sich in den Fond des Wagens und bald stiegen auch Hermine, Ron und, zu Rons Abscheu, auch Percy ein.

Die Fahrt nach King's Cross war im Vergleich zu Harrys Reise mit dem Fahrenden Ritter recht ereignislos. Die Wagen des Zaubereiministeriums schienen gew&#246;hnliche Autos zu sein, nur fiel Harry auf, da&#223; sie durch Engp&#228;sse glitten, die Onkel Vernons neuer Firmenwagen sicher nicht geschafft h&#228;tte. Als sie King's Cross erreichten, hatten sie noch zwanzig Minuten Zeit; die Fahrer holten Gep&#228;ckkarren, luden die Koffer aus, verabschiedeten sich von Mr Weasley mit einer kurzen Ber&#252;hrung ihrer H&#252;te und fuhren davon, wobei sie es irgendwie schafften, an die Spitze der Schlange vor einer Ampel zu springen.

Mr Weasley blieb auf dem ganzen Weg in den Bahnhof dicht an Harrys Seite.

Na denn, sagte er und sp&#228;hte wachsam umher,gehen wir jeweils zu zweit, weil wir so viele sind. Harry und ich gehen zuerst.

Mr Weasley schlenderte zur Absperrung zwischen den Gleisen neun und zehn, Harrys Gep&#228;ckwagen vor sich herschiebend und scheinbar sehr interessiert am InterCity 125, der gerade auf Gleis neun eingefahren war. Er warf Harry einen viel sagenden Blick zu und lehnte sich l&#228;ssig gegen die Barriere. Harry tat es ihm nach.

Im n&#228;chsten Augenblick kippten sie seitlich durch die Metallwand und landeten auf Bahnsteig neundreiviertel. Als sie aufblickten, sahen sie den Hogwarts-Express mit seiner scharlachroten Lok, die Dampf aus ihrem Schornstein paffte. Auf dem Bahnsteig herrschte ein dichtes Gew&#252;hl von Zauberern und Hexen, die ihre Kinder zum Zug brachten.

Mit einem Mal tauchten Percy und Ginny hinter Harry auf Sie hatten die Absperrung offenbar mit Anlauf &#252;berwunden und waren noch ganz au&#223;er Atem.

Ah, da ist Penelope!, sagte Percy, gl&#228;ttete sich das Haar und lief rosarot an. Ginny fing Harrys Blick auf und beide wandten sich ab, um ihr Lachen zu verbergen, w&#228;hrend Percy zu einem M&#228;dchen mit langem Lockenhaar hin&#252;berschritt, mit geschwellter Brust, so da&#223; sie sein schimmerndes Abzeichen unm&#246;glich &#252;bersehen konnte.

Sobald die &#252;brigen Weasleys und Hermine da waren, f&#252;hrten Harry und Mr Weasley die kleine Gruppe an den vollen Abteilen vorbei bis ans Ende des Zuges zu einem Waggon, der noch recht leer schien. Sie hievten die Koffer hoch, verstauten Hedwig und Krummbein in der Gep&#228;ckablage und stiegen noch einmal aus, um sich von Mr und Mrs Weasley zu verabschieden.

Mrs Weasley k&#252;&#223;te ihre Kinder, dann Hermine und schlie&#223;lich Harry. Obwohl er etwas verlegen war, freute er sich, als sie ihn auch noch in die Arme schlo&#223;.

Pa&#223; auf dich auf, Harry, versprich es mir, sagte sie und ordnete ihre Kleider mit seltsam hellen Augen. Dann &#246;ffnete sie ihre gewaltige Handtasche:Ich hab f&#252;r euch alle belegte Brote gemacht hier, Ron nein, kein Corned Beef Fred? Wo ist Fred? Hier bist du ja, mein Lieber

Harry, sagte Mr Weasley leise,komm mal kurz hier r&#252;ber -

Er ruckte mit dem Kopf in Richtung einer S&#228;ule, und Harry lie&#223; die anderen bei Mrs Weasley zur&#252;ck und folgte ihm.

Ich mu&#223; dir noch was sagen, bevor du f&#228;hrst _, sagte Mr Weasley mit angespannter Stimme.

Schon gut, Mr Weasley, sagte Harry,ich wei&#223; es schon.

Du wei&#223;t es? Wie das denn?

Ich  &#228;hm  ich hab Sie und Mrs Weasley gestern Abend sprechen geh&#246;rt. Das lie&#223; sich nicht vermeiden, f&#252;gte Harry rasch hinzu,tut mir Leid -

Ich wollte eigentlich, da&#223; du es auf andere Weise erf&#228;hrst, sagte Mr Weasley und sah jetzt besorgt aus.

Nein  ehrlich gesagt, es ist besser so. Dann haben Sie wenigstens Fudge gegen&#252;ber Ihr Wort nicht gebrochen und ich wei&#223;, was los ist.

Harry, du hast jetzt sicher ziemliche Angst -

Nein, hab ich nicht, sagte Harry wahrheitsgetreu.Wirklich, f&#252;gte er hinzu, weil Mr Weasley ungl&#228;ubig dreinblickte.Ich will ja nicht den Helden spielen, aber im Ernst, Sirius Black kann doch nicht schlimmer sein als Voldemort, oder?

Mr Weasley zuckte beim Klang dieses Namens zusammen, sagte jedoch nichts.

Harry, ich wu&#223;te, da&#223; du, wie soll ich sagen, st&#228;rkere Nerven hast, als Fudge offenbar glaubt, und ich bin nat&#252;rlich froh, da&#223; du keine Angst hast, aber -

Arthur!, rief Mrs Weasley, die nun die anderen wie eine kleine Schafherde zum Zug trieb,Arthur, was macht ihr da? Er f&#228;hrt gleich ab!

Er kommt sofort, Molly!, sagte Mr Weasley, wandte sich jedoch erneut Harry zu und sprach leiser und hastiger weiter.H&#246;r zu, ich will, da&#223; du mir dein Wort gibst -

- da&#223; ich ein braver Junge sein und im Schlo&#223; bleiben werde?, sagte Harry mit d&#252;sterer Miene.

Nicht ganz, sagte Mr Weasley, der jetzt ernster aussah, als Harry ihn je gesehen hatte.Harry, schw&#246;r mir, da&#223; du nicht nach Black suchen wirst.

Harry starrte ihn an.Wie bitte?

Ein lauter Pfiff ert&#246;nte. Schaffner gingen am Zug entlang und schlugen die T&#252;ren zu., -

Versprich mir, Harry, sagte Mr Weasley noch hastiger,da&#223;, was immer auch passiert -

Warum sollte ich nach jemandem suchen, von dem ich wei&#223;, da&#223; er mich umbringen will?, fragte Harry gerade heraus.

Schw&#246;r mir, was immer du h&#246;rst -

Arthur, schnell!, rief Mrs Weasley.

Dampfstrahlen zischten aus der Lok; der Zug war angefahren. Harry rannte zur Zugt&#252;r, und Ron hielt sie auf und trat zur&#252;ck, um ihn einzulassen. Sie lehnten aus dem Fenster und winkten Mr und Mrs Weasley zu, bis der Zug um eine Kurve bog und ihnen die Sicht nahm.

Ich mu&#223; mal mit euch allein reden, murmelte Harry Ron und Hermine zu, w&#228;hrend der Zug allm&#228;hlich schneller wurde.

Geh. mal kurz weg, Ginny, sagte Ron.

Oh, wie nett, sagte Ginny beleidigt und stolzierte davon.

Harry, Ron und Hermine gingen den Gang entlang, auf der Suche nach einem leeren Abteil, doch alle waren voll, au&#223;er dem einen ganz am Ende des Zuges.

Dort war nur ein Platz besetzt. Ein Mann sa&#223; tief schlafend am Fenster. Harry, Ron und Hermine blieben an der Schiebet&#252;r stehen. Der Hogwarts-Express war sonst immer f&#252;r Sch&#252;ler reserviert gewesen und sie hatten nie einen Erwachsenen im Zug gesehen, mit Ausnahme der Hexe mit dem Imbi&#223;wagen.

Der Fremde trug einen &#228;u&#223;erst sch&#228;bigen, an mehreren Stellen geflickten Zaubererumhang. Er sah krank und ersch&#246;pft aus. Obwohl noch recht jung, war sein hellbraunes Haar von grauen Str&#228;hnen durchzogen.

Wer, glaubt ihr, ist das?, zischte Ron, als sie die T&#252;r zuschoben und sich setzten m&#246;glichst weit von dem Mann am Fenster entfernt.

Professor R. J. Lupin, fl&#252;sterte Hermine ohne zu z&#246;gern.

Woher wei&#223;t du das denn schon wieder?

Steht auf seinem Koffer, antwortete Hermine und deutete auf die Gep&#228;ckablage &#252;ber dem Kopf des Mannes, wo ein kleiner, zerknautschter Koffer lag, der mit einer Menge Schnur sorgf&#228;ltig zugeknotet war. Auf einer Seite stand in abbl&#228;tternden Lettern der NameProfessor R. J. Lupin.

Welches Fach der wohl gibt?, sagte Ron und musterte stirnrunzelnd Professor Lupins bleiches Profil.

Das ist doch klar, fl&#252;sterte Hermine,es gibt nur eine freie Stelle, oder? Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste.

Harry, Ron und Hermine hatten schon zwei Lehrer in diesem Fach gehabt, und beide hatten es nur ein Jahr lang durchgehalten. Ger&#252;chten zufolge brachte diese Stelle kein Gl&#252;ck.

Ich hoffe, er schafft es, sagte Ron zweifelnd.Sieht eher aus, als ob ein guter Zauber ihn erledigen w&#252;rde, oder? Jedenfalls, er wandte sich Harry zu,was wolltest du uns sagen?

Harry erz&#228;hlte die ganze Geschichte von dem Streit zwischen Mr und Mrs Weasley und der Warnung, die er soeben von Mr Weasley erhalten hatte. Als er fertig war, schien Ron wie vom Donner ger&#252;hrt und Hermine hatte die H&#228;nde gegen die Lippen gepre&#223;t. Endlich &#246;ffnete sie den Mund und sagte:

Sirius Black ist tats&#228;chlich ausgebrochen, um dich zu jagen? Oh, Harry du mu&#223;t wirklich ganz, ganz vorsichtig sein. Such blo&#223; keinen &#196;rger, Harry

Ich suche keinen &#196;rger, sagte Harry gereizt.Meist findet der &#196;rger mich.

Harry m&#252;&#223;te doch eine sch&#246;ne Dumpfbacke sein, wenn er nach einem Verr&#252;ckten sucht, der ihn umbringen will, sagte Ron mit zitternder Stimme.

Die Neuigkeit ersch&#252;tterte sie Mehr, als Harry erwartet Hatte. Beide schienen gr&#246;&#223;ere Angst vor Black zu haben als er.

Keiner wei&#223;, wie er aus Askaban entkommen konnte, sagte Ron aufgebracht.Keiner hat es je geschafft. Und er war auch noch ein Hochsicherheitsgefangener.

Aber sie werden ihn doch fassen, nicht wahr?, sagte Hermine nachdr&#252;cklich.Ich meine, die Muggel suchen ihn doch auch alle

Was ist das f&#252;r ein Ger&#228;usch?, sagte Ron pl&#246;tzlich.

Von irgendwoher kam ein leises, blechernes Pfeifen. Sie sahen sich im Abteil um.

Es kommt aus deinem Koffer, Harry, sagte Ron. Er stand auf und zog den Koffer aus der Gep&#228;ckablage. Einen Augenblick sp&#228;ter hatte er das Taschenspickoskop zwischen Harrys Umh&#228;ngen herausgezogen. Rasend schnell und hell aufleuchtend drehte es sich auf Rons Handfl&#228;che.

Ist das ein Spickoskop?, fragte Hermine neugierig und stand auf, um es n&#228;her in Augenschein zu nehmen.

Ja allerdings ein ziemlich billiges, sagte Ron.Seit ich es Errol ans Bein gebunden hab, um es Harry zu schicken, spinnt es ein wenig.

Hast du damals irgendwas Komisches gemacht?, sagte Hermine mit forschendem Blick.

Nein! Nun ja ich h&#228;tte eigentlich nicht Errol nehmen sollen, du wei&#223;t doch, da&#223; er nicht fit ist f&#252;r lange Fl&#252;ge aber wie sollte ich Harry das Geschenk denn sonst schicken?

Steck es zur&#252;ck in den Koffer, mahnte Harry, als das Spickoskop anfing, durchdringend zu pfeifen,oder er wacht noch auf.

Er nickte zu Professor Lupin hin&#252;ber. Ron stopfte das Spickoskop in ein besonders f&#252;rchterliches Paar von Onkel Vernons alten Socken, was das Pfeifen abw&#252;rgte, dann klappte er den Koffer zu.

Wir k&#246;nnten es in Hogsmeade nachsehen lassen, sagte Ron und setzte sich wieder.Sie verkaufen solche Sachen bei Derwisch und Banges, magische Werkzeuge und so Zeugs, das wei&#223; ich von Fred und George.

Wei&#223;t du viel &#252;ber Hogsmeade?, fragte Hermine interessiert.Ich hab gelesen, es ist der einzige Ort in England, wo kein einziger Muggel lebt.

Ja, ich glaub schon, sagte Ron gleichg&#252;ltig,aber das ist nicht der Grund, weshalb ich dort hinm&#246;chte. Ich will einfach mal in den Honigtopf!

Was ist das?, wollte Hermine wissen.

Der S&#252;&#223;igkeitenladen, sagte Ron und ein tr&#228;umerischer Ausdruck trat auf sein Gesicht,wo sie alles haben  Pfefferkekse  die lassen dir den Mund rauchen  und gro&#223;e pralle Schokokugeln, gef&#252;llt mit Erdbeermousse und Schlagsahne und ganz tolle Zuckerfederhalter, die kannst du in der Schule lutschen und siehst dabei aus, als w&#252;rdest du nur &#252;berlegen, was du schreiben sollst -

Aber Hogsmeade ist doch auch sonst ganz interessant, oder?, bohrte Hermine wi&#223;begierig nach.In Historische St&#228;tten der Zauberei hei&#223;t es, das Wirtshaus sei das Hauptquartier des ber&#252;chtigten Koboldaufstands von 1612 gewesen und die Heulende H&#252;tte soll das am &#252;belsten spukende Geb&#228;ude im ganzen Land sein -

- und dicke Brausekugeln, du hebst vom Boden ab, wenn du sie lutschst, sagte Ron, der offensichtlich kein Wort von dem h&#246;ren wollte, was Hermine zu sagen hatte.

Hermine wandte sich Harry zu.

W&#228;r es nicht sch&#246;n, mal ein wenig aus der Schule rauszukommen und Hogsmeade zu erkunden?

Sicher, brummte Harry.Ihr m&#252;&#223;t mir dann erz&#228;hlen, wie es war.

Was soll das hei&#223;en?, sagte Ron.

Ich kann nicht mit. Die Dursleys haben die Zustimmungserkl&#228;rung f&#252;r mich nicht unterschrieben und Fudge wollte auch nicht.

Ron war entsetzt.

Du darfst nicht mitkommen? Aber kommt nicht in Frage, McGonagall oder sonst jemand wird es schon erlauben -

Harry lachte hohl. Professor McGonagall, die das Haus Gryffindor leitete, war sehr streng.

Oder wir fragen Fred und George, die kennen alle Geheimg&#228;nge aus dem Schlo&#223; heraus.

Ron!, sagte Hermine in schneidendem Ton.Ich glaube nicht, da&#223; Harry sich aus der Schule schleichen sollte, wenn Black auf freiem Fu&#223; ist.

ja, das wird McGonagall sicher auch sagen, wenn ich sie um Erlaubnis frage, sagte Harry erbittert.

Aber wenn wir ihn begleiten, Hermine, sagte Ron beherzt,wird Black es nicht wagen.

Ach Ron, red keinen Stu&#223;, fuhr ihn Hermine an.Black hat mitten auf einer belebten Stra&#223;e ein Dutzend Leute umgebracht, glaubst du wirklich, er wird sich davon abhalten lassen, Harry anzugreifen, nur weil wir dabei sind?

W&#228;hrend sie sprach, nestelte sie an den Spannverschl&#252;ssen von Krummbeins Korb herum.

La&#223; blo&#223; dieses Tier nicht raus!, sagte Ron. Doch zu sp&#228;t; leichtf&#252;&#223;ig h&#252;pfte Krummbein aus dem Korb, streckte sich, g&#228;hnte und sprang auf Rons Knie; das Kn&#228;uel in Rons Brusttasche zitterte und w&#252;tend schob er Krummbein beiseite.

Hau ab!

Ron, nicht!, sagte Hermine zornig.

Ron wollte gerade zur&#252;ckfauchen, als sich Professor Lupin regte. Gebannt beobachteten sie ihn, doch er drehte nur mit leicht ge&#246;ffnetem Mund den Kopf auf die andere Seite und schlief weiter.

Der Hogwarts-Express fuhr stetig nordw&#228;rts und die Landschaft vor dem Fenster wurde wilder und d&#252;sterer und die Wolken am Himmel verdichteten sich. Vor der Abteilt&#252;r rannten Sch&#252;ler hin und her. Krummbein hatte sich jetzt auf einem leeren Sitz niedergelassen, das eingedellte Gesicht Ron zugewandt und die gelben Augen auf Rons Brusttasche gerichtet.

Um eins schob die plumpe Hexe mit dem Imbi&#223;wagen die T&#252;r auf.

Meint ihr, wir sollten ihn aufwecken?, fragte Ron verlegen und nickte zu Professor Lupin hin&#252;ber.Sieht aus, als k&#246;nnte er was zu essen vertragen.

Hermine n&#228;herte sich vorsichtig dem Professor.

&#196;hm  Professor?, sagte sie.Verzeihung  Professor?

Er r&#252;hrte sich nicht.

Schon gut, M&#228;dchen, sagte die Hexe und reichte Harry einen m&#228;chtigen Stapel Kesselkuchen,wenn er aufwacht und Hunger hat, ich bin vorne beim Zugf&#252;hrer.

Ich hoffe doch, da&#223; er schl&#228;ft?, sagte Ron leise, als die Hexe die Abteilt&#252;r zugeschoben hatte.Ich meine  er ist nicht tot, oder?

Nein, nein, er atmet, fl&#252;sterte Hermine und nahm das St&#252;ck Kesselkuchen, das Harry ihr reichte.

Professor Lupin mochte keine angenehme Gesellschaft sein, doch da&#223; er in ihrem Abteil war, hatte seine n&#252;tzlichen Seiten. Am sp&#228;ten Nachmittag, gerade als es zu regnen begonnen hatte und die sanften H&#252;gel vor dem Fenster verschwammen, h&#246;rten sie erneut Schritte auf dem Gang und die Mitsch&#252;ler, die sie am wenigsten leiden konnten, erschienen an der T&#252;r: Draco Malfoy, Vincent Crabbe und Gregory Goyle.

Draco Malfoy und Harry waren verfeindet, seit sie sich auf ihrer ersten Zugreise nach Hogwarts getroffen hatten. Malfoy mit seinem blassen, spitzen und blasierten Gesicht war im Haus Slytherin; er war Sucher in der Quidditch-Mannschaft der Slytherins, ebenso wie Harry bei den Gryffindors. Crabbe und Goyle schienen nur zu existieren, um Malfoys Befehle auszuf&#252;hren. Beide waren breit gebaut und muskul&#246;s; Crabbe war der Gr&#246;&#223;ere von beiden und hatte einen Haarschnitt wie eine Puddingsch&#252;ssel und einen sehr dicken Hals; Goyle hatte kurzes, stoppliges Haar und lange Gorillaarme.

Schaut, schaut, wen haben wir denn da, sagte Malfoy in seinem &#252;blichen tr&#228;gen, schnarrenden Tonfall und ri&#223; die Abteilt&#252;r auf.Potty und das Wiesel.

Crabbe und Goyle kicherten wie Kobolde.

Hab geh&#246;rt, dein Vater ist diesen Sommer endlich zu etwas Gold gekommen, Weasley, sagte Malfoy.Ist deine Mutter an dem Schock gestorben?

Ron stand so schnell auf, da&#223; er Krummbeins Korb zu Boden stie&#223;. Professor Lupin lie&#223; einen Schnarcher vernehmen.

Wer ist das denn?, fragte Malfoy, als er Lupin bemerkte, und trat instinktiv einen Schritt zur&#252;ck.

Ein neuer Lehrer, sagte Harry, der ebenfalls aufgestanden war, um Ron im Falle eines Falles im Zaum zu halten.Was wolltest du gerade sagen, Malfoy?

Malfoys blasse Augen verengten sich; er war nicht der Dummkopf, der vor der Nase eines Lehrers Streit anfangen w&#252;rde.

Los, kommt, murmelte er widerwillig Crabbe und Goyle zu und sie verschwanden.

Harry und Ron setzten sich wieder; Ron rieb sich die Handkn&#246;chel.

Dieses Jahr la&#223; ich mir von Malfoy nichts mehr bieten, sagte er zornig,und das meine ich ernst. Wenn er noch einen Witz &#252;ber meine Familie macht, pack ich ihn am Kopf und -

Ron fuchtelte heftig mit den Armen herum.

Ron, zischte Hermine und deutete auf Professor Lupin,sei vorsichtig -

Doch Professor Lupin schlief seelenruhig.

Der Zug fuhr weiter nach Norden und der Regen wurde st&#228;rker; die Fenster hatten ein undurchdringliches, schimmerndes Grau angenommen, das sich allm&#228;hlich verdunkelte, bis schlie&#223;lich die Laternen in den G&#228;ngen und &#252;ber den Gep&#228;cknetzen aufflackerten. Der Zug ratterte dahin, der Regen trommelte gegen die Fenster, der Wind heulte, doch Professor Lupin schlief weiter.

Wir m&#252;ssen doch bald da sein, sagte Ron und lehnte sich an Professor Lupin vorbei zum inzwischen fast schwarzen Fenster.

Und wie zur Best&#228;tigung seiner Worte begann der Zug langsamer zu werden.

Endlich, sagte Ron, stand auf und ging mit einem vorsichtigen Blick auf Professor Lupins Beine zum Fenster, um hinauszusehen.Ich verhungere noch. Was ich jetzt brauche, ist das Festessen

Hermine sah auf die Uhr.Eigentlich k&#246;nnen wir noch nicht da sein, sagte sie.

Und warum halten wir dann?

Der Zug bremste allm&#228;hlich ab. Nun, da der L&#228;rm der Kolben sich abschw&#228;chte, schlugen Wind und Regen lauter denn je gegen die Fenster.

Harry, der an der T&#252;r sa&#223;, erhob sich und warf einen Blick auf den Gang. Entlang des ganzen Wagens lugten neugierige K&#246;pfe aus den Abteilen.

Mit einem Ruck kam der Zug zum Stillstand und fernes Poltern und Krachen sagte ihnen, da&#223; Koffer aus den Gep&#228;cknetzen gefallen waren. Dann, ohne jede Vorwarnung, erloschen alle Lampen und sie waren j&#228;h in schwarze Dunkelheit geh&#252;llt.

Was ist da los?, ert&#246;nte Rons Stimme hinter Harry.

Autsch!, keuchte Hermine.Ron, das war mein Fu&#223;!

Harry tastete sich zur&#252;ck zu seinem Sitz.

Glaubst du, wir haben eine Panne?

Keine Ahnung

Es gab ein quietschendes Ger&#228;usch und Harry sah die verschwommene schwarze Gestalt Rons das Fenster wischen, um hinauszuschauen.

Da drau&#223;en bewegt sich was, sagte Ron,ich glaube, es steigen Leute ein

Pl&#246;tzlich ging die Abteilt&#252;r auf, jemand stie&#223; schmerzhaft gegen Harrys Beine und st&#252;rzte zu Boden.

Verzeihung, wi&#223;t ihr, was da los ist? Autsch, tut mir Leid -

Hallo, Neville, sagte Harry. Er tastete in der Dunkelheit umher und zog Neville an seinem Umhang auf die Beine.

Harry? Bist du das? Was ist eigentlich los?

Keine Ahnung  setz dich -

Darauf folgte ein lautes Fauchen und ein Schmerzensschrei; Neville hatte versucht sich auf Krummbein niederzulassen.

Ich geh jetzt nach vorn und frag den Zugf&#252;hrer, was hier vor sich geht, lie&#223; Hermine vernehmen. Harry sp&#252;rte sie an sich vorbeigehen, h&#246;rte die T&#252;r aufgleiten und dann einen dumpfen Schlag und zwei laute Aufschreie.

Wer ist das?

Wer ist das?

Ginny?

Hermine?

Was tust du hier?

Ich suche Ron.

Komm rein und setz dich hin.

Nicht hier!, sagte Harry rasch.

Autsch!, sagte Neville.

Ruhe!, sagte pl&#246;tzlich eine heisere Stimme.

Professor Lupin schien endlich aufgewacht zu sein. Harry konnte h&#246;ren, da&#223; sich in seiner Ecke etwas regte. Keiner von ihnen sagte ein Wort.

Sie h&#246;rten ein leises Knistern, und ein flackerndes Licht erleuchtete das Abteil. Professor Lupin schien eine Hand voll Flammen zu tragen. Sie beleuchteten sein m&#252;des graues Gesicht, doch seine Augen gl&#228;nzten wachsam und voll Argwohn.

Bleibt, wo ihr seid, sagte er mit seiner heiseren Stimme und erhob sich langsam, die Hand mit den Flammen vor sich ausgestreckt.

Doch die T&#252;r glitt auf, bevor Lupin sie erreichte.

Am Eingang, erhellt von den flackernden Flammen in Lupins Hand, stand eine vermummte Gestalt, die bis zur Decke ragte. Das Gesicht war unter einer Kapuze vollst&#228;ndig verborgen. Harrys Blick scho&#223; nach unten, und was er da sah, lie&#223; seinen Magen zusammenkrampfen. Eine Hand lugte unter dem Umhang hervor und es war eine glitzernd graue, schleimige Hand, wie die eines Toten, der zu lange im Wasser gelegen hatte

Doch er sah sie nur f&#252;r den Bruchteil einer Sekunde. Als ob das Wesen unter dem Umhang Harrys Blick gesp&#252;rt h&#228;tte, zog es die Hand rasch unter die Falten des schwarzen Umhangs zur&#252;ck.

Und dann holte das Kapuzenwesen, was immer es war, lange und tief rasselnd Atem, als ob es versuchte, mehr als nur Luft aus seiner Umgebung zu saugen.

Eine bittere K&#228;lte legte sich &#252;ber sie. Harry sp&#252;rte seinen Atem in der Brust stocken. Die K&#228;lte drang ihm unter die Haut. Sie drang in seine Brust, ins Innere seines Herzens

Harrys Aug&#228;pfel drehten sich nach innen. Er konnte nichts mehr sehen. Die K&#228;lte ertr&#228;nkte ihn. In seinen Ohren rauschte es, wie von Wasser. Etwas zog ihn in die Tiefe, das Rauschen wurde lauter

Und dann, aus weiter Ferne, h&#246;rte er Schreie, schreckliche, grauenerf&#252;llte, flehende Schreie  er wollte helfen, wer auch immer es war, er versuchte die Arme zu bewegen, doch er konnte nicht  ein dichter wei&#223;er Nebel wirbelte um ihn auf, drang in sein Inneres -

Harry! Harry! Alles in Ordnung?

Jemand gab ihm eine Ohrfeige.

W-was?

Harry &#246;ffnete die Augen; &#252;ber ihm brannten Lampen, und der Fu&#223;boden vibrierte  die Lichter waren angegangen und der Hogwarts-Express fuhr wieder. Offenbar war er von seinem Sitz auf den Boden geglitten. Ron und Hermine knieten neben ihm, und &#252;ber ihnen sah er Neville und Professor Lupin, die ihn gespannt musterten. Harry war spei&#252;bel; als er die Hand hob, um seine Brille zurechtzur&#252;cken, sp&#252;rte er kalten Schwei&#223; auf seinem Gesicht.

Ron und Hermine hievten ihn zur&#252;ck auf seinen Platz.

Geht's wieder?, fragte Ron nerv&#246;s.

Ja, sagte Harry und warf rasch einen Blick zur T&#252;r. Die vermummte Kreatur war verschwunden.Was ist passiert? Wo ist dieses  dieses Wesen? Wer hat geschrien?

Kein Mensch hat geschrien, sagte Ron, jetzt noch nerv&#246;ser.

Harry sah sich in dem hell erleuchteten Abteil um. Ginny und Neville, beide ganz bla&#223;, erwiderten seinen Blick.

Aber ich hab Schreie geh&#246;rt.

Ein lautes Knacken lie&#223; sie alle zusammenfahren. Professor Lupin brach einen gewaltigen Riegel Schokolade in St&#252;cke.

Hier, sagte er zu Harry und reichte ihm ein besonders gro&#223;es St&#252;ck.I&#223;. Dann geht's dir besser.

Harry nahm die Schokolade, a&#223; sie jedoch nicht.

Was war das f&#252;r ein Wesen?, fragte er Lupin.

Ein Dementor, sagte Lupin, w&#228;hrend er die Schokolade an die andern verteilte.Einer der Dementoren von Askaban.

Alle starrten ihn an. Professor Lupin kn&#252;llte das leere Schokoladenpapier zusammen und steckte es in die Tasche.

I&#223;, sagte er noch einmal.Das hilft. Entschuldigt mich, ich mu&#223; mit dem Zugf&#252;hrer sprechen -

Er ging an Harry vorbei und verschwand im Gang.

Bist du sicher, da&#223; du in Ordnung bist, Harry?, sagte Hermine und musterte ihn besorgt.

Ich begreif es nicht was ist passiert?, fragte Harry und wischte sich erneut den Schwei&#223; von der Stirn.

Nun  dieses Wesen  dieser Dementor  stand da und hat sich umgesehen  wenigstens nehm ich an, da&#223; er es tat, ich konnte sein Gesicht nicht sehen  und du, du -

Ich dachte, du h&#228;ttest so eine Art Anfall, sagte Ron, dem der Schreck immer noch im Gesicht stand.Du bist irgendwie steif geworden und von deinem Sitz gefallen und hast angefangen zu zucken.

Und Professor Lupin ist &#252;ber dich gestiegen, hat sich vor dem Dementor aufgestellt und den Zauberstab gez&#252;ckt, sagte Hermine.Und dann hat er gesagt: >Keiner von uns hier versteckt Sirius Black unter seinem Umhang. Geht.< Aber der Dementor hat sich nicht ger&#252;hrt. Dann hat Lupin etwas gemurmelt und etwas Silbernes ist aus seinem Zauberstab auf den Dementor gerichtet geschossen und der hat sich umgedreht und ist auf so merkw&#252;rdige Art davongeglitten.

Es war schrecklich, sagte Neville mit noch h&#246;herer Stimme als sonst.Hast du gemerkt, wie kalt es wurde, als er reinkam?

Ich hab mich so komisch gef&#252;hlt, sagte Ron und zog beklommen die Schultern hoch.Als ob ich nie mehr froh sein w&#252;rde

Ginny, die in ihrer Ecke zusammengekauert sa&#223; und fast so schlecht aussah, wie Harry sich f&#252;hlte, lie&#223; einen leisen Schluchzer vernehmen; Hermine ging zu ihr und legte ihr tr&#246;stend den Arm um die Schultern.

Aber ist denn keiner von euch  vom Sitz gefallen?, fragte Harry verlegen.

Nein, sagte Ron und sah Harry erneut beunruhigt an.Aber Ginny hat wie verr&#252;ckt gezittert

Harry begriff nicht. Er f&#252;hlte sich schwach und wackelig; als ob er sich von einem schweren Grippeanfall erholen m&#252;&#223;te; auch sp&#252;rte er einen Anflug von Scham. Warum hatte es ausgerechnet ihn so f&#252;rchterlich erwischt und keinen von den andern?

Professor Lupin kam zur&#252;ck. Er trat ein, Stockte, sah sich um und sagte dann mit dem Anflug eines L&#228;chelns:

Ich hab die Schokolade nicht vergiftet, glaub mir

Harry bi&#223; ein St&#252;ck ab, und zu seiner gro&#223;en &#220;berraschung breitete sich pl&#246;tzlich W&#228;rme bis in seine Fingerspitzen und Zehen aus.

In zehn Minuten sind wir in Hogwarts, sagte Professor Lupin.Wie geht's dir, Harry?

Harry fragte nicht, woher Professor Lupin seinen Namen kannte.

Gut, nuschelte er verlegen.

Sie sprachen nicht viel w&#228;hrend der verbleibenden Reise. Endlich hielt der Zug am Bahnhof von Hogwarts. Unter gro&#223;em Durcheinander dr&#228;ngelten alle nach drau&#223;en; Eulen heulten, Katzen miauten und Nevilles Kr&#246;te quakte laut unter seinem Hut hervor. Auf dem kleinen Bahnsteig war es bitterkalt; in eisigen B&#246;en prasselte der Regen nieder.

Erstkl&#228;&#223;ler hier lang, rief eine vertraute Stimme. Harry, Ron und Hermine wandten sich um und sahen den riesenhaften Umri&#223; Hagrids am anderen Ende des Bahnsteigs, der die ver&#228;ngstigt aussehenden neuen Sch&#252;ler zu sich winkte, um dann, wie es der Brauch war, mit ihnen &#252;ber den See zu fahren

Alles klar, ihr drei?, rief Hagrid &#252;ber die K&#246;pfe der Menge hinweg. Sie winkten ihm zu, hatten jedoch keine Gelegenheit, mit ihm zu sprechen, weil die Menschenmasse sie in die andere Richtung schob. Harry, Ron und Hermine folgten den anderen Sch&#252;lern den Bahnsteig entlang und hinaus auf einen holprigen, schlammigen Fahrweg, wo mindestens hundert Kutschen auf sie warteten. Als sie eingestiegen waren und den Wagenschlag geschlossen hatten, setzte sich die Kutsche wie von allein in Bewegung und reihte sich rumpelnd und schaukelnd in die Prozession ein. Sie werden von unsichtbaren Pferden gezogen, &#252;berlegte Harry. -

In der Kutsche roch es leicht nach Moder und Stroh. Seit der Schokolade f&#252;hlte sich Harry besser, doch immer noch schwach. Ron und Hermine warfen ihm st&#228;ndig Blicke von der Seite her zu, als ob sie f&#252;rchteten, er k&#246;nne erneut in Ohnmacht fallen.

Als die Kutsche auf ein reich verziertes, zweifl&#252;gliges Eisentor zuratterte, das zu beiden Seiten von steinernen S&#228;ulen mit gefl&#252;gelten Ebern an der Spitze flankiert war, sah Harry zwei weitere riesige, vermummte Dementoren, die unter den Ebern Wache standen. Eine kalte Welle aus &#220;belkeit drohte ihn erneut zu ertr&#228;nken; er lehnte sich zur&#252;ck in seinen harten Sitz und schlo&#223; die Augen, bis sie das Tor passiert hatten. Auf dem langen, ansteigenden Weg hoch zum Schlo&#223; wurde die Kutsche allm&#228;hlich schneller; Hermine steckte den Kopf aus dem kleinen Fenster und sah zu, wie die vielen Zinnen und T&#252;rme n&#228;her kamen. Endlich machte die Kutsche schaukelnd Halt und Hermine und Ron stiegen aus.

Als Harry die Stufen hinabkletterte, drang ein tr&#228;ges, schadenfrohes Schnarren an sein Ohr.

Du bist in Ohnmacht gefallen, Potter? Sagt Longbottom die Wahrheit? Du bist tats&#228;chlich ohnm&#228;chtig geworden?

Malfoy stie&#223; Hermine mit dem Ellbogen beiseite und stellte sich Harry auf den steinernen Stufen hoch zum Schlo&#223; in den Weg. Sein Gesicht war voll H&#228;me und seine blassen Augen glitzerten t&#252;ckisch.

Hau ab, Malfoy, sagte Ron mit zusammengebissenen Z&#228;hnen.

Bist du auch ohnm&#228;chtig geworden, Weasley?, sagte Malfoy laut.Hat der schreckliche alte Dementor dir auch Angst eingejagt, Weasley?

Gibt es hier ein Problem?, sagte eine sanfte Stimme. Professor Lupin war gerade aus der nachfolgenden Kutsche gestiegen.

Malfoy warf Professor Lupin einen &#252;berheblichen Blick zu und lie&#223; die Augen &#252;ber die Flicken auf seinem Umhang und den zerbeulten Koffer wandern. Mit leisem Spott in der Stimme sagte er:

O nein  &#228;hm  Professor, dann grinste er Crabbe und Goyle zu und stolzierte den beiden voran die Stufen zum Schlo&#223; hoch.

Hermine stupste Ron in den R&#252;cken, um ihn anzutreiben, und die drei schlossen sich den Scharen der andern Sch&#252;ler an, die zum Schlo&#223; hinaufgingen und durch das m&#228;chtige Portal in die ger&#228;umige, von flackernden Fackeln erleuchtete Eingangshalle str&#246;mten, von der aus eine herrliche marmorne Treppe in die oberen Stockwerke f&#252;hrte.

Zu ihrer Rechten &#246;ffnete sich die T&#252;r zur Gro&#223;en Halle; Harry folgte den Sch&#252;lern, die hineinstr&#246;mten, doch kaum hatte er einen Blick auf die verzauberte Decke geworfen, die heute Abend schwarz und bew&#246;lkt war, da rief eine Stimme:

Potter! Granger! Ich will Sie beide sprechen!

Harry und Hermine wandten sich &#252;berrascht um. Professor McGonagall, die Lehrerin f&#252;r Verwandlung und Leiterin des Hauses Gryffindor, hatte sie &#252;ber die K&#246;pfe der Mengehinweg gerufen. Sie war eine Hexe mit strenger Miene; das Haar hatte sie zu einem festen Knoten gebunden und ihre scharfen Augen wurden von quadratischen Brillengl&#228;sern umrahmt. Harry k&#228;mpfte sich mit unguter Vorahnung zu ihr durch; Professor McGonagall hatte ihre eigene Art, ihm das Gef&#252;hl zu geben, irgendetwas falsch gemacht zu haben.

Kein Grund, so besorgt auszusehen. Ich will nur, da&#223; ihr auf ein Wort in mein B&#252;ro kommt, sagte sie.Sie gehen weiter, Weasley.

Ron starrte ihnen nach, w&#228;hrend Professor McGonagall Harry und Hermine von der schnatternden Menge fortf&#252;hrte, sie die Marmortreppe hoch- und einen Korridor entlangbugsierte.

Sobald sie in ihrem B&#252;ro waren, einem kleinen Raum mit einem gro&#223;en, behaglichen Feuer, wies Professor McGonagall Harry und Hermine an, sich zu setzen. Sie selbst lie&#223; sich hinter ihren Schreibtisch nieder und begann ohne Umschweife:

Professor Lupin hat eine Eule vorausgeschickt, um mich zu benachrichtigen, da&#223; Sie im Zug einen Ohnmachtsanfall hatten, Potter.

Bevor Harry antworten konnte, klopfte es sanft an der T&#252;r und Madam Pomfrey, die Krankenschwester, kam hereingewuselt.

Harry sp&#252;rte, wie er rot anlief, Schlimm genug, da&#223; er ohnm&#228;chtig geworden war, oder was es auch gewesen sein mag, nun machten sie auch noch alle so viel Aufhebens davon.

Mir geht's gut, sagte er.Ich brauche nichts.

Oh, du warst es?, sagte Madam Pomfrey. Sie achtete nicht auf seine Worte, beugte sich &#252;ber ihn und musterte ihn mit scharfem Blick.Ich nehme an, du hast wieder was Gef&#228;hrliches angestellt?

Es war ein Dementor, Poppy, sagte Professor McGonagall. Sie tauschten d&#252;stere Blicke aus und Madam Pomfrey schnalzte mi&#223;billigend mit der Zunge.

Dementoren um die Schule herum aufstellen, murmelte sie und strich Harrys Haare zur&#252;ck, um ihm die Stirn zu f&#252;hlen,da wird er nicht der Letzte sein, der zusammenbricht. ja, er ist ganz unterk&#252;hlt. F&#252;rchterliche Ungeheuer sind das, und wenn man bedenkt, wie sie auf Leute wirken, die ohnehin schon zartbesaitet sind.

Ich bin nicht zart besaitet!, sagte Harry beleidigt.

Nat&#252;rlich nicht, sagte Madam Pomfrey geistesabwesend und f&#252;hlte ihm den Puls.

Was braucht er?, sagte Professor McGonagall forsch.Bettruhe? Sollte er die Nacht vielleicht im Krankenfl&#252;gel verbringen?

Mir geht's gut!, sagte Harry und sprang auf Die Vorstellung, was Draco Malfoy sagen w&#252;rde, wenn er in den Krankenfl&#252;gel m&#252;&#223;te, war die reine Folter.

Nun, zumindest sollte er ein wenig Schokolade bekommen, sagte Madam Pomfrey, die jetzt versuchte, in Harrys Augen zu sp&#228;hen.

Ich hatte schon welche, sagte Harry.Professor Lupin hat mir ein St&#252;ck gegeben. Er hat sie an uns alle verteilt.

Ach, das war nett von ihm, sagte Madam Pomfrey anerkennend.Also haben wir endlich einen Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste, der seine Gegenmittel beherrscht?

Sind Sie sicher, da&#223; Sie sich wohl f&#252;hlen, Potter?, fragte Professor McGonagall in scharfem Ton.

Ja, sagte Harry.

Sehr sch&#246;n. Warten Sie bitte drau&#223;en, w&#228;hrend ich kurz mit Miss Granger &#252;ber ihren Stundenplan spreche, dann k&#246;nnen wir zusammen nach unten gehen.

Harry ging hinaus in den Gang, zusammen mit Madam Pomfrey, die leise murmelnd in den Krankenfl&#252;gel zur&#252;ckkehrte. Er mu&#223;te nur wenige Minuten warten; als Hermine aus der T&#252;r trat, schien sie sehr froh &#252;ber etwas zu sein. Professor McGonagall folgte ihr und die drei stiegen die Marmortreppe hinunter in die Gro&#223;e Halle.

Die Halle war ein Meer aus schwarzen Spitzh&#252;ten; die langen Tische der vier H&#228;user waren voll besetzt mit Sch&#252;lern, deren Gesichter beim Licht Tausender schwebender Kerzen ergl&#252;hten. Professor Flitwick, ein winziger Zauberer mit einem Schock wei&#223;en Haars, trug gerade einen alten Hut und einen dreibeinigen Stuhl aus der Halle.

Schade, sagte Hermine,wir haben die Auswahl vers&#228;umt!

Die neuen Sch&#252;ler in Hogwarts wurden auf die H&#228;user verteilt (Gryffindor, Ravenclaw, Hufflepuff und Slytherin). Dazu diente der Sprechende Hut, den sie aufsetzten und der daraufhin laut das Haus verk&#252;ndete, zu dem sie am besten pa&#223;ten. Professor McGonagall schritt auf ihren Platz am Lehrertisch zu und Harry und Hermine gingen so unauff&#228;llig wie m&#246;glich in die andere Richtung zum Tisch der Gryffindors. Ihre Mitsch&#252;ler wandten sich nach ihnen um, w&#228;hrend sie an der r&#252;ckw&#228;rtigen Wand der Halle entlanggingen, und ein paar deuteten auf Harry. Hatte sich die Geschichte von seinem Ohnmachtsanfall vor dem Dementor so rasch herumgesprochen?

Harry und Hermine setzten sich neben Ron, der ihnen Pl&#228;tze freigehalten hatte.

Was sollte der ganze Aufstand?, murmelte er Harry zu.

Harry begann fl&#252;sternd zu erkl&#228;ren, doch in diesem Augenblick erhob sich der Schulleiter und Harry verstummte.

Professor Dumbledore, obwohl sehr alt, erweckte immer den Eindruck von ungeheurer Kraft. Er hatte fast meterlanges silbernes Haar und einen Bart, halbmondf&#246;rmige Brillengl&#228;ser und eine scharf gekr&#252;mmte Nase. Oft hie&#223; es, er sei der gr&#246;&#223;te Zauberer seiner Zeit, doch das war nicht der Grund, weshalb Harry ihn sch&#228;tzte. Man konnte einfach nicht umhin, Albus Dumbledore zu vertrauen, und w&#228;hrend Harry beobachtete, wie Dumbledore die Sch&#252;ler reihum strahlend anl&#228;chelte, f&#252;hlte er sich zum ersten Mal, seit der Dementor das Zugabteil betreten hatte, richtig entspannt.

Willkommen!, sagte Dumbledore und das Kerzenlicht schimmerte auf seinem Bart.Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts! Ich habe euch allen einige Dinge mitzuteilen, und da etwas sehr Ernstes darunter ist, halte ich es f&#252;r das Beste, wenn ich gleich damit herausr&#252;cke, denn nach unserem herrlichen Festmahl werdet ihr sicher ein wenig bedr&#246;ppelt sein

Dumbledore r&#228;usperte sich und fuhr fort:

Wie ihr mitbekommen habt, ist der Hogwarts-Express durchsucht worden, und ihr wi&#223;t inzwischen, da&#223; unsere Schule gegenw&#228;rtig einige der Dementoren von Askaban beherbergt, die im Auftrag des Zaubereiministeriums hier sind.

Er hielt inne und Harry fiel ein, da&#223; Mr Weasley gesagt hatte, auch Dumbledore sei nicht gl&#252;cklich dar&#252;ber, da&#223; die Dementoren die Schule bewachten.

Sie sind an allen Eing&#228;ngen zum Gel&#228;nde Postiert, fuhr Dumbledore fort,und ich mu&#223; euch klar sagen, da&#223; niemand ohne Erlaubnis die Schule verlassen darf, w&#228;hrend sie hier sind. Dementoren d&#252;rfen nicht mit Tricks oder Verkleidungen zum Narren gehalten werden  nicht einmal mit Tarnumh&#228;ngen, f&#252;gte er mild l&#228;chelnd hinzu, und Harry und Ron warfen sich verstohlene Blicke zu.Es liegt nicht in der Natur eines Dementors, Bitten oder Ausreden zu verstehen. Ich mahne daher jeden Einzelnen von euch: Gebt ihnen keinen Grund, euch Leid zuzuf&#252;gen. Ich erwarte von unseren Vertrauenssch&#252;lern und von unserem neuen Schulsprecherpaar, da&#223; sie daf&#252;r sorgen, da&#223; kein Sch&#252;ler und keine Sch&#252;lerin den Dementoren in die Quere kommt, sagte Dumbledore.

Percy, der einige St&#252;hle von Harry entfernt sa&#223;, warf sich erneut in die Brust und blickte Achtung heischend in die Runde. Dumbledore legte eine Pause ein; er lie&#223; die Augen mit ernster Miene durch den Saal wandern; niemand bewegte sich oder machte auch nur das kleinste Ger&#228;usch.

Und nun zu etwas Angenehmerem, fuhr er fort.Ich freue mich, dieses Jahr zwei neue Lehrer in unseren Reihen begr&#252;&#223;en zu k&#246;nnen.

Zun&#228;chst Professor Lupin, der sich freundlicherweise bereit erkl&#228;rt hat, die Stelle des Lehrers f&#252;r Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste zu &#252;bernehmen.

Es gab vereinzelten, wenig begeisterten Beifall. Nur jene, die mit Professor Lupin im Zugabteil gesessen hatten, und dazu geh&#246;rte Harry; klatschten wild in die H&#228;nde. Professor Lupin sah neben all den andern Lehrern in ihren besten Umh&#228;ngen besonders sch&#228;big aus.

Schau dir Snape an!, zischte Ron Harry ins Ohr.

Professor Snape, der Lehrer f&#252;r Zaubertr&#228;nke, starrte quer &#252;ber den Tisch auf Professor Lupin. Es war kein Geheimnis, da&#223; Snape eigentlich dessen Stelle haben wollte, doch selbst Harry, der Snape nicht leiden konnte, war best&#252;rzt &#252;ber den Ausdruck, der &#252;ber sein schmales, fahles Gesicht zuckte; es war mehr als Wut; es war blanker Ha&#223;. Harry kannte diesen Ausdruck nur zu gut; es war derselbe Blick, mit dem Snape jedes Mal Harry ansah.

Zu unserer zweiten Neuernennung, fuhr Dumbledore fort, w&#228;hrend der halbherzige Applaus f&#252;r Professor Lupin erstarb.Nun, es tut mir Leid, euch sagen zu m&#252;ssen, da&#223; Professor Kesselbrand, unser Lehrer f&#252;r die Pflege magischer Gesch&#246;pfe, Ende letzten Jahres in den Ruhestand getreten ist, um sich noch ein wenig seiner verbliebenen Gliedma&#223;en erfreuen zu k&#246;nnen. Jedoch bin ich froh sagen zu k&#246;nnen, da&#223; sein Platz von keinem anderen als Rubeus Hagrid eingenommen wird, der sich bereit erkl&#228;rt hat, diese Lehrt&#228;tigkeit zus&#228;tzlich zu seinen Pflichten als Wildh&#252;ter zu &#252;bernehmen.

Harry, Ron und Hermine starrten sich verdutzt an. Dann stimmten auch sie in den Beifall ein, der besonders am Tisch der Gryffindors tumultartige Z&#252;ge annahm; Harry lehnte sich vor, um Hagrid sehen zu k&#246;nnen, der rubinrot angelaufen war und auf seine gewaltigen Pranken hinunterstarrte, das breite Grinsen im Gestr&#252;pp seines schwarzen Bartes verborgen.

Das h&#228;tten wir doch erraten k&#246;nnen!, br&#252;llte Ron und h&#228;mmerte auf den Tisch,wer sonst w&#252;rde uns ein bei&#223;endes Buch auf die Liste setzen?

Harry, Ron und Hermine h&#246;rten als Letzte zu klatschen auf, und als Professor Dumbledore wieder zu sprechen begann, sahen sie, wie Hagrid sich am Tischtuch die Augen wischte.

Nun, ich denke, das ist alles, was zu erw&#228;hnen w&#228;re, sagte Dumbledore.Beginnen wir mit dem Festmahl!

Die goldenen Teller und Becher vor ihnen f&#252;llten sich pl&#246;tzlich mit Speisen und Getr&#228;nken. Harry, mit einem Mal hungrig wie ein Tier, tat sich von allem, was er mit H&#228;nden erreichen konnte, etwas auf und begann zu essen.

Es war ein herrliches Mahl; die Halle war erf&#252;llt von Stimmen, Gel&#228;chter und vom Geklirr der Messer und Gabeln. Doch Harry, Ron und Hermine wollten schnell fertig werden, um mit Hagrid sprechen zu k&#246;nnen. Sie wu&#223;ten, wie viel es ihm bedeutete, zum Lehrer ernannt worden zusein. Hagrid war kein vollst&#228;ndig ausgebildeter Zauberer; er war im dritten Schuljahr von Hogwarts verwiesen worden, wegen eines Verbrechens, das er nicht begangen hatte; erst Harry, Ron und Hermine hatten letztes Jahr seinen guten Namen wiederhergestellt.

Endlich, als die letzten Kr&#252;mel K&#252;rbistorte von den goldenen Tellern verschwunden waren, verk&#252;ndete Dumbledore, es sei nun f&#252;r alle an der Zeit, ins Bett zu gehen, und das war ihre Chance.

Herzlichen Gl&#252;ckwunsch, Hagrid,kreischte Hermine, als sie zum Lehrertisch gelangten.

Allen Dank euch dreien, sagte Hagrid zu ihnen aufblickend und wischte sich das gl&#228;nzende Gesicht mit der Serviette ab.Kann's einfach nicht glauben gro&#223;artiger Mann, Dumbledore kam schnurstracks r&#252;ber zu meiner H&#252;tte, nachdem Professor Kesselbrand gesagt hatte, er h&#228;tte genug das hab ich mir immer gew&#252;nscht

&#220;berw&#228;ltigt vor R&#252;hrung vergrub er das Gesicht in der Serviette, und Professor McGonagall scheuchte sie davon.

Harry, Ron und Hermine schlossen sich den Gryffindors an, die die Treppe emporstr&#246;mten, und gingen, inzwischen recht m&#252;de, die Korridore entlang und noch mehr Treppen empor, bis sie zum versteckten Eingang des Gryffindor-Turms kamen. Das gro&#223;e Bildnis einer fetten Dame in einem rosa Kleid fragte sie:Pa&#223;wort?

Ich komm schon, ich komm schon!, rief Percy am anderen Ende der Sch&#252;lerschlange.Das neue Pa&#223;wort ist Fortuna Major!

O nein, sagte Neville Longbottom traurig. Es fiel ihm immer schwer, sich Pa&#223;w&#246;rter zu merken.

Sie kletterten durch das Portr&#228;tloch und durchquerten den Gemeinschaftsraum, und schlie&#223;lich nahmen Jungen und M&#228;dchen verschiedene Treppen nach oben; Harry stieg die Wendeltreppe hoch und dachte einzig daran, wie froh er war, zur&#252;ck zu sein; sie kamen in den vertrauten, runden Schlafsaal mit ihren Himmelbetten, und als Harry sich umsah, hatte er das Gef&#252;hl, endlich wieder zu Hause zu sein.



Teebl&#228;tter und Krallen

Als Harry, Ron und Hermine am n&#228;chsten Morgen zum Fr&#252;hst&#252;ck in die Gro&#223;e Halle kamen, fiel ihnen zuallererst Draco Malfoy auf, der eine gro&#223;e Schar Slytherins mit einer offenbar sehr komischen Geschichte unterhielt. W&#228;hrend sie vorbeigingen, gab Malfoy eine drollige Vorstellung von einem Ohnmachtsanfall zum Besten und heimste daf&#252;r johlendes Gel&#228;chter ein.

Achte nicht auf ihn, sagte Hermine, die dicht hinter Harry ging,ignorier ihn einfach, er ist es nicht wert

He, Potter!, kreischte Pansy Parkinson, ein Slytherin-M&#228;dchen mit einem Gesicht wie ein Mops,Potter! Die Dementoren kommen, Potter! Uuuuhuuuh!

Harry lie&#223; sich auf einen Stuhl am Tisch der Gryffindors fallen, neben George Weasley.

Die neuen Stundenpl&#228;ne f&#252;r die Drittkl&#228;&#223;ler, sagte George und reichte die Bl&#228;tter weiter.Was ist los mit dir, Harry?

Malfoy, sagte Ron, der sich ebenfalls zu George gesetzt hatte und zornig zum Tisch der Slytherins hin&#252;berstarrte.

George sah gerade noch rechtzeitig hoch, um zu sehen, wie Malfoy schon wieder so tat, als w&#252;rde er vor Schreck in Ohnmacht fallen.

Dieses kleine Gro&#223;maul, sagte er gelassen.Gestern Abend, als die Dementoren in unserem Wagen waren, war er nicht so dreist. Kam in unser Abteil gerannt, wei&#223;t du noch, Fred?

Hat sich fast na&#223; gemacht, sagte Fred mit einem ver&#228;chtlichen Blick zu Malfoy hin&#252;ber.

Mir war auch nicht besonders wohl, sagte George.Richtige Ungeheuer, diese Dementoren

Lassen dir die Eingeweide gefrieren, sagte Fred.

Immerhin seid ihr nicht ohnm&#228;chtig geworden, oder?' sagte Harry mit matter Stimme.

Vergi&#223; es, Harry, sagte George aufmunternd.Fred, wei&#223;t du noch, wie Dad mal nach Askaban mu&#223;te? Und er meinte, das sei der schlimmste Ort, an dem er je gewesen sei, er kam ganz schwach und zittrig zur&#252;ck Diese Dementoren saugen das Gl&#252;ck ab, wo sie auch sind. Die meisten Gefangenen dort werden verr&#252;ckt.

Wollen mal sehen, wie gut gelaunt Malfoy nach unserem ersten Quidditch-Spiel noch aus der W&#228;sche guckt, sagte Fred..Gryffindor gegen Slytherin, das erste Spiel der Saison, so war's doch?

Das einzige Mal, da&#223; Harry und Malfoy sich in einem Quidditch-Spiel gegen&#252;bergestanden hatten, hatte Malfoy eindeutig den K&#252;rzeren gezogen. Harry, dem jetzt ein wenig besser zumute war, tat sich W&#252;rstchen und gegrillte Tomaten auf.

Hermine war in ihren neuen Stundenplan vertieft.

Ach gut, wir fangen heute mit ein paar neuen F&#228;chern an, sagte sie gl&#252;cklich.

Hermine, sagte Ron, der ihr stirnrunzelnd &#252;ber die Schulter sah,da haben sie dir einen verkorksten Stundenplan gegeben. Schau mal  du hast ungef&#228;hr zehn F&#228;cher am Tag. Dazu hast du &#252;berhaupt nicht die Zeit.

Das schaff ich schon. Ich hab alles mit Professor McGonagall abgesprochen.

Aber h&#246;r mal, sagte Ron lachend,was ist mit heute Morgen? Neun Uhr Wahrsagen. Und darunter, auch neun Uhr, Muggelkunde. Und sieh mal an- Ron beugte sich mit ungl&#228;ubiger Miene tiefer &#252;ber den Stundenplan,- darunter Arithmantik, auch um neun. Ich wei&#223; ja, da&#223; du gut in der Schule bist, Hermine, aber niemand ist so gut. Wie willst du denn in drei Klassenzimmern auf einmal sein?

Stell dich nicht so bescheuert an, sagte Hermine barsch.Nat&#252;rlich bin ich nicht in drei Klassenr&#228;umen auf einmal.

Und wie -

Gib mir mal die Marmelade, sagte Hermine.

Aber -

O Ron, was k&#252;mmert es dich, wenn mein Stundenplan ein bi&#223;chen voll ist?fauchte ihn Hermine an.Ich hab dir doch gesagt, da&#223; ich alles mit Professor McGonagall gekl&#228;rt habe.

In diesem Augenblick betrat Hagrid die Gro&#223;e Halle. Er trug seinen langen Maulwurffell-Umhang und gedankenversunken lie&#223; er einen toten Iltis von einer seiner Pranken baumeln. Auf dem Weg zum Lehrertisch hielt er bei den dreien inne.

Alles klar bei euch?, sagte er gut gelaunt.Ihr sitzt in meiner allerersten Stunde! Gleich nach dem Mittagessen! Bin seit f&#252;nf auf den Beinen, um alles vorzubereiten hoffe, es gef&#228;llt euch ich und Lehrer nicht zu fassen

Er sah sie breit grinsend an und ging dann, munter mit dem Iltis wedelnd, weiter zum Lehrertisch.

Was er wohl vorbereitet hat?, sagte Ron mit leichter Anspannung in der Stimme.

Die Sch&#252;ler brachen jetzt zur ersten Unterrichtsstunde auf und die Halle leerte sich zusehends. Ron warf einen Blick auf seinen Stundenplan.

Wir sollten gehen, sieh mal, Wahrsagen ist oben auf dem Nordturm, da hoch brauchen wir mindestens zehn Minuten

Hastig beendeten sie ihr Fr&#252;hst&#252;ck, verabschiedeten sich von Fred und George und machten sich auf den Weg zum Ausgang. Als sie am Tisch der Slytherins vorbeigingen, tat Malfoy noch einmal so, als w&#252;rde er in Ohnmacht fallen. johlendes Gel&#228;chter folgte Harry in die Eingangshalle.

Der Weg durch das Schlo&#223; zum Nordturm war lang. Zweijahre in Hogwarts hatten nicht gereicht, um alle Ecken und Enden des Schlosses kennen zu lernen, und sie waren noch nie im Nordturm gewesen.

Es  mu&#223;  doch  eine  Abk&#252;rzung  geben, keuchte Ron, w&#228;hrend sie die siebte lange Treppe emporstiegen. Oben gelangten sie auf einen unbekannten Rundgang, wo es nichts gab au&#223;er einem gro&#223;en Gem&#228;lde an der steinernen Wand, das nichts als ein St&#252;ck Grasland zeigte.

Ich glaube, hier geht's lang, sagte Hermine und sp&#228;hte in den leeren Gang zu ihrer Rechten.

Das kann nicht sein, sagte Ron.Das ist S&#252;den, sieh mal, vom Fenster aus sieht man den See -

Harry betrachtete das Gem&#228;lde. Ein fettes, scheckiges Pony war eben auf die Wiese gehoppelt und fing unbek&#252;mmert an zu grasen. F&#252;r Harry war es nichts Neues mehr, da&#223; die Abgebildeten auf den Gem&#228;lden von Hogwarts ihre Bilderrahmen verlie&#223;en und sich gegenseitig Besuche abstatteten, doch er sah immer gerne zu. Einen Augenblick sp&#228;ter kam ein untersetzter, vierschr&#246;tiger Ritter mit R&#252;stung in das Bild geklappert. Den Grasflecken auf seinen metallenen Knien nach zu schlie&#223;en, war er soeben gest&#252;rzt.

Sieh an!, rief er, als er Harry, Ron und Hermine erblickte,was sind das f&#252;r Schurken, die in meine L&#228;ndereien eindringen! Gekommen, um euch &#252;ber meinen Sturz lustig zu machen? Zieht eure Waffen, ihr Spitzbuben, ihr Hunde!

Verdutzt beobachteten sie, wie der kleine Ritter sein Schwert aus der Scheide zog und wild damit herumfuchtelte, wobei er zornig umherhopste. Doch das Schwert war zu lang f&#252;r ihn; ein besonders heftiger Schwung brachte ihn aus dem Gleichgewicht und er flog mit dem Gesicht ins Gras.

Haben Sie sich was getan?, fragte Harry und trat n&#228;her an das Bild heran.

Zur&#252;ck, gemeiner Aufschneider! Zur&#252;ck, Strolch!

Wieder packte der Ritter sein Schwert, diesmal, um sich aufzurappeln, doch die Klinge sank tief in die Erde und obwohl er mit aller Kraft zog, blieb sie stecken. Schlie&#223;lich mu&#223;te er sich wieder ins Gras sinken lassen und das Visier hochschieben, um sich das schwei&#223;nasse Gesicht zu wischen.

H&#246;ren Sie, sagte Harry eilig, um die Ersch&#246;pfung des Ritters auszunutzen,wir suchen den Nordturm. Kennen Sie vielleicht den Weg?

Eine Frage!Der Zorn des Ritters schien im Nu wie weggeblasen. Klappernd rappelte er sich hoch und riefKommt, folgt mir, werte Freunde, und wir werden unser Ziel finden oder aber tapfer k&#228;mpfend untergehen!

Noch einmal zog er am Schwert, doch ohne Erfolg, schlie&#223;lich versuchte er das dicke Pony zu besteigen, was wiederum mi&#223;lang, dann rief er:

Zu Fu&#223; denn, werte Herren und edle Dame! Auf geht's!

Und laut klappernd rannte er los in die linke Seite des Rahmens und verschwand.

Sie liefen dem Klappern seiner R&#252;stung nach den Korridor entlang. Hie und da erhaschten sie einen Blick auf ihn, wenn er durch ein Bild vor ihnen huschte.

Seid k&#252;hnen Herzens, das Schlimmste kommt noch!, rief der Ritter, und sie sahen ihn vor einer Gruppe aufgeschreckter Damen in Reifr&#246;cken erscheinen, deren Bild an der Wand einer schmalen Wendeltreppe hing.

Laut keuchend stiegen Harry, Ron und Hermine durch die engen Windungen der Treppe nach oben, und endlich, als ihnen schon schwindelig war, h&#246;rten sie &#252;ber sich Stimmengemurmel und wu&#223;ten, da&#223; sie das Klassenzimmer erreicht hatten.

Lebt wohl!, rief der Ritter und steckte seinen Kopf in ein Gem&#228;lde mit finster dreinblickenden M&#246;nchen.Lebt wohl, meine Mitstreiter! Braucht ihr jemals ein edles Herz und eine st&#228;hlerne Luftr&#246;hre, dann ruft Sir Cadogan!

Klar, machen wir, murmelte Ron, und der Ritter verschwand,- wenn wir je einen Narren brauchen.

Sie nahmen die letzten Stufen hinauf zu einem kleinen Rundgang, wo die meisten anderen schon versammelt waren. Es gab keine T&#252;ren, doch Ron stie&#223; Harry in die Rippen und deutete auf die Decke, wo eine runde Fallt&#252;r mit einem Messingschild eingelassen war.

Sibyll Trelawney, Lehrerin f&#252;r Wahrsagen, las Harry.Wie sollen wir denn da hochkommen?

Wie zur Antwort auf diese Frage &#246;ffnete sich pl&#246;tzlich die Fallt&#252;r und eine silberne Leiter schwebte herunter bis vor Harrys F&#252;&#223;e. Alle verstummten.

Nach dir, sagte Ron grinsend, und Harry kletterte als Erster die Leiter hoch.

Er gelangte in das seltsamste Klassenzimmer, das er je gesehen hatte. Eigentlich sah es gar nicht aus wie ein Klassenzimmer, eher wie eine Mischung aus einer Dachkammer und einem altmodischen Teeladen. Er war voll gepfropft mit gut zwanzig kleinen runden Tischen, umgeben von Chintz-Sesseln und &#252;ppigen Sitzpolstern. Alles war in scharlachrotes D&#228;mmerlicht getaucht; die Vorh&#228;nge an den Fenstern waren zugezogen und &#252;ber die vielen Lampen waren dunkelrote Seident&#252;cher geworfen. Es war stickig warm; das Feuer unter dem voll gestellten Kaminsims erhitzte einen gro&#223;en Kupferkessel, von dem sich ein schwerer, leicht &#252;belkeiterregender Parf&#252;mduft ausbreitete. Die Regale entlang der runden W&#228;nde waren &#252;berladen mit staubigen Federn, Kerzenst&#252;mpfen, Stapeln zerknitterter Spielkarten, zahllosen silbern glitzernden Kristallkugeln und einer enormen Vielfalt von Teetassen.

Ron tauchte an Harrys Seite auf und der Rest der Klasse versammelte sich um die beiden; alle fl&#252;sterten.

Wo steckt sie?, fragte Ron.

Pl&#246;tzlich drang eine Stimme aus dem Schatten, eine sanfte, rauchige Stimme.

Willkommen, sagte sie.Wie sch&#246;n, euch endlich in der materiellen Welt zu sehen.

Harry kam sie auf den ersten Blick wie ein gro&#223;es, gl&#228;nzendes Insekt vor. Professor Trelawney trat ins Licht des Feuers. Sie war mager; die riesigen Brillengl&#228;ser vergr&#246;&#223;erten ihre Augen um ein Vielfaches; um den K&#246;rper hatte sie einen schleierartigen, glitzernden Schal geschlungen. Unz&#228;hlige Kettchen und Perlenschn&#252;re hingen um ihren spindeld&#252;rren Hals, und ihre Arme und H&#228;nde waren mit Spangen und Ringen verziert.

Setzt euch, meine Kinder, sagte sie, und die Klasse lie&#223; sich sch&#252;chtern und steif auf den Sesseln und Sitzpolstern nieder. Harry, Ron und Hermine setzten sich zusammen an einen der runden Tische.

Willkommen zum Wahrsagen, sagte Professor Trelawney, die sich in einen gefl&#252;gelten Sessel am Feuer gleiten lie&#223;.Mein Name ist Professor Trelawney. Ihr werdet mich wohl noch nie gesehen haben. Ich finde, da&#223; der allzu h&#228;ufige Abstieg hinunter in das hektische Getriebe der Schule mein Inneres Auge tr&#252;bt.

Niemand sagte etwas zu dieser erstaunlichen Erkl&#228;rung. Professor Trelawney zupfte bed&#228;chtig ihren Schal zurecht und fuhr fort.Nun, ihr habt euch also f&#252;r das Studium des Wahrsagens entschieden, f&#252;r die schwierigste aller magischen K&#252;nste. Doch ich mu&#223; euch gleich zu Beginn warnen: Wenn ihr nicht im Besitz des Inneren Auges seid, gibt es nur wenig, was ich euch lehren kann. B&#252;cher f&#252;hren uns auf diesem Felde nicht allzu weit

Bei diesen Worten warfen Ron und Harry einen kurzen Seitenblick auf Hermine, die ganz best&#252;rzt schien ob der Neuigkeit, da&#223; B&#252;cher in diesem Fach nicht viel helfen w&#252;rden.

Viele Hexen und Zauberer, so begabt sie auch sein m&#246;gen, wenn es um lautes Brimborium und ekligen Gestank und pl&#246;tzliches Verschwindenlassen geht, sind dennoch unf&#228;hig, in die verschleierten Geheimnisse der Zukunft einzudringen, fuhr Professor Trelawney fort, und ihre riesengro&#223;en funkelnden Augen wanderten von einem nerv&#246;sen Gesicht zum andern.Dies ist eine Gabe, die nur wenigen gew&#228;hrt ist. Du, Junge -, sagte sie pl&#246;tzlich zu Neville, der beinahe von seinem Sitzpolster fiel,- geht es deiner Gro&#223;mutter gut?

ich glaub schon, sagte Neville zitternd.

An deiner Stelle w&#228;re ich mir nicht so sicher, sagte Professor Trelawney, und das Licht des Feuers schimmerte auf ihren langen, smaragdbesetzten Ohrgeh&#228;ngen wider. Neville schluckte schwer. Gelassen sprach Professor Trelawney weiter:

In diesem Jahr lernen wir die Anfangsgr&#252;nde des Wahrsagens kennen. Im ersten Quartal deuten wir Teebl&#228;tter. Im zweiten behandeln wir das Handlesen. &#220;brigens, meine Liebe, und sie wandte sich pl&#246;tzlich an Parvati Patil,h&#252;te dich vor einem rothaarigen Mann.

Parvati warf Ron, der hinter ihr sa&#223;, einen verdutzten Blick zu und rutschte mit ihrem Stuhl von ihm weg.

Im Sommerquartal, fuhr Professor Trelawney fort,werden wir uns der Kristallkugel zuwenden  wenn wir bis dahin mit den Feuer-Omen fertig sind. Denn leider wird der Unterricht im Februar durch eine schwere Grippewelle unterbrochen werden. Ich selbst werde meine Stimme verlieren. Und um Ostern herum wird einer der hier Versammelten f&#252;r immer von uns gehen.

Ein sehr gespanntes Schweigen trat auf diese Ank&#252;ndigung hin ein, doch Professor Trelawney schien es nicht zu k&#252;mmern.

W&#252;rde es dir etwas ausmachen, sagte sie zu Lavender Brown, die ihr am n&#228;chsten sa&#223; und auf ihrem Platz zusammenschrumpfte,mir die gr&#246;&#223;te silberne Teekanne zu reichen?

Lavender, ganz erleichtert, stand auf, nahm eine riesige Teekanne vom Regal und stellte sie auf den Tisch vor Professor Trelawney.

Ich danke dir, meine Liebe. Ach &#252;brigens, dieses Ereignis, vor dem du dich f&#252;rchtest  es wird am Freitag, dem sechzehnten Oktober geschehen.

Lavender zitterte.

Nun bitte ich euch, zu zweit zusammenzugehen. Nehmt euch eine Teetasse vom Regal dort dr&#252;ben, kommt dann zu mir und la&#223;t sie f&#252;llen, dann setzt euch und trinkt; trinkt, bis nur noch der Bodensatz &#252;brig ist. Schwenkt diese dreimal mit der linken Hand, st&#252;lpt die Tasse auf die Untertasse und gebt sie dann eurem Partner zum Lesen. Ihr k&#246;nnt die Muster anhand der Seiten f&#252;nf und sechs in Entnebelung der Zukunft sicher leicht deuten. Ich werde an die Tische kommen und euch ein wenig helfen. Oh, und, mein Lieber -, sie packte Neville, der gerade aufstehen wollte, am Arm,wenn du die erste Tasse zerbrochen hast, w&#228;rst du dann so nett, eine mit blauem Muster zu nehmen? Ich h&#228;nge ziemlich an den rosafarbenen.

Und kaum hatte Neville das Regal mit den Teetassen erreicht, als auch schon das Klirren zerbrechenden Porzellans zu h&#246;ren war. Professor Trelawney huschte mit Schippe und Besen zu ihm hin&#252;ber und sagte: jetzt eine von den blauen, mein Lieber, wenn es dir nichts ausmacht ich danke dir

Harry und Ron lie&#223;en sich die Teetassen f&#252;llen und gingen zur&#252;ck an ihren Tisch, wo sie den br&#252;hend hei&#223;en Tee so rasch wie m&#246;glich tranken. Sie schwenkten die verbliebenen Teebl&#228;tter, wie Professor Trelawney gesagt hatte, dann tranken sie den letzten Rest aus und st&#252;lpten die Tassen um.

Dann leg mal los, sagte Ron, w&#228;hrend sie ihre B&#252;cher aufschlugen,was kannst du bei mir sehen?

Eine Menge nasses braunes Zeugs, sagte Harry. Der schwer parf&#252;mierte Rauch im Zimmer machte ihn schl&#228;frig und lie&#223; sein Denken erlahmen.

Erweitert euren Horizont, meine Lieben, und erlaubt euren Augen, &#252;ber den schn&#246;den Alltag hinauszusehen!, rief Professor Trelawney durch die D&#252;sternis.

Harry gab sich einen Ruck.

Hier, du hast so ein schiefes Kreuz, sagte er, das Buch zu Rate ziehend.Das bedeutet, dir stehen >Pr&#252;fungen und Leiden< bevor  tut mir Leid f&#252;r dich  aber das hier sieht aus wie eine Sonne wart mal das bedeutet >gro&#223;es Gl&#252;ck<. Also wirst du leiden, aber sehr gl&#252;cklich sein

Du solltest mal dein Inneres Auge untersuchen lassen, wenn du mich fragst, sagte Ron und beide mu&#223;ten sich das Lachen verkneifen, denn Professor Trelawney schaute gerade in ihre Richtung.

Ich bin dranRon lugte in Harrys Untertasse, die Stirn vor Anstrengung gerunzelt.Da ist eine Blase, sieht aus wie ein Hut  eine Melone, sagte er.Vielleicht arbeitest du mal f&#252;r das Zaubereiministerium

Er drehte die Untertasse in der Hand.

Aber so sieht es eher wie eine Eichel aus was ist das denn?Er &#252;berflog die Seiten von Entnebelung der Zukunft.>Ein unerwarteter Goldgewinn<.Toll, du kannst mir was leihen und da ist noch was.Wieder drehte er die Untertasse.Sieht aus wie ein Tier ja, wenn das sein Kopf w&#228;re sieht aus wie ein Pferd nein, ein Schaf

Professor Trelawney wirbelte herum, als Harry schnaubend auflachte.

La&#223; mich das sehen, mein Lieber, sagte sie vorwurfsvoll zu Ron, schwebte her&#252;ber und schnappte ihm Harrys Untertasse aus der Hand. Alle verstummten und sahen zu.

Professor Trelawney starrte auf die Bl&#228;tter und drehte sie dabei gegen den Uhrzeigersinn.

Der Falke mein Lieber, du hast einen Todfeind.

Aber das wissen doch alle, fl&#252;sterte Hermine so laut, da&#223; jeder es h&#246;rte. Professor Trelawney starrte sie an.

Ja, ist doch wahr, sagte Hermine.Alle kennen die Geschichte von Harry und Du-wei&#223;t-schon-wem.

Harry und Ron starrten sie mit einer Mischung aus Verbl&#252;ffung und Bewunderung an. Nie zuvor hatten sie Hermine so zu einem Lehrer sprechen geh&#246;rt. Professor Trelawney zog es vor, nicht zu antworten. Wieder senkte sie ihre riesigen Augen auf Harrys Untertasse und drehte sie weiter in den H&#228;nden.

Der Schlagstock ein Angriff. Meine G&#252;te, das ist keine sch&#246;ne

Ich dachte, das sei eine Melone, sagte Ron verdruckst.

Der Sch&#228;del da wartet Gefahr auf dich, mein Lieber

Alle starrten wie gebannt auf Professor Trelawney, die die Untertasse noch einmal drehte, den Atem anhielt und dann schrie.

Wieder klirrte zerbrechendes Porzellan; Neville hatte seine zweite Tasse fallen gelassen. Professor Trelawney sank in einen freien Lehnstuhl, die glitzernde Hand ans Herz gepre&#223;t und die Augen geschlossen.

Mein lieber Junge mein armer lieber Junge nein besser, wenn ich es nicht sage nein fragt mich nicht

Was ist es, Professor?, fragte Dean Thomas sofort. Alle waren aufgesprungen, scharten sich langsam um Harrys und Rons Tisch und dr&#228;ngelten sich um Professor Trelawneys Sessel, um gute Sicht auf Harrys Untertasse zu haben.

Mein Lieber, sagte Professor Trelawney und ihre Augen weiteten sich dramatisch,du hast den Grimm.

Den was?, sagte Harry.

Er sah, da&#223; er nicht der Einzige war, der nicht begriff; Dean Thomas sah ihn schulterzuckend an und Lavender Brown machte eine ratlose Miene, doch fast alle andern klatschten entsetzt die H&#228;nde vor den Mund.

Den Grimm, mein Lieber, den Grimm!, rief Professor Trelawney, die schockiert Schien, weil Harry es nicht begriffen hatte.Der riesige Gespensterhund, der in Kirchh&#246;fen umherspukt! Mein lieber Junge, das ist ein Omen  das schlimmste Omen  des Todes!

Harrys Magen krampfte sich zusammen. Dieser Hund auf dem Umschlag von Omen des Todes bei Flourish amp;Blotts  der Hund im Schatten des Magnolienrings auch Lavender Brown schlug jetzt die H&#228;nde vor den Mund. Alle sahen Harry an; alle au&#223;er Hermine, die aufgestanden und hinter den Sessel von Professor Trelawney getreten war.

Mir kommt das nicht wie ein Grimm vor, sagte sie gleichm&#252;tig.

Professor Trelawney musterte Hermine mit wachsender Abneigung.

Verzeih mir, da&#223; ich es dir sage, meine Liebe, aber ich nehme sehr wenig Aura um dich herum wahr. Sehr wenig Empf&#228;nglichkeit f&#252;r die Schwingungen der Zukunft.

Seamus Finnigan wiegte den Kopf mal auf die eine, mal auf die andere Seite.

Wenn man so macht, sieht's aus wie ein Grimm, sagte er, die Augen fast geschlossen,aber so gesehen ist es eher ein Esel, sagte er, den Kopf nach links neigend.

Wann habt ihr endlich rausgefunden, ob ich sterbe oder nicht!, rief Harry, sogar zu seiner eigenen &#220;berraschung. Daraufhin wollte ihn offenbar keiner mehr ansehen.

Ich denke, wir werden den Unterricht f&#252;r heute beenden, sagte Professor Trelawney mit ihrer rauchigsten Stimme.ja bitte r&#228;umt eure Sachen auf

Schweigend brachte die Klasse die Teetassen zu Professor Trelawney zur&#252;ck, packte die B&#252;cher ein und schlo&#223; die Taschen. Selbst Ron mied Harrys Blick.

Bis zum n&#228;chsten Mal, sagte Professor Trelawney matt,m&#246;ge das Gl&#252;ck mit euch sein. Ach, und, mein Lieber -, sie deutete auf Neville,du wirst das n&#228;chste Mal zu sp&#228;t kommen, also arbeite besonders flei&#223;ig, damit du den Stoff aufholst.

Harry, Ron und Hermine kletterten schweigend Professor Trelawneys Leiter und die enge Wendeltreppe hinunter und machten sich auf den Weg zur Verwandlungsstunde bei Professor McGonagall. Sie brauchten so lange, um ihr Klassenzimmer zu finden, da&#223; sie, obwohl sie fr&#252;h aus Wahrsagen gekommen waren, fast zu sp&#228;t kamen.

Harry entschied sich f&#252;r einen Platz ganz hinten, weil er sich f&#252;hlte, als w&#252;rde ihn ein sehr heller Scheinwerfer anstrahlen; die anderen in der Klasse warfen ihm unabl&#228;ssig fl&#252;chtige Blicke zu, als ob er jeden Moment tot umfallen w&#252;rde. Er h&#246;rte kaum, was Professor McGonagall ihnen &#252;ber Animagi erz&#228;hlte (Zauberer, die sich nach Belieben in Tiere verwandeln konnten), und sah nicht einmal hin, als sie sich vor ihren Augen in eine getigerte Katze mit Brillenringen um die Augen verwandelte.

Sagt mal, was ist denn heute in euch gefahren?, sagte Professor McGonagall, verwandelte sich mit einem leisen Plop in sich selbst zur&#252;ck und musterte sie reihum.Nicht da&#223; es mir was ausmachen w&#252;rde, aber das ist die erste meiner Verwandlungen, bei der ich keinen Beifall von der Klasse bekomme.

Alle K&#246;pfe wandten sich wieder Harry zu, doch niemand sagte ein Wort. Dann hob Hermine die Hand.

Bitte, Professor, wir haben eben unsere erste Stunde Wahrsagen gehabt und wir haben Teebl&#228;tter gedeutet und -

Aah, nat&#252;rlich, sagte Professor McGonagall, nun pl&#246;tzlich die Stirn runzelnd.Sie brauchen mir gar nichts weiter zu erkl&#228;ren, Miss Granger. Und, wer von Ihnen wird dieses Jahr sterben?

Alle starrten sie an.

Ich, sagte Harry schlie&#223;lich.

Verstehe, sagte Professor McGonagall und fixierte Harry mit ihren Perlenaugen.Dann sollten Sie wissen, Potter, da&#223; Sibyll Trelawney, seit sie an dieser Schule ist Jahr f&#252;r Jahr den Tod eines Sch&#252;lers vorausgesagt hat. Keiner davon ist bislang gestorben. Todesomen zu sehen ist ihre bevorzugte Art, eine neue Klasse willkommen zu hei&#223;en. Ich spreche eigentlich nie schlecht &#252;ber Kollegen, aber..

Professor McGonagall verstummte mit aufgebl&#228;hten Nasenfl&#252;geln. Etwas ruhiger fuhr sie fort.

Wahrsagen ist einer der ungenauesten Zweige der Magie. Ich m&#246;chte Ihnen nicht verheimlichen, da&#223; ich mich nicht weiter damit abgebe. Wahre Seher sind sehr selten, und Professor Trelawney -

Wieder verstummte sie und sagte dann in n&#252;chternem Ton:

Sie scheinen mir bei bester Gesundheit zu sein, Potter, also werden Sie mir verzeihen, wenn ich Ihnen trotz allem Hausaufgaben gebe. Wenn Sie Sterben, brauchen Sie die Arbeit nicht abzugeben, das versichere ich Ihnen.

Hermine lachte. Harry f&#252;hlte sich etwas wohler. Fern vom roten D&#228;mmerlicht und den benebelnden D&#252;ften in Professor Trelawneys Klassenzimmer wurde ihm nicht so schnell angst und bange. Jedoch nicht alle waren &#252;berzeugt; Ron sah immer noch besorgt aus und Lavender fl&#252;sterte:Aber was ist mit Nevilles Untertasse?

Nach der Verwandlungsstunde schlossen sie sich der vielk&#246;pfigen Schar an, die lachend und schwatzend zum Mittagessen in die Gro&#223;e Halle str&#246;mte.

Kopf hoch, Ron, sagte Hermine und schob ihm einen Teller Fleischeintopf zu.Du hast doch geh&#246;rt, was Professor McGonagall gesagt hat.

Ron sch&#246;pfte sich Eintopf auf den Teller und nahm den L&#246;ffel in die Hand, begann jedoch nicht zu essen.

Harry, sagte er mit leiser und ernster Stimme,du hast doch nicht etwa zuf&#228;llig irgendwo einen gro&#223;en schwarzen Hund gesehen?

Doch, hab ich, sagte Harry.In der Nacht, als ich von den Dursleys abgehauen bin.

Rons L&#246;ffel fiel klappernd auf den Teller.

Wahrscheinlich ein streunender K&#246;ter, sagte Hermine gelassen.

Ron sah Hermine an, als w&#228;re sie verr&#252;ckt geworden.

Hermine, wenn Harry einen Grimm sieht, dann ist das  dann ist das schlecht, sagte er.Mein  mein Onkel Bilius hat mal einen gesehen und  und vierundzwanzig Stunden sp&#228;ter ist er gestorben!

Zufall, sagte Hermine schnippisch und schenkte sich K&#252;rbissaft nach.

Du wei&#223;t doch nicht, wovon du redest!, sagte Ron und Zorn stieg ihm ins Gesicht.Grimme erschrecken die meisten Zauberer zu Tode!

Da hast du es, sagte Hermine in &#252;berlegenem Ton.Sie sehen den Grimm und sterben vor Angst. Der Grimm ist kein Omen, er ist die Todesursache! Und Harry ist noch unter uns, weil er nicht so bescheuert ist, einen zu sehen und dann zu denken, sch&#246;n und gut, geb ich also besser den L&#246;ffel ab!

Ron starrte Hermine sprachlos an. Sie &#246;ffnete ihre Tasche, zog ihr neues Arithmantikbuch heraus, schlug es auf und lehnte es gegen den Saftkrug.

Mir kommt Wahrsagen recht neblig vor, sagte sie, w&#228;hrend sie nach der richtigen Seite suchte,'ne Menge Rumger&#228;tsel, wenn ihr mich fragt.

An diesem Grimm auf dem Teller war nichts Nebliges!, sagte Ron erhitzt.

Du warst dir noch nicht so sicher, als du Harry gesagt hast, es sei ein Schaf, sagte Hermine k&#252;hl.

Professor Trelawney hat gesagt, du hast nicht die richtige Aura! Zur Abwechslung bist du mal 'ne richtige Lusche in einem Fach, und das gef&#228;llt dir nicht!

Er hatte einen empfindlichen Nerv getroffen. Hermine klatschte ihr Arithmantikbuch so hart auf den Tisch, da&#223; &#252;berall Fleisch- und Karottenst&#252;ckchen umherflogen.

Wenn gut sein in Wahrsagen hei&#223;t, da&#223; ich so tun mu&#223;, als w&#252;rde ich Todesomen in einem Haufen Teebl&#228;tter erkennen, dann wei&#223; ich nicht, ob ich das Zeug &#252;berhaupt lernen soll! Dieser Unterricht war im Vergleich zu meiner Arithmantikstunde einfach haarstr&#228;ubender Unfug!

Sie packte ihre Tasche und schritt stolz von dannen.

Stirnrunzelnd sah ihr Ron nach.

Wovon redet sie eigentlich?, sagte er zu Harry.Sie war doch noch gar nicht in Arithmantik.

Harry war froh, nach dem Mittagessen nach drau&#223;en zu kommen. Der Regen von gestern hatte sich verzogen; der Himmel war klar und blassgrau; das feuchte Gras unter ihren F&#252;&#223;en federte, als sie zu ihrer ersten Stunde Pflege magischer Gesch&#246;pfe gingen.

Ron und Hermine schwiegen sich an. Harry ging ebenfalls schweigend neben ihnen her, &#252;ber den sanft abfallenden Rasen hin&#252;ber zu Hagrids H&#252;tte am Rande des Verbotenen Waldes. Erst als er drei nur zu bekannte R&#252;cken vor sich sah, wurde ihm klar, da&#223; sie zusammen mit den Slytherins Unterricht hatten. Malfoy redete lebhaft auf Crabbe und Goyle ein, die gackernd lachten. Harry ahnte wohl, wor&#252;ber sie sprachen.

Hagrid wartete an der T&#252;r seiner H&#252;tte auf die Klasse. Da stand er in seinem Umhang aus Maulwurffell, Fang, den Saur&#252;den, an den Fersen, und schien kaum erwarten zu k&#246;nnen, endlich anzufangen.

Kommt, bewegt euch!, rief er den n&#228;her kommenden Sch&#252;lern zu.Hab 'ne kleine &#220;berraschung f&#252;r euch! Wird 'ne tolle Stunde! Sind alle da? Sch&#246;n, dann folgt mir!

Einen qu&#228;lenden Moment lang dachte Harry, Hagrid w&#252;rde sie in den Wald f&#252;hren; dort hatte Harry genug Schreckliches erlebt, um f&#252;r den Rest des Lebens die Nase voll zu haben. Doch Hagrid ging um einen Ausl&#228;ufer des Waldes herum und f&#252;nf Minuten sp&#228;ter standen sie am Rand einer Art Pferdekoppel. Sie war leer.

Stellt euch dort dr&#252;ben am Zaun auf!, rief er.Sehr sch&#246;n  pa&#223;t auf, da&#223; alle etwas sehen k&#246;nnen  und jetzt schlagt erst mal eure B&#252;cher auf -

Wie denn?, ert&#246;nte das kalte Schnarren Malfoys.

Was denn?, sagte Hagrid.

Wie sollen wir unsere B&#252;cher &#246;ffnen?, sagte Malfoy. Er nahm sein Monsterbuch der Monster heraus, das er mit einem langen Seil zugebunden hatte. Auch die anderen zogen ihre B&#252;cher hervor; manche, wie Harry, hatten es mit einem G&#252;rtel zugeschn&#252;rt; andere hatten sie in enge Taschen gestopft oder sie mit gro&#223;en W&#228;scheklammern gez&#228;hmt.

Hat denn hat denn kein Einziger sein Buch &#246;ffnen k&#246;nnen?, fragte Hagrid ganz verdattert.

Die Sch&#252;ler sch&#252;ttelten die K&#246;pfe.

Ihr m&#252;&#223;t sie streicheln, sagte Hagrid, als w&#228;re es ganz selbstverst&#228;ndlich.Seht mal -

Er nahm Hermines Buch und ri&#223; das Zauberband herunter. Das Buch versuchte zu bei&#223;en, doch Hagrid fuhr mit seinem riesigen Zeigefinger an seinem R&#252;cken entlang und das Buch fing an zu zittern, klappte auf und blieb ruhig in seiner Hand liegen.

Oh, wie dumm wir doch alle waren!, h&#246;hnte Malfoy.Wir h&#228;tten sie streicheln sollen! Da h&#228;tten wir doch von allein draufkommen k&#246;nnen!

Ich  ich dachte, sie sind ganz lustige Dinger, sagte Hagrid unsicher zu Hermine.

Oh  total lustig!, sagte Malfoy.Unglaublich witzig, uns B&#252;cher zu geben, die uns die H&#228;nde abrei&#223;en wollen!

Halt den Mund, Malfoy, sagte Harry leise. Hagrid wirkte bedr&#252;ckt und Harry wollte, da&#223; seine erste Stunde ein Erfolg w&#252;rde.

Na denn, sagte Hagrid, der den Faden verloren zu haben schien,also  ihr habt jetzt eure B&#252;cher  und  jetzt braucht ihr die magischen Tiere. ja. Also geh ich sie mal holen. Wartet mal

Er ging in Richtung Wald davon und verschwand.

Mein Gott, diese Schule geht noch vor die Hunde, sagte Malfoy laut.Dieser Hornochse gibt auch noch Unterricht, mein Vater kriegt 'nen Anfall, wenn ich ihm das erz&#228;hle.

Halt den Mund, Malfoy, sagte Harry noch einmal.

Pa&#223; auf, Potter, hinter dir steht ein Dementor!

Uuuuuuh!, kreischte Lavender Brown und deutete auf die andere Seite der Koppel.

Ein Dutzend der wunderlichsten Kreaturen, die Harry je gesehen hatte, trotteten auf sie zu. Sie hatten die K&#246;rper, Hinterbeine und Schw&#228;nze von Pferden, doch die Vorderbeine, Fl&#252;gel und K&#246;pfe waren die riesiger Adler mit grausamen, stahlfarbenen Schn&#228;beln und gro&#223;en, leuchtend orangeroten Augen. Die Krallen an ihren Vorderbeinen waren lang wie H&#228;nde und sahen todbringend aus. Jedes der Biester hatte einen dicken Lederkragen um den Hals, an dem eine lange Kette befestigt war, und alle Ketten liefen in den Pranken Hagrids zusammen, der hinter den Wesen in die Koppel gelaufen kam.

Uuiii, hoch da!, br&#252;llte er mit den Ketten klirrend und trieb die Biester an die Stelle des Zauns, wo die Klasse stand. Alle wichen ein wenig zur&#252;ck, als Hagrid n&#228;her kam und die Gesch&#246;pfe an den Zaun band.

Hippogreife, donnerte Hagrid gl&#252;ckselig und winkte Ihnen zu.Herrlich, nicht wahr?

Harry sah durchaus, was Hagrid meinte. Wenn man einmal den ersten Schreck angesichts einer Kreatur &#252;berwunden hatte, die halb Pferd, halb Vogel war, lernte man den Anblick der Hippogreife zu sch&#228;tzen, deren schimmerndes Gefieder allm&#228;hlich in Fell &#252;berging. Sie waren alle von ganz unterschiedlicher Farbe: sturmgrau, bronze, rostrot, schimmernd kastanienbraun und tintenschwarz.

Hagrid rieb sich die H&#228;nde und strahlte in die Runde.So, sagte er,wollt ihr nicht ein wenig n&#228;her kommen?

Keiner schien sich darum zu rei&#223;en. Harry, Ron und Hermine jedoch n&#228;herten sich vorsichtig dem Zaun.

Nun, als Erstes m&#252;&#223;t ihr wissen, da&#223; Hippogreife stolz sind, sagte Hagrid.Sind leicht beleidigt, diese Hippogreife. Beleidigt nie keinen, denn das k&#246;nnte eure letzte Tat gewesen sein.

Malfoy, Crabbe und Goyle h&#246;rten nicht zu; sie unterhielten sich ged&#228;mpft und Harry hatte das unangenehme Gef&#252;hl, da&#223; sie ausheckten, wie sie den Unterricht am besten st&#246;ren konnten.

Ihr m&#252;&#223;t immer abwarten, bis der Hippogreif den ersten Schritt macht, fuhr Hagrid fort.Das ist h&#246;flich, versteht ihr? Ihr geht auf ihn zu und verbeugt euch und wartet. Wenn er sich auch verbeugt, d&#252;rft ihr ihn ber&#252;hren. Wenn er's nicht tut, dann macht euch schleunigst davon, denn diese Krallen tun weh.

Also, wer will als Erster?

Die meisten wichen noch weiter zur&#252;ck. Auch Harry, Ron und Hermine war nicht wohl zumute. Die Hippogreife warfen ihre grimmigen K&#246;pfe in die Luft und spannten ihre m&#228;chtigen Fl&#252;gel; offenbar konnten sie es nicht leiden, angez&#228;unt zu sein.

Keiner?, sagte Hagrid mit flehendem Blick.

Ich mach's, sagte Harry.

Hinter sich h&#246;rte er ein lautes Aufatmen und Lavender und Parvati fl&#252;sterten:Ooooo nein, Harry, denk an deine Teebl&#228;tter!

Harry achtete nicht auf sie. Er kletterte &#252;ber den Zaun der Koppel.

Mutiger Junge, Harry!, polterte Hagrid.Gut, schauen wir mal, wie du mit Seidenschnabel zurechtkommst.

Er l&#246;ste eine der Ketten, zog den grauen Hippogreif von seinen Artgenossen fort und befreite ihn von seinem Lederkragen. Die Klasse auf der anderen Seite des Zauns schien den Atem anzuhalten. Malfoys Augen waren geh&#228;ssig verengt.

Ruhig jetzt, Harry, sagte Hagrid leise.Du blickst ihm in die Augen, und versuch jetzt, nicht zu blinzeln Hippogreife trauen dir nicht, wenn du zu viel blinzelst

Sofort wurden Harrys Augen feucht, doch er hielt sie offen. Seidenschnabel hatte seinen gro&#223;en, scharf geschnittenen Kopf zur Seite geneigt und starrte Harry mit einem grimmigen orangefarbenen Auge an.

Sehr gut, Harry, sagte Hagrid.Sehr gut, Harry und jetzt verbeug dich

Harry hatte keine gro&#223;e Lust, Seidenschnabel seinen Nacken preiszugeben, doch er tat, wie ihm gehei&#223;en. Er verneigte sich kurz und sah dann auf

Der Hippogreif starrte ihn immer noch herablassend an. Er r&#252;hrte sich nicht.

Ah, sagte Hagrid beunruhigt.Na gut, zieh dich zur&#252;ck, Harry, und ganz vorsichtig -

Doch zu Harrys gewaltiger &#220;berraschung knickte der Hippogreif pl&#246;tzlich seine geschuppten Vorderknie ein und neigte unmi&#223;verst&#228;ndlich den Kopf

Gut gemacht, Harry!, sagte Hagrid ganz begeistert,sch&#246;n, du kannst ihn anfassen! T&#228;tschel seinen Schnabel, nur zu!

Harry h&#228;tte sich zur Belohnung lieber das Ende der Vorstellung gew&#252;nscht, doch er ging langsam auf den Hippogreif zu und streckte die Hand nach ihm aus. Er t&#228;tschelte ein wenig den Schnabel und der Hippogreif schlo&#223; entspannt die Augen, als w&#252;rde es ihm gefallen.

Die ganze Klasse, au&#223;er Malfoy, Crabbe und Goyle, die &#228;u&#223;erst mi&#223;vergn&#252;gt wirkten, brach in st&#252;rmischen Beifall aus.

Jetzt weiter, Harry, sagte Hagrid,ich sch&#228;tze, er l&#228;&#223;t dich reiten!

Damit allerdings hatte Harry nicht gerechnet. Er konnte auf einem Besen durch die L&#252;fte fliegen; doch er war sich nicht sicher, ob ein Hippogreif nicht etwas ganz anderes war.

Steig auf, gleich hinter den Fl&#252;gelansatz, sagte Hagrid,und pa&#223; auf, da&#223; du keine Federn rausziehst, das mag er gar nicht

Harry setzte den Fu&#223; auf den Fl&#252;gel des Hippogreifs und schwang sich auf seinen R&#252;cken. Seidenschnabel erhob sich. Harry wu&#223;te nicht recht, wo er sich festhalten sollte; alles vor ihm war voller Federn.

Dann mal los!, polterte Hagrid und klatschte dem Hippogreif auf den Hintern.

Ohne Vorwarnung spannte das Gesch&#246;pf seine drei Meter langen Fl&#252;gel zu beiden Seiten von Harry aus; der hatte gerade noch Zeit, die Arme um seinen Hals zu schlingen, dann scho&#223; er in die H&#246;he. Es war nicht zu vergleichen mit einem Besen, und Harry wu&#223;te, was er lieber fliegen wollte; die Fl&#252;gel des Hippogreifs schlugen heftig aus, gerieten unter seine Beine und drohten ihn abzuwerfen; die schimmernden Federn rutschten ihm durch die Finger, doch er wagte nicht, sie fester zu packen; dies war nicht das sanfte Gleiten seines Nimbus Zweitausend; das Hinterteil des Hippogreifs hob und senkte sich mit jedem Fl&#252;gelschlag und Harry wippte vor und zur&#252;ck.

Seidenschnabel flog ihn einmal um die Koppel herum; dann neigte er den Kopf zur Erde; es war dieser steile Sinkflug, vor dem Harry Angst hatte; er lehnte sich zur&#252;ck, als der glatte Hals sich nach unten beugte, und hatte das Gef&#252;hl, &#252;ber den Schnabel abzurutschen. Dann gab es einen schmerzhaften Aufprall, als die vier schlecht zusammenpassenden F&#252;&#223;e auf dem Boden aufschlugen; er konnte sich gerade eben noch festhalten und richtete sich wieder auf.

Gut gemacht, Harry!, rief Hagrid, und alle au&#223;er Malfoy, Crabbe und Goyle brachen in Jubel aus.Gut, wer will als N&#228;chster?

Ermutigt durch Harrys Erfolg kletterte auch der Rest der Klasse vorsichtig in die Koppel. Hagrid l&#246;ste die Hippogreife nacheinander von ihren Ketten, und bald waren auf der ganzen Koppel Sch&#252;ler verteilt, die sich nerv&#246;s verbeugten. Neville stolperte immer wieder r&#252;ckw&#228;rts davon, denn sein Hippogreif wollte einfach nicht in die Knie gehen. Ron und Hermine &#252;bten unter den Augen von Harry mit einem kastanienbraunen Tier.

Malfoy, Crabbe und Goyle hatten sich Seidenschnabel vorgenommen. Er hatte sich vor Malfoy verbeugt, der ihm jetzt mit ver&#228;chtlichem Blick den Schnabel t&#228;tschelte.

Das ist doch kinderleicht, schnarrte Malfoy so laut, da&#223; Harry es h&#246;ren konnte, hab ich doch gleich gewu&#223;t, wenn Potter es schafft ich wette, du bist &#252;berhaupt nicht gef&#228;hrlich, oder?, sagte er zu dem Hippogreif,oder doch, du gro&#223;es h&#228;&#223;liches Scheusal?

Man sah nur ein st&#228;hlernes Schnabelblitzen; von Malfoy kam ein durchdringender Schrei und schon war Hagrid zur Stelle. Er zw&#228;ngte den Lederkragen &#252;ber den Hals von Seidenschnabel und bem&#252;hte sich, zu Malfoy zu gelangen, der zusammengerollt im Gras lag. Blutflecken erschienen auf seinem Umhang und wurden langsam gr&#246;&#223;er.

Ich sterbe!, schrie Malfoy, und Panik machte sich breit.Ich sterbe, seht her! Es hat mich umgebracht!

Du stirbst nicht!, sagte Hagrid mit todbleichem Gesicht.Helft mir mal, ich mu&#223; ihn hier rausbringen -

Hermine lief zum Tor und &#246;ffnete es, w&#228;hrend Hagrid Malfoy m&#252;helos von der Erde hob. Als Hagrid vorbeiging, bemerkte Harry eine lange, klaffende Wunde an Malfoys Arm; Blut besprenkelte das Gras, w&#228;hrend Hagrid mit seiner Last den Abhang zum Schlo&#223; hochrannte.

Ratlos und ver&#228;ngstigt folgte ihm die Klasse. Die Slytherins schimpften lauthals &#252;ber Hagrid.

Sie sollten ihn sofort rauswerfen!, sagte Pansy Parkinson mit Tr&#228;nen in den Augen.

Malfoy war doch selber schuld, herrschte sie Dean Thomas an. Crabbe und Goyle spielten drohend mit den Muskeln.

Sie stiegen die steinerne Treppe zur menschenleeren Eingangshalle empor.

Ich schau nach, wie es ihm geht!, sagte Pansy, und die Blicke der &#220;brigen folgten ihr die marmorne Treppe hoch. Die Slytherins, immer noch &#252;ber Hagrid schimpfend, zogen sich in ihren Gemeinschaftsraum unten in den Kerkern zur&#252;ck; Harry, Ron und Hermine gingen die Treppen hoch zum Turm der Gryffindors.

Glaubst du, er wird wieder gesund?, sagte Hermine nerv&#246;s.

Nat&#252;rlich, Madam Pomfrey kann Wunden in ein paar Sekunden heilen, sagte Harry, dem die Krankenschwester schon viel schlimmere Verletzungen mit Zauberkr&#228;ften geheilt hatte.

Das war eine ziemlich &#252;ble Geschichte, ausgerechnet in Hagrids erster Unterrichtsstunde, meint ihr nicht?, sagte Ron besorgt.Ich wette, Malfoy wird ihm die H&#246;lle hei&#223; machen

Sie waren unter den Ersten, die zum Abendessen in die Gro&#223;e Halle kamen, weil sie hofften, Hagrid zu treffen. Doch er kam nicht.

Sie werden ihn doch nicht entlassen?, sagte Hermine besorgt und r&#252;hrte ihren Pudding nicht an.

Das sollen sie blo&#223; nicht wagen, sagte Ron, der ebenfalls nichts runterbrachte.

Harry beobachtete den Tisch der Slytherins. Crabbe und Goyle und eine Menge andere Sch&#252;ler sa&#223;en dort, die K&#246;pfe zusammengesteckt, und redeten fieberhaft aufeinander ein. Harry war sich sicher, sie w&#252;rden ihre eigene Geschichte zusammenbrauen, wie es zu Malfoys Verletzung gekommen war.

Immerhin kann man nicht behaupten, der erste Schultag sei langweilig gewesen, sagte Ron mit d&#252;sterer Miene.

Nach dem Essen gingen sie nach oben in den belebten Gemeinschaftsraum der Gryffindors und versuchten ihre Hausaufgaben f&#252;r Professor McGonagall zu machen, doch alle drei unterbrachen st&#228;ndig die Arbeit und sp&#228;hten aus dem Turmfenster.

Bei Hagrid dr&#252;ben brennt Licht, sagte Harry pl&#246;tzlich.

Ron sah auf die Uhr.

Wenn wir uns beeilen, k&#246;nnen wir ihn besuchen, es ist immer noch recht fr&#252;h

Ich wei&#223; nicht, sagte Hermine bed&#228;chtig und Harry fing ihren Blick auf

Ich darf sehr wohl &#252;ber das Schulgel&#228;nde gehen, sagte er entschieden.Sirius Black ist noch nicht an den Dementoren vorbeigekommen, oder?

Also r&#228;umten sie ihre Sachen zusammen und kletterten durch das Portr&#228;tloch, froh, auf dem Weg zum Schlo&#223;portal niemanden zu treffen, denn ganz sicher waren sie sich ihrer Sache nicht.

Das Gras war immer noch na&#223; und wirkte im D&#228;mmerlicht fast schwarz. Vor Hagrids H&#252;tte angelangt, klopften sie, und eine Stimme knurrte:Herein.

Hagrid sa&#223; in Hemds&#228;rmeln an seinem polierten Holztisch; sein Saur&#252;de Fang hatte den Kopf in seinen Scho&#223; gelegt. Ein Blick gen&#252;gte, um zu erkennen, da&#223; Hagrid einiges getrunken hatte; vor ihm stand ein Zinnhumpen, fast so gro&#223; wie ein Eimer, und er schien Schwierigkeiten zu haben, sie klar zu sehen.

Vermute mal, 's is 'n Rekord, sagte er mit br&#228;siger Stimme, als er sie erkannt hatte.Ham wohl noch kein' Lehrer gehabt, der nur 'nen Tag lang dabei war.

Du bist doch nicht entlassen!, rief Hermine und hielt den Atem an.

Noch nich, sagte Hagrid bedr&#252;ckt und nahm einen gewaltigen Schluck von was auch immer aus seinem Humpen.Aber 's i&#223; nur 'ne Frage der Sseit, nach der Ssache mit Maffoy

Sie setzten sich.Wie geht's ihm denn?, fragte Ron,war doch nichts Ernstes, oder?

Ma'm Pomfrey hat ihn so gut sie konnte zusamm'geflickt, sagte Hagrid dumpf,aber er ssagt, er leide immer noch Todesqualen alles in Bandagen st&#246;hnt die ganze Zeit

Er tut doch nur so, sagte Harry ohne Umschweife.Madam Pomfrey kann alles heilen. Letztes Jahr hat sie die H&#228;lfte meiner Knochen nachwachsen lassen. Da&#223; Malfoy die Sache jetzt ausnutzt, war ja klar.

Der Schulbeirat is unterrichtet worden, nat&#252;rlich, sagte Hagrid niedergeschlagen.Die meinen, ich w&#228;r zu gro&#223; eingestiegen. H&#228;tte die Hippogreife f&#252;r sp&#228;ter aufheben sollen lieber mit Flubberw&#252;rmern oder so was anfangen sollen dachte nur, es w&#228;r 'ne gute erste Stunde f&#252;r euch alles mein Fehler

Es ist alles Malfoys Fehler, Hagrid, sagte Hermine mit ernster Stimme.

Wir sind Zeugen, sagte Harry.Du hast gesagt, Hippogreife werden b&#246;se, wenn man sie beleidigt. Es ist Malfoys Problem, wenn er nicht h&#246;ren wollte. Wir sagen Dumbledore, was wirklich passiert ist.

Ja, mach dir keine Sorgen, Hagrid, wir holen dich da raus, sagte Ron.

Tr&#228;nen kullerten aus den runzligen Winkeln um Hagrids k&#228;ferschwarze Augen. Er packte Harry und Ron und umarmte sie, da&#223; ihre Knochen krachten.

Ich glaube, du hast genug getrunken, sagte Hermine streng. Sie nahm den Humpen vom Tisch, ging nach drau&#223;en und sch&#252;ttete ihn aus.

Aaarh, vielleicht hat sie Recht, sagte Hagrid und lie&#223; Harry und Ron los, die beide zur&#252;ckstolperten und sich die Rippen rieben. Hagrid hievte sich aus dem Stuhl und schwankte nach drau&#223;en zu Hermine. Sie h&#246;rten einen lauten Platscher.

Was hat er getan?, fragte Harry nerv&#246;s, als Hermine mit dem leeren Humpen hereinkam.

Den Kopf ins Wasserfa&#223; getaucht, sagte Hermine und r&#228;umte den Humpen beiseite.

Hagrid kam zur&#252;ck, das Haar und der Bart klitschna&#223;, und wischte sich das Wasser aus den Augen.

Jetzt geht's besser, sagte er, sch&#252;ttelte den Kopf wie ein Hund und spritzte sie alle na&#223;.H&#246;rt mal, das war gut, da&#223; ihr mich besucht habt, ich bin wirklich -

Hagrid verstummte j&#228;h und starrte Harry an, als h&#228;tte er erst jetzt erkannt, wen er vor sich hatte.

Was glaubst du eigentlich, was du hier zu suchen hast?, br&#252;llte er so pl&#246;tzlich los, da&#223; sie einen Luftsprung machten.Du stromerst hier nicht rum, wenn es dunkel ist, Harry! Und ihr beiden! Ihr la&#223;t ihn auch noch gehen!

Hagrid war mit einem Schritt bei Harry, packte ihn am Arm und schleifte ihn zur T&#252;r.

Kommt schon!, sagte Hagrid zornig,ich bring euch alle drei hoch zur Schule, und la&#223;t euch ja nicht mehr bei mir Blicken, wenn es dunkel ist. Das bin ich nicht wert!



Der Irrwicht im Schrank

Malfoy erschien erst wieder am Donnerstagmorgen im Unterricht, als die Slytherins und Gryffindors schon die H&#228;lfte der Zaubertrankstunde hinter sich hatten. Den rechten Arm verbunden und in einer Schlinge stolzierte er in den Kerker, gerade so, dachte Harry, als w&#228;re er der einzig &#252;berlebende Held einer furchtbaren Schlacht.

Wie geht's, Draco?, fragte Pansy Parkinson und schenkte ihm einen bewundernden Blick,tut's noch sehr weh?

Jaah, sagte Malfoy mit der Miene des tapferen K&#228;mpfers. Doch Harry sah, wie er Crabbe und Goyle zuzwinkerte, als Pansy den Blick abwandte.

Setzen Sie sich, setzen Sie sich, sagte Professor Snape gleichm&#252;tig.

Harry und Ron sahen sich mi&#223;mutig an; wenn sie zu sp&#228;t gekommen w&#228;ren, h&#228;tte Snape nichtSetzen Sie sichgesagt, er h&#228;tte sie nachsitzen lassen. Doch Snape lie&#223; Malfoy im Unterricht immer alles durchgehen; Snape war der Leiter des Hauses Slytherin und lie&#223; die andern sp&#252;ren, wer seine Lieblingssch&#252;ler waren.

Heute war ein neuer Zaubertrank dran, eine Schrumpfl&#246;sung. Malfoy stellte seinen Kessel neben Harry und Ron auf, so da&#223; sie ihre Zutaten auf demselben Tisch vorbereiten mu&#223;ten.

Professor, rief Malfoy,Professor, ich brauche Hilfe beim Zerschneiden dieser G&#228;nsebl&#252;mchenwurzeln, weil mein Arm -

Weasley, du schneidest die Wurzeln f&#252;r Malfoy, antwortete Snape ohne aufzusehen.

Ron scho&#223; die R&#246;te ins Gesicht.

Dein Arm ist vollkommen in Ordnung, zischte er Malfoy zu.

Malfoy sah ihn h&#228;misch an.

Weasley, du hast geh&#246;rt, was Professor Snape gesagt hat, schneid mir die Wurzeln.

Ron packte sein Messer, zog Malfoys Wurzeln zu sich her&#252;ber und begann sie grob zu zerkleinern, so da&#223; die St&#252;cke alle verschieden gro&#223; wurden.

Professor, schnarrte Malfoy,Weasley verhackst&#252;ckt meine Wurzeln, Sir.

Snape trat an ihren Tisch, beugte seine Hakennase &#252;ber die Wurzeln und l&#228;chelte Ron durch seine langen, fettigen schwarzen Haare hindurch Unheil verk&#252;ndend an.

Du nimmst Malfoys Wurzeln, Weasley, und gibst ihm deine.

Aber Sir!

Ron hatte die letzte Viertelstunde damit verbracht, seine Wurzeln sorgf&#228;ltig in gleich gro&#223;e St&#252;cke zu schneiden.

Sofort!, sagte Snape in seinem bedrohlichsten Tonfall.

Ron schob seine eigenen, sch&#246;n geschnittenen Wurzeln hin&#252;ber zu Malfoy und griff dann wieder nach dem Messer.

Und, Sir, diese Schrumpelfeige mu&#223; mir auch jemand sch&#228;len, sagte Malfoy und konnte ein gemeines Lachen kaum unterdr&#252;cken.

Potter, du kannst Malfoys Schrumpelfeige sch&#228;len, sagte Snape mit jenem ha&#223;erf&#252;llten Blick, mit dem er Harry immer bedachte.

Harry nahm Malfoys Schrumpelfeige, und Ron versuchte die Wurzelst&#252;cke zurechtzuschneiden, die er jetzt benutzen mu&#223;te. Harry sch&#228;lte die Schrumpelfeige so schnell er konnte und warf sie ohne ein Wort quer &#252;ber den Tisch. Malfoy grinste noch h&#228;mischer &#252;ber das ganze Gesicht.

Euren Kumpel Hagrid mal wieder gesehen?, fragte er mit ged&#228;mpfter Stimme.

Das geht dich nichts an, sagte Ron unwirsch und ohne aufzublicken.

Ich f&#252;rchte, er wird nicht mehr lange Lehrer sein, sagte Malfoy mit gespieltem Bedauern.Mein Vater ist nicht gerade erfreut &#252;ber meine Verletzung -

Red nur weiter, Malfoy, und ich verpa&#223; dir gleich 'ne richtige Wunde, blaffte ihn Ron an.

- er hat sich bei den Schulbeir&#228;ten beschwert. Und beim Zaubereiministerium. Vater hat gute Beziehungen, m&#252;&#223;t ihr wissen. Und eine bleibende Verletzung wie diese -, er lie&#223; einen langen, falschen Seufzer h&#246;ren,- wer wei&#223;, ob mein Arm je wieder richtig gesund wird?

Also deshalb spielst du dieses Theater, sagte Harry und k&#246;pfte, weil seine Hand vor Zorn zitterte, versehentlich eine tote Raupe.Damit sie Hagrid rauswerfen.

Nun, sagte Malfoy und senkte die Stimme zu einem Fl&#252;stern,nicht nur, Potter. Es bringt auch noch andere Vorteile. Weasley, schneid mir die Raupe.

Ein paar Kessel weiter war Neville in Schwierigkeiten. Der Zaubertrankunterricht endete f&#252;r ihn jedes Mal in einer Katastrophe; noch schlechter war er in keinem Fach und seine gro&#223;e Angst vor Professor Snape machte alles noch zehnmal schlimmer. Sein Zaubertrank, der eigentlich von leuchtend giftgr&#252;ner Farbe sein sollte, war -

Orange, Longbottom, sagte Snape, sch&#246;pfte ein wenig Fl&#252;ssigkeit ab und lie&#223; sie in den Kessel zur&#252;ckpl&#228;tschern, damit alle es sehen konnten.Orange. Sag mir, Bursche, geht eigentlich &#252;berhaupt etwas in deinen dicken Sch&#228;del rein? Hast du nicht geh&#246;rt, wie ich ganz deutlich gesagt habe, nur eine Rattenmilz zugeben? Hab ich nicht klar gesagt, ein Spritzer Blutegelsaft gen&#252;gt? Was soll ich tun, damit du es kapierst, Longbottom?

Neville war rosa angelaufen und fing an zu zittern. Es schien, als w&#252;rde er gleich losheulen.

Bitte, Sir, sagte Hermine,bitte, ich k&#246;nnte Neville helfen, es in Ordnung zu bringen -

Ich erinnere mich nicht, Sie gebeten zu haben, hier die Wichtigtuerin zu spielen, Miss Granger, sagte Snape kalt, und Hermine lief so rosa an wie Neville.Longbottom, am Ende der Stunde werden wir ein paar Tropfen dieses Tranks an deine Kr&#246;te verf&#252;ttern und zusehen, was passiert. Vielleicht machst du es dann endlich richtig.

Snape ging weiter und lie&#223; Neville atemlos vor Angst sitzen.

Hilf mir!, st&#246;hnte er Hermine zu.

Hallo, Harry, sagte Seamus Finnigan und beugte sich &#252;ber den Tisch, um sich Harrys Messingwaage zu borgen,hast du schon geh&#246;rt? Heute Morgen im Tagespropheten  sie glauben, Sirius Black sei gesehen worden.

Wo?, kam es von Harry und Ron wie aus einem Munde. Gegen&#252;ber am Tisch sah Malfoy hoch und lauschte aufmerksam.

Nicht allzu weit von hier, sagte Seamus aufgeregt.Eine Muggel hat ihn gesehen. Nat&#252;rlich hatte sie im Grunde keine Ahnung. Die Muggel glauben doch, er sei ein gew&#246;hnlicher Verbrecher, oder? jedenfalls hat sie den Notruf gew&#228;hlt. Aber als die Leute vom Zaubereiministerium auftauchten, war er verschwunden.

Nicht allzu weit von hier, wiederholte Ron und blickte Harry viel sagend an. Er wandte sich um und bemerkte, da&#223; Malfoy sie scharf beobachtete.Was ist los, Malfoy? Soll ich dir noch was sch&#228;len?

Doch Malfoys Augen leuchteten b&#246;sartig und waren fest auf Harry gerichtet. Er lehnte sich &#252;ber den Tisch.

Glaubst du, du k&#246;nntest Black alleine fangen, Potter?

Ja, sicher, sagte Harry l&#228;ssig.

Malfoys schmaler Mund bog sich zu einem schiefen L&#228;cheln.

Ich an deiner Stelle, sagte er leise,h&#228;tte schon l&#228;ngst was unternommen. Ich w&#252;rde nicht in der Schule bleiben wie ein braver junge, sondern drau&#223;en nach ihm suchen.

Wovon redest du eigentlich, Malfoy, sagte Ron grob.

Wei&#223;t du es nicht, Potter?, fl&#252;sterte Malfoy und seine blassen Augen verengten sich.

Was denn?

Malfoy lie&#223; ein leises, h&#228;misches Lachen vernehmen.

Vielleicht willst du deinen Hals nicht riskieren, sagte er.Willst es lieber den Dementoren &#252;berlassen, oder? Aber ich an deiner Stelle wollte Rache. Ich w&#252;rde ihn selbst jagen.

Wovon redest du denn?, sagte Harry zornig, doch, in diesem Moment rief Snape:

Ihr solltet inzwischen alle Zutaten reingemischt haben, dieser Trank mu&#223; eine Weile k&#246;cheln, bevor er getrunken werden kann, also la&#223;t ihn ein wenig blubbern und dann testen wir das Gebr&#228;u von Longbottom

Crabbe und Goyle lachten laut auf, und Neville, der seinen Trank fieberhaft umr&#252;hrte, brach der Schwei&#223; aus. Damit Snape nichts mitbekam, murmelte ihm Hermine aus dem Mundwinkel zu, was er machen sollte. Harry und Ron r&#228;umten ihre &#252;brig gebliebenen Zutaten weg und gingen zum Steinbecken in der Ecke, um sich die H&#228;nde und die Sch&#246;pfl&#246;ffel zu waschen.

Was will Malfoy eigentlich sagen?, murmelte Harry Ron zu und hielt die H&#228;nde unter den eisigen Strahl, der aus dem Mund des Wasserspeiers scho&#223;.Warum sollte ich mich an Black r&#228;chen wollen? Er hat mir nichts getan  bisher jedenfalls.

Er redet doch Unsinn, sagte Ron w&#252;tend,und will nur, da&#223; du eine Dummheit machst

Das Ende der Stunde nahte, und Snape schritt hin&#252;ber zu Neville, der eingesch&#252;chtert neben seinem Kessel hockte.

Alle hierher im Kreis aufstellen, sagte Snape, und seine schwarzen Augen glitzerten.Seht euch an, was mit Longbottoms Kr&#246;te passiert. Wenn er es geschafft hat, eine Schrumpfl&#246;sung zustande zu bringen, wird sie zu einer Kaulquappe zusammenschrumpfen. Wenn er, woran ich nicht zweifle, die Sache vermasselt hat, k&#246;nnte seine Kr&#246;te vergiftet werden.

Die Gryffindors sahen beklommen zu. Die Slytherins schienen ganz aufgeregt. Snape hob Trevor, die Kr&#246;te, mit der linken Hand hoch und tauchte einen kleinen L&#246;ffel in Nevilles Zaubertrank, der inzwischen gr&#252;n war. Er lie&#223; ein paar Tropfen in Trevors Kehle rinnen.

Ein Moment gespannten Schweigens trat ein, und Trevor gluckste; dann gab es ein leisesPloppund Trevor, die Kaulquappe, wand sich in Snapes Handfl&#228;che.

Die Gryffindors brachen in Beifall aus. Snape, der sauer dreinsah, zog eine kleine Flasche aus der Tasche seines Umhangs, tr&#228;ufelte ein paar Tropfen auf Trevor und pl&#246;tzlich war sie wieder eine ausgewachsene Kr&#246;te.

F&#252;nf Punkte Abzug f&#252;r Gryffindor, sagte Snape, und das Lachen gefror auf ihren Gesichtern.Ich hab Ihnen gesagt, Miss Granger, Sie sollen ihm nicht helfen. Der Unterricht ist beendet.

Harry, Ron und Hermine stiegen die Stufen zur Eingangshalle hoch. Harry dachte immer noch &#252;ber Malfoys Worte nach, w&#228;hrend Ron w&#252;tend &#252;ber Snape herzog.

F&#252;nf Punkte Abzug f&#252;r uns, weil der Zaubertrank in Ordnung war! Warum hast du nicht gelogen, Hermine? Du h&#228;ttest sagen sollen, da&#223; Neville alles allein gemacht hat!

Hermine antwortete nicht. Ron wandte sich um.

Wo ist sie?

Auch Harry drehte sich um. Sie waren jetzt oben und lie&#223;en die andern vorbeigehen, die in die Gro&#223;e Halle zum Mittagessen str&#246;mten.

Sie war doch eben noch hinter uns, sagte Ron stirnrunzelnd.

Malfoy ging an ihnen vorbei, in die Mitte genommen von Crabbe und Goyle. Er sah Harry sp&#246;ttisch an und verschwand.

Da ist sie ja, sagte Harry.

Hermine kam ein wenig keuchend die Stufen hochgerannt; mit der einen Hand hielt sie die Tasche, mit der anderen schien sie etwas unter ihrem Umhang festzuklammern.

Wie hast du das gemacht?, fragte Ron.

Was?, sagte Hermine und trat neben sie.

Du warst direkt hinter uns, im n&#228;chsten Moment warst du wieder ganz unten an der Treppe.

Wie?Hermine sah leicht verwirrt aus.Ach, ich hatte was vergessen und mu&#223;te zur&#252;ck. 0 nein -

An Hermines Tasche war eine Naht aufgeplatzt. Harry wunderte das nicht; sie war proppenvoll mit mindestens einem Dutzend gro&#223;er schwerer B&#252;cher.

Warum tr&#228;gst du die alle mit dir rum?, fragte Ron.

Du wei&#223;t doch, wie viele F&#228;cher ich habe, sagte Hermine au&#223;er Atem.Kannst du die vielleicht mal halten?

Aber -Ron musterte die Umschl&#228;ge der B&#252;cher, die sie ihm gereicht hatte.Diese F&#228;cher hast du heute gar nicht Nur heute Nachmittag noch Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste.

Ach ja, sagte Hermine nebenbei; dennoch packte sie alle B&#252;cher in ihre Tasche.Hoffentlich gibt's was Gutes zum Essen, ich sterbe vor Hunger, f&#252;gte sie hinzu und schritt davon in Richtung Gro&#223;e Halle.

Hast du nicht auch das Gef&#252;hl, da&#223; Hermine uns was verheimlicht?, fragte Ron Harry.

Professor Lupin war nicht da, als sie zu seiner ersten Stunde Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste kamen. Sie setzten sich, packten ihre B&#252;cher, Federkiele und Pergamentbl&#228;tter aus und unterhielten sich angeregt, bis er schlie&#223;lich hereinkam. Lupin l&#228;chelte verschwommen und legte seine schmuddelige alte Aktentasche auf das Lehrerpult. Er sah noch immer so sch&#228;big aus, wie sie ihn kennen gelernt hatten, jedoch ges&#252;nder als im Zug, so als h&#228;tte er inzwischen ein paar anst&#228;ndige Mahlzeiten gehabt.

Sch&#246;nen Tag, sagte er.W&#252;rdet ihr bitte all eure B&#252;cher wieder einpacken. Heute haben wir eine praktische Lektion. Ihr braucht nur eure Zauberst&#228;be.

Ein paar neugierige Blicke wurden ausgetauscht, w&#228;hrend sie die B&#252;cher wegpackten. Sie hatten noch nie praktischen Unterricht in Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste gehabt, abgesehen von der unverge&#223;lichen Stunde im letzten Jahr, als ihr damaliger Lehrer einen K&#228;fig voller Wichtel mitgebracht und sie losgelassen hatte.

Alles klar, sagte Professor Lupin, als alle bereit waren.Dann folgt mir bitte.

Ratlos, aber gespannt standen sie auf und folgten Professor Lupin aus dem Klassenzimmer. Er f&#252;hrte sie durch den ausgestorbenen Korridor, und als sie um die Ecke bogen, sahen sie als Erstes Peeves, den Poltergeist. R&#252;cklings in der Luft schwebend stopfte er das n&#228;chstbeste Schl&#252;sselloch mit Kaugummi voll.

Peeves sah nicht auf, bis Professor Lupin nur noch einen Meter entfernt war, dann wackelte er mit den F&#252;&#223;en, an denen er gekringelte Zehen hatte, und begann zu singen.

Lusche Lusche Lupin, sang er,Lusche Lusche Lupin, Lusche Lusche Lupin -

Grob und unbeherrschbar war Peeves zwar fast immer, doch immerhin zeigte er den Lehrern gegen&#252;ber meist ein wenig Respekt. Sie blickten rasch auf zu Professor Lupin, neugierig, wie er damit umgehen w&#252;rde; zu ihrer &#220;berraschung war ihm das L&#228;cheln nicht vergangen.

Wenn ich Sie w&#228;re, Peeves, w&#252;rde ich diesen Kaugummi aus dem Schl&#252;sselloch holen, sagte er vergn&#252;gt.Mr Filch wird sonst nicht in der Lage sein, zu seinen Besen zu gelangen.

Filch war der Hausmeister von Hogwarts, ein &#252;bel gelaunter, gescheiterter Zauberer, der einen ewigen Krieg gegen die Sch&#252;ler und auch gegen Peeves f&#252;hrte. Doch Peeves achtete nicht auf Professor Lupins Worte, au&#223;er da&#223; er laut und Speichel spr&#252;hend schnaubte.

Professor Lupin seufzte leise und z&#252;ckte seinen Zauberstab.

Das ist ein n&#252;tzlicher kleiner Zauber, sagte er zur Klasse gewandt.Bitte, seht genau hin.

Er hob den Zauberstab auf Schulterh&#246;he, sagteWaddiwasi!und richtete ihn auf Peeves.

Mit der Kraft einer Gewehrkugel scho&#223; der Kaugummi aus dem Schl&#252;sselloch und geradewegs hinein in Peeves' linkes Nasenloch; er wirbelte herum und schwebte prustend und fluchend davon.

Toll, Sir!, sagte Dean Thomas verbl&#252;fft.

Danke, Dean, sagte Professor Lupin und steckte seinen Zauberstab weg.Gehen wir weiter?

Sie machten sich wieder auf den Weg. Die Klasse warf Professor Lupin zunehmend respektvolle Blicke zu. Er f&#252;hrte sie einen weiteren Gang entlang und hielt vor dem Lehrerzimmer an.

Hinein, bitte, sagte Professor Lupin, &#246;ffnete die T&#252;r und trat beiseite.

Das Lehrerzimmer, ein langer, holzget&#228;felter Raum voll alter, nicht zusammenpassender St&#252;hle, war leer, jedenfalls fast. Professor Snape sa&#223; in einem niedrigen Sessel; er blickte auf, als einer nach dem andern hereinkam. Seine Augen glitzerten und um seinen Mund spielte ein geh&#228;ssiges Grinsen. Als Professor Lupin eintrat und die T&#252;r hinter sich schlie&#223;en wollte, sagte Snape:

Lassen Sie auf, Lupin. Das m&#246;chte ich lieber nicht mit ansehen.

Er erhob sich und schritt mit wehendem schwarzem Umhang an der Klasse vorbei. An der T&#252;r drehte er sich auf den Fersen um und sagte:Vermutlich hat keiner Sie gewarnt, Lupin, aber in dieser Klasse ist Neville Longbottom. Ich kann Ihnen nur raten, ihm nichts Schwieriges aufzugeben. Au&#223;er wenn Miss Granger ihm Anweisungen ins Ohr zischt.

Neville wurde scharlachrot. Harry starrte Snape zornig an; schlimm genug, da&#223; er Neville in seinem eigenen Unterricht drangsalierte, und jetzt tat er es auch noch vor einem anderen Lehrer.

Professor Lupin zog die Augenbrauen hoch.

Ich hatte gehofft, Neville w&#252;rde mir beim ersten Schritt des Unternehmens behilflich sein, sagte er,und ich bin mir sicher, er wird es auf bewundernswerte Weise schaffen.

Nevilles Gesicht lief, soweit dies m&#246;glich war, noch r&#246;ter an. Snapes Lippen kr&#228;uselten sich, doch er ging hinaus und schlug die T&#252;r zu.

Nun denn, sagte Professor Lupin und winkte die Klasse zum anderen Ende des Zimmers, wo nichts war au&#223;er einem alten Schrank, in dem die Lehrer ihre Ersatzumh&#228;nge aufbewahrten. Als Professor Lupin vor den Schrank trat, fing der pl&#246;tzlich an heftig zu ruckeln und krachte gegen die Wand.

Kein Grund zur Beunruhigung, sagte Professor Lupin gelassen, denn ein paar Sch&#252;ler waren erschrocken zur&#252;ckgewichen.In diesem Schrank steckt ein Irrwicht.

Die meisten schienen nicht recht glauben zu wollen, da&#223; dies wirklich kein Grund zur Beunruhigung sei. Neville warf Professor Lupin einen grauenerf&#252;llten Blick zu und Seamus Finnigan starrte wie gebannt auf den ruckelnden T&#252;rknopf.

Irrwichte m&#246;gen dunkle, enge R&#228;ume, sagte Professor Lupin.Schr&#228;nke, die L&#252;cke zwischen Betten, Sp&#252;lk&#228;sten  ich hab sogar mal einen getroffen, der es sich in einer Standuhr gem&#252;tlich gemacht hatte. Dieser hier ist gestern Nachmittag eingezogen, und ich habe den Schulleiter gefragt, ob die Kollegen ihn meiner dritten Klasse zum &#220;ben &#252;berlassen k&#246;nnten.

Nun, die erste Frage, die wir uns stellen m&#252;ssen, lautet: Was ist ein Irrwicht?

Hermine hob die Hand.

Es ist ein Gestaltwandler, sagte sie.Er kann die Gestalt dessen annehmen, wovor wir, wie er sp&#252;rt, am meisten Angst haben.

Das h&#228;tte ich selber nicht besser ausdr&#252;cken k&#246;nnen, sagte Professor Lupin, und Hermine strahlte.Der Irrwicht sitzt also in der Dunkelheit herum und hat noch keine Gestalt angenommen. Er wei&#223; noch nicht, was der Person auf der anderen Seite der T&#252;r Angst macht. Keiner wei&#223;, wie ein Irrwicht aussieht, wenn er allein ist, doch wenn wir ihn herauslassen, wird er sich sofort in das verwandeln, was wir am meisten f&#252;rchten.

Und das hei&#223;t, fuhr Professor Lupin fort, ohne Nevilles leises entsetztes Keuchen zu beachten,da&#223; wir von Anfang an gewaltig im Vorteil sind. Kannst du dir denken, warum, Harry?

Eine Antwort zu versuchen, w&#228;hrend Hermine neben ihm auf den Fu&#223;ballen auf- und abh&#252;pfte und die Hand in die Luft streckte, war ziemlich l&#228;stig, doch Harry hatte einen Einfall.

&#196;hm  weil wir so viele sind und er nicht wei&#223;, welche Gestalt er annehmen soll?

Genau, sagte Professor Lupin und Hermine lie&#223; ein wenig entt&#228;uscht die Hand sinken.Man sollte nie allein sein, wenn man es mit einem Irrwicht aufnehmen will. Das bringt ihn durcheinander. Was soll er denn werden, eine kopflose Leiche oder eine Fleisch fressende Schnecke? Ich hab mal einen Irrwicht gesehen, der diesen Fehler gemacht hat  wollte zwei Leute auf einmal erschrecken und hat sich in eine halbe Schnecke verwandelt. Einfach l&#228;cherlich.

Der Zauber, der einen Irrwicht vertreibt, ist einfach, aber er verlangt geistige Anstrengung. Was einem Irrwicht wirklich den Garaus macht, ist n&#228;mlich Gel&#228;chter. Ihr m&#252;&#223;t versuchen ihn zu zwingen, eine Gestalt anzunehmen, die ihr komisch findet.

Wir &#252;ben den Zauber erst mal ohne Zauberstab. Nach mir, bitte Riddikulus!

Riddikulus!, sagte die Klasse wie aus einem Mund.

Gut, sagte Professor Lupin.Sehr gut. Aber das war leider nur der leichte Teil. Denn das Wort allein gen&#252;gt nicht. Und jetzt bist du dran, Neville.

Der Schrank fing wieder an zu zittern, allerdings nicht so heftig wie Neville, der einige Schritte vortrat, als ob es zum Galgen ginge.

Sch&#246;n, Neville, sagte Professor Lupin.Das Wichtigste zuerst: Was, w&#252;rdest du sagen, ist es, das dir am meisten auf der Welt Angst macht?

Nevilles Lippen bewegten sich, doch kein Wort kam heraus.

Verzeihung, Neville, ich hab dich nicht verstanden, sagte Professor Lupin gut gelaunt.

Neville sah sich mit panischem Blick um, als ob er jemanden bitten wollte, ihm zu helfen, dann sagte er, kaum vernehmlich fl&#252;sternd:

Professor Snape.

Fast alle lachten. Selbst Neville grinste peinlich verlegen. Professor Lupin jedoch war nachdenklich geworden.

Professor Snape hmmm Neville, stimmt es, da&#223; du bei deiner Gro&#223;mutter lebst?

&#196;hm  ja, sagte Neville nerv&#246;s.Aber ich will nicht, da&#223; der Irrwicht sich in sie verwandelt.

Nein, nein, du verstehst mich falsch, sagte Professor Lupin und l&#228;chelte jetzt.Ich frage mich  k&#246;nntest du uns sagen, was f&#252;r Kleider deine Gro&#223;mutter normalerweise tr&#228;gt?

Neville wirkte verdutzt, doch er antwortete:

Na ja immer denselben Hut. Einen hohen mit einem ausgestopften Geier drauf, Und ein langes Kleid meist gr&#252;n und manchmal einen Schal aus Fuchsfell.

Und eine Handtasche?, half Professor Lupin nach.

Eine gro&#223;e rote, sagte Neville.

Sehr sch&#246;n, sagte Professor Lupin.Kannst du dir diese Kleidung ganz genau vorstellen, Neville? Kannst du sie vor deinem geistigen Auge sehen?

Ja, sagte Neville unsicher, sich offensichtlich fragend, was als N&#228;chstes kommen w&#252;rde.

Wenn der Irrwicht aus diesem Schrank f&#228;hrt und dich sieht, Neville, wird er die Gestalt von Professor Snape annehmen, sagte Lupin.Und du hebst deinen Zauberstab  so  und rufst >Riddikulus<  und denkst ganz fest an die Kleider deiner Gro&#223;mutter. Wenn alles gut geht, wird Professor Irrwicht Snape gezwungen sein, mit diesem Geierhut, dem gr&#252;nen Kleid und der gro&#223;en roten Handtasche aufzutreten.

Die Klasse lachte laut auf Der Schrank zitterte noch heftiger.

Wenn Neville es gut macht, wird der Irrwicht seine Aufmerksamkeit danach wahrscheinlich uns zuwenden, und zwar einem nach dem andern, sagte Professor Lupin.Ich m&#246;chte, da&#223; ihr alle mal kurz &#252;berlegt, was euch am meisten Angst macht, und euch vorstellt, wie man es zwingen kann, komisch auszusehen

Im Zimmer wurde es still. Harry dachte nach wovor hatte er am meisten Angst?

Als Erstes fiel ihm Lord Voldemort ein  ein Voldemort, der seine alte Kraft wiedererlangt h&#228;tte. Doch bevor er auch nur angefangen hatte, einen m&#246;glichen Gegenangriff auf einen Irrwicht-Voldemort zu planen, drang ein schrecklicher Gedanke in sein Bewu&#223;tsein

Harry schauderte und sah sich um in der Hoffnung, niemand w&#252;rde es bemerken. Viele um ihn her hatten die Augen fest geschlossen. Ron murmelte vor sich hin, etwas wienimm ihr die Beine weg. Harry wu&#223;te ziemlich sicher, an was Ron dachte. Die gr&#246;&#223;te Angst hatte er vor Spinnen.

Seid ihr bereit?, fragte Professor Lupin.

Harry sp&#252;rte, wie ihm Angst die Kehle zuschn&#252;rte. Er war noch nicht bereit. Wie sollte er denn einen Dementor weniger schrecklich aussehen lassen? Doch um Zeit bitten wollte er nicht; alle andern nickten und rollten die &#196;rmel hoch.

Neville, wir gehen ein paar Schritte zur&#252;ck, sagte Professor Lupin.Dann hast du freie Bahn, klar? Ich rufe dann den N&#228;chsten auf alle zur&#252;cktreten jetzt, damit Neville richtig zielen kann.

Sie gingen zur&#252;ck und lehnten sich gegen die Wand; Neville stand jetzt allein vor dem Schrank. Er sah bla&#223; und ver&#228;ngstigt aus, doch er hatte die &#196;rmel seines Umhangs hochgekrempelt und hielt seinen Zauberstab bereit.

Ich z&#228;hle bis drei, Neville, sagte Professor Lupin und deutete mit seinem Zauberstab auf den T&#252;rknopf des Schranks.Eins  zwei  drei  jetzt!

Sterne stoben aus der Spitze von Professor Lupins Zauberstab und trafen den T&#252;rknopf Die Schrankt&#252;ren flogen auf. Hakennasig und drohend trat Professor Snape heraus und richtete seine blitzenden Augen auf Neville.

Neville wich zur&#252;ck, den Zauberstab erhoben, und bewegte stumm den Mund. Snape griff in seinen Umhang und ging drohend auf ihn zu.

R  r  riddikulus!, quiekte Neville.

Es gab einen Knall, &#228;hnlich dem Knall einer Peitsche. Snape stolperte; er trug jetzt ein langes, spitzenbesetztes Kleid, einen turmhohen Hut, auf dessen Spitze ein mottenzerfressener Geier sa&#223;, und an seinem Handgelenk schlenkerte eine enorme rote Handtasche.

Dr&#246;hnendes Gel&#228;chter brach aus; der Irrwicht erstarrte, heillos verwirrt, und Professor Lupin rief:

Parvati! Du bist dran!

Parvati trat mit entschlossener Miene nach vorne. Drohend wandte sich Snape ihr zu. Wieder knallte es und wo er gestanden hatte, erschien eine blutbefleckte, bandagierte Mumie; ihr augenloses Antlitz Parvati zugewandt, begann sie tr&#228;ge schlurfend auf das M&#228;dchen zuzugehen und hob die Arme.

Riddikulus!, schrie Parvati.

Am Fu&#223; der Mumie l&#246;ste sich eine Bandage; die Mumie verhedderte sich und fiel mit dem Gesicht auf den Boden; der Kopf rollte davon.

Seamus!, rief Professor Lupin.

Seamus scho&#223; an Parvati vorbei.

Knall! Wo die Mumie gewesen war, stand eine Frau mit schwarzem Haar, das bis zum Boden reichte, und einem gr&#252;nlichen, skelettartigen Gesicht  eine Todesfee. Sie machte den Mund weit auf und ein Klang wie nicht von dieser Welt erf&#252;llte den Raum, ein lang gezogener, wehklagender Schrei, der Harry die Haare zu Berge stehen lie&#223;.

Riddikulus!, rief Seamus.

Die Todesfee machte ein rasselndes Ger&#228;usch und griff sich an die Kehle; sie hatte ihre Stimme verloren.

Knall! Die Todesfee verwandelte sich in eine Ratte, die im Kreis herumrasend ihrem eigenen Schwanz nachjagte und dann  knall!  zu einem blutigen Augapfel wurde.

Er ist durcheinander!, rief Lupin,bald haben wir's geschafft! Dean!

Dean trat rasch nach vorne.

Krach! Der Augapfel wurde zu einer abgeschnittenen Hand; wie ein Krake kroch sie &#252;ber den Boden.

Riddikulus!, rief Dean.

Es gab ein schnappendes Ger&#228;usch und die Hand war in einer Mausefalle gefangen.

Gl&#228;nzend! Ron, du bist dran!

Ron st&#252;rzte nach vorne.

Knall!

Nicht wenige schrien. Eine riesige Spinne, zwei Meter hoch und haarig, krabbelte auf Ron zu und klickte bedrohlich mit ihren Greifzangen. Einen Moment lang hatte Harry den Eindruck, Ron sei erstarrt. Dann -

Riddikulus!, bellte Ron und die Beine der Spinne verschwanden; sie kullerte &#252;ber den Boden; Lavender Brownkreischte und lief aus dem Weg und die Spinne blieb vor Harrys F&#252;&#223;en liegen. Schon hob er seinen Zauberstab, doch -

Halt!, rief Professor Lupin pl&#246;tzlich und sprang vor.

Knall!

Die beinlose Spinne war verschwunden. Einen Moment schauten sich alle aufgeregt um, wo sie abgeblieben war. Dann sahen sie eine silbern glitzernde wei&#223;e Kugel vor Lupin in der Luft h&#228;ngen.Riddikulus!, sagte er fast l&#228;ssig.

Knall!

Der Irrwicht landete als Kakerlak auf dem Boden.Los jetzt, Neville, mach ihn alle!, sagte Lupin. Knall! Snape war wieder da. Diesmal st&#252;rzte Neville mit entschlossener Miene auf ihn zu.

Oh!, rief er und f&#252;r den Bruchteil einer Sekunde sahen sie Snape noch einmal im Spitzenkleid, bis Neville ein lautes, prustendesHa!ausstie&#223; und der Irrwicht explodierte, in tausend kleine Rauchw&#246;lkchen auseinander stob und verschwand.

Hervorragend!, rief Professor Lupin, und die Klasse fing begeistert an zu klatschen.Sehr sch&#246;n, Neville. Ihr alle habt eure Sache sehr gut gemacht la&#223;t mich kurz &#252;berlegen f&#252;nf Punkte f&#252;r Gryffindor bekommt jeder, der es mit dem Irrwicht aufgenommen hat  zehn f&#252;r Neville, weil er zweimal dran war und jeweils f&#252;nf f&#252;r Hermine und Harry.

Aber ich hab doch nichts gemacht, sagte Harry.

Du und Hermine habt meine Fragen zu Beginn des Unterrichts richtig beantwortet, Harry, sagte Lupin gelassen.Ihr wart alle sehr gut, es war eine hervorragende Stunde. Als Hausaufgabe lest bitte das Kapitel &#252;ber Irrwichte und schreibt mir eine Zusammenfassung bis n&#228;chsten Montag. Das ist alles.

Aufgeregt schnatternd verlie&#223; die Klasse das Lehrerzimmer. Harry jedoch hatte ein ungutes Gef&#252;hl. Professor Lupin hatte ihn entschlossen daran gehindert, es mit dem Irrwicht aufzunehmen. Warum? Weil er gesehen hatte, wie Harry im Zug ohnm&#228;chtig geworden war, und glaubte, er k&#246;nne nicht viel verkraften? Hatte er bef&#252;rchtet, Harry w&#252;rde wieder zusammenbrechen?

Doch von den andern schien keinem etwas aufgefallen zu sein.

Habt ihr gesehen, wie ich es dieser Todesfee gezeigt hab?, rief Seamus.

Und die Hand!, sagte Dean und fuchtelte mit seiner eigenen herum.

Und Snape mit diesem Hut!

Und meine Mumie!

Ich frag mich, warum Professor Lupin Angst vor Kristallkugeln hat?, sagte Lavender nachdenklich.

Das war die beste Stunde in Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste, die wir je hatten, oder?, sagte Ron begeistert, w&#228;hrend sie zu ihrem Klassenzimmer gingen, um ihre Taschen zu holen.

Er scheint ein sehr guter Lehrer zu sein, sagte Hermine anerkennend.Aber ich w&#252;nschte, ich w&#228;re auch mal drangekommen mit diesem Irrwicht.

Was w&#228;re er f&#252;r dich gewesen?, sagte Ron glucksend.Eine Hausaufgabe, f&#252;r die du nur neun von zehn m&#246;glichen Punkten bekommen h&#228;ttest?



Die Flucht der fetten Dame

Im Handumdrehen war Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste das Lieblingsfach aller Sch&#252;ler geworden. Nur Draco Malfoy und seine Clique von den Slytherins lie&#223;en sich geh&#228;ssig &#252;ber Professor Lupin aus.

Schaut euch doch mal seine Umh&#228;nge an, sagte Malfoy un&#252;berh&#246;rbar fl&#252;sternd, wenn Professor Lupin vorbeiging.Der zieht sich ja an wie unser alter Hauself.

Doch niemand sonst k&#252;mmerte es, da&#223; Professor Lupin geflickte und ausgefranste Umh&#228;nge trug. Die weiteren Unterrichtsstunden bei ihm waren nicht weniger spannend als die erste. Nach den Irrwichten lernten sie die Rotkappen kennen, fiese kleine koboldartige Kreaturen, die &#252;berall dort herumlungerten, wo Blut vergossen worden war: Sie versteckten sich in den Kerkern von Schl&#246;ssern und in den Sprengl&#246;chern verlassener Schlachtfelder und verpr&#252;gelten alle, die sich dorthin verirrten. Nach den Rotkappen kamen die Kappas, grausige Wasserbewohner, die wie schuppige Affen aussahen und H&#228;nde mit Schwimmh&#228;uten hatten, die es nur danach juckte, diejenigen zu erw&#252;rgen, die in ihren T&#252;mpeln umherwateten.

Harry w&#228;re gl&#252;cklich gewesen, wenn es ihm in den anderen F&#228;chern ebenso gut gefallen h&#228;tte. Am schlimmsten war der Zaubertrankunterricht. Snape war dieser Tage ausgesprochen rachs&#252;chtig gelaunt, und der Grund daf&#252;r war kein Geheimnis. Die Geschichte von dem Irrwicht, der Snapes Gestalt angenommen hatte und von Neville in die Sachenseiner Gro&#223;mutter gesteckt worden war, hatte sich wie ein Lauffeuer im Schlo&#223; verbreitet. Der Einzige, der das nicht komisch fand, war Snape. Seine Augen blitzten drohend bei jeder Erw&#228;hnung von Professor Lupin, und Neville drangsalierte er schlimmer denn je.

Harry empfand auch wachsenden Abscheu vor den Stunden, die er im stickigen Turmzimmer von Professor Trelawney mit der Deutung von Figuren und Symbolen zubrachte, die man irgendwie schr&#228;g gegen das Licht halten sollte, und dabei auch noch versuchen mu&#223;te, sich nicht von Professor Trelawneys Tr&#228;nen r&#252;hren zu lassen, die ihr jedes Mal in die riesigen Augen traten, wenn sie Harry ansah. Professor Trelawney konnte er einfach nicht leiden, w&#228;hrend viele andere ihr Hochachtung oder gar Verehrung entgegenbrachten. Parvati Patil und Lavender Brown st&#252;rmten jetzt in der Mittagspause regelm&#228;&#223;ig hoch in den Turm und kamen immer mit einem &#252;berlegenen Gesichtsausdruck zur&#252;ck, der einem l&#228;stig werden konnte, gerade so, als ob sie Dinge w&#252;&#223;ten, von denen die andern keine Ahnung hatten. Au&#223;erdem sprachen sie nur noch mit ged&#228;mpfter Stimme zu Harry, als w&#252;rde er schon auf dem Totenbett liegen.

Pflege magischer Gesch&#246;pfe mochte keiner mehr; nach der dramatischen ersten Stunde war der Unterricht todlangweilig geworden. Hagrid schien sein Selbstvertrauen verloren zu haben. Stunde um Stunde verbrachten sie jetzt damit, Flubberw&#252;rmer zu pflegen, die zu den fadesten Gesch&#246;pfen &#252;berhaupt z&#228;hlen mu&#223;ten.

Warum sollte sich &#252;berhaupt jemand um sie k&#252;mmern?, sagte Ron nach einer weiteren Stunde, in der sie klein gehackte Salatbl&#228;tter in die schleimigen Kehlen der Flubberw&#252;rmer gestopft hatten.

Anfang Oktober jedoch fand Harry etwas, das ihn besch&#228;ftigte und ihm so viel Spa&#223; machte, da&#223; er den staubtrockenen Unterricht verga&#223;. Die Quidditch-Saison sollte bald beginnen und Oliver Wood, der Kapit&#228;n des Gryffindor-Teams, rief sie eines Donnerstags zusammen, um die Taktik f&#252;r die kommende Spielzeit zu er&#246;rtern.

Eine Quidditch-Mannschaft besteht aus sieben Spielern: aus drei J&#228;gern, deren Aufgabe es ist, den Quaffel (einen roten, fu&#223;ballgro&#223;en Ball) durch die in zwanzig Meter H&#246;he auf Stangen an beiden Seiten des Spielfelds angebrachten Ringe zu werfen; zwei Treibern, die mit schweren Schl&#228;gern ausgestattet sind, um die Klatscher abzuwehren (zwei schwere schwarze B&#228;lle, die durch die Luft sausen und die Spieler angreifen); einem H&#252;ter, der die Tore verteidigt, und dem Sucher, der die schwierigste Aufgabe hat, n&#228;mlich den Goldenen Schnatz zu fangen, einen winzigen gefl&#252;gelten Ball von der Gr&#246;&#223;e einer Walnu&#223;, dessen Fang das Spiel beendet und dem Team des Suchers hundertf&#252;nfzig Punkte extra einbringt.

Oliver Wood war ein st&#228;mmiger Siebzehnj&#228;hriger, inzwischen im siebten und letzten Schuljahr in Hogwarts. An jenem Donnerstagabend im kalten Umkleideraum drau&#223;en am Spielfeldrand, als er vor die anderen sechs Spieler seines Teams trat, war eine Spur von Verzweiflung aus seiner Stimme herauszuh&#246;ren:

Das ist unsere letzte Chance  meine letzte Chance  den Quidditch-Pokal zu gewinnen, erkl&#228;rte er, w&#228;hrend er vor dem Team auf und ab schritt.Ende des Jahres gehe ich von der Schule. Noch eine Gelegenheit kriege ich nicht.

Gryffindor hat jetzt seit sieben Jahren nicht mehr gewonnen. Gut und sch&#246;n, wir hatten tats&#228;chlich schlimmes Pech  Verletzungen, und dann ist das Turnier letztes Jahr auch noch abgeblasen wordenWood schluckte, als ob ihm die Erinnerung immer noch wie ein Klumpen im Hals steckte.Aber wir wissen auch, da&#223; wir das verdammt  noch  mal -beste  Team  der  Schule sind, sagte er. Dabei schlug er mit der rechten Faust in die linke Handfl&#228;che und in seinen Augen erschien wieder das alte, manische Glimmen.

Wir haben drei erstklassige J&#228;gerinnen.

Wood deutete auf Alicia Spinnet, Angelina Johnson und Katie Bell.

Wir haben zwei unschlagbare Treiber.

H&#246;r auf, Oliver, du machst uns ganz verlegen, sagten Fred und George und taten so, als w&#252;rden sie sich sch&#228;men.

Und wir haben einen Sucher, der noch jedes Spiel f&#252;r uns gewonnen hat!, donnerte Wood und starrte Harry mit einer Art grimmigem Stolz an.Und mich, f&#252;gte er noch hinzu, als w&#228;re es ihm gerade eingefallen.

Du bist auch ganz toll, Oliver, sagte George.

Als H&#252;ter ein As, sagte Fred.

Die Sache ist die, fuhr Oliver fort und fing wieder an, auf und ab zu schreiten,der Quidditch-Pokal h&#228;tte in den letzten beiden Jahren unseren Namen tragen m&#252;ssen. Seit Harry dabei ist, denke ich immer, wir h&#228;tten das Ding eigentlich schon in der Tasche. Aber wir haben's nicht geschafft, und jetzt haben wir die letzte Chance, endlich unseren Namen auf diesem Pokal zu sehen

Wood schien so niedergeschlagen, da&#223; selbst Fred und George ihn mitleidig ansahen.

Oliver, das ist unser Jahr, sagte Fred.

Diesmal packen wir's, Oliver!, sagte Angelina.

Ganz klar, sagte Harry.

Voll Entschlossenheit begannen sie zu trainieren, drei Abende die Woche. Allm&#228;hlich wurde es k&#228;lter und regnerischer und es wurde immer fr&#252;her dunkel, doch weder Schlamm, Wind noch Regen konnten Harry aus dem wunderbaren Traum rei&#223;en, endlich einmal den riesigen silbernen Quidditch-Pokal zu gewinnen.

Eines Abends nach dem Training kehrte Harry steif gefroren, doch h&#246;chst zufrieden mit dem Training ins Schlo&#223; zur&#252;ck. Im Gemeinschaftsraum der Gryffindors herrschte ein aufgeregtes Summen.

Was ist denn hier los?, fragte er Ron und Hermine, die in zwei der besten Sessel am Kamin sa&#223;en und an ihren Sternkarten f&#252;r Astronomie arbeiteten.

Das erste Wochenende in Hogsmeade, sagte Ron und deutete auf den Zettel, der am ramponierten alten Notizbrett aufgetaucht war.Ende Oktober, an Halloween.

Klassesagte Fred, der Harry durch das Portr&#228;tloch gefolgt war,ich mu&#223; zu Zonko, meine Stinkk&#252;gelchen sind fast alle.

Harry lie&#223; sich in den Sessel neben Ron fallen; sein Hochgef&#252;hl versandete rasch. Hermine schien seine Gedanken lesen zu k&#246;nnen.

Das n&#228;chste Mal kannst du dann sicher mitkommen, Harry, sagte sie.Sie werden Black bestimmt bald fassen, er wurde ja schon gesehen.

Black ist nicht so bescheuert, in Hogsmeade &#196;rger zu machen, sagte Ron.Frag doch McGonagall, ob du dieses eine Mal mitkommen kannst, wer wei&#223;, wann wir wieder d&#252;rfen -

Ron!, sagte Hermine,Harry soll in der Schule bleiben.

Er kann doch nicht der einzige Drittkl&#228;&#223;ler sein, der nicht mit darf, sagte Ron.Frag McGonagall, mach schon, Harry.

Ja, vielleicht hast du Recht, sagte Harry nachdenklich.

Hermine &#246;ffnete den Mund, um zu widersprechen, doch in diesem Moment sprang Krummbein auf ihren Scho&#223;. Eine gro&#223;e tote Spinne hing ihm aus dem Maul.

Mu&#223; er die denn ausgerechnet vor unseren Augen fressen?, sagte Ron mi&#223;mutig.

Kluger Krummbein, hast du die ganz alleine gefangen?, sagte Hermine.

Gem&#228;chlich zerkaute Krummbein die Spinne, die gelben Augen frech auf Ron gerichtet.

Pa&#223; blo&#223; auf, da&#223; er bei dir bleibt, sagte Ron gereizt und wandte sich wieder seiner Sternkarte zu.Kr&#228;tze schl&#228;ft in meiner Tasche.

Harry g&#228;hnte. Am liebsten w&#228;re er schlafen gegangen, doch auch er mu&#223;te seine Sternkarte noch zu Ende zeichnen. Er zog seine Tasche heran, holte Papier, Tinte und Feder heraus und begann zu arbeiten.

Du kannst meine abzeichnen, wenn du willst, sagte Ron, beschriftete schwungvoll den letzten Stern und schob die Karte Harry zu.

Hermine, die nichts von Abschreiben hielt, sch&#252;rzte die Lippen, sagte jedoch nichts. Krummbein starrte immer noch unverwandt auf Ron und lie&#223; die Spitze seines buschigen Schwanzes zucken. Dann, ohne Warnung, sprang er los.

He!, br&#252;llte Ron und packte seine Tasche, doch Krummbein hatte schon vier klauenbest&#252;ckte Pfoten darin versenkt und zog und zerrte wie verr&#252;ckt.

Hau ab, du bl&#246;des Vieh!

Ron wollte seine Tasche in Sicherheit bringen, doch der Kater hielt sie fauchend, hauend und kratzend fest.

Ron, tu ihm blo&#223; nicht weh!, kreischte Hermine; der ganze Gemeinschaftsraum sah zu; Ron wirbelte die Tasche im Kreis herum, doch Krummbein lie&#223; nicht locker, und jetzt kam Kr&#228;tze oben herausgeflogen.

Fangt diesen Kater ein!, schrie Ron, als Krummbein die &#220;berreste der Tasche liegen lie&#223;, &#252;ber den Tisch sprang und dem panisch davonrasenden Kr&#228;tze nachjagte.

George Weasley machte einen Hechtsprung, doch er verfehlte Krummbein knapp; Kr&#228;tze huschte durch zwanzig Paar Beine und verschwand unter einer alten Kommode; Krummbein kam schlitternd zum Halt, legte den Kopf auf den Boden und haute zornig mit den Tatzen unter die Kommode.

Ron und Hermine rannten herbei; Hermine packte Krummbein am Bauch und hob ihn hoch; Ron warf sich auf den Boden und zog Kr&#228;tze mit gro&#223;er M&#252;he am Schwanz hervor.

Schau ihn dir an!, sagte er w&#252;tend zu Hermine und lie&#223; Kr&#228;tze vor ihrem Gesicht baumeln.Er ist doch nur noch Haut und Knochen! Halt ihm blo&#223; diesen Kater vom Leib!

Krummbein wei&#223; doch nicht, da&#223; man das nicht tut!, sagte Hermine mit zitternder Stimme.Alle Katzen jagen Ratten, Ron!

Aber an deinem Tier ist irgendwas Komisches!, sagte Ron, w&#228;hrend er versuchte, den vor Aufregung bebenden Kr&#228;tze zur&#252;ck in seine Tasche zu komplimentieren.Er hat geh&#246;rt, da&#223; ich gesagt habe, Kr&#228;tze sei in meiner Tasche!

Ach, das ist doch Unsinn, sagte Hermine ungehalten.Krummbein kann ihn riechen, Ron, oder wie sonst, glaubst du -

Dieser Kater hat es auf Kr&#228;tze abgesehen!, sagte Ron und w&#252;rdigte das Publikum im Raum keines Blickes, das allm&#228;hlich zu kichern begann.Und Kr&#228;tze war zuerst hier, und er ist krank!

Ron marschierte durch das Gemeinschaftszimmer und verschwand auf der Treppe hoch zum Jungenschlafsaal.

Am n&#228;chsten Tag war Ron immer noch schlecht auf Hermine zu sprechen. In Kr&#228;uterkunde sagte er kaum ein Wort zu ihr, obwohl er, Harry und Hermine gemeinsam an einem Kartoffelbauchpilz arbeiteten.

Wie geht's Kr&#228;tze?, fragte Hermine behutsam, w&#228;hrend sie fette rosa Schoten von den Pflanzen pfl&#252;ckten und die gl&#228;nzenden Bohnen in einen Holztrog warfen.

Hat sich unter meinem Bett versteckt und zittert immer noch am ganzen Leib, sagte Ron unwirsch und verfehlte den Trog, so da&#223; die Bohnen &#252;ber den Boden des Gew&#228;chshauses kullerten.

Vorsicht, Weasley, Vorsicht!, rief Professor Sprout, als die Bohnen vor ihren Augen j&#228;h aufbl&#252;hten.

Als N&#228;chstes hatten sie Verwandlung. Harry hatte beschlossen, Professor McGonagall nach dem Unterricht zu fragen, ob er mit nach Hogsmeade d&#252;rfe. Er reihte sich in die Warteschlange vor dem Klassenzimmer ein und &#252;berlegte, wie er es am besten sagen konnte. Doch ein kleiner Aufruhr vorn an der T&#252;r lenkte ihn ab.

Lavender Brown schien zu weinen. Parvati hatte den Arm um sie gelegt und sprach mit Seamus Finnigan und Dean Thomas, die sehr ernst wirkten.

Was ist los, Lavender?, fragte Hermine beunruhigt, als sie mit Harry und Ron hinzukam.

Sie hat heute Morgen einen Brief von zu Hause bekommen, fl&#252;sterte Parvati.Es geht um Binky, ihr Kaninchen. Ein Fuchs hat es get&#246;tet.

Oh, sagte Hermine,tut mir Leid, Lavender.

Ich h&#228;tte es wissen sollen!, sagte Lavender mit tragischer Miene.Wei&#223;t du, welcher Tag heute ist?

&#196;hm.

Der sechzehnte Oktober! >Das Ereignis, vor dem du dich f&#252;rchtest, es wird am sechzehnten Oktober geschehen!< Erinnerst du dich? Sie hatte Recht, sie hatte Recht!

Die ganze Klasse versammelte sich jetzt um Lavender. Seamus sch&#252;ttelte mit ernster Miene den Kopf, Hermine z&#246;gerte, dann sagte sie:

Du du hattest Angst, Binky w&#252;rde von einem Fuchs get&#246;tet?

Nun ja, nicht unbedingt von einem Fuchs, sagte Lavender und blickte mit tr&#228;nen&#252;berstr&#246;mten Wangen zu Hermine hoch,aber ich hab nat&#252;rlich Angst gehabt, da&#223; es stirbt, oder?

Oh, sagte Hermine. Sie verstummte kurz. Dann -

War Binky ein altes Kaninchen?

Nnein!, schluchzte Lavender,es es war noch ganz klein!

Parvati dr&#252;ckte Lavender noch fester an sich.

Aber warum hattest du dann Angst, es w&#252;rde sterben?, fragte Hermine.

Parvati starrte sie w&#252;tend an.

Nun ja, seht euch die Sache mal vern&#252;nftig an, sagte Hermine und wandte sich den Umstehenden zu.Erstens ist Binky gar nicht mal heute gestorben, Lavender hat heute nur die Nachricht bekommen -

Lavender fing laut an zu jammern, doch Hermine fuhr fort:- und sie kann auch gar keine Angst davor gehabt haben, denn es war doch offensichtlich ein Schock f&#252;r sie -

Mach dir nichts aus dem, was Hermine sagt, Lavender, sagte Ron laut,sie schert sich nicht gro&#223; um die Haustiere anderer Leute.

Es war ein Gl&#252;ck, da&#223; Professor McGonagall in diesem Augenblick die Klassenzimmert&#252;r aufschlo&#223;; Hermine und Ron sahen sich an, als wollten sie gleich aufeinander losst&#252;rzen, und drinnen im Zimmer setzten sie sich zu beiden Seiten Harrys und sprachen die ganze Stunde kein Wort miteinander.

Harry wu&#223;te immer noch nicht recht, was er Professor McGonagall sagen w&#252;rde, als es schon wieder l&#228;utete, doch sie war es, die das Thema Hogsmeade zuerst ansprach.

Einen Moment noch bitte!, rief sie, als alle aufstehen wollten.Als Ihre Hauslehrerin bitte ich Sie, mir die Zustimmungserkl&#228;rungen f&#252;r den Besuch in Hogsmeade noch vor Halloween auszuh&#228;ndigen. Ohne diese Erkl&#228;rung d&#252;rfen Sie nicht mitkommen, also nicht vergessen!

Neville hob die Hand.

Bitte, Professor, ich  ich glaube, ich hab meine verloren -

Ihre Gro&#223;mutter hat sie direkt an mich geschickt, Longbottom, sagte Professor McGonagall.Sie schien es f&#252;r sicherer zu halten. Gut, das ist alles, Sie k&#246;nnen gehen.

Frag sie jetzt, zischte Ron Harry zu.

Oh, aber -, warf Hermine ein.

Los jetzt, Harry, dr&#228;ngte Ron.

Harry wartete, bis die andern drau&#223;en waren, dann ging er, hibbelig wie er war, hin&#252;ber zu Professor McGonagalls Pult.

Ja, Potter?

Harry holte tief Atem.

Professor, meine Tante und mein Onkel  &#228;hm  haben vergessen, das Formblatt zu unterschreiben, sagte er.

Professor McGonagall sah ihn &#252;ber ihre viereckigen Brillengl&#228;ser hinweg an, sagte jedoch nichts.

Also  &#228;hm  meinen Sie, es w&#228;re m&#246;glich  das hei&#223;t, ist es in Ordnung, wenn ich  wenn ich mitkomme nach Hogsmeade?

Professor McGonagall senkte den Blick und begann die Papiere auf ihrem Pult zusammenzur&#228;umen.

Ich f&#252;rchte, nein, Potter, sagte sie.Sie haben geh&#246;rt, was ich gesagt habe. Keine Erlaubnis, kein Besuch im Dorf So lautet die Regel.

Aber  Professor, mein Onkel und meine Tante  Sie wissen, es sind Muggel, sie verstehen im Grunde nichts von  von diesen Formbl&#228;ttern und &#252;berhaupt von Hogwarts, sagte Harry, w&#228;hrend Ron ihn mit heftigem Kopfnicken anfeuerte.Wenn Sie sagen w&#252;rden, ich kann mitgehen -

Aber das sage ich nicht, sagte Professor McGonagall, stand auf und verstaute ihre s&#228;uberlich gestapelten Papiere in einer Schublade.Auf dem Formblatt hei&#223;t es klar und deutlich, da&#223; Eltern oder Vormund die Erlaubnis geben m&#252;ssen.Sie sah ihn mit einem seltsamen Gesichtsausdruck an. War es Mitleid?Tut mir Leid, Potter, aber das ist mein letztes Wort. Sie beeilen sich besser, oder Sie kommen zu sp&#228;t zur n&#228;chsten Stunde.

Da war nichts zu machen. Ron erfand eine Menge unschmeichelhafter Namen f&#252;r Professor McGonagall, was Hermine ausgesprochen &#228;rgerte. Sie setzte einenUm so besser- Gesichtsausdruck auf, der Ron wiederum noch zorniger machte, und Harry mu&#223;te es ertragen, da&#223; sich alle andern in der Klasse laut und voller Vorfreude dar&#252;ber unterhielten, was sie in Hogsmeade als Erstes tun w&#252;rden.

Du hast immer noch das Fest, sagte Ron, um Harry aufzumuntern.Du wei&#223;t doch, das Festessen am Abend von Halloween.

Jaah, sagte Harry tr&#252;bselig,gro&#223;artig.

Das Festessen an Halloween war immer gut, doch es w&#252;rde noch viel besser schmecken, wenn er an diesem Abend zusammen mit den andern und hungrig aus Hogsmeade zur&#252;ckkehren w&#252;rde. Keiner konnte ihn tr&#246;sten. Dean Thomas, der gut mit der Feder umgehen konnte, bot ihm an, Onkel Vernons Unterschrift auf dem Formblatt zu f&#228;lschen, doch da Harry Professor McGonagall bereits gesagt hatte, da&#223; Onkel Vernon nicht unterschrieben hatte, nutzte das auch nichts. Ron schlug selbst nicht ganz &#252;berzeugt vor, den Tarnumhang zu nehmen, doch Hermine wollte nichts davon h&#246;ren und erinnerte Ron daran, da&#223; Dumbledore ihnen gesagt hatte, die Dementoren k&#246;nnten sehen, wer darunter sei. Von Percy schlie&#223;lich kamen wohl die am wenigsten tr&#246;stenden Trostworte.

Sie machen immer diesen Aufstand wegen Hogsmeade, aber glaub mir, Harry, so toll ist es auch wieder nicht, sagte er ernsthaft.Gut und sch&#246;n, der S&#252;&#223;igkeitenladen ist ziemlich gut, und Zonkos Scherzartikelladen ist schlichtweg gef&#228;hrlich, und ja, die Heulende H&#252;tte lohnt immer einen Besuch, aber abgesehen davon, Harry, entgeht dir nichts.

Am Morgen von Halloween wachte Harry mit den andern auf und ging hinunter zum Fr&#252;hst&#252;ck. Er f&#252;hlte sich ganz elend, tat aber sein Bestes, um das zu verbergen.

Wir bringen dir eine Menge S&#252;&#223;igkeiten aus dem Honigtopf mit, sagte Hermine und sah ihn mit tiefem Mitgef&#252;hl an.

Ja, ganze Wagenladungen, sagte Ron. Er und Hermine hatten angesichts von Harrys Verzweiflung endlich ihren Streit wegen Krummbein vergessen.

Macht euch keine Sorgen um mich, sagte Harry in bem&#252;ht l&#228;ssigem Ton,wir treffen uns dann beim Essen. Viel Spa&#223;.

Er begleitete sie zur Eingangshalle, wo Filch, der Hausmeister, am Portal stand und die Namen auf einer langen Liste abhakte, wobei er mi&#223;trauisch jedes Gesicht musterte und aufpa&#223;te, da&#223; keiner sich hinausschlich, der nicht mitdurfte.

Du bleibst hier, Potter?, rief Malfoy, der mit Crabbe und Goyle in der Schlange stand.Hast Bammel vor den Dementoren drau&#223;en?

Harry &#252;berh&#246;rte ihn und machte sich auf den einsamen Weg die Marmortreppe hoch und die ausgestorbenen Korridore entlang zur&#252;ck in den Turm der Gryffindors.

Die fette Dame schreckte aus ihrem Nickerchen hoch.Pa&#223;wort?, fragte sie.

Fortuna Major, sagte Harry gelangweilt.

Das Portr&#228;t klappte zur Seite und er kletterte durch das Loch in den Gemeinschaftsraum. Er war voller schnatternder Erst- und Zweitkl&#228;&#223;ler und ein paar &#228;lterer Sch&#252;ler, die Hogsmeade offenbar so h&#228;ufig besucht hatten, da&#223; es ihnen nichts mehr zu bieten hatte.

Harry! Harry! Hallo, Harry!

Das war Colin Creevey, ein Zweitkl&#228;&#223;ler, der immer ganz ehrf&#252;rchtig bei Harrys Anblick wurde und nie eine Gelegenheit auslie&#223;, ihn anzusprechen.

Gehst du nicht nach Hogsmeade, Harry? Warum nicht? Hallo -, Colin sah sich begeistert nach seinen Freunden um,du kannst dich zu uns setzen, wenn du willst, Harry!

&#196;hm  nein danke, Colin, sagte Harry, der nicht in der Stimmung war, einen Haufen Leute auf seine Stirnnarbe glotzen zu lassen,ich mu&#223; in die B&#252;cherei und was arbeiten.

Danach blieb ihm nichts anderes &#252;brig als umzukehren und wieder durch das Portr&#228;tloch zu steigen.

Wozu hast du mich eigentlich aufgeweckt?, rief ihm die fette Dame unwirsch hinterher.

Harry schlurfte lustlos in Richtung B&#252;cherei, doch auf halbem Weg besann er sich anders; ihm war nicht nach Arbeit zumute. Er machte kehrt und pl&#246;tzlich sah er sich Filch gegen&#252;ber, der wohl gerade die letzten Ausfl&#252;gler nach Hogsmeade aus dem Schlo&#223; gelassen hatte.

Was treibst du?, raunzte Filch mi&#223;trauisch.

Nichts, sagte Harry wahrheitsgem&#228;&#223;.

Nichts, fauchte Filch und sein Unterkiefer vibrierte Unheil verk&#252;ndend.Fabelhafte Ausrede! Schleichst alleine hier rum, warum bist du denn nicht in Hogsmeade und kaufst Stinkbomben und R&#252;lpspulver und Pfeifende W&#252;rmer wie deine frechen kleinen Freunde?

Harry zuckte die Schultern.

Also zur&#252;ck jetzt in deinen Gemeinschaftsraum, wo du hingeh&#246;rst!, bellte Filch ihn an und wartete mit zornigem Blick, bis Harry au&#223;er Sicht war.

Doch Harry ging nicht zur&#252;ck in den Gemeinschaftsraum; mit der vagen Absicht, Hedwig in der Eulerei zu besuchen, stieg er eine Treppe hoch und lief den Korridor entlang. Pl&#246;tzlich h&#246;rte er eine Stimme aus einem der R&#228;ume:Harry?

Harry ging rasch zur&#252;ck, um zu sehen, wer es war, und traf auf Professor Lupin, der sich aus seiner B&#252;rot&#252;r beugte.

Was treibst du denn?, fragte Lupin, allerdings in ganz anderem Ton als Filch.Wo sind Ron und Hermine?

Hogsmeade, sagte Harry bem&#252;ht beil&#228;ufig.

Ah, sagte Lupin. Er musterte Harry einen Moment lang.Warum kommst du nicht rein? Gerade wurde ein Grindeloh f&#252;r unsere n&#228;chste Stunde geliefert.

Ein was?, fragte Harry.

Er folgte Lupin in sein B&#252;ro. In der Ecke stand ein sehr gro&#223;es Aquarium. Eine &#252;belgr&#252;ne Kreatur mit spitzen kleinen H&#246;rnern pre&#223;te das Gesicht ans Glas, schnitt Grimassen und spreizte seine langen, spindeld&#252;rren Finger.

Wasserd&#228;mon, sagte Lupin und musterte den Grindeloh nachdenklich.Wir sollten keine gro&#223;en Schwierigkeiten mit ihm haben, nicht nach den Kappas. Der Trick dabei ist, da&#223; man seinen Griff brechen mu&#223;. Siehst du die ungew&#246;hnlich langen Finger? Stark, aber sehr zerbrechlich.

Der Grindeloh bleckte seine gr&#252;nen Z&#228;hne und vergrub sich dann in einem B&#252;schel Schlingpflanzen in der Ecke.

Tasse Tee?, sagte Lupin und sah sich nach dem Kessel um.Ich wollte mir gerade eine machen.

Ja, danke, sagte Harry verlegen.

Lupin tippte mit seinem Zauberstab gegen den Kessel und sofort zischte ein Dampfstrahl aus seinem Schnabel.

Setz dich, sagte Lupin und hob den Deckel von einer staubigen Blechdose.Ich hab leider nur Teebeutel  aber du hast ohnehin genug von Teebl&#228;ttern, denk ich mal?

Harry sah ihn an. Lupin zwinkerte mit den Augen.

Woher wissen Sie das?, fragte Harry.

Professor McGonagall hat es mir erz&#228;hlt, sagte Lupin und reichte Harry eine leicht angeschrammte Teetasse.Du machst dir doch nicht etwa Sorgen?

Nein, sagte Harry.

Einen Moment lang dachte er daran, Lupin von dem Hund zu erz&#228;hlen, den er im Magnolienring gesehen hatte, doch dann verwarf er den Gedanken. Lupin sollte ihn nicht f&#252;r einen Feigling halten, da er ohnehin schon zu glauben schien, da&#223; Harry es nicht mit einem Irrwicht aufnehmen konnte.

Was in Harry vorging, schien sich auf seinem Gesicht verraten zu haben, denn Lupin sagte:

Hast du ein Problem, Harry?

Nein, log Harry. Er trank einen Schluck Tee und sah hin&#252;ber zum Grindeloh, der ihm mit der Faust drohte.Doch, sagte er pl&#246;tzlich.Erinnern Sie sich noch an den Tag, an dem wir gegen den Irrwicht gek&#228;mpft haben?

Ja, sagte Lupin langsam.

Warum haben Sie mich nicht rangelassen?, entfuhr es Harry.

Lupin zog die Augenbrauen hoch.

Ich dachte, das liegt auf der Hand, Harry, sagte er &#252;berrascht.

Harry war verdutzt, denn er hatte erwartet, Lupin w&#252;rde alles bestreiten.

Warum?, fragte er noch einmal.

Nun, sagte Lupin und runzelte die Stirn,ich dachte, wenn der Irrwicht auf dich losgeht, w&#252;rde er die Gestalt von Lord Voldemort annehmen.

Harry starrte ihn an. Diese Antwort h&#228;tte er zuletzt erwartet, und Lupin hatte auch noch Voldemorts Namen ausgesprochen. Der Einzige, den Harry jemals diesen Namen laut hatte aussprechen h&#246;ren, war (abgesehen von ihm selbst) Professor Dumbledore.

Offenbar lag ich da falsch, sagte Lupin und sah Harry immer noch stirnrunzelnd an.Aber ich hielt es nicht f&#252;r angebracht, da&#223; Lord Voldemort im Lehrerzimmer in Erscheinung tritt. Ich dachte, die Sch&#252;ler w&#252;rden in Panik geraten.

Ich habe nicht an Voldemort gedacht, sagte Harry aufrichtig.Ich ich dachte an einen von diesen Dementoren.

Verstehe, sagte Lupin nachdenklich.Nun, nun ich bin beeindruckt.Er l&#228;chelte ein wenig beim Anblick der verdutzten Miene Harrys.Das hei&#223;t, wovor du am meisten Angst hast  ist die Angst. Sehr weise, Harry.

Harry wu&#223;te nicht, was er dazu sagen sollte, und nahm noch einen Schluck Tee.

Du hast also gedacht, ich w&#252;rde dich nicht f&#252;r f&#228;hig halten, gegen einen Irrwicht zu k&#228;mpfen?, forschte Lupin nach.

Ja, sagte Harry. Pl&#246;tzlich f&#252;hlte er sich viel besser.Professor Lupin, Sie kennen diese Dementoren

Ein Klopfen an der T&#252;r unterbrach ihn.

Herein, rief Lupin.

Die T&#252;r ging auf und Snape trat ein. Er trug einen Becher, aus dem es ein wenig dampfte; beim Anblick von Harry erstarrte er und seine Augen verengten sich.

Ah, Severus, sagte Lupin l&#228;chelnd.Vielen Dank. K&#246;nnten Sie es hier auf den Schreibtisch stellen?

Snape stellte den dampfenden Becher ab und sah dabei abwechselnd Harry und Lupin an.

Ich hab Harry gerade meinen Grindeloh gezeigt, sagte Lupin freundlich und deutete auf das Aquarium.

Faszinierend, sagte Snape ohne hinzusehen.Sie sollten es gleich trinken, Lupin.

Ja, ja, mach ich, sagte Lupin.

Ich habe einen ganzen Kessel voll gebraut, fuhr Snape fort.Falls Sie noch mehr brauchen.

Ich werde morgen wohl noch was zu mir nehmen. Vielen Dank, Severus.

Keine Ursache, sagte Snape, doch in seinem Blick lag etwas, das Harry nicht mochte. Mit steifer Miene und wachsamen Augen ging er hinaus.

Harry musterte den Becher neugierig. Lupin l&#228;chelte.

Professor Snape war so freundlich, mir einen Trank zu brauen, sagte er.Ich selbst bin kein gro&#223;er Braumeister, und dieser Trank hier ist besonders schwierig.Er nahm den Becher und schn&#252;ffelte daran.Schade, da&#223; Zucker das Zeug wirkungslos macht, fuhr er fort, schl&#252;rfte an dem Gebr&#228;u und schauderte.

Warum -?, begann Harry. Lupin sah ihn an und beantwortete die unvollendete Frage.

Ich hab mich in letzter Zeit ein wenig angegriffen gef&#252;hlt, sagte er.Dieser Trank ist das Einzige, was hilft. Ich habe gro&#223;es Gl&#252;ck, mit Professor Snape zusammenzuarbeiten; es gibt nicht viele Zauberer, die ihn herstellen k&#246;nnen.

Professor Lupin nahm noch einen Schl&#252;rfer und Harry sp&#252;rte pl&#246;tzlich den verzweifelten Drang, ihm den Becher aus der Hand zu schlagen.

Professor Snape ist sehr an den dunklen K&#252;nsten interessiert, sprudelte es aus ihm heraus.

Wirklich?, sagte Lupin. Er nahm einen Schluck und schien Harrys Bemerkung kaum zu beachten.

Manche glauben -, Harry z&#246;gerte und plauderte dann r&#252;cksichtslos weiter,manche glauben, er w&#252;rde alles tun, um Lehrer f&#252;r Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste zu werden.

Lupin trank den Becher bis zur Neige aus und zog eine Grimasse.

Ekliges Zeug, sagte er.Nun, Harry, ich werde wohl noch ein wenig arbeiten m&#252;ssen. Wir sehen uns dann beim Festessen.

Gut, sagte Harry und stellte seine Teetasse ab.

Aus dem leeren Becher dampfte es immer noch.

Hier, bitte sehr, sagte Ron.Wir haben mitgebracht, so viel wir tragen konnten.

Ein Schauer leuchtend bunter S&#252;&#223;igkeiten ergo&#223; sich in Harrys Scho&#223;. Es d&#228;mmerte, und Ron und Hermine waren soeben im Gemeinschaftsraum aufgetaucht, mit rosa Gesichtern vom kalten Wind und mit Mienen, als ob sie die sch&#246;nste Zeit ihres Lebens gehabt h&#228;tten.

Danke, sagte Harry und hob eine T&#252;te winziger schwarzer Pfefferkobolde hoch.Wie ist es in Hogsmeade? Wo seid ihr gewesen?

So, wie es sich anh&#246;rte: &#252;berall. Bei Derwisch und Banges, dem Laden f&#252;r Zauberei-Ausstattung, in Zonkos Scherzartikelladen, in den Drei Besen, um dampfende Becher hei&#223;es Butterbier zu trinken, und das war noch l&#228;ngst nicht alles.

Das Postamt, Harry! Gut zweihundert Eulen, alle auf Stangen, alle in verschiedenen Farben, je nachdem, wie schnell der Brief ankommen soll!

Im Honigtopf gibt es einen neuen Sirup, sie haben Kostproben verteilt, hier ist ein wenig, sieh mal -

Wir glauben, wir haben einen Oger gesehen, in den Drei Besen treibt sich wirklich einiges herum -

Am liebsten h&#228;tten wir dir ein wenig Butterbier mitgebracht, das w&#228;rmt richtig durch -

Und was hast du getrieben?, fragte Hermine mit besorgter Miene.Hast du ein wenig gearbeitet?

Nein, sagte Harry.Lupin hat mir in seinem B&#252;ro eine Tasse Tee gemacht. Und dann ist Snape reingekommen

Er erz&#228;hlte ihnen alles von Snapes Gebr&#228;u. Ron sackte der Unterkiefer herab.

Lupin hat es getrunken?, hauchte er.Ist er verr&#252;ckt?

Hermine sah auf die Uhr.

Wir sollten jetzt nach unten gehen, das Fest beginnt n&#228;mlich in f&#252;nf MinutenSie kletterten eilends durch das Portr&#228;tloch und schlossen sich der Menge an. Unterwegs sprachen sie weiter &#252;ber Snape.

Aber wenn er  wi&#223;t ihr -, Hermine senkte die Stimme und sah sich nerv&#246;s um,wenn er wirklich versucht hat, Lupin  Lupin zu vergiften  dann h&#228;tte er es nicht vor Harry getan.

Ja, vielleicht, sagte Harry, als sie in die Eingangshalle kamen und auf die Gro&#223;e Halle zugingen. Sie war mit Aberhunderten von kerzengef&#252;llten K&#252;rbissen geschm&#252;ckt mit einer Wolke flatternder Flederm&#228;use und flammend orangeroten Spruchb&#228;ndern, die sanft &#252;ber den st&#252;rmischen Himmel schwebten wie leuchtende Wasserschlangen.

Das Essen war k&#246;stlich; selbst Ron und Hermine, die noch zum Bersten voll gestopft waren mit den S&#252;&#223;igkeiten aus dem Honigtopf, schafften es, sich von allem noch ein zweites Mal aufzutun. Harry warf st&#228;ndig Blicke hin&#252;ber zum Lehrertisch. Professor Lupin sah fr&#246;hlich aus und so munter wie gew&#246;hnlich, w&#228;hrend er angeregt mit Professor Flitwick plauderte, dem kleinen Lehrer f&#252;r Zauberkunst. Harry lie&#223; die Augen am Tisch entlangwandern zu dem Platz, an dem Snape sa&#223;. War es Einbildung oder flackerten Snapes Augen ungew&#246;hnlich oft zu Lupin hin&#252;ber?

Das Festessen endete mit einer kleinen Schau der Hogwarts-Geister. Sie ploppten aus den W&#228;nden und Tischen und schwebten eine Welle im Formationsflug durch die Halle; dann hatte der Fast Kopflose Nick, der Geist von Gryffindor, einen gro&#223;en Erfolg mit der Neuauff&#252;hrung seiner eigenen verpatzten Enthauptung.

Der Abend war so erfreulich gewesen, da&#223; nicht einmal Malfoy Harry die gute Laune verderben konnte, als er beim Hinausgehen &#252;ber die K&#246;pfe der Menge hinweg rief:Liebe Gr&#252;&#223;e von den Dementoren, Potter!

Harry, Ron und Hermine folgten den anderen Gryffindors auf dem vertrauten Weg hoch in ihren Turm, doch als sie den Gang erreichten, an dessen Ende das Portr&#228;t der fetten Dame hing, gerieten sie in einen Stau.

Warum gehen sie denn nicht rein?, fragte Ron verwundert.

Harry sp&#228;hte &#252;ber die K&#246;pfe hinweg. Das Gem&#228;lde schien vor dem Loch zu h&#228;ngen.

La&#223;t mich bitte durch, ert&#246;nte Percys Stimme und mit gewichtiger Miene wuselte er durch die Menge.Warum steht ihr hier rum? ihr k&#246;nnt doch nicht alle das Pa&#223;wort vergessen haben  entschuldigt mal bitte, ich hin der Schulsprecher -

Und dann verstummte die Schar, die vorne Stehenden zuerst, und ein Schaudern breitete sich den Gang entlang aus. Sie h&#246;rten Percy mit einem Mal in scharfem Ton sagen:Jemand mu&#223; Professor Dumbledore holen, schnell.

K&#246;pfe wandten sich um; wer ganz hinten stand, stellte sich auf die Zehenspitzen.

Was ist denn los?, fragte Ginny, die soeben dazustie&#223;.

Kurz darauf erschien Professor Dumbledore und eilte zum Portr&#228;t; die Gryffindors dr&#228;ngten sich zusammen, um ihn durchzulassen, und Harry, Ron und Hermine schoben sich weiter vor, um zu sehen, was los war.

Oh, meinHermine packte Harrys Arm.

Die fette Dame war aus ihrem Gem&#228;lde verschwunden und das Bild mit solcher Wut zerschlitzt worden, da&#223; Leinwandfetzen auf dem Boden herumlagen; ganze St&#252;cke waren weggerissen.

Dumbledore warf einen raschen Blick auf das ruinierte Gem&#228;lde und wandte sich dann mit verd&#252;sterten Augen um; jetzt kamen die Professoren McGonagall, Lupin und Snape auf ihn zugerannt.

Wir m&#252;ssen sie suchen, sagte Dumbledore.Professor McGonagall, bitte gehen Sie sofort zu Mr Filch und sagen ihm, er soll jedes Gem&#228;lde im Schlo&#223; nach der fetten Dame absuchen.

Da werdet ihr kein Gl&#252;ck haben!, sagte eine glucksende Stimme.

Es war Peeves, der Poltergeist, der &#252;ber ihre K&#246;pfe hinweghopste und, wie immer angesichts von Zerst&#246;rung oder Unruhe, ganz ausgelassen schien.

Was meinst du damit, Peeves?, sagte Dumbledore ruhig, und Peeves' Grinsen fror ein. Bei Dumbledore wagte er keine M&#228;tzchen. Statt dessen legte er sich einen schleimigen Tonfall zu, der nicht besser war als sein Glucksen.

Sie geniert sich, Herr Oberschulleiter. Will nicht gesehen werden. Sieht f&#252;rchterlich aus. Hab sie durch das Landschaftsgem&#228;lde oben im vierten Stock rennen sehen, Sir, sie hat sich hinter den B&#228;umen versteckt. Hat etwas Schreckliches gerufen, sagte er gl&#252;cklich.Armes Ding, f&#252;gte er nicht ganz &#252;berzeugend hinzu.

Hat sie gesagt, wer es war?, fragte Dumbledore leise.

O ja, Herr Professor Doktor Dumbledore, sagte Peeves mit der Miene dessen, der eine gro&#223;e Bombe unter dem Arm tr&#228;gt.Er wurde sehr zornig, als sie ihn nicht einlassen wollte, verstehen Sie.Peeves knickte in der Mitte durch und grinste Dumbledore durch seine Beine hindurch an.&#220;bles Temperament hat er, dieser Sirius Black.



Eine bittere Niederlage

Professor Dumbledore schickte alle Gryffindors zur&#252;ck in die Gro&#223;e Halle, und zehn Minuten sp&#228;ter stie&#223;en auch die verwirrten Haufen aus Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin hinzu.

Ich werde zusammen mit den anderen Lehrern das Schlo&#223; gr&#252;ndlich durchsuchen, erkl&#228;rte ihnen Professor Dumbledore, w&#228;hrend die Professoren McGonagall und Flitwick alle T&#252;ren zur Halle schlossen.Ich f&#252;rchte, zu eurer eigenen Sicherheit m&#252;&#223;t ihr die heutige Nacht hier verbringen. Ich bitte die Vertrauenssch&#252;ler, an den Eing&#228;ngen zur Halle Wache zu stehen, und &#252;bergebe den Schulsprechern die Verantwortung. Jeder Zwischenfall ist mir sofort mitzuteilen, f&#252;gte er an den ungeheuer stolz und gewichtig dreinschauenden Percy gewandt hinzu.Schicken Sie einen der Geister zu mir.

Auf dem Weg zum Ausgang blieb Professor Dumbledore noch einmal stehen.

Ach ja, Sie brauchen

Mit einem l&#228;ssigen Schlenker seines Zauberstabs flogen die langen Tische in die Ecken der Halle und stellten sich aufrecht gegen die W&#228;nde; ein weiterer Schlenker und der Fu&#223;boden war bedeckt mit Hunderten von knuddligen, purpurroten Schlafs&#228;cken.

Schlaft gut!, sagte Professor Dumbledore und schlo&#223; die T&#252;r hinter sich.

In der Halle hob sogleich ein aufgeregtes Gesumme an; die Gryffindors erz&#228;hlten den andern, was gerade passiert war.

Alle in die Schlafs&#228;cke!, rief Percy.Los, macht schon, kein Getuschel mehr! In zehn Minuten geht das Licht aus!

Kommt, sagte Ron zu Harry und Hermine; sie nahmen sich drei Schlafs&#228;cke und zogen sie hin&#252;ber in eine Ecke.

Glaubt ihr, Black ist immer noch im Schlo&#223;?, fl&#252;sterte Hermine beklommen.

Dumbledore jedenfalls glaubt es, sagte Ron.

Ein Gl&#252;ck, da&#223; er sich den heutigen Abend ausgesucht hat, sagte Hermine. Mit allem, was sie anhatten, stiegen sie in die Schlafs&#228;cke und wandten sich auf die Ellbogen gest&#252;tzt einander zu.Ausgerechnet heute Abend waren wir nicht im Turm

Ich glaube, er wei&#223; gar nicht mehr, welchen Tag wir eigentlich haben, wo er doch st&#228;ndig auf der Flucht ist, sagte Ron.Ihm war nicht klar, da&#223; heute Halloween ist. Sonst w&#228;re er hier reingeplatzt.

Hermine schauderte.

Um sie her erklang immer wieder die eine Frage:Wie ist er hereingekommen?

Vielleicht wei&#223; er, wie man appariert, sagte ein Ravenclaw in der N&#228;he.Einfach aus dem Nichts auftaucht, wi&#223;t ihr.

Hat sich wahrscheinlich verkleidet, sagte ein F&#252;nftkl&#228;&#223;ler aus Hufflepuff.

Er k&#246;nnte reingeflogen sein, schlug Dean Thomas vor.

Also ehrlich mal, sagte Hermine entr&#252;stet zu Harry und Ron,bin ich denn die Einzige, die Eine Geschichte von Hogwarts gelesen hat?

Kann schon sein, sagte Ron.Wieso?

Weil das Schlo&#223; nicht allein durch Mauern gesch&#252;tzt ist, wie ihr eigentlich wissen solltet, sagte Hermine.Es ist mit allen m&#246;glichen Zauberbannen und Fl&#252;chen umgeben, damit niemand heimlich reinkommt. Hier kann man nicht einfach reinapparieren. Und die Tarnung, mit der man diese Dementoren t&#228;uschen kann, m&#246;cht ich gern mal sehen. Die bewachen doch jeden Eingang auf dem Gel&#228;nde. Die h&#228;tten ihn auch reinfliegen sehen. Und Filch kennt alle Geheimg&#228;nge. Auch die werden sie bewachen

Wir l&#246;schen jetzt die Lichter!, rief Percy.Alle in die Schlafs&#228;cke und kein Getuschel mehr!

Gleich darauf gingen die Kerzen aus. Das einzige Licht kam jetzt noch von den silbern schimmernden Geistern, die umherschwebten und in ernstem Ton mit den Vertrauenssch&#252;lern sprachen, und von der verzauberten Decke, die wie der Himmel drau&#223;en von Sternen &#252;bers&#228;t war. Dies und das Gefl&#252;ster, das immer noch die Halle erf&#252;llte, gab Harry das Gef&#252;hl, bei einer leichten Brise unter freiem Himmel zu schlafen.

St&#252;ndlich erschien ein Lehrer, um nachzusehen, ob alles ruhig war. Gegen drei Uhr morgens, als viele Sch&#252;ler endlich eingeschlafen waren, kam Professor Dumbledore herein. Harry beobachtete, wie er nach Percy suchte, der zwischen den Schlafs&#228;cken umherstreifte und alle tadelte, die sich noch unterhielten. Percy war nicht weit von Harry, Ron und Hermine entfernt; jetzt h&#246;rten sie Dumbledore n&#228;her kommen und taten schleunigst so, als w&#252;rden sie schlafen.

Irgendeine Spur von ihm, Professor?, fl&#252;sterte Percy.

Nein. Alles in Ordnung hier?

Alles unter Kontrolle, Sir.

Gut. Es hat keinen Zweck, sie jetzt aufzuscheuchen. F&#252;r das Portr&#228;tloch oben bei den Gryffindors habe ich vor&#252;bergehend einen anderen W&#228;chter gefunden. Morgen k&#246;nnen sie wieder nach oben.

Und die fette Dame, Sir?

Versteckt sich oben im zweiten Stock auf einer Landkarte von Argyllshire. Sie hat sich offenbar geweigert, Black ohne Pa&#223;wort einzulassen, deshalb hat er sie attackiert. Sie ist immer noch ziemlich durcheinander, aber sobald sie sich beruhigt hat, werde ich Filch anweisen, sie zu restaurieren.

Harry h&#246;rte, wie die T&#252;r zur Halle quietschend aufging und jemand eintrat.

Direktor?Das war Snape. Harry hielt den Atem an und lauschte angestrengt.Wir haben den gesamten dritten Stock durchsucht. Keine Spur von ihm. Und Filch war in den Kerkern; dort ist er auch nicht.

Was ist mit dem Astronomieturm? Das Zimmer von Professor Trelawney? Die Eulerei?

Alles durchsucht

Na gut, Severus. Ich hatte ohnehin nicht erwartet, da&#223; Black lange tr&#246;delt.

Haben Sie eine Idee, wie er hereingekommen ist?, fragte Snape.

Harry hob sachte den Kopf vom Arm, um auch mit dem anderen Ohr h&#246;ren zu k&#246;nnen.

Einige, Severus, und eine unsinniger als die andere.

Harry &#246;ffnete einen winzigen Schlitzbreit die Augen und sp&#228;hte zu den dreien empor; Dumbledore kehrte ihm den R&#252;cken zu, doch er konnte Percys atemlos gespannte Miene und Snapes zornerf&#252;lltes Profil sehen.

Sie erinnern sich an das Gespr&#228;ch, das wir hatten, Direktor, kurz vor  &#228;hm  Beginn des Schuljahres?, sagte Snape durch zusammengepresste Lippen, als ob er Percy aus dem Gespr&#228;ch ausschlie&#223;en wollte.

In der Tat, Severus, sagte Dumbledore, und etwas Warnendes lag in seiner Stimme.

Es scheint  fast unm&#246;glich  da&#223; Black ohne Hilfe aus dem Schlo&#223; hereingekommen ist. Ich habe damals wegen dieser Stellenbesetzung meine Vorbehalte zum Ausdruck gebracht -

Ich glaube nicht, da&#223; auch nur ein Einziger hier im Schlo&#223; Black geholfen hat, sagte Dumbledore, und sein Tonfall zeigte unmi&#223;verst&#228;ndlich, da&#223; er das Thema f&#252;r abgeschlossen hielt, so da&#223; Snape nicht antwortete.Ich mu&#223; runter zu den Dementoren, sagte Dumbledore.Ich sagte, ich w&#252;rde ihnen berichten, wenn die Suche beendet ist.

Wollten die nicht helfen, Sir?, sagte Percy.

O doch, sagte Dumbledore k&#252;hl.Aber solange ich hier Schulleiter bin, kommt kein Dementor &#252;ber die Schwelle dieses Schlosses.

Percy schien ein wenig verdutzt. Rasch und leise ging Dumbledore hinaus. Snape stand einen Moment schweigend da und blickte dem Schulleiter mit einem Ausdruck tiefen Widerwillens nach, dann verlie&#223; auch er die Halle.

Harry linste aus den Augenwinkeln zu Ron und Hermine hin&#252;ber. Beide lagen mit offenen Augen da, und in ihnen spiegelte sich das Sternengew&#246;lbe.

Worum ging es da eigentlich?, hauchte Ron.

W&#228;hrend der n&#228;chsten Tage sprachen sie in der Schule &#252;ber nichts anderes. Immer abstruser wurden die Theorien dar&#252;ber, wie Sirius Black in das Schlo&#223; eingedrungen sein k&#246;nnte. Hannah Abbott von den Hufflepuffs erz&#228;hlte in der n&#228;chsten Stunde Kr&#228;uterkunde jedem, der es h&#246;ren wollte, da&#223; Black sich in einen bl&#252;henden Busch verwandeln k&#246;nne.

Das zerschlitzte Gem&#228;lde der fetten Dame wurde von der Wand genommen und durch das Portr&#228;t Sir Cadogans und seines fetten grauen Ponys ersetzt. Damit war niemand so recht zufrieden. Sir Cadogan forderte sie st&#228;ndig zu Duellenheraus oder dachte sich l&#228;cherlich komplizierte Pa&#223;w&#246;rter aus, die er mindestens zweimal am Tag &#228;nderte.

Der ist doch komplett verr&#252;ckt, sagte Seamus Finnigan w&#252;tend zu Percy.K&#246;nnen wir keinen anderen kriegen?

Keines von den anderen Bildern wollte den Job haben, sagte Percy.Angst wegen der Geschichte mit der fetten Dame. Sir Cadogan war der Einzige, der mutig genug war und sich freiwillig meldete.

Sir Cadogan jedoch war Harrys geringste Sorge. Man bewachte ihn jetzt auf Schritt und Tritt. Lehrer begleiteten ihn unter irgendwelchen Vorw&#228;nden durch die Korridore und Percy Weasley (auf Anweisung seiner Mutter, wie Harry argw&#246;hnte) folgte ihm &#252;berallhin wie ein &#228;u&#223;erst wichtigtuerischer Leibw&#228;chter. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, bestellte Professor McGonagall Harry mit einem derart d&#252;steren Gesichtsausdruck in ihr B&#252;ro, da&#223; er glaubte, jemand w&#228;re gestorben.

Es hat keinen Zweck, es Ihnen l&#228;nger zu verheimlichen, Potter, sagte sie in sehr ernstem Ton.Ich wei&#223;, das wird ein Schock f&#252;r Sie sein, aber Sirius Black -

Ich wei&#223;, da&#223; er hinter mir her ist, sagte Harry genervt.Ich habe mitbekommen, wie sich Rons Eltern dar&#252;ber unterhalten haben. Mr Weasley arbeitet f&#252;r das Zaubereiministerium.

Professor McGonagall schien es die Sprache verschlagen zu haben. Sie starrte Harry eine ganze Weile an, dann sagte sie:

Ich verstehe! Gut, wenn das so ist, Potter, werden Sie einsehen, warum ich es nicht f&#252;r gut halte, wenn Sie abends Quidditch trainieren  drau&#223;en auf dem Spielfeld, nur mit den anderen aus dem Team, das ist ziemlich gef&#228;hrlich, Potter -

Am Samstag haben wir unser erstes Spiel!, sagte Harry emp&#246;rt.Ich mu&#223; trainieren, Professor!

Professor McGonagall musterte ihn nachdenklich. Harry wu&#223;te, da&#223; ihr die Zukunft des Gryffindor-Teams keineswegs gleichg&#252;ltig war; schlie&#223;lich war sie es gewesen, die ihn als Sucher vorgeschlagen hatte. Er wartete mit angehaltenem Atem.

HmProfessor McGonagall stand auf und blickte aus dem Fenster hin&#252;ber zum Spielfeld, das durch den Regen hindurch gerade noch zu sehen war.Nun soll mich der Teufel holen, ich will, da&#223; wir endlich mal den Pokal gewinnen und trotzdem, Potter mir w&#228;re wohler, wenn ein Lehrer dabei w&#228;re. Ich werde Madam Hooch bitten, ihr Training zu beaufsichtigen.

Das erste Quidditch-Spiel r&#252;ckte n&#228;her und das Wetter wurde immer schlechter. Das Team der Gryffindors lie&#223; sich nicht entmutigen und trainierte unter den Augen von Madam Hooch h&#228;rter denn je. Dann, w&#228;hrend ihres letzten Trainings vor dem Spiel am Samstag, &#252;berbrachte Oliver Wood seinem Team eine unerfreuliche Nachricht.

Wir spielen nicht gegen die Slytherins!, verk&#252;ndete er w&#252;tend.Flint war eben bei mir. Wir spielen gegen die Hufflepuffs.

Warum?, riefen alle im Chor.

Flint redet sich darauf raus, da&#223; ihr Sucher immer noch am Arm verletzt ist, sagte Wood mit knirschenden Z&#228;hnen.Aber es ist doch klar, warum sie es tun. Wollen nicht bei diesem Wetter spielen, weil sie denken, es w&#252;rde ihre Chancen mindern

Den ganzen Tag hatte es heftig gest&#252;rmt und geregnet und ein fernes Donnerrollen unterlegte Woods Worte.

Malfoys Arm ist vollkommen gesund!, sagte Harry zornig.Er schauspielert doch nur!

Das wei&#223; ich auch, aber wir k&#246;nnen es nicht beweisen,sagte Wood erbittert.Und wir haben jetzt alle diese Spielz&#252;ge ge&#252;bt, weil wir angenommen haben, wir w&#252;rden gegen die Slytherins spielen, und jetzt kommen die Hufflepuffs mit ihrer ganz anderen Spielweise. Sie haben einen neuen Kapit&#228;n und Sucher, Cedric Diggory -

Angelina, Alicia und Katie fingen pl&#246;tzlich an zu kichern.

Was ist denn?, sagte Wood und runzelte die Stirn &#252;ber dieses m&#228;dchenhafte Benehmen.

Das ist doch dieser gro&#223;e, gut aussehende Junge!?, sagte Angelina.

Stark und schweigsam, sagte Katie, und wieder fingen sie an zu kieksen.

Der ist nur schweigsam, weil er zu doof ist, um zwei W&#246;rter zu verkn&#252;pfen, sagte Fred unwirsch.Ich wei&#223; nicht, wieso du dir Sorgen machst, Oliver, die Hufflepuffs stecken wir doch in die Tasche. Beim letzten Spiel gegen die hat Harry den Schnatz in gerade mal f&#252;nf Minuten gefangen, wei&#223;t du noch?

Das waren damals ganz andere Bedingungen!, rief Wood mit leicht hervorquellenden Augen.Diggory hat ein ziemlich starkes Team auf die Beine gestellt. Er ist ein sehr guter Sucher! Ich hatte ja schon bef&#252;rchtet, da&#223; ihr es zu leicht nehmt! Wir d&#252;rfen uns nicht zur&#252;cklehnen! Wir m&#252;ssen unsere Kr&#228;fte zusammenhalten! Die Slytherins wollen uns auf dem falschen Fu&#223; erwischen! Wir m&#252;ssen gewinnen!

Schon gut, Oliver!, sagte Fred eine Spur beunruhigt.Wir nehmen die Hufflepuffs sehr ernst. Im Ernst.

Am Tag vor dem Spiel wurde der Wind zu einem heulenden Sturm und es go&#223; wie aus K&#252;beln. Drinnen auf den Korridoren und in den Klassenzimmern war es so dunkel, da&#223; zus&#228;tzliche Fackeln und Laternen angez&#252;ndet werden mu&#223;ten. Das Team der Slytherins stolzierte blasiert daher, Malfoy vorneweg.

Ach, wenn es meinem Arm nur ein wenig besser ginge, seufzte er, w&#228;hrend die Regenb&#246;en gegen die Fenster trommelten.

Harry konnte an nichts anderes denken als an das Spiel am n&#228;chsten Tag. Oliver Wood rannte in jeder Pause zu ihm und gab ihm Tipps. Beim dritten Mal redete Wood so lange auf ihn ein, bis Harry erschrocken feststellte, da&#223; er schon zehn Minuten zu sp&#228;t war f&#252;r Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste. Er rannte los und Wood rief ihm nach:

Diggory bricht sehr schnell seitlich aus, Harry, also versuchst du es am besten mit einem Looping -

Harry schlitterte bis vor die Klassenzimmert&#252;r, &#246;ffnete sie und huschte hinein.

Entschuldigen Sie, da&#223; ich zu sp&#228;t komme, Professor Lupin, ich -

Doch es war nicht Professor Lupin, der da am Lehrerpult sa&#223; und ihn ansah; es war Snape.

Diese Unterrichtsstunde hat vor zehn Minuten begonnen, Potter, und ich denke, wir ziehen Gryffindor zehn Punkte ab. Setz dich.

Doch Harry r&#252;hrte sich nicht.

Wo ist Professor Lupin?, fragte er.

Er sagt, er f&#252;hle sich heute zu krank, um zu unterrichten, sagte Snape mit einem schiefen L&#228;cheln.Hab ich nicht gesagt, du sollst dich setzen?

Doch Harry r&#252;hrte sich nicht vom Fleck.

Was hat er denn?

Snapes schwarze Augen glitzerten.

Nichts Lebensbedrohliches, sagte er mit einem Blick, als w&#252;nschte er ebendies sehnlichst herbei.Noch einmal f&#252;nf Punkte Abzug f&#252;r Gryffindor, und wenn ich dich noch einmal auffordern mu&#223;, dich zu setzen, werden's f&#252;nfzig.

Langsam ging Harry zu seinem Platz und setzte sich. Snape blickte in die Runde.

Wie ich gerade sagte, bevor Potter uns unterbrach, hat Professor Lupin keine Notizen &#252;ber den Stoff hinterlassen, den Sie bisher behandelt haben -

Bitte, Sir, wir haben Irrwichte behandelt, Rotkappen, Kappas und Grindelohs, sprudelte Hermine los,und wir wollten gerade mit -

Schweigen Sie, sagte Snape mit kalter Stimme.Ich habe nicht um Aufkl&#228;rung gebeten. Mir ist nur Professor Lupins Mi&#223;wirtschaft aufgesto&#223;en.

Er ist der beste Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste, den wir je hatten, sagte Dean Thomas wagemutig, und murmelnd stimmte ihm der Rest der Klasse zu. Snape sah jetzt bedrohlicher aus denn je.

Sie sind leicht zufrieden zu stellen. Lupin &#252;berfordert Sie ja kaum  ich selbst gehe davon aus, da&#223; schon Erstkl&#228;&#223;ler mit Rotkappen und Grindelohs fertig werden. Heute behandeln wir -

Harry sah ihn das Lehrbuch durchbl&#228;ttern, bis zum letzten Kapitel, von dem er wissen mu&#223;te, da&#223; sie es noch nicht behandelt haben konnten.

- Werw&#246;lfe, sagte Snape.

Aber, Sir, sagte Hermine, die sich offenbar nicht im Zaum halten konnte,wir sollten jetzt noch nicht die Werw&#246;lfe behandeln, eigentlich wollten wir mit Hinkepanks anfangen -

Miss Granger, sagte Snape mit eisiger Gelassenheit.Ich war davon ausgegangen, da&#223; ich den Unterricht halte und nicht Sie. Und nun schlagen Sie alle die Seite dreihundertundvierundneunzig auf,Wieder blickte er in die Runde.Alle, habe ich gesagt! Und zwar sofort!

Unter vielen verbitterten Seitenblicken und trotzigem Gemurmel schlugen sie ihre B&#252;cher auf

Wer von Ihnen kann mir sagen, wie man einen Werwolf von einem richtigen Wolf unterscheidet?, fragte Snape.

Alle sa&#223;en sie reglos und schweigend da; alle au&#223;er Hermine, deren Hand wie so oft nach oben geschnellt war.

Keiner?, sagte Snape ohne Hermine eines Blickes zu w&#252;rdigen. Wieder setzte er sein schiefes L&#228;cheln auf.Wollen Sie mir sagen, da&#223; Professor Lupin Ihnen nicht einmal den einfachen Unterschied zwischen -

Wir haben Ihnen doch gesagt, platzte mit einem Mal Parvati los,da&#223; wir noch nicht bei den Werw&#246;lfen waren, wir sind immer noch auf -

Ruhe!, bellte Snape.Sch&#246;n, sch&#246;n, sch&#246;n, ich h&#228;tte nie gedacht, da&#223; ich einmal auf eine dritte Klasse sto&#223;en w&#252;rde, die nicht mal einen Werwolf erkennt, wenn sie einem gegen&#252;bersteht. Ich werde Professor Dumbledore ausdr&#252;cklich davon in Kenntnis setzen, wie weit sie hinterher sind

Bitte, Sir, sagte Hermine, die Hand immer noch nach oben gestreckt,der Werwolf ist vom echten Wolf durch mehrere kleine Merkmale zu unterscheiden. Die Schnauze des Werwolfs -

Das ist das zweite Mal, da&#223; Sie einfach reinreden, Miss Granger, sagte Snape k&#252;hl.Noch einmal f&#252;nf Punkte Abzug f&#252;r Gryffindor, weil Sie eine unertr&#228;gliche Alleswisserin sind.

Hermine wurde puterrot, lie&#223; die Hand sinken und starrte mit w&#228;&#223;rigen Augen zu Boden. Wie sehr sie alle Snape hasten, erwies sich jetzt, als die ganze Klasse ihn mit zornfunkelnden Augen anstarrte, obwohl jeder von ihnen Hermine irgendwann einmal eine Alleswisserin genannt hatte, und Ron, der Hermine mindestens zweimal die Woche so nannte, sagte laut:

Sie haben uns eine Frage gestellt und sie wei&#223; die Antwort! Warum fragen Sie eigentlich, wenn Sie es doch nicht wissen wollen?

Noch w&#228;hrend Ron sprach, erkannte die Klasse, da&#223; er zu weit gegangen war. Snape ging langsam auf Ron zu, und ringsum hielten sie den Atem an.

Strafarbeit, Weasley, sagte Snape mit &#246;liger Stimme, das Gesicht ganz nahe an dem Rons.Und wenn ich noch einmal h&#246;re, da&#223; Sie meine Unterrichtsweise kritisieren, dann wird Ihnen das wirklich Leid tun.

W&#228;hrend der restlichen Stunde machte keiner einen Mucks. Sie sa&#223;en da und schrieben das Kapitel &#252;ber die Werw&#246;lfe aus dem Schulbuch ab, w&#228;hrend Snape an den Pultreihen entlang Streife ging und die Arbeiten pr&#252;fte, die sie bei Professor Lupin geschrieben hatten.

Ganz schlecht erkl&#228;rt das ist nicht richtig, der Kappa kommt h&#228;ufiger in der Mongolei vor Professor Lupin hat daf&#252;r acht von zehn Punkten gegeben? Bei mir h&#228;tten Sie keine drei bekommen

Als es endlich l&#228;utete, hielt Snape sie zur&#252;ck.

Sie schreiben einen Aufsatz &#252;ber die Frage, wie man einen Werwolf erkennt und t&#246;tet. Ich will bis Montagmorgen zwei Rollen Pergament dar&#252;ber sehen. Wird Zeit, da&#223; einer die Klasse in den Griff kriegt. Weasley, Sie bleiben noch, wir m&#252;ssen &#252;ber Ihre Strafarbeit sprechen.

Harry und Hermine gingen mit den andern hinaus und warteten, bis sie au&#223;er H&#246;rweite waren, dann brachen sie in w&#252;ste Beschimpfungen &#252;ber Snape aus.

Snape hat sich noch nie derma&#223;en ausgelassen &#252;ber unsere anderen Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste, auch wenn er die Stelle gerne haben wollte, sagte Harry zu Hermine.Warum hat er es auf Lupin abgesehen? Glaubst du, das liegt alles an diesem Irrwicht?

Ich wei&#223; nicht, sagte Hermine nachdenklich.Aber ich hoffe wirklich, da&#223; es Professor Lupin bald besser geht

F&#252;nf Minuten sp&#228;ter holte Ron sie ein, und er sch&#228;umte vor Wut.

Wi&#223;t ihr, was dieser -(er gebrauchte einen Namen f&#252;r Snape, auf den hin HermineRon!rief)- mir aufgehalst hat? Ich mu&#223; die Bettpfannen im Krankenfl&#252;gel putzen! Ohne Zaubern!Er atmete schwer und ballte die F&#228;uste.H&#228;tte sich Black doch nur in Snapes B&#252;ro versteckt! Er h&#228;tte ihn f&#252;r uns erledigen k&#246;nnen!

Am n&#228;chsten Morgen wachte Harry ungew&#246;hnlich fr&#252;h auf, so fr&#252;h, es war noch dunkel. Einen Moment lang glaubte er, das Heulen des Windes h&#228;tte ihn aufgeweckt, dann sp&#252;rte er eine kalte Brise auf seinem Nacken und setzte sich j&#228;h kerzengerade auf  Peeves, der Poltergeist, war ganz nahe an ihm vorbeigeschwebt und hatte ihm heftig ins Ohr gepustet.

Was soll das denn?, zischte Harry w&#252;tend.

Peeves blies die Backen auf, pustete kr&#228;ftig und schwebte r&#252;cklings und gackernd aus dem Schlafsaal hinaus.

Harry tastete nach seinem Wecker und sah auf das Zifferblatt. Es war halb f&#252;nf Er verfluchte Peeves, drehte sich um und versuchte wieder einzuschlafen, doch nun, da er wach lag, konnte er den rollenden Donner &#252;ber seinem Kopf das R&#252;tteln des Windes an den Fenstern und das ferne &#196;chzen der B&#228;ume im Verbotenen Wald nicht &#252;berh&#246;ren. In ein paar Stunden w&#252;rde er drau&#223;en auf dem Quidditch-Feld sein und gegen dieses Unwetter ank&#228;mpfen. Schlie&#223;lich gab er die Hoffnung auf, wieder einzuschlafen, stieg aus dem Bett, zog sich an, griff nach seinem Nimbus Zweitausend und ging leise aus dem Schlafsaal.

Als Harry die T&#252;r &#246;ffnete, streifte etwas sein Bein. Er b&#252;ckte sich und bekam gerade noch Krummbeins Schwanzende zu fassen. Er zog ihn nach drau&#223;en.

Wei&#223;t du, ich f&#252;rchte, Ron hat Recht mit dem, was er &#252;ber dich sagt, erkl&#228;rte Harry Krummbein argw&#246;hnisch.Hier gibt es genug M&#228;use, also geh und jag sie. Los, zieh ab, f&#252;gte er hinzu und schubste Krummbein mit dem Fu&#223; die Wendeltreppe hinunter,und la&#223; Kr&#228;tze in Ruhe.

Unten im Gemeinschaftsraum war das Tosen des Sturms noch lauter zu h&#246;ren. Harry machte sich keine Illusionen. Sie w&#252;rden das Spiel nicht absagen. Wegen solcher Kleinigkeiten wie Gewitterst&#252;rmen wurden die Quidditch-Partien nicht verschoben. Dennoch war ihm etwas beklommen zumute. Wood hatte ihm im Vorbeigehen Cedric Diggory gezeigt; er war ein F&#252;nftkl&#228;&#223;ler und viel gr&#246;&#223;er als Harry. Sucher waren normalerweise leicht und flink, doch Diggorys Gewicht war bei diesem Wetter von Vorteil, weil ihn der Sturm nicht so leicht vom Kurs blasen w&#252;rde.

Harry vertrieb sich die Stunden bis zur D&#228;mmerung vor dem Kamin; hin und wieder stand er auf und verscheuchte Krummbein, der schon wieder die Treppe zum Jungenschlafsaal emporschleichen wollte. Endlich war es Zeit f&#252;rs Fr&#252;hst&#252;ck und Harry kletterte durch das Portr&#228;tloch.

Stelle dich und k&#228;mpfe, du r&#228;udiger K&#246;ter!, rief Sir Cadogan.

Ach, halt den Mund, g&#228;hnte Harry zur&#252;ck.

&#220;ber einer gro&#223;en Sch&#252;ssel Haferschleim erwachten seine Lebensgeister und als er mit dem Toast anfing, tauchte auch der Rest des Teams auf.

Das wird ein beinhartes Ding, sagte Wood, der keinen Bissen anr&#252;hrte.

H&#246;r auf, dir Sorgen zu machen, Oliver, beschwichtigte ihn Alicia,das bi&#223;chen Regen macht uns doch nichts aus.

Doch es war deutlich mehr als ein bi&#223;chen Regen. Quidditch war so beliebt, da&#223; wie immer die ganze Schule auf den Beinen war, um das Spiel zu sehen, allerdings mu&#223;ten sie mit eingezogenen K&#246;pfen und gegen den Wind ank&#228;mpfend &#252;ber den Rasen hinunter zum Spielfeld rennen, und der Sturm ri&#223; ihnen die Schirme aus den H&#228;nden. Kurz bevor Harry den Umkleideraum betrat, sah er, wie Malfoy, Crabbe und Goyle auf dem Weg zum Stadion unter einem riesigen Schirm hervor lachend auf ihn deuteten.

Rasch zogen sie sich ihre scharlachroten Umh&#228;nge &#252;ber und warteten auf Woods &#252;bliche Aufmunterungsrede vor dem Spiel. Doch diesmal fiel sie aus. Mehrmals setzte er zum Sprechen an, brachte aber nur ein merkw&#252;rdig w&#252;rgendes Ger&#228;usch hervor, sch&#252;ttelte dann hoffnungslos den Kopf und winkte sie hinaus.

Der Wind war so stark, da&#223; sie, als sie aufs Spielfeld liefen, zur Seite wegstolperten. Die Menge mochte johlen und kreischen, sie konnten es durch die immer neuen Wellen des Donners nicht h&#246;ren. Wie zum Teufel sollte er den Schnatz in diesem Mistwetter erkennen?

Die Hufflepuffs mit ihren kanariengelben Umh&#228;ngen kamen von der anderen Seite des Feldes. Die Kapit&#228;ne traten aufeinander zu und sch&#252;ttelten sich die H&#228;nde; Diggory l&#228;chelte Wood an, doch Wood sah jetzt aus, als h&#228;tte er Kiefersperre, und nickte nur. Harry sah, wie Madam Hoochs Mund die WorteBesteigt die Besenformte; er zog den rechten Fu&#223; mit einem schmatzenden Ger&#228;usch aus dem Schlamm und schwang sich auf seinen Nimbus Zweitausend. Madam Hooch setzte die Pfeife an die Lippen und blies; der schrille Pfiff schien aus weiter Ferne zu kommen  und los ging es.

Harry stieg schnell in die H&#246;he, doch sein Nimbus schlingerte ein wenig im Wind. Er hielt ihn mit aller Kraft gerade, sp&#228;hte durch den Regen und machte dann eine Kehrtwende.

In weniger als f&#252;nf Minuten war er na&#223; bis auf die Haut und halb erfroren. Seine Mitspieler konnte er kaum erkennen, geschweige denn den winzigen Schnatz. Er flog das Spielfeld auf und ab, vorbei an verschwommenen roten und gelben Gestalten, ohne einen blassen Schimmer, was in diesem Spiel eigentlich so vor sich ging. Den Stadionsprecher konnte er bei diesem Wind nicht h&#246;ren. Die Menge unten hatte sich unter einem Meer von Umh&#228;ngen und zerfetzten Schirmen versteckt. Zweimal h&#228;tte Harry ein Klatscher fast vom Besen gerissen; wegen der Regentropfen auf seiner Brille war alles so verschwommen, da&#223; er sie nicht hatte kommen sehen.

Harry verlor das Zeitgef&#252;hl. Es wurde immer schwieriger, den Besen gerade zu halten. Der Himmel verdunkelte sich, als ob die Nacht beschlossen h&#228;tte, fr&#252;her hereinzubrechen. Zweimal stie&#223; er um ein Haar mit einem anderen Spieler zusammen, ohne zu wissen, ob es ein Mitspieler oder ein Gegner war; alle waren jetzt so na&#223; und der Regen war so dicht, da&#223; er sie kaum auseinander halten konnte

Mit dem ersten Gewitterblitz kam auch der Pfiff von Madam Hoochs Pfeife; Harry konnte durch den dichten Regen gerade noch den Umri&#223; Woods ausmachen, der ihn gestikulierend zu Boden wies. Das ganze Team setzte spritzend im Schlamm auf.

Ich hab um Auszeit gebeten!, br&#252;llte Wood seinem Team entgegen.Kommt, hier runter -

Sie dr&#228;ngten sich am Spielfeldrand unter einem gro&#223;en Schirm zusammen; Harry nahm die Brille ab und wischte sie hastig am Umhang trocken.

Wie steht's eigentlich?

Wir haben f&#252;nfzig Punkte Vorsprung, sagte Wood,aber wenn wir nicht bald den Schnatz fangen, spielen wir bis in die Nacht hinein.

Mit der hier hab ich keine Chance, keuchte Harry und schlenkerte mit seiner Brille durch die Luft.

Genau in diesem Augenblick tauchte Hermine an seiner Seite auf, sie hielt sich den Umhang &#252;ber den Kopf und aus unerfindlichen Gr&#252;nden strahlte sie.

Ich hab da 'ne Idee, Harry! Gib mir mal deine Brille, schnell!

Er reichte sie ihr und das Team sah verdutzt zu, wie Hermine mit ihrem Zauberstab dagegen tippte undImpervius!rief,

Bitte sehr!, sagte sie und gab sie Harry zur&#252;ck.Jetzt st&#246;&#223;t sie das Wasser ab!

Wood sah Hermine an, als wollte er sie auf der Stelle k&#252;ssen.

Genial!, rief er ihr mit heiserer Stimme nach, w&#228;hrend sie in der Menge verschwand.Gut, Leute, packen wir's!

Hermines Zauber wirkte. Harry war immer noch benommen vor K&#228;lte und patschna&#223;, doch er konnte etwas sehen. Voll frischer Zuversicht peitschte er mit dem Besen durch die B&#246;en und sp&#228;hte in allen Himmelsrichtungen nach dem Schnatz, wobei er hier einem Klatscher auswich und dort unter dem heransausenden Diggory hindurchtauchte

Er sah einen vergabelten Blitz, dem auf der Stelle ein weiterer Donnerschlag folgte. Das wird immer gef&#228;hrlicher, dachte Harry. Er mu&#223;te den Schnatz m&#246;glichst bald fangen.

Er wendete und wollte zur Mitte des Feldes zur&#252;ckfliegen, doch in diesem Moment erleuchtete ein weiterer Lichtblitz die Trib&#252;nen, und Harry sah etwas, das ihn vollkommen in Bann schlug  die Kontur eines riesigen, zottigen schwarzen Hundes, klar umrissen gegen den Himmel. Reglos sa&#223; er in der obersten leeren Sitzreihe.

Der Besenstiel entglitt Harrys klammen H&#228;nden und sein Nimbus sackte ein paar Meter ab. Er rieb sich die Augenlider und schaute noch einmal hin&#252;ber auf die R&#228;nge. Der Hund war verschwunden.

Harry!, ert&#246;nte Woods entsetzter Schrei von den Torpfosten der Gryffindors,Harry, hinter dir!

Harry blickte sich entsetzt um. Cedric Diggory kam &#252;ber das Spielfeld geschossen, und in den Regenschn&#252;ren zwischen ihnen schimmerte etwas Kleines und Goldenes -

In j&#228;her Panik duckte sich Harry &#252;ber den Besenstiel und raste dem Schnatz entgegen.

Mach schon!, knurrte er seinen Nimbus an, w&#228;hrend ihm der Regen ins Gesicht peitschte,schneller!

Doch nun geschah etwas Seltsames. Eine gespenstische Stille senkte sich &#252;ber das Stadion. Der Wind lie&#223; zwar kein bi&#223;chen nach, doch er verga&#223; zu heulen. Es war, als ob jemand den Ton abgedreht h&#228;tte, als ob Harry pl&#246;tzlich taub geworden w&#228;re  was ging hier vor?

Und dann &#252;berkam ihn eine f&#252;rchterlich vertraute Welle aus K&#228;lte, drang in ihn ein, gerade als ihm eine Bewegung unten auf dem Feld auffiel

Mindestens hundert Dementoren, die vermummten Gesichter ihm zugewandt, standen dort unter ihm. Es war, als w&#252;rde eiskaltes Wasser in seiner Brust aufsteigen und ihm die Eingeweide abt&#246;ten. Und dann h&#246;rte er es wieder jemand schrie, schrie im Innern seines Kopfes eine Frau

Nicht Harry, nicht Harry, bitte nicht Harry!

Geh zur Seite, du dummes M&#228;dchen geh weg jetzt

Nicht Harry, bitte nicht, nimm mich, t&#246;te mich an seiner Stelle -

Bet&#228;ubender, wirbelnder wei&#223;er Nebel f&#252;llte Harrys Kopf was tat er da? Warum flog er? Er mu&#223;te ihr helfen sie w&#252;rde sterben sie wurde umgebracht

Er fiel, fiel durch den eisigen Nebel.

Nicht Harry! Bitte verschone ihn verschone ihn

Eine schrille Stimme lachte, die Frau schrie, und Harry schwanden die Sinne.

Ein Gl&#252;ck, da&#223; der Boden so durchweicht war.

Ich dachte, er ist tot.

Und nicht mal die Brille ist hin.

Harry konnte Gefl&#252;ster h&#246;ren, doch er verstand &#252;berhaupt nichts. Er hatte keine Ahnung, wo er war oder wie er hierher gekommen war oder was er davor getan hatte. Alles, was er wu&#223;te, war, da&#223; ihm s&#228;mtliche Glieder wehtaten, als w&#228;re er verpr&#252;gelt worden.

Das war das F&#252;rchterlichste, das ich je im Leben gesehen habe.

F&#252;rchterlich das F&#252;rchterlichste vermummte schwarze Gestalten K&#228;lte Schreie

Harrys Augen klappten auf. Er lag im Krankenfl&#252;gel. Das Quidditch-Team der Gryffindors, von oben bis unten mit Schlamm bespritzt, war um sein Bett versammelt. Auch Ron und Hermine waren da und sahen aus, als k&#228;men sie gerade aus einem Schwimmbecken.

Harry!, sagte Fred, der unter all dem Schlamm k&#228;sebleich aussah,wie geht's dir?

Es war, als w&#252;rde Harrys Ged&#228;chtnis schnell zur&#252;ckgespult. Die Blitze  der Grimm  der Schnatz  und die Dementoren -

Was ist passiert?, fragte er und setzte sich so pl&#246;tzlich auf, da&#223; sie die M&#252;nder aufrissen.

Du bist abgest&#252;rzt, sagte Fred.M&#252;ssen. wohl  ungef&#228;hr  f&#252;nfzehn Meter gewesen sein.

Wir dachten, du seist tot, sagte Alicia, die es am ganzen Leib sch&#252;ttelte.

Von Hermine kam ein leises Schluchzen. Das Wei&#223;e ihrer Augen war blutunterlaufen.

Aber das Spiel, sagte Harry.Was ist damit? Wird es wiederholt?

Keiner sagte ein Wort. Die schreckliche Wahrheit drang in Harry ein wie ein Stein.

Wir haben  verloren?

Diggory hat den Schnatz gefangen, sagte George.Kurz nach deinem Absturz. Er hatte nicht gesehen, was passiert war. Als er sich umsah und dich auf dem Boden liegen sah, wollte er seinen Fang f&#252;r ung&#252;ltig erkl&#228;ren und ein Wiederholungsspiel ansetzen lassen. Aber im Grunde haben sie verdient gewonnen selbst Wood gibt es zu.

Wo ist Wood?, fragte Harry, dem pl&#246;tzlich auffiel, da&#223; er fehlte.

Noch unter der Dusche, sagte Fred.Wir glauben, er versucht sich zu ertr&#228;nken.

Harry legte das Gesicht auf die Knie und raufte sich die Haare. Fred packte ihn an der Schulter und sch&#252;ttelte ihn grob.

Komm schon, Harry, du hast doch sonst immer den Schnatz geschnappt.

Einmal mu&#223;te er dir ja durch die Lappen gehen, sagte George.

Noch ist nicht aller Tage Abend, sagte Fred.Wir haben hundert Punkte verloren, na und? Wenn Hufflepuff gegen Ravenclaw verliert und wir Ravenclaw und Slytherin schlagen -

Hufflepuff mu&#223; mit mindestens zweihundert Punkten R&#252;ckstand verlieren, sagte George.

Aber wenn sie Ravenclaw schlagen -

Unm&#246;glich, Ravenclaw ist zu gut. Aber wenn Slytherin gegen Hufflepuff verliert

Das h&#228;ngt alles vom Punktekonto ab  jedenfalls braucht es immer hundert Punkte R&#252;ckstand -

Harry lag da und sagte kein Wort. Sie hatten verloren  zum ersten Mal hatte er ein Quidditch-Spiel verloren.

Nach gut zehn Minuten kam Madam Pomfrey herein und wies sie an, ihn jetzt in Ruhe zu lassen.

Wir kommen sp&#228;ter wieder, versicherte Fred.Mach dich nicht selber fertig, Harry, du bist immer noch der beste Sucher, den wir je hatten.

Das Team marschierte hinaus und lie&#223; nur eine Schlammspur zur&#252;ck. Mit mi&#223;billigendem Blick schlo&#223; Madam Pomfrey die T&#252;r hinter ihnen. Ron und Hermine traten n&#228;her an Harrys Bett.

Dumbledore war wirklich w&#252;tend, sagte Hermine mit bebender Stimme.So hab ich ihn noch nie erlebt. W&#228;hrend du fielst, rannte er aufs Spielfeld und wedelte mit seinem Zauberstab, und irgendwie wurdest du langsamer, bevor du aufgeschlagen bist. Dann hat er mit dem Zauberstab zu den Dementoren hin&#252;bergefuchtelt und silbernes Zeugs gegen sie abgeschossen. Sie sind sofort abgehauen er war stinksauer, weil sie ins Stadion gekommen sind, wir haben ihn schimpfen geh&#246;rt -

Dann hat er dich auf eine Trage gezaubert, sagte Ron,und ist mit dir neben sich schwebend hoch zur Schule gegangen. Alle dachten, du seist

Seine Stimme erstarb, doch Harry h&#246;rte ohnehin kaum zu. Er dachte dar&#252;ber nach, was die Dementoren ihm angetan hatten er dachte an die Schreie. Er blickte auf und Ron und Hermine sahen ihn so gespannt an, da&#223; er sich rasch &#252;berlegte, was er sagen k&#246;nnte.

Hat jemand meinen Nimbus mitgenommen?

Ron und Hermine warfen sich einen kurzen Blick zu.

&#196;hm -

Was?, sagte Harry und sah sie abwechselnd an.

Nun ja als du abgest&#252;rzt bist, wurde er weggeweht, sagte Hermine z&#246;gernd.

Und?

Und er ist  gegen  o Harry  gegen die Peitschende Weide gekracht.

Harrys Inneres verkrampfte sich. Die Peitschende Weide war ein sehr j&#228;hzorniger Baum mitten auf dem Schlo&#223;gel&#228;nde.

Und?, sagte er, und vor der Antwort war ihm ganz bange.

Tja, du kennst ja die Peitschende Weide, sagte Ron.Sie  &#228;hm  mag nicht gern bel&#228;stigt werden.

Professor Flitwick hat ihn geholt, kurz bevor du wieder zu dir gekommen bist, sagte Hermine kaum vernehmlich.

Z&#246;gernd langte sie nach einer Tasche zu ihren F&#252;&#223;en, stellte sie auf den Kopf und sch&#252;ttelte ein Dutzend zersplitterte Holzst&#252;cke und angeknackstes Reisig auf das Bett, die letzten &#220;berreste von Harrys treuem, am Ende geschlagenem Besen.



Die Karte des Rumtreibers

Madam Pomfrey beschlo&#223; resolut, Harry &#252;bers Wochenende im Krankenfl&#252;gel zu behalten. Er widersprach nicht und klagte auch nicht, doch sie durfte nichts von den kl&#228;glichen &#220;berbleibseln seines Nimbus Zweitausend fortwerfen. Das war albern, und er wu&#223;te es, denn der Nimbus war nicht mehr zu retten, und doch konnte er einfach nicht anders: Er hatte das Gef&#252;hl, einen guten Freund verloren zu haben.

Der Strom der Besucher ri&#223; nicht ab, und alle kamen, um ihn aufzumuntern. Hagrid schickte ihm einen Strau&#223; Ringelblumen, der wie ein gelber Kohlkopf aussah, und Ginny Weasley, puterrot angelaufen, tauchte mit einer selbst gebastelten Genesungskarte auf, die mit schriller Stimme zu singen begann, wenn Harry sie nicht unter einer schweren Obstschale zum Schweigen brachte. Das Team der Gryffindors tauchte am Sonntagmorgen wieder auf, und diesmal war auch Wood dabei. Er mache Harry nicht den geringsten Vorwurf, sagte er mit merkw&#252;rdig hohler, lebloser Stimme. Ron und Hermine wichen nur nachts von Harrys Bett. Doch was sie auch sagten oder taten, sie konnten Harry nicht aufheitern, denn sie wu&#223;ten nur die H&#228;lfte von dem, was ihn wirklich beunruhigte.

Keinem hatte er von dem Grimm erz&#228;hlt, nicht einmal Ron und Hermine, denn wu&#223;te, da&#223; Ron panisch und Hermine sp&#246;ttisch reagieren w&#252;rde. Tatsache blieb jedoch, da&#223; er jetzt schon zweimal erschienen war, und beiden Erscheinungen waren lebensgef&#228;hrliche Unf&#228;lle gefolgt. Beim ersten Mal war er beinahe vom Fahrenden Ritter &#252;berrollt worden; beim zweiten Mal war er von seinem Besen f&#252;nfzehn Meter in die Tiefe gest&#252;rzt. W&#252;rde der Grimm ihn jagen, bis er wirklich starb? Sollte er f&#252;r den Rest seines Lebens unentwegt nach dem Untier Ausschau halten?

Und dann waren da noch die Dementoren. Immer, wenn Harry an sie dachte, wurde ihm schlecht und er f&#252;hlte sich gedem&#252;tigt. Alle sagten, die Dementoren seien schrecklich, aber kein anderer brach jedes Mal bei ihrem Anblick zusammen und niemand sonst h&#246;rte im Kopf den Widerhall der Schreie von sterbenden Verwandten

Denn Harry wu&#223;te jetzt, wessen Stimme es war, die er geh&#246;rt hatte. Er hatte sich ihre Worte wiederholt, immer und immer wieder in den n&#228;chtlichen Stunden im Krankenfl&#252;gel, in denen er wach lag und auf die hellen Streifen starrte, die das Mondlicht an die Decke warf. Wenn sich die Dementoren n&#228;herten, h&#246;rte er die letzten Momente im Leben seiner Mutter, ihre Versuche, ihn, Harry, vor Lord Voldemort zu sch&#252;tzen, und Lord Voldemorts Gel&#228;chter, bevor er sie ermordete Harry d&#246;ste ein und schreckte immer wieder hoch, sank in Tr&#228;ume voll feuchtkalter, verrotteter H&#228;nde und grauenerf&#252;llten Flehens, er schreckte auf und kam nicht von der Stimme seiner Mutter los und wollte sie sich immer wieder in Erinnerung rufen.

Es war eine Erleichterung, am Montag ins l&#228;rmende Getriebe der Schule zur&#252;ckzukehren, wo er gezwungen war, an andere Dinge zu denken, selbst wenn er Draco Malfoys H&#228;nseleien &#252;ber sich ergehen lassen mu&#223;te. Malfoy war ganz entz&#252;ckt vor Schadenfreude &#252;ber die Niederlage der Gryffindors. Endlich hatte er sich die Bandagen abgenommen und er feierte diesen Anla&#223;, indem er Harrys Sturz vom Besen beschwingt nachspielte. Zudem verbrachte er einen Gro&#223;teil ihrer n&#228;chsten Zaubertrankstunden mit Auftritten als Dementor im Kerker. Ron verlor schlie&#223;lich die Nerven und warf ein gro&#223;es, glitschiges Krokodilherz auf Malfoy, das ihn im Gesicht traf; daraufhin zog Snape den Gryffindors f&#252;nfzig Punkte ab.

Wenn Snape wieder Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste gibt, melde ich mich krank, sagte Ron nach dem Mittagessen auf dem Weg zu Professor Lupins Klassenzimmer.Sieh erst mal nach, wer drin ist, Hermine.

Hermine &#246;ffnete die T&#252;r einen Spaltbreit und sp&#228;hte hinein.

Du kannst kommen!

Professor Lupin war wieder da. Deutlich mitgenommen sah er aus. Sein alter Umhang hing ihm noch schlaffer um die Schultern als sonst und er hatte dunkle Schatten unter den Augen; dennoch l&#228;chelte er sie an, als sie ihre Pl&#228;tze einnahmen, und die ganze Klasse brach sofort in einen Sturm von Beschwerden &#252;ber Snapes Verhalten w&#228;hrend Lupins Krankheit aus.

Das ist nicht fair, er macht nur Vertretung, warum mu&#223; er uns Hausaufgaben aufgeben?

Wir wissen doch nichts &#252;ber Werw&#246;lfe -

- zwei Rollen Pergament!

Habt ihr Professor Snape gesagt, da&#223; wir Werw&#246;lfe noch nicht behandelt haben?, fragte Lupin in die Runde und runzelte leicht die Stirn.

Das Gebrabbel brach wieder los.

Ja, aber er sagte, wir seien weit zur&#252;ck -

- er wollte nichts davon h&#246;ren -

- zwei Rollen Pergament!

Professor Lupin l&#228;chelte angesichts der Entr&#252;stung auf den Gesichtern.

Macht euch keine Sorgen, ich spreche mit Professor Snape. Den Aufsatz m&#252;&#223;t ihr nicht schreiben.

O nein, sagte Hermine entt&#228;uscht.Meiner ist schon fertig!

Sie hatten eine recht vergn&#252;gliche Stunde. Professor Lupin hatte einen Glaskasten mit einem Hinkepank mitgebracht, einem kleinen einbeinigen Gesch&#246;pf, das aussah, als best&#252;nde es aus Rauchschwaden und w&#228;re recht schw&#228;chlich und harmlos.

Der Hinkepank lockt Reisende in die S&#252;mpfe, sagte Professor Lupin, und die Klasse schrieb eifrig mit.Seht ihr die Laterne, die er in der Hand hat? Er h&#252;pft voraus  die Leute folgen dem Licht  und dann -

Der Hinkepank machte ein f&#252;rchterlich quietschendes Ger&#228;usch am Glas.

Als es l&#228;utete, packten alle ihre Sachen ein und gingen zur T&#252;r, auch Harry, doch -

Wart einen Moment, Harry, rief Lupin,ich m&#246;chte kurz mit dir sprechen.

Harry kam zur&#252;ck und sah Professor Lupin zu, wie er den Glaskasten des Hinkepanks mit einem Tuch abdeckte.

Ich hab von dem Spiel geh&#246;rt, sagte Lupin, wandte sich zum Pult um und steckte die B&#252;cher in seine Mappe,und es tut mir Leid wegen deines Besens. Gibt es eine M&#246;glichkeit, ihn zu reparieren?

Nein, sagte Harry.Der Baum hat ihn zu Kleinholz verarbeitet.

Lupin seufzte.

Sie haben die Peitschende Weide in dem Jahr gepflanzt, als ich nach Hogwarts kam. Wir haben damals aus Jux versucht ihr so nah wie m&#246;glich zu kommen und den Stamm zu ber&#252;hren. Schlie&#223;lich hat ein junge namens Davey Gudgeon fast ein Auge verloren und wir durften dann nicht mehr in ihre N&#228;he. Wird Zeit, da&#223; sie ausgerissen wird Ich werd mal mit Professor Dumbledore reden

Haben Sie auch von den Dementoren geh&#246;rt?, &#252;berwand sich Harry zu fragen.

Lupin warf ihm einen raschen Blick zu.

Ja, hab ich. Ich glaube, keiner von uns hat Professor Dumbledore jemals so w&#252;tend gesehen. Sie sind schon seit einiger Zeit ungehalten ver&#228;rgert, weil er sich weigert, sie auf das Gel&#228;nde zu lassen ich vermute, da&#223; du ihretwegen abgest&#252;rzt bist?

Ja, sagte Harry. Er z&#246;gerte, und dann brach die Frage, die ihm auf der Zunge lag, unwillk&#252;rlich aus ihm heraus.Warum? Warum bin ich so anf&#228;llig f&#252;r sie? Bin ich schlicht und einfach -?

Es hat nichts mit Schw&#228;che zu tun, sagte Professor Lupin scharf, als ob er Harrys Gedanken lesen k&#246;nnte.Die Dementoren greifen dich st&#228;rker an als die andern, weil es schreckliche Ereignisse in deiner Vergangenheit gibt, die die andern nicht erlebt haben.

Ein Strahl der Wintersonne fiel ins Klassenzimmer und beleuchtete Lupins graue Haare und die Furchen auf seinem jungen Gesicht.

Dementoren geh&#246;ren zu den &#252;belsten Kreaturen, die auf der Erde wandeln. Sie br&#252;ten an den dunkelsten, schmutzigsten Orten, sie schaffen Zerfall und Verzweiflung, sie saugen Frieden, Hoffnung und Gl&#252;ck aus jedem Menschen, der ihnen nahe kommt. Wenn sie k&#246;nnen, n&#228;hren sie sich so lange von ihm, bis er &#228;hnlich wie sie selbst wird seelenlos und b&#246;se. Selbst Muggel sp&#252;ren ihre Anwesenheit, auch wenn sie sie nicht sehen k&#246;nnen. Wenn du einem Dementor zu nahe kommst, saugt er jedes gute Gef&#252;hl, jede gl&#252;ckliche Erinnerung aus dir heraus. Und dir bleiben nur die schlimmsten Erfahrungen deines Lebens.

Und das Schlimmste, was dir passiert ist, Harry, w&#252;rde jeden anderen ebenfalls vom Besen hauen. Du brauchst dich dessen nicht zu sch&#228;men.

Wenn sie mir nahe kommen -, Harry starrte mit zugeschn&#252;rter Kehle auf Lupins Pult,kann ich h&#246;ren, wie Voldemort meine Mutter ermordet.

Lupin machte eine j&#228;he Bewegung mit dem rechten Arm, als wollte er Harry an der Schulter packen, doch er besann sich. Einen Augenblick schwiegen beide, dann -

Warum mu&#223;ten sie ausgerechnet zum Spiel kommen?, sagte Harry verbittert.

Sie werden langsam hungrig, sagte Lupin k&#252;hl und verschlo&#223; mit einem Klicken seine Mappe.Dumbledore will sie nicht in die Schule lassen, also sind ihre Vorr&#228;te an menschlicher Beute aufgebraucht Ich vermute mal, sie konnten der gro&#223;en Menschenmenge um das Quidditch-Feld nicht widerstehen. All die Aufregung die aufgepeitschten Gef&#252;hle so stellen sie sich ein Festessen vor.

Askaban mu&#223; schrecklich sein, murmelte Harry.

Lupin nickte grimmig.

Die Festung ist auf einer kleinen Insel gebaut, weit drau&#223;en im Meer, doch sie brauchen keine Mauern und kein Wasser, um die Gefangenen an der Flucht zu hindern, nicht, wenn sie alle in ihren K&#246;pfen gefangen sind, unf&#228;hig, einen zuversichtlichen Gedanken zu fassen. Die meisten werden nach ein paar Wochen verr&#252;ckt.

Aber Sirius Black ist ihnen entkommen, sagte Harry langsam.Er ist geflohen.

Lupins Mappe glitt vom Tisch; er mu&#223;te rasch zugreifen, um sie aufzufangen.

Ja, sagte er und richtete sich aufBlack mu&#223; einen Weg gefunden haben, wie man sie besiegt. Ich h&#228;tte nicht gedacht, da&#223; es m&#246;glich w&#228;re Dementoren, hei&#223;t es, berauben einen Zauberer seiner Kr&#228;fte, wenn er ihnen zu lange ausgeliefert ist

Sie haben es doch geschafft, da&#223; dieser Dementor im Zug geflohen ist, sagte Harry pl&#246;tzlich.

Es gibt  gewisse Verteidigungsk&#252;nste, die man einsetzen kann, sagte Lupin.Aber es war nur ein Dementor im Zug. Je mehr da sind, desto schwieriger wird es, ihnen Widerstand zu leisten.

Was denn f&#252;r Verteidigungsk&#252;nste?, fragte Harry sofort.K&#246;nnen Sie mir die beibringen?

Ich m&#246;chte nicht so tun, als w&#228;re ich ein Fachmann f&#252;r den Kampf gegen Dementoren, Harry ganz im Gegenteil

Aber wenn die Dementoren auch zum n&#228;chsten Quidditch-Spiel kommen  mu&#223; ich gegen sie k&#228;mpfen k&#246;nnen -

Lupin sah in Harrys entschlossenes Gesicht, z&#246;gerte einen Moment und sagte dann:Also gut. Ich versuche dir zu helfen. Aber ich f&#252;rchte, du mu&#223;t dich bis nach den Weihnachtsferien gedulden. Bis dahin hab ich noch eine Menge zu tun. Das war eine recht unpassende Zeit, um krank zu werden.

Das Versprechen Lupins, ihn in die Kunst der Verteidigung gegen die Dementoren einzuweihen, die Hoffnung, den Tod seiner Mutter nie mehr mit anh&#246;ren zu m&#252;ssen, und die Tatsache, da&#223; Ravenclaw die Hufflepuffs im Quidditch-Match Ende November einfach platt machte  all dies hob Harrys Stimmung betr&#228;chtlich. Die Gryffindors waren noch nicht ganz aus dem Rennen, aber eine weitere Niederlage konnten sie sich nicht leisten. Wood gewann seine fieberhafte Tatkraft wieder zur&#252;ck und trimmte seine Leute h&#228;rter denn je in den eisigen Regenschauern, die bis in den Dezember hinein anhielten. Harry sah weit und breit keine Spur von einem Dementor. Dumbledores Wut schien sie auf ihren Posten an den Eing&#228;ngen zu halten.

Zwei Wochen vor den Weihnachtsferien nahm der Himmel pl&#246;tzlich ein blendend helles, opalenes Wei&#223; an und das schlammige Gel&#228;nde war eines Morgens in glitzernden Frost geh&#252;llt. Im Schlo&#223; herrschte schon ein wenig vorweihnachtliche Stimmung. Professor Flitwick, der Lehrer f&#252;r Zauberkunst, hatte sein Klassenzimmer bereits mit schimmernden Lichtern geschm&#252;ckt, die sich als echte, flatternde Feen herausstellten. Gut gelaunt sprachen sie in den Klassen dar&#252;ber, was sie alles in den Ferien vorhatten. Ron und Hermine hatten beschlossen, in Hogwarts zu bleiben. Ron behauptete, er k&#246;nne es keine zwei Wochen mit Percy aushalten, und Hermine meinte, sie wolle unbedingt mal ganz in Ruhe in der Bibliothek arbeiten, doch Harry lie&#223; sich nicht t&#228;uschen: Sie blieben da, um ihm Gesellschaft zu leisten, und er war sehr dankbar daf&#252;r.

Alle freuten sich auf den n&#228;chsten Ausflug nach Hogsmeade am letzten Wochenende vor den Ferien  alle au&#223;er Harry.

Wir k&#246;nnen dort f&#252;r Weihnachten einkaufen!, sagte Hermine,Mum und Dad werden ganz begeistert sein von dieser Zahnwei&#223;-Pfefferminzlakritze aus dem Honigtopf!

Harry fand sich damit ab, der Einzige aus der dritten Klasse zu sein, der nicht mitkam, borgte sich von Wood das Heft Rennbesen im Test und beschlo&#223;, sich &#252;ber die verschiedenen Bauweisen der Besen kundig zu machen. Beim Training flog er jetzt einen der Schulbesen, einen alten, ziemlich langsamen und kippeligen Shooting Star; was er brauchte, war ein neuer Besen.

Am Samstagmorgen verabschiedeten sich Ron und Hermine von Harry und machten sich, eingemummelt in M&#228;ntel und Schals, nach Hogsmeade auf. Harry stieg allein die Marmortreppe hoch und ging die Korridore entlang zur&#252;ck zum Turm der Gryffindors. Drau&#223;en hatte es angefangen zu schneien und im Schlo&#223; herrschte tiefe Stille.

Psst  Harry!

Auf halbem Weg durch einen der Korridore wandte er sich um und sah Fred und George, die hinter der Statue einer buckligen, ein&#228;ugigen Hexe hervorlugten.

Was macht ihr denn da?, sagte Harry verdutzt.Wieso geht ihr nicht mit nach Hogsmeade?

Wir wollen dich noch ein wenig in festliche Laune versetzen, bevor wir gehen, sagte Fred und zwinkerte geheimnistuerisch.Komm hier rein

Er nickte zu einem leeren Klassenzimmer links von der ein&#228;ugigen Statue hin&#252;ber. Harry folgte Fred und George hinein. George schlo&#223; leise die T&#252;r und wandte sich dann mit strahlendem Gesicht Harry zu.

Hier ist schon mal ein Weihnachtsgeschenk f&#252;r dich, Harry, sagte er.

Schwungvoll zog Fred etwas aus seinem Mantel und legte es auf das Pult vor ihnen. Es war ein gro&#223;es, quadratisches, heftig mitgenommenes Blatt Pergament. Kein Wort stand darauf Harry vermutete, es sei einer ihrer Scherze, und starrte das Pergament an.

Was soll das sein?

Das, Harry, ist das Geheimnis unseres Erfolgs, sagte George und strich liebevoll &#252;ber das Pergament.

Wir bringen es kaum &#252;bers Herz, uns davon zu trennen, sagte Fred,aber gestern Abend haben wir beschlossen, da&#223; du es dringender brauchst als wir.

Au&#223;erdem kennen wir es auswendig, sagte George.Wir vererben es dir. Eigentlich brauchen wir es auch nicht mehr.

Und was soll ich mit diesem Fetzen anfangen?, fragte Harry.

Diesem Fetzen!, wiederholte Fred und schlo&#223; die Augen mit einer Grimasse, als ob Harry ihn t&#246;dlich beleidigt h&#228;tte.Erkl&#228;r es ihm, George.

Also als wir in der ersten Klasse waren, Harry  jung, sorglos und unschuldig -

Harry schnaubte. Da&#223; Fred und George jemals unschuldig gewesen waren, bezweifelte er stark.

- na ja, jedenfalls unschuldiger, als wir jetzt sind  auf jeden Fall bekamen wir damals wegen einer Kleinigkeit &#196;rger mit Filch.

Wir haben eine Stinkbombe im Korridor platzen lassen und aus irgendeinem Grund hat ihn das ge&#228;rgert -

Also hat er uns in sein B&#252;ro geschleift und kam gleich mit den &#252;blichen Drohungen -

- Strafarbeit -

- Bauchaufschlitzen -

- und ganz zuf&#228;llig fiel uns an einem seiner Schr&#228;nke eine Schublade ins Auge mit der Aufschrift Beschlagnahmt und gemeingef&#228;hrlich.

Versteh schon -, sagte Harry und fing an zu grinsen.

Na, was h&#228;ttest du getan?, sagte Fred.George hat ihn mit noch einer Stinkbombe abgelenkt, ich hab die Schublade aufgerissen und  das hier rausgeholt.

Ist nicht so schlecht, wie es klingt, sagte George.Wir glauben nicht, da&#223; Filch jemals rausgefunden hat, wie man damit umgeht. Er hat wahrscheinlich geahnt, was es war, oder er h&#228;tte es nicht beschlagnahmt.

Und ihr wi&#223;t, wie man damit umgeht?

o ja, sagte Fred feixend.Dieses kleine h&#252;bsche Pergamentchen hat uns mehr beigebracht als alle Lehrer dieser Schule zusammen.

Ihr verarscht mich doch., sagte Harry und sah das zerfranste alte Pergamentst&#252;ck an.

Aach  wir doch nicht, sagte George.

Er zog seinen Zauberstab hervor, ber&#252;hrte sanft das Pergament und sagte:Ich schw&#246;re feierlich, da&#223; ich ein Tunichtgut bin.

Und sofort begannen sich von dem Punkt, den George ber&#252;hrt hatte, d&#252;nne Tintenlinien wie ein Spinnennetz auszubreiten. Sie liefen zusammen, &#252;berkreuzten sich und wucherten in die Ecken des Pergaments; dann erbl&#252;hten W&#246;rter auf dem Blatt, in gro&#223;er, verschn&#246;rkelter Schrift, die verk&#252;ndeten:



DIE HOCHWOHLGEBORENEN HERREN MOONY,


WURMSCHWANZ, TATZE UND KRONE


HILFSMITTEL F&#220;R DEN MAGISCHEN TUNICHTGUT GMBH



PR&#196;SENTIEREN STOLZ



DIE KARTE DES RUMTREIBERS


Es war eine Karte, die jede Einzelheit von Hogwarts und des Schlo&#223;gel&#228;ndes zeigte. Doch wirklich erstaunlich waren die kleinen Tintenpunkte, die sich darauf bewegten, jeder mit einem Namen in winziger Schrift versehen. Verbl&#252;fft beugte sich Harry &#252;ber die Karte. Ein beschrifteter Punkt oben links zeigte, da&#223; Professor Dumbledore in seinem B&#252;ro auf und ab ging; Mrs Norris, die Katze des Hausmeisters, trieb sich im zweiten Stock herum, und Peeves, der Poltergeist, h&#252;pfte gerade im Pokalzimmer auf und ab. Harrys Augen wanderten die vertrauten Korridore entlang, und pl&#246;tzlich fiel ihm noch etwas Merkw&#252;rdiges auf,

Diese Karte zeigte eine Reihe von Durchg&#228;ngen, die er nie betreten hatte. Und viele davon f&#252;hrten offenbar -

- geradewegs nach Hogsmeade, sagte Fred und fuhr mit dem Finger eine der Linien entlang.Insgesamt sieben Geheimg&#228;nge. Filch kennt diese vier -, er zeigte sie Harry,- aber wir sind sicher die Einzigen, die diese hier kennen. Den hinter dem Spiegel im vierten Stock kannst du vergessen. Wir haben ihn letzten Winter benutzt, aber er ist eingebrochen  v&#246;llig unbegehbar. Und wir glauben nicht, da&#223; irgend jemand schon mal diesen hier benutzt hat, weil die Peitschende Weide direkt dar&#252;ber eingepflanzt ist. Aber der hier, der f&#252;hrt direkt in den Keller vom Honigtopf. Wir haben ihn etliche Male benutzt. Und wie du vielleicht bemerkt hast, ist der Eingang gleich vor diesem Zimmer, durch den Buckel dieser ein&#228;ugigen Alten.

Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone, seufzte George und strich sanft &#252;ber die Namen der Hersteller.Wir verdanken ihnen ja so viel.

Edle M&#228;nner, die unerm&#252;dlich daran arbeiteten, einer neuen Generation von Gesetzesbrechern auf die Beine zu helfen, sagte Fred feierlich.

Sch&#246;n, sagte George jetzt aufger&#228;umt,vergi&#223; nicht, sie Zu l&#246;schen, wenn du sie benutzt hast -

- sonst kann jeder sie lesen, warnte Fred.

Tipp sie einfach noch mal an und sag >Unheil angerichtet!< Dann wird sie wieder wei&#223;.

Nun denn, junger Harry, sagte Fred und sah dabei Percy Unheimlich. &#228;hnlich,ich hoffe, du benimmst dich.

Wir sehen uns im Honigtopf, sagte George augenzwinkernd.

Zufrieden grinsend gingen die beiden hinaus.

Harry blieb stehen und starrte die wundersame Karte an. Er beobachtete, wie der winzige Tintenpunkt von Mrs Norris nach links wanderte und dann innehielt und etwas auf dem Boden beschn&#252;ffelte. Wenn Filch das wirklich nicht wu&#223;te dann w&#252;rde er gar nicht an den Dementoren vorbei m&#252;ssen

Doch w&#228;hrend er noch v&#246;llig begeistert dastand, quoll etwas aus seinem Ged&#228;chtnis hoch, das er einst von Mr Weasley geh&#246;rt hatte.

Trau nie etwas, das selbst denken kann, wenn du nicht sehen kannst, wo es sein Hirn hat.

Diese Karte war einer jener gef&#228;hrlichen magischen Gegenst&#228;nde, vor denen ihn Mr Weasley gewarnt hatte Hilfsmittel f&#252;r den Magischen Tunichtgut GmbH Was Soll's, dachte Harry, ich brauch sie ja nur, um nach Hogsmeade zu kommen, ich will doch niemanden beklauen oder angreifen und Fred und George benutzen sie seit Jahren und es ist nichts Schlimmes passiert

Harry fuhr mit dem Finger auf der Karte &#252;ber den Geheimgang, der in den Honigtopf f&#252;hrte.

Dann, ganz pl&#246;tzlich, als ob er einem Befehl folgte, rollte er die Karte zusammen, steckte sie in den Umhang und eilte zur T&#252;r. Er &#246;ffnete sie einen Spaltbreit. Drau&#223;en war niemand. Vorsichtig huschte er aus dem Zimmer und versteckte sich hinter der Statue der ein&#228;ugigen Hexe.

Wie mu&#223;te er es anstellen? Er zog die Karte heraus und stellte verdutzt fest, da&#223; eine neue kleine Tintengestalt darauf erschienen war, beschriftet mitHarry Potter.

Diese Figur befand sich genau da, wo Harry selbst stand, etwa in der Mitte des Korridors im dritten Stock. Harry sah ihr gespannt zu. Sein kleines Tintenselbst schien die Hexe mit seinem winzigen Zauberstab zu beklopfen. Rasch zog Harry seinen richtigen Zauberstab heraus und stupste gegen die Statue. Nichts geschah. Erneut blickte er auf die Karte. Eine noch winzigere Sprechblase war neben seiner Gestalt erschienen. Darin stand das Wort >Dissendium<.

Dissendium, fl&#252;sterte Harry und stupste noch einmal gegen die steinerne Hexe.

Auf einmal &#246;ffnete sich der Buckel der Statue, weit genug, um einen schlanken Menschen einzulassen. Harry sah sich rasch im Korridor um, dann verstaute er die Karte, zog sich hoch, steckte den Oberk&#246;rper in das Loch und stie&#223; sich ab.

Eine ganze Welle glitt er eine Art steinerne Rutschbahn hinunter und landete schlie&#223;lich auf kaltem und feuchtem Erdboden. Er stand auf und sah sich um. Es war stockdunkel. Er hob seinen Zauberstab und murmelteLumos. Das Licht zeigte, da&#223; er einen sehr engen, niedrigen und lehmigen Tunnel vor sich hatte. Er zog die Karte heraus, tippte mit der Spitze des Zauberstabs dagegen und murmelteUnheil angerichtet!, Sofort wurde die Karte blank. Er rollte sie sorgf&#228;ltig zusammen, steckte sie in die Hosentasche und machte sich dann mit heftig pochendem Herzen, begeistert und argw&#246;hnisch zugleich, auf den Weg.

Der Tunnel, dessen eng verschlungenen Windungen er folgte, erinnerte Harry unweigerlich an den Bau eines Riesenhasen. Er lief schnell und stolperte hin und wieder auf dem holprigen Boden. Den Zauberstab hielt er vor sich ausgestreckt.

Der Tunnel wollte kein Ende nehmen, doch der Gedanke All den Honigtopf machte Harry Beine. Nach einer Stunde, so kam es ihm vor, begann der Tunnel anzusteigen. Keuchend, mit hei&#223;em Gesicht und kalten F&#252;&#223;en spurtete Harry nach oben.

Zehn Minuten sp&#228;ter stand er am Fu&#223; einer abgenutzten steinernen Treppe, die sich oben im Dunkeln verlor. Ganz sachte, um ja keinen L&#228;rm zu machen, nahm Harry Stufe f&#252;r Stufe. Hundert Stufen, zweihundert Stufen, irgendwann h&#246;rte er auf zu z&#228;hlen und sah nur noch auf seine Schuhe dann, ohne Vorwarnung, stie&#223; er mit dem Kopf gegen etwas Hartes.

Es schien eine Fallt&#252;r zu sein. Harry blieb stehen, rieb sich die Stirn und lauschte. Von der anderen Seite der Fallt&#252;r war nichts zu h&#246;ren. Ganz langsam dr&#252;ckte er sie einen Spaltbreit nach oben und sp&#228;hte hinaus.

Er war in einem Keller voller Weidenk&#246;rbe und Holzkisten. Harry kletterte hinauf und schlo&#223; die Fallt&#252;r  sie f&#252;gte sich so vollkommen in den staubigen Boden ein, da&#223; sie nicht mehr zu sehen war. Nun schlich er langsam zur Holztreppe, die nach oben f&#252;hrte. Jetzt konnte er eindeutig Stimmen h&#246;ren, und ganz deutlich auch das L&#228;uten einer Glocke und das Auf- und Zugehen einer T&#252;r.

W&#228;hrend er sich noch &#252;berlegte, was er tun sollte, h&#246;rte er pl&#246;tzlich eine andere T&#252;r aufgehen, viel n&#228;her bei ihm; jemand war auf dem Weg nach unten.

Und bring noch 'ne Kiste Gummischnecken mit, die haben uns fast den Laden ausger&#228;umt -, sagte eine Frauenstimme.

Ein Paar F&#252;&#223;e kam die Treppe herunter. Harry hechtete hinter einen riesigen Korb und wartete, bis die Schritte sich entfernt hatten. Er h&#246;rte, wie der Mann Kisten an die gegen&#252;berliegende Wand schob. Noch eine solche Gelegenheit w&#252;rde er wohl nicht bekommen -

Rasch und leise huschte Harry aus seinem Versteck und kletterte die Stufen hoch; ein kurzer Blick zur&#252;ck zeigte ihm einen m&#228;chtigen R&#252;cken und einen gl&#228;nzenden Glatzkopf, tief &#252;ber eine Kiste gebeugt. Harry erreichte die T&#252;r am oberen Treppenabsatz, glitt hindurch und sah sich pl&#246;tzlich hinter der Ladentheke des Honigtopfes  er duckte sich, kroch zur Seite weg und richtete sich dann auf.

Im Honigtopf dr&#228;ngten sich so viele Sch&#252;ler aus Hogwarts, da&#223; keiner besondere Notiz von Harry nahm. Er schob sich zwischen ihnen durch, sah sich um und unterdr&#252;ckte ein Lachen bei dem Gedanken, was f&#252;r ein Schweinchengesicht Dudley machen w&#252;rde, wenn er sehen k&#246;nnte, wo Harry jetzt war.

Bis zur Decke reichten die Regale mit den verf&#252;hrerischsten Leckereien, die man sich vorstellen konnte: sahnige Nugatriegel, rosa schimmerndes Kokosnu&#223;eis, fette, honigfarbene Toffeebohnen; Hunderte verschiedene Sorten Schokolade, fein s&#228;uberlich aneinander gereiht; ein gro&#223;es Fa&#223; mit Bohnen jeder Geschmacksrichtung und ein weiteres mit zischenden Wissbies, den Brausekugeln, die einen vom Boden rissen, wie Ron erz&#228;hlt hatte. Entlang einer anderen Wand stapelten sich S&#252;&#223;igkeiten mitSpezialeffekt- Druhbels Bester Blaskaugummi (der ein Zimmer mit glockenblumenfarbenen Blasen f&#252;llte, die tagelang nicht platzen wollten), die merkw&#252;rdig splitterige Zahnwei&#223;-Pfefferminzlakritze, winzig kleine Pfefferkobolde (heiz deinen Freunden mal richtig ein!), Eism&#228;use (dir klappern die Z&#228;hne und du quiekst!), Pfefferminzpralinen in der Form von Kr&#246;ten (h&#252;pfen dir vorbildgetreu in den Magen!), zerbrechliche, aus Zucker gedrehte Federhalter und explodierende Bonbons.

Harry dr&#228;ngte sich durch eine Schar Sechstkl&#228;&#223;ler und sah am anderen Ende des Ladens ein Schild h&#228;ngen (Ein ganz anderer Geschmack). Darunter standen Ron und Hermine und untersuchten eine Schale Lutscher mit Blutgeschmack. Harry schlich sich unbemerkt von hinten an.

Urrgh, nee, die will Harry bestimmt nicht, die sind sicher f&#252;r Vampire, sagte Hermine.

Und was ist mit denen hier?, fragte Ron und hielt ihr einen Krug mit getrockneten Kakerlaken unter die Nase.

Auch nicht, sagte Harry.

Fast h&#228;tte Ron den Krug fallen lassen.

Harry!, kreischte Hermine.Was machst du denn hier? Wie wie bist du -?

Aber hallo!, sagte Ron ganz und gar beeindruckt,du hast gelernt, wie man appariert!

Nat&#252;rlich nicht, sagte Harry. Er d&#228;mpfte die Stimme, damit keiner von den Sechstkl&#228;&#223;lern ihn h&#246;ren konnte, und erz&#228;hlte ihnen alles &#252;ber die Karte des Rumtreibers.

Wieso haben Fred und George sie mir nie gegeben!, sagte Ron emp&#246;rt.Ich bin schlie&#223;lich ihr Bruder!

O Harry, fl&#252;sterte Hermine.Wenn das jemand erf&#228;hrt dann sitzt du in der Patsche und was ist mit  du wei&#223;t schon  Sirius Black?

W&#252;rd mich wundern, wenn er Harry jetzt erkennen k&#246;nnte, sagte Ron und nickte hin&#252;ber zu kleinen holzgerahmten Fenstern. Drau&#223;en herrschte dichtes Schneetreiben.Mach dir nichts draus, Hermine, es ist Weihnachten. Harry hat sich seinen kleinen Ausflug verdient.

Hermine wirkte sehr besorgt.

Willst du mich etwa verpetzen?, fragte Harry grinsend

Oh  nat&#252;rlich nicht  aber ehrlich gesagt, Harry -

Hast du die zischenden Wissbies gesehen, Harry?, sagte Ron, packte ihn am Arm und f&#252;hrte ihn hin&#252;ber zu dem Fa&#223;.Und die Gummischnecken? Und die S&#228;uredrops? Als ich sieben war, hat mir Fred einen geschenkt, und er hat mir ein Loch durch die Zunge gebrannt, ich wei&#223; noch, wie ihn Mum mit dem Besen verm&#246;belt hat.Ron starrte gedankenversunken in die Schachtel mit den S&#228;uredrops.Meinst du, Fred wird von den getrockneten Kakerlaken probieren, wenn ich ihm sage, es seien Erdn&#252;sse?

Als Ron und Hermine all ihre S&#252;&#223;igkeiten bezahlt hatten, verlie&#223;en sie den Honigtopf und st&#252;rzten sich nach drau&#223;en in den Schneesturm.

In Hogsmeade sah es aus wie auf einer Weihnachtskarte:

die kleinen aneinander geschmiegten Dorfh&#228;user und L&#228;den lagen unter einer H&#252;lle pulvrigen Schnees; an den T&#252;ren hingen Stechpalmenb&#252;ndel und durch die B&#228;ume schlangen sich Kordeln mit Zauberkerzen.

Harry bibberte; er hatte nicht daran gedacht, seinen Umhang mitzunehmen. Sie gingen die Stra&#223;e entlang, die K&#246;pfe gegen den Wind geneigt, und Ron und Hermine riefen durch ihre Schals:

Das ist die Post -

Dort oben ist Zonko -

Wir k&#246;nnten raufgehen zur Heulenden H&#252;tte -

Wi&#223;t ihr was, sagte Ron z&#228;hneklappernd,wir k&#246;nnten doch auf ein Butterbier in die Drei Besen gehen!

Harry war unbedingt daf&#252;r; der Wind blies heftig und er hatte eiskalte H&#228;nde. Sie &#252;berquerten die Stra&#223;e und ein paar Minuten sp&#228;ter betraten sie das winzige Wirtshaus.

Es war gesteckt voll, laut, warm und verr&#228;uchert. Eine recht wohlproportionierte Frau mit h&#252;bschem Gesicht k&#252;mmerte sich gerade um einen Kl&#252;ngel grobschl&#228;chtiger Hexenmeister an der Bar.

Das ist Madam Rosmerta, sagte Ron.Ich hol uns was zu trinken, oder?, f&#252;gte er hinzu und err&#246;tete kaum merklich.

Harry und Hermine schlugen sich in die hintere Ecke durch, wo ein Tisch zwischen den Fenstern frei war und ein sch&#246;ner Weihnachtsbaum neben dem Kamin stand. Ron kam nach f&#252;nf Minuten mit drei dampfenden Kr&#252;gen Butterbier zu ihnen.

Frohe Weihnachten!, sagte er gl&#252;cklich und erhob seinen Krug.

Harry trank mit m&#228;chtigen Schlucken. Das war das Leckerste, was er je getrunken hatte, und es schien ihn von innen bis in die letzte Pore zu erw&#228;rmen.

Ein j&#228;her Windsto&#223; zerzauste ihm das Haar. Die T&#252;r der Drei Besen war aufgegangen. Harry blickte &#252;ber den Rand seines Krugs hinweg und verschluckte sich.

Die Professoren McGonagall und Flitwick hatten soeben unter Schneeflockengest&#246;ber den Pub betreten, und kurz darauf folgte ihnen Hagrid, ganz in ein Gespr&#228;ch vertieft mit einem pummeligen Mann mit limonengr&#252;ner Melone und Nadelstreifenumhang  Cornelius Fudge, der Minister f&#252;r Zauberei.

Ron und Hermine hatten keine Sekunde gez&#246;gert, die H&#228;nde auf Harrys Kopf gelegt und ihn vom Stuhl weg unter den Tisch gedr&#252;ckt. Mit Butterbier bekleckert klammerte er den leeren Krug an sich und lugte unter dem Tisch hervor nach den F&#252;&#223;en der Lehrer und des Ministers, die zur Bar gingen, einen Moment stehen blieben und dann direkt auf ihn zukamen.

&#220;ber ihm fl&#252;sterte HermineMobiliarbus!.

Der Weihnachtsbaum neben ihrem Tisch erhob sich eine Handbreit vom Boden, schwebte zur Seite und landete mit einem sanften Rascheln direkt vor ihrem Tisch. So versteckt, sp&#228;hte Harry durch die dichten unteren Zweige. Vier mal vier Stuhlbeine am Nebentisch wurden &#252;ber den Boden ger&#252;ckt, dann h&#246;rte er, wie sich die Lehrer und der Minister unter &#196;chzen und Seufzen niederlie&#223;en.

Jetzt n&#228;herte sich ein weiteres Paar F&#252;&#223;e in funkelnd t&#252;rkisblauen St&#246;ckelschuhen, und er h&#246;rte die Stimme einer Frau.

Ein kleines Goldlackwasser

Das ist f&#252;r mich, antwortete Professor McGonagalls Stimme.

Vier Halbe hei&#223;en Honig-Met.

Hier, Rosmerta, sagte Hagrid.

Kirschsirup und Soda mit Eis und Schirmchen -

Mmm!, sagte Professor Flitwick und schnalzte mit der Zunge.

Dann ist der Johannisbeer-Rum f&#252;r Sie, Minister.

Danke, Rosmerta, meine Liebe, sagte Fudge.Sch&#246;n, Sie mal wieder zu sehen, Wollen Sie sich nicht setzen und einen Schluck mit uns trinken

Oh, vielen Dank, Minister.

Harry sah, wie die glitzernden Pumps sich entfernten und wieder zur&#252;ckkamen. Das Herz pochte ihm schmerzhaft in der Kehle. Warum hatte er nicht daran gedacht, da&#223; dies auch das letzte Wochenende f&#252;r die Lehrer war? Und wie lange w&#252;rden sie hier sitzen bleiben? Er brauchte Zeit, um sich wieder in den Honigtopf zu schleichen, wenn er heute abend noch in die Schule zur&#252;ckwollte Hermines Bein neben ihm zuckte nerv&#246;s.

Nun, was bringt Sie ausgerechnet in dieses Nest hier, Minister?Das war Madam Rosmertas Stimme.

Harry sah, wie sich der Unterleib des Ministers auf dem Stuhl nach links und rechts wand, als ob er sich vergewissern wollte, da&#223; keiner mith&#246;rte. Dann sagte er mit ged&#228;mpfter Stimme:

Wer sonst, meine Liebe, als Sirius Black? Sie haben sicher geh&#246;rt, was an Halloween oben in der Schule passiert ist?

Ger&#252;chteweise, gab Madam Rosmerta zu.

Haben Sie es im ganzen Pub herumerz&#228;hlt, Hagrid?, sagte Professor McGonagall ungehalten.

Glauben Sie, da&#223; Black immer noch in der Gegend ist, Minister?, fl&#252;sterte Madam Rosmerta.

Da bin ich mir sicher, sagte Fudge knapp.

Sie wissen doch, da&#223; die Dementoren das ganze Dorf zweimal durchsucht haben?, sagte Madam Rosmerta mit einem Anflug von &#196;rger in der Stimme.Haben mir alle Kunden verschreckt gar nicht gut f&#252;rs Gesch&#228;ft, Minister.

Rosmerta, meine Liebe, ich mag diese Gestalten genauso wenig wie Sie, sagte Fudge peinlich ber&#252;hrt.Das ist eine unerl&#228;&#223;liche Vorsichtsma&#223;nahme l&#228;stig, aber was soll man machen hab gerade ein paar von ihnen gesprochen. Sie sind w&#252;tend auf Dumbledore  er will sie nicht aufs Schulgel&#228;nde lassen.

Das kann ich nur unterst&#252;tzen, sagte Professor McGonagall scharf.Wie sollen wir denn unterrichten, wenn diese Horrorgestalten um uns herumschweben?

H&#246;rt, h&#246;rt, quiekte der kleine Professor Flitwick, dessen F&#252;&#223;e eine Handbreit &#252;ber dem Boden baumelten.

Wie auch immer, sagte Fudge z&#246;gernd,sie sind hier, um Sie alle vor etwas viel Schlimmerem zu sch&#252;tzen wir wissen alle, wozu Black f&#228;hig ist

Ehrlich gesagt, ich kann es immer noch nicht fassensagte Madam Rosmerta nachdenklich.Alle m&#246;glichen Leute sind damals auf die Dunkle Seite &#252;bergelaufen, aber ich h&#228;tte nie gedacht, da&#223; Sirius Black ich meine, ich kannte ihn als Jungen in Hogwarts. Wenn Sie mir damals gesagt h&#228;tten, was aus ihm werden wird, h&#228;tte ich gesagt, Sie haben ein paar Met &#252;ber den Durst getrunken.

Sie kennen noch nicht mal die H&#228;lfte der Geschichte, sagte Fudge grummelig.Von seiner schlimmsten Tat wei&#223; kaum jemand.

Von welcher Tat?, fragte Madam Rosmerta neugierig.Schlimmer als der Mord an all diesen Menschen, meinen Sie?

Allerdings, sagte Fudge.

Das kann ich nicht glauben. Was k&#246;nnte denn schlimmer sein?

Sie sagen, Sie kennen ihn aus seiner Zeit in Hogwarts, Rosmerta, murmelte Professor McGonagall.Wissen Sie noch, wer sein bester Freund war?

Nat&#252;rlich, sagte Madam Rosmerta und lachte kurz aufHingen zusammen wie siamesische Zwillinge, nicht wahr? Ich wei&#223; nicht mehr, wie oft sie hier bei mir waren  ooh, sie haben mich immer zum Lachen gebracht. Waren ein richtiges Duett, Sirius Black und James Potter!

Harrys Krug fiel laut klirrend zu Boden. Ron versetzte ihm einen Sto&#223;.

Genau, sagte Professor McGonagall.Black und Potter. Anf&#252;hrer ihrer kleinen Bande. Beide sehr aufgeweckt, nat&#252;rlich  ungew&#246;hnlich klug, wenn Sie mich fragen  doch solche zwei Unheilstifter hatten wir wohl auch noch nie -

Na, ich wei&#223; nicht, gluckste Hagrid,Fred und George Weasley h&#228;tten ihnen ganz sch&#246;n Konkurrenz gemacht.

Man h&#228;tte meinen k&#246;nnen, Black und Potter w&#228;ren Br&#252;der, fl&#246;tete Professor Flitwick.Unzertrennlich!

Nat&#252;rlich waren sie das, sagte Fudge.Potter hat Black mehr vertraut als allen seinen anderen Freunden. Und das hat sich nicht ge&#228;ndert, als sie von der Schule gingen. Black war Trauzeuge, als James und Lily heirateten. Dann baten sie ihn, Harrys Pate zu werden. Davon hat Harry nat&#252;rlich keine Ahnung. Sie k&#246;nnen sich vorstellen, wie ihn der Gedanke qu&#228;len w&#252;rde.

Weil es sich eines Tages herausstellte, da&#223; Black auf der Seite von Du-wei&#223;t-schon-wem stand?, fl&#252;sterte Madam Rosmerta.

Schlimmer noch, meine LiebeFudge senkte die Stimme und fuhr mit einem ged&#228;mpften Brummen fort.Nur wenige kennen die Tatsache, da&#223; die Potters wu&#223;ten, da&#223; Du-wei&#223;t-schon-wer hinter ihnen her war. Dumbledore, der nat&#252;rlich unerm&#252;dlich gegen Du-wei&#223;t-schon-wen arbeitete, hatte eine Reihe n&#252;tzlicher Spione. Einer von ihnen hat ihm den Tipp gegeben und er hat sofort James und Lily gewarnt. Er riet ihnen, sich zu verstecken. Nun war es nat&#252;rlich nicht so einfach, sich vor Du-wei&#223;t-schon-wem zu verstecken. Dumbledore hat ihnen gesagt, sie sollten am besten den Fidelius-Zauber anwenden.

Wie geht der?, fragte Madam Rosmerta, atemlos vor Anspannung. Professor Flitwick r&#228;usperte sich.

Ein &#228;u&#223;erst komplizierter Zauber, sagte er quiekend,bei dem es darum geht, ein Geheimnis auf magische Weise im Innern einer lebenden Seele zu verbergen. Die Information wird in der gew&#228;hlten Person, dem Geheimniswahrer, versteckt und ist fortan unauffindbar  au&#223;er nat&#252;rlich, der Wahrer des Geheimnisses beschlie&#223;t, es zu verraten. Solange sich der Geheimniswahrer weigerte zu sprechen, h&#228;tte Du-wei&#223;t-schon-wer das Dorf, in dem Lily und James lebten, jahrelang durchsuchen k&#246;nnen, ohne sie zu finden, nicht einmal, wenn er die Nase gegen ihr Wohnzimmerfenster gedr&#252;ckt h&#228;tte!

Also war Sirius Black der Geheimniswahrer?, fl&#252;sterte Madam Rosmerta.

Nat&#252;rlich, sagte Professor McGonagall.James Potter hat Dumbledore erz&#228;hlt, da&#223; Black eher sterben w&#252;rde als zu sagen, wo sie steckten, da&#223; Black selbst vorhatte sich zu verstecken und dennoch machte sich Dumbledore weiterhin Sorgen. Ich wei&#223; noch, wie er anbot, selbst der Geheimniswahrer f&#252;r Potter zu werden.

Hat er Black verd&#228;chtigt?, hauchte Madam Rosmerta.

Er war sich sicher, da&#223; jemand, der den Potters nahe stand, Du-wei&#223;t-schon-wen &#252;ber ihre Schritte informiert hatte, sagte McGonagall bedr&#252;ckt.Tats&#228;chlich hatte er schon l&#228;nger den Verdacht gehegt, da&#223; jemand auf unserer Seite zum Verr&#228;ter geworden war und Du-wei&#223;t-schon-wem eine Menge Informationen weitergab.

Aber James Potter beharrte darauf, Black zu nehmen?

Ja, allerdings, sagte Fudge mit schwerer Stimme.Und dann, kaum eine Woche nachdem der Fidelius-Zauber ausgesprochen worden war -

- hat ihn Black verraten?, keuchte Madam Rosmerta.

Ja, so war es. Black hatte seine Rolle als Doppelagent satt, er war bereit, offen seine Unterst&#252;tzung f&#252;r Du-wei&#223;t-schon-wen zu erkl&#228;ren, und er scheint dies f&#252;r den Tag von Potters Tod geplant zu haben. Doch wie wir alle wissen, fand Du-wei&#223;t-schon-wer in dem kleinen Harry Potter einen t&#246;dlichen Gegner. Seiner Kr&#228;fte beraubt und f&#252;rchterlich angeschlagen, machte er sich auf die Flucht. Und so steckte Black in einer sehr &#252;blen Lage. Sein Meister war in eben jenem Moment gest&#252;rzt, da er, Black, seine Karten als Verr&#228;ter offen auf den Tisch gelegt hatte. Er hatte keine andere Wahl als ebenfalls zu fliehen -

Dreckiger, stinkender Wechselbalg!, rief Hagrid so laut, da&#223; das halbe Wirtshaus verstummte.

Schhh!, sagte Professor McGonagall.

Ich hab ihn getroffen!, sagte Hagrid.Ich mu&#223; der Letzte gewesen sein, der ihn gesehen hat, bevor er all diese Leute umgebracht hat! Ich war es, der Harry Potter aus Lilys und James' Haus gerettet hat, nachdem sie get&#246;tet wurden! Hab ihn nur noch aus den Ruinen holen k&#246;nnen, das arme kleine Ding, mit einem gro&#223;en Ri&#223; auf der Stirn, und beide Eltern tot und dann erscheint pl&#246;tzlich Sirius Black auf diesem fliegenden Motorrad, das er damals hatte. Keine Ahnung, was er dort suchte. Ich wu&#223;te nicht, da&#223; er der Geheimniswahrer von Lily und James war. Ich dachte, er hat wohl von dem &#220;berfall geh&#246;rt und will nachsehen, ob er helfen kann. Ganz bleich war er und gezittert hat er. Und wi&#223;t ihr, was ich gemacht hab? Ich hab den m&#246;rderischen Verr&#228;ter auch noch getr&#246;stet!, polterte Hagrid.

Hagrid, bitte!, sagte Professor McGonagall,schreien Sie nicht so rum!

Wie sollte ich wissen, da&#223; er nicht wegen Lily und James so von der Rolle war? Dem ging es nur um Du-wei&#223;t-schon-wen! Und er sagt mir noch: >Gib Harry mir, Hagrid, ich bin sein Pate, ich k&#252;mmere mich um ihn -< Ha! Aber ich hatte meine Anweisungen von Dumbledore, und >nein, Black<, hab ich gesagt, >Dumbledore will, da&#223; Harry zu seinen Verwandten kommt<. Wir haben uns gestritten, aber am Ende hat er nachgegeben. >Nimm mein Motorrad<, hat er gesagt, >und bring Harry dorthin, ich brauch es nicht mehr.<

Ich h&#228;tte wissen m&#252;ssen, da&#223; da irgendwas faul war. Er war ganz vernarrt in sein Motorrad. Weshalb hat er es mir gegeben? Warum hat er es nicht mehr gebraucht? Tatsache war, es war zu auff&#228;llig. Dumbledore wu&#223;te, da&#223; er der Geheimniswahrer von Potter war. Black wu&#223;te, da&#223; er in dieser Nacht schleunigst verschwinden mu&#223;te, es war nur eine Frage von stunden, bis das Ministerium ihm auf den Fersen sein w&#252;rde.

Aber was, wenn ich ihm Harry gegeben h&#228;tte, eh? Ich wette, er h&#228;tte ihn drau&#223;en &#252;ber dem Meer vom Motorrad geworfen. Der Sohn seines besten Freundes! Aber wenn ein Zauberer auf die Dunkle Seite &#252;berwechselt, gibt es nichts und niemanden, der ihm noch was wert ist

Auf Hagrids Geschichte folgte ein langes Schweigen. Dann sagte Madam Rosmerta mit einiger Genugtuung in der Stimme:

Aber er hat es nicht geschafft zu verschwinden, oder? Das Zaubereiministerium hat ihn am n&#228;chsten Tag erwischt!

Ach, wenn es so gewesen w&#228;re, sagte Fudge erbittert.Es waren nicht wir, die ihn gefunden haben, es war der kleine Peter Pettigrew  auch einer von Potters Freunden Sicher war er au&#223;er sich vor Trauer und wu&#223;te, da&#223; BlackPotters Geheimnis bewahrt hat, und so hat er auf eigene Faust nach Black gesucht.

Pettigrew dieser dicke kleine junge, der ihnen in Hogwarts immer hinterher geschlichen ist?, fragte Madam Rosmerta.

Hat Black und Potter wie Helden verehrt, sagte Professor McGonagall.Spielte allerdings nie in derselben Liga mit ihnen, was die Begabung angeht. Ich hab ihn &#246;fter etwas scharf angefahren. Sie k&#246;nnen sich vorstellen, wie ich  wie ich das heute bedaureSie h&#246;rte sich an, als h&#228;tte sie pl&#246;tzlich einen Schnupfen.

Nimm's dir nicht so zu Herzen, Minerva, sagte Fudge aufmunternd.Pettigrew ist als Held gestorben. Die Augenzeugen  nat&#252;rlich waren es Muggel, wir haben ihre Erinnerungen sp&#228;ter gel&#246;scht -, sie haben uns berichtet, da&#223; Pettigrew Black in die Enge getrieben hatte. Sie sagten, er habe geschluchzt. >Lily und James, Sirius! Wie konntest du das tun!< Und dann hat er nach seinem Zauberstab gegriffen. Nun, nat&#252;rlich war Black schneller. Hat Pettigrew in St&#252;cke gerissen

Professor McGonagall schneuzte sich und sagte mit belegter Stimme:

Dummer Junge einf&#228;ltiger Junge er war beim Duellieren immer ein hoffnungsloser Fall h&#228;tte es dem Ministerium &#252;berlassen sollen

Ich sag euch, knurrte Hagrid,wenn ich Black vor Pettigrew in die H&#228;nde gekriegt h&#228;tte, ich h&#228;tte nicht lange mit dem Zauberstab gefackelt  ich h&#228;tte ihm  alle  Rippen rausgerissen.

Sie wissen doch nicht, wovon Sie reden, Hagrid, sagte Fudge scharfKeiner au&#223;er den daf&#252;r geschulten Eingreifzauberern von der Magischen Polizeibrigade h&#228;tte eine Chance gegen Black gehabt, als er in die Enge getrieben war.

Ich war damals als stellvertretender Minister f&#252;r Zauberkatastrophen einer der Ersten am Tatort, nachdem Black all diese Menschen ermordet hatte. Ich  ich werde den Anblick nie vergessen. Ich tr&#228;ume heute noch manchmal davon. Ein Krater mitten in der Stra&#223;e, so tief, da&#223; die Abflu&#223;rohre in der Erde aufgerissen waren. &#220;berall Leichen. Schreiende Muggel. Und Black stand da und hat gelacht, vor ihm die &#220;berreste von Pettigrew ein blutgetr&#228;nkter Umhang und ein paar  ein paar Fetzen -

Fudge brach ab. Harry h&#246;rte, wie Nasen geschneuzt wurden.

Nun, jetzt wissen Sie Bescheid, Rosmerta, sagte Fudge dumpfBlack wurde von zwanzig Leuten der Magischen Polizeibrigade abgef&#252;hrt und Pettigrew hat den Orden des Merlin erhalten, erster Klasse, was wohl seine Mutter ein wenig getr&#246;stet hat. Black sa&#223; seit diesem Tag in Askaban.

Madam Rosmerta stie&#223; einen lang gezogenen Seufzer aus.

Stimmt es, da&#223; er verr&#252;ckt ist, Minister?

Ich w&#252;nschte, ich k&#246;nnte das behaupten, sagte Fudge bed&#228;chtig.Was ich sicher wei&#223;, ist, da&#223; ihn die Niederlage seines Meisters f&#252;r einige Zeit aus der Bahn geworfen hat. Der Mord an Pettigrew und all den Muggeln war die Tat eines in die Enge getriebenen und verzweifelten Mannes  grausam sinnlos. Aber bei meiner letzten Inspektion in Askaban habe ich Black getroffen. Wissen Sie, die meisten Gefangenen dort sitzen im Dunkeln und murmeln vor sich hin, sie haben den Verstand verloren aber ich war erschrocken, wie normal Black schien. Er hat ganz vern&#252;nftig mit mir gesprochen. Es war unheimlich. Man h&#228;tte meinen k&#246;nnen, er langweile sich nur  hat mich ganz gelassen gefragt, ob ich meine Zeitung ausgelesen h&#228;tte, er w&#252;rde n&#228;mlich gern das Kreuzwortr&#228;tsel l&#246;sen. ja, ich war erstaunt, wie wenig Wirkung die Dementoren auf ihn zu haben schienen  und er war einer der am sch&#228;rfsten bewachten Gefangenen, m&#252;ssen Sie wissen. Tag und Nacht standen sie vor seiner Zelle.

Aber, was glauben Sie, hat er jetzt nach seiner Flucht vor?, fragte Madam Rosmerta.Meine G&#252;te, Minister, er will sich doch nicht etwa wieder Du-wei&#223;t-schon-wem anschlie&#223;en?

Ich w&#252;rde sagen, das  &#228;hm  ist m&#246;glicherweise Blacks Absicht, sagte Fudge ausweichend.Aber wir hoffen, da&#223; wir ihn schon bald fassen werden. Ich mu&#223; sagen, Du-wei&#223;t-schon-wer allein und ohne Freunde ist das eine aber gewinnt er seinen ergebensten Gefolgsmann zur&#252;ck, dann schaudert mir bei dem Gedanken, wie schnell er wieder an die Macht gelangen k&#246;nnte

Es gab ein leises Klingen. jemand hatte sein Glas auf dem Tisch abgestellt.

Wissen Sie, Cornelius, wenn Sie mit dem Direktor zu Abend essen, sollten wir jetzt besser zur&#252;ck ins Schlo&#223;, sagte Professor McGonagall.

Ein Fu&#223;paar nach dem anderen kam in Bewegung; Umhangs&#228;ume schwangen an Harrys Augen vorbei und Madam Rosmertas glitzernde St&#246;ckelschuhe verschwanden hinter der Bar. Die T&#252;r zu den Drei Besen &#246;ffnete sich, erneut wirbelten Schneeflocken herein und die Lehrer verschwanden.

Harry?

Die Gesichter von Ron und Hermine erschienen unter der Tischkante. Sie starrten Harry an und brachten kein Wort heraus.



Der Feuerblitz

Harry wu&#223;te nicht genau, wie er es geschafft hatte, in den Keller des Honigtopfes, dann durch den Tunnel und wieder zur&#252;ck ins Schlo&#223; zu gelangen. jedenfalls kam es ihm vor, als h&#228;tte er den R&#252;ckweg im Nu zur&#252;ckgelegt, und er hatte nicht so recht darauf geachtet, was er eigentlich tat, denn in seinem Kopf schwirrten noch die Worte des Gespr&#228;chs, das er soeben mit angeh&#246;rt hatte.

Warum hatte es ihm keiner gesagt? Dumbledore, Hagrid, Mr Weasley, Cornelius Fudge warum hatte keiner je erw&#228;hnt, da&#223; Harrys Eltern gestorben waren, weil ihr bester Freund sie verraten hatte?

Ron und Hermine warfen Harry w&#228;hrend des Abendessens st&#228;ndig nerv&#246;se Blicke zu, doch &#252;ber das Geh&#246;rte zu sprechen trauten sie sich nicht, weil Percy ganz in der N&#228;he sa&#223;. Als sie nach oben gingen, stellten sie fest, da&#223; Fred und George in einem Anfall von Vorfreude auf die Ferien ein halbes Dutzend Stinkbomben in den dicht besetzten Gemeinschaftsraum geworfen hatten. Harry wollte vermeiden, da&#223; Fred und George neugierig fragten, ob er nach Hogsmeade durchgekommen war. Er stahl sich hoch in den leeren Schlafsaal und ging geradewegs auf seine Kommode zu. Er r&#228;umte die B&#252;cher beiseite und fand rasch, wonach er suchte  das in Leder gebundene Fotoalbum, das ihm Hagrid vor zwei Jahren geschenkt hatte, voller Zauberfotos seiner Mutter und seines Vaters. Er setzte sich aufs Bett, zog die Vorh&#228;nge zu und bl&#228;tterte suchend die Seiten durch, bis Bei einem Bild von der Hochzeit seiner Eltern hielt er inne. Da stand sein Vater mit dem widerborstigen, in alle Himmelsrichtungen abstehenden tiefschwarzen Haar, das Harry geerbt hatte, und winkte ihm strahlend zu. Und da war seine Mutter, Arm in Arm mit seinem Vater, und sie schwebte fast vor Gl&#252;ck. Und da das mu&#223;te er sein. Der beste Freund seiner Eltern Harry hatte noch nie einen Gedanken an ihn verschwendet.

Wenn er nicht gewu&#223;t h&#228;tte, da&#223; es Black war, w&#228;re er anhand dieses alten Fotos nie darauf gekommen. Sein Gesicht war nicht eingesunken und w&#228;chsern, sondern h&#252;bsch, und er lachte herzlich. Arbeitete er schon damals, als dieses Bild aufgenommen wurde, f&#252;r Voldemort? Plante er bereits den Tod der beiden Menschen an seiner Seite? War ihm klar, da&#223; ihm zw&#246;lf Jahre in Askaban bevorstanden, zw&#246;lf Jahre, die ihn bis zur Unkenntlichkeit entstellen w&#252;rden?

Aber die Dementoren k&#246;nnen ihm nichts anhaben, dachte Harry und starrte in das h&#252;bsche, lachende Gesicht. Er h&#246;rt ja schlie&#223;lich nicht meine Mutter schreien, wenn sie in die N&#228;he kommen -

Harry klappte das Album zu, beugte sich &#252;ber das Bett und stellte es zur&#252;ck in seine Kommode. Er legte den Umhang und die Brille ab und stieg ins Bett, doch zuvor &#252;berzeugte er sich davon, da&#223; die Vorh&#228;nge zugezogen waren und ihn verbargen.

Die Schlafsaalt&#252;r ging auf.

Harry?, sagte Ron unsicher.

Doch Harry r&#252;hrte sich nicht und tat, als ob er schliefe. Er h&#246;rte, wie Ron wieder hinausging, und drehte sich dann auf den R&#252;cken, die Augen weit ge&#246;ffnet.

Ein Ha&#223;, wie er ihn noch nie gesp&#252;rt hatte, durchstr&#246;mte Harry wie Gift. Er sah Black vor sich, wie er ihn in der Dunkelheit auslachte, als ob jemand das Bild aus dem Album &#252;ber seine Augen gelegt h&#228;tte. Und als ob ihm jemand einen Filmausschnitt zeigte, sah er, wie Sirius Black Peter Pettigrew (der Neville Longbottom &#228;hnelte) in tausend St&#252;cke scho&#223;. Er h&#246;rte (auch wenn er keine Ahnung hatte, wie Blacks Stimme klingen mochte) ein leises, begeistertes Murmeln.Es ist geschehen, mein Meister die Potters haben mich zu ihrem Geheimniswahrer gemachtUnd dann erklang eine andere Stimme, schrill lachend, und es war dieses Lachen, das Harry durch den Kopf ging, wenn die Dementoren n&#228;her kamen

Harry hatte erst in der Morgend&#228;mmerung Schlaf gefunden Als er schlie&#223;lich aufwachte, war der Schlafsaal verlassen; er zog sich an und stieg die Wendeltreppe hinunter in den Gemeinschaftsraum, wo nur Ron sa&#223;, der eine Pfefferminzkr&#246;te a&#223; und sich den Bauch rieb, und Hermine, die ihre Hausaufgaben &#252;ber drei Tische ausgebreitet hatte.

Wo sind sie denn alle?, fragte Harry.

Nach Hause! Heute ist der erste Ferientag, wei&#223;t du nicht mehr?, sagte Ron und musterte Harry mit scharfem Blick.Bald gibt's Mittagessen, ich wollte eben nach oben gehen und dich wecken.

Harry lie&#223; sich in einen Sessel am Feuer fallen. Drau&#223;en vor den Fenstern fiel immer noch Schnee. Krummbein lag vor dem Kamin ausgestreckt wie ein gro&#223;er rostroter Teppichvorleger.

Du siehst wirklich nicht gut aus, sagte Hermine und sah ihn besorgt an.

Mir geht's gut, sagte Harry.

H&#246;r zu, Harry, sagte Hermine und tauschte einen Blick mit Ron,du mu&#223;t wirklich ziemlich durcheinander sein wegen gestern. Aber du darfst auf keinen Fall eine Dummheit begehen.

Was denn zum Beispiel?, sagte Harry.

Zum Beispiel Black jagen, sagte Ron scharf.

Harry war sonnenklar, da&#223; sie dieses Gespr&#228;ch ge&#252;bt hatten, w&#228;hrend er geschlafen hatte. Er sagte nichts.

Das wirst du nicht tun, oder, Harry?, sagte Hermine.

Weil Black es nicht wert ist, da&#223; du seinetwegen stirbst, sagte Ron.

Harry sah sie an. Sie schienen &#252;berhaupt nichts zu begreifen.

Wi&#223;t ihr, was ich jedes Mal, wenn ein Dementor in meine N&#228;he kommt, sehe und h&#246;re?Ron und Hermine sch&#252;ttelten die K&#246;pfe und warteten gespannt.Ich kann h&#246;ren, wie meine Mutter schreit und Voldemort anfleht. Und wenn ihr eure Mutter so h&#228;ttet schreien h&#246;ren, kurz bevor sie umgebracht wurde, dann w&#252;rdet ihr es nicht so schnell vergessen. Und wenn ihr herausgefunden h&#228;ttet, da&#223; jemand, der angeblich ihr Freund war, sie verraten und ihr Voldemort auf den Hals gehetzt h&#228;tte -

Aber daran kannst du doch nichts &#228;ndern!, sagte Hermine, die sehr mitgenommen aussah.Die Dementoren werden Black fangen und ihn nach Askaban zur&#252;ckbringen  geschieht ihm recht!

Ihr habt geh&#246;rt, was Fudge gesagt hat. Askaban setzt Black nicht derma&#223;en zu wie normalen Menschen. F&#252;r ihn ist die Strafe nicht so schlimm wie f&#252;r andere.

Also, was willst du damit sagen?, sagte Ron angespannt.Willst du etwa  Black umbringen, Harry?

Wieder antwortete Harry nicht. Er wu&#223;te nicht, was er tun wollte. Er wu&#223;te nur, da&#223; er die Vorstellung, nichts zu unternehmen, w&#228;hrend Black in Freiheit war, fast nicht ertragen konnte.

Malfoy wei&#223; es, sagte er pl&#246;tzlich.Wi&#223;t ihr noch, was er in Zaubertr&#228;nke gesagt hat? >Ich an deiner Stelle w&#252;rde ihn selbst jagen ich wollte Rache.<

Willst du etwa auf Malfoys Rat h&#246;ren statt auf unseren?, sagte Ron zornig.H&#246;r zu Wei&#223;t du, was Pettigrews Mutter bekommen hat, nachdem Black ihn erledigt hatte? Dad hat es mir erz&#228;hlt  den Orden der Merlin, erster Klasse, und einen Finger ihres Sohnes in einer Schachtel. Das war das gr&#246;&#223;te St&#252;ck von ihm, das sie finden konnten. Black ist wahnsinnig, Harry, und er ist gef&#228;hrlich -

Malfoys Vater mu&#223; es ihm erz&#228;hlt haben, sagte Harry, ohne auf Ron zu achten.

Er war im engsten Kreis um Voldemort -

Nenn ihn doch Du-wei&#223;t-schon-wer, warf Ron unwirsch ein.

- also wu&#223;ten die Malfoys offensichtlich, da&#223; Black f&#252;r Voldemort arbeitete -

- und Malfoy w&#252;rde es liebend gern sehen, wenn du auch in eine Million St&#252;cke zerfetzt wirst, wie Pettigrew! Begreif doch, Malfoy wartet doch nur darauf, da&#223; du dich umbringen l&#228;&#223;t, bevor er im Quidditch gegen dich spielen mu&#223;.

Harry, bitte, sagte Hermine und in ihren Augen glitzerten jetzt Tr&#228;nen,bitte sei vern&#252;nftig. Black hat etwas Schreckliches, etwas Abscheuliches getan, aber bring dich nicht selbst in Gefahr, das will Black doch gerade o Harry, du w&#252;rdest Black doch direkt in die H&#228;nde spielen, wenn du nach ihm suchen w&#252;rdest. Deine Mum und dein Dad w&#252;rden nicht wollen, da&#223; er dir etwas antut, oder? Sie w&#252;rden nie und nimmer wollen, da&#223; du ihn suchst!

Ich werde nie wissen, was sie gewollt h&#228;tten, denn dank Black habe ich nie mit ihnen gesprochen, sagte Harry barsch.

Stille trat ein. Krummbein reckte sich gen&#252;&#223;lich und fuhr seine Krallen aus. In Rons Tasche zitterte es.

Sieh mal, sagte Ron, offenbar auf der Suche nach einem anderen Thema,wir haben Ferien! Bald ist Weihnachten! La&#223; uns  la&#223; uns runtergehen und bei Hagrid reinschauen, wir haben ihn schon seit Ewigkeiten nicht mehr besucht.

Nein!, warf Hermine rasch ein,Harry darf das Schlo&#223; nicht verlassen, Ron -

Ja, la&#223;t uns gehen, sagte Harry und richtete sich auf.dann kann ich ihn fragen, wieso er Black immer ausgelassen hat, als er mir alles &#252;ber meine Eltern erz&#228;hlte.

Schon wieder wegen Sirius Black zu streiten war nat&#252;rlich nicht Rons Absicht gewesen.

Oder wir k&#246;nnten eine Partie Schach spielen, sagte er hastig,oder Koboldstein, Percy hat ein Spiel dagelassen -

Nein, wir besuchen Hagrid, sagte Harry bestimmt.

So holten sie ihre Umh&#228;nge aus den Schlafs&#228;len, kletterten durch das Portr&#228;tloch (Stellt euch und k&#228;mpft, ihr gelbb&#228;uchigen Bastarde), stiegen ins verlassene Schlo&#223; hinunter und traten durch die Eichenportale hinaus ins Freie.

Langsam schlurften sie &#252;ber den Rasen und zogen einen flachen Graben im glitzernden Pulverschnee; ihre Socken und Umhangs&#228;ume waren durchn&#228;&#223;t und mit Eiskrusten &#252;bers&#228;t. Der Verbotene Wald kam ihnen vor, als w&#228;re er verzaubert, alle B&#228;ume gl&#228;nzten silbern und Hagrids H&#252;tte sah aus wie ein St&#252;ck glacierter Kuchen.

Ron klopfte, doch es kam keine Antwort.

Er ist doch nicht etwa drau&#223;en?, sagte Hermine, die unter ihrem Umhang bibberte.

Doch Ron pre&#223;te bereits ein Ohr an die T&#252;r.

Da ist so ein komisches Ger&#228;usch, sagte er.H&#246;rt mal  ist das vielleicht Fang?

Auch Harry und Hermine legten die Ohren an die T&#252;r. Von drinnen h&#246;rten sie ein leises, bebendes St&#246;hnen.

Meint ihr, wir sollten besser jemanden holen?, sagte Ron nerv&#246;s.

Hagrid!, rief Harry,Hagrid, bist du da?

Sie h&#246;rten schwere Schritte, dann ging quietschend die T&#252;r auf. Hagrid stand vor ihnen mit roten und verschwollenen Augen; Tr&#228;nen liefen an seiner Lederweste herunter.

Du hast doch geh&#246;rt!, polterte er und warf sich j&#228;hlings Harry um den Hals.

Bei Hagrid, der mindestens doppelt so gro&#223; war wie ein normaler Mensch, war dies nicht zum Lachen. Schon knickte Harry unter Hagrids Last ein. Ron und Hermine kamen zu seiner Rettung, packten Hagrid an den Armen und hievten ihn mit Harrys Hilfe zur&#252;ck in die H&#252;tte. Hagrid lie&#223; es zu, da&#223; sie ihn zu einem Stuhl bugsierten. Er sackte &#252;ber dem Tisch zusammen und fing haltlos an zu schluchzen; sein Gesicht glitzerte von Tr&#228;nen, die auf seinen krausen Bart tropften.

Hagrid, was ist denn los?, fragte Hermine vollkommen baff.

Erst jetzt bemerkte Harry einen amtlich wirkenden Brief aufgefaltet auf dem Tisch liegen.

Was ist das, Hagrid?

Hagrid begann noch heftiger zu schluchzen, doch er schob Harry den Brief zu. Der hob ihn hoch und las vor:

Sehr geehrter Mr Hagrid,

im Zuge unserer Untersuchung des Angriffs eines Hippogreifs auf einen Sch&#252;ler in Ihrem Unterricht vertrauen wir der Versicherung Professor Dumbledores, da&#223; Sie f&#252;r den bedauerlichen Zwischenfall keine Verantwortung tragen.

Na also, Hagrid, ist doch gut!, sagte Ron und klatschte Hagrid auf die Schulter. Doch Hagrid schluchzte nur und mit seiner Riesenpranke gestikulierend bedeutete er Harry, den Brief weiterzulesen.

Allerdings m&#252;ssen wir unsere Besorgnis &#252;ber den fraglichen Hippogreif zum Ausdruck bringen. Wir haben beschlossen, die offizielle Beschwerde von Mr Lucius Malfoy zu unterst&#252;tzen, und &#252;bergeben die Angelegenheit daher dem Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe. Die Anh&#246;rung findet am 20.

April statt und wir bitten Sie, sich an diesem Tag mit Ihrem Hippogreif in den Amtsr&#228;umen des Ausschusses in London einzufinden. In der Zwischenzeit mu&#223; der Hippogreif von den anderen Tieren abgesondert und angebunden werden.

Mit kollegialen Gr&#252;&#223;en

Es folgte eine Liste der Schulbeir&#228;te.

Oh, sagte Ron.Aber du hast gesagt, Seidenschnabel ist kein schlechter Hippogreif, Hagrid. Ich wette, er kommt davon -

Du kennst diese Widerlinge in diesem Ausschu&#223; nicht!, w&#252;rgte Hagrid hervor und wischte sich das Gesicht mit dem &#196;rmel.Die haben's auf interessante Gesch&#246;pfe abgesehen!

Ein pl&#246;tzliches Ger&#228;usch von hinten lie&#223; Harry, Ron und Hermine herumfahren. Seidenschnabel, der Hippogreif, lag in einer Ecke der H&#252;tte und hackte auf etwas herum, aus dem Blut &#252;ber den ganzen Boden sickerte.

Ich konnte ihn doch nicht angebunden drau&#223;en im Schnee lassen, schluchzte Hagrid.Ganz alleine! Und an Weihnachten!

Harry, Ron und Hermine sahen sich an. Sie hatten mit Hagrid nie ernsthaft &#252;ber dieinteressanten Gesch&#246;pfegesprochen, wie er sie nannte, w&#228;hrend andere Leute vonschrecklichen Monsternsprachen. Andererseits schien von Seidenschnabel keine besondere Gefahr auszugehen. Und wenn sie an Hagrids andere Monster dachten, wirkte er sogar ganz niedlich.

Du mu&#223;t dir eine gute und starke Verteidigung einfallen lassen, Hagrid, sagte Hermine, w&#228;hrend sie sich setzte und die Hand auf Hagrids massigen Unterarm legte.Ich bin sicher, du kannst beweisen, da&#223; Seidenschnabel ganz harmlos ist.

Das macht auch kein' Unterschied, jammerte Hagrid.Diese Teufel vom Beseitigungsausschu&#223;, die hat Lucius Malfoy doch alle in der Tasche! Haben Angst vor ihm! Und wenn ich bei der Anh&#246;rung verliere, wird Seidenschnabel -

Hagrid fuhr flink mit dem Finger &#252;ber seinen Hals, dann brach er in lautes Wehklagen aus und lie&#223; seinen Kopf auf die Arme fallen.

Was ist mit Dumbledore, Hagrid?, sagte Harry.

Der hat schon viel zu viel f&#252;r mich getan, st&#246;hnte Hagrid.Hat genug Scherereien, mu&#223; diese Dementoren vom Schlo&#223; fernhalten, und dazu kommt noch Sirius Black, der hier rumschleicht -

Ron und Hermine warfen Harry einen raschen Blick zu, als ob sie erwarteten, er w&#252;rde Hagrid ausschelten, weil er ihm nicht die Wahrheit &#252;ber Black gesagt hatte. Doch Harry brachte es nicht &#252;ber sich, nicht jetzt, da er Hagrid so bedr&#252;ckt und ver&#228;ngstigt vor sich sah.

H&#246;r zu, Hagrid, sagte er,Hermine hat Recht. Du darfst nicht aufgeben, du brauchst nur eine gute Verteidigung. Du kannst uns als Zeugen aufrufen -

Ich bin mir fast sicher, da&#223; ich mal von einem Rechtsstreit wegen einer Hippogreif-Schl&#228;gerei gelesen habe, sagte Hermine nachdenklich,und der Hippogreif ist davongekommen. Ich schlag's f&#252;r dich nach, Hagrid, und seh mir an, was da genau passiert ist.

Hagrid heulte nur noch lauter. Harry und Hermine wandten sich Hilfe suchend an Ron.

&#196;hm  soll ich 'ne Tasse Tee machen?

Harry starrte ihn an.

Das tut meine Mum auch immer, wenn jemand durchgedreht ist, murmelte Ron schulterzuckend.

Endlich, nachdem sie Hagrid noch viele Male ihre Hilfe versprochen hatten und er eine dampfende Tasse Tee vor sich hatte, schn&#228;uzte er sich mit einem tischtuchgro&#223;en Taschentuch und sagte:

Ihr habt Recht, ich kann hier nicht einfach in Grund und Boden versinken. Mu&#223; mich zusammenrei&#223;en

Fang, der Saur&#252;de, kroch sch&#252;chtern unter dem Tisch hervor und legte den Kopf auf Hagrids Knie.

War in letzter Zeit einfach nicht mehr der Alte, sagte Hagrid und streichelte Fang mit einer Hand und wischte sich das Gesicht mit der andern.Mach mir Sorgen wegen Seidenschnabel, und da&#223; keiner meinen Unterricht mag -

Wir finden ihn gut!, log Hermine sofort.

Ja, ist wirklich toll!, sagte Ron und kreuzte dabei die Finger unter dem Tisch.Ahm  wie geht's den Flubberw&#252;rmern?

Tot, sagte Hagrid d&#252;ster.Zu viel Salat.

O nein!, sagte Ron mit zuckenden Lippen.

Und diese Dementoren spielen mir ganz &#252;bel mit, k&#246;nnt ihr glauben, sagte Hagrid unter j&#228;hem Schaudern.Mu&#223; jedes Mal an denen vorbei, wenn ich in den Drei Besen einen trinken will. Als ob ich wieder in Askaban w&#228;re -

Er verfiel in Schweigen und nahm nur noch hin und wieder einen Schluck Tee. Harry, Ron und Hermine starrten ihn atemlos gespannt an. Nie hatte er ihnen von seiner kurzen Haft in Askaban erz&#228;hlt. Nach einer Weile sagte Hermine sch&#252;chtern:

Ist es schlimm dort, Hagrid?

Du hast ja keine Ahnung, sagte Hagrid leise.Hab noch nie so was erlebt. Dachte, ich w&#252;rde verr&#252;ckt. St&#228;ndig ging mir f&#252;rchterliches Zeugs durch den Kopf der Tag, an dem sie mich aus Hogwarts rausgeworfen haben der Tag, an dem mein Dad gestorben ist der Tag, an dem ich Norbert gehen lassen mu&#223;te

Seine Augen f&#252;llten sich mit Tr&#228;nen. Norbert war das Drachenbaby, das Hagrid einst beim Kartenspiel gewonnen hatte.

Du wei&#223;t nach 'ner Zeit nicht mehr, wer du bist. Und du wei&#223;t nicht mehr, warum du &#252;berhaupt noch leben sollst. Ich hab immer gehofft, ich w&#252;rd einfach im Schlaf sterben als sie mich rausgelassen haben, war es, als w&#228;r ich neu geboren, alles kam wieder auf mich eingestr&#246;mt, es war das sch&#246;nste Gef&#252;hl der Welt. Aber ich sag euch, die Dementoren waren gar nicht begeistert davon, da&#223; sie mich gehen lassen mu&#223;ten.

Aber du warst unschuldig!, sagte Hermine.

Hagrid schnaubte.

Glaubt ihr, das spielt f&#252;r die 'ne Rolle? Ist ihnen schnurzegal. Solange ein paar hundert Menschen dort um sie her festsitzen und sie ihnen alles Gl&#252;ck aussaugen k&#246;nnen, schert es sie keinen Deut, wer schuldig ist und wer nicht.

Hagrid verstummte einen Moment und starrte in seinen Tee. Dann sagte er leise:

Dachte, ich la&#223; Seidenschnabel einfach frei vielleicht krieg ich ihn dazu, fortzufliegen Aber wie erkl&#228;rst du einem Hippogreif, da&#223; er sich verstecken mu&#223;? Und  und ich hab Angst, das Gesetz zu brechenEr sah sie an und wieder rannen Tr&#228;nen &#252;ber seine Wangen.Ich will nie mehr zur&#252;ck nach Askaban.

Der Besuch bei Hagrid war zwar nicht gerade lustig gewesen, doch er hatte die Wirkung, die Ron und Hermine erhofft hatten. Obwohl Harry Black keineswegs vergessen hatte, konnte er nicht st&#228;ndig &#252;ber Rache nachbr&#252;ten, wenn er Hagrid in seiner Sache gegen den Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe helfen wollte. Am n&#228;chsten Tag gingen er, Ron und Hermine in die Bibliothek und kehrten mit den Armen voller B&#252;cher in den leeren Geineinschaftsraum zur&#252;ck. Vielleicht stand etwas Hilfreiches f&#252;r die Verteidigung Seidenschnabels drin. Alle drei setzten sich vor das prasselnde Feuer und bl&#228;tterten langsam durch die Seiten der verstaubten B&#228;nde &#252;ber ber&#252;hmte F&#228;lle wild gewordener Biester. Nur gelegentlich wechselten sie ein paar Worte, wenn sie auf etwas Wichtiges stie&#223;en.

Hier ist was im Jahr 1722 gab es einen Fall aber der Hippogreif wurde verurteilt  urrgh, schaut mal, was sie mit ihm gemacht haben, das ist ja abscheulich -

Das hilft uns vielleicht weiter, seht mal  im Jahr 1296 hat ein Mantikor jemanden zerfleischt und sie haben ihn freigelassen  oh  nein, das war nur, weil sie alle zu viel Angst hatten und keiner sich in seine N&#228;he traute

Unterdessen war das Schlo&#223; wie immer herrlich weihnachtlich geschm&#252;ckt worden, auch wenn kaum Sch&#252;ler dageblieben waren, die sich dar&#252;ber freuen konnten. Dicke B&#252;schel aus Stechpalmenzweigen und Misteln zogen sich die Korridore entlang, aus den R&#252;stungen leuchteten geheimnisvolle Lichter und in der Gro&#223;en Halle prangten die &#252;blichen zw&#246;lf Weihnachtsb&#228;ume, an denen goldene Sterne glitzerten. Ein &#252;berw&#228;ltigender und leckerer Geruch aus den K&#252;chen wehte durch die Korridore und am Weihnachtsabend war er so stark geworden, da&#223; selbst Kr&#228;tze die Nase aus Rons sch&#252;tzender Tasche herausstreckte und hoffnungsvoll schnupperte.

Am Weihnachtsmorgen weckte Ron Harry, indem er ihm ein Kissen an den Kopf warf.

Hallo! Geschenke!

Harry tastete nach seiner Brille und setzte sie auf, dann schaute er durch das Halbdunkel zum Bettende, wo ein kleiner Haufen P&#228;ckchen lag. Ron war schon dabei, das Papier von seinen Geschenken zu rei&#223;en.

Noch ein Pulli von Mum wieder kastanienbraun sieh nach, ob du auch einen hast.

Harry hatte. Mrs Weasley hatte ihm einen scharlachroten Pulli geschickt, den Gryffindor-L&#246;wen auf die Brust gestickt, zusammen mit einem Dutzend selbst gebackener Pfefferminzt&#246;rtchen, einem St&#252;ck Weihnachtskuchen und einer Schachtel Nu&#223;krokant. Als er all diese Sachen beiseite schob, sah er ein langes, schmales Paket darunter liegen.

Was ist das?, fragte Ron, der mit einem frisch ausgepackten Paar kastanienbrauner Socken in der Hand zu ihm her&#252;bersah.

Keine Ahnung

Harry ri&#223; das P&#228;ckchen auf und erstarrte mit offenem Mund, als ein schimmernder Besen auf seine Bettdecke rollte. Ron lie&#223; die Socken fallen und sprang vom Bett, um sich die Sache n&#228;her anzusehen.

Ich fa&#223; es nicht, sagte er mit rauher Stimme.

Es war ein Feuerblitz, der gleiche wie der Traumbesen, den sich Harry Tag f&#252;r Tag in der Winkelgasse angesehen hatte. Der Stiel gl&#228;nzte, als er ihn hochhielt. Er sp&#252;rte ihn vibrieren und lie&#223; ihn los; er blieb mitten in der Luft schweben, ohne Halt, auf genau der richtigen H&#246;he, um ihn besteigen zu k&#246;nnen. Harrys Augen wanderten von der goldenen Seriennummer an der Spitze des Stiels hin&#252;ber zu den vollkommen glatten, stromlinienf&#246;rmig gestutzten Birkenzweigen, die den Schweif bildeten.

Wer hat dir den geschickt?, fragte Ron mit and&#228;chtiger Stimme.

Schau nach, ob irgendwo eine Karte rumliegt, sagte Harry.

Ron zerri&#223; die Verpackung des Feuerblitzes.

Nichts! Meine G&#252;te, wer sollte denn so viel Gold f&#252;r dich ausgeben?

Nun, sagte Harry v&#246;llig verdutzt,ich wette jedenfalls, da&#223; es nicht die Dursleys waren.

Ich wette, es war Dumbledore, sagte Ron, der jetzt Runde um Runde um den Feuerblitz drehte und jeden herrlichen Zentimeter gen&#252;&#223;lich betrachtete.Er hat dir auch den Tarnumhang anonym geschickt

Der geh&#246;rte allerdings meinem Dad, sagte Harry.Dumbledore hat ihn nur an mich weitergegeben. Er w&#252;rde keine f&#252;nfhundert Galleonen f&#252;r mich ausgeben. Das kann er einfach nicht machen, seinen Sch&#252;lern solche Sachen schenken -

Deshalb sagt er ja nicht, da&#223; es von ihm ist!, sagte Ron,damit so 'n D&#246;del wie Malfoy nicht sagen kann, er w&#252;rde dich bevorzugen. Hei, Harry -, Ron lachte schallend auf,Malfoy! Warte, bis er dich auf dem Besen sieht! Dem wird spei&#252;bel werden! Dieser Besen ist nach internationalem Standard gebaut, sag ich dir!

Ich kann's einfach nicht glauben, murmelte Harry und fuhr mit der Hand &#252;ber den Feuerblitz, w&#228;hrend Ron auf Harrys Bett sank und sich dumm und dusselig lachte beim Gedanken an Malfoy.Wer -?

Ich wei&#223;, sagte Ron und gab sich einen Ruck.Ich wei&#223;, wer es sein k&#246;nnte  Lupin!

Was?, sagte Harry und fing jetzt selbst an zu lachen.Lupin? H&#246;r mal, wenn der so viel Gold h&#228;tte, k&#246;nnte er sich doch einen neuen Umhang zulegen.

Ja, schon, aber er mag dich, sagte Ron.Und er war nicht da, als dein Nimbus zu Bruch ging, und hat vielleicht davon geh&#246;rt und beschlossen, dir in der Winkelgasse den Besen zu -

Was meinst du damit, er war nicht da?, sagte Harry.Er war krank, als wir dieses Spiel hatten.

Jedenfalls war er nicht im Krankenfl&#252;gel, sagte Ron.Ich war n&#228;mlich da und hab die Bettpfannen geputzt, du wei&#223;t doch, diese Strafarbeit von Snape?

Harry sah Ron stirnrunzelnd an.

Ich glaub nicht, da&#223; Lupin sich so etwas leisten kann.

Wor&#252;ber lacht ihr beide denn?

Hermine war in ihrem Morgenmantel und mit Krummbein auf dem Arm hereingekommen. Der Kater schien &#252;ber sein Halsband aus Lametta nicht gerade erfreut und schaute grantig aus den Augen.

Bring ihn blo&#223; nicht hier rein!, sagte Ron, w&#252;hlte rasch in den Untiefen seines Bettes nach Kr&#228;tze und verstaute ihn in seiner Schlafanzugjacke. Doch Hermine achtete nicht auf ihn. Sie lie&#223; Krummbein auf das leere Bett von Seamus fallen und starrte mit offenem Mund auf den Feuerblitz.

O Harry! Wer hat dir den denn geschenkt?

Keine Ahnung, sagte Harry.War keine Karte oder so was dabei.

Zu seiner gro&#223;en Verwunderung schien Hermine von dieser Mitteilung weder besonders &#252;berrascht noch begeistert. Im Gegenteil, sie zog eine Schnute und bi&#223; sich auf die Lippen.

Was ist los mit dir?, fragte Ron.

Ich wei&#223; nicht, sagte sie langsam,aber es ist ein wenig merkw&#252;rdig, oder? Das ist doch angeblich ein ziemlich guter Besen, oder?

Ron seufzte ungehalten.

Das ist der beste Besen, den es gibt, Hermine, sagte er.

Also mu&#223; er ziemlich teuer gewesen sein

Hat wahrscheinlich mehr gekostet als alle Besen der Slytherins zusammen, sagte Ron ausgelassen.

Na also wer w&#252;rde Harry etwas so Teures schicken und nicht einmal seinen Namen verraten?, sagte Hermine.

Wen k&#252;mmert das?, sagte Ron ungeduldig.H&#246;r mal, Harry, kann ich ihn kurz ausfliegen?

Ich glaube nicht, da&#223; einer von euch gerade jetzt mit diesem Besen fliegen sollte!, sagte Hermine schrill.

Harry und Ron starrten sie an.

Was, glaubst du, soll Harry damit anfangen  den Boden fegen?, sagte Ron.

Doch bevor Hermine antworten konnte, sprang Krummbein von Seamus' Bett her&#252;ber und warf sich mit ausgefahrenen Krallen auf Rons Brust.

Schmei&#223;  das  Biest  hier  raus!, br&#252;llte Ron, w&#228;hrend Krummbein seinen Schlafanzug zerfetzte und Kr&#228;tze einen verzweifelten Fluchtversuch &#252;ber seine Schultern unternahm. Ron packte Kr&#228;tze am Schwanz und trat mit dem Fu&#223; nach Krummbein, jedoch vergeblich, denn er traf nur den Koffer am Fu&#223; von Harrys Bett. Der Koffer kippte um und Ron hopste jaulend vor Schmerz auf einem Fu&#223; durch das Zimmer.

Pl&#246;tzlich str&#228;ubte sich Krummbeins Fell. Ein schrilles, blechernes Pfeifen erf&#252;llte den Raum. Das Taschenspickoskop war aus Onkel Vernons alten Socken gekullert und lag jetzt surrend und blitzend auf dem Boden.

Das hab ich ganz vergessen!, sagte Harry, b&#252;ckte sich und hob das Spickoskop aufDiese Socken trag ich m&#246;glichst nie

Das Spickoskop surrte und pfiff in seiner Hand. Krummbein starrte es fauchend und knurrend an.

Ron sa&#223; auf Harrys Bett und rieb sich den Zeh.Den Kater bringst du jetzt besser raus, Hermine, sagte er w&#252;tend.Kannst du dieses Ding nicht abstellen?, f&#252;gte er an Harry gewandt hinzu, w&#228;hrend Hermine mit Krummbein, dessen gelbe Augen immer noch heimt&#252;ckisch auf Ron gerichtet waren, mit erhobenem Haupt hinausmarschierte.

Harry stopfte das Spickoskop zur&#252;ck in die Socken und warf es in seinen Koffer. Alles, was sie jetzt noch h&#246;ren konnten, waren Rons gest&#246;hnte Schmerzens- und Wutbekundungen. Kr&#228;tze rollte sich in Rons H&#228;nden ein. Harry hatte die Ratte schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen, und er war unangenehm &#252;berrascht, da&#223; sie, einst so fett, jetzt ganz abgemagert war; auch schienen ihr ganze B&#252;schel Fell ausgefallen zu sein.

Sieht nicht besonders gesund aus, oder?, sagte Harry.

Das ist die Aufregung!, sagte Ron.Wenn dieser bl&#246;de Riesenmuff ihn nur in Ruhe lassen w&#252;rde, ging's ihm besser!

Doch Harry, der noch wu&#223;te, da&#223; die Frau in der Magischen Menagerie gesagt hatte, Ratten lebten nur drei Jahre, beschlich die ungute Ahnung, da&#223; Kr&#228;tze, wenn er nicht bald mit Kr&#228;ften aufwartete, die er bisher verborgen hatte, das Ende seines Lebens erreicht hatte. Und trotz Rons st&#228;ndiger Beschwerden, da&#223; Kr&#228;tze langweilig und nutzlos sei, war er sicher, da&#223; Ron sehr traurig sein w&#252;rde, wenn Kr&#228;tze tot w&#228;re.

Weihnachtlicher Geist war an diesem Morgen im Gemeinschaftsraum der Gryffindors gewi&#223; nicht &#252;berm&#228;&#223;ig zu sp&#252;ren. Hermine hatte Krummbein in ihrem Schlafsaal eingeschlossen, war jedoch sauer auf Ron, weil er nach ihm getreten hatte. Ron rauchte immer noch vor Zorn wegen Krummbeins neuerlichem Versuch, Kr&#228;tze zu verspeisen. Harry gab die Hoffnung auf, er k&#246;nnte die beiden dazu bringen, sich wieder zu vers&#246;hnen, und wandte sich dem Feuerblitz zu, den er mit in den Gemeinschaftsraum genommen hatte. Aus irgendeinem Grund schien sich Hermine auch dar&#252;ber zu &#228;rgern; sie sagte nichts, warf jedoch st&#228;ndig mi&#223;mutige Blicke auf den Besen, als ob auch er ihren Kater bekrittelt h&#228;tte.

Zum Mittagessen gingen sie hinunter in die Gro&#223;e Halle. Die Tische der vier H&#228;user waren erneut an die W&#228;nde ger&#252;ckt worden und ein einziger Tisch, gedeckt f&#252;r zw&#246;lf, stand in der Mitte. Die Professoren Dumbledore, McGonagall, Snape, Sprout und Flitwick sa&#223;en da, zusammen mit Filch, dem Hausmeister, der seine &#252;bliche braune Jacke abgelegt hatte und einen sehr alten und recht mottenzerfressen aussehenden Frack trug. Es waren nur noch drei andere Sch&#252;ler da, zwei &#228;u&#223;erst aufgeregt wirkende Erstkl&#228;&#223;ler und ein schmollgesichtiger F&#252;nftkl&#228;&#223;ler von den Slytherins.

Fr&#246;hliche Weihnachten!, sagte Dumbledore, als Harry, Ron und Hermine auf den Tisch zukamen.Da wir so wenige sind, schien es mir albern, die Haustische zu nehmen setzt euch, setzt euch!

Harry, Ron und Hermine setzten sich nebeneinander an das eine Ende des Tisches.

Knallbonbons!, sagte Dumbledore begeistert und bot Snape die Verschn&#252;rung eines gro&#223;en silbernen Bonbons an. Snape packte es z&#246;gernd und zog daran. Laut wie ein Pistolenknall flog das Knallbonbon auseinander und es erschien ein gro&#223;er spitzer Hexenhut, auf dem ein ausgestopfter Geier sa&#223;.

Harry, dem die Geschichte mit dem Irrwicht einfiel, fing Rons Blick auf und beide grinsten; Snape pre&#223;te die Lippen zusammen und schob den Hut zu Dumbledore hin&#252;ber, der ihn sofort anstelle seines Zaubererhuts aufsetzte.

Haut rein!, wies er die Tischgesellschaft an und strahlte in die Runde.

W&#228;hrend sich Harry Bratkartoffeln auftat, &#246;ffneten sich erneut die T&#252;ren der Gro&#223;en Halle. Es war Professor Trelawney, die wie auf R&#228;dern zu ihnen her&#252;bergeglitten kam. Zur festlichen Gelegenheit hatte sie ein gr&#252;nes, silbern besticktes Kleid angezogen, das sie mehr denn je wie eine glitzernde, &#252;bergro&#223;e Libelle aussehen lie&#223;.

Sibyll, das ist ja eine angenehme &#220;berraschung!, sagte Dumbledore und erhob sich.

Ich habe in die Kristallkugel geschaut, Direktor, sagte Professor Trelawney mit ihrer rauchigsten, unirdischsten Stimme,und zu meiner Verwunderung sah ich, wie ich mein einsames Mahl stehen lie&#223; und mich Ihnen anschlo&#223;. Sollte ich denn die Winke des Schicksals mi&#223;achten? Auf der Stelle verlie&#223; ich meinen Turm und ich bitte Sie inst&#228;ndig, die Versp&#228;tung zu entschuldigen

Aber gewi&#223;, gewi&#223;, sagte Dumbledore mit funkelnden Augen.Lassen Sie mich einen Stuhl f&#252;r Sie zeichnen -

Und tats&#228;chlich zeichnete er mit dem Zauberstab einen Stuhl in die Luft, der sich ein paar Sekunden drehte und dann mit einem dumpfen Knall zwischen die Professoren Snape und McGonagall fiel. Professor Trelawney jedoch setzte sich nicht; ihre riesigen Augen waren am Tisch entlanggewandert und pl&#246;tzlich stie&#223; sie einen ged&#228;mpften Schrei aus.

Ich wage es nicht, Direktor! Wenn ich mich dazusetze, sind wir dreizehn! Nichts bringt mehr Ungl&#252;ck! Vergessen Sie nie, wenn dreizehn bei Tisch sitzen, wird der Erste, der sich erhebt, sterben!

Das werden wir riskieren, Sibyll, sagte Professor McGonagall ungeduldig.Bitte setzen Sie sich, der Truthahn wird langsam kalt.

Professor Trelawney z&#246;gerte, dann lie&#223; sie sich auf den leeren Stuhl nieder, mit geschlossenen Augen und zusammengepre&#223;tem Mund, als ob sie f&#252;rchtete, ein Gewitterblitz w&#252;rde auf dem Tisch einschlagen. Professor McGonagall r&#252;hrte mit einem gro&#223;en L&#246;ffel in einer Terrine.

Kutteln, Sibyll?

Professor Trelawney achtete nicht auf sie. Sie &#246;ffnete die Augen und blickte erneut in die Runde.

Aber wo ist der liebe Professor Lupin?

Ich f&#252;rchte, der arme Kerl ist schon wieder krank, sagte Dumbledore und bedeutete mit einer Handbewegung, da&#223; sich nun alle bedienen sollten.Gro&#223;es Pech, da&#223; es ausgerechnet an Weihnachten passiert.

Aber Sie haben das doch sicher gewu&#223;t, Sibyll?, sagte Professor McGonagall mit hochgezogenen Augenbrauen.

Professor Trelawney schenkte Professor McGonagall einen sehr k&#252;hlen Blick.

Nat&#252;rlich wu&#223;te ich es, Minerva, sagte sie leise.Aber man geht nicht mit der Tatsache hausieren, da&#223; man allwissend ist. H&#228;ufig tue ich so, als ob ich nicht im Besitz des Inneren Auges w&#228;re, um andere nicht nerv&#246;s zu machen.

Das erkl&#228;rt eine ganze Menge, sagte Professor McGonagall s&#228;uerlich.

Professor Trelawneys Stimme war pl&#246;tzlich um einiges weniger rauchig.

Wenn du es also unbedingt wissen mu&#223;t, Minerva, ich habe gesehen, da&#223; Professor Lupin nicht lange bei uns bleiben wird. Er selbst scheint zu wissen, da&#223; seine Zeit knapp bemessen ist. Er ist buchst&#228;blich geflohen, als ich ihm anbot, f&#252;r ihn in die Kristallkugel zu schauen -

Nicht zu fassen, sagte Professor McGonagall trocken.

Ich glaube nicht, da&#223; Professor Lupin in unmittelbarer Gefahr ist, sagte Dumbledore fr&#246;hlich, doch mit leisem Nachdruck, was das Gespr&#228;ch der beiden Lehrerinnen beendete.Severus, Sie haben ihm doch noch einmal diesen Trank gebraut?

ja, Direktor, sagte Snape.

Gut, sagte Dumbledore.Dann sollte er im Nu wieder auf den Beinen sein Derek, hast du schon von diesen Grillw&#252;rstchen gekostet? Sie sind k&#246;stlich.

Der junge aus der ersten Klasse, so direkt von Dumbledore angesprochen, err&#246;tete bis zu den Haarspitzen und griff mit zitternden H&#228;nden nach der Platte mit den W&#252;rstchen.

Professor Trelawney verhielt sich die n&#228;chsten zwei Stunden bis zum Ende des Weihnachtsmahles fast normal. Zum Platzen voll und mit den H&#252;ten aus den Knallbonbons auf den K&#246;pfen erhoben sich Harry und Ron als Erste von der Tafel. Und da kreischte sie laut auf.

Meine Lieben! Wer von euch ist zuerst aufgestanden? Wer?

Keine Ahnung, sagte Ron und sah Harry verlegen an.

Ich denke nicht, da&#223; es eine Rolle spielt, sagte Professor McGonagall k&#252;hl,au&#223;er wenn ein Verr&#252;ckter mit einer Axt drau&#223;en vor der T&#252;r wartet, um den Ersten zu meucheln, der in die Eingangshalle kommt.

Selbst Ron lachte. Professor Trelawney sah h&#246;chst pikiert aus.

Kommst du?, sagte Harry zu Hermine.

Nein, murmelte Hermine,ich m&#246;chte noch kurz mit Professor McGonagall sprechen.

Fragt wahrscheinlich, ob sie noch mehr Unterricht nehmen kann, g&#228;hnte Ron, als sie in die Eingangshalle traten, in der weit und breit kein verr&#252;ckter Axtm&#246;rder zu sehen war.

Am Portr&#228;tloch angelangt, stellten sie fest, da&#223; Sir Cadogan eine Weihnachtsparty mit ein paar M&#246;nchen, einigen ehemaligen Schulleitern von Hogwarts und seinem fetten Pony feierte. Er schob sein Visier hoch und prostete ihnen mit einem Krug Met zu.

Fr&#246;hliche  hicks  Weihnachten! Pa&#223;wort?

Fieser Hund.

Und Sie auch, Sir!, dr&#246;hnte Sir Cadogan, als das Gem&#228;lde zur Seite schwang und sie einlie&#223;.

Harry ging gleich hoch in den Schlafsaal, holte den Feuerblitz und das Besenpflege-Set, das ihm Hermine zum Geburtstag geschenkt hatte, brachte sie herunter und suchte dann nach etwas, was er am Feuerblitz ausbessern konnte. Allerdings gab es keine verbogenen Zweige, die man abschnippeln konnte, und der Stiel gl&#228;nzte so, da&#223; es unsinnig schien, ihn zu polieren. Er und Ron bewunderten ihn einfach aus allen Richtungen, bis sich das Portr&#228;tloch &#246;ffnete und Hermine hereinkam, begleitet von Professor McGonagall.

Obwohl Professor McGonagall die Leiterin des Hauses Gryffindor war, hatte Harry sie bisher nur einmal im Gemeinschaftsraum gesehen, und das wegen einer sehr ernsten Ank&#252;ndigung. Die beiden Jungen, die noch immer den Feuerblitz in H&#228;nden hielten, starrten ihre Lehrerin an. Hermine ging um sie herum, setzte sich, griff sich das n&#228;chste Buch und verbarg ihr Gesicht dahinter.

Das ist er also, nicht wahr?, sagte Professor McGonagall umstandslos, ging hin&#252;ber zum Kamin und musterte den Feuerblitz.Miss Granger hat mir soeben mitgeteilt, da&#223; man Ihnen einen Besen geschickt hat, Potter.

Harry und Ron wandten sich zu Hermine um. Sie konnten sehen, wie ihre Stirn &#252;ber dem Buch, das sie falsch herum hielt, rot anlief

Darf ich mal?, sagte Professor McGonagall, wartete jedoch nicht auf eine Antwort und zog ihnen den Feuerblitz stracks aus den H&#228;nden. Sie untersuchte ihn sorgf&#228;ltig vom Stiel bis zu den Zweigspitzen.Hmm. Und keine Notiz dazu, Potter? Keine Karte? Keine Mitteilung irgendwelcher Art?

Nein, sagte Harry schlicht.

Verstehe, sagte Professor McGonagall.Nun, ich f&#252;rchte, ich werde ihn beschlagnahmen m&#252;ssen, Potter.

W wie bitte?, sagte Harry und rappelte sich hoch.Warum?

Er mu&#223; auf Zauberfl&#252;che &#252;berpr&#252;ft werden, sagte Professor McGonagall.Ich bin nat&#252;rlich keine Fachfrau, aber ich bin sicher, Madam Hooch und Professor Flitwick werden ihn auseinander nehmen.

Ihn auseinander nehmen?, wiederholte Ron, als ob Professor McGonagall verr&#252;ckt geworden w&#228;re.

Es d&#252;rfte nicht mehr als ein paar Wochen dauern, sagte Professor McGonagall.Sie bekommen ihn zur&#252;ck, wenn wir sicher sind, da&#223; er nicht verhext ist.

Der ist v&#246;llig in Ordnung!, sagte Harry mit leichtem Zittern in der Stimme.Ehrlich, Professor -

Das k&#246;nnen Sie nicht wissen, Potter, sagte Professor McGonagall recht freundlich,jedenfalls nicht, bis Sie ihn geflogen haben, und ich f&#252;rchte, das kommt nicht in Frage, bis wir sicher sind, da&#223; damit kein Hokuspokus getrieben wurde. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

Professor McGonagall machte auf dem Absatz kehrt und trug den Feuerblitz aus dem Portr&#228;tloch, das sich hinter ihr schlo&#223;. Harry stand da und starrte ihr nach, die Dose mit der Hochglanzpolitur immer noch in der Hand. Ron jedoch machte sich &#252;ber Hermine her.

Wieso rennst du eigentlich zu McGonagall?

Hermine warf ihr Buch beiseite. Sie war immer noch rosa im Gesicht, doch sie stand auf und sah Ron verteidigungslustig ins Gesicht.

Weil ich dachte  und Professor McGonagall stimmt mir zu -, da&#223; es vielleicht Sirius Black war, der Harry den Besen geschickt hat!



Der Patronus

Hermine hatte es gut gemeint, das wu&#223;te Harry, und dennoch war er w&#252;tend auf sie. Ein paar Stunden lang hatte er den besten Besen der Welt besessen, und jetzt, weil sie sich eingemischt hatte, w&#252;rde er ihn vielleicht nie mehr wieder sehen. Er war sich inzwischen sicher, da&#223; mit dem Feuerblitz alles in Ordnung war, doch wie w&#252;rde er aussehen, wenn sie ihn erst einmal &#252;bergr&#252;ndlich auf alle m&#246;glichen b&#246;sen Zauber untersucht hatten?

Auch Ron war w&#252;tend auf Hermine. Wenn man ihn fragte, so war die Zerlegung eines brandneuen Feuerblitzes nichts anderes als kriminelle Sachbesch&#228;digung. Hermine blieb fest davon &#252;berzeugt, nur zu Harrys Wohl gehandelt zu haben, und erschien immer seltener im Gemeinschaftsraum. Harry und Ron vermuteten, da&#223; sie in der Bibliothek Zuflucht gesucht hatte, und versuchten erst gar nicht, sie zur&#252;ckzuholen. Letztendlich waren sie froh, als kurz nach Neujahr. die anderen Sch&#252;ler zur&#252;ckkehrten und es im Turm der Gryffindors wieder laut und wild zuging.

Am Abend vor dem ersten Unterrichtstag nahm Wood Harry beiseite.

Sch&#246;ne Weihnachten gehabt?Ohne eine Antwort abzuwarten fuhr er mit ged&#228;mpfter Stimme fort:Ich hab in den Ferien ein wenig nachgedacht, Harry. &#220;ber das letzte Spiel, du wei&#223;t. Wenn die Dementoren auch zum n&#228;chsten kommen ich meine wir k&#246;nnen es uns nicht leisten, da&#223;  nun ja -

Wood brach mit verlegenem Blick ab.

Ich unternehm schon was dagegen, sagte Harry rasch.Professor Lupin hat versprochen, mir Unterricht zu geben, wie ich mir die Dementoren vom Leib halten kann. Wir wollten eigentlich diese Woche anfangen, er meinte, nach Weihnachten h&#228;tte er Zeit.

Ah, sagte Wood und seine Miene hellte sich auf,gut, wenn das so ist  ich wollte dich als Sucher keinesfalls verlieren, Harry. Und hast du schon einen neuen Besen bestellt?

Nein, sagte Harry.

Wie bitte? Du beeilst dich besser  mit diesem Shooting Star brauchst du gegen Ravenclaw gar nicht erst anzutreten.

Er hat zu Weihnachten einen Feuerblitz bekommen, sagte Ron.

Einen Feuerblitz? Nein! Im Ernst? Einen  einen echten Feuerblitz?

Freu dich nicht zu fr&#252;h, Oliver, sagte Harry mit d&#252;sterer Miene.Ich hab ihn nicht mehr. Sie haben ihn beschlagnahmt.Und er erkl&#228;rte ihm, da&#223; der Feuerblitz gerade auf b&#246;se Zauber untersucht wurde.

B&#246;se Zauber? Warum sollte er denn verhext sein?

Sirius Black, sagte Harry matt.Er ist angeblich hinter mir her. Daher vermutet McGonagall, da&#223; er mir den Feuerblitz geschickt hat.

Die Neuigkeit, da&#223; ein ber&#252;chtigter M&#246;rder hinter seinem Sucher her war, k&#252;mmerte Wood nicht im Geringsten.

Aber Black h&#228;tte keinen Feuerblitz kaufen k&#246;nnen!, sagte er.Er ist auf der Flucht! Das ganze Land sucht nach ihm! Wie k&#246;nnte er dann mir nichts, dir nichts in den Quidditch-Laden spazieren und einen Besen kaufen?

Das frag ich mich auch, sagte Harry,aber McGonagall will ihn trotzdem zerlegen lassen -

Wood erbleichte.

Ich werd mit ihr reden, Harry, versprach er.Ich werd sie schon zur Vernunft bringen ein Feuerblitz ein echter Feuerblitz f&#252;r unser Team sie will doch genauso wie wir, da&#223; Gryffindor gewinnt ich werd sie zur Vernunft bringen ein Feuerblitz

Am n&#228;chsten Tag war wieder Schule. Das Letzte, worauf sie an diesem rauhen Januarmorgen Lust hatten, waren zwei Stunden drau&#223;en auf den L&#228;ndereien. Um sie aufzumuntern, hatte Hagrid ein gro&#223;es Feuer mit Salamandern vorbereitet, und mit viel Eifer sammelten sie trockenes Holz, damit das Feuer so richtig prasselte, w&#228;hrend die Flammen liebenden Salamander &#252;ber die wei&#223; gl&#252;henden und zerfallenden Holzscheite huschten. Die erste Stunde Wahrsagen im neuen Jahr war weit weniger lustig; Professor Trelawney lehrte sie die Handlesekunst und er&#246;ffnete Harry ohne Umschweife, er habe die k&#252;rzesten Lebenslinien, die sie je gesehen habe.

Wirklich gespannt war Harry auf Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste. Nach seinem Gespr&#228;ch mit Wood wollte er so bald wie m&#246;glich anfangen zu lernen, wie er die Dementoren bek&#228;mpfen konnte.

Ah ja, sagte Lupin, als Harry ihn am Schlu&#223; der Stunde an sein Versprechen erinnerte.&#220;berlegen wir mal wie w&#228;r's mit Donnerstagabend um acht Uhr? Das Klassenzimmer f&#252;r Geschichte der Zauberei wird gro&#223; genug sein ich mu&#223; genau &#252;berlegen, wie wir die Sache anpacken zum &#220;ben k&#246;nnen wir schlie&#223;lich keinen waschechten Dementor ins Schlo&#223; holen

Sieht immer noch krank aus, oder?, sagte Ron, w&#228;hrend sie den Korridor entlang zum Abendessen gingen.Was, glaubst du, ist mit ihm los?

Von hinten kam ein lautes, ungeduldigesTssss. Es war Hermine, die zu F&#252;&#223;en einer R&#252;stung gesessen und ihre Tasche neu gepackt hatte. Die war so voll gestopft mit B&#252;chern, da&#223; sie nicht mehr zugehen wollte.

Und was hast du an uns herumzum&#228;keln?, sagte Ron gereizt.

Nichts, sagte Hermine ein wenig herablassend und schulterte ihre Tasche.

Doch, hast du, sagte Ron.Ich hab mich nur gefragt, was mit Lupin los ist, und du -

Tja, ist das nicht offensichtlich?, sagte Hermine mit einem &#252;berlegenen Blick, der Ron fast zur Wei&#223;glut trieb.

Wenn du es uns nicht sagen willst, dann la&#223; es doch bleiben, fauchte Ron.

Sch&#246;n, sagte Hermine hochn&#228;sig und stolzierte majest&#228;tisch davon.

Sie wei&#223; es auch nicht, sagte Ron und starrte ihr w&#252;tend nach.Sie will uns nur dazu bringen, wieder mit ihr zu reden.

Am Donnerstagabend um acht Uhr verlie&#223; Harry den Gryffindor-Turm und machte sich auf den Weg zum Klassenzimmer f&#252;r Geschichte, Es war dunkel und leer, als er ankam, doch er z&#252;ndete die Lampen mit seinem Zauberstab an und mu&#223;te nur f&#252;nf Minuten warten, bis Professor Lupin erschien. Er trug eine gro&#223;e Kiste, die er auf Professor Binns' Schreibtisch hievte.

Was ist das?, fragte Harry.

Noch ein Irrwicht, sagte Lupin und zog seinen Umhang aus.Seit Dienstag schon durchk&#228;mme ich das Schlo&#223; und gl&#252;cklicherweise lauerte der noch in Mr Filchs Aktenschrank. Besser k&#246;nnen wir einen echten Dementor nicht nachahmen. Der Irrwicht wird sich in einen Dementor verwandeln, wenn er dich sieht, und dann k&#246;nnen wir mit ihm &#252;ben. Ich kann ihn in meinem B&#252;ro aufbewahren, wenn wir ihn nicht benutzen, unter meinem Schreibtisch ist ein Schr&#228;nkchen, da wird er sich wohl f&#252;hlen.

Gut, sagte Harry und m&#252;hte sich so zu klingen, als w&#228;re er ganz locker und einfach froh, da&#223; Lupin einen so guten Ersatz f&#252;r einen echten Dementor gefunden hatte.

Also dennProfessor Lupin hatte seinen Zauberstab gez&#252;ckt und bedeutete Harry, es ihm nachzutun.Der Zauberspruch, den ich dir jetzt beibringen will, ist schon h&#246;here Magie, Harry  er geht weit &#252;ber die gew&#246;hnliche Zauberei hinaus. Es ist der Patronus-Zauber.

Wie funktioniert er?, sagte Harry nerv&#246;s.

Nun, wenn er gut gelingt, beschw&#246;rt er einen Patronus herauf, sagte Lupin,und das ist eine Art Gegen-Dementor  ein Schutzherr, der als Schild zwischen dich und den Dementor tritt.

Harry &#252;berkam die j&#228;he Vorstellung, er w&#252;rde sich hinter einer hagridgro&#223;en Gestalt mit einem riesigen Schlagstock zusammenkauern. Professor Lupin fuhr fort:

Der Patronus ist wie eine gute Kraft, ein Abbild eben jener Dinge, von denen sich der Dementor n&#228;hrt  Hoffnung, Gl&#252;ck, der Wunsch zu &#252;berleben -, doch er kann keine Verzweiflung erleben wie wirkliche Menschen, und so kann ihm der Dementor nichts anhaben. Aber ich mu&#223; dich warnen, Harry, der Zauber k&#246;nnte noch zu schwer f&#252;r dich sein. Viele gut ausgebildete Zauberer haben damit Probleme.

Wie sieht ein Patronus aus?, fragte Harry neugierig.

Jeder Zauberer erschafft seinen ganz eigenen.

Und wie beschw&#246;rt man ihn herauf?

Mit einer Zauberformel, die nur wirkt, wenn du dich mit Aller Kraft auf eine einzige, sehr gl&#252;ckliche Erinnerung konzentrierst.

Harry st&#246;berte in seinem Ged&#228;chtnis nach einem gl&#252;cklichen Erlebnis. Nat&#252;rlich kam nichts, was er bei den Dursleys erlebt hatte, daf&#252;r in Frage. Schlie&#223;lich entschied er sich f&#252;r den Moment, als er zum ersten Mal auf einem Besen geflogen war.

Gut, sagte er und versuchte sich das wundervolle, str&#246;mende Gef&#252;hl in seinem Bauch so klar wie m&#246;glich in Erinnerung zu rufen.

Die Beschw&#246;rungsformel lautet -, Lupin r&#228;usperte sich,expecto patronum.

Expecto patronum, wisperte Harry,expecto patronum.

Denkst du ganz fest an dein gl&#252;ckliches Erlebnis?

Oh  ja -, sagte Harry und lenkte seine Gedanken rasch zur&#252;ck zu jenem ersten Besenflug.Expecto patrono  nein, patronum  Quatsch, expecto patronum, expecto patronum -

Pl&#246;tzlich zischte etwas aus der Spitze seines Zauberstabs; es sah aus wie ein Strahl silbrigen Gases.

Haben Sie das gesehen?, sagte Harry aufgeregt,da ist was passiert!

Sehr gut, sagte Lupin l&#228;chelnd.Na dann  bist du bereit, es an einem Dementor auszuprobieren?

Ja, sagte Harry und umklammerte fest seinen Zauberstab. Er trat in die Mitte des Klassenzimmers. Er versuchte weiter fest an den Besenflug zu denken, doch jetzt drang ihm etwas anderes ins Bewu&#223;tsein wom&#246;glich w&#252;rde er gleich wieder seine Mutter h&#246;ren doch er durfte nicht daran denken, denn dann w&#252;rde er sie tats&#228;chlich wieder h&#246;ren, und das wollte er nicht oder doch?

Lupin packte den Deckel der Kiste und zog ihn hoch.

Langsam schwebte ein Dementor daraus hervor; sein vermummtes Gesicht war Harry zugewandt; mit einer glitzernden, schorf&#252;berzogenen Hand dr&#252;ckte er sich den Mantel an den Leib. Die Lampen im Klassenzimmer flackerten und erloschen. Der Dementor trat aus der Kiste und schwebte tief und rasselnd atmend auf Harry zu. Eine Welle stechender K&#228;lte brach &#252;ber ihn herein -

Expecto patronum!, schrie Harry.Expecto patronum! Expecto -

Doch das Klassenzimmer und der Dementor verschwammen vor seinen Augen Wieder fiel Harry durch dichten wei&#223;en Nebel, und die Stimme seiner Mutter, lauter denn je, hallte in seinem Kopf wider -

Nicht Harry! Nicht Harry! Bitte  ich tu alles -

Schallendes, schrilles Gel&#228;chter  er geno&#223; ihr Grauen -

Harry!

J&#228;h erwachte Harry wieder zum Leben. Er lag ausgestreckt auf dem Fu&#223;boden. Die Lampen im Klassenzimmer brannten wieder. Er mu&#223;te nicht erst fragen, was passiert war.

Tut mir Leid, murmelte er und setzte sich auf. Kalter Schwei&#223; rann ihm hinter der Brille herab.

Geht's dir gut?, fragte Lupin.

JaHarry zog sich an einem Pult hoch und lehnte sich dagegen.

Hier -Lupin reichte ihm einen Schokoladenfrosch.I&#223; das, bevor wir es noch mal versuchen. Ich hab nicht erwartet, da&#223; du es beim ersten Mal schaffst, im Gegenteil, das h&#228;tte mich sehr &#252;berrascht.

Es wird schlimmer, murmelte Harry und bi&#223; dem Frosch den Kopf ab.Diesmal hab ich sie noch lauter geh&#246;rt  und ihn  Voldemort -

Lupin sah noch blasser aus als sonst.

Harry, wenn du nicht weitermachen willst, verstehe ich das nur allzu gut -

Ich will!, sagte Harry wild entschlossen und stopfte sich den Rest des Schokofrosches in den Mund.Ich mu&#223; doch! Was ist, wenn die Dementoren bei unserem Spiel gegen Ravenclaw auftauchen? Ich darf keinesfalls wieder abst&#252;rzen. Wenn wir dieses Spiel verlieren, k&#246;nnen wir den Quidditch-Pokal vergessen!

Na sch&#246;n, sagte Lupin.Vielleicht nimmst du eine andere Erinnerung, ein gl&#252;ckliches Erlebnis, w&#252;rde ich sagen, auf das du dich konzentrierst Das letzte war offenbar nicht stark genug

Harry dachte angestrengt nach und fand schlie&#223;lich eine neue Erinnerung: Als er letztes Jahr die Hausmeisterschaft gewonnen hatte, war er sicher &#252;beraus gl&#252;cklich gewesen. Wieder umklammerte er den Zauberstab und nahm seinen Platz in der Mitte des Klassenzimmers ein.

Bereit?, fragte Lupin und packte den Deckel der Kiste.

Bereit, sagte Harry und versuchte angestrengt, seinen Kopf mit gl&#252;cklichen Gedanken an den Sieg von Gryffindor zu f&#252;llen und nicht mit d&#252;steren an das, was geschehen w&#252;rde, wenn sich die Kiste &#246;ffnete.

Los!, sagte Lupin und hob den Deckel. Wieder wurde es eiskalt und dunkel im Zimmer. Der Dementor glitt tief atmend auf ihn zu; eine verweste Hand langte nach Harry -

Expecto patronum, rief Harry,expecto patronum! Expecto pat-

Wei&#223;er Nebel erstickte ihm die Sinne gro&#223;e, verschwommene Gestalten bewegten sich um ihn her dann h&#246;rte er eine neue Stimme, die Stimme eines Mannes, der schrie, von Angst &#252;berw&#228;ltigt -

Lily, nimm Harry und lauf! Er ist es! Schnell fort, ich halte ihn auf -

Jemand stolperte hastig aus einem Zimmer  krachend zerbarst eine T&#252;r  ein schrilles Auflachen -

Harry! Harry komm zu dir

Lupin gab Harry eine saftige Ohrfeige. Diesmal dauerte es eine Weile, bis Harry begriff, warum er auf einem staubigen Fu&#223;boden lag.

Ich hab meinen Dad geh&#246;rt, nuschelte er.Das ist das erste Mal, da&#223; ich ihn geh&#246;rt hab  er wollte es ganz allein mit Voldemort aufnehmen, damit meine Mutter fliehen konntePl&#246;tzlich sp&#252;rte Harry Tr&#228;nen auf seinem Gesicht, die sich mit dem Schwei&#223; vermischten. Rasch senkte er den Kopf, als wolle er sich den Schuh binden, und wischte sich das Gesicht an seinem Umhang trocken.

Du hast James geh&#246;rt?, sagte Lupin mit merkw&#252;rdig fremd klingender Stimme.

JaHarry hatte sich inzwischen die Tr&#228;nen abgewischt und sah zu ihm auf.Warum  Sie haben meinen Vater doch nicht etwa gekannt?

Offen gesagt  ja, das hab ich, sagte Lupin.Wir waren Freunde in Hogwarts. H&#246;r zu, Harry  vielleicht sollten wir es f&#252;r heute Abend dabei belassen. Dieser Zauber ist unglaublich schwierig ich h&#228;tte nicht vorschlagen sollen, da&#223; du all das auf dich nimmst

Nein!, sagte Harry und richtete sich auf.Ich will noch einen Versuch! Ich hab einfach noch nicht an mein gl&#252;cklichstes Erlebnis gedacht, daran liegt's warten Sie

Er zermarterte sich den Kopf Ein wirklich, wirklich gl&#252;ckliches Erlebnis eines, das er in einen guten, starken Patronus verwandeln konnte

Der Augenblick, in dem er erfahren hatte, da&#223; er ein Zauberer war und die Dursleys verlassen und nach Hogwarts gehen w&#252;rde! Wenn das keine gl&#252;ckliche Erinnerung war, dann wu&#223;te er auch nicht weiter Er dachte ganz fest daran, wie er sich gef&#252;hlt hatte, als ihm klar wurde, da&#223; er den Ligusterweg verlassen w&#252;rde, stand auf und stellte sich erneut vor die Kiste.

Fertig?, fragte Lupin mit einem Gesichtsausdruck, als tue er etwas gegen besseres Wissen.Denkst du ganz fest an dein Erlebnis? Also dann  los!

Zum dritten Mal hob er den Deckel von der Kiste und der Dementor stieg heraus; im Zimmer wurde es kalt und dunkel -

Expecto patronum!, polterte Harry,expecto patronum! Expecto patronum!

Wieder begann das Schreien in Harrys Kopf  nur klang es diesmal, als dringe es aus einem schlecht eingestellten Radio  leiser und lauter und dann wieder leiser  und Harry konnte den Dementor immer noch sehen  er blieb stehen  und dann rauschte ein m&#228;chtiger silberner Schatten aus der Spitze von Harrys Zauberstab und blieb zwischen ihm und dem Dementor schweben, und obwohl Harrys Beine sich ganz wabblig anf&#252;hlten, stand er immer noch aufrecht  auch wenn er nicht sicher war, wie lange noch -

Riddikulus, donnerte Lupin und sprang vor.

Unter lautem Krachen verschwand Harrys nebliger Patronus mitsamt dem Dementor; Harry sank auf einen Stuhl, er war so ersch&#246;pft und seine Beine zitterten, als w&#228;re er gerade eine Meile gerannt. Aus den Augenwinkeln sah er, wie Professor Lupin den Irrwicht mit dem Zauberstab in die Kiste zur&#252;cktrieb; er hatte sich wieder in eine Silberkugel verwandelt.

Gl&#228;nzend!, sagte Lupin und kam mit gro&#223;en Schritten auf Harry zu.Hervorragend, Harry! Das war schon mal ein guter Anfang!

K&#246;nnen wir es noch mal probieren? Nur noch einmal?

Nicht jetzt, sagte Lupin bestimmt.Du hast erst mal genug f&#252;r einen Abend. Hier -

Er reichte Harry einen gro&#223;en Riegel der besten Schokolade aus dem Honigtopf.

I&#223; sie auf, oder Madam Pomfrey saugt mir das Blut aus den Adern. N&#228;chste Woche wieder, selbe Zeit?

Okay, sagte Harry und bi&#223; ein St&#252;ck Schokolade ab. Sein Blick folgte Lupin, der die Lampen l&#246;schte, die beim Verschwinden des Dementors wieder aufgeflackert waren. Dann kam ihm ein Gedanke.

Professor Lupin?, sagte er.Wenn Sie meinen Dad kannten, m&#252;ssen Sie auch Sirius Black gekannt haben.

Lupin wandte sich blitzschnell um.

Wie kommst du darauf?, sagte er in schneidendem Ton.

Einfach so  ich wei&#223; nur, da&#223; auch Black und mein Vater in Hogwarts befreundet waren

Lupins Gesicht entspannte sich.

ja, ich kannte ihn, sagte er kurz angebunden.Oder jedenfalls glaubte ich es. Du gehst jetzt besser, Harry, es wird langsam sp&#228;t.

Harry ging hinaus, lief den Korridor entlang und bog um die Ecke, dann versteckte er sich rasch hinter einer R&#252;stung und lie&#223; sich auf ihren Sockel sinken, um seine Schokolade aufzuessen. H&#228;tte ich Black blo&#223; nicht erw&#228;hnt, dachte er, denn Lupin war offensichtlich nicht erpicht auf das Thema. Dann wanderten seine Gedanken zur&#252;ck zu seiner Mutter und seinem Vater

Er f&#252;hlte sich ausgelaugt und merkw&#252;rdig leer, obwohl er den Bauch voller Schokolade hatte. So schrecklich es war, da&#223; die letzten Momente im Leben seiner Eltern noch einmal in seinem Kopf abliefen, es war doch das erste Mal, seit er ein kleines Kind gewesen war, da&#223; er ihre Stimmen geh&#246;rt hatte. Doch er w&#252;rde es nie schaffen, einen richtigen Patronus heraufzubeschw&#246;ren, wenn er insgeheim seine Eltern wieder h&#246;ren wollte

Sie sind tot, sagte er streng zu sich selbst.Sie sind tot und dem Echo ihrer Stimmen zu lauschen bringt sie nicht wieder zur&#252;ck. Du rei&#223;t dich besser zusammen, wenn du den Quidditch-Pokal gewinnen willst.

Er stand auf, stopfte sich das letzte St&#252;ck Schokolade in den Mund und kehrte zur&#252;ck in den Turm der Gryffindors.

Eine Woche nach Ende der Ferien spielte Ravenclaw gegen Slytherin. Slytherin gewann, wenn auch knapp. Wood zufolge war das gut f&#252;r die Gryffindors, die den zweiten Platz erobern w&#252;rden, wenn auch sie Ravenclaw besiegten. Also setzte er gleich f&#252;nf Trainingsstunden die Woche an. Harry lie&#223; sich weiterhin von Lupin in die Kunst der Verteidigung gegen die Dementoren einweihen, was ihn allein schon mehr schlauchte als sechs Quidditch-Stunden zusammen, und hatte jetzt nur noch einen Abend in der Woche f&#252;r seine gesamten Hausaufgaben. Dennoch stand ihm die Anspannung nicht so ins Gesicht geschrieben wie Hermine, deren immenses Arbeitspensum ihr allm&#228;hlich doch sichtlich zusetzte. Ausnahmslos jeden Abend sah man sie in einer Ecke des Gemeinschaftsraums, wo sie gleich mehrere Tische beanspruchte mit ihren B&#252;chern, Arithmantiktabellen, Runenw&#246;rterb&#252;chern, Querschnittzeichnungen von Muggeln, die schwere Lasten hoben, und mit stapelweise Ordnern f&#252;r ihre ausf&#252;hrlichen Notizen. Kaum einmal sprach sie mit jemandem und jedes Mal fauchte sie unwirsch, wenn man sie unterbrach.

Wie schafft sie das blo&#223;?, murmelte Ron eines Abends Harry zu, der gerade einen kniffligen Aufsatz &#252;ber nicht nachweisbare Gifte f&#252;r Snape fertig schrieb. Harry blickte auf Hermine war hinter einem wackligen B&#252;cherstapel kaum zu sehen.

Was denn?

Den ganzen Unterricht!, sagte Ron.Ich hab geh&#246;rt, wie sie heute Morgen mit Professor Vektor gesprochen hat, dieser Arithmantikhexe. Sie haben sich &#252;ber die gestrige Stunde ausgelassen, aber Hermine kann nicht dort gewesen sein, sie war doch mit uns in Pflege magischer Gesch&#246;pfe! Und Ernie McMillan hat mir gesagt, sie habe in Muggelkunde noch kein einziges Mal gefehlt, aber die &#252;berschneidet sich doch mit Wahrsagen und da war sie auch immer dabei!

Harry hatte im Moment nicht die Zeit, &#252;ber das Geheimnis von Hermines unm&#246;glichem Stundenplan zu r&#228;tseln; er mu&#223;te unbedingt mit Snapes Aufsatz weiterkommen. Zwei Sekunden sp&#228;ter jedoch unterbrach ihn wieder jemand, und diesmal war es Wood.

Schlechte Nachrichten, Harry. Ich war eben bei Professor McGonagall wegen des Feuerblitzes. Sie  &#228;hm  hat mich ziemlich angepflaumt. Ich wisse wohl nicht recht, was wirklich wichtig ist. Dachte wahrscheinlich, mir w&#228;re es wichtiger, den Pokal zu gewinnen, als da&#223; du am Leben bleibst. Nur weil ich ihr gesagt hab, es sei mir egal, wenn es dich vom Besen schl&#228;gt, solange du vorher den Schnatz gefangen hast.Wood sch&#252;ttelte ungl&#228;ubig den KopfEhrlich, wie die mich angeschrien hat als ob ich irgendwas Schreckliches gesagt h&#228;tte Dann hab ich sie gefragt, wie lange sie ihn noch behalten willEr schnitt eine Grimasse und ahmte Professor McGonagalls strenge Stimme nach.>So lange wie n&#246;tig, Wood< ich sch&#228;tze, du solltest lieber einen neuen Besen bestellen. Auf der R&#252;ckseite von Rennbesen im Test ist ein Bestellschein du k&#246;nntest dir einen Nimbus Zweitausendeins besorgen, wie Malfoy einen hat.

Ich kaufe nichts, was Malfoy f&#252;r gut h&#228;lt, sagte Harry schlicht.

Unmerklich, ohne da&#223; sich das bitterkalte Wetter &#228;nderte, glitt der Januar in den Februar &#252;ber. Das Spiel gegen Ravenclaw r&#252;ckte immer n&#228;her, doch Harry hatte immer noch keinen neuen Besen bestellt. Nach jeder Verwandlungsstundefragte er jetzt Professor McGonagall nach dem Feuerblitz, und Ron stand ihm hoffnungsvoll zur Seite, w&#228;hrend Hermine mit abgewandtem Gesicht vorbeirauschte.

Nein, Potter, Sie k&#246;nnen ihn noch nicht zur&#252;ckhabenerkl&#228;rte ihm Professor McGonagall beim zw&#246;lften Mal, noch bevor er den Mund ge&#246;ffnet hatte.Wir haben ihn auf die meisten &#252;blichen Fl&#252;che gepr&#252;ft, doch Professor Flitwick glaubt, in dem Besen k&#246;nnte ein Schleuderfluch stecken. Ich werde es Ihnen schon sagen, wenn wir damit fertig sind. Und nun h&#246;ren Sie bitte auf, mich st&#228;ndig mit ein und derselben Frage zu l&#246;chern.

Um alles noch schlimmer zu machen, lief es mit Harrys Unterricht gegen die Dementoren bei weitem nicht so gut, wie er gehofft hatte. Nach einigen Stunden schaffte er es, eine verschwommene silberne Schattengestalt zu erzeugen, wenn der Irrwicht-Dementor auf ihn zukam, doch sein Patronus war zu schwach, um ihn zu verjagen. Der Dementor schwebte nur auf der Stelle, wie eine halb durchsichtige Wolke, und saugte die Kr&#228;fte aus Harry heraus, die er doch brauchte, um ihn in Schach zu halten. Harry war w&#252;tend auf sich selbst und f&#252;hlte sich schuldig, weil er sich w&#252;nschte, die Stimmen seiner Eltern immer wieder zu h&#246;ren.

Du erwartest zu viel von dir, sagte Professor Lupin ernst, als sie schon in der vierten Woche waren.F&#252;r einen dreizehnj&#228;hrigen Zauberer ist selbst ein verschwommener Patronus eine gro&#223;e Leistung. Und du wirst nicht mehr ohnm&#228;chtig, mu&#223;t du bedenken.

Ich dachte, ein Patronus w&#252;rde  die Dementoren niederschlagen oder so was, sagte Harry entmutigt.Sie verschwinden lassen -

Der richtige Patronus tut das, sagte Lupin.Aber du hast in kurzer Zeit schon eine Menge geschafft. Wenn die Dementoren bei eurem n&#228;chsten Quidditch-Spiel einen Auftritt einlegen, kannst du sie so lange in Schach halten, bis du wieder auf dem Boden bist.

Sie sagten, es sei schwieriger, wenn viele da sind, sagte Harry.

Ich hab volles Vertrauen zu dir, sagte Lupin l&#228;chelnd.Hier  du hast dir was zu trinken verdient  etwas aus den Drei Besen, das kennst du sicher noch nicht -

Er zog zwei Flaschen aus seiner Mappe.

Butterbier!, sagte Harry unbedacht.Ja, das Zeug mag ich wirklich!

Lupin hob eine Augenbraue.

Oh  Ron und Hermine haben mir was aus Hogsmeade mitgebracht, log Harry rasch.

Verstehe, sagte Lupin, auch wenn er immer noch ein wenig mi&#223;trauisch aussah.Nun  trinken wir auf einen Sieg der Gryffindors gegen die Ravenclaws! Wobei ich als Lehrer nat&#252;rlich nicht parteiisch sein darf -, f&#252;gte er hastig hinzu.

Schweigend tranken sie das Butterbier, bis Harry etwas ansprach, &#252;ber das er schon l&#228;nger nachgedacht hatte.

Was steckt unter der Kapuze dieser Dementoren?

Professor Lupin lie&#223; nachdenklich seine Flasche sinken.

Hmmm ja, die Einzigen, die es wirklich wissen, k&#246;nnen es uns nicht mehr erz&#228;hlen. Der Dementor nimmt seine Kapuze nur ab, um seine letzte und schlimmste Waffe einzusetzen.

Welche ist das?

Sie nennen es den Ku&#223; des Dementors, sagte Lupin mit einem leicht gequ&#228;lten L&#228;cheln.Das tun sie denen an, die sie vollkommen zerst&#246;ren wollen. Ich vermute, es ist eine Art Mund unter der Kapuze, sie pressen ihre Kiefer auf den Mund des Opfers und  saugen ihm die Seele aus.

Harry spuckte unwillk&#252;rlich ein wenig Butterbier.

Was  sie t&#246;ten -?

O nein, sagte Lupin.Viel schlimmer als das. Du kannst ohne deine Seele existieren, wei&#223;t du, solange dein Gehirn und dein Herz noch arbeiten. Aber du wirst kein Selbstgef&#252;hl mehr haben, keine Erinnerungen, nein nichts. Es gibt keine Chance, sich davon zu erholen. Du fristest nur dein elendes Dasein. Als leere H&#252;lle. Und deine Seele hast du verloren f&#252;r immer.

Lupin nahm einen Schluck Butterbier, dann fuhr er fort:

Das ist das Schicksal, das Sirius Black erwartet. Es stand heute morgen im Tagespropheten. Das Ministerium hat den Dementoren die Erlaubnis erteilt, dieses Urteil an ihm zu vollstrecken, sollten sie ihn finden.

Harry war einen Augenblick lang stumm, bedr&#252;ckt von der Vorstellung, jemandem w&#252;rde die Seele durch den Mund ausgesogen. Doch dann dachte er an Black.

Er verdient es, sagte er unvermittelt.

Glaubst du?, antwortete Lupin mit tonloser Stimme.Glaubst du wirklich, irgend jemand verdient das?

Ja, sagte Harry widerspenstig.F&#252;r f&#252;r bestimmte Taten

Am liebsten h&#228;tte er Lupin von dem Gespr&#228;ch erz&#228;hlt, das er in den Drei Besen belauscht hatte, &#252;ber Black, der seine Eltern verraten hatte, doch dann h&#228;tte er zugeben m&#252;ssen, da&#223; er ohne Erlaubnis nach Hogsmeade gegangen war, und er wu&#223;te, da&#223; Lupin nicht sonderlich davon angetan sein w&#252;rde. Also trank er sein Butterbier aus, bedankte sich bei Lupin und verlie&#223; das Klassenzimmer.

Fast bereute er, gefragt zu haben, was unter der Kapuze eines Dementors steckte. Die Antwort war so entsetzlich gewesen und er war so in die unangenehme Vorstellung versunken, wie es sich wohl anf&#252;hlen w&#252;rde, wenn einem die Seele ausgesogen wird, da&#223; er auf halbem Weg die Treppehoch beinahe mit Professor McGonagall zusammengesto&#223;en w&#228;re.

Machen Sie die Augen auf, Potter!

Verzeihung, Professor -

Ich war gerade oben, um Sie zu suchen. Nun, hier ist er: Wir haben alles Erdenkliche unternommen und er scheint v&#246;llig in Ordnung zu sein  Sie m&#252;ssen irgendwo einen sehr guten Freund haben, Potter. -

Harry klappte der Mund auf. Sie hielt ihm seinen Feuerblitz entgegen und er sah so herrlich aus wie zuvor.

Kann ich ihn zur&#252;ckhaben?, sagte Harry mit matter Stimme.Im Ernst?

Im Ernst, sagte Professor McGonagall und l&#228;chelte noch dazu.Ich w&#252;rde sagen, Sie sollten vor dem Spiel am Samstag noch ein wenig Gesp&#252;r f&#252;r ihn bekommen. Und, Potter  Sie werden doch gewinnen, nicht wahr? Sonst sind wir das achte Jahr in Folge ohne Pokalsieg, wie Professor Snape mir erst gestern Abend freundlicherweise in Erinnerung rief

Sprachlos trug Harry den Feuerblitz nach oben in den Gryffindor-Turm. Als er um eine Ecke bog, sah er den von Ohr zu Ohr grinsenden Ron auf ihn zurennen.

Sie hat ihn dir gegeben? Klasse! H&#246;r mal, kann ich ihn mal ausprobieren? Morgen?

Jaah nat&#252;rlich, sagte Harry und seit Monaten war ihm nicht mehr so leicht ums Herz gewesen.Wei&#223;t du was  wir sollten uns mit Hermine wieder vertragen sie wollte ja nur helfen

Ja, schon gut, sagte Ron.Sie ist im Gemeinschaftsraum und arbeitet  zur Abwechslung mal -

Sie bogen in den Korridor zum Gryffindor-Turm ein und sahen an dessen Ende Neville Longbottom flehentlich mit Sir Cadogan verhandeln, der ihn offenbar nicht einlassen wollte.

Ich hab sie mir doch aufgeschrieben!, sagte Neville, de

Tr&#228;nen nahe.Aber ich mu&#223; den Zettel irgendwie verlegt haben!

Eine tolle Ausrede!, br&#252;llte Sir Cadogan. Dann erkannte er Harry und Ron:Einen guten Abend, die edlen jungen Freisch&#252;tzen! Kommt und legt diesen Taugenichts in Ketten, er ist gewillt, sich Eingang zu meinen Gem&#228;chern zu erzwingen!

Ach, halt den Mund, sagte Ron. Sie standen jetzt neben Neville.

Ich hab die Pa&#223;w&#246;rter vergessen!, erkl&#228;rte Neville verzweifelt.Ich hab ihn dazu &#252;berredet, mir zu sagen, welche Pa&#223;w&#246;rter er diese Woche benutzen will, weil er sie ja dauernd &#228;ndert, und jetzt wei&#223; ich nicht mehr, wo ich den Zettel hingelegt hab!

Metzengerstein, sagte Harry, und Sir Cadogan, offenbar furchtbar entt&#228;uscht, klappte widerwillig zur Seite und lie&#223; sie ein. J&#228;hes, erregtes Gemurmel hob an, alle K&#246;pfe wandten sich ihnen zu und schon war Harry umgeben von einer Traube Sch&#252;ler, die alle begeistert auf den Feuerblitz deuteten.

Wo hast du den her, Harry?

Kann ich ihn mal fliegen?

Hast du ihn schon ausprobiert, Harry?

Ravenclaw hat jetzt keine Chance mehr, die haben doch alle noch diesen Sauberwisch Sieben!

Kann ich ihn nur mal halten, Harry?

Gut zehn Minuten lang ging der Feuerblitz von Hand zu Hand und zog bewundernde Blicke von allen Seiten auf sich, dann zerstreute sich die Schar, und Harry und Ron hatten freie Sicht auf Hermine, die Einzige, die nicht herbeigeeilt war. Da sa&#223; sie, &#252;ber ihre Arbeit gebeugt, und mied sorgf&#228;ltig ihre Blicke. Harry und Ron gingen langsam auf ihren Tisch zu und endlich sah sie auf

Ich hab ihn wieder, sagte Harry grinsend und hob den Feuerblitz in die H&#246;he.

Siehst du, Hermine? Er war doch nicht verhext!, sagte Ron.

Ja  h&#228;tte aber sein k&#246;nnen!, sagte Hermine.Immerhin wi&#223;t ihr jetzt endlich, da&#223; er sicher ist!

ja, stimmt schon, sagte Harry.Ich bring ihn besser nach oben -

Ich nehm ihn mit!, sagte Ron eifrig,ich mu&#223; Kr&#228;tze das Rattentonikum geben.

Er nahm den Feuerblitz und trug ihn, als ob er aus Glas w&#228;re, die Treppe hoch zum Schlafsaal der Jungen.

Kann ich mich mal kurz setzen?, fragte Harry.

Von mir aus, sagte Hermine und r&#228;umte einen gro&#223;en Stapel Pergament von einem Stuhl.

Harry musterte das Durcheinander auf dein Tisch, den langen Arithmantikaufsatz, auf dem die Tinte noch glitzerte, den noch l&#228;ngeren Aufsatz f&#252;r Muggelkunde (Warum brauchen Muggel elektrischen Strom?) und die Runen&#252;bersetzung, &#252;ber der Hermine gerade br&#252;tete.

Wie schaffst du das eigentlich alles?, fragte Harry.

Ach na ja, wei&#223;t du, ich arbeite eben viel, sagte Hermine. Jetzt, aus der N&#228;he, fiel Harry auf, da&#223; sie fast so m&#252;de aussah wie Lupin.

Warum l&#228;&#223;t du nicht einfach ein paar F&#228;cher sausen?, fragte Harry, w&#228;hrend sie zwischen den Papieren nach ihrem Runenw&#246;rterbuch st&#246;berte.

Das kann ich einfach nicht!, sagte Hermine und sah ihn ganz emp&#246;rt an.

Arithmantik sieht furchtbar schwierig aus, sagte Harry und hob eine sehr komplizierte Zahlentabelle hoch.

O nein, es ist toll!, sagte Hermine ernst.Es ist mein Lieblingsfach! Es ist -

Doch Harry erfuhr nie, was genau denn so toll an Arithmantik sein sollte. Genau in diesem Moment hallte ein erstickter Schrei im Treppenhaus zum Jungenschlafsaal wider. Der ganze Gemeinschaftsraum verstummte und alle sahen starr vor Schreck zum Eingang. Dann h&#246;rten sie rasche Schritte, die lauter und lauter wurden  und schlie&#223;lich, mit einem Sprung, erschien Ron. Er schleifte ein Bettlaken hinter sich her.

Sieh dir das an!, br&#252;llte er und kam mit gro&#223;en Schritten auf Hermines Tisch zu.Sieh dir das an!, rief er noch einmal und sch&#252;ttelte das Tuch vor ihr aus.

Ron, was zum -?

Kr&#228;tze! Sieh's dir an! Kr&#228;tze!

Hermine wich vor Ron zur&#252;ck, das Gesicht v&#246;llig verst&#246;rt. Harry musterte das Laken in Rons Hand. Etwas Rotes war darauf. Etwas, das unheimlich &#228;hnlich aussah wie -

Blut!, schrie Ron in die schreckerf&#252;llte Stille.Er ist fort! Und wei&#223;t du, was auf dem Boden lag?

N nein, sagte Hermine mit zittriger Stimme.

Ron warf etwas auf Hermines Runen&#252;bersetzung. Hermine und Harry beugten sich vor. Auf den merkw&#252;rdigen, spitzen Schriftzeichen lagen ein paar lange, rostrote Katzenhaare.



Gryffindor gegen Ravenclaw

Die Freundschaft zwischen Ron und Hermine schien zerst&#246;rt. So w&#252;tend waren sie aufeinander, da&#223; Harry sich nicht vorstellen konnte, wie sie sich jemals wieder vers&#246;hnen sollten.

Ron war w&#252;tend, weil Hermine die wiederholten Versuche Krummbeins, Kr&#228;tze zu verspeisen, nicht ernst genommen hatte. Sie hatte sich nicht darum geschert, ihn scharf im Auge zu behalten, und tat immer noch so, als w&#228;re Krummbein v&#246;llig unschuldig. Ron solle doch mal unter allen Betten nachsehen, schlug sie vor. Und au&#223;erdem, behauptete sie w&#252;tend, habe Ron keinen Beweis, da&#223; Krummbein Kr&#228;tze gefressen habe, die rostroten Haare seien vielleicht schon seit Weihnachten auf dem Bettlaken und &#252;berhaupt habe Ron Vorurteile gegen ihren Kater, seit Krummbein in der Magischen Menagerie auf seinem Kopf gelandet sei.

Harry war sich sicher, da&#223; Krummbein Kr&#228;tze gefressen hatte, und als er Hermine erkl&#228;ren wollte, da&#223; alle Tatsachen in diese Richtung deuteten, ri&#223; ihr der Geduldsfaden auch bei Harry.

Sch&#246;n und gut, du schl&#228;gst dich auf Rons Seite, ich wu&#223;te es!, sagte sie schrill.Erst der Feuerblitz, jetzt Kr&#228;tze, an Allem bin ich schuld, oder? La&#223; mich blo&#223; in Ruhe, Harry, ich hab 'ne Menge Arbeit zu erledigen!

Ron war der Verlust seiner Ratte tats&#228;chlich sehr nahe gegangen.

Komm schon, Ron, immer hast du gesagt, Kr&#228;tze sei so langweilig, wollte ihn Fred aufmuntern.Und er war doch schon ewig nicht mehr richtig auf den Beinen, er ist langsam dahingestorben. War wohl ohnehin besser f&#252;r ihn, wenn es schnell ging  in einem Schluck -, und gesp&#252;rt hat er wahrscheinlich auch nichts.

Fred!, rief Ginny emp&#246;rt.

Er hat doch nur noch gefressen und geschlafen, Ron, das hast du doch selbst gesagt, warf George ein.

Einmal hat er Goyle f&#252;r uns gebissen!, sagte Ron wehm&#252;tig.Wei&#223;t du noch, Harry?

Ja, stimmt, antwortete Harry.

Seine gr&#246;&#223;te Stunde, sagte Fred, schaffte es jedoch nicht, eine ernste Miene zu behalten.Angesichts der Narbe auf Goyles Finger werden wir immer voller Ehrfurcht an ihn denken.  Ach, komm schon, Ron, geh runter nach Hogsmeade und kauf dir eine neue Ratte, was hilft dein Jammern?

Harry unternahm einen allerletzten Versuch, Ron aufzumuntern, und &#252;berredete ihn, zum letzten Training der Gryffindors vor dem Spiel gegen Ravenclaw mitzukommen. Anschlie&#223;end k&#246;nne er noch ein wenig mit dem Feuerblitz herumfliegen. Das schien Ron tats&#228;chlich einen Moment lang von seinem Kummer &#252;ber Kr&#228;tze abzulenken (Voll kra&#223;! Kann ich auch ein paar Tore schie&#223;en?), und so, machten sie sich gemeinsam auf den Weg zum Quidditch-Feld.

Madam Hooch, die weiterhin das Training der Gryffindors beaufsichtigte, und Harry ganz besonders, war ebenso beeindruckt vom Feuerblitz wie alle andern, die ihn gesehen hatten. Vor dem Start nahm sie ihn in die H&#228;nde und begutachtete ihn mit erfahrenem Blick.

Seht mal, wie sch&#246;n er im Gleichgewicht ist! Wenn die Nimbus-Serie einen Fehler hat, dann ist es ein klein wenig Schlagseite zum Schweif hin  nach ein paar Jahren kommen sie meist ziemlich schr&#228;g daher. Den Stiel haben sie auch neu entwickelt, er ist ein wenig schlanker als bei den Sauberwischs und erinnert mich an den alten Silberpfeil  ein Jammer, da&#223; sie den nicht mehr herstellen, auf dem hab ich fliegen gelernt, ein wirklich solider Besen

Auf diese Art fuhr sie noch eine ganze Weile fort, bis Wood sie unterbrach.

&#196;hm  Madam Hooch? K&#246;nnte Harry den Feuerblitz jetzt zur&#252;ckhaben? Wir m&#252;ssen doch trainieren

Oh  nat&#252;rlich  hier ist er, Potter, sagte Madam Hooch.Ich setz mich mit Weasley dort dr&#252;ben hin

Madam Hooch und Ron verlie&#223;en das Spielfeld und kletterten auf die R&#228;nge, w&#228;hrend sich das Gryffindor-Team um Wood scharte, der ihnen die letzten Anweisungen f&#252;r das morgige Spiel gab.

Harry, ich hab eben erfahren, wer bei den Ravenclaws den Sucher macht. Es ist Cho Chang, eine Viertkl&#228;&#223;lerin, und sie ist ziemlich gut eigentlich hatte ich gehofft, sie w&#252;rde noch nicht wieder fit sein, sie hatte ein paar VerletzungsproblemeWoods Miene verfinsterte sich vor Mi&#223;behagen &#252;ber Cho Changs Genesung, dann fuhr er fort:Andererseits fliegt sie einen Komet Zwei-Sechzig, der wird neben dem Feuerblitz wie ein Witz aussehen.Er warf Harrys Besen einen Blick voll fiebriger Bewunderung zu.Okay, Leute, los geht's -

Und endlich bestieg Harry seinen Feuerblitz und stie&#223; sich vom Boden ab.

Es war besser, als er sich h&#228;tte tr&#228;umen lassen. Der Feuerblitz ging bei der leichtesten Ber&#252;hrung in die Kurve, er schien eher seinen Gedanken als seiner Hand zu folgen; so schnell raste er &#252;ber das Spielfeld, da&#223; Harry das Stadion nur noch als gr&#252;nen und grauen Schleier wahrnahm; er lie&#223; ihn so scharf wenden, da&#223; Alicia Spinnet aufschrie, dann ging er in einen vollkommen sicheren Sturzflug, streifte das Gras unten mit den Schuhspitzen und stieg dann wieder zehn, zwanzig, drei&#223;ig Meter hoch in die L&#252;fte -

Harry, ich la&#223; den Schnatz raus!, rief Wood.

Harry wendete und verfolgte einen Klatscher auf die Torstangen zu; er lie&#223; ihn ohne weiteres hinter sich, sah den Schnatz hinter Wood hervorschnellen und hatte ihn nach zehn Sekunden sicher in H&#228;nden.

Das Team jubelte, da&#223; ihm die Ohren klangen. Harry lie&#223; den Schnatz wieder los, gab ihm eine Minute Vorsprung dann jagte er ihm nach, wobei er sich zwischen den anderen hindurchschl&#228;ngelte; er sah ihn nahe Katie Bells Knie lauern, drehte l&#228;ssig einen Looping um sie herum und fing den Schnatz erneut ein.

So gut hatten sie noch nie trainiert; das Team, durch den Feuerblitz in seiner Mitte angespornt, &#252;bte die schwierigsten Spielz&#252;ge fehlerlos, und als sie alle wieder gelandet waren, hatte Wood kein Wort der Kritik anzubringen, was, wie George Weasley verk&#252;ndete, noch nie geschehen war.

Ich kann mir nicht vorstellen, was uns jetzt noch aufhalten soll!, sagte Wood.Au&#223;er  Harry, du hast dein Problem mit diesen Dementoren doch jetzt im Griff, oder?

Jaah, sagte Harry und dachte an seinen schw&#228;chlichen Patronus, den er sich viel st&#228;rker w&#252;nschte.

Die Dementoren werden nicht wieder aufkreuzen, Oliver, Dumbledore w&#252;rde v&#246;llig durchdrehen, sagte Fred zuversichtlich.

Nun, das k&#246;nnen wir nur hoffen, sagte Wood.Jedenfalls  das war gute Arbeit von euch allen. Gehen wir zur&#252;ck in den Turm wollen heute mal fr&#252;h ins Bett -

Ich bleib noch eine Weile drau&#223;en, Oliver, Ron will Feuerblitz mal kurz ausprobieren, sagte Harry, und w&#228;hrend die andern sich auf den Weg zu den Umkleidekabinen machten, ging Harry hin&#252;ber zu Ron, der schon &#252;ber die Absperrungen gesprungen war und ihm entgegenlief. Madam Hooch war auf ihrem Sitz eingeschlafen.

Da hast du ihn, sagte Harry und reichte Ron den Feuerblitz.

Ron schwang sich mit hingebungsvoller Miene auf den Besen und schwirrte hoch in den dunkler werdenden Himmel. Harry ging am Spielfeldrand entlang und beobachtete ihn, und als Madam Hooch j&#228;h aufschreckte, war die Nacht schon hereingebrochen. Sie tadelte die beiden, weil sie sie nicht geweckt hatten, und schickte sie ungehalten zur&#252;ck ins Schlo&#223;.

Harry schulterte den Feuerblitz und verlie&#223; mit Ron das dunkle Stadion. Sie sprachen &#252;ber die herrlich sanften Bewegungen des Feuerblitzes, seine irre Beschleunigung und seine haarnadelengen Drehungen. Auf halbem Weg zum Schlo&#223; wandte Harry den Blick zur Seite und sah etwas, das sein Herz fast zum Stillstand brachte  ein Augenpaar leuchtete in der Dunkelheit her&#252;ber.

Harry blieb wie angefroren stehen, das Herz pochte ihm gegen die Rippen.

Was ist los?, fragte Ron.

Harry deutete mit dem Finger in die Dunkelheit. Ron z&#252;ckte den Zauberstab und murmelteLumos!.

Ein Lichtstrahl fiel &#252;ber das Gras, traf den Stamm eines Baumes und erhellte seine &#196;ste; dort, zwischen den knospenden Zweigen, kauerte Krummbein.

Runter vom Baum!, br&#252;llte Ron. Er b&#252;ckte sich und packte einen Stein, doch schon war Krummbein unter heftigem Wedeln seines langen rostbraunen Schwanzes verschwunden.

Siehst du?, sagte Ron aufgebracht und lie&#223; den Stein fallen.Sie l&#228;&#223;t es immer noch zu, da&#223; er sich rumtreibt, wo er will  wahrscheinlich verdaut er gerade Kr&#228;tze gew&#252;rzt mit ein paar V&#246;geln

Harry blieb stumm. Erleichterung durchstr&#246;mte ihn und er atmete tief durch; einen Augenblick lang war er sicher gewesen, da&#223; diese Augen dem Grimm geh&#246;rten. Sie gingen weiter. Nach seinem kurzen Panikanfall genierte sich Harry ein wenig und sprach kein Wort mit Ron  und nicht ein einziges Mal sah er sich um, bis sie die hell erleuchtete Eingangshalle des Schlosses erreicht hatten.

Am n&#228;chsten Morgen ging Harry zusammen mit den anderen Jungen im Schlafsaal, die wohl alle meinten, der Feuerblitz verdiene eine Ehrengarde, hinunter zum Fr&#252;hst&#252;ck. Als er die Gro&#223;e Halle betrat, wandten sich aller Augen dem Feuerblitz zu und aufgeregtes Getuschel hob an. Harry sah mit immenser Genugtuung, da&#223; das Team der Slytherins wie vom Donner ger&#252;hrt dasa&#223;.

Hast du sein Gesicht gesehen?, sagte Ron schadenfroh und blickte &#252;ber die Schulter zu Malfoy hin&#252;ber.Er kann es nicht fassen! Das ist klasse!

Selbst Wood badete in dem Glanz, den der Feuerblitz auch auf ihn warf.

Hier drauf mit dem Besen, Harry, sagte er und legte den Feuerblitz mitten auf den Tisch, wobei er sorgsam darauf achtete, da&#223; auch ja der Name zu lesen war. Bald kam einer nach dem andern von den Tischen der Ravenclaws und Hufflepuffs her&#252;ber, um ihn genauer zu betrachten. Auch Cedric Diggory kam zum Tisch, um Harry zu gratulieren, weil er einen so tollen Ersatz f&#252;r seinen Nimbus bekommen hatte, und Percys Freundin von den Ravenclaws, Penelope Clearwater, fragte, ob sie den Feuerblitz einmal anfassen d&#252;rfe.

Na, na, Penny, keine Sabotage!, sagte Percy gut gelaunt, w&#228;hrend ihre Augen &#252;ber den Feuerblitz glitten.Penelope und ich haben gewettet, erkl&#228;rte er dem Team.Zehn Galleonen auf das Ergebnis des Spiels!

Penelope legte den Feuerblitz zur&#252;ck auf den Tisch, dankte Harry und kehrte zu den Ravenclaws zur&#252;ck.

Harry  sieh blo&#223; zu, da&#223; du gewinnst, fl&#252;sterte Percy eindringlich.Ich hab keine zehn Galleonen. Ja, ich komme, Penny!Und er wuselte hin&#252;ber, um sich mit ihr ein St&#252;ck Toast zu teilen.

Bist du auch sicher, da&#223; du mit diesem Besen umgehen kannst, Potter?, sagte eine kalte, schnarrende Stimme.

Draco Malfoy, mit Crabbe und Goyle im Schlepptau, war her&#252;bergekommen, um sich die Sache n&#228;her anzusehen.

Ja, ich denk schon, sagte Harry beil&#228;ufig.

Hat 'ne Menge Schnickschnack eingebaut, oder?, sagte Malfoy mit b&#246;sartig glitzernden Augen.Nur Pech, da&#223; er nicht gleich mit Fallschirm geliefert wird  falls du einem Dementor zu nahe kommst.

Crabbe und Goyle kicherten.

Schade, da&#223; du keinen Ersatzarm anschrauben kannst, Malfoy, sagte Harry,der k&#246;nnte den Schnatz f&#252;r dich fangen.

Die Gryffindors lachten laut auf. Malfoys blasse Augen verengten sich und er stakste davon. Sie beobachteten, wie er sich zu den anderen Spielern von Slytherin setzte, die jetzt die K&#246;pfe zusammensteckten und Malfoy ganz gewi&#223; fragten, ob Harrys Besen wirklich ein Feuerblitz sei.

Um Viertel vor elf brachen die Gryffindors zu den Umkleider&#228;umen auf. Das Wetter war um Welten besser als bei ihrem Spiel gegen Hufflepuff. Es war ein klarer, k&#252;hler Tag mit einer sanften Brise; diesmal w&#252;rde Harry keine Schwierigkeiten haben, etwas zu sehen, und so nerv&#246;s er auch war, zusehends sp&#252;rte er die Begeisterung, die nur ein Quidditch-Spiel mit sich brachte. Sie h&#246;rten die anderen Sch&#252;ler dr&#252;ben ins Stadion einziehen. Harry legte den schwarzen Schulumhang ab, zog den Zauberstab aus der Tasche und steckte ihn in das T-Shirt, das er unter seinem Quidditch-Umhang tragen wollte. Er w&#252;rde ihn hoffentlich nicht brauchen. Pl&#246;tzlich fragte er sich, ob Professor Lupin in der Menge war und ihm zusah.

Du wei&#223;t, was wir tun m&#252;ssen, sagte Wood, als sie schon auf dem Sprung nach drau&#223;en waren.Wenn wir dieses Spiel verlieren, k&#246;nnen wir endg&#252;ltig einpacken. Flieg  flieg einfach wie gestern im Training und wir schaukeln das Ding!

Unter tosendem Applaus marschierten sie hinaus auf das Spielfeld. Das Team der Ravenclaws, ganz in Blau, hatte sich bereits in der Mitte aufgestellt. Ihre Sucherin, Cho Chang, war das einzige M&#228;dchen im Team. Sie war um fast einen Kopf kleiner als Harry, und trotz seiner Nervosit&#228;t stellte er fest, da&#223; sie besonders h&#252;bsch war. Sie l&#228;chelte Harry zu, w&#228;hrend sich die Teams, die Gesichter einander zugewandt, hinter ihren Kapit&#228;nen aufstellten, und Harry war ein wenig schwummrig in der Magengegend, was jedoch, wie er glaubte, nichts mit seinen angespannten Nerven zu tun hatte.

Wood, Davies, begr&#252;&#223;t euch, sagte Madam Hooch beschwingt, und Wood und der Kapit&#228;n der Ravenclaws sch&#252;ttelten sich die H&#228;nde.

Besteigt eure Besen auf meinen Pfiff geht's los eins  zwei  drei -

Harry stie&#223; sich ab und der Feuerblitz rauschte schneller in die H&#246;he als jeder andere Besen; er jagte um das Stadion herum und begann nach dem Schnatz Ausschau zu halten, dabei lauschte er immer den Worten des Freundes der Weasley-Zwillinge, der den Spielkommentar sprach.

Jetzt sind sie oben, und die gro&#223;e Sensation dieses Spiels ist der Feuerblitz, den Harry Potter f&#252;r die Gryffindors fliegt. Rennbesen im Test zufolge werden die Nationalmannschaften bei der diesj&#228;hrigen Weltmeisterschaft allesamt den Feuerblitz fliegen -

Jordan, w&#228;ren Sie wohl so freundlich uns zu sagen, wie das Spiel verl&#228;uft?, unterbrach ihn Professor McGonagalls Stimme.

Da haben Sie vollkommen Recht, Professor  ich wollte nur ein wenig Hintergrundwissen vermitteln  &#252;brigens hat der Feuerblitz eine eingebaute automatische Bremse und -

Jordan!

Schon gut, schon gut, Gryffindor im Ballbesitz, Katie Bell auf dem Weg zum Tor

Harry zog in der Gegenrichtung an Katie vorbei auf der Suche nach einem goldenen Schimmer und bemerkte, da&#223; Cho Chang knapp hinter ihm herflog. Zweifellos war sie eine gute Fliegerin  st&#228;ndig flog sie ihm in die Quere und zwang ihn, die Richtung zu wechseln.

Zeig ihr, wie du beschleunigen kannst, Harry!, rief Fred, der einem Klatscher nachjagte, der es auf Alicia abgesehen hatte, und an ihm vorbeizischte.

Harry brachte den Feuerblitz auf Touren, drehte ein paar Runden um die Torstangen, und Cho fiel zur&#252;ck. Gerade als es Katie gelang, das erste Tor zu erzielen, und die Gryffindor-Kurve unten im Stadion anfing verr&#252;ckt zu spielen, gerade da sah er ihn  der Schnatz flitzte eine Handbreit &#252;ber dem Boden an einer der Absperrungen entlang.

Harry ging in den Sturzflug; Cho entging das nicht und sie st&#252;rzte ihm nach  Harry wurde immer schneller, unglaubliche Freude durchflutete ihn; Sturzfl&#252;ge waren seine Spezialit&#228;t jetzt war er nur noch vier Meter entfernt -

Ein Klatscher, von einem Treiber der Ravenclaws geschlagen, kam aus dem Nichts angeschossen; Harry machte einen j&#228;hen Schlenker und kam um Haaresbreite an ihm vorbei, und in diesen wenigen entscheidenden Sekunden verschwand der Schnatz.

Es folgte ein lang gezogenes entt&#228;uschtesOoooohder Gryffindor-Fans, doch viel Applaus der Ravenclaw-Kurve f&#252;r ihren Treiber. George Weasley lie&#223; Dampf ab und schmetterte den zweiten Klatscher gegen diesen Misset&#228;ter der anderen Seite, der sich mitten in der Luft auf den R&#252;cken drehen mu&#223;te, um dem Ball zu entgehen.

Gryffindor f&#252;hrt mit achtzig zu null Punkten, und schaut euch an, wie dieser Feuerblitz losgeht! Potter macht ihm jetzt wirklich die H&#246;lle hei&#223;, jetzt geht er scharf in die Kurve und Changs Komet kann da einfach nicht mithalten, die Gleichgewichtsautomatik des Feuerblitzes ist wirklich erstaunlich bei diesen langen -

Jordan! Werden Sie daf&#252;r bezahlt, um f&#252;r Feuerblitze Reklame zu machen? Bleiben Sie beim Spiel!

Die Ravenclaws holten jetzt auf; sie hatten drei Tore erzielt und Gryffindor lag nur noch mit f&#252;nfzig Punkten vorn  wenn Cho den Schnatz vor Harry fing, w&#252;rden sie gewinnen. Harry lie&#223; sich tiefer sinken, entging knapp einem Zusammensto&#223; mit einem J&#228;ger der Ravenclaws und suchte fiebereifrig das Spielfeld ab  ein goldener Schimmer, ein Flattern winziger Fl&#252;gel  der Schnatz umschwirrte eine Torstange der Gryffindors -

Harry beschleunigte, die Augen auf den goldenen gerichtet  doch schon war Cho aus dem Nichts aufgetaucht und blockierte ihm die Bahn -

Harry, du kannst doch jetzt nicht den Kavalier spielen!, polterte Wood, als Harry sich in die Kurve legte, um einen Zusammenprall zu vermeiden.Hau sie wenn n&#246;tig runter von ihrem Besen!

Harry wandte sich um und erblickte Cho; sie grinste. Wieder war der Schnatz verschwunden. Harry zog den Feuerblitz nach oben und war rasch zehn Meter &#252;ber dem Spiel. Aus den Augenwinkeln sah er, da&#223; Cho ihn hartn&#228;ckig verfolgte sie hatte offenbar beschlossen, ihn im Auge zu behalten anstatt den Schnatz zu suchen na sch&#246;n wenn sie sich auf seine F&#228;hrte setzen wollte, mu&#223;te sie auch die Folgen tragen

Wieder st&#252;rzte er sich in die Tiefe, und Cho, die glaubte, er habe den Schnatz gesichtet, versuchte ihm zu folgen; scharf ri&#223; sich Harry aus dem Sturzflug heraus und sie trudelte weiter in die Tiefe; wieder raste er schnell wie eine Gewehrkugel in die H&#246;he und dann sah er ihn zum dritten Mal  der Schnatz glitzerte hoch &#252;ber dem Feld dr&#252;ben auf der Seite der Ravenclaws.

Er legte los; viele Meter weiter unten tat es ihm Cho nach. Jetzt w&#252;rde er gewinnen, jede Sekunde kam er n&#228;her auf den Schnatz zu  dann -

Oh!, schrie Cho und deutete mit dem Arm nach unten.

Harry lie&#223; sich ablenken und sah hinunter.

Drei Dementoren, drei gro&#223;e, schwarze, kapuzentragende Dementoren, sahen zu ihm hoch.

Er &#252;berlegte erst gar nicht. Er steckte die Hand in den Kragen seines Umhangs, z&#252;ckte den Zauberstab und br&#252;llte:

Expecto patronum!

Etwas Silbrigwei&#223;es, etwas Riesiges, brach aus der Spitze seines Zauberstabes hervor. Er wu&#223;te, da&#223; es direkt auf die Dementoren zuscho&#223;, doch er wartete nicht, um zu sehen, was passierte; mit immer noch wundersam klarem Kopf sah er nach vorne  er war fast da  er streckte die Hand aus, die immer noch den Zauberstab hielt, und schaffte es eben noch, die Faust &#252;ber dem kleinen, widerspenstig flatternden Schnatz zu schlie&#223;en.

Madam Hoochs Pfiff ert&#246;nte, Harry drehte sich in der Luft und sah sechs scharlachrote Schleier auf ihn zurasen, und schon schlangen die andern Spieler so heftig die Arme um ihn, da&#223; sie ihn fast vom Besen zerrten. Von tief unten drangen die Begeisterungsst&#252;rme der Gryffindors im Publikum herauf.

Gut gemacht, mein Junge!, rief Wood immer wieder. Alicia, Angelina und Katie hatten Harry inzwischen allesamt gek&#252;&#223;t, Fred hielt ihn so fest umklammert, da&#223; Harry f&#252;rchtete, er w&#252;rde ihm den Kopf abrei&#223;en. In heillosem Durcheinander schaffte das Team gerade noch die Landung. Er stieg vom Besen und sah jetzt einen Wirbel von Gryffindors auf das Spielfeld rennen, Ron vorneweg. Bevor er sich retten konnte, war er schon von einer jubelnden Menge eingeschlossen.

Ja!, rief Ron und ri&#223; Harrys Arm in die Luft.Ja! Ja!

Gut gemacht, Harry!, sagte Percy vergn&#252;gt.Zehn Galleonen f&#252;r mich! Ich mu&#223; Penelope suchen, entschuldige mich kurz -

Feine Sache, Harry!, br&#252;llte Seamus Finnigan.

Klasse, verdammt noch mal!, rief Hagrid mit strahlendem Gesicht &#252;ber die K&#246;pfe der wogenden Menschenmenge hinweg.

Dein Patronus war nicht von schlechten Eltern, fl&#252;sterte jemand in Harrys Ohr.

Harry wandte sich um und erkannte Professor Lupin, der ersch&#252;ttert und erfreut zugleich wirkte.

Die Dementoren haben mir gar nichts ausgemacht!, sagte Harry aufgeregt.Ich hab gar nichts gesp&#252;rt!

Das  &#228;hm  liegt daran, da&#223; sie gar keine Dementoren waren, sagte Professor Lupin.Komm und sieh dir das an -

Er f&#252;hrte Harry aus der Menge heraus, bis sie den Spielfeldrand sehen konnten.

Du hast Mr Malfoy einen h&#252;bschen Schreck eingejagt, sagte Lupin.

Harry stand mit offenem Mund da. In einem verkn&#228;uelten Haufen auf dem Boden lagen Malfoy, Crabbe, Goyle und Marcus Flint, der Teamkapit&#228;n der Slytherins, und m&#252;hten sich verzweifelt, sich aus ihren langen, schwarzen Kapuzenumh&#228;ngen zu befreien. Offenbar hatte Malfoy auf Goyles Schultern gestanden. jemand hatte sich &#252;ber ihnen aufgebaut und blickte mit furchtbar w&#252;tendem Blick auf sie hinab  Professor McGonagall.

Ein verabscheuungsw&#252;rdiger Trick!, rief sie.Ein mieser und feiger Versuch, den Sucher der Gryffindors zu behindern. Strafarbeiten f&#252;r Sie alle, und f&#252;nfzig Punkte Abzug f&#252;r Slytherin! Ich werde mit Professor Dumbledore &#252;ber diese Sache sprechen, machen Sie sich keine falschen Vorstellungen! Ah, da kommt er ja schon!

Wenn irgendetwas den Sieg der Gryffindors endg&#252;ltig besiegelte, dann dies. Ron, der sich zu Harry durchgek&#228;mpft hatte, kr&#252;mmte sich vor Lachen, w&#228;hrend sie Malfoy zusahen, wie er sich aus seinem Umhang, in dem immer noch Goyles Kopf steckte, freizustrampeln versuchte.

Komm mit, Harry!, sagte George, der sich ebenfalls durchgedr&#228;ngelt hatte.Fete ist angesagt! Jetzt gleich im Gemeinschaftsraum!

Gut!, sagte Harry, der sich seit Ewigkeiten nicht mehr so gl&#252;cklich gef&#252;hlt hatte. Er ging mit den anderen Spielern, immer noch in den scharlachroten Umh&#228;ngen, voran, aus dem Stadion hinaus und zur&#252;ck ins Schlo&#223;.

Es war, als h&#228;tten sie den Quidditch-Pokal schon gewonnen. Den ganzen Tag tobte die Fete und weit hinein in die Nacht. Fred und George Weasley verschwanden f&#252;r ein paar Stunden und kehrten mit Massen von Butterbier, K&#252;rbislimo und S&#252;&#223;igkeiten aus dem Honigtopf zur&#252;ck.

Wie habt ihr das geschafft?, kreischte Angelina Johnson, w&#228;hrend George anfing, Pfefferminzkr&#246;ten in die Menge zu werfen.

Mit ein wenig Hilfe von Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone, murmelte Fred Harry ins Ohr.

Nur eine nahm nicht an den Festlichkeiten teil. Hermine, es war nicht zu fassen, sa&#223; tats&#228;chlich in einer Ecke und versuchte einen Riesenschinken mit dem Titel H&#228;usliches Leben und gesellschaftliche Sitten britischer Muggel zu lesen. Harry l&#246;ste sich von dem Tisch, an dem Fred und George gerade mit Butterbierflaschen jonglierten, und ging zu ihr hin&#252;ber.

Warst du wenigstens beim Spiel?, fragte er sie.

Nat&#252;rlich, sagte Hermine ohne aufzusehen mit merkw&#252;rdig hoher Stimme.Und ich bin sehr froh, da&#223; wir gewonnen haben, und du warst wirklich gut, aber ich mu&#223; das hier bis Montag gelesen haben.

Komm. schon, Hermine, i&#223; doch wenigstens etwas, sagte Harry, blickte hin&#252;ber zu Ron und fragte sich, ob der so gut gelaunt war, da&#223; er das Kriegsbeil begraben w&#252;rde.

Ich kann nicht, Harry, ich mu&#223; noch vierhundertzweiundzwanzig Seiten lesen!, sagte Hermine und klang jetzt ein wenig &#252;berdreht.Au&#223;erdem, sie warf einen Blick zu Ron hin&#252;ber,er will ja nicht, da&#223; ich mitmache.

Daran gab es keinen Zweifel, denn Ron w&#228;hlte eben diesen Moment, um zu verk&#252;nden:

Wenn Kr&#228;tze nicht vor kurzem gefressen worden w&#228;re, h&#228;tte er ein paar von diesen Zuckerwattefliegen haben k&#246;nnen, die mochte er so gerne -

Hermine brach in Tr&#228;nen aus. Bevor Harry etwas sagen oder tun konnte, hatte sie den dicken W&#228;lzer unter den Arm geklemmt, war schluchzend zur M&#228;dchentreppe gerannt und verschwunden.

Kannst du sie nicht wenigstens ein Mal in Ruhe lassen?fragte Harry Ron mit leiser Stimme.

Nein, sagte Ron stur.Wenn sie wenigstens so tun w&#252;rde, als ob es ihr Leid t&#228;te  aber Hermine gibt nie zu, da&#223; sie im Unrecht ist. Sie tut immer noch so, als ob Kr&#228;tze einfach in Urlaub gefahren w&#228;re oder so was.

Die Party der Gryffindors fand erst ein Ende, als Professor McGonagall um ein Uhr morgens in schottengemustertem Morgenmantel und Haarnetz auftauchte und sie, ohne Widerspruch zuzulassen, ins Bett schickte. W&#228;hrend Harry und Ron die Treppe zum Schlafsaal hochstiegen, redeten sie immer noch &#252;ber das Spiel. Endlich, ganz ersch&#246;pft, kletterte Harry ins Bett, zog die Vorh&#228;nge ringsum zu, um das Mondlicht so lange wie m&#246;glich drau&#223;en zu halten, legte sich in die Kissen und sp&#252;rte, wie er fast im selben Moment in den Schlaf entschwebte

Er hatte einen sehr seltsamen Traum. Mit dem Feuerblitz auf der Schulter durchstreifte er einen Wald auf der Spur einer silbrig wei&#223;en Gestalt. Sie huschte vor ihm durch die B&#228;ume und er sah sie nur hin und wieder zwischen den Bl&#228;ttern auftauchen. Er wollte sie unbedingt einholen, doch je schneller er ging, desto schneller floh auch seine Beute. Harry fing an zu rennen und jetzt konnte er galoppierende Hufe vor sich h&#246;ren  er stie&#223; durch dichtes Blattwerk hinaus auf eine Lichtung und -

AAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH! NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!

Harry erwachte so pl&#246;tzlich, als h&#228;tte ihm jemand ins Gesicht geschlagen. V&#246;llig verwirrt tastete er in der Dunkelheit nach den Vorh&#228;ngen  er h&#246;rte Bewegungen um sich her und von der anderen Seite des Saals kam Seamus Finnigans Stimme:

Was ist denn los?

Harry glaubte, die Schlafsaalt&#252;r zugehen zu h&#246;ren. Endlich fand er den Spalt in den Vorh&#228;ngen, er ri&#223; sie auf und im selben Augenblick machte Dean Thomas seine Lampe an.

Die Vorh&#228;nge von Rons Bett waren an einer Seite zerrissen. Ron sa&#223; kerzengerade im Bett mit einem Ausdruck sprachlosen Entsetzens auf dem Gesicht.

Black! Sirius Black! Mit einem Messer!

Was?

Hier! Gerade eben! Hat die Vorh&#228;nge aufgeschlitzt! Hat mich aufgeweckt!

Bist du sicher, da&#223; du nicht getr&#228;umt hast, Ron?, sagte Dean.

Sieh dir die Vorh&#228;nge an! Ich sag dir, er war hier!

Alle kletterten aus ihren Betten; Harry war als Erster an der T&#252;r und sie rannten die Treppe hinunter. T&#252;ren flogen hinter ihnen auf. verschlafene Stimmen riefen ihnen nach -

Wer hat geschrien?

Was macht ihr da?

Das Glimmen des sterbenden Feuers im Kamin erleuchtete den Gemeinschaftsraum, in dem noch die &#220;berbleibsel ihrer Party verstreut lagen. Er war menschenleer.

Bist du sicher, da&#223; es kein Traum war, Ron?

Ich sag dir, ich hab ihn gesehen!

Was soll denn dieser L&#228;rm?

Professor McGonagall hat uns doch gesagt, wir sollen ins Bett gehen!

Ein paar M&#228;dchen waren ihre Treppe heruntergekommen, die Morgenm&#228;ntel fest um den K&#246;rper gewickelt und tief g&#228;hnend. Auch mehrere Jungen tauchten jetzt auf

Gute Idee, machen wir weiter?, fragte Fred Weasley strahlend.

Alle zur&#252;ck in die Betten!, sagte Percy, der jetzt hereingerannt kam und sich beim Sprechen sein Schulsprecher-Abzeichen an den Schlafanzug heftete.

Perce  Sirius Black!, sagte Ron matt.In unserem Schlafsaal! Mit einem Messer! Hat mich geweckt!

Im Gemeinschaftsraum wurde es totenstill.

Unsinn!, sagte Percy, wenngleich verdutzt.Du hast zu viel gegessen, Ron  davon hat man Alptr&#228;ume -

Ich sag dir doch -

Jetzt aber wirklich, genug ist genug!

Professor McGonagall war auch wieder da. Sie schlug das Portr&#228;t hinter sich zu, trat in den Gemeinschaftsraum und blickte w&#252;tend in die Runde.

Ich bin ja froh, da&#223; Gryffindor das Spiel gewonnen hat, aber Ihr Betragen wird allm&#228;hlich l&#228;stig. Percy, ich h&#228;tte mehr von Ihnen erwartet!

Ich habe das nat&#252;rlich nicht erlaubt, Professor!, sagte Percy emp&#246;rt.Ich hab sie alle ins Bett zur&#252;ckgeschickt. Mein Bruder Ron hier hatte einen Alptraum -

Es war kein Alptraum!, rief Ron.Professor, ich bin aufgewacht und da stand Sirius Black &#252;ber mir mit einem Messer in der Hand!

Professor McGonagall starrte ihn an.

Machen Sie sich nicht l&#228;cherlich, Weasley, wie h&#228;tte er denn durch das Portr&#228;tloch kommen sollen?

Fragen Sie doch den!, sagte Ron und wies mit zitterndem Zeigefinger auf die R&#252;ckseite von Sir Cadogans Gem&#228;lde.Fragen Sie ihn, ob er -

Mit einem &#252;bellaunigen Blick auf Ron stie&#223; Professor McGonagall das Portr&#228;t zur Seite und ging hinaus. Die ganze Schar lauschte mit angehaltenem Atem.

Sie  Sie haben ihn eingelassen?, kreischte Professor McGonagall.Aber  aber das Pa&#223;wort!

Er hat sie gehabt!, sagte Sir Cadogan stolz.Hatte alle von der ganzen Woche, Mylady! Hat sie von einem kleinen Zettel abgelesen!

Professor McGonagall kletterte zur&#252;ck durch das Portr&#228;tloch und wandte sich der sprachlosen Menge zu. Sie war wei&#223; wie Kreide.

Wer von Ihnen, sagte sie mit zitternder Stimme,welcher uns&#228;gliche Dummkopf hat die Pa&#223;w&#246;rter von dieser Woche aufgeschrieben und sie herumliegen lassen?

Zun&#228;chst herrschte vollkommene Stille und dann, zuerst kaum vernehmlich, h&#246;rte man ein schrecklich ver&#228;ngstigtes Quieken und Fiepen. Neville Longbottom, vom Kopf bis zu den flaumigen Pantoffeln zitternd, hob langsam die Hand.



Snapes Groll

Keiner im Turm der Gryffindors schlief in dieser Nacht. Sie wu&#223;ten, da&#223; das Schlo&#223; erneut durchsucht wurde, und das ganze Haus wartete im Gemeinschaftsraum auf die Nachricht, da&#223; sie Black endlich gefa&#223;t h&#228;tten. Im Morgengrauen kehrte Professor McGonagall zur&#252;ck und sagte ihnen, da&#223; er wieder entkommen war.

Wo immer sie am n&#228;chsten Tag hinkamen, &#252;berall fielen ihnen die scharfen Sicherheitsvorkehrungen auf, Professor Flitwick brachte dem Schlo&#223;portal anhand eines gro&#223;en Bildes bei, Sirius Black zu erkennen; Filch wuselte die Korridore entlang und gipste alles zu, was er finden konnte, von kleinen Rissen in der Wand bis zu Mausel&#246;chern. Sir Cadogan hatten sie gefeuert. Sein Portr&#228;t hing wieder auf dem verlassenen Korridor im siebten Stock und die fette Dame war wieder an ihrem Platz. Man hatte sie zwar fachm&#228;nnisch restauriert, doch immer noch war sie h&#246;chst nerv&#246;s. Ihrer R&#252;ckkehr hatte sie nur unter der Bedingung zugestimmt, da&#223; man ihr zus&#228;tzlichen Schutz bot. Und so wurde zu ihrer Bewachung eine Truppe b&#228;rbei&#223;iger Sicherheitstrolle angeheuert. Diese bedrohlich wirkenden Gestalten, die jetzt auf dem Korridor Streife gingen, unterhielten sich mittels Grunzlauten und verglichen zum Zeitvertreib die Gr&#246;&#223;e ihrer Schlagkeulen.

Harry fiel auf, da&#223; die Statue der ein&#228;ugigen Hexe im dritten Stock unbewacht blieb und auch ihr Buckel nicht zugegipst wurde. Offenbar hatten Fred und George Recht, wenn sie glaubten, sie  und inzwischen auch Harry, Ron und Hermine  w&#228;ren die Einzigen, die von dem Einstieg zum Geheimgang wu&#223;ten.

Meinst du, wir sollten es melden?, fragte Harry Ron.

Black kann ihn ohnehin nicht benutzen, sagte Ron ohne Z&#246;gern.Er m&#252;&#223;te im Honigtopf einbrechen, wenn er durch die Fallt&#252;r will. Und die Besitzer h&#228;tten das doch l&#228;ngst gemerkt, oder etwa nicht?

Harry war froh, da&#223; Ron so dachte. Zum einen war er nicht scharf darauf zu verraten, da&#223; er jetzt die Karte des Rumtreibers besa&#223;. Zum andern w&#252;rde er nie wieder nach Hogsmeade kommen, wenn Filch die ein&#228;ugige Hexe auch noch zugipste.

Ron war &#252;ber Nacht zur Ber&#252;hmtheit geworden. Zum ersten Mal in seinem Leben schenkten ihm die anderen Sch&#252;ler mehr Aufmerksamkeit als Harry und offensichtlich geno&#223; er diese Erfahrung. Zwar steckten ihm die n&#228;chtlichen Ereignisse immer noch in den Knochen, doch eifrig schilderte er jedem, der es h&#246;ren wollte, was geschehen war, und sparte dabei nicht mit Einzelheiten.

 also, mitten im Schlaf h&#246;r ich pl&#246;tzlich dieses Ger&#228;usch, als ob etwas zerrei&#223;t, und ich denke, ich tr&#228;um, versteht ihr? Aber dann sp&#252;re ich diesen Luftzug Ich wache auf und der Vorhang auf der einen Bettseite ist runtergerissen ich drehe mich um und da steht er &#252;ber mir wie ein Skelett mit langen dreckigen Haaren er h&#228;lt ein Messer in der Hand, mindestens drei&#223;ig Zentimeter lang  und er starrt mich an und ich starre zur&#252;ck und dann schreie ich und er haut ab.

Warum eigentlich?, fragte er an Harry gewandt, w&#228;hrend sich die M&#228;dchen aus der zweiten Klasse, die seiner unheimlichen Geschichte gelauscht hatten, tuschelnd entfernten.Warum, ist er abgehauen?

Auch Harry hatte sich diese Frage gestellt. Warum hatte Black, nachdem er erkannt hatte, da&#223; er das falsche Bett erwischt hatte, Ron nicht zum Schweigen gebracht, um dann zum n&#228;chsten Bett zu gehen? Black hatte vor zw&#246;lf Jahren bewiesen, da&#223; es ihm nichts ausmachte, unschuldige Menschen zu t&#246;ten, und diesmal hatte er es mit f&#252;nf unbewaffneten jungen zu tun gehabt, von denen vier schliefen.

Er mu&#223; gewu&#223;t haben, da&#223; es f&#252;r ihn schwierig w&#252;rde, aus dem Schlo&#223; zu fliehen, nachdem du geschrien und die Leute aufgeweckt hast, sagte Harry nachdenklich.Er h&#228;tte das ganze Haus umbringen m&#252;ssen, wenn er durch das Portr&#228;tloch zur&#252;ckwollte und dann h&#228;tte er es mit den Lehrern zu tun bekommen

Neville war in Schimpf und Schande gefallen. Professor McGonagall war so w&#252;tend auf ihn, da&#223; sie ihm jeden weiteren Besuch in Hogsmeade verboten, ihm eine Strafarbeit aufgehalst und jedem untersagt hatte, ihm das Pa&#223;wort zum Turm zu sagen. Der arme Neville mu&#223;te nun jeden Abend drau&#223;en vor dem Gemeinschaftsraum warten, wo ihn die Sicherheitstrolle mi&#223;trauisch be&#228;ugten, bis jemand kam, der ihn einlie&#223;. Keine dieser Strafen jedoch kam der nahe, die seine Gro&#223;mutter f&#252;r ihn in petto hatte. Zwei Tage nach Blacks Einbruch schickte sie ihm das &#220;belste, das ein Hogwarts-Sch&#252;ler zum Fr&#252;hst&#252;ck auf den Tisch bekommen konnte  einen Heuler.

Die Schuleulen schwebten wie jeden Morgen mit der Post in die Gro&#223;e Halle. Neville verschluckte sich, als eine gro&#223;e Schleiereule mit einem scharlachroten Umschlag im Schnabel vor ihm landete. Harry und Ron, die gegen&#252;ber sa&#223;en, erkannten sofort, da&#223; in diesem Brief ein Heuler steckte  ein Jahr zuvor hatte Ron einen von seiner Mutter bekommen.

Hau lieber ab, Neville, riet ihm Ron.

Neville lie&#223; sich das nicht zweimal sagen. Er packte den Umschlag, hielt ihn mit ausgestrecktem Arm von sich wie eine Bombe und rannte aus der Halle, ein Anblick, bei dem der Tisch der Slytherins in tosendes Gel&#228;chter ausbrach. Sie h&#246;rten den Heuler in der Eingangshalle losgehen  die Stimme von Nevilles Gro&#223;mutter, magisch verst&#228;rkt auf das Hundertfache ihrer &#252;blichen Lautst&#228;rke, schrie und tobte, welche Schande er &#252;ber die ganze Familie gebracht habe.

Harry empfand ein so tiefes Mitleid mit Neville, da&#223; er zun&#228;chst gar nicht bemerkte, da&#223; auch er einen Brief bekommen hatte. Hedwig beanspruchte jetzt seine Aufmerksamkeit und pickte ihm schmerzhaft aufs Handgelenk.

Autsch! Ach  danke, Hedwig -

W&#228;hrend Hedwig sich ein wenig an Nevilles Cornflakes g&#252;tlich tat, ri&#223; Harry den Umschlag auf und entfaltete den Brief.

Lieber Harry, lieber Ron, wie w&#228;r's mit einer Tasse Tee heute Nachmittag gegen sechs? Ich hol euch vom Schlo&#223; ab. Wartet in der Eingangshalle auf mich. Ihr d&#252;rft nicht alleine rausgehen.

Beste Gr&#252;&#223;e,

Hagrid

Er will wahrscheinlich alles &#252;ber Black h&#246;ren!, sagte Ron. Und so verlie&#223;en Harry und Ron an diesem Nachmittag um sechs den Turm der Gryffindors, gingen' schleunigst an den Sicherheitstrollen vorbei und stiegen hinunter in die Eingangshalle.

Hagrid wartete bereits auf sie.

Ich wei&#223;, Hagrid!, sagte Ron.Du willst sicher wissen, was Samstagnacht passiert ist?

Das wei&#223; ich schon alles, sagte Hagrid, &#246;ffnete das Portal und geleitete sie nach drau&#223;en.

Ach so, sagte Ron ein wenig entt&#228;uscht.

Das Erste, was sie sahen, als sie in Hagrids H&#252;tte traten, war Seidenschnabel. Die gewaltigen Fl&#252;gel an den K&#246;rper geschmiegt hatte er sich der L&#228;nge nach auf Hagrids Flickenvorleger ausgestreckt und verspeiste gen&#252;&#223;lich einen gro&#223;en Teller toter Frettchen. Harry wandte die Augen von diesem unsch&#246;nen Anblick ab und sah jetzt einen kolossalen Anzug aus braunem Fellhaar und eine f&#252;rchterliche gelborangerote Krawatte an der T&#252;r von Hagrids Kleiderschrank h&#228;ngen.

Wozu brauchst du diese Klamotten?, fragte Harry.

F&#252;r den Proze&#223; gegen Seidenschnabel vor dem Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe, sagte Hagrid.Diesen Freitag. Wir fahren zusammen runter nach London. Ich hab zwei Betten im Fahrenden Ritter gebucht

Harry &#252;berkamen pl&#246;tzlich peinliche Gewissensbisse. Da&#223; Seidenschnabel bald der Proze&#223; drohte, hatte er v&#246;llig vergessen, und nach Rons verlegener Miene zu schlie&#223;en war es ihm nicht anders ergangen. Zudem hatten sie ihr Versprechen vergessen, Hagrid bei der Vorbereitung f&#252;r Seidenschnabels Verteidigung zu helfen: Der Feuerblitz hatte es schlichtweg aus ihren K&#246;pfen gel&#246;scht.

Hagrid schenkte ihnen Tee ein und bot ihnen einen Teller Rosinenbr&#246;tchen an, doch sie lehnten dankend ab; Hagrids Kochk&#252;nste hatten sie noch gut in Erinnerung.

Ich hab was mit euch zu besprechen, sagte Hagrid und setzte sich mit einer f&#252;r ihn ungew&#246;hnlich ernsten Miene zwischen die beiden.

Was denn?, wollte Harry wissen.

Hermine, sagte Hagrid.

Was ist mit ihr?, fragte Ron.

Geht ihr ziemlich elend, mu&#223; ich euch sagen. Sie hat mich seit Weihnachten oft besucht. Hat sich einsam gef&#252;hlt. Erst habt ihr wegen dem Feuerblitz nicht mit ihr geredet, jetzt ist es wegen ihrem Kater -

- hat Kr&#228;tze gefressen!, warf Ron zornig ein.

So sind sie eben, die Kater, fuhr Hagrid unbeirrt fort.Sie hat ziemlich oft geheult, sag ich euch. Hat's im Moment nicht leicht. Hat sich mehr aufgehalst, als sie verkraften kann, wenn ihr mich fragt, diese ganze Lernerei tut ihr nicht gut. Hat aber trotzdem Zeit gefunden, mir mit Seidenschnabel zu helfen, alle Achtung und hat einiges rausgefunden, was ich wirklich gut gebrauchen kann sch&#228;tze mal, er hat jetzt 'ne reelle Chance

Hagrid, wir h&#228;tten dir auch helfen sollen  tut uns Leid -, begann Harry peinlich ber&#252;hrt.

Ich will euch doch nichts vorwerfen, sagte Hagrid und tat Harrys Entschuldigung mit einer Handbewegung ab.Du hast wei&#223; Gott genug zu tun gehabt, Harry, ich hab dich Tag und Nacht Quidditch trainieren sehen  aber ich mu&#223; euch sagen, ich h&#228;tte gedacht, euch w&#228;r ein Freund mehr wert als Besen und Ratten. Das ist alles.

Harry und Ron tauschten betretene Blicke.

Sie war ganz durcheinander, unsere Hermine, als Black dich fast erstochen hat, Ron. Sie hat das Herz am richtigen Fleck, und ihr zwei redet nicht mal mit ihr -

Wenn dieser Kater verschwindet, red ich wieder mit ihr!, sagte Ron zornig,aber sie h&#228;ngt immer noch an dem Vieh! Ein richtiges Raubtier, und sie will kein Wort gegen ihn h&#246;ren!

Ach wei&#223;t du, die Menschen stellen sich manchmal ein wenig dumm, wenn's um ihre Haustiere geht, sagte Hagrid weise. Hinter ihnen spuckte Seidenschnabel ein paar Frettchenknochen auf Hagrids Kissen.

Den Rest der Zeit sprachen sie &#252;ber Quidditch und die inzwischen besseren Chancen Gryffindors, den Pokal zu gewinnen. Um neun brachte Hagrid sie zur&#252;ck ins Schlo&#223;.

Im Gemeinschaftsraum dr&#228;ngte sich eine gro&#223;e Sch&#252;lertraube um das Mitteilungsbrett.

N&#228;chstes Wochenende geht's wieder mal nach Hogsmeade!, sagte Ron, der sich ein wenig vorgedr&#228;ngelt hatte, um den neuen Zettel zu lesen.Was meinst du?, f&#252;gte er mit ged&#228;mpfter Stimme an Harry gewandt hinzu, w&#228;hrend sie sich setzten.

Naja, Filch hat sich um den Geheimgang zum Honigtopf nicht gek&#252;mmert, sagte Harry noch leiser.

Harry!, sprach eine Stimme in sein rechtes Ohr. Harry zuckte zusammen und wandte sich um. Am Tisch hinter ihnen sa&#223; Hermine und r&#228;umte eine L&#252;cke in der Wand aus B&#252;chern frei, die sie bisher verborgen hatte.

Harry, wenn du noch einmal nach Hogsmeade gehst erz&#228;hl ich Professor McGonagall von dieser Karte!, fl&#252;sterte Hermine.

H&#246;rst du jemanden reden, Harry?, knurrte Ron ohne Hermine anzusehen.

Ron, wie kannst du ihn auch noch anstacheln? Nach dem, was Sirius Black dir fast angetan h&#228;tte! Ich mein's ernst, ich geh zu -

Jetzt treibst du es noch so weit, da&#223; sie Harry von der Schule werfen!, zischte Ron w&#252;tend.Hast du dieses Jahr noch nicht genug Schaden angerichtet?

Hermine &#246;ffnete den Mund, um zu antworten, doch mit einem leisen Fauchen sprang ihr Krummbein auf den Scho&#223;. Hermine warf Ron einen besorgten Blick zu, dessen Gesicht jetzt einen merkw&#252;rdigen Ausdruck annahm. Sie packte Krummbein und ging rasch in Richtung M&#228;dchenschlafsaal davon.

Also, wie steht's?, sagte Ron zu Harry, als w&#228;ren sie gar nicht unterbrochen worden.Komm schon, das letzte Mal, als du in Hogsmeade warst, hast du doch gar nichts gesehen. Du bist noch nicht mal bei Zonko gewesen!

Harry vergewisserte sich, da&#223; Hermine au&#223;er H&#246;rweite war.

Gut, sagte er.Aber diesmal nehm ich den Tarnumhang.

Am Samstagmorgen packte Harry seinen Tarnumhang in die Schultasche, steckte die Karte des Rumtreibers in die Hose und ging mit den andern hinunter zum Fr&#252;hst&#252;ck. Hermine sah von der anderen Seite des Tisches immer wieder mi&#223;trauisch her&#252;ber, doch er mied ihren Blick und sorgte daf&#252;r, da&#223; sie ihn drau&#223;en in der Eingangshalle die Marmortreppe hochsteigen sah, w&#228;hrend sich alle andern am Portal versammelten.

Tschau!, rief Harry Ron nach.Wir sehen uns, wenn ihr zur&#252;ck seid!

Ron grinste und zwinkerte.

Harry rannte hoch in den dritten Stock und zog die Karte hervor. Er kauerte sich hinter der ein&#228;ugigen Hexe auf den Boden und breitete sie aus. Ein kleiner Punkt bewegte sich in seine Richtung. Harry verfolgte ihn gespannt. In winziger Schrift neben dem Punkt standNeville Longbottom.

Rasch z&#252;ckte Harry den Zauberstab, murmelteDissendiumund schob seine Schultasche in die Statue, doch bevor er selbst hineinklettern konnte, kam Neville um die Ecke

Harry! Ich hab ganz vergessen, da&#223; du ja auch nicht nach, Hogsmeade darfst!

Hallo, Neville, sagte Harry. Schnell ging er ein Paar Schritte weg von der Statue und stopfte die Karte in die Umhangtasche.Irgendwelche Pl&#228;ne?

Ne, sagte Neville schulterzuckend.Hast du Lust auf 'ne Partie Snape explodiert?

&#196;hm  nicht jetzt  ich wollte eben in die Bibliothek und diesen Vampiraufsatz f&#252;r Lupin schreiben -

Ich komm mit!, sagte Neville strahlend.Ich hab noch gar nicht damit angefangen!

&#196;hm  wart mal  ja, hab ich ganz vergessen, ich hab ihn gestern Abend fertig geschrieben!

Toll, dann kannst du mir ja helfen!, sagte Neville und sein Blick flehte um Beistand.Das mit dem Knoblauch kapier ich &#252;berhaupt nicht  m&#252;ssen die den essen oder was -

Unter leisem Keuchen erstarb Nevilles Stimme. Sein Blick fiel an Harry vorbei auf den Korridor.

Es war Snape. Neville ging rasch hinter Harry in Deckung.

Und was macht ihr beide hier?, sagte Snape, baute sich vor ihnen auf und sah sie abwechselnd an.Ein ungew&#246;hnlicher Treffpunkt -

Harry &#252;berkam gewaltige Unruhe, als Snapes flackernder Blick &#252;ber die T&#252;ren zu beiden Seiten des Ganges huschte und dann an der ein&#228;ugigen Hexe h&#228;ngen blieb.

Das  das ist nicht unser Treffpunkt, sagte Harry.Wir haben uns  einfach zuf&#228;llig getroffen.

Tats&#228;chlich?, sagte Snape.Du hast die Gewohnheit, an ausgefallenen Orten aufzutauchen, Potter, und das meist aus ganz bestimmten Gr&#252;nden Ich schlage vor, ihr zwei geht schleunigst zur&#252;ck in euren Turm, dahin, wo ihr hingeh&#246;rt.

Harry und Neville gingen ohne ein weiteres Wort davon. Bevor sie um die Ecke bogen, wandte sich Harry noch einmal um. Snape strich mit der Hand &#252;ber den Kopf der ein&#228;ugigen Hexe und untersuchte sie genau.

Bei der fetten Dame angelangt, schaffte es Harry, Neville abzusch&#252;tteln, indem er ihm das Pa&#223;wort sagte und vorsch&#252;tzte, seinen Vampiraufsatz in der Bibliothek vergessen zu haben. Er rannte davon. Au&#223;er Sicht der Sicherheitstrolle zog er die Karte hervor und versenkte sich in den Plan des Schlosses.

Der Korridor im dritten Stock schien wie ausgestorben. Harry suchte die Karte sorgf&#228;ltig ab und stellte mit Erleichterung fest, da&#223; der kleine Punkt namensSeverus Snapeinzwischen wieder in seinem B&#252;ro war.

Er rannte zur&#252;ck zur ein&#228;ugigen Hexe, &#246;ffnete ihren Buckel, schl&#252;pfte hinein und schlitterte hinunter zu seiner Tasche am Ende der steinernen Rutsche. Er l&#246;schte die Karte des Rumtreibers und spurtete los.

Harry, unter dem Tarnumhang vollkommen verborgen, trat ins Sonnenlicht vor dem Honigtopf und klopfte Ron auf den R&#252;cken.

Ich bin's, murmelte er.

Wo hast du so lange gesteckt?, zischte Ron.

Snape ist herumgeschlichen

Sie machten sich auf den Weg die Hauptstra&#223;e entlang.

Wo bist du?, murmelte Ron immer wieder aus den Mundwinkeln.Bist du noch da? Ein komisches Gef&#252;hl ist das

Sie gingen zum Postamt. Ron tat so, als wolle er wissen, wie viel eine Eule zu Bill nach &#196;gypten koste, damit sich Harry in Ruhe umsehen konnte. Die Eulen, mindestens dreihundert Tiere, sa&#223;en auf Stangen und fiepten ihm leise zu; alles war vertreten, von den gro&#223;en Uhus bis zu den K&#228;uzchen (Zustellung nur innerorts), die so winzig waren, da&#223; sie auf Harrys Hand Platz gehabt h&#228;tten.

Dann besuchten sie Zonko, wo sich so viele Sch&#252;ler dr&#228;ngelten, da&#223; Harry sorgf&#228;ltig aufpassen mu&#223;te, niemandem auf die Zehen zu treten und eine Panik auszul&#246;sen. Hier gab es Scherz- und Juxartikel, die selbst Freds und Georges wildeste Tr&#228;ume verblassen lie&#223;en; Harry fl&#252;sterte Ron zu, was er tun sollte, und reichte ihm unter seinem Umhang ein paar Goldm&#252;nzen. Sie verlie&#223;en Zonko mit stark erleichterten Geldbeuteln, doch die Taschen berstend voll mit Stinkbomben, Schluckaufdrops, Froschlaichseife und mit je einer nasebei&#223;enden Teetasse.

Es war ein sch&#246;ner Tag mit einer leichten Brise, und keiner von beiden hatte Lust, sich irgendwo reinzusetzen. Also schlenderten sie an den Drei Besen vorbei und einen H&#252;gel hinauf Dort oben, ein wenig abseits vom Dorf, stand das verspukteste Haus in ganz Britannien, die Heulende H&#252;tte. Mit ihren brettervernagelten Fenstern und dem morastigen, &#252;berwucherten Garten war sie selbst bei Tageslicht ein wenig schaurig.

Sogar die Geister von Hogwarts machen einen Bogen um die H&#252;tte, sagte Ron, w&#228;hrend sie &#252;ber den Zaun gelehnt zu ihr hochsahen.Ich hab den Fast Kopflosen Nick gefragt er meinte, hier h&#228;tte eine ziemlich rauhe Bande gelebt. Keiner kommt da rein. Fred und George haben's nat&#252;rlich versucht, aber alle Eing&#228;nge sind versiegelt

Harry, von der Klettertour erhitzt, &#252;berlegte gerade, ob er den Umhang nicht eine Weile ablegen sollte, als sie Stimmen in der N&#228;he h&#246;rten. Jemand stieg auf der anderen Seite des H&#252;gels zur H&#252;tte empor; Sekunden sp&#228;ter war Malfoy zu erkennen, dicht gefolgt von Crabbe und Goyle. Malfoy sprach.

 ich erwarte jede Minute eine Eule von meinem Vater. Er mu&#223;te zum Proze&#223;, um ihnen von meinem Arm zu berichten da&#223; ich ihn drei Monate lang nicht gebrauchen konnte

Crabbe und Goyle glucksten.

Ich w&#252;nschte, ich k&#246;nnte dabei sein, wenn sich dieser zottige Volltrottel zu verteidigen sucht >Der tut nichts B&#246;ses, ehrlich -< dieser Hippogreif ist so gut wie tot -

Da fiel Malfoys Blick auf Ron. Sein blasses Gesicht verzog sich zu einem b&#246;sartigen Grinsen.

Was machst du denn hier, Weasley?

Malfoy sah an Ron vorbei zu dem bauf&#228;lligen Haus.

Vermute mal, du w&#252;rdest am liebsten hier wohnen, nicht wahr, Weasley? Tr&#228;umst davon, ein eigenes Schlafzimmer zu haben? Hab geh&#246;rt, bei euch schlafen sie alle in einem Zimmer  stimmt das?

Harry packte Ron von hinten am Umhang, damit der sich nicht auf Malfoy st&#252;rzte.

&#220;berla&#223; ihn mir, zischte er Ron ins Ohr.

Die Gelegenheit war einfach zu gut. Leise schlich sich Harry hinter Malfoy, Crabbe und Goyle, b&#252;ckte sich und grub eine gro&#223;e Hand voll Schlamm aus dem Fu&#223;weg.

Wir reden gerade &#252;ber deinen Freund Hagrid, sagte Malfoy zu Ron.Was er wohl dem Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe erz&#228;hlt? Glaubst du, er f&#228;ngt an zu heulen, wenn sie seinem Hippogreif -

Klatsch.

Malfoys Kopf ruckte nach vorn, als ihn der Schlamm von hinten traf; an seinem silberblonden Haar tropfte der Modder herunter.

Was zum -?

Ron bekam wabblige Knie vor Lachen und mu&#223;te sich am Zaun festhalten. Malfoy, Crabbe und Goyle torkelten im Kreis herum und stierten fassungslos in die Gegend. M&#252;hselig wischte sich Malfoy den Dreck aus den Haaren.

Was war das? Wer war das?

Spukt ganz sch&#246;n hier oben, sagte Ron, als w&#252;rde er &#252;bers Wetter reden.

Crabbe und Goyle bekamen es offenbar mit der Angst zu tun. Gegen Gespenster konnten sie mit ihren &#252;berquellenden Muskelpaketen nichts ausrichten. Malfoy stierte mit irrem Blick in die menschenleere Gegend.

Harry schlich den Fu&#223;weg entlang bis zu einer besonders dreckigen Pf&#252;tze und griff sich beherzt eine Hand voll &#252;bel riechenden gr&#252;nlichen Schlicks.

Flatsch.

Diesmal bekamen Crabbe und Goyle ihren Anteil. Goyle tapste w&#252;tend umher und wischte sich verzweifelt den Schlick aus den kleinen dumpfen Augen.

Es kommt von da dr&#252;ben!, sagte Malfoy und zeigte auf eine Stelle etwa zwei Meter links von Harry, w&#228;hrend er sich immer noch das Gesicht wischte.

Crabbe stolperte los, die langen Arme ausgestreckt wie ein Zombie. Harry duckte sich seitlich weg, hob einen Ast vom Boden und schleuderte ihn auf Crabbes R&#252;cken. Crabbe hob vor Schreck vom Boden ab und drehte eine Pirouette in der Luft; Harry kr&#252;mmte sich vor stummem Lachen. Da Ron der Einzige war, den Crabbe sehen konnte, ging er auf ihn los, doch Harry stellte ihm ein Bein  und Crabbes riesiger Plattfu&#223; verhedderte sich im Saum von Harrys Umhang. Harry sp&#252;rte ein m&#228;chtiges Zerren, dann wurde der Tarnumhang von seinem Gesicht gerissen.

F&#252;r den Bruchteil einer Sekunde starrte ihn Malfoy an.

AAAARH!, br&#252;llte er und deutete auf Harrys Kopf Dann machte er auf dem Absatz kehrt und rannte mit halsbrecherischer Geschwindigkeit den H&#252;gel hinunter, Crabbe und Goyle auf den Fersen.

Harry zog sich den Umhang wieder &#252;ber den Kopf, doch nun war es passiert.

Harry!, sagte Ron, stolperte in seine Richtung und starrte hoffnungslos auf die Stelle, wo Harry verschwunden war,du haust besser ab! Wenn Malfoy das erz&#228;hlt  du mu&#223;t zur&#252;ck ins Schlo&#223;, aber schnell -

Bis sp&#228;ter, sagte Harry, und ohne ein weiteres Wort zu verlieren rannte er den Fu&#223;weg hinunter nach Hogsmeade.

W&#252;rde Malfoy seinen eigenen Augen trauen? W&#252;rde irgend jemand Malfoy Glauben schenken? Keiner wu&#223;te von dem Tarnumhang  keiner au&#223;er Dumbledore. Harry drehte sich der Magen  wenn Malfoy die Geschichte erz&#228;hlte, w&#252;rde Dumbledore genau wissen, was passiert war -

Zur&#252;ck in den Honigtopf, die Kellertreppe hinunter, &#252;ber den steinernen Fu&#223;boden, durch die Fallt&#252;r  Harry zog den Umhang aus, klemmte ihn unter den Arm und rannte ohne nachzudenken den Geheimgang entlang  Malfoy w&#252;rde vor ihm zur&#252;ck sein  wie lange w&#252;rde er brauchen, um einen Lehrer zu finden? Er keuchte und sp&#252;rte ein heftiges Stechen in der Seite, doch er rannte atemlos weiter, bis er die steinerne Rutsche erreichte. Er w&#252;rde den Umhang hier lassen m&#252;ssen, er w&#228;re ein zu gro&#223;er Verlust, falls Malfoy ihn bei einem Lehrer anschw&#228;rzen w&#252;rde  er versteckte ihn in einer dunklen Ecke und kletterte so schnell er konnte die Rutsche hoch. Immer wieder glitten seine schwitzigen H&#228;nde an den Seiten ab. Er gelangte ins Innere des Hexenbuckels, tippte mit dem Zauberstab dagegen, streckte den Kopf ins Freie und kletterte hinaus; der Buckel schlo&#223; sich, und gerade als Harry hinter der Statue hervorgesprungen war, h&#246;rte er schnelle Schritte n&#228;her kommen.

Es war Snape. Rasch und mit wehendem schwarzem Umhang ging er auf Harry zu und baute sich vor ihm auf

So, sagte er.

Unterdr&#252;ckte Siegesgewi&#223;heit spiegelte sich in seinem Gesicht. Harry m&#252;hte sich wie ein Unschuldslamm auszusehen, doch er war sich bewu&#223;t, da&#223; sein Gesicht verschwitzt war und seine H&#228;nde voller Erde klebten, und er steckte sie rasch in die Taschen.

Mitkommen, Potter, sagte Snape.

Harry folgte ihm die Treppe hinunter. Unterwegs versuchte er die H&#228;nde an der Innenseite seines Umhangs sauber zu wischen, ohne da&#223; Snape es bemerkte. Sie gingen die Treppen zu den Kerkern hinunter und betraten Snapes B&#252;ro.

Hier war Harry schon einmal gewesen, und auch damals hatte er in einem ziemlichen Schlamassel gesteckt. Seither hatte Snape noch ein paar weitere f&#252;rchterliche Schleimunget&#252;me erworben, allesamt in Glasgef&#228;&#223;en auf Regalen hinter seinem Schreibtisch ausgestellt. Sie glitzerten im Licht des Feuers und hellten die bedrohliche Stimmung nicht gerade auf.

Setz dich, sagte Snape.

Harry setzte sich. Snape jedoch blieb stehen.

Mr Malfoy war eben bei mir und hat mir eine merkw&#252;rdige Geschichte erz&#228;hlt, Potter, sagte Snape.

Harry sagte nichts.

Er sei oben bei der Heulenden H&#252;tte gewesen und habe dort zuf&#228;llig Weasley getroffen  der offenbar allein war.

Harry schwieg.

Mr Malfoy behauptet, er habe sich mit Weasley unterhalten, als ihn eine ziemliche Hand voll Schlamm in den Nacken getroffen habe. Wie, glaubst du, konnte das geschehen?

Ich wei&#223; nicht, Professor.

Snapes Blick bohrte sich in Harrys Augen. Es war genau wie bei einem Hippogreif, den man anstarren mu&#223;te, und Harry versuchte angestrengt nicht zu blinzeln.

Daraufhin hatte Mr Malfoy eine ungew&#246;hnliche Erscheinung. Hast du eine Ahnung, was es gewesen sein k&#246;nnte?

Nein, sagte Harry und versuchte jetzt arglos-neugierig zu klingen.

Es war dein Kopf, Potter. Und er schwebte in der Luft.

Ein langes Schweigen trat ein.

Vielleicht sollte er mal r&#252;ber zu Madam Pomfrey, sagte Harry,wenn er solche Dinge sieht -

Was hatte dein Kopf in Hogsmeade zu suchen, Potter?, sagte Snape leise.Dein Kopf ist in Hogsmeade verboten. Kein Teil deines K&#246;rpers darf dort sein.

Das wei&#223; ich, sagte Harry und m&#252;hte sich, auf seinem Gesicht weder Schuld noch Angst zu zeigen.Klingt ganz so, als h&#228;tte Malfoy Halluzin

Malfoy hat keine Halluzinationen, schnarrte Snape. Er beugte sich hinunter und legte die H&#228;nde auf Harrys Armlehnen, so da&#223; ihre Gesichter keine Handbreit voneinander entfernt waren.Wenn dein Kopf in Hogsmeade war, dann war auch der Rest von dir dort.

Ich war oben in unserem Turm, sagte Harry,wie Sie gesagt -

Kann das jemand best&#228;tigen?

Harry antwortete nicht. Snapes schmaler Mund kr&#228;uselte sich zu einem f&#252;rchterlichen L&#228;cheln.

Soso, sagte er und richtete sich aufAlle Welt, vom Zaubereiminister abw&#228;rts, bem&#252;ht sich, den ber&#252;hmten Harry Potter vor Sirius Black zu sch&#252;tzen. Doch der ber&#252;hmte Harry Potter folgt seinem eigenen Gesetz. Sollen sich die gew&#246;hnlichen Leute um seine Sicherheit sorgen! Der ber&#252;hmte Harry Potter geht, wohin er will, ohne an die Folgen zu denken.

Harry schwieg beharrlich. Snape wollte ihn doch nur triezen und ihm die Wahrheit entlocken. Den Gefallen w&#252;rde er ihm nicht tun. Snape hatte keinen Beweis  noch nicht.

Du bist deinem Vater ganz erstaunlich &#228;hnlich, Potter,sagte Snape pl&#246;tzlich mit glitzernden Augen.Auch er war &#252;ber die Ma&#223;en arrogant. Ein gewisses Talent auf dem Quidditch-Feld lie&#223; ihn glauben, er stehe &#252;ber uns anderen. Ist mit Freunden und Bewunderern herumstolziert ihr seid euch geradezu unheimlich &#228;hnlich.

Mein Dad ist nicht herumstolziert, platzte es aus Harry heraus.Und ich auch nicht.

Und dein Vater hat auch nicht viel von Regeln gehalten, fuhr Snape fort; sein schmales Gesicht war voll Heimt&#252;cke.Regeln waren f&#252;r die Normalsterblichen da, nicht f&#252;r die Pokalsieger im Quidditch. Der Kopf war ihm so geschwollen -

Schweigen Sie!

Pl&#246;tzlich war Harry auf den Beinen. Ein Zorn, wie er ihn seit dem letzten Abend im Ligusterweg nicht mehr gesp&#252;rt hatte, durchstr&#246;mte ihn. Es war ihm gleich, da&#223; sich Snapes Gesicht versteinert hatte und seine schwarzen Augen gef&#228;hrlich blitzten.

Was hast du eben gesagt, Potter?

Sie sollen aufh&#246;ren, &#252;ber meinen Vater zu reden!, rief Harry.Ich wei&#223; die Wahrheit, okay? Er hat ihnen das Leben gerettet. Dumbledore hat es mir gesagt! Sie w&#228;ren nicht einmal hier ohne meinen Dad!

Snapes fahle Haut hatte die Farbe saurer Milch angenommen.

Und hat dir der Schulleiter auch von den Umst&#228;nden berichtet, unter denen dein Vater mir das Leben gerettet hat?, fl&#252;sterte er.Oder glaubte er, die Einzelheiten seien zu unerfreulich f&#252;r die Ohren des gesch&#228;tzten jungen Potter?

Harry bi&#223; sich auf die Lippen. Er wu&#223;te nicht, was geschehen war, wollte es aber nicht zugeben  doch Snape schien die Wahrheit zu erraten.

Es w&#228;re mir &#252;berhaupt nicht recht, wenn du mit einer falschen Vorstellung von deinem Vater heruml&#228;ufst, Potter, und ein schreckliches Grinsen verzerrte sein Gesicht.Hast du dir vielleicht eine glorreiche Heldentat vorgestellt? Dann mu&#223; ich dich entt&#228;uschen  dein ach so wunderbarer Vater und seine Freunde spielten mir einen h&#246;chst am&#252;santen Streich, der mich umgebracht h&#228;tte, wenn dein Vater nicht im letzten Augenblick kalte F&#252;&#223;e bekommen h&#228;tte. Das hatte &#252;berhaupt nichts mit Mut zu tun. Er rettete sein Leben ebenso wie meines. Wenn ihr Scherz gelungen w&#228;re, h&#228;tte man sie von der Schule geworfen.

Snape bleckte seine unregelm&#228;&#223;igen gelblichen Z&#228;hne.

Leer deine Taschen aus, Potter!, blaffte er ihn pl&#246;tzlich an.

Harry r&#252;hrte sich nicht. In seinen Ohren h&#228;mmerte es.

Leer die Taschen aus oder wir gehen sofort zum Schulleiter! Zieh sie raus, Potter!

Kalt vor Angst zog Harry langsam die T&#252;te mit Scherzartikeln von Zonko und die Karte des Rumtreibers hervor.

Snape griff sich Zonkos T&#252;te.

Ron hat sie mir geschenkt, sagte Harry und flehte zum Himmel, er w&#252;rde Ron noch warnen k&#246;nnen, bevor Snape ihn sah.Er  hat sie letztes Mal aus Hogsmeade mitgebracht -

Ach ja? Und du tr&#228;gst sie seither st&#228;ndig mit dir herum? Wie ungemein r&#252;hrend und was ist das hier?

Snape hielt die Karte in H&#228;nden. Harry versuchte mit aller Kraft, gleichm&#252;tig dreinzuschauen.

Nur so 'n St&#252;ck Pergament, sagte er achselzuckend.

Snape drehte es hin und her, ohne den Blick von Harry zu wenden.

Du brauchst doch sicher kein so altes St&#252;ck Pergament?, sagte er.Warum  werfen wir es nicht einfach weg?

Seine Hand n&#228;herte sich dem Feuer.

Nein!, sagte Harry rasch.

Ach?, sagte Snape mit zitternden Nasenfl&#252;geln.Noch ein wohl beh&#252;tetes Geschenk von Mr Weasley? Oder  ist es etwas ganz anderes? Ein Brief vielleicht, mit unsichtbarer Tinte? Oder  die Anleitung, wie man nach Hogsmeade kommt, ohne an den Dementoren vorbeizum&#252;ssen?

Harry blinzelte. Snapes Augen gl&#252;hten.

Das werden wir gleich haben, murmelte er, z&#252;ckte seinen Zauberstab und breitete die Karte auf dem Schreibtisch aus.Enth&#252;lle dein Geheimnis!, sagte er und ber&#252;hrte das Pergament mit dem Zauberstab.

Nichts geschah. Harry ballte die H&#228;nde zu F&#228;usten, um seine zitternden Finger zu verbergen.

Zeige dich!, sagte Snape und versetzte der Karte einen scharfen Hieb.

Sie blieb leer. Harry atmete tief durch, um sich zu beruhigen.

Professor Severus Snape, Oberlehrer an dieser Schule, befiehlt dir, das Wissen, das du verbirgst, preiszugeben!, sagte Snape und schlug die Karte mit dem Zauberstab.

Wie von unsichtbarer Hand erschienen W&#246;rter auf der glatten Oberfl&#228;che der Karte.

Mr Moony erweist Professor Snape die Ehre und bittet ihn, seine erstaunlich, lange Nase aus den Angelegenheiten anderer Leute herauszuhalten.

Snape erstarrte. Auch Harry starrte wie vom Donner ger&#252;hrt auf die Schrift. Doch die Karte lie&#223; es nicht dabei bewenden. Unter der ersten Mitteilung erschien ein neuer Satz.

Mr Krone kann Mr Moony nur beipflichten und m&#246;chte hinzuf&#252;gen, da&#223; Professor Snape ein h&#228;&#223;licher Schaumschl&#228;ger ist.

Das w&#228;re alles recht komisch, dachte Harry, wenn die Lage nicht so ernst w&#228;re. Und es kam noch schlimmer

Mr Tatze w&#252;nscht sein Befremden kundzutun, da&#223; ein solcher Dummkopf jemals Professor wurde.

Harry schlo&#223; die Augen vor Entsetzen. Als er sie wieder &#246;ffnete, hatte die Karte schon ihr letztes Wort geschrieben.

Mr Wurmschwanz w&#252;nscht Professor Snape einen sch&#246;nen Tag und r&#228;t dem Schleimbeutel, sich die Haare zu waschen.

Harry wartete auf den gro&#223;en Knall.

Sch&#246;n, sagte Snape ged&#228;mpft.Wir werden der Sache auf den Grund gehen

Er ging hin&#252;ber zum Feuer, nahm eine Faust voll glitzerndem Puder aus einem F&#228;&#223;chen auf dem Kaminsims und warf es in die Flammen.

Lupin!, rief Snape ins Feuer.Ich mu&#223; Sie kurz sprechen!

Harry starrte verbl&#252;fft ins Feuer. Eine gro&#223;e Gestalt erschien darin und drehte sich rasend schnell um sich selbst. Sekunden sp&#228;ter stieg Professor Lupin aus dem Kamin und klopfte sich Asche von seinem sch&#228;bigen Umhang.

Sie haben gerufen, Snape?, sagte Lupin milde.

Allerdings, sagte Snape mit zornverzerrtem Gesicht und ging zur&#252;ck zum Schreibtisch.Ich habe eben Potter aufgefordert, seine Taschen zu leeren. Dies hier hatte er bei sich.

Snape deutete auf das Pergament, auf dem immer noch die Worte der Herren Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone schimmerten. Lupins Gesicht wirkte pl&#246;tzlich merkw&#252;rdig verschlossen.

Nun?, sagte Snape.

Lupin starrte immer noch auf die Karte. Harry hatte den Eindruck, da&#223; er sehr rasch nachdachte.

Nun?, sagte Snape erneut.Dieses Pergament steckt offensichtlich voll schwarzer Magie. Das ist angeblich Ihr Fachgebiet, Lupin. Wo, glauben Sie, hat Potter so etwas her?

Lupin sah auf und warf Harry einen fl&#252;chtigen Blick zu. Misch dich blo&#223; nicht ein, schien er zu bedeuten.

Voll schwarzer Magie?, wiederholte er sanft.Glauben Sie wirklich, Snape? Mir kommt es nur wie ein St&#252;ck Pergament vor, das jeden beleidigt, der es liest. Kindisch, aber doch nicht gef&#228;hrlich? Ich denke, Harry hat es aus dem Scherzartikelladen -

Tats&#228;chlich?, sagte Snape. Sein Kiefer mahlte vor Zorn.Sie glauben, ein Juxladen w&#252;rde ihm so etwas verkaufen? Halten Sie es nicht f&#252;r wahrscheinlicher, da&#223; er es direkt von den Herstellern hat?

Harry begriff nicht, was Snape meinte. Lupin scheinbar auch nicht.

Sie meinen, von Mr Wurmschwanz oder einem der andern?, fragte er.Harry, kennst du einen von diesen M&#228;nnern?

Nein, sagte Harry rasch.

Sehen Sie, Severus?, sagte Lupin und wandte sich erneut Snape zu.Mir kommt es vor wie etwas, das es bei Zonko zu kaufen gibt -

Wie gerufen kam Ron ins B&#252;ro gest&#252;rmt und konnte, v&#246;llig au&#223;er Atem, nur knapp vor Snapes Schreibtisch abbremsen. Er hatte die Hand auf die offenbar stechende Brust gepre&#223;t und versuchte etwas zu sagen.

Ich  habe  Harry  diese  Sachen  geschenkt, w&#252;rgte er hervor.Hab sie bei Zonko gekauft schon  ewig  lange  her

Gut!, sagte Lupin, klatschte in die H&#228;nde und blickte gut gelaunt in die Runde,das scheint mir die Sache zu kl&#228;ren! Severus, das hier nehme ich an mich, einverstanden?Er faltete die Karte zusammen und steckte sie in den Umhang.Harry, Ron, ihr kommt mit mir auf ein Wort &#252;ber den Vampiraufsatz  entschuldigen Sie uns bitte, Severus -

Sie gingen hinaus und Harry wagte es nicht, einen Blick auf Snape zu werfen. Ohne ein einziges Wort zu wechseln gingen die drei den ganzen Weg zur&#252;ck zur Eingangshalle. Dann wandte sich Harry an Lupin.

Professor, ich -

Ich m&#246;chte jetzt keine Erkl&#228;rungen h&#246;ren, sagte Lupin kurz angebunden. Er sah sich in der leeren Eingangshalle um und d&#228;mpfte die Stimme.Zuf&#228;llig wei&#223; ich, da&#223; Mr Filch diese Karte vor vielen Jahren beschlagnahmt hat.Harry und Ron rissen erstaunt die Augen auf.Ja, ich wei&#223;, da&#223; es eine Karte ist, fuhr er fort.Ich m&#246;chte nicht wissen, wie sie in deinen Besitz gelangt ist. Allerdings bin ich erstaunt, da&#223; du sie nicht an mich weitergegeben hast. Besonders nach dem, was beim letzten Mal geschehen ist, als ein Sch&#252;ler Informationen &#252;ber das Schlo&#223; herumliegen lie&#223;. Und ich kann sie dir nicht mehr zur&#252;ckgeben, Harry.

Harry hatte nichts anderes erwartet und war auf die Erkl&#228;rung so gespannt, da&#223; er gar nicht erst widersprach.

Warum glaubt Snape eigentlich, da&#223; ich sie von den Herstellern habe?

Weil, Lupin z&#246;gerte,weil die Hersteller der Karte dich sicher aus der Schule haben wollten. Das h&#228;tten sie h&#246;chst unterhaltsam gefunden.

Sie kennen sie?, fragte Harry beeindruckt.

Oberfl&#228;chlich, sagte Lupin knapp. Er sah Harry ernster an als je zuvor.

Glaub nicht, da&#223; ich noch einmal f&#252;r dich in die Bresche springe, Harry. Ich kann dich nicht dazu zwingen, Sirius Black ernster zu nehmen. Aber ich h&#228;tte geglaubt, da&#223; die Dinge, die du h&#246;rst, wenn die Dementoren in die N&#228;he kommen, dich st&#228;rker beeindruckt h&#228;tten. Deine Eltern haben ihr Leben f&#252;r deines geopfert, Harry. Das ist keine sch&#246;ne Art, ihnen zu danken  ihr Opfer f&#252;r eine T&#252;te magischer Scherzartikel zu verspielen.

Er ging davon und lie&#223; Harry stehen, und Harry f&#252;hlte sich schlechter als je in Snapes B&#252;ro. Langsam stieg er mit Ron die Marmortreppe hoch. Als sie an der ein&#228;ugigen Hexe vorbeikamen, fiel ihm der Tarnumhang ein  er war immer noch dort unten, doch er wagte es nicht, ihn zu holen.

Es ist meine Schuld, sagte Ron aus heiterem Himmel.Ich hab dich angestiftet mitzukommen. Lupin hat Recht, es war dumm, wir h&#228;tten es nicht tun d&#252;rfen -

Er verstummte; sie waren jetzt in dem Korridor, in dem die Sicherheitstrolle auf und ab marschierten, und Hermine kam auf sie zu. Nach einem Blick in ihr Gesicht war sich Harry sicher, da&#223; sie geh&#246;rt hatte, was passiert war. Sein Herz verkrampfte sich  hatte sie es Professor McGonagall erz&#228;hlt?

Sie hielt vor ihnen an.Na, willst du deine Schadenfreude genie&#223;en?, sagte Ron geh&#228;ssig.Oder hast du uns gerade verpetzt?

Nein, sagte Hermine. Sie hielt einen Brief in der Hand und ihre Lippen zitterten.Ich dachte nur, ihr solltet es erfahren Hagrid hat den Proze&#223; verloren. Sie werden Seidenschnabel hinrichten.



Das Finale

Er  er hat mir das geschickt, sagte Hermine und hielt einen Brief in die H&#246;he.

Harry nahm das feuchte Pergament. Riesige Tr&#228;nen hatten die Tinte an manchen Stellen so sehr verschwimmen lassen, da&#223; der Brief schwer zu lesen war.

Liebe Hermine,

wir haben verloren. Ich darf ihn nach Hogwarts zur&#252;ckbringen. Der Tag der Hinrichtung steht noch nicht fest.

London hat Schn&#228;belchen gefallen.

All deine Hilfe f&#252;r uns werde ich nie vergessen.

Hagrid

Das k&#246;nnen sie nicht machen, sagte Harry.Das d&#252;rfen sie nicht. Seidenschnabel ist nicht gef&#228;hrlich.

Malfoys Vater hat den Ausschu&#223; eingesch&#252;chtert, sagte Hermine und wischte sich die Augen.Ihr wi&#223;t doch, wie er ist. Das ist eine Bande tattriger alter Dummk&#246;pfe und sie hatten Angst. Allerdings gibt es wie immer eine Berufungsverhandlung. Aber ich mache mir keine Hoffnungen &#228;ndern wird sich nichts.

O doch, sagte Ron grimmig.Diesmal bist du nicht alleine, Hermine, ich werde dir helfen.

O Ron!Sie warf ihre Arme um seinen Hals und schluchzte verzweifelt. Ron, vollkommen ratlos, t&#228;tschelte scheu ihren Kopf Schlie&#223;lich lie&#223; sie ihn los.

Ron, es tut mir wirklich ganz furchtbar Leid wegen Kr&#228;tze, schluchzte sie.

Ach  &#228;hm  es war schon eine alte Ratte, sagte Ron, offenbar ausgesprochen erleichtert, da&#223; sie wieder auf eigenen Beinen stand.Und nicht besonders n&#252;tzlich. Wer wei&#223;, vielleicht kaufen mir Mum und Dad jetzt eine Eule.

Seit Blacks zweitem Einbruch waren scharfe Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden und die drei konnten Hagrid abends nicht mehr besuchen. Die einzige Gelegenheit, mit ihm zu reden, ergab sich in Pflege magischer Gesch&#246;pfe.

Der Schock des Urteils schien ihm immer noch in den Knochen zu stecken.

's ist alles meine Schuld. Hab einfach das Maul nicht aufgebracht. Die sitzen alle vor mir in ihren schwarzen Umh&#228;ngen und ich la&#223; st&#228;ndig meine Zettel fallen und verge&#223; alles, was du f&#252;r mich aufgeschrieben hast, Hermine. Und dann steht auch noch Lucius Malfoy auf und sagt seinen Teil und der Ausschu&#223; hat genau das gemacht, was er wollte

Du hast immer noch die Berufung!, sagte Ron grimmig.Gib ja nicht auf, wir lassen uns was einfallen!

Nach dem Unterricht gingen sie zusammen zur&#252;ck zum Schlo&#223;. In einiger Entfernung auf dem ansteigenden Weg sahen sie Malfoy mit Crabbe und Goyle, der sich immer wieder unter h&#228;mischem Gel&#228;chter zu ihnen umdrehte.

N&#252;tzt doch alles nichts, Ron, sagte Hagrid traurig, als sie die Schlo&#223;treppe erreicht hatten.Lucius Malfoy hat diesen Ausschu&#223; in der Tasche. Ich kann nur noch daf&#252;r sorgen, da&#223; es Seidenschn&#228;belchen f&#252;r den Rest seiner Tage richtig gut geht. Das schulde ich ihm

Hagrid drehte sich um, vergrub das Gesicht in sein Taschentuch und kehrte rasch zu seiner H&#252;tte zur&#252;ck.

Guckt mal, wie der flennt!

Malfoy, Crabbe und Goyle hatten hinter dem Schlo&#223;portal gestanden und gelauscht.

Hast du jemals so was Erb&#228;rmliches erlebt?, sagte Malfoy.Und der soll unser Lehrer sein!

Harry und Ron gingen zornig ein paar Schritte auf Malfoy zu, doch Hermine war schneller  klatsch.

Mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, gab sie Malfoy ein paar gepfefferte Ohrfeigen. Malfoy zitterten die Beine. Harry, Ron, Crabbe und Goyle standen mit aufgerissenen M&#252;ndern da und wieder hob Hermine die Hand.

Wag es nicht noch einmal, Hagrid erb&#228;rmlich zu nennen, du Mistkerl  du Schuft -

Hermine!, sagte Ron zaghaft und versuchte ihre Hand die noch einmal ausholte, festzuhalten.

La&#223; mich los, Ron!

Hermine z&#252;ckte ihren Zauberstab. Malfoy wich zur&#252;ck Crabbe und Goyle suchten in heilloser Verwirrung seinen Blick.

Kommt, murmelte Malfoy, und im Nu waren alle drei im Eingang zu den Kerkern verschwunden.

Hermine!, sagte Ron noch einmal, verdutzt und beeindruckt zugleich.

Harry, sieh blo&#223; zu, da&#223; du ihn im Quidditch-Finale schl&#228;gst, sagte Hermine schrill.Du mu&#223;t einfach, ich kann es einfach nicht ertragen, wenn Slytherin gewinnt!

Zauberkunst hat schon angefangen, sagte Ron, der Hermine immer noch glubsch&#228;ugig anstarrte.Wir m&#252;ssen uns beeilen.

Sie rannten die Marmortreppe zu Professor Flitwicks Klassenzimmer hoch und traten ein.

Ihr kommt zu sp&#228;t Jungs!, tadelte sie Professor Flitwick.Schnell die Zauberst&#228;be raus, wir &#252;ben heute Aufmunterungszaubern, tut euch bitte paarweise zusammen -Harry und Ron eilten zu einem Tisch ganz hinten und &#246;ffneten die Mappen. Ron blickte &#252;ber die Schulter.

Wo ist Hermine abgeblieben?

Auch Harry sah sich um. Hermine war nicht mit ins Klassenzimmer gekommen, doch Harry wu&#223;te genau, da&#223; sie neben ihm gewesen war, als er die T&#252;r ge&#246;ffnet hatte.

Ist ja seltsam, sagte Harry und starrte Ron an.Vielleicht  vielleicht ist sie aufs Klo gegangen?

Doch Hermine tauchte in dieser Stunde nicht mehr auf

Einen Aufmunterungszauber h&#228;tte sie auch gut brauchen k&#246;nnen, sagte Ron, w&#228;hrend sie &#252;ber das ganze Gesicht grinsend zum Mittagessen gingen  der Zauber hatte ihnen ein Gef&#252;hl tiefer Zufriedenheit verschafft.

Auch beim Essen fehlte Hermine. Als sie ihren Apfelkuchen verspeist hatten, lie&#223; die Wirkung des Aufmunterungszaubers langsam nach und Harry und Ron beschlich allm&#228;hlich Unruhe.

Glaubst du, Malfoy hat ihr was getan?, sagte Ron besorgt, w&#228;hrend sie zum Gryffindor-Turm hinaufrannten.

Sie kamen an den Sicherheitstrollen vorbei, sagten der fetten Dame das Pa&#223;wort (Aniontillado) und kletterten durch das Portr&#228;tloch in den Gemeinschaftsraum.

Hermine sa&#223; an einem Tisch, den Kopf auf ein aufgeschlagenes Arithmantikbuch gelegt, und schlief wie ein Murmeltier. Sie setzten sich neben sie. Harry stupste sie an.

Hermine schreckte hoch und sah sich um.W was ist?, sagte sie verwirrt.M&#252;ssen wir gehen? W was haben wir jetzt?

Wahrsagen, aber erst in zwanzig Minuten, sagte Harry.Hermine, warum warst du nicht in Zauberkunst?

Was? O nein!, kreischte Hermine,ich hab Zauberkunst ganz vergessen!

Und wie konnte dir das passieren?, fragte Harry.Du warst doch noch bei uns, als wir vor dem Klassenzimmer standen!

Ich kann's nicht fassen!, klagte Hermine.War Professor Flitwick sauer? Ach, es war Malfoy, an den hab ich gedacht und v&#246;llig den Faden verloren!

Wei&#223;t du was, Hermine?, sagte Ron und sah auf den riesigen Arithmantikband, den sie als Kissen benutzt hatte.Ich glaube, du drehst langsam durch. Du hast dir einfach zu viel vorgenommen.

Nein, tu ich nicht!, sagte Hermine, strich sich die Haare aus den Augen und suchte mit verzweifeltem Blick nach ihrer Mappe.Ich hab nur einen Fehler gemacht, das ist alles! Ich sollte am besten zu Professor Flitwick gehen und mich entschuldigen Bis sp&#228;ter in Wahrsagen!

Sie trafen Hermine zwanzig Minuten sp&#228;ter am Fu&#223; der Leiter zu Professor Trelawneys Turmzimmer wieder. Sie sah &#228;u&#223;erst mitgenommen aus.

Ich kann einfach nicht fassen, da&#223; ich die Aufmunterungszauber verpa&#223;t habe! Und ich wette, die kommen in der Pr&#252;fung dran, Professor Flitwick hat so was angedeutet!

Nacheinander kletterten sie die Leiter zum d&#228;mmrigen, stickigen Turmzimmer hoch. Auf jedem der kleinen Tische stand eine Kristallkugel voll perlwei&#223;em Nebel. Harry, Ron und Hermine setzten sich zusammen an einen wackligen Tisch.

Ich dachte, Kristallkugeln kommen erst im n&#228;chsten Vierteljahr dran, murmelte Ron und vergewisserte sich mit mi&#223;trauischem Blick, da&#223; Professor Trelawney nicht in der N&#228;he stand.

Beklag dich lieber nicht, das hei&#223;t immerhin, da&#223; wir mit Handlesen fertig sind, zischelte ihm Harry zu.Das hat mich ganz krank gemacht, wenn die bei jedem Blick auf meine H&#228;nde fast in Ohnmacht gefallen ist.

Einen sch&#246;nen Tag w&#252;nsche ich euch!, sagte die vertraute rauchige Stimme, und mit gewohnt dramatischer Geste trat Professor Trelawney aus den Schatten heraus. Parvati und Lavender, die Gesichter vom milchigen Glimmen ihrer Kristallkugel erleuchtet, zitterten vor Begeisterung.

Ich habe beschlossen, ein wenig fr&#252;her als geplant mit der Kristallkugel zu beginnen, sagte Professor Trelawney, setzte sich mit dem R&#252;cken zum Feuer und blickte in die Runde.Die Schicksalsg&#246;ttin teilt mir mit, da&#223; die Pr&#252;fung im Juni sich ganz um die Kugel drehen wird, und ich will mich bem&#252;hen, euch genug Erfahrung zu vermitteln.

Hermine schnaubte.

H&#246;rt euch das an, >die Schicksalsg&#246;ttin teilt mir mit<! Wer bestimmt denn die Pr&#252;fungsaufgaben? Sie selbst! Eine wahrhaft erstaunliche Weissagung!Hermine m&#252;hte sich nicht einmal, die Stimme zu d&#228;mpfen. Harry und Ron antworteten mit glucksendem Lachen.

Sie konnten nicht erkennen, ob Professor Trelawney sie geh&#246;rt hatte, denn ihr Gesicht war im Dunkeln verborgen. jedenfalls fuhr sie fort, als w&#228;re nichts gewesen.

Das Lesen in Kristallkugeln ist eine besonders raffinierte Kunst, sagte sie tr&#228;umerisch.Ich erwarte nicht, da&#223; ihr schon beim ersten Mal Sehen k&#246;nnt, wenn ihr in die unendlichen Tiefen der Kugel schaut. Wir &#252;ben zun&#228;chst einmal, wie wir unser bewu&#223;tes Denken und die &#228;u&#223;eren Augen entspannen.Ron begann jetzt haltlos zu kichern und mu&#223;te sich die Faust in den Mund stecken, um seinen Lachanfall zu ersticken.Damit reinigen wir das Innere Auge und das &#220;berbewu&#223;tsein. Wenn wir Gl&#252;ck haben, werden ein paar von euch vielleicht am Ende der Stunde Sehen k&#246;nnen.

Und so ging es los. Harry zumindest kam sich ziemlich d&#228;mlich vor, w&#228;hrend er in die Kugel stierte und angestrengt versuchte nichts zu denken, wo ihm doch st&#228;ndigdas ist Bl&#246;dsinndurch den Kopf ging. Da&#223; Ron immer wieder in ersticktes Glucksen ausbrach und Hermine genervt aufseufzte, war auch nicht hilfreich.

Schon was gesehen?, fragte Harry nach einer halben Stunde stummen Kristallkugelstarrens die beiden andern.

Ja, da auf dem Tisch ist ein Brandfleck, sagte Ron und deutete darauf.Jemand hat seine Kerze umgesto&#223;en.

Das ist doch komplette Zeitverschwendung, fauchte Hermine.Ich k&#246;nnte inzwischen was N&#252;tzliches &#252;ben Zum Beispiel Aufmunterungszaubern nachholen -

Professor Trelawney raschelte vorbei.

M&#246;chte jemand, da&#223; ich ihm helfe, die Schattengestalten in seiner Kugel zu deuten?, murmelte sie unter dem Klimpern ihrer Armreife.

Ich brauch keine Hilfe, fl&#252;sterte Ron.Ist doch klar, was das bedeutet. Heute Nacht wird's ziemlich neblig.

Harry und Hermine wieherten los.

Ich m&#246;chte doch bitten!, sagte Professor Trelawney und alle K&#246;pfe wandten sich zu ihnen um. Parvati und Lavender waren schockiert.Ihr st&#246;rt die Reinheit der Schwingungen!Sie trat an ihren Tisch und sp&#228;hte in die Kristallkugel. Harry sank das Herz in die Hose. Er war sich sicher, was kommen w&#252;rde -

Hier ist etwas!, fl&#252;sterte Professor Trelawney und ber&#252;hrte mit der Nasenspitze fast die Kugel, so da&#223; sich ihr Gesicht in beiden riesigen Brillengl&#228;sern spiegelte.Etwas bewegt sich aber was ist es?

Harry h&#228;tte alles, was er besa&#223;, mitsamt dem Feuerblitz, darauf gewettet, da&#223; dieses Etwas nichts Gutes verhie&#223;. Und tats&#228;chlich -

Mein Lieber, raunte Professor Trelawney und blickte zu Harry aufEs ist hier, deutlicher als je zuvor meine G&#252;te, es schleicht auf dich zu und kommt immer n&#228;her der Gr

Ach zum Teufel damit!, sagte Hermine laut.Nicht schon wieder dieser l&#228;cherliche Grimm!

Professor Trelawneys riesige Augen richteten sich auf Hermines Gesicht. Parvati fl&#252;sterte Lavender etwas ins Ohr und sie starrten Hermine emp&#246;rt an. Professor Trelawney richtete sich auf und musterte Hermine mit unverhohlenem Zorn.

Ich mu&#223; leider sagen, meine Liebe, bei Ihnen war mir auf den ersten Blick klar, da&#223; Sie nicht die Begabung besitzen, welche die noble Kunst des Wahrsagens verlangt. Tats&#228;chlich kann ich mich an keine einzige Sch&#252;lerin erinnern, deren Geist so hoffnungslos irdischen Dingen zugewandt war.

F&#252;r einen Moment trat Schweigen ein. Dann -

Sch&#246;n!, sagte Hermine pl&#246;tzlich, stand auf und stopfte Entnebelung der Zukunft in die Schulmappe.Sch&#246;n!, sagte sie noch einmal und warf sich die Mappe &#252;ber die Schulter, wobei sie fast Ron vom Stuhl fegte.Ich geb's auf! Ich gehe!

Und zur Verbl&#252;ffung der ganzen Klasse stapfte Hermine hin&#252;ber zur Fallt&#252;r, &#246;ffnete sie mit einem Fu&#223;tritt, kletterte die Leiter hinunter und verschwand.

Die andern brauchten ein paar Minuten, um zu begreifen, was vorgefallen war. Professor Trelawney schien den Grimm v&#246;llig vergessen zu haben. Sie wandte sich abrupt von Harry und Ron ab und zog schwer atmend den hauchd&#252;nnen Schal fester um den Hals.

Ooooooh!, sagte Lavender pl&#246;tzlich und alle schreckten auf.Oooooh, Professor Trelawney, mir ist was eingefallen! Sie haben sie gehen sehen, nicht wahr? Wissen Sie noch, Professor?Um Ostern wird einer von uns f&#252;r immer von uns gehen!< Das haben Sie schon vor einer Ewigkeit gesagt, Professor!

Professor Trelawney schenkte ihr ein munteres L&#228;cheln.

Ja, meine Liebe, ich wu&#223;te in der Tat, da&#223; Miss Granger uns verlassen w&#252;rde. Aber man hofft doch immer, die Zeichen falsch gedeutet zu haben das Innere Auge kann eine Last sein, wei&#223;t du

Lavender und Parvati schienen tief beeindruckt und r&#252;ckten zusammen, damit sich Professor Trelawney an ihren Tisch setzen konnte.

Hermine schafft sie heute alle, murmelte Ron mit ehrfurchtsvoller Miene Harry zu.

Jaah

Harry starrte in die Kristallkugel, sah jedoch nichts als Wirbel aus wei&#223;em Nebel. Hatte Professor Trelawney wirklich schon wieder den Grimm gesehen? W&#252;rde er ihn sehen? Was er jetzt gar nicht brauchen konnte, war noch ein lebensgef&#228;hrlicher Unfall, jetzt, wo das Quidditch-Finale immer n&#228;her r&#252;ckte.

Die Osterferien waren nicht gerade erholsam. Noch nie hatten die Drittkl&#228;&#223;ler so viele Hausaufgaben zu erledigen gehabt. Neville Longbottom schien einem Nervenzusammenbruch nahe und er war nicht der Einzige.

Und das nennen sie Ferien!, polterte Seamus Finnigan eines Nachmittags im Gemeinschaftsraum.Bis zu den Pr&#252;fungen ist doch noch ewig Zeit, also was wollen sie eigentlich?

Doch so viel wie Hermine hatte keiner zu tun. Selbst ohne Wahrsagen hatte sie mehr F&#228;cher als alle andern. Meist war sie abends die Letzte, die den Gemeinschaftsraum verlie&#223;, und am n&#228;chsten Morgen die Erste, die in der Bibliothek sa&#223;; sie hatte dunkle Ringe unter den Augen wie Lupin und schien st&#228;ndig den Tr&#228;nen nahe.

Ron hatte die Verantwortung f&#252;r Seidenschnabels Berufungsverhandlung &#252;bernommen. Wenn er nicht f&#252;r sich arbeitete, br&#252;tete er &#252;ber m&#228;chtigen W&#228;lzern wie Handbuch der Hippogreif-Psychologie und Tollheit oder Tollwut? Die &#220;bergriffe von Hippogreifen. Er war so sehr in das Problem vertieft, da&#223; er sogar verga&#223;, gemein zu Krummbein zu sein.

Harry unterdessen mu&#223;te seine Hausaufgaben neben dem t&#228;glichen Quidditch-Training erledigen, ganz zu schweigen von den endlosen Gespr&#228;chen mit Wood &#252;ber die Spieltaktik. Die Begegnung Gryffindor gegen Slytherin war f&#252;r den ersten Samstag nach den Osterferien angesetzt. Slytherin f&#252;hrte im Turnier mit genau zweihundert Punkten. Das bedeutete, wie Wood den Spielern unabl&#228;ssig einsch&#228;rfte, da&#223; ihr Sieg noch h&#246;her ausfallen mu&#223;te, wenn sie den Pokal gewinnen wollten. Und es hie&#223; auch, da&#223; die Last dieser Aufgabe weitgehend auf Harry ruhte, denn der Schnatz brachte hundertf&#252;nfzig Punkte.

Also darfst du ihn erst fangen, wenn wir mit mehr als f&#252;nfzig Punkten f&#252;hren, erkl&#228;rte ihm Wood tagein, tagaus.Nur wenn wir mit &#252;ber f&#252;nfzig Punkten vorn liegen, Harry, oder wir gewinnen zwar das Spiel, verlieren aber den Pokal. Das hast du doch begriffen? Du darfst den Schnatz erst fangen, wenn wir -

Ich wei&#223;, Oliver!, fauchte Harry.

S&#228;mtliche Gryffindors hatten nichts anderes mehr im Kopf als das kommende Spiel. Ihr Haus hatte den Quidditch-Pokal nicht mehr gewonnen, seit der legend&#228;re Charlie Weasley (Rons zweit&#228;ltester Bruder) als Sucher gespielt hatte. Doch Harry fragte sich, ob auch nur einer von ihnen, Wood eingeschlossen, sich so nach dem Sieg sehnte wie er. Die Feindschaft zwischen Harry und Malfoy hatte ihren H&#246;hepunkt erreicht. Malfoy rauchte immer noch vor Zorn wegen der einseitigen Schlammschlacht in Hogsmeade und war noch zorniger dar&#252;ber, da&#223; Harry der Strafe irgendwie entgangen war. Harry hatte Malfoys Versuch nicht vergessen, ihm bei der Partie gegen Ravenclaw ganz &#252;bel mitzuspielen, doch es war die Sache mit Seidenschnabel, die ihn so wild entschlossen machte, Malfoy vor den Augen der ganzen Schule zu dem&#252;tigen.

Keiner konnte sich erinnern, jemals in so geladener Atmosph&#228;re einem Spiel entgegengefiebert zu haben. Am Ende der Ferien erreichte die Spannung zwischen den beiden Teams und ihren H&#228;usern ihren knisternden H&#246;hepunkt. In den Korridoren brachen kleinere Rangeleien aus, und es kam schlie&#223;lich zu einem h&#228;&#223;lichen Zwischenfall, in dessen Folge ein Viertkl&#228;&#223;ler der Gryffindors und ein Sechstkl&#228;&#223;ler der Slytherins im Krankenfl&#252;gel landeten, weil ihnen kr&#228;ftige Lauchpflanzen aus den Ohren wucherten.

Harry hatte es in dieser Zeit besonders schwer. Er konnte nicht in den Unterricht gehen, ohne da&#223; ihm ein Slytherin irgendwo auf den G&#228;ngen ein Bein stellte; wo er auch war, Crabbe und Goyle tauchten &#252;berall auf und trollten sich mit entt&#228;uschten Mienen, wenn sie sahen, da&#223; er von Sch&#252;lern umringt war. Wood hatte die Gryffindors gebeten, Harry &#252;berallhin zu begleiten, falls die Slytherins versuchen sollten, ihn schon im Vorfeld lahm zu legen. Begeistert widmete sich das ganze Haus dieser Aufgabe, und Harry war es von nun an unm&#246;glich, rechtzeitig zum Unterricht zu kommen, da er st&#228;ndig von einer dicken, schnatternden Menschentraube umgeben war. Harry sorgte sich weniger um seine Sicherheit als um die des Feuerblitzes. Wenn er ihn nicht flog, schlo&#223; er ihn in seinen Koffer ein, und h&#228;ufig flitzte er in den Pausen nach oben in den Turm, um nachzusehen, ob er noch da war.

Am Vorabend des Spiels ging im Gemeinschaftsraum nichts mehr seinen gewohnten Gang. Selbst Hermine hatte ihre B&#252;cher beiseite gelegt.

Ich kann nicht arbeiten, ich kann mich einfach nicht konzentrieren, sagte sie nerv&#246;s.

Es herrschte ziemlicher L&#228;rm. Fred und George Weasley linderten die Anspannung auf ihre Weise und geb&#228;rdeten sich lauter und ausgelassener als sonst. Oliver Wood hatte sich &#252;ber ein Modell des Quidditch-Feldes in der Ecke gebeugt, schob kleine Figuren hin und her und murmelte vor sich hin. Angelina, Alicia und Katie lachten &#252;ber die Witzeleien von Fred und George. Harry sa&#223; mit Ron und Hermine etwas abseits vom Geschehen und versuchte nicht an den n&#228;chsten Tag zu denken, denn immer wenn er es tat, bekam er das f&#252;rchterliche Gef&#252;hl, etwas sehr Gro&#223;es wolle unbedingt aus seinem Magen heraus.

Du schaffst das, sagte Hermine, sah dabei jedoch ausgesprochen besorgt aus.

Du hast einen Feuerblitz!, sagte Ron.

Jaah, sagte Harry und sein Magen verkrampfte sich.

Zu seiner Erleichterung richtete sich Wood pl&#246;tzlich auf und rief:

Leute! Ins Bett!

Harry schlief schlecht. Erst tr&#228;umte ihm, er habe verschlafen und Wood rufeWo steckst du? Statt deiner mu&#223;ten wir Neville nehmen!. Dann tr&#228;umte er, Malfoy und das ganze Slytherin-Team w&#252;rden mit fliegenden Drachen zum Spiel kommen. Er flog mit halsbrecherischer Geschwindigkeit und versuchte den Flammenst&#246;&#223;en zu entgehen, die Malfoys Streitdrache ausspie, und dann fiel ihm ein, da&#223; er seinen Feuerblitz vergessen hatte. Er st&#252;rzte in die Tiefe und fuhr erschrocken aus dem Schlaf.

Es dauerte ein paar Minuten, bis Harry einfiel, da&#223; das Spiel noch gar nicht angefangen hatte, da&#223; er wohlbehalten im Bett lag und da&#223; es den Slytherins sicher verboten w&#252;rde, auf Drachen zu spielen. Er hatte schrecklichen Durst. So leise er konnte, stieg er aus dem Himmelbett und go&#223; sich aus der silbernen Kanne am Fenster ein wenig Wasser ein.

Still und ruhig lag das Schlo&#223;gel&#228;nde im Mondlicht. Kein Windhauch kr&#228;uselte die Baumspitzen des Verbotenen Waldes; so reglos, wie die Peitschende Weide dastand, wirkte sie ganz unschuldig. F&#252;r das Spiel morgen herrschten die besten Bedingungen.

Harry stellte den Becher ab und wollte gerade zur&#252;ck ins Bett, als ihm etwas ins Auge fiel. Ein Tier schlich &#252;ber den silbern glitzernden Rasen.

Harry huschte zum Nachttisch, setzte sich die Brille auf und rannte zur&#252;ck zum Fenster. Blo&#223; nicht wieder der Grimm  nicht jetzt  nicht kurz vor dem Spiel

Er starrte hinaus auf das Gel&#228;nde und suchte es hektisch mit den Augen ab. Und da war es wieder. Es schlich sich jetzt am Waldrand entlang der Grimm war es jedenfalls nicht es war eine Katze Harry erkannte jetzt den buschigen Schwanz und umklammerte erleichtert den Fenstersims. Es war doch blo&#223; Krummbein

Aber war es nur Krummbein? Harry pre&#223;te die Nase gegen das Fensterglas und sp&#228;hte mit zusammengekniffenen Augen hinunter. Krummbein war offenbar stehen geblieben. Im Schatten der B&#228;ume bewegte sich noch etwas anderes, da war sich Harry sicher.

Und schon tauchte es auf  ein riesiger, zottiger schwarzer Hund trottete &#252;ber den Rasen, Krummbein an seiner Seite. Harry ri&#223; den Mund auf. Was sollte das bedeuten? Wenn selbst Krummbein den Hund sehen konnte, wie konnte er dann ein Vorbote des Todes f&#252;r Harry sein?

Ron!, zischte Harry.Ron! Wach auf!

Was'n los?

Ich will wissen, was du da unten siehst!

's' doch v&#246;llig dunkel, Harry, murmelte Ron dumpf.was ist los mit dir?

Dort unten -

Rasch blickte Harry wieder aus dem Fenster.

Krummbein und der Hund waren verschwunden. Harry kletterte auf den Fenstersims, um steil hinab in den Schatten des Schlosses sehen zu k&#246;nnen, doch vergeblich. Wo waren sie abgeblieben?

Ein lauter Schnarcher sagte ihm, da&#223; Ron wieder eingeschlafen war.

Tosender Beifall empfing Harry und die anderen Gryffindor-Spieler am n&#228;chsten Morgen in der Halle. Harry konnte ein Grinsen nicht unterdr&#252;cken, als er sah, da&#223; sie auch an den Tischen der Ravenclaws und Hufflepuffs klatschten. Die Slytherins zischten laut, als sie vorbeigingen. Harrys Augen entging nicht, da&#223; Malfoy noch blasser war als sonst.

Wood war beim Fr&#252;hst&#252;ck damit besch&#228;ftigt, sein Team zum Essen zu ermuntern, w&#228;hrend er selbst keinen Bissen anr&#252;hrte. Dann, bevor die andern fertig waren, scheuchte er sie hinaus aufs Spielfeld, damit sie sich schon ein wenig umsehen konnten. Als sie die Gro&#223;e Halle verlie&#223;en, gab es wieder Beifall von fast allen Seiten.

Viel Gl&#252;ck, Harry!, rief Cho Chang. Harry sp&#252;rte, wie er rot anlief.

Okay  praktisch kein Wind  die Sonne ist ein bi&#223;chen hell, das k&#246;nnte deine Sicht st&#246;ren, also pa&#223; auf  der Boden ist recht hart, gut, dann k&#246;nnen wir uns schnell absto&#223;en

Wood schritt das Feld ab und warf seinen Leuten immer wieder aufmerksame Blicke zu. Schlie&#223;lich sahen sie, wie in der Ferne das Schlo&#223;portal aufging, und bald ergo&#223; sich die ganze Sch&#252;lerschar &#252;ber den Rasen.

Umkleidekabinen, sagte Wood steif

Keiner verlor ein Wort, w&#228;hrend sie in ihre scharlachroten Umh&#228;nge schl&#252;pften. Harry fragte sich, ob es ihnen auch so erging wie ihm; er hatte das Gef&#252;hl, als h&#228;tte er etwas f&#252;rchterlich Wuseliges zum Fr&#252;hst&#252;ck verspeist. Kaum eine Minute schien ihm vergangen, als Wood schon sagte:

Gut, es ist Zeit, gehen wir -

Sie marschierten hinaus aufs Spielfeld und eine Flutwelle aus L&#228;rm brandete ihnen entgegen. Drei Viertel der Zuschauer trugen scharlachrote Bandschleifen, schwangen scharlachrote Fahnen mit dem Gryffindor-L&#246;wen oder hielten Spruchb&#228;nder in die H&#246;he.SIEG F&#220;R GRYFFINDORundL&#214;WEN F&#220;R DEN CUP, hie&#223; es da. Hinter den Torstangen der Slytherins jedoch sa&#223;en zweihundert Zuschauer ganz in Gr&#252;n; die silberne Schlange der Slytherins glitzerte auf ihren Fahnen, und Professor Snape, ebenfalls gr&#252;n gewandet, sa&#223; in der ersten Reihe und l&#228;chelte grimmig.

Und hier kommen die Gryffindors!, rief Lee Jordan, der wie immer das Spiel kommentierte.Potter, Bell, Johnson, Spinnet, Weasley, Weasley und Wood. Weithin anerkannt als das beste Team, das Hogwarts seit einigen Jahren hervorgebracht hat -

Lees Bemerkung ging in einer Welle von Buhrufen der Slytherins unter.

Und hier ist das Team der Slytherins, gef&#252;hrt von Kapit&#228;n Flint. Er hat einige &#196;nderungen in der Aufstellung vorgenommen und scheint jetzt weniger auf K&#246;nnen als auf Kraft zu setzen -

Wieder buhte die Kurve der Slytherins. Harry jedoch kam es so vor, als h&#228;tte Lee durchaus Recht. Malfoy war eindeutig der Kleinste im Team der Slytherins, die anderen waren riesig.

Begr&#252;&#223;t euch, Kapit&#228;ne!, sagte Madam Hooch.

Flint und Wood traten aufeinander zu und packten sich an den H&#228;nden, so fest, als wollten sie sich die Finger brechen.

Besteigt eure Besen!, sagte Madam Hooch.Drei zwei eins

Der gellende Pfiff ging im Raunen der Menge unter und die vierzehn Besen stiegen in die Luft. Harry wehte das Haar aus der Stirn; jetzt, da er flog, begannen seine Nerven zu flirren; er blickte sich um und sah, da&#223; Malfoy ihm folgte. Er beschleunigte scharf und machte sich auf die Suche nach dem Schnatz.

Und jetzt ist Gryffindor im Ballbesitz, Alicia Spinnet mit dem Quaffel, sie fliegt direkt auf die Torstangen der Slytherins zu, sieht gut aus, Alicia! Aaarh, nein  Quaffel abgefangen von Warrington, Warrington von den Slytherins rast jetzt in die Gegenrichtung  autsch!  George Weasley hat da sch&#246;n mit dem Klatscher gearbeitet, Warrington l&#228;&#223;t den Quaffel fallen, er wird gefangen von  Johnson, Gryffindor wieder in Ballbesitz, komm schon, Angelina  h&#252;bscher Schlenker um Montague  duck dich, Angelina, da kommt ein Klatscher!  Sie macht das Tor! Zehn zu null f&#252;r Gryffindor!

Angelina stie&#223; mit der Faust in die Luft und flog &#252;ber die Trib&#252;nen hinweg; das scharlachrote Meer in der Tiefe tobte vor Begeisterung -

Autsch!

Marcus Flint stie&#223; mit ihr zusammen und Angelina schleuderte es fast vom Besen.

'tschuldigung, sagte Flint, als die Menge unten zu buhen anfing.Tut mir Leid, hab sie nicht gesehen!

Doch schon hatte ihn Fred Weasley mit seinem Schl&#228;ger auf den Hinterkopf gehauen  Flints Nase knallte gegen den Besenstiel und fing an zu bluten.

Das reicht jetzt!, sagte Madam Hooch und rauschte dazwischen.Strafsto&#223; f&#252;r Gryffindor wegen einer willk&#252;rlichen Attacke auf ihre J&#228;gerin! Strafsto&#223; f&#252;r Slytherin wegen mutwilliger Verletzung ihres J&#228;gers!

Das ist doch Unsinn, Miss!, heulte Fred, doch Madam Hooch blies in ihre Pfeife und Alicia flog nach vorne, um den Strafsto&#223; auszuf&#252;hren.,

Alicia, du machst es!, schrie Lee in die Stille hinein, die sich &#252;ber die Menge gesenkt hatte.Ja! Sie hat den Torh&#252;ter geschlagen! Zwanzig zu null f&#252;r Gryffindor!

Harry ri&#223; den Feuerblitz scharf herum und sah Flint, der immer noch heftig aus der Nase blutete, nach vorne fliegen, um den Strafsto&#223; f&#252;r Slytherin auszuf&#252;hren. Wood schwebte mit zusammengebissenen Z&#228;hnen vor den Torstangen der Gryffindors.

Nat&#252;rlich ist Wood ein exzellenter Torh&#252;ter!, verk&#252;ndete Lee Jordan dem Publikum, w&#228;hrend Flint auf Madam Hoochs Pfiff wartete.Klasse! Sehr schwer den Ball vorbeizukriegen  wirklich ganz schwer  Jaaa! Ich kann's nicht glauben! Er hat ihn gehalten!

Erleichtert flog Harry davon und hielt wieder Ausschau nach dem Schnatz, lauschte dabei allerdings jedem Wort von Lee. Entscheidend war, da&#223; er Malfoy vom Schnatz fernhielt, bis Gryffindor mit mehr als f&#252;nfzig Punkten f&#252;hrte -

Gryffindor wieder im Ballbesitz, nein, Slytherin  nein!  wieder Gryffindor und diesmal mit Katie Bell, Katie Bell f&#252;r Gryffindor mit dem Quaffel, sie rauscht das Spielfeld hoch  das war Absicht!

Montague, ein J&#228;ger der Slytherins, war Katie in die Quere geflogen, und statt den Quaffel zu schnappen hatte er sie am Kopf gepackt. Katie drehte ein paar Saltos und schaffte es, auf dem Besen zu bleiben, lie&#223; jedoch den Quaffel fallen.

Wieder ert&#246;nte Madam Hoochs Pfiff. Sie flog hin&#252;ber zu Montague und begann laut mit ihm zu schimpfen. Kurze Zeit sp&#228;ter hatte Katie einen weiteren Strafsto&#223; gegen den H&#252;ter der Slytherins verwandelt.

Drei&#223;ig zu null! Was sagt ihr jetzt, ihr dreckigen, falsch spielenden -

Jordan, wenn Sie das Spiel nicht unparteiisch kommentieren k&#246;nnen, dann -!

Ich sag nur die Wahrheit, Professor!

Harry &#252;berkam jetzt eine fiebrige Erregung. Er hatte den Schnatz gesehen  unten am Fu&#223; eines Torpfostens der Gryffindors schimmerte er  doch er durfte ihn noch nicht fangen  und wenn Malfoy ihn sah -

Harry tat so, als w&#228;re er pl&#246;tzlich auf etwas aufmerksam geworden, ri&#223; seinen Feuerblitz herum und raste auf das Tor der Slytherins zu  und es klappte. Malfoy jagte ihm nach und glaubte offensichtlich, Harry h&#228;tte den Schnatz dort gesehen

Wuuuusch.

Einer der Klatscher, geschlagen von Derrick, dem riesenhaften Treiber der Slytherins, rauschte an Harrys rechtem Ohr vorbei. Und im n&#228;chsten Moment -

Wuuuusch.

Der zweite Klatscher hatte Harrys Ellbogen gestreift. Der andere Treiber, Bole, hatte auf ihn angelegt.

Harry sah sie kurz aus den Augenwinkeln: Bole und Derrick kamen zangengleich mit erhobenen Schl&#228;gern auf ihn zugerast -

In letzter Sekunde ri&#223; er den Feuerblitz in die H&#246;he und Bole und Derrick krachten zusammen, mit einem Ger&#228;usch, da&#223; Harry sich am liebsten &#252;bergeben h&#228;tte.

Hahaaaa!, tobte Lee Jordan, w&#228;hrend sich die beiden Treiber der Slytherins, die H&#228;nde an den K&#246;pfen, aus ihrer Verkn&#228;uelung l&#246;sten,so ein Pech, Jungs! Da m&#252;&#223;t ihr fr&#252;her aufstehen, wenn ihr einen Feuerblitz schlagen wollt! Und wieder Gryffindor mit Johnson in Quaffelbesitz  Flint neben ihr  stich ihm ins Auge, Angelina!  war nur 'n Scherz, Professor, war nur'n Scherz  o nein  Flint ist jetzt dran, Flint rast auf die Torstangen der Gryffindors zu  komm schon, Wood, halt -!

Doch Flint hatte getroffen; in der Slytherin-Kurve brach Jubel aus und Lee begann so &#252;bel zu fluchen, da&#223; Professor McGonagall Anstalten machte, ihm das magische Megaphon zu entrei&#223;en.

Tut mir Leid, Professor, Entschuldigung! Wird nicht wieder vorkommen! Also, Gryffindor in F&#252;hrung, drei&#223;ig zu zehn, und Gryffindor in Ballbesitz -

Das wurde allm&#228;hlich die schmutzigste Partie, die Harry je erlebt hatte. W&#252;tend, weil Gryffindor so fr&#252;h in F&#252;hrung gegangen war, war den Slytherins rasch jedes Mittel recht, um sich den Quaffel zu sichern. Bole versetzte Alicia einen Hieb mit dem Schl&#228;ger und versuchte sich damit rauszureden, er habe geglaubt, sie w&#228;re ein Klatscher. George Weasley stie&#223; Bole zur Vergeltung mit dem Ellbogen ins Gesicht. Madam Hooch sprach beiden Teams Strafst&#246;&#223;e zu und Wood schaffte noch einmal eine Glanzparade  schlie&#223;lich stand es vierzig zu zehn f&#252;r Gryffindor.

Der Schnatz war l&#228;ngst wieder verschwunden. Malfoy hielt sich weiterhin an Harry, der flog &#252;ber den andern dahin und hielt Ausschau nach dem kleinen Ball  denn sobald Gryffindor f&#252;nfzig Punkte vorne lag -

Jetzt hatte Katie getroffen. F&#252;nfzig zu zehn. Fred und George Weasley surrten mit erhobenen Schl&#228;gern um sie herum, damit kein Slytherin auf den Gedanken kam, sich zu r&#228;chen. Bole und Derrick nutzten das aus, um beide Klatscher gegen Wood zu schmettern; sie trafen ihn kurz nacheinander in die Magengegend, und Wood, vollkommen groggy, kippte zur Seite weg und konnte sich gerade noch an seinen Besen klammern.

Madam Hooch war au&#223;er sich.

Ihr sollt den Torh&#252;ter nicht angreifen, au&#223;er wenn der Quaffel im Torraum ist!, schrie sie Bole und Derrick an.Strafsto&#223; f&#252;r Gryffindor!

Und Angelina verwandelte. Sechzig zu zehn. Sekunden sp&#228;ter schmetterte Fred Weasley einen Klatscher gegen Warrington und schlug ihm den Quaffel aus den H&#228;nden; Alicia packte ihn und trieb ihn ins Tor der Slytherins  siebzig zu zehn.

Die Gryffindor-Fans unten auf den R&#228;ngen schrien sich heiser  Gryffindor lag mit sechzig Punkten vorne und wenn Harry den Schnatz jetzt fing, hatten sie den Pokal gewonnen. Harry sp&#252;rte fast k&#246;rperlich, wie Hunderte von Augen ihm folgten, w&#228;hrend er um das Feld herumsauste, hoch &#252;ber den andern Spielern, nur mit Malfoy auf den Fersen.

Und dann sah er ihn. Sieben Meter &#252;ber ihm glitzerte der Schnatz.

Harry verlangte jetzt alles von seinem Feuerblitz; der Wind rauschte ihm in den Ohren; er streckte die Hand aus, doch pl&#246;tzlich erlahmte der Besen -

Entsetzt drehte er sich um. Malfoy hatte sich nach vorne geworfen, den Schweif des Feuerblitzes gepackt, und zerrte ihn zur&#252;ck.

Du -

Harry war so zornig, da&#223; er Malfoy geschlagen h&#228;tte, wenn er nur an ihn herangekommen w&#228;re  Malfoy keuchte vor Anstrengung und hielt sich verbissen fest, doch seine Augen funkelten b&#246;sartig. Er hatte geschafft, was er wollte  der Schnatz war erneut verschwunden.

Strafsto&#223;! Strafsto&#223; f&#252;r Gryffindor! Ein so &#252;bles Foulspiel hab ich noch nie erlebt!, kreischte Madam Hooch und scho&#223; in die H&#246;he, w&#228;hrend sich Malfoy auf seinen Nimbus Zweitausendeins zur&#252;ckgleiten lie&#223;.

Du betr&#252;gerisches Schwein!, heulte Lee Jordan ins Megaphon und huschte vorsorglich au&#223;er Reichweite von Professor McGonagall,du dreckiges, fieses A-

Doch Professor McGonagall scherte sich nicht darum, Lee einen R&#252;ffel zu erteilen. W&#252;tend sch&#252;ttelte sie die F&#228;uste in Richtung Malfoy, der Hut fiel ihr vom Kopf und jetzt schrie sie vor Zorn.

Alicia &#252;bernahm den Strafsto&#223;, doch sie war so zornig, da&#223; sie ein paar Meter danebenscho&#223;. Die Gryffindors wurden zunehmend nerv&#246;s und die Slytherins, entz&#252;ckt &#252;ber Malfoys Foul an Harry, schwangen sich zu Glanzleistungen auf

Slytherin im Spiel, Slytherin auf dem Weg zum Tor  Montague trifft. Lee st&#246;hnte auf.Siebzig zu zwanzig f&#252;r Gryffindor

Harry flog jetzt so dicht neben Malfoy, da&#223; sich ihre Knie ber&#252;hrten. Er w&#252;rde ihn nicht noch einmal in die N&#228;he des Schnatzes lassen

La&#223; das, Potter!, rief Malfoy gereizt, als er einen Wendeversuch unternahm und Harry ihn abblockte.

Angelina Johnson holt den Quaffel f&#252;r Gryffindor, mach schon, Angelina, mach schon!

Harry drehte sich um. Alle Slytherin-Spieler au&#223;er Malfoy flogen auf Angelina zu, selbst der Torh&#252;ter  sie wollten sie abblocken -

Harry ri&#223; den Feuerblitz herum, b&#252;ckte sich so tief, da&#223; er flach auf dem Besenstiel lag, und legte los. Wie eine Kugel scho&#223; er auf die Slytherins zu.

Aaaaarrh!

Sie stoben auseinander, als sie den Feuerblitz auf sich zurasen sahen; Angelina hatte freie Bahn -

Sie trifft! Toor! Toor! Gryffindor f&#252;hrt jetzt achtzig zu zwanzig -

Harry, der fast kopf&#252;ber in die R&#228;nge getrudelt w&#228;re, bremste mitten in der Luft ab, machte kehrt und scho&#223; zur&#252;ck in die Mitte des Feldes.

Und dann sah er etwas, das ihm das Herz stillstehen lie&#223;. Malfoy im Sturzflug, und Siegesgewi&#223;heit auf dem Gesicht  dort unten, wenige Meter &#252;ber dem Gras, ein kleiner, golden schimmernder Fleck -

Harry peitschte den Feuerblitz in die Tiefe, doch Malfoy hatte einen gewaltigen Vorsprung -

Los! Los! Los!, dr&#228;ngte Harry seinen Besen  sie kamen Malfoy jetzt n&#228;her  Harry legte sich flach auf den Besenstiel und entkam damit einem Klatscher von Bole  jetzt war er an Malfoys Fersen  er war gleichauf -

Harry warf sich nach vorn, nahm beide H&#228;nde vom Besen  stie&#223; Malfoys Arm beiseite und -

Ja!

Harry ri&#223; den Besen aus dem Sturzflug, die Hand mit dem Schnatz in der Luft, und das Stadion explodierte. Er zischte &#252;ber die Menge hinweg, ein merkw&#252;rdiges Klingen in den Ohren, und hielt den goldenen Ball fest umklammert, der mit seinen Fl&#252;gelchen hoffnungslos gegen seine Finger schlug.

Dann raste Wood auf ihn zu, halb geblendet von Tr&#228;nen; er packte Harry am Arm und lie&#223; sich hemmungslos schluchzend gegen seine Schulter sinken. Fred und George klopften ihm auf den R&#252;cken, da&#223; es richtig wehtat; dann h&#246;rte er Angelina, Alicia und Katie rufen:Wir haben den Pokal! Wir haben den Pokal!Die vielen Arme zu einem einzigen Kn&#228;uel verschlungen, sank das Gryffindor-Team unter heiseren Schreien zur&#252;ck zur Erde.

Welle um Welle scharlachroter Anh&#228;nger ergo&#223; sich &#252;ber die Absperrungen aufs Feld. H&#228;nde regneten auf ihre R&#252;cken herunter. Harry nahm verschwommen wahr, wie der L&#228;rm anschwoll und die K&#246;rper auf ihn eindrangen. Dann waren er und die anderen Spieler auf den Schultern der Menge. jetzt, da er wieder etwas sehen konnte, erkannte er Hagrid, bepflastert mit scharlachroten Bandschleifen -Du hast sie geschlagen, Harry, du hast sie geschlagen! Wart nur, bis ich es Seidenschnabel erz&#228;hlt hab!Percy sprang wie verr&#252;ckt in die Luft und hatte jede w&#252;rdevolle Zur&#252;ckhaltung abgelegt. Professor McGonagall schluchzte noch herzergreifender als selbst Wood und wischte sich mit einer bettuchgro&#223;en Gryffindor-Fahne die Augen. Und dort k&#228;mpften sich Ron und Hermine zu ihm durch. Sie brachten kein Wort heraus. Sie strahlten nur, w&#228;hrend Harry zu den R&#228;ngen getragen wurde, wo Dumbledore mit dem m&#228;chtigen Quidditch-Pokal auf sie wartete.

W&#228;re doch nur ein Dementor unterwegs gewesen Als der schluchzende Wood den Pokal an Harry weiterreichte, hatte er das Gef&#252;hl, jetzt k&#246;nnte er den besten Patronus der Welt hervorbringen.



Professor Trelawneys Vorhersage


Mindestens eine Woche lang schwelgte Harry im Gl&#252;ck. Selbst der Himmel schien ihren Pokalsieg zu feiern. Der Juni brach an, die Wolken verzogen sich und es wurde schw&#252;l, und alle hatten nur noch Lust, &#252;ber die Wiesen zu schlendern und sich mit ein paar Kr&#252;gen eiskalten K&#252;rbissafts ins Gras zu fl&#228;zen. Hin und wieder konnte man vielleicht eine Partie Koboldstein spielen oder dem Riesenkraken zusehen, wie er traumverloren durch den See kraulte.

Doch es ging nicht  die Pr&#252;fungen standen bevor und anstatt drau&#223;en zu faulenzen mu&#223;ten die Sch&#252;ler im Schlo&#223; bleiben und sich die Hirne zermartern, w&#228;hrend durch die offenen Fenster verlockend die sommerlichen L&#252;fte hereinwehten. Selbst Fred und George Weasley hatte man arbeiten sehen; bald w&#252;rden sie den ersten ZAG (Zauberergrad) schaffen. Percy bereitete sich auf den UTZ (Unheimlich Toller Zauberer) vor, den h&#246;chsten Abschlu&#223;, den Hogwarts zu bieten hatte. Da Percy sich beim Zaubereiministerium bewerben wollte, brauchte er die besten Noten. Er wurde zusehends fuchsiger und brummte jedem schwere Strafen auf, der die abendliche Ruhe im Gemeinschaftsraum st&#246;rte. Nur eine Sch&#252;lerin hatte noch mehr Bammel vor den Pr&#252;fungen, und das war Hermine.

Harry und Ron hatten es l&#228;ngst aufgegeben, sie zu fragen, wie sie es schaffte, mehrere F&#228;cher gleichzeitig zu belegen, doch als sie ihre Liste mit den Pr&#252;fungsterminen sahen, konnten sie sich nicht mehr zur&#252;ckhalten. In der ersten Spalte hie&#223; es:

Montag

9 Uhr Arithmantik

9 Uhr Verwandlung

Mittagessen

13 Uhr Zauberkunst

13 Uhr Alte Runen

Hermine?, sagte Ron behutsam, weil sie in den vergangenen Tagen gern explodierte, wenn man sie unterbrach&#196;hm  bist du sicher, da&#223; du diese Pr&#252;fungszeiten richtig abgeschrieben hast?

Was?, fauchte Hermine, nahm ihren Plan zur Hand und warf einen Blick daraufJa, stimmt doch alles.

Hat es irgendeinen Sinn dich zu fragen, wie du in zwei Pr&#252;fungen zugleich sitzen willst?, fragte Harry.

Nein, sagte Hermine knapp.Hat einer von euch mein Numerologie und Grammatica rumliegen sehen?

Ach ja, ich wollte im Bett noch ein wenig lesen und hab's mir ausgeliehen, sagte Ron, wenn auch recht leise Hermine kramte unter ihren vielen Pergamentstapeln nach dem Buch. In diesem Moment raschelte es am Fenster und Hedwig flatterte mit einer Nachricht im Schnabel herein.

Von Hagrid, sagte Harry und ri&#223; den Umschlag auf.Die Berufungsverhandlung von Seidenschnabel  findet am achten Juni statt.

Das ist doch unser letzter Pr&#252;fungstag, sagte Hermine, w&#228;hrend sie immer noch nach ihrem Arithmantikbuch st&#246;berte.

Sie kommen daf&#252;r eigens hierher, sagte Harry und las weiter aus dem Brief vor, jemand vom Zaubereiministerium und und ein Henker.

Hermine blickte verdutzt auf

Sie bringen den Henker mit zur Berufung! Das klingt doch, als h&#228;tten sie schon alles entschieden!

Ja, allerdings, sagte Harry langsam.

Das k&#246;nnen sie nicht machen!, heulte Ron,ich hab Ewigkeiten gebraucht, um f&#252;r Hagrid diese W&#228;lzer durchzuarbeiten, das k&#246;nnen sie nicht einfach abtun!

Doch Harry hatte das schreckliche Gef&#252;hl, da&#223; der Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe die Sache bereits entschieden hatte, ganz so, wie Mr Malfoy es wollte. Draco, seit dem Triumph der Gryffindors im Quidditch auffallend kleinlaut, schien in den folgenden Tagen wieder ganz das alte Gro&#223;maul zu werden. Nach h&#228;mischen Bemerkungen zu schlie&#223;en, die Harry mith&#246;rte, war sich Malfoy sicher, da&#223; Seidenschnabel hingerichtet w&#252;rde, und er war offenbar h&#246;chst zufrieden mit sich, weil er selbst alles angezettelt hatte. Bei solchen Gelegenheiten konnte sich Harry nur mit M&#252;he davon abhalten, es Hermine nachzutun und Malfoy ein paar Ohrfeigen zu verpassen. Und das Schlimmste war, da&#223; sie weder Zeit noch Gelegenheit hatten, Hagrid zu besuchen, denn die strengen neuen Sicherheitsregeln waren nicht aufgehoben worden, und Harry traute sich nicht, seinen Tarnumhang aus dem Geheimgang unter der ein&#228;ugigen Hexe zu holen.

Die Pr&#252;fungswoche begann, und eine unnat&#252;rliche Stille breitete sich im Schlo&#223; aus. Montag um die Mittagszeit kamen die Drittkl&#228;&#223;ler aus Verwandlung. Ausgelaugt und mit bleichen Gesichtern verglichen sie ihre Ergebnisse und klagten, wie schwer die Aufgaben diesmal gewesen seien. Zum Beispiel mu&#223;ten sie eine Teekanne in eine Schildkr&#246;te verwandeln. Hermine &#228;rgerte sie alle, weil sie sich dar&#252;ber aufregte, da&#223; ihre Schildkr&#246;te eher wie eine Kr&#246;te ausgesehen habe, wor&#252;ber die andern mehr als froh gewesen w&#228;ren.

Meine hatte den Schnabel der Teekanne als Schwanz, ein Alptraum war das

Sollten die Schildkr&#246;ten eigentlich Dampf auspusten?

Meine hatte diese chinesische Porzellanmalerei auf dem Schild, glaubt ihr, sie ziehen mir daf&#252;r Punkte ab?

Dann, nach einem hastigen Mittagessen, ging es gleich wieder nach oben zur Pr&#252;fung in Zauberkunst. Hermine hatte Recht gehabt; Professor Flitwick pr&#252;fte sie tats&#228;chlich in Aufmunterungszaubern. Harry, nerv&#246;s wie er war, trieb es ein wenig zu weit. Ron, sein Partner, fing aufgedreht an zu lachen und konnte sich nicht mehr einkriegen, so da&#223; man ihn schlie&#223;lich zum Abk&#252;hlen in ein ruhiges Zimmer bringen mu&#223;te, bevor er selbst die Pr&#252;fung ablegen konnte. Nach dem Abendessen kehrten sie rasch zur&#252;ck in ihren Gemeinschaftsraum, nicht etwa, um sich zu entspannen, sondern um f&#252;r Pflege magischer Gesch&#246;pfe, Zaubertr&#228;nke und Astronomie zu b&#252;ffeln.

Hagrid nahm die Pr&#252;fung am n&#228;chsten Morgen mit ausgesprochen besorgter Miene ab; mit dem Herzen schien er ganz woanders zu sein. Er hatte f&#252;r die Klasse einen gro&#223;en Zuber frischer Flubberw&#252;rmer vorbereitet und erkl&#228;rte ihnen, wenn sie die Pr&#252;fung bestehen wollten, m&#252;&#223;ten die W&#252;rmer nach einer Stunde immer noch am Leben sein. Da Flubberw&#252;rmer am besten gediehen, wenn man sie vollkommen in Ruhe lie&#223;, war das die leichteste Pr&#252;fung ihres Lebens, und zudem hatten Harry, Ron und Hermine genug Zeit, um mit Hagrid zu sprechen.

Schn&#228;belchen ist ein wenig tr&#252;bselig, berichtete Hagrid, der sich tief geb&#252;ckt hatte und so tat, als schaue er nach, ob Harrys Flubberwurm noch lebte.Ist jetzt schon so lange eingesperrt. Aber was soll man machen &#252;bermorgen wissen wir's  so oder so -

Am selben Nachmittag hatten sie Zaubertr&#228;nke, und das war schlichtweg eine Katastrophe. Harry konnte tun, was er wollte, er schaffte es einfach nicht, sein Verwirrungs-Elixier einzudicken. Snape beobachtete ihn mit heimt&#252;ckischem Vergn&#252;gen, und bevor er weiterging, machte er einen Kringel auf sein Blatt, der verd&#228;chtig wie eine Sechs aussah.

Um Mitternacht war Astronomie dran, oben auf dem h&#246;chsten Turm; Geschichte der Zauberei war Mittwochmorgen, und Harry kritzelte alles hin, was Florean Fortescue ihm je &#252;ber die mittelalterliche Hexenverfolgung erz&#228;hlt hatte, w&#228;hrend er sich in diesem stickigen Klassenzimmer nichts sehnlicher w&#252;nschte, als einen Becher von Fortescues Kokosnu&#223;eis vor sich stehen zu haben. Mittwochnachmittag war die Pr&#252;fung in Kr&#228;uterkunde, in den Gew&#228;chsh&#228;usern unter der gl&#252;hend hei&#223;en Sonne; dann ging es mit sonnenverbrannten Nacken sofort zur&#252;ck in den Gemeinschaftsraum, wo sie sehns&#252;chtig schon an Freitagnachmittag dachten, wenn alles vorbei sein w&#252;rde.

Die vorletzte Pr&#252;fung am Donnerstagmorgen war Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste. Professor Lupin hatte die ungew&#246;hnlichste Aufgabe von allen vorbereitet, eine Art Hindernisrennen drau&#223;en in der Sonne. Sie mu&#223;ten durch einen tiefen T&#252;mpel stapfen, in dem ein Grindeloh lauerte, eine Reihe von Erdl&#246;chern voller Rotkappen &#252;berqueren, durch ein sumpfiges Feld waten und dabei die irref&#252;hrenden Wegangaben eines Hinkepanks mi&#223;achten, und schlie&#223;lich in einen alten Schrankkoffer klettern und sich mit einem neuen Irrwicht herumschlagen.

Hervorragend, Harry, murmelte Lupin, als Harry grinsend aus dem Koffer stieg.Volle Punktzahl.

Mit freudig ger&#246;teten Wangen blieb Harry noch eine Weile, um Ron und Hermine zuzusehen. Ron kam gut voran, bis er auf den Hinkepank traf, der es schaffte, ihn so zu verwirren, da&#223; er h&#252;fthoch im Morast versank. Hermine gelang alles tadellos, bis sie zum Koffer mit dem Irrwicht kam. Nach einer Minute im Innern platzte sie schreiend heraus.

Hermine!, sagte Lupin verbl&#252;fft,was ist denn los?

P Professor McGonagall!, stammelte Hermine und deutete auf den Koffer.S-sie sagt, ich sei &#252;berall durchgerasselt!

Es dauerte eine Welle, bis Hermine sich wieder gefangen hatte. Unterwegs zur&#252;ck zum Schlo&#223; kicherte Ron immer noch ein wenig &#252;ber ihren Irrwicht, doch angesichts dessen, was sie oben am Portal erwartete, kam es nicht zum Streit.

Dort stand Cornelius Fudge, leicht schwitzend in seinem Nadelstreifenumhang, und sp&#228;hte &#252;ber das Land. Er stutzte, als er Harry erkannte.

Hallo, Harry!, sagte er.Du kommst von einer Pr&#252;fung, nicht wahr? Hast es bald geschafft?

Ja, sagte Harry. Hermine und Ron, die noch nie mit dem Zaubereiminister gesprochen hatten, hielten sich verlegen im Hintergrund.

Sch&#246;ner Tag, sagte Fudge und lie&#223; die Augen &#252;ber den See wandern.Ein Jammer, wirklich ein Jammer

Er seufzte tief und sah zu Harry hinunter.

Ich bin wegen einer unangenehmen Aufgabe hier, Harry. Der Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe braucht einen Zeugen f&#252;r die Hinrichtung eines verr&#252;ckten Hippogreifs. Da ich ohnehin in Hogwarts vorbeischauen mu&#223;te, um mich in Sachen Black umzutun, wurde ich gebeten einzuspringen.

Soll das hei&#223;en, die Berufungsverhandlung ist schon vorbei?, warf Ron ein und trat einen Schritt vor.

Nein, nein, sie ist f&#252;r heute Nachmittag angesetzt, sagte Fudge und sah Ron neugierig an.

Dann werden Sie ja vielleicht gar keine Hinrichtung bezeugen m&#252;ssen!, sagte Ron beherzt.Der Hippogreif k&#246;nnte ja freigesprochen werden!

Bevor Fudge antworten konnte, traten hinter ihm zwei Zauberer durch das Schlo&#223;portal. Der eine war so steinalt, da&#223; er vor ihren Augen zu verwittern schien, der andere war gro&#223; und r&#252;stig und hatte einen d&#252;nnen schwarzen Schnurrbart. Harry vermutete, da&#223; sie zum Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe geh&#246;rten, denn der steinalte Zauberer sp&#228;hte hin&#252;ber zu Hagrids H&#252;tte und sagte mit d&#252;nner Stimme:

Meine G&#252;te, ich werd langsam zu alt f&#252;r diese Geschichten es ist doch schon zwei, nicht wahr, Fudge?

Der Mann mit dem schwarzen Schnurrbart nestelte an seinem G&#252;rtel; Harry sah n&#228;her hin und erkannte jetzt, da&#223; er mit seinem breiten Daumen an der schimmernden Klinge eines Beils entlang fuhr. Ron &#246;ffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch Hermine stie&#223; ihm heftig in die Rippen und nickte mit dem Kopf zum Eingang.

Warum hast du mich aufgehalten?, sagte Ron w&#252;tend, als sie zum Mittagessen in die Gro&#223;e Halle traten.Hast du die beiden gesehen? Die haben ja schon das Beil bereit! Das ist doch nicht fair!

Ron, dein Dad arbeitet im Ministerium, da kannst du doch nicht so mit seinem Chef reden!, sagte Hermine, doch auch sie schien ganz aufgebracht.Wenn Hagrid diesmal die Nerven beh&#228;lt und seine Sache richtig vertritt, k&#246;nnen sie Seidenschnabel auf keinen Fall t&#246;ten

Doch Harry war klar, da&#223; Hermine nicht wirklich an ihre eigenen Worte glaubte. Die andern Sch&#252;ler um sie herum schwatzten und lachten und freuten sich auf den Nachmittag, wenn alles vorbei sein w&#252;rde, doch Harry, Ron und Hermine waren sehr besorgt wegen Hagrid und Seidenschnabel und hatten keine Lust sich dem Get&#252;mmel anzuschlie&#223;en.

Harry und Ron hatten ihre letzte Pr&#252;fung in Wahrsagen, Hermine in Muggelkunde. Sie gingen zusammen die Marmortreppe hoch, oben verabschiedete sie sich und Harry und Ron stiegen weiter bis in den siebten Stock, wo schon einige aus ihrer Klasse auf der Wendeltreppe zu Professor Trelawneys Zimmer sa&#223;en und sich in letzter Minute noch abfragten.

Die beiden setzten sich zu Neville.Sie will uns alle einzeln drannehmen, erkl&#228;rte er. Auf seinem Scho&#223; lag Entnebelung der Zukunft, das Kapitel &#252;ber Kristallkugeln aufgeschlagen.Hat einer von euch jemals irgendwas in einer Kristallkugel gesehen?, fragte er bek&#252;mmert.

Null, sagte Ron beil&#228;ufig. Immer wieder sah er auf die Uhr; Harry wu&#223;te, da&#223; er die Minuten bis zum Beginn von Seidenschnabels Verhandlung z&#228;hlte.

Die Warteschlange vor dem Klassenzimmer wurde nur m&#228;hlich k&#252;rzer. Jeden, der die silberne Leiter herabstieg, l&#246;cherten sie mit gezischelten Fragen:

Was wollte sie wissen? War es schwer?

Doch keiner mochte etwas sagen.

Sie meint, sie wisse aus der Kristallkugel, da&#223; mir was Furchtbares passieren wird, wenn ich es verrate!, quiekte Neville, als er die Leiter zu Harry und Ron herunterkletterte, die unten warteten.

Das macht sie geschickt, schnaubte Ron.Wei&#223;t du, allm&#228;hlich glaube ich, da&#223; Hermine Recht hatte(er wies mit dem Daumen nach unten),sie ist nichts weiter als 'ne olle Schwindlerin.

Stimmt, sagte Harry und sah jetzt selbst auf die Uhr. Inzwischen war es zwei.Wenn sie sich nur beeilen w&#252;rde

Parvati kam gl&#252;hend vor Stolz die Leiter herunter.

Sie sagt, ich h&#228;tte alles, was eine wahre Seherin braucht, verk&#252;ndete sie Harry und Ron.Ich hab ja so viel gesehen also, viel Gl&#252;ck!

Und sie kletterte die Wendeltreppe hinunter, wo Lavender auf sie wartete.

Ronald Weasley, sagte die vertraute rauchige Stimme &#252;ber ihren K&#246;pfen. Ron zog eine Grimasse, kletterte die silberne Leiter hoch und verschwand. Jetzt war nur noch Harry &#252;brig. Er setzte sich mit dem R&#252;cken an der Wand auf den Boden und lauschte dem Summen einer Fliege am sonnendurchfluteten Fenster. In Gedanken war er dr&#252;ben am Waldrand bei Hagrid.

Endlich, nach zwanzig Minuten, erschienen Rons gro&#223;e F&#252;&#223;e auf der Leiter.

Wie ist es gelaufen?, fragte Harry und stand auf

Bescheuert, sagte Ron.Hab &#252;berhaupt nichts gesehen, also hab ich was erfunden. Glaub aber nicht, da&#223; sie richtig &#252;berzeugt war

Wir treffen uns im Gemeinschaftsraum, murmelte Harry, und schon rief Professor TrelawneyHarry Potter!.

Im Turmzimmer war es stickiger denn je; die Vorh&#228;nge waren zugezogen, das Feuer loderte und die s&#252;&#223;lichen D&#252;nste lie&#223;en Harry husten. Er stolperte durch das Gewirr von St&#252;hlen und Tischen hin&#252;ber zu Professor Trelawney, die vor einer gro&#223;en Kristallkugel sa&#223;.

Guten Tag, mein Lieber, sagte sie sanft.Wenn Sie so nett w&#228;ren, in die Kugel zu schauen lassen Sie sich ruhig Zeit und dann sagen Sie mir, was Sie sehen

Harry beugte sich &#252;ber die Kristallkugel und starrte hinein, mit aller Kraft suchte er nach etwas anderem als dem wei&#223;en Nebelgewaber, doch nichts geschah.

Nun?, hakte Professor Trelawney sachte nach.Was sehen Sie?

Die Hitze &#252;berw&#228;ltigte ihn und der parf&#252;mierte Rauch, der vom Feuer her&#252;berwaberte, stach ihm in die Nase. Er dachte an Ron und beschlo&#223;, es ihm gleichzutun.

&#196;hm -, sagte Harry,eine dunkle Gestalt &#228;h

Wem &#228;hnelt sie?, fl&#252;sterte Professor Trelawney.Denken Sie mal nach

Harry lie&#223; die Gedanken schweifen und sie landeten bei Seidenschnabel.

Einem Hippogreif, sagte er entschieden.

Tats&#228;chlich!, fl&#252;sterte Professor Trelawney und kritzelte eifrig Notizen auf das Blatt Pergament auf ihren Knien.

Mein Lieber, gewi&#223; sehen Sie, wie dieser Streit des armen Hagrid mit dem Zaubereiministerium ausgeht! Sehen Sie genauer hin hat der Hippogreif denn noch seinen Kopf?

Ja, sagte Harry nachdr&#252;cklich.

Sind Sie sicher?, dr&#228;ngte ihn Professor Trelawney.Sind Sie ganz sicher, mein Lieber? Sehen Sie nicht vielleicht doch, wie er sich auf der Erde windet und eine dunkle Gestalt &#252;ber ihm die Axt erhebt?

Nein!, sagte Harry und allm&#228;hlich wurde ihm schlecht.

Kein Blut? Kein weinender Hagrid?

Nein!, sagte Harry noch einmal und w&#252;nschte sich nichts sehnlicher als endlich aus diesem stickigen Zimmer zu entkommen.Er sieht gut aus, er  fliegt davon

Professor Trelawney seufzte.

Nun, mein Lieber, ich denke, wir belassen es dabei ein wenig entt&#228;uschend aber sicher haben Sie Ihr Bestes getan.

Erleichtert stand Harry auf, griff nach seiner Tasche und wandte sich zum Gehen, doch pl&#246;tzlich ert&#246;nte eine laute, r&#252;de Stimme hinter ihm.

Es wird heute Nacht geschehen.

Harry wirbelte herum. Professor Trelawney war in ihrem Lehnstuhl erstarrt, mit schielendem Blick und offenem Mund.

W-wie bitte?, sagte Harry.

Doch Professor Trelawney schien ihn nicht zu h&#246;ren. Ihre Augen fingen an zu kullern. Harry packte die Angst. Sie sah aus, als w&#252;rde sie gleich einen Anfall kriegen. Er &#252;berlegte, ob er in den Krankenfl&#252;gel laufen sollte, z&#246;gerte  und dann sprach Professor Trelawney erneut, mit derselben r&#252;den Stimme, ganz ungewohnt aus ihrem Mund:

Der Schwarze Lord ist einsam, von Freunden und Anh&#228;ngern verlassen. Sein Knecht lag zw&#246;lf Jahre in Ketten. Heute Nacht, vor der zw&#246;lften Stunde, wird der Knecht die Ketten abwerfen und sich auf den Weg zu seinem Meister machen. Mit seiner Hilfe wird der Schwarze Lord erneut die Macht ergreifen und schrecklicher herrschen denn je. Heute Nacht vor der zw&#246;lften Stunde wird der Knecht sich auf den Weg machen zur&#252;ck zu seinem Meister

Professor Trelawneys Kopf sackte auf die Brust. Sie machte ein grunzendes Ger&#228;usch. Harry stand da und starrte sie an. Dann, ganz pl&#246;tzlich, zuckte ihr Kopf in die H&#246;he.

Tut mir ja so Leid, mein Junge, sagte sie traumverloren,die Hitze, Sie wissen ich mu&#223; kurz einged&#246;st sein

Harry starrte sie unverwandt an.

Stimmt irgendwas nicht, mein Lieber?

Sie  Sie haben mir eben gesagt, da&#223;  der Schwarze Lord wiederkommen wird da&#223; sein Knecht zu ihm zur&#252;ckkehrt

Professor Trelawney schien aufrichtig perplex.

Der Schwarze Lord? Er, dessen Name nicht genannt werden darf? Mein lieber Junge, dar&#252;ber macht man keine Witze wiederkommen, also h&#246;ren Sie mal -

Aber Sie haben es eben gesagt! Sie sagten, der Schwarze Lord -

Ich glaube, auch Sie sind kurz wegged&#246;st, mein Lieber!, sagte Professor Trelawney.Ich w&#252;rde mir nat&#252;rlich nie anma&#223;en, etwas so Unsinniges vorauszusagen!

Gedankenversunken stieg Harry die Leiter und die Wendeltreppe hinunter Hatte er eine echte Vorhersage von Professor Trelawney geh&#246;rt? Oder wollte sie die Pr&#252;fung nur nach ihrem Geschmack beschlie&#223;en, mit etwas, das m&#228;chtig Eindruck hinterlie&#223;?

F&#252;nf Minuten sp&#228;ter, als er an den Sicherheitstrollen vor dem Gryffindor-Turm vorbeihastete, klangen ihm ihre Worte noch immer in den Ohren. Viele kamen ihm entgegen, lachend und scherzend und befreit, auf dem Weg hinaus vors schlo&#223;, um sich ein wenig in die Sonne zu legen; als er durch das Portr&#228;tloch in den Gemeinschaftsraum stieg, war fast keiner mehr da. Dr&#252;ben in einer Ecke allerdings hockten Ron und Hermine.

Professor Trelawney, keuchte Harry,hat mir eben gesagt -

Doch beim Anblick ihrer Gesichter stockte ihm die Stimme.

Seidenschnabel hat verloren, sagte Ron ersch&#246;pft.Das hier kam gerade von Hagrid.

Diesmal war Hagrids Nachricht trocken, keine Tr&#228;ne hatte das Blatt benetzt, doch seine Hand hatte offenbar derma&#223;en gezittert, da&#223; die Notiz kaum leserlich war.

Berufung verloren. Sie richten ihn bei Sonnenuntergang hin. Ihr k&#246;nnt nichts mehr tun. Kommt nicht runter. Ich will nicht, da&#223; ihr es mit anseht.

Hagrid

Wir m&#252;ssen hin, sagte Harry sofort.Wir k&#246;nnen ihn nicht alleine rumhocken und auf den Henker warten lassen!

Sonnenuntergang, sagte Ron und starrte mit glasigem Blick aus dem Fenster.Das erlauben sie uns nie und dir schon gar nicht, Harry

Harry lie&#223; den Kopf in die H&#228;nde sinken und &#252;berlegte.

Wenn ich nur den Tarnumhang h&#228;tte

Wo ist er?, fragte Hermine.

Harry erkl&#228;rte ihr, da&#223; er ihn im Geheimgang unter der ein&#228;ugigen Hexe versteckt hatte.

 wenn Snape mich noch mal in dieser Ecke trifft, sitz ich wirklich in der Patsche, schlo&#223; er.

Das stimmt, sagte Hermine und stand aufWenn er dich sieht wie geht dieser Hexenbuckel noch mal auf?.

Du  tippst dagegen und sagst >Dissendium<, erkl&#228;rte ihr Harry,aber -

Hermine wartete nicht, bis er ausgeredet hatte; mit gro&#223;en Schritten durchquerte sie das Zimmer, klappte das Bild der fetten Dame zur Seite und verschwand.

Sie geht doch nicht etwa hin und holt den Umhang?, sagte Ron und starrte ihr mit offenem Mund nach.

Genau das tat Hermine. Eine halbe Stunde sp&#228;ter kam sie zur&#252;ck, mit dem sorgf&#228;ltig gefalteten silbrigen Tarnumhang unter ihrem eigenen Umhang verborgen.

Hermine, ich wei&#223; nicht, was seit neuestem in dich gefahren ist!, sagte Ron verdutzt.Erst verm&#246;belst du Malfoy, dann marschierst du bei Professor Trelawney einfach aus dem Unterricht -

Offensichtlich f&#252;hlte Hermine sich geschmeichelt.

Wie alle andern gingen sie zum Abendessen, doch sie kehrten danach nicht in den Turm zur&#252;ck. Harry hatte den Umhang unter seinem eigenen versteckt; er mu&#223;te die Arme verschr&#228;nkt halten, um das B&#252;ndel zu verbergen. Sie huschten in eine leere Kammer neben der Eingangshalle und lauschten, bis sie sicher waren, da&#223; keiner mehr drau&#223;en war. Ein letztes P&#228;rchen eilte durch die Halle und eine T&#252;r knallte zu. Hermine steckte den Kopf durch den T&#252;rspalt.

Gut, fl&#252;sterte sie,keiner mehr da  unter den Umhang -

Eng aneinander geschmiegt, damit sie alle unter den Tarnumhang pa&#223;ten, durchquerten sie auf Zehenspitzen die Gro&#223;e Halle und stiegen die steinernen Stufen zum Schlo&#223;gel&#228;nde hinunter. Schon versank die Sonne hinter dem Verbotenen Wald und tauchte die Baumspitzen in Gold.

Vor Hagrids H&#252;tte angelangt, klopften sie. Er brauchte eine Welle, um sich zu r&#252;hren, dann trat er vor die T&#252;r und schaute sich fahlgesichtig und zitternd nach seinem Besucher um.

Wir sind's, zischte Harry.Wir tragen den Tarnumhang. La&#223; uns rein, dann k&#246;nnen wir ihn ablegen.

Ihr h&#228;ttet nicht kommen sollen!, fl&#252;sterte Hagrid, trat aber zur&#252;ck und sie gingen hinein. Rasch schlo&#223; Hagrid die T&#252;r und Harry zog den Umhang herunter.

Hagrid weinte nicht und er warf sich auch keinem von ihnen um den Hals. Er sah aus wie jemand, der nicht wei&#223;, wo er ist oder was er tut. Diese Hilflosigkeit war noch schlimmer mit anzusehen als Tr&#228;nen.

Wollt ihr 'n Tee?, sagte er. Mit zitternden Pranken langte er nach dem Kessel.

Wo ist Seidenschnabel, Hagrid?, fragte Hermine z&#246;gernd.

Ich  ich hab ihn rausgebracht, sagte Hagrid und bekleckerte beim Auff&#252;llen des Milchkrugs den ganzen Tisch.Er ist hinter meinem K&#252;rbisbeet an der Leine. Dachte, er sollte noch mal die B&#228;ume sehen und  und ein wenig frische Luft schnappen  bevor -

Hagrids Hand zitterte so heftig, da&#223; ihm der Milchkrug entglitt und auf dem Boden zerschellte.

Ich mach das schon, Hagrid, sagte Hermine rasch und beeilte sich, den Milchsee aufzuwischen.

Da ist noch einer im Schrank, sagte Hagrid. Er setzte sich und wischte sich mit dem &#196;rmel die Stirn. Harry warf Ron einen Blick zu, den dieser mit hoffnungsleeren Augen erwiderte.

Kann man denn gar nichts mehr machen, Hagrid?, fragte Harry jetzt wild entschlossen und setzte sich neben ihn.Dumbledore -

Er hat's doch versucht, sagte Hagrid.Aber er hat nicht die Macht, das Urteil zu &#228;ndern. Er hat den Leuten vom Ausschu&#223; erkl&#228;rt, da&#223; Seidenschnabel in Ordnung ist, aber die haben doch Angst ihr kennt Lucius Malfoy der hat sie bedroht, vermut ich mal und der Henker, Macnair, ist ein alter Kumpel von Malfoy aber es wird schnell und sauber gehen und ich werd bei ihm sein

Hagrid schluckte. Sein Blick huschte durch die H&#252;tte, als suchte er verzweifelt nach einem Fetzen Hoffnung oder Trost.

Dumbledore will auch dabei sein, wenn es wenn es passiert. Hat mir heute Morgen geschrieben. Er will will bei mir sein. Gro&#223;artiger Mensch, Dumbledore

Hermine, die in Hagrids Schrank nach einem anderen Milchkrug gesucht hatte, lie&#223; einen leisen, rasch erstickten Schluchzer h&#246;ren. Mit dem Krug in der Hand richtete sie sich auf,

Wir bleiben bei dir, Hagrid, begann sie und k&#228;mpfte mit den Tr&#228;nen, doch Hagrid sch&#252;ttelte seinen zottigen Kopf.

Ihr m&#252;&#223;t zur&#252;ck ins Schlo&#223;. Ich hab euch doch gesagt, ich will nicht, da&#223; ihr zuseht. Und ihr solltet ohnehin nicht hier unten sein wenn Fudge und Dumbledore euch hier finden, Harry, dann kriegt ihr gewaltigen &#196;rger.

Stumme Tr&#228;nen rannen nun an Hermines Wangen hinunter, doch sie werkelte am Teekessel herum, um sie vor Hagrid zu verbergen. Dann langte sie nach der Milchflasche um die Kanne zu f&#252;llen  und stie&#223; einen spitzen Schrei aus.

Ron! Ich  das gibt's doch nicht  es ist Kr&#228;tze!

Ron starrte sie mit aufgerissenem Mund an.

Was redest du da?

Hermine trug die Milchkanne hin&#252;ber zum Tisch und stellte sie auf den Kopf. Mit einem panischen Quieken und verzweifelt mit den Beinchen krabbelnd, um wieder in die Kanne zu kommen, kam Kr&#228;tze auf den Tisch gekullert.

Kr&#228;tze!, sagte Ron entgeistert.Kr&#228;tze, was machst du denn hier?

Er packte die widerspenstige Ratte und hielt sie ins Licht. Kr&#228;tze sah schrecklich aus. Er war d&#252;nner als je, dicke Haarb&#252;schel waren ihm ausgefallen und hatten gro&#223;e kahle Stellen hinterlassen. Er wand sich in Rons Hand, als ob er verzweifelt das Weite suchte.

Ist schon gut, Kr&#228;tze!, sagte Ron.Keine Katzen! Keiner hier will dir was antun!

Pl&#246;tzlich stand Hagrid auf und sp&#228;hte durch das Fenster. Sein wettergegerbtes Gesicht hatte die Farbe von Pergament angenommen.

Sie kommen

Harry, Ron und Hermine wirbelten herum. In der Ferne sahen sie ein paar M&#228;nner die Schlo&#223;treppe herunterkommen. Voran ging Albus Dumbledore, dessen silberner Bart in der untergehenden Sonne schimmerte. Ihm nach trottete Cornelius Fudge. Dann folgten das tattrige alte Ausschu&#223;mitglied und Macnair, der Henker.

Ihr m&#252;&#223;t gehen, sagte Hagrid. Er zitterte am ganzen Leib.Sie d&#252;rfen euch hier nicht finden verschwindet jetzt, schnell

Ron stopfte Kr&#228;tze in seine Tasche und Hermine nahm den Umhang hoch.

Ich la&#223; euch hinten raus, sagte Hagrid.

Sie folgten ihm durch die T&#252;r in seinen Garten. Harry kam alles seltsam unwirklich vor, und das um so mehr, als er ein paar Meter entfernt Seidenschnabel sah, den Hagrid an den Zaun um sein K&#252;rbisbeet gebunden hatte. Seidenschnabel schien zu wissen, da&#223; etwas geschehen w&#252;rde. Er warf den Kopf hin und her und scharrte nerv&#246;s auf der Erde.

Ist schon gut, Schn&#228;belchen, sagte Hagrid leise.Es ist alles gutEr wandte sich den dreien zu.Geht jetzt, sagte er,sputet euch.

Doch sie r&#252;hrten sich nicht.

Hagrid, wir k&#246;nnen nicht einfach -

Wir sagen ihnen, was wirklich passiert ist -

Sie d&#252;rfen ihn nicht umbringen -

Geht, sagte Hagrid grimmig.Ist alles schon schlimm genug, da m&#252;&#223;t ihr nicht auch noch &#196;rger kriegen!

Sie hatten keine Wahl. Als Hermine den Umhang &#252;ber Harry und Ron warf, h&#246;rten sie Stimmen vor der H&#252;tte. Hagrid sah auf die Stelle, wo sie eben verschwunden waren.

Geht schnell, sagte er heiser,und lauscht nicht

Jemand klopfte an seine T&#252;r und er ging rasch in die H&#252;tte.

Langsam, wie in grauenerf&#252;llter Trance, schlichen sich Harry, Ron und Hermine leise um Hagrids H&#252;tte herum. Als sie auf der anderen Seite waren, fiel die Vordert&#252;r mit einem scharfen Knall ins Schlo&#223;.

Beeilen wir uns, bitte, fl&#252;sterte Hermine.Ich kann das nicht sehen, ich kann es nicht ertragen

Sie gingen den Rasenhang zum Schlo&#223; hoch. Die Sonne versank jetzt schnell am Horizont; der Himmel hatte ein klares, mit purpurnen Schleiern durchzogenes Grau angenommen, doch im Westen gl&#252;hte es rubinrot.

Ron blieb wie angewurzelt stehen.

O bitte, Ron, sagte Hermine.

Es ist Kr&#228;tze  gibt einfach keine Ruhe -

Ron hatte sich geb&#252;ckt und versuchte Kr&#228;tze in der Tasche zu halten, doch die Ratte hatte rasende Angst gepackt; mit irrem Quieken, sich windend und kratzend, versuchte sie die Z&#228;hne in Rons Hand zu versenken.

Kr&#228;tze, ich bin's, Ron, du Dummkopf!, zischte Ron.

Hinter ihnen ging eine T&#252;r auf und sie h&#246;rten M&#228;nnerstimmen.

O Ron, bitte, gehn wir weiter, sie tun's jetzt!, keuchte Hermine.

Gut  Kr&#228;tze, bleib hier -

Sie gingen weiter; Harry und Hermine versuchten, nicht auf die Stimmen hinter ihnen zu h&#246;ren. Wieder erstarrte Ron.

Ich kann sie nicht mehr festhalten  Kr&#228;tze, halt's Maul, die h&#246;ren uns doch -

Die Ratte quiekte spitz, doch nicht laut genug, um die Ger&#228;usche zu &#252;berdecken, die von Hagrids Garten her&#252;berwehten. Zun&#228;chst gab es ein Gewirr undeutlicher M&#228;nnerstimmen, dann trat Stille ein, und dann, ohne Warnung, h&#246;rten sie das unmi&#223;verst&#228;ndliche Surren und den dumpfen Aufschlag einer Axt.

Hermine wankte.

Sie haben es wirklich getan!, fl&#252;sterte sie Harry zu.Ich k kann's nicht fassen  sie haben's getan!



Kater, Ratte, Hund

Harry war so entsetzt, da&#223; er keinen Gedanken mehr fassen konnte. Gel&#228;hmt vor Schreck standen sie unter dem Tarnumhang. Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne tauchten das Land und die langen Schatten der B&#228;ume in blutrotes Licht. Dann h&#246;rten sie ein wildes Heulen.

Hagrid, murmelte Harry. Unwillk&#252;rlich machte er kehrt, doch Ron und Hermine packten ihn an den Armen.

Wir k&#246;nnen jetzt nicht zu ihm, sagte Ron, das Gesicht wei&#223; wie Papier.Wenn sie rauskriegen, da&#223; wir ihn besucht haben, wird alles noch viel schlimmer f&#252;r ihn

Hermine atmete flach und unregelm&#228;&#223;ig.

Wie wie konnten sie nur?, w&#252;rgte sie hervor.Wie konnten sie das tun?

Gehen wir, sagte Ron mit klappernden Z&#228;hnen.

Sie gingen weiter und achteten unter dem Tarnumhang sorgf&#228;ltig auf ihre Schritte, um sich nicht zu verraten. Das Tageslicht erstarb rasch. Als sie freies Gel&#228;nde erreicht hatten, legte sich die Dunkelheit wie ein Fluch &#252;ber sie.

Gib Ruhe, Kr&#228;tze, zischte Ron und pre&#223;te die Hand auf die Brusttasche. Die Ratte strampelte und kratzte verzweifelt. Ron blieb pl&#246;tzlich stehen und versuchte Kr&#228;tze tiefer in die Tasche zu zw&#228;ngen.Was ist los mit dir, du dumme Ratte? Ruhe jetzt  autsch! Er hat mich gebissen!

Sei leise, Ron!, fl&#252;sterte Hermine eindringlich.Fudge wird sicher gleich kommen -

Er  will  einfach  nicht  dableiben -

Kr&#228;tze hatte offensichtlich H&#246;llenangst. Er str&#228;ubte sich mit aller Kraft und versuchte aus Rons Griff zu entkommen.

Was ist eigentlich los mit ihm -?

Doch Harry hatte es schon gesehen  etwas schlich auf sie zu, den K&#246;rper an den Boden geschmiegt, die weit aufgerissenen gelben Augen gespenstisch in der Dunkelheit glimmend  Krummbein. Ob er sie sehen konnte oder nur Kr&#228;tzes Quieken folgte, wu&#223;te Harry nicht zu sagen.

Krummbein!, st&#246;hnte Hermine,nein, Krummbein, hau ab!

Doch der Kater kam n&#228;her.

Kr&#228;tze  nein!

Zu sp&#228;t  die Ratte entglitt Rons Fingern, fiel zu Boden und raschelte davon. Mit einem gewaltigen Sprung setzte ihr Krummbein nach, und bevor Harry oder Hermine auch nur die Hand r&#252;hren konnte, warf Ron den Tarnumhang ab und rannte ihnen hinterher in die Dunkelheit.

Ron!, seufzte Hermine.

Harry und Hermine sahen sich kurz an, dann st&#252;rzten auch sie los; richtig rennen konnten sie nicht unter dem Tarnumhang, und so warfen sie ihn ab und lie&#223;en ihn hinter sich herflattern wie eine Fahne. Vor sich h&#246;rten sie das schnelle Getrommel von Rons F&#252;&#223;en.

La&#223; ihn in Ruhe  hau ab  Kr&#228;tze, komm hierher -

Es gab einen dumpfen Aufschlag.

Hab ich dich! Hau ab, du stinkender Kater -

Fast w&#228;ren Harry und Hermine &#252;ber Ron gestolpert. Er lag r&#252;cklings auf dem Boden, doch Kr&#228;tze war wieder in seiner Tasche; mit beiden H&#228;nden dr&#252;ckte er fest auf die zitternde Beule.

Ron  komm jetzt  zur&#252;ck unter den Umhang -, keuchte Hermine.Dumbledore  und der Minister  sie kommen sicher gleich hier lang -

Doch bevor sie sich wieder tarnen konnten, ja bevor sie wieder zu Atem kamen, h&#246;rten sie das leise Trommeln riesiger Pfoten etwas kam auf sie zugesprungen, stumm wie ein Schatten  ein riesiger, fahl&#228;ugiger, rabenschwarzer Hund.

Harry griff nach dem Zauberstab, doch zu sp&#228;t  der Hund hatte einen gewaltigen Sprung gemacht und stie&#223; mit den Vorderpfoten gegen Harrys Brust; unter einem Wirbel von Haaren st&#252;rzte er zu Boden; er sp&#252;rte den hei&#223;en Atem des Hundes &#252;ber sich, sah seine fingerlangen Z&#228;hne -

Doch die Schnellkraft seines Sprungs lie&#223; den Hund &#252;ber Harry hinwegrollen; Harry hatte das Gef&#252;hl, s&#228;mtliche Rippen w&#228;ren ihm gebrochen; ganz benommen wollte er sich aufrichten, doch er h&#246;rte, wie sich der Hund knurrend zu einem neuen Angriff bereitmachte.

Ron war inzwischen auf den Beinen  wieder setzte der Hund zum Sprung an, doch diesmal stie&#223; er Harry nur beiseite  und sein Maul klammerte sich um Rons ausgestreckten Arm; Harry warf sich auf ihn und packte eine Hand voll Fellhaare, doch das Untier zerrte Ron mit sich fort, so m&#252;helos, als w&#228;re er eine Stoffpuppe -

Dann, aus dem Nichts, schlug Harry etwas so heftig ins Gesicht, da&#223; er wieder den Boden unter den F&#252;&#223;en verlor. Auch Hermine schrie vor Schmerz und er h&#246;rte sie st&#252;rzen.

Harry tastete nach seinem Zauberstab -

Lumos!, fl&#252;sterte er.

Das Licht des Zauberstabs fiel auf den dicken Stamm eines Baumes; sie hatten Kr&#228;tze in den Schatten der Peitschenden Weide verfolgt, deren Zweige &#228;chzten, als herrsche Sturm, peitschend schlugen sie aus und verwehrten ihnen jeden weiteren Schritt auf sie zu.

Und dort, unten am Fu&#223; des Baumstamms, war der Hund. Er zerrte Ron fort, hinein in eine gro&#223;e Erdspaltezwischen den Wurzeln  Ron wehrte sich verzweifelt, doch schon war sein Kopf verschwunden -

Ron!, rief Harry und versuchte ihm zu folgen, doch ein kr&#228;ftiger Zweig peitschte ihm todbringend entgegen und er mu&#223;te zur&#252;ckweichen.

Jetzt war nur noch Rons Bein zu sehen, mit dem er sich an einer Wurzel festgehakt hatte, um nicht weiter in die Tiefe gezerrt zu werden  doch ein f&#252;rchterliches Knacken durchschnitt die Luft wie ein Gewehrschuss; Rons Bein war gebrochen und schon war sein Fu&#223; verschwunden.

Harry  wir m&#252;ssen Hilfe holen -, keuchte Hermine; auch sie blutete; die Peitschende Weide hatte ihr die Schulter aufgerissen.

Nein!, sagte Harry und wollte Ron nachst&#252;rzen, doch wieder surrte ein dicker Zweig durch die Luft und er konnte sich gerade noch rechtzeitig wegducken.Dieser K&#246;ter ist gro&#223; genug, um ihn zu fressen, wir haben nicht die Zeit -

Harry  ohne Hilfe kommen wir nie durch -

Wieder schlug ein Ast nach ihnen aus, die kleinen Zweige geballt wie F&#228;uste.

Wenn dieser K&#246;ter dort reinkommt, dann kommen wir auch rein, keuchte Harry. Immer wieder wollte er unter den Baum vorsto&#223;en, doch er kam keinen Schritt n&#228;her an die Wurzeln, ohne sich den Hieben seiner Zweige auszusetzen.

Oh, Hilfe, Hilfe, fl&#252;sterte Hermine verzweifelt und t&#228;nzelte ratlos auf der Stelle,bitte

Pfeilschnell scho&#223; Krummbein an ihnen vorbei. Wie eine Schlange wich er den Hieben der Weide aus und setzte dann die Vorderpfote auf einen Knoten am Baumstamm.

Sofort erstarrte der ganze Baum, als w&#228;re er zu Stein geworden. Kein Zweig r&#252;hrte sich, kein Blatt zitterte.

Krummbein!, fl&#252;sterte Hermine argw&#246;hnisch. Sie klammerte sich so fest an Harrys Arm, da&#223; es wehtat.Woher wu&#223;te er das -?

Er ist mit diesem Hund befreundet, sagte Harry grimmig.Ich hab sie zusammen gesehen. Komm  und halt deinen Zauberstab bereit -

Im Handumdrehen waren sie beim Baumstamm, doch bevor sie den Spalt zwischen den Wurzeln erreicht hatten, war Krummbein schon hineingesprungen. Sie sahen nur noch seinen Schwanz, kr&#228;ftig wie eine Flaschenb&#252;rste, vor ihnen herwedeln. Harry folgte ihm; mit dem Kopf voran krabbelte er hinein, glitt eine Erdrutsche hinunter und landete auf dem Boden eines sehr niedrigen Tunnels. Ein paar Meter vor ihm blitzten Krummbeins Augen im Licht seines Zauberstabs. Sekunden sp&#228;ter kam Hermine runtergeschlittert und landete neben ihm.

Wo ist Ron?, fl&#252;sterte sie &#228;ngstlich.

Da lang, sagte Harry und folgte Krummbein mit gebeugtem R&#252;cken.

Wohin f&#252;hrt dieser Tunnel?, keuchte Hermine hinter ihm.

Ich wei&#223; nicht er ist auf der Karte des Rumtreibers eingezeichnet, aber Fred und George glauben, hier sei noch keiner reingekommen die Karte zeigte nicht, wo er endet, aber es sah so aus, als w&#252;rde er nach Hogsmeade f&#252;hren

Tief geb&#252;ckt liefen sie, so schnell sie konnten; immer wieder erhaschten sie einen Blick auf Krummbeins Schwanz. Der Geheimgang schien nicht enden zu wollen; er kam Harry so lang vor wie der zum Honigtopf. Er dachte nur noch an Ron und stellte sich vor, was der Riesenhund mit ihm anstellen konnte er rannte weiter, die H&#228;nde fast auf dem Boden, ersch&#246;pft um Luft ringend

Endlich begann der Tunnel anzusteigen; kurz darauf ging es in eine Biegung und Krummbein war verschwunden.

Doch jetzt konnte Harry einen schwachen Lichtfleck erkennen, der durch eine kleine &#214;ffnung fiel.

Die beiden hielten inne und rangen nach Atem, dann drangen sie weiter vor. Sie hoben ihre Zauberst&#228;be, um zu sehen, was hinter der &#214;ffnung lag.

Es war ein Zimmer, w&#252;st und staubig. Die Tapeten sch&#228;lten sich von den W&#228;nden;  der ganze Fu&#223;boden war mit Flecken bedeckt; alle M&#246;bel waren kaputt, als ob sie jemand zertr&#252;mmert h&#228;tte. Die Fenster waren mit Brettern vernagelt.

Harry warf Hermine einen Blick zu. Sie schien ver&#228;ngstigt, nickte aber.

Harry zog sich nach oben aus dem Loch und schaute sich um. niemand war in diesem Raum, doch zur Rechten stand eine T&#252;r offen, die in einen d&#252;steren Flur f&#252;hrte. Pl&#246;tzlich packte Hermine Harrys Arm. Ihre aufgerissenen Augen wanderten &#252;ber die vernagelten Fenster.

Harry, fl&#252;sterte sie,ich glaub, wir sind in der Heulenden H&#252;tte.

Harry sah sich um. Sein Blick fiel auf einen Stuhl neben ihnen. Holzst&#252;cke waren rausgerissen worden; ein Stuhlbein war abgerissen.

Das waren keine Gespenster, sagte er langsam.

In diesem Augenblick knarrte es &#252;ber ihren K&#246;pfen. Im oberen Stockwerk hatte sich etwas bewegt. Sie blickten zur Decke. Hermine hatte sich so fest an Harrys Arm geklammert, da&#223; seine Finger taub wurden. Er hob die Augenbrauen und sah sie an; sie nickte ihm zu und lie&#223; ihn los.

So leise sie konnten, schlichen sie hinaus in den Flur und die morsche Treppe hoch. Eine dicke Staubschicht lag &#252;berall, nur auf den Stufen hatte etwas Schweres, das nach oben geschleift worden war, einen hellen, gl&#228;nzenden Streifen hinterlassen.

Oben gelangten sie in einen dunklen Korridor.

Nox, fl&#252;sterten sie wie aus einem Mund und die Lichter an den Spitzen ihrer Zauberst&#228;be erloschen. Nur eine T&#252;r stand offen. Als sie sich herantasteten, h&#246;rten sie, wie sich etwas dahinter bewegte; ein leises St&#246;hnen und dann ein tiefes, lautes Schnurren. Sie wechselten einen letzten Blick und ein letztes Kopfnicken.

Harry umklammerte den Zauberstab und hob ihn hoch, dann trat er die T&#252;r auf.

Auf einem pr&#228;chtigen Himmelbett mit verstaubten Vorh&#228;ngen fl&#228;zte sich Krummbein, der bei Harrys Anblick laut zu schnurren begann. Neben dem Bett auf dem Fu&#223;boden lag Ron, die H&#228;nde um ein Bein geklammert, das in merkw&#252;rdigem Winkel abstand.

Harry und Hermine st&#252;rzten zu ihm hin.

Ron  was ist los mit dir?

Wo ist der Hund?

Kein Hund, st&#246;hnte Ron und bi&#223; vor Schmerz die Z&#228;hne zusammen.Harry, das ist eine Falle!

Was?

Er ist der Hund er ist ein Animagus

Ron starrte &#252;ber Harrys Schulter. Harry wirbelte herum.

Der Mann im Schatten lie&#223; die T&#252;r ins Schlo&#223; fallen.

Das schmutzige verfilzte Haar reichte ihm bis zu den Ellbogen. Wenn aus den tiefen, dunklen H&#246;hlen in seinem Gesicht keine Augen geleuchtet h&#228;tten, h&#228;tte er auch eine Leiche sein k&#246;nnen. Die w&#228;chserne Haut war so fest &#252;ber die Knochen gespannt, da&#223; sein Kopf wie ein Totensch&#228;del aussah. Ein Grinsen offenbarte die gelben Z&#228;hne. Es war Sirius Black.

Expelliarmus!, kr&#228;chzte er und richtete Rons Zauberstab auf sie.

Harry und Hermine ri&#223; es die Zauberst&#228;be aus den H&#228;nden, sie wirbelten durch die Luft und Black fing sie auf, Dann kam er einen Schritt n&#228;her. Seine Augen waren unverwandt auf Harry gerichtet.

Ich Wu&#223;te, da&#223; du kommen w&#252;rdest, um deinem Freund zu helfen, sagte er heiser. Seine Stimme klang, als h&#228;tte er sie schon lange nicht mehr gebraucht.Dein Vater h&#228;tte dasselbe f&#252;r mich getan. Mutig von dir, nicht erst einen Lehrer zu holen. Ich bin dir dankbar, es wird alles viel leichter machen

Die Bemerkung &#252;ber seinen Vater klang in Harrys Ohren nach, als ob Black ihn angeschrien h&#228;tte. Brennender Ha&#223; loderte in seiner Brust hoch und lie&#223; f&#252;r Angst keinen Platz. Zum ersten Mal in seinem Leben wollte er den Zauberstab nicht zur&#252;ckhaben, um sich zu verteidigen, sondern um anzugreifen zu t&#246;ten. Ohne zu wissen, was er tat, wollte er losst&#252;rzen, doch neben ihm gab es eine rasche Bewegung und zwei Paar H&#228;nde packten ihn und hielten ihn zur&#252;ck -Nein Harry!, fl&#252;sterte Hermine, die Augen schreckensstarr; Ron jedoch sprach zu Black.

Wenn Sie Harry t&#246;ten wollen, dann m&#252;ssen Sie uns auch t&#246;ten!, sagte er grimmig, doch die Anstrengung, aufrecht zu stehen, trieb ihm den letzten Rest Farbe aus dem Gesicht und er schwankte ein wenig.

In Blacks schattigen Augen flackerte etwas auf

Leg dich hin, sagte er leise zu Ron.Dein Bein ist gebrochen.

Haben Sie mich geh&#246;rt?, sagte Ron schwach, doch er klammerte sich an Harry, um nicht zu fallen.Sie m&#252;ssen uns alle drei umbringen!

Es wird heute Nacht nur einen Mord geben, sagte Black und sein Grinsen wurde breiter.

Warum das denn?. fauchte Harry und versuchte sich dem Griff von Ron und Hermine zu entwinden.Das letzte

Mal hat's Sie doch auch nicht gek&#252;mmert, oder? All diese Muggel abzuschlachten, um an Pettigrew zu kommen, hat Ihnen nichts ausgemacht was ist los, haben sie Sie weich gekriegt in Askaban?

Harry!, wimmerte Hermine.Sei still!

Er hat meine Mum und meinen Dad umgebracht!, br&#252;llte Harry. Mit einem heftigen Ruck befreite er sich von Hermine, und Ron st&#252;rzte sich Black entgegen.

Harry hatte alle Zauberei vergessen  er hatte vergessen, da&#223; er klein und mager und dreizehn war, Black dagegen ein gro&#223;er, ausgewachsener Mann. Harry wu&#223;te nur, da&#223; er Black Schmerz zuf&#252;gen wollte, so viel wie m&#246;glich, und da&#223; es ihm gleich war, wenn Black ihm ebenfalls wehtat.

Vielleicht war Black einen Augenblick zu verdutzt, weil Harry etwas so Dummes tat, jedenfalls hob er die Zauberst&#228;be nicht rechtzeitig  Harry packte Blacks ausgezehrtes Handgelenk und schob die Zauberst&#228;be von sich weg; mit der anderen Hand schlug er gegen Blacks Schl&#228;fe, da&#223; ihm die Kn&#246;chel schmerzten, und beide krachten gegen die Wand.

Hermine schrie auf, Ron br&#252;llte; aus den Zauberst&#228;ben in Blacks Hand schossen blendende Lichtblitze, und ein Funkenstrahl verfehlte Harrys Kopf um Haaresbreite; Harry sp&#252;rte, wie Black den ausgemergelten Arm, den Harry umklammert hielt, verzweifelt losrei&#223;en wollte, doch er umklammerte ihn noch fester und schlug mit der anderen Hand wie von Sinnen auf Black ein.

Doch Blacks freie Hand hatte den Weg zu Harrys Gurgel gefunden.

Nein, zischte er,ich hab zu lange gewartet.

Seine Hand zog sich zu, Harry w&#252;rgte, die Brille hing ihm schief auf der Nase.

Dann scho&#223; Hermines Fu&#223; wie aus dem Nichts hervor; &#228;chzend vor Schmerz lie&#223; Black Harry los; Ron hatte sich auf Blacks Zauberstabhand geworfen und Harry h&#246;rte leises Geklapper.

Er k&#228;mpfte sich aus dem K&#246;rperkn&#228;uel frei und sah seinen Zauberstab &#252;ber den Boden rollen; er hechtete hin&#252;ber, doch -

Aaarh!

Krummbein hatte sich ins Get&#252;mmel geworfen; die Klauen beider Vorderpfoten gruben sich tief in Harrys Arm; Harry sch&#252;ttelte ihn ab, doch Krummbein h&#252;pfte jetzt zu Harrys Zauberstab.

Nein, das tust du nicht!, br&#252;llte Harry und versetzte Krummbein einen Fu&#223;tritt, der ihn fauchend in die Ecke fliegen lie&#223;; Harry schnappte sich den Zauberstab und wandte sich um.

Aus dem Weg!, rief er Ron und Hermine zu.

Sie lie&#223;en es sich nicht zweimal sagen. Hermine sprang japsend beiseite und warf sich mit blutenden Lippen auf ihren und Rons Zauberstab. Ron kroch hin&#252;ber zum Bett und brach r&#246;chelnd darauf zusammen. Sein wei&#223;es Gesicht war gr&#252;n gesprenkelt und mit beiden H&#228;nden umklammerte er das gebrochene Bein.

Black lag ausgestreckt an der Wand. Seine flache Brust hob und senkte sich rasch, w&#228;hrend er mit den Augen Harry folgte, der langsam auf ihn zuging, den Zauberstab direkt auf Blacks Herz gerichtet.

Wirst du mich t&#246;ten, Harry?, fl&#252;sterte er.

Harry blieb &#252;ber ihm stehen, den Zauberstab unverwandt auf Blacks Brust gerichtet, und sah zu ihm hinab. Ein brennender Ri&#223; zog sich um sein linkes Auge, und seine Nase blutete.

Sie haben meine Eltern get&#246;tet, sagte Harry mit leichtem Zittern in der Stimme, doch die Hand mit dem Zauberstab war vollkommen ruhig.

Black starrte aus seinen eingesunkenen Augen zu ihm hoch.

Ich leugne es nicht, sagte er ganz ruhig.Aber ich habe es nicht gewollt.

Sie haben es nicht gewollt?, wiederholte Harry; er h&#246;rte das Blut in seinen Ohren rauschen.Sie haben Voldemort gesagt, wo er sie finden kann, und Sie wu&#223;ten nicht, da&#223; er sie t&#246;ten w&#252;rde?

H&#246;r mir zu, sagte Black, und ein flehender Ton lag jetzt in seiner Stimme.T&#246;te mich, wenn du willst, aber zuerst h&#246;r mich an wenn nicht, wirst du es bereuen du verstehst nicht

Ich verstehe nicht?, sagte Harry und jetzt bebte ihm die Stimme.Sie haben sie geh&#246;rt, oder nicht? Meine Mum wie sie versucht mich vor Voldemort zu retten und Sie haben es getan Sie waren es

Bevor einer von ihnen noch ein Wort sagen konnte, huschte etwas Rostbraunes an Harry vorbei; und schon war Krummbein auf Blacks Brust gesprungen und hatte sich genau auf Blacks Herzen zusammengerollt. Black blinzelte und sah den Kater an.

Scher dich blo&#223; weg, murmelte Black und versuchte Krummbein wegzuschieben.

Doch Krummbein versenkte die Klauen in Blacks Umhang und r&#252;hrte sich nicht. Der Kater wandte sein h&#228;&#223;liches, eingedelltes Gesicht Harry zu und sah mit seinen gro&#223;en gelben Augen zu ihm hoch. Hinter sich h&#246;rte er Hermine, trocken schluchzen.

Harry starrte auf Black und Krummbein und umklammerte den Zauberstab noch fester. Was machte es schon, wenn er auch den Kater t&#246;tete. Er war mit Black verb&#252;ndet wenn er bereit war zu sterben, weil er Black sch&#252;tzen wollte, ging Harry das nichts an wenn Black ihn retten wollte, zeigte das nur, da&#223; er sich mehr um Krummbein scherte als um Harrys Eltern

Harry hob den Zauberstab. Die Zeit war gekommen. Dies war der Augenblick, Vater und Mutter zu r&#228;chen. Er w&#252;rde Black t&#246;ten. Er mu&#223;te Black t&#246;ten. Dies war seine Chance

Und die Sekunden zogen sich in die L&#228;nge, und immer noch stand Harry wie angewurzelt da, den Zauberstab umklammert. Black, mit Krummbein auf der Brust, starrte zu ihm hoch. Vom Bett her h&#246;rte er Rons rasselndes Atmen, Hermine war ganz still.

Und dann h&#246;rte er ein neues Ger&#228;usch -

Ged&#228;mpfte Schritte drangen durch den Fu&#223;boden; jemand kam die Treppe hinauf.

Wir sind hier oben!, rief Hermine pl&#246;tzlich.Wir sind hier oben  Sirius Black  schnell!

Black zuckte so heftig zusammen, da&#223; Krummbein fast von seiner Brust gerutscht w&#228;re; Harry umklammerte krampfhaft seinen Zauberstab  tu's jetzt!, sagte eine Stimme in seinem Kopf  doch die Schritte polterten die Treppe herauf und Harry hatte immer noch nicht gehandelt.

Die T&#252;r krachte unter einem Schauer roter Funken auf und Harry wirbelte herum. Professor Lupin kam in das Zimmer gest&#252;rzt, das Gesicht blutleer, den Zauberstab drohend erhoben. Seine Augen flackerten hin&#252;ber zu Ron, der auf dem Bett lag, zu Hermine, die an der T&#252;r kauerte, und zu Harry, der dastand und Black mit dem Zauberstab bedrohte, und dann zu Black selbst, zusammengekr&#252;mmt und blutend zu Harrys F&#252;&#223;en.

Expelliarmus!, rief Lupin.

Abermals flog Harry der Zauberstab aus der Hand, und auch Hermine verlor die beiden, die sie gehalten hatte. Geschickt fing Lupin sie auf, dann trat er n&#228;her und starrte Black an, auf dessen Brust noch immer Krummbein sch&#252;tzend lag.

Harry stand da und f&#252;hlte sich pl&#246;tzlich vollkommen leer. Er hatte es nicht getan. Er hatte nicht den Mumm dazu gehabt. Sie w&#252;rden Black den Dementoren aush&#228;ndigen und Harrys Eltern w&#252;rden nie ger&#228;cht werden

Dann sprach Lupin, und seine Stimme war zum Zerrei&#223;en gespannt.

Wo ist er, Sirius?

Harry blickte Lupin &#252;berrascht an. Er verstand nicht, was er meinte. Wo war wer? Er schaute erneut auf Black.

Blacks Gesicht war vollkommen ausdruckslos. Ein paar Sekunden lang regte er sich &#252;berhaupt nicht. Dann, ganz langsam, hob er die leere Hand und deutete auf Ron. Verbl&#252;fft wandte sich Harry zu Ron um, der ebenfalls v&#246;llig verdutzt schien.

Aber dann, murmelte Lupin und starrte Black so durchdringend an, als wolle er seine Gedanken lesen,warum hat er sich dann nie offenbart? Au&#223;er- und Lupin ri&#223; pl&#246;tzlich die Augen auf, als w&#252;rde er hinter Black noch etwas sehen, etwas, das keiner von den anderen sehen konnte -au&#223;er, er war es wenn ihr getauscht habt ohne es mir zu sagen?

Ganz langsam, mit den eingesunkenen Augen starr auf Lupins Gesicht gerichtet, nickte Black mit dem Kopf.

Professor, setzte Harry an,was -?

Doch er kam mit seiner Frage nie zu Ende, denn was er sah, w&#252;rgte ihm die Stimme ab. Lupin lie&#223; den Zauberstab sinken und sah Black unverwandt an. Und schon sprang er an Blacks Seite, packte ihn bei der Hand, zog ihn hoch, so da&#223; Krummbein zu Boden fiel, und umarmte Black wie einen Bruder.

Harry hatte das Gef&#252;hl, als h&#228;tte es ihm den Magen umgedreht.

Ich glaub's nicht!, schrie Hermine.

Lupin l&#246;ste sich von Black und wandte sich ihr zu. Sie hatte sich aufgerichtet und deutete mit zornflackerndem Blick auf Lupin.Sie  Sie -

Hermine -

- Sie und er!

Hermine, beruhige dich -

Ich hab's niemandem erz&#228;hlt!, kreischte Hermine,ich hab es f&#252;r Sie vertuscht -

Hermine, h&#246;r mir bitte zu!, rief Lupin,ich kann's dir erkl&#228;ren -

Harry sch&#252;ttelte es am ganzen Leib, doch nicht aus Angst. Eine neue Welle von Zorn &#252;berschwemmte ihn.

Ich habe Ihnen vertraut, rief er Lupin zu, seiner Stimme nicht mehr Herr,und die ganze Zeit waren Sie sein Freund -

Du irrst dich, sagte Lupin,ich war bisher nicht Sirius' Freund, aber ich bin es jetzt  la&#223; es mich erkl&#228;ren

Nein!, schrie Hermine,Harry, trau ihm nicht, er hat Black geholfen, ins Schlo&#223; zu kommen, er will auch dich tot sehen  er ist ein Werwolf!

Eine unheimliche Stille trat ein. Sirius Black starrte weiterhin Lupin an; es war unm&#246;glich zu sagen, was er von alldem hielt. Auch Lupin wirkte erstaunlich ruhig, wenn auch ziemlich bla&#223;.

Nicht ganz so gut wie sonst, Hermine, sagte er.Nur einen von drei Punkten, f&#252;rchte ich. Ich habe Sirius nicht geholfen, ins Schlo&#223; zu kommen, und ich will gewi&#223; nicht, da&#223; Harry stirbtEin merkw&#252;rdiges Zittern huschte ihm &#252;bers Gesicht.Doch will ich nicht bestreiten, da&#223; ich ein Werwolf bin.

Ron unternahm einen vergeblichen Versuch, sich aufzurichten, sackte jedoch vor Schmerz wimmernd zur&#252;ck aufs Bett. Lupin ging mit besorgtem Blick zu ihm hin&#252;ber, doch Ron japste:

Weg von mir, Werwolf!

Lupin blieb wie angewurzelt stehen. Dann wandte er sich mit offensichtlicher M&#252;he Hermine zu und sagte:

Seit wann wei&#223;t du es?

Schon 'ne Ewigkeit, fl&#252;sterte Hermine.Seit ich den Aufsatz f&#252;r Professor Snape geschrieben habe

Er wird sich freuen, sagte Lupin k&#252;hl.Er hat euch den Aufsatz schreiben lassen in der Hoffnung, jemand w&#252;rde erkennen, was meine Symptome bedeuten Hast du auf der Mondtabelle nachgesehen und festgestellt, da&#223; ich bei Vollmond krank war? Oder ist dir aufgefallen, da&#223; der Irrwicht sich in einen Mond verwandelte, als er mich sah?

Beides, sagte Hermine leise.

Lupin lachte gequ&#228;lt.

Du bist die schlauste Hexe deines Alters, die ich je getroffen habe, Hermine.

Bin ich nicht, fl&#252;sterte Hermine,wenn ich ein wenig schlauer gewesen w&#228;re, h&#228;tte ich allen gesagt, was Sie sind!

Aber das wissen sie schon, sagte Lupin.Zumindest die Lehrer.

Dumbledore hat Sie eingestellt, obwohl er wu&#223;te, da&#223; Sie ein Werwolf sind?, schnaubte Ron mit aufgerissenen Augen.Ist er wahnsinnig?

Einige Lehrer dachten das auch, sagte Lupin.Es war ein schweres St&#252;ck Arbeit, gewisse Lehrer davon zu &#252;berzeugen, da&#223; man mir vertrauen kann -

Und da hat er sich geirrt!, rief Harry.Sie haben ihm die ganze Zeit geholfen!Er deutete auf Black, der pl&#246;tzlich zum Bett hin&#252;berhumpelte und darauf niedersank, als ob seine Beine ihn nicht mehr l&#228;nger tragen wollten. Krummbein sprang zu ihm hoch und kroch schnurrend auf seinen Scho&#223;. Ron r&#252;ckte von beiden weg und zog sein Bein nach.

Ich habe Sirius nicht geholfen, sagte Lupin.Wenn ihr mir eine Chance gebt, dann erkl&#228;re ich es. Hier -

Er nahm die Zauberst&#228;be von Harry, Ron und Hermine und warf sie ihren Besitzern zu; verdutzt fing Harry den seinen auf.

Also gut, sagte Lupin und steckte den eigenen Zauberstab in den G&#252;rtel.Ihr seid bewaffnet, wir nicht. H&#246;rt ihr mir jetzt zu?

Harry wu&#223;te nicht, was er davon halten sollte. War das eine List?

Wenn Sie ihm nicht geholfen haben, sagte er mit zornigem Blick auf Black,woher wu&#223;ten Sie dann, da&#223; er hier war?

Die Karte, sagte Lupin,die Karte des Rumtreibers. Ich war in meinem B&#252;ro und hab auf ihr nachgesehen.

Sie wissen, wie man mit ihr umgeht?, sagte Harry mi&#223;trauisch.

Black hatte den Kopf gehoben. Auch er starrte Lupin verbl&#252;fft an.

Nat&#252;rlich wei&#223; ich, wie man mit ihr umgeht, sagte Lupin und wedelte ungeduldig mit der Hand.Ich hab daran mitgeschrieben. Ich bin Moony  das war mein Spitzname bei den Freunden in der Schule.

Sie selbst -?

Wichtig ist jetzt nur, da&#223; ich die Karte heute Abend sorgf&#228;ltig zu Rate gezogen habe, weil ich ahnte, da&#223; ihr drei euch vielleicht aus dem Schlo&#223; stehlt, um Hagrid zu besuchen, bevor der Hippogreif hingerichtet wird. Und ich hatte Recht, nicht wahr?

Er schritt jetzt im Zimmer auf und ab und sah sie abwechselnd an. Seine Schritte wirbelten kleine Staubw&#246;lkchen auf.

Du hast sicher den Umhang deines Vaters getragen, Harry -

Woher wissen Sie von dem Umhang?

Ich sah James so oft darunter verschwinden, sagte Lupin und fuchtelte erneut ungeduldig mit der Hand.Der Witz dabei ist, selbst wenn du den Tarnumhang tr&#228;gst, erscheinst du auf der Karte des Rumtreibers. jedenfalls sah ich euch &#252;ber das Gel&#228;nde gehen und Hagrids H&#252;tte betreten. Zwanzig Minuten sp&#228;ter seid ihr herausgekommen und habt euch auf den R&#252;ckweg gemacht. Doch jetzt war noch ein anderer dabei.

Wie bitte?, sagte Harry.Nein, wir waren zu dritt!

Ich wollte meinen Augen nicht trauen, sagte Lupin, der immer noch auf und ab ging und Harrys Einwurf nicht beachtete.Ich dachte, mit der Karte w&#252;rde etwas nicht stimmen. Wie konnte er bei euch sein?

K keiner war bei uns!, sagte Harry.

Und dann hab ich noch einen Punkt gesehen, der sich rasch auf euch zu bewegte, mit dem Namen Sirius Black Ich sah, wie er mit euch zusammenstie&#223; und wie er zwei von euch unter die Peitschende Weide zerrte -

Einen!, sagte Ron zornig.

Nein, Ron, sagte Lupin.Zwei von euch.

Er war stehen geblieben und lie&#223; die Augen &#252;ber Ron gleiten.

K&#246;nnte ich mir mal deine Ratte ansehen?, sagte er gelassen.

Was?, sagte Ron.Was hat Kr&#228;tze mit alldem denn zu tun?

Einiges, sagte Lupin.Kann ich sie sehen, bitte?

Ron z&#246;gerte, dann steckte er die Hand in den Umhang und zerrte Kr&#228;tze hervor, der verzweifelt um sich schlug. Fast w&#228;re er entkommen, h&#228;tte Ron ihn nicht gerade noch an seinem langen kahlen Schwanz erwischt. Krummbein hatte den Kopf gehoben und fauchte.

Lupin trat auf Ron zu. Er schien den Atem anzuhalten, w&#228;hrend er Kr&#228;tze aufmerksam musterte.

Was?, fragte Ron erneut und dr&#252;ckte Kr&#228;tze mit angsterf&#252;lltem Blick an die Brust.Was hat meine Ratte mit alldem zu tun?

Das ist keine Ratte, kr&#228;chzte auf einmal Sirius Black.

Was soll das hei&#223;en  nat&#252;rlich ist das eine Ratte -

Nein, ist es nicht, sagte Lupin ruhig.Es ist ein Zauberer.

Ein Animagus, sagte Black,mit Namen Peter Pettigrew.



Vier Freunde

Es dauerte eine Weile, bis sie diese aberwitzige Behauptung verdaut hatten. Dann sprach Ron aus, was Harry dachte.

Sie sind verr&#252;ckt, alle beide.

L&#228;cherlich!, sagte Hermine matt.

Peter Pettigrew ist tot!, sagte Harry.Er hat ihn umgebracht!

Er deutete auf Black, dessen Gesicht krampfartig zuckte.

Das wollte ich, murmelte er,aber ich hab es nicht geschafft.

Alle dachten, Sirius h&#228;tte Peter umgebracht, sagte Lupin bed&#228;chtig und lie&#223; die Augen nicht von dem verzweifelt in Rons Faust strampelnden Kr&#228;tze.Ich selbst habe es zw&#246;lf Jahre lang geglaubt  Peter hat Sirius in die Enge getrieben und Sirius hat ihn get&#246;tet. Doch die Karte des Rumtreibers l&#252;gt niemals das hier ist unser alter Freund Peter.

Leute, ich verschwinde, sagte Ron zitternd. Er versuchte sich auf sein gesundes Bein zu stellen, doch Lupin hatte seinen Zauberstab gez&#252;ckt und deutete auf Kr&#228;tze.

Ihr k&#246;nnt gehen, wann ihr wollt, alle drei, sagte er ruhig.Aber Peter m&#252;&#223;t ihr hier lassen.

Das ist nicht Peter, das ist Kr&#228;tze!, rief Ron und dr&#252;ckte die Ratte fest an die Brust.

H&#246;ren Sie, sagte Hermine und trat Ron zur Seite, als wollte sie ihn sch&#252;tzen.Professor Lupin es es kann einfach nicht stimmen und Sie wissen das

Sie klang ver&#228;ngstigt und argw&#246;hnisch zugleich, als wisse sie nicht so recht, ob Lupin jetzt den Verstand verloren hatte oder nicht. Harry konnte es ihr nachf&#252;hlen, und da&#223; Lupin pl&#246;tzlich anfing zu grinsen, machte alles nur noch schlimmer.

Warum kann es nicht stimmen, Hermine?, fragte er, als w&#228;ren sie in der Schule und Hermine sei beim Experimentieren mit Grindelohs ein Problem aufgefallen.

Weil es bekannt w&#228;re, wenn Peter Pettigrew ein Animagus gewesen w&#228;re. Das Zaubereiministerium f&#252;hrt ein Verzeichnis aller Animagi das haben wir bei Professor McGonagall gelernt. Sie sagte, das Ministerium beh&#228;lt alle Hexen und Zauberer im Auge, die sich in Tiere verwandeln k&#246;nnen; in einem Verzeichnis steht, welches Tier sie werden k&#246;nnen und wie man sie erkennt und so weiter. Und ich hab in diesem Verzeichnis nachgesehen, f&#252;r meine Hausaufgaben, und in diesem Jahrhundert gab es nur sieben Animagi, und Pettigrews Name stand nicht auf der Liste.

Harry hatte kaum Zeit, im Stillen Hermine zu bewundern, wie sie auch diesmal wieder aufgepa&#223;t hatte, denn Lupin fing an zu lachen. Vielleicht war er tats&#228;chlich verr&#252;ckt und ein Werwolf noch dazu -

Schon richtig, Hermine!, sagte er.Aber das Ministerium wu&#223;te nie, da&#223; es drei nicht verzeichnete Animagi in Hogwarts gab. Keiner davon hat seinen Namen im Ministerium eintragen lassen, weil sie insgeheim Animagi wurden, und aus einem sehr guten Grund  weil ich ein Werwolf bin.

Harry und Ron schauten sich in die Augen und ohne ein Wort zu wechseln waren sie sich einig. Lupin redete blanken Unsinn. Er war wirklich verr&#252;ckt -

Das verstehe ich nicht, Professor, sagte Hermine mit zittriger Stimme, als ob sie es kaum ertragen k&#246;nnte, da&#223; ein Lehrer vor ihren Augen &#252;berschnappte.

Lupin wollte gerade etwas antworten, als es hinter ihm laut knarrte. Die Schlafzimmert&#252;r war von allein aufgegangen. Alle f&#252;nf starrten sie an. Dann ging Lupin hin&#252;ber und sah auf den Korridor hinaus.

Keiner da

Hier spukt es!, sagte Ron.

Keineswegs, sagte Lupin und sah immer noch ratlos zur T&#252;r.In der Heulenden H&#252;tte hat es nie gespukt das Schreien und Heulen, das die Leute im Dorf h&#246;rten, das stammte von mir.

Er wischte sich das angegraute Haar aus den Augen, dachte einen Moment lang nach und sagte dann:

Ich will euch alles erz&#228;hlen. Ihr habt ein Recht, es zu erfahren  besonders du, Harry. Nichts davon h&#228;tte geschehen k&#246;nnen, wenn ich nicht ein Werwolf w&#228;re. Aber wo soll ich anfangen?

Er lachte nicht mehr. Er sah ernst und m&#252;de aus.

Also, ich denke, alles fing damit an, da&#223; ich gebissen wurde. Ich war noch ein ganz kleiner Junge, als es geschah. Meine Eltern haben alles versucht, aber damals gab es noch keine Heilung. Der Trank, den Professor Snape f&#252;r mich gebraut hat, ist eine ganz neue Entdeckung. Er sch&#252;tzt mich, m&#252;&#223;t ihr wissen. Wenn ich ihn in der Woche vor Vollmond einnehme, behalte ich den Verstand, w&#228;hrend ich mich verwandle ich kann mich dann in meinem B&#252;ro einrollen, als harmloser Wolf und warten, bis der Mond wieder abnimmt.

Bevor jedoch der Wolfsbann-Trank entdeckt wurde, verwandelte ich mich einmal im Monat in ein ausgewachsenes Ungeheuer. Es schien unm&#246;glich, mich nach Hogwarts zu schicken. Die anderen Eltern w&#252;rden ihre Kinder sicher nicht dieser Gefahr aussetzen wollen.

Doch dann wurde Dumbledore Schulleiter, und er hatte Verst&#228;ndnis. Solange wir bestimmte Vorkehrungen tr&#228;fen, sagte er, gebe es keinen Grund, warum ich nicht zur Schule kommen sollteLupin seufzte und sah Harry in die Augen.Ich hab dir schon vor Monaten erz&#228;hlt, da&#223; die Peitschende Weide in dem Jahr gepflanzt wurde, als ich nach Hogwarts kam. Die Wahrheit ist, da&#223; sie gepflanzt wurde weil ich nach Hogwarts kam. Dieses Haus -, Lupin sah sich traurig im Zimmer um,- der Tunnel, der hierher f&#252;hrt  sie wurden f&#252;r mich gebaut. Einmal im Monat hat man mich aus dem Schlo&#223; geschmuggelt, in dieses Haus, wo ich mich verwandeln konnte. Den Baum pflanzten sie am Eingang des Tunnels, damit niemand mir folgen konnte, wenn ich gef&#228;hrlich war.

Harry hatte keine Ahnung, wo diese Geschichte hinf&#252;hren sollte, und dennoch lauschte er hingerissen. Auch Ron und Hermine schienen wie gebannt von Lupin. Selbst Sirius Black folgte gespannt Lupins Worten, als ob er diese Geschichte noch nie geh&#246;rt h&#228;tte. Au&#223;er Lupins Stimme war nur noch Kr&#228;tzes &#228;ngstliches Quieken zu h&#246;ren.

Meine Verwandlungen in jener Zeit waren waren f&#252;rchterlich. Es ist sehr schmerzhaft, sich in einen Werwolf zu verwandeln. Ich war fernab von Menschen, die ich bei&#223;en konnte, also bi&#223; und kratzte ich mich selbst. Die Dorfbewohner h&#246;rten den L&#228;rm und die Schreie und glaubten, es seien besonders w&#252;ste Gespenster. Dumbledore sch&#252;rte diese Ger&#252;chte selbst heute, da im Haus seit Jahren Ruhe herrscht, wagen sich die Leute nicht in seine N&#228;he

Doch abgesehen von meinen Verwandlungen war ich so gl&#252;cklich wie nie im Leben. Zum ersten Mal hatte ich Freunde, drei gro&#223;artige Freunde. Sirius Black Peter Pettigrew und nat&#252;rlich deinen Vater, Harry. James Potter.

Meinen drei Freunden konnte nat&#252;rlich nicht entgehen, da&#223; ich einmal im Monat verschwand. Ich lie&#223; mir alle m&#246;glichen Geschichten einfallen. Meine Mutter sei krank und ich m&#252;sse sie zu Hause besuchen Ich hatte f&#252;rchterliche Angst, sie w&#252;rden mich verlassen, wenn sie herausf&#228;nden, was in mir steckte. Doch wie du, Hermine, fanden sie nat&#252;rlich die Wahrheit heraus

Und sie lie&#223;en mich nicht im Stich. Im Gegenteil, sie taten etwas f&#252;r mich, das meine Verwandlungen nicht nur ertr&#228;glich machte, sondern zur sch&#246;nsten Zeit meines Lebens. Sie wurden Animagi.

Mein Dad auch?, sagte Harry erstaunt.

Ja, allerdings, sagte Lupin.Sie brauchten fast drei Jahre, um herauszufinden, wie man es anstellt. Dein Vater und Sirius hier waren, die kl&#252;gsten Sch&#252;ler in Hogwarts und das war ein Gl&#252;ck, denn die Verwandlung in einen Animagus kann f&#252;rchterlich schief gehen. Das ist ein Grund, weshalb das Ministerium alle, die es versuchen, scharf im Auge beh&#228;lt. Peter h&#228;tte es ohne die Hilfe von James und Sirius nicht geschafft. Sie sagten mir nicht, was sie vorhatten, sie taten es insgeheim, falls es nicht gelingen sollte. Doch dann, in unserem f&#252;nften Jahr in Hogwarts, schafften sie es.

Aber wie konnten sie Ihnen damit helfen?, fragte Hermine verwirrt.

Als Menschen konnten sie mir nicht Gesellschaft leisten, also taten sie es als Tiere, sagte Lupin.Ein Werwolf ist nur f&#252;r Menschen gef&#228;hrlich. Jeden Monat schlichen sie sich unter James' Tarnumhang aus dem Schlo&#223;. Sie verwandelten sich Peter, als der Kleinste, konnte unter den peitschenden Weidenzweigen hindurchschl&#252;pfen und den Knoten ber&#252;hren, der sie erstarren l&#228;&#223;t. Dann schlitterten sie hinunter in den Tunnel und kamen zu mir ins Haus. Unter ihrem Einflu&#223; war ich weniger gef&#228;hrlich. Mein K&#246;rper war immer noch der eines Wolfes, doch wenn ich mit ihnen zusammen war, f&#252;hlte ich mich eher wie ein Mensch.

Vor allem James und Sinus entdeckten jetzt, was wir alles unternehmen konnten, wenn wir uns verwandelt hatten. Bald verlie&#223;en wir die Heulende H&#252;tte und streiften nachts &#252;ber das Schlo&#223;gel&#228;nde. Sirius und James verwandelten sich in so gro&#223;e Tiere, da&#223; sie einen Werwolf m&#252;helos in Schach halten konnten. Ich glaube nicht, da&#223; je ein Hogwarts-Sch&#252;ler mehr &#252;ber das Schlo&#223; und die L&#228;ndereien herausgefunden hat als wir. Und so beschlossen wir, die Karte des Rumtreibers zu schreiben und sie mit unseren Spitznamen zu unterzeichnen. Sirius ist Tatze. Peter ist Wurmschwanz. James war Krone.

Was f&#252;r ein Tier?, wollte Harry wissen, doch Hermine unterbrach ihn.

Das war immer noch sehr gef&#228;hrlich! Mit einem Werwolf in der Dunkelheit umherzulaufen.

Du hast Recht, sagte Lupin nachdenklich.Aber wir waren jung und dachten, mit unserem Scharfsinn k&#246;nnten wir alles machen. Ich will nicht verhehlen, da&#223; es manchmal brenzlig wurde. Einige Male h&#228;tte ich die andern fast aus den Augen verloren und jemanden verletzt. Und dann, eines Tages, r&#228;chte sich alles. Ihr  &#228;hm  habt sicher bemerkt, da&#223; Professor Snape mich nicht leiden kann. Der Grund ist, da&#223; Sirius ihm einen Streich gespielt hat, der ihn fast das Leben gekostet h&#228;tte.

Black grunzte h&#228;misch.

Geschah ihm recht, kr&#228;chzte er.Hat rumgeschn&#252;ffelt und wollte rausfinden, was wir vorhatten er wollte doch nur, da&#223; wir von der Schule fliegen

Snape war sehr erpicht darauf zu erfahren, wohin ich jeden Monat verschwand. Wir waren im selben Jahrgang, wi&#223;t ihr, und wir  &#228;hm  mochten uns nicht besonders. Vor allem gegen James hegte er eine Abneigung. Er war wohl neidisch, weil James im Quidditch so begabt war jedenfalls hatte Snape mich eines Abends, kurz vor Vollmond, mit Madam Pomfrey &#252;bers Gel&#228;nde gehen sehen, die mich immer zur Peitschenden Weide f&#252;hrte. Sirius hielt es f&#252;r eine  &#228;hm  lustige Idee, Snape zu sagen, er m&#252;sse nur den Knoten an der Peitschenden Weide mit einem langen Stecken ber&#252;hren und dann k&#246;nne er mir folgen. Nur, nat&#252;rlich hat Snape es probiert  und wenn er bis zu diesem Haus gekommen w&#228;re, dann h&#228;tte er es mit einem ausgewachsenen Werwolf zu tun bekommen -, doch dein Vater, der h&#246;rte, was Sirius getan hatte, lief Snape hinterher und schleifte ihn zur&#252;ck Allerdings hat Snape noch einen Blick auf mich erhascht, wie ich am Ende des Tunnels verschwand. Dumbledore hat ihm verboten, es irgend jemandem zu sagen, doch von da an wu&#223;te er, da&#223; ich

Wu&#223;te Professor Dumbledore von dem Animagus-Zauber?, fragte Hermine neugierig.

Bis heute hat er keine Ahnung, da&#223; James, Sirius und Peter Animagi wurden. Er h&#228;tte sie von der Schule weisen m&#252;ssen sie hatten ein wichtiges Gesetz gebrochen

Und aus diesem Grund kann Snape Sie nicht leiden?, sagte Harry langsam.Weil er dachte, sie h&#228;tten von Sirius' Scherz gewu&#223;t?

So ist es, sagte eine kalte Stimme an der Wand hinter Lupin.

Severus Snape ri&#223; sich den Tarnumhang vom Leib. Sein Zauberstab wies drohend auf Lupin.



Lord Voldemorts Knecht

Hermine schrie. Black sprang auf Harry war, als h&#228;tte er einen schweren elektrischen Schlag bekommen.

Den habe ich unter der Peitschenden Weide gefundensagte Snape und warf den Tarnumhang beiseite, ohne den Zauberstab auch nur kurz von Lupins Brust abzuwendenRecht n&#252;tzlich, Potter, ich danke

Snape wirkte leicht ersch&#246;pft, doch auf seinem Gesicht spiegelte sich ein Ausdruck des Triumphs.Sie fragen sich vielleicht, woher ich wu&#223;te, da&#223; Sie hier sind?, sagte er mit glitzernden Augen.Ich war eben in Ihrem B&#252;ro, Lupin. Sie haben heute Abend vergessen, ihren Trank zu nehmen, also wollte ich einen Becher vorbeibringen. Und das war ein Gl&#252;ck Gl&#252;ck f&#252;r mich, w&#252;rde ich sagen. Auf Ihrem Tisch lag eine gewisse Karte. Ein Blick darauf verriet mir alles, was ich wissen mu&#223;te. Ich sah Sie durch den Tunnel laufen und verschwinden.

Severus -, warf Lupin ein, doch Snape lie&#223; sich nicht unterbrechen.

Ich habe den Schulleiter immer wieder gewarnt, da&#223; Sie Ihrem alten Freund Black dabei helfen, in die Schule zu kommen, Lupin, und hier ist der Beweis. Doch nicht einmal ich habe mir tr&#228;umen lassen, da&#223; Sie die Nerven h&#228;tten, diese alte H&#252;tte als Versteck zu benutzen -

Severus, Sie machen einen Fehler, sagte Lupin eindringlich.Sie haben nicht alles geh&#246;rt  ich kann es erkl&#228;ren  Sirius ist nicht hier, um Harry zu t&#246;ten -

Zwei weitere Gefangene f&#252;r Askaban heute Nacht, sagte Snape, und seine Augen gl&#252;hten jetzt wie die eines Besessenen.Bin gespannt, wie Dumbledore das alles aufnimmt er war vollkommen &#252;berzeugt, da&#223; Sie harmlos seien, Lupin ein zahmer Werwolf -

Sie Dummkopf!, sagte Lupin leise.Ist der Groll &#252;ber einen Sch&#252;lerstreich Grund genug, einen Unschuldigen nach Askaban zu bringen?

Ssss  d&#252;nne Seile schossen aus der Spitze von Snapes Zauberstab und schl&#228;ngelten sich um Lupins Mund, Handgelenke und Fersen; er verlor das Gleichgewicht und st&#252;rzte zu Boden, wo er liegen blieb, ohne einen Finger r&#252;hren zu k&#246;nnen. Black sprang vom Bett auf und wollte sich auf Snape st&#252;rzen, doch Snape richtete den Zauberstab genau zwischen seine Augen.

Gib mir einen Grund, fl&#252;sterte er.Gib mir nur einen Grund, es zu tun, und ich schw&#246;re, ich werde es tun.

Black erstarrte. Es war unm&#246;glich zu sagen, welches Gesicht ha&#223;erf&#252;llter war.

Harry stand da wie gel&#228;hmt und wu&#223;te nicht, was er tun oder wem er glauben sollte. Dem Gef&#252;hl nach war er immer auf der Seite von Snapes Gegnern  doch Black hatte selbst zugegeben, da&#223; er Harrys Eltern umgebracht hatte  wie konnte Lupin ihn dann unschuldig nennen?

Er drehte sich zu Ron und Hermine um. Ron sah genauso verwirrt aus wie er und k&#228;mpfte immer noch mit Kr&#228;tze. Hermine machte einen unsicheren Schritt auf Snape zu und sagte mit matter Stimme:

Professor Snape, es es w&#252;rde nichts schaden zu h&#246;ren, was sie zu sagen haben, o-oder?

Miss Granger, auf Sie wartet bereits der Schulverweis, bellte Snape.Sie, Potter und Weasley haben alle Regeln gebrochen und befinden sich in Gesellschaft eines verurteilten M&#246;rders und eines Werwolfs. Auch wenn es das erste Mal in Ihrem Leben sein sollte, halten Sie den Mund.

Aber wenn  wenn es einen Irrtum gab -

Sei still, du dumme G&#246;re!, schrie Snape und sah pl&#246;tzlich ziemlich verst&#246;rt aus.Red nicht &#252;ber Dinge, die du nicht verstehst!Ein paar Funken prasselten aus der Spitze seines Zauberstabs, der immer noch auf Blacks Gesicht gerichtet war. Hermine verstummte.

Rache ist zuckers&#252;&#223;, hauchte Snape Black zu.Wie sehr habe ich gehofft, dich als Erster in die Finger zu kriegen

Und jetzt bist du wieder der Dumme, Severus, sagte Black gelassen.Wenn dieser Junge seine Ratte ins Schlo&#223; bringen kann, er nickte mit dem Kopf hin&#252;ber zu Ron,komme ich ohne Federlesen mit

Ins Schlo&#223;?, sagte Snape salbungsvoll.Ich glaube nicht, da&#223; wir so weit gehen m&#252;ssen. Sobald wir drau&#223;en vor der Weide sind, rufe ich die Dementoren. Sie werden hocherfreut sein, dich zu sehen, Black so entz&#252;ckt, da&#223; sie dir sicher einen kleinen Ku&#223; geben wollen

Das bi&#223;chen Farbe auf Blacks Gesicht verschwand.

D du mu&#223;t mich anh&#246;ren, kr&#228;chzte er.Die Ratte  schau dir die Ratte an -

Doch ein irres Flackern, wie Harry es noch nie gesehen hatte, trat jetzt in Snapes Augen. Offenbar hatte er das Reich der Vernunft verlassen.

Kommt mit, allesamt, sagte er. Er schnippte mit den Fingern und die Enden der Seile, die Lupin fesselten, flogen ihm in die H&#228;nde.Ich ziehe den Werwolf. Vielleicht haben die Dementoren auch ein K&#252;&#223;chen f&#252;r ihn &#252;brig.

Harry wu&#223;te nicht recht, was er tat, doch mit drei Schritten hatte er das Zimmer durchquert und sich vor der T&#252;r aufgebaut.

Aus dem Weg, Potter, du hast schon mehr als genug &#196;rger, schnarrte Snape.Wenn ich nicht hergekommen w&#228;re und deine Haut gerettet h&#228;tte -

Professor Lupin h&#228;tte mich dieses Jahr schon hundert Mal umbringen k&#246;nnen, sagte Harry.Ich war oft mit ihm allein, er gab mir Unterricht gegen die Dementoren. Wenn er Black helfen wollte, warum hat er mich nicht schon l&#228;ngst erledigt?

Woher soll ich wissen, was im Hirn eines Werwolfs vor sich geht?, zischte Snape.Aus dem Weg, Potter.

Sie sind j&#228;mmerlich!, rief Harry.Nur weil Sie in der Schule zum Narren gehalten wurden, wollen Sie jetzt nicht mal zuh&#246;ren!

Ruhe! So spricht man nicht mit mir!, kreischte Snape und wirkte mehr denn je wie ein Irrer.Wie der Vater, so der Sohn, Potter! Gerade habe ich dir den Hals gerettet, du solltest mir auf den Knien daf&#252;r danken! W&#228;r dir recht geschehen, wenn er dich umgebracht h&#228;tte! Du w&#228;rst gestorben wie dein Vater, zu hochm&#252;tig, um zu glauben, er h&#228;tte sich in Black get&#228;uscht  geh jetzt aus dem Weg, oder ich r&#228;um dich fort  aus dem Weg, Potter!

Harry entschied sich im Bruchteil einer Sekunde. Bevor Snape auch nur einen Schritt auf ihn zugehen konnte, hatte er den Zauberstab erhoben.

Expelliarmus!, rief er  allerdings war seine Stimme nicht die einzige. Es gab einen Knall, der fast die T&#252;r aus den Angeln gehoben h&#228;tte; Snape ri&#223; es von den F&#252;&#223;en, er krachte gegen die Wand und rutschte an ihr herunter zu Boden. Unter seinem Haarschopf sickerte ein kleines rotes Rinnsal hervor. Er war ohnm&#228;chtig.

Harry wandte sich um. Ron und Hermine hatten im selben Augenblick beschlossen, Snape zu entwaffnen. Snapes Zauberstab war durch die Luft geflogen und neben Krummbein auf dem Bett gelandet.

Das h&#228;ttest du nicht tun sollen, sagte Black zu Harry gewandt.Du h&#228;ttest ihn mir &#252;berlassen sollen

Harry mied Blacks Augen. Er war sich auch jetzt noch nicht sicher, das Richtige getan zu haben.

Wir haben einen Lehrer angegriffen wir haben einen Lehrer angegriffen, wimmerte Hermine und starrte mit angsterf&#252;llten Augen auf den leblosen Snape.Oh, wir kriegen gewaltigen &#196;rger.

Lupin k&#228;mpfte mit seinen Fesseln. Black b&#252;ckte sich rasch und befreite ihn. Lupin richtete sich auf und rieb sich die Arme, wo das Seil ihm ins Fleisch geschnitten hatte.

Danke, Harry, sagte er.

Doch Harry erwiderte sein L&#228;cheln nicht.

Ich sage nicht, da&#223; ich Ihnen glaube, erkl&#228;rte er Lupin.Diesen ganzen Kram &#252;ber einen Haufen Animagi und Kr&#228;tze, der ein Zauberer sein soll

Dann ist es an der Zeit, da&#223; wir es dir beweisen, sagte Lupin.Ron, bitte gib mir Peter. Jetzt.

Ron dr&#252;ckte Kr&#228;tze noch fester an die Brust.

H&#246;ren Sie auf damit, sagte er mit schwacher Stimme.Wollen Sie sagen, er ist aus Askaban geflohen, nur um Kr&#228;tze in die H&#228;nde zu kriegen? Das ist dochEr sah Hilfe suchend zu Harry und Hermine auf,Gut, sagen wir, Pettigrew konnte sich in eine Ratte verwandeln  es gibt Millionen von Ratten  wie soll er wissen, hinter welcher er her ist, wenn er in Askaban sitzt?

Wenn ich's mir &#252;berlege, Sirius, dann ist das eine berechtigte Frage, sagte Lupin und wandte sich mit leichtem Stirnrunzeln Black zu.Wie hast du eigentlich rausgefunden, wo er steckte?

Black schob eine seiner klauenartigen H&#228;nde in den Umhang, zog ein zerkn&#252;lltes St&#252;ck Papier hervor, strich es glatt und hielt es f&#252;r die anderen hoch.

Es war das Foto von Ron und seiner Familie, das im vorigen Sommer im Tagespropheten erschienen war, und da, auf Rons Schulter, sa&#223; Kr&#228;tze..

Wie hast du das in die Finger bekommen?, fragte Lupin wie vom Donner ger&#252;hrt.

Fudge, sagte Black.Letztes Jahr, bei seinem Kontrollbesuch in Askaban, gab er mir seine Zeitung. Und da war Peter, auf der Titelseite auf der Schulter dieses Jungen ich hab ihn sofort erkannt wie oft hatte ich gesehen, wie er sich verwandelte. Und darunter hie&#223; es, der Junge w&#252;rde bald wieder nach Hogwarts zur&#252;ckkehren wo Harry war

Mein Gott, sagte Lupin leise und starrte abwechselnd Kr&#228;tze und das Zeitungsfoto an.Die Vorderpfote

Was soll damit sein?, sagte Ron widerwillig.

Ihr fehlt ein Zeh, sagte Black.

Nat&#252;rlich, seufzte Lupin,so einfach so gerissen er hat ihn selbst abgehackt?

Kurz bevor er sich verwandelte, sagte Black.Als ich ihn gestellt hatte, schrie er, da&#223; die ganze Stra&#223;e es h&#246;rte, ich h&#228;tte Lily und James verraten. Dann, bevor ich meinen Fluch sprechen konnte, hat er mit dem Zauberstab hinter dem R&#252;cken die ganze Stra&#223;e in die Luft gejagt und alle im Umkreis von zehn Metern get&#246;tet  und schlie&#223;lich ist er mit den anderen Ratten im Kanalloch verschwunden

Hast du es nie geh&#246;rt, Ron?, sagte Lupin.Das gr&#246;&#223;te St&#252;ck, das sie von Peter gefunden haben, war sein Finger.

Ach was, Kr&#228;tze ist wahrscheinlich mit einer anderen Ratte aneinander geraten. Er ist schon ewig in meiner Familie.

Zw&#246;lf Jahre, um genau zu sein, sagte Lupin.Hast du dich nie gewundert, warum er so lange lebt?

Wir wir haben uns gut um ihn gek&#252;mmert!, sagte Ron.

Sieht im Moment allerdings nicht sonderlich gesund aus, oder?, sagte Lupin.Ich vermute, er verliert Gewicht, seit er geh&#246;rt hat, da&#223; Sirius wieder auf freiem Fu&#223; ist

Er hatte Angst vor diesem verr&#252;ckten Kater!, sagte Ron und nickte zu Krummbein hin&#252;ber, der immer noch schnurrend auf dem Bett lag.

Doch das stimmte nicht, fiel Harry pl&#246;tzlich ein Kr&#228;tze hatte schon krank ausgesehen, bevor er auf Krummbein traf schon seit Rons R&#252;ckkehr aus &#196;gypten seit Black geflohen war

Dieser Kater ist nicht verr&#252;ckt, sagte Black mit heiserer Stimme. Er streckte seine knochige Hand aus und streichelte Krummbeins wuschligen Kopf.Er ist der kl&#252;gste Kater, den ich kenne. Er hat Peter sofort durchschaut. Und als er mich traf, war ihm auch klar, da&#223; ich kein Hund war. Es dauerte eine Weile, bis er mir vertraute schlie&#223;lich schaffte ich es, ihm mitzuteilen, hinter wem ich her war, und er half mir

Was wollen Sie damit sagen?, wisperte Hermine.

Er wollte mir Peter bringen, aber es gelang nicht also hat er die Pa&#223;w&#246;rter f&#252;r den Gryffindor-Turm f&#252;r, mich gestohlen ich glaube, er hat sie vom Nachttisch eines Jungen stibitzt

Doch Peter bekam Wind davon und floh, kr&#228;chzte Black.Dieser Kater  Krummbein nennst du ihn?  hat mir gesagt, da&#223; Peter Blut auf dem Laken hinterlassen hat ich denke, er hat sich selbst gebissen nun ja, seinen eigenen Tod vorzut&#228;uschen hat schon einmal geklappt

Diese Worte rissen Harry aus seiner Trance.

Und warum hat er seinen Tod vorget&#228;uscht?, fragte er aufgebracht.Weil er wu&#223;te, Sie w&#252;rden ihn t&#246;ten, wie Sie meine Eltern get&#246;tet haben!

Nein, sagte Black,Harry -

Und jetzt sind Sie gekommen, um ihn endg&#252;ltig zu erledigen!

Das stimmt, aber -

Dann h&#228;tte ich Snape freie Hand lassen sollen!, rief Harry.

Harry, warf Lupin ein,begreifst du nicht? Die ganze Zeit dachten wir, Sirius h&#228;tte deine Eltern verraten und Peter h&#228;tte ihn gejagt und gestellt. Doch es war andersrum. Peter hat deine Mutter und deinen Vater verraten  und Sirius hat Peter gejagt -

Das ist nicht wahr!, rief Harry,er war ihr Geheimniswahrer! Er hat es gesagt, bevor Sie kamen, er hat gesagt, da&#223; er sie get&#246;tet hat!

Er deutete auf Black, der nachdenklich den Kopf sch&#252;ttelte; seine eingesunkenen Augen leuchteten pl&#246;tzlich.

Harry es war praktisch meine Schuld, kr&#228;chzte er.Ich habe Lily und James im letzten Moment dazu &#252;berredet, Peter an meiner statt als Geheimniswahrer zu nehmen ich bin schuld, ich wei&#223; es in der Nacht, als sie starben war ich Peter besuchen gegangen, doch er war nicht zu Hause und es sah nicht nach einem Kampf aus

ich bin sofort zu deinen Eltern und als ich ihr zerst&#246;rtes Haus und ihre Leichen sah war mir klar, was Peter getan haben mu&#223;te was ich getan hatte

Die Stimme versagte ihm. Er wandte sich ab.

Genug davon, sagte Lupin und etwas St&#228;hlernes lag in seiner Stimme, wie Harry es von ihm nicht kannte.Es gibt nur einen sicheren Weg, um zu beweisen, was wirklich geschehen ist. Ron, gib mir diese Ratte.

Ron sah stumm von Lupin zu Harry hin&#252;ber. Harry nickte.

Was werden Sie tun, wenn ich sie Ihnen gebe?, fragte Ron angespannt.

Ihn zwingen, sich zu zeigen, sagte Lupin.Wenn das wirklich eine Ratte ist, tut es ihr nicht weh.

Ron bi&#223; sich auf die Lippen und streckte die Hand mit Kr&#228;tze aus. Lupin packte die Ratte. Kr&#228;tze begann verzweifelt zu quieken und wehrte sich bei&#223;end und kratzend gegen Lupins Griff.

Bereit, Sirius?, sagte Lupin.

Schon hatte Black Snapes Zauberstab vom Bett genommen. Er trat auf Lupin und die sich windende Ratte zu, und seine feuchten Augen schienen pl&#246;tzlich in ihren H&#246;hlen zu brennen.

Zusammen?, sagte er leise.

Ich denke schon, sagte Lupin und packte Kr&#228;tze fest mit der einen, den Zauberstab mit der andern Hand.Ich z&#228;hle bis drei. Eins  zwei  DREI!

Blauwei&#223;e Blitze knisterten aus beiden Zauberst&#228;ben hervor; einen Moment blieb Kr&#228;tze in der Luft schweben, die kleine schwarze Gestalt krampfartig zuckend  Ron schrie auf  dann fiel die Ratte zu Boden; ein weiterer blendend heller Lichtstrahl und dann -

Es war, als s&#228;hen sie im Zeitraffer, wie ein Baum w&#228;chst. Vom Fu&#223;boden wucherte ein Kopf empor, dann ein K&#246;rper, aus dem Glieder sprossen, und schon stand da, wo Kr&#228;tze gelegen hatte, sich kr&#252;mmend und h&#228;nderingend  ein Mann. Krummbein dr&#252;ben auf dem Bett fauchte und knurrte mit gestr&#228;ubten R&#252;ckenhaaren.

Es war ein sehr kleiner Mann, kaum gr&#246;&#223;er als Harry und Hermine. Um einen gro&#223;en kahlen Kreis auf dem Kopf fand sich noch ein wenig d&#252;nnes, farbloses Haar. Er machte den schm&#228;chtigen Eindruck eines pummeligen Mannes, der in kurzer Zeit viel Gewicht verloren hatte. Seine Haut wirkte schmuddlig, fast wie Kr&#228;tzes Fell, und seine spitze Nase und die sehr kleinen, w&#228;&#223;rigen Augen erinnerten an eine Ratte.

Er blickte hechelnd in die Runde. Harry bemerkte, wie sein Blick rasch zur T&#252;r huschte.

Ach, hallo, Peter, sagte Lupin launig, als w&#228;re es nichts Ungew&#246;hnliches, da&#223; sich Ratten in seinem Umkreis als alte Schulfreunde entpuppten.Lange nicht gesehen.

S-Sirius R-RemusSelbst Pettigrew quiekte. Wieder huschten seine Augen zur T&#252;r.Meine Freunde meine alten Freunde

Black hob den Zauberstab, doch Lupin packte ihn am Armgelenk und sah ihn warnend an, dann wandte er sich, betont l&#228;ssig und einladend, erneut Pettigrew zu.

Wir hatten eine kleine Unterhaltung, Peter, &#252;ber die Nacht, als Lily und James starben. Du hast vielleicht die Einzelheiten verpa&#223;t, w&#228;hrend du dort auf dem Bett herumgequiekt hast.

Remus, keuchte Pettigrew, und Harry sah, wie Schwei&#223;perlen auf sein teigiges Gesicht traten,du glaubst ihm doch nicht etwa er hat versucht mich umzubringen, Remus

Das wissen wir, sagte Lupin, jetzt eine Spur k&#252;hler.Peter, ich m&#246;chte ein oder zwei kleine Fragen mit dir kl&#228;ren, wenn du so -

Und jetzt ist er hier, um es noch einmal zu versuchen!, quiekte Pettigrew pl&#246;tzlich und deutete auf Black. Harry sah, da&#223; er seinen Mittelfinger benutzte, weil der Zeigefinger fehlte.Er hat Lily und James umgebracht und jetzt wird er auch mich t&#246;ten du mu&#223;t mir helfen, Remus

Blacks Gesicht &#228;hnelte jetzt mehr denn je einem Totensch&#228;del, und er starrte Pettigrew mit seinen unergr&#252;ndlichen Augen an.

Keiner hier wird versuchen dich zu t&#246;ten, bevor wir ein paar Dinge gekl&#228;rt haben, sagte Lupin.

Gekl&#228;rt?, kreischte Pettigrew und sah sich mit flehendem Blick um; die Augen huschten &#252;ber die brettervernagelten Fenster und dann erneut &#252;ber die einzige T&#252;r.Ich wu&#223;te, da&#223; er mich jagen w&#252;rde! Ich wu&#223;te, da&#223; er mir auf den Fersen war! Darauf habe ich zw&#246;lf Jahre gewartet!

Du wu&#223;test, da&#223; Sirius aus Askaban fliehen w&#252;rde?, sagte Lupin stirnrunzelnd.Obwohl es bisher noch keiner geschafft hatte?

Er hat dunkle Kr&#228;fte, von denen unsereiner nur tr&#228;umen kann!, rief Pettigrew schrill.Wie sonst ist er dort rausgekommen? Ich vermute, Du-wei&#223;t-schon-wer hat ihm ein paar Kniffe beigebracht!

Black fing an zu lachen, ein schauriges, freudloses Lachen, das den ganzen Raum erf&#252;llte.

Voldemort  und mir Kniffe beibringen?, sagte er.

Pettigrew zuckte zusammen, als h&#228;tte Black ihm einen Peitschenschlag versetzt.

Was denn  Angst vor dem Namen des alten Herrn?, sagte Black.Ich versteh dich wohl, Peter. Seine Leute sind nicht besonders gut auf dich zu sprechen, nicht wahr?

Ich wei&#223; nicht, was du meinst, Sirius, wisperte Pettigrew und sein Atem ging schneller. Sein Gesicht glitzerte jetzt von Schwei&#223;.

Vor mir jedenfalls hast du dich nicht zw&#246;lf Jahre lang versteckt, sagte Black.Du hast dich vor Voldemorts alten Anh&#228;ngern versteckt. Ich hab in Askaban gewisse Dinge geh&#246;rt, Peter sie glauben alle, du w&#228;rst tot, denn sonst m&#252;&#223;test du ihnen Rede und Antwort stehen ich hab sie im Schlaf schreien geh&#246;rt. Klang, als ob sie glaubten, der Verr&#228;ter h&#228;tte sie selbst verraten. Voldemort ging auf deinen Wink hin zu den Potters und das war auch sein eigenes Ende. Aber nicht alle Anh&#228;nger Voldemorts landeten in Askaban, oder? Es treibt sich immer noch eine Menge herum und wartet, bis es wieder an der Zeit ist. Alle tun so, als h&#228;tten sie eingesehen, da&#223; sie sich geirrt h&#228;tten wenn sie je Wind davon bekommen, da&#223; du noch lebst, Peter -

Wei&#223; nicht wovon du redest, sagte Pettigrew erneut und schriller denn je. Er wischte sich mit dem &#196;rmel &#252;ber das Gesicht und sah zu Lupin hoch.Remus, du glaubst doch nicht etwa  diesem Irren -

Ich mu&#223; zugeben, Peter, es f&#228;llt mir schwer zu begreifen, warum ein Unschuldiger zw&#246;lf Jahre als Ratte leben sollte, sagte Lupin gleichm&#252;tig.

Unschuldig, aber voller Angst!, quiekte Pettigrew.Wenn Voldemorts Anh&#228;nger hinter mir her sind, dann doch nur, weil ich einen ihrer besten M&#228;nner nach Askaban gebracht habe  den Spion, Sirius Black!

Blacks Gesicht verzerrte sich.

Wie kannst du es wagen, knurrte er und klang pl&#246;tzlich wie der b&#228;rengro&#223;e Hund, der er gewesen war.Ich, ein Spion f&#252;r Voldemort? Wann bin ich je um Leute herumscharwenzelt, die st&#228;rker und m&#228;chtiger waren als ich? Aber du, Peter  ich werde nie begreifen, warum ich nicht gleich gesehen habe, da&#223; du ein Spion bist. Du mochtest immer gro&#223;e Freunde, die f&#252;r dich nach dem Rechten sahen, nicht wahr? Erst waren wir es ich und Remus und James

Pettigrew trocknete sich erneut das Gesicht; er rang jetzt beinahe nach Luft.

Ich, ein Spion du mu&#223;t den Verstand verloren haben niemals wei&#223; nicht, wie du so etwas sagen kannst -

Lily und James machten dich nur zum Geheimniswahrer, weil ich es vorgeschlagen hatte, zischte Black, so giftig, da&#223; Pettigrew einen Schritt zur&#252;cktrat.Ich dachte, es w&#228;re ein perfekter Plan ein Bluff Voldemort w&#252;rde gewi&#223; hinter mir her sein, er w&#252;rde sich nie tr&#228;umen lassen, da&#223; sie ein schwaches, unbegabtes Kerlchen wie dich nehmen das mu&#223; der gr&#246;&#223;te Augenblick deines elenden Lebens gewesen sein, als du Voldemort er&#246;ffnet hast, du k&#246;nntest ihm die Potters ausliefern.

Pettigrew murmelte geistesabwesend; Harry fing Worte auf wieweit hergeholt, undverr&#252;ckt, doch er achtete eher auf Pettigrews aschfarbenes Gesicht und auf seine Augen, die immer wieder &#252;ber die Fenster und zur T&#252;r huschten.

Professor Lupin?, sagte Hermine sch&#252;chtern.Kann  kann ich auch etwas sagen?

Nat&#252;rlich, Hermine, sagte Lupin h&#246;flich.

Nun  Kr&#228;tze  ich meine, dieser  dieser Mann  er hat drei Jahre lang in Harrys Schlafsaal geschlafen. Wenn er f&#252;r Du-wei&#223;t-schon-wen arbeitet, wie kommt es dann, da&#223; er niemals versucht hat, Harry etwas anzutun?

Ganz genau!, sagte Pettigrew schrill und deutete mit seiner verst&#252;mmelten Hand auf Hermine.Ich danke dir! Siehst du, Remus? Ich hab Harry nie auch nur ein Haar gekr&#252;mmt! Warum sollte ich auch?

Das will ich dir erkl&#228;ren, sagte Black.Weil du nie etwas f&#252;r irgend jemanden getan hast ohne zu wissen, was dabei f&#252;r dich herausspringt. Voldemort versteckt sich seit f&#252;nfzehn Jahren, es hei&#223;t, er sei halb tot. Du wolltest unter Dumbledores Nase doch keinen Mord begehen f&#252;r einen Zauberer, der nur noch ein Wrack ist und all seine Macht verloren hat? Du mu&#223;t ganz sicher sein, da&#223; er der gr&#246;&#223;te Qu&#228;lgeist auf dem Spielplatz ist, bevor du zu ihm zur&#252;ckkehrst. Warum sonst hat du eine Zaubererfamilie gesucht, die dich aufnimmt? Mit einem Ohr hast du auf die neuesten Nachrichten gelauscht, nicht wahr, Peter? Nur f&#252;r den Fall, da&#223; dein alter Besch&#252;tzer seine Kraft wiedergewinnen w&#252;rde und du gefahrlos zur&#252;ckkehren k&#246;nntest

Pettigrew bewegte den Mund, blieb jedoch stumm. Es schien ihm die Sprache verschlagen zu haben.

&#196;hm  Mr Black  Sirius?, sagte Hermine &#228;ngstlich.

Black zuckte zusammen, als Hermine ihn so anredete, und starrte sie an wie eine Erscheinung.

Darf ich Sie fragen, wie  wie Sie aus Askaban fliehen konnten ohne schwarze Magie?

Danke!, keuchte Pettigrew und nickte ihr begeistert zu,genau das, was ich -

Doch Lupin brachte ihn mit einem Blick zum Schweigen. Black sah Hermine stirnrunzelnd an, schien sich aber nicht &#252;ber sie zu &#228;rgern. Offenbar dachte er &#252;ber seine Antwort nach.

Ich wei&#223; nicht, wie ich es geschafft habe, sagte er langsam.Ich glaube, ich habe nur deshalb nicht den Verstand verloren, weil ich unschuldig war. Das war kein gl&#252;cklicher Gedanke, also konnten ihn die Dementoren auch nicht aus mir heraussaugen aber er bewahrte mich davor, verr&#252;ckt zu werden. Ich wu&#223;te immer, wer ich war das half mir, meine Kr&#228;fte zu bewahren und als dann alles zu viel wurde konnte ich mich in meiner Zelle verwandeln und ein Hund werden. Dementoren k&#246;nnen nichts sehen, mu&#223;t du wissenEr schauderte.Sie sp&#252;ren den Menschen nach und n&#228;hren sich von ihren Gef&#252;hlen sie merkten, da&#223; meine Gef&#252;hle weniger  weniger menschlich, einfacher waren, wenn ich ein Hund war aber sie dachten nat&#252;rlich, ich w&#252;rde den Verstand verlieren wie alle andern dort drin, es k&#252;mmerte sie nicht. Doch ich war schwach, sehr schwach, und ich hatte keine Hoffnung, ich k&#246;nnte sie mir ohne Zauberstab jemals vom Leib halten

Doch dann sah ich Peter auf diesem Bild er war also mit Harry in Hogwarts in bester Lage, um handeln zu k&#246;nnen, falls ihm zu Ohren gelangen sollte, da&#223; die Dunkle Seite wieder an die Macht kam

Pettigrew sch&#252;ttelte den Kopf und bewegte stumm die Lippen, starrte jedoch unverwandt Black an, als w&#228;re er hypnotisiert.

 bereit, in dem Moment zuzuschlagen, da er sich seiner Verb&#252;ndeten sicher war und ihnen den letzten der Potters auszuliefern. Wenn er ihnen Harry brachte, wer w&#252;rde es dann noch wagen zu behaupten, er h&#228;tte Lord Voldemort verraten? Sie w&#252;rden ihn in Ehren wieder aufnehmen

Du siehst also, ich mu&#223;te etwas tun. Ich war der Einzige, der wu&#223;te, da&#223; Peter noch lebte

Harry fiel ein, was Mr Weasley seiner Frau erz&#228;hlt hatte:Die Wachen sagen, er habe im Schlaf geredet immer dieselben Worte >Er ist in Hogwarts<.

Es war, als h&#228;tte jemand ein Feuer in meinem Kopf entfacht, fuhr Black fort,und die Dementoren konnten es nicht ersticken es war kein Gl&#252;cksgef&#252;hl ich war wie besessen doch das gab mir Kraft und kl&#228;rte meine Gedanken. Nun, eines Nachts, als sie meine T&#252;r &#246;ffneten, um mir das Essen zu bringen, huschte ich flink als Hund an ihnen vorbei es ist so viel schwieriger f&#252;r sie, die Gef&#252;hle von Tieren zu ersp&#252;ren, das verwirrt sie ich war d&#252;nn, ganz abgemagert so konnte ich durch die Gitter schl&#252;pfen als Hund schwamm ich hin&#252;ber zum Festland

Er blickte Harry an und diesmal sah Harry nicht weg.

Glaub mir, kr&#228;chzte Black.Glaub mir, Harry. Ich habe James und Lily niemals verraten. Ich w&#228;re lieber gestorben als das zu tun.

Und endlich glaubte ihm Harry. Er nickte mit zugeschn&#252;rter Kehle.

Nein!

Pettigrew war auf die Knie gefallen, als w&#228;re Harrys Nicken sein Todesurteil gewesen. Er rutschte auf den Knien herum, die H&#228;nde vor sich verschr&#228;nkt, wie zu Kreuze kriechend.Sirius  ich bin's Peter dein Freund du wirst doch nicht

Black stie&#223; mit dem Fu&#223; nach ihm und Pettigrew zuckte zur&#252;ck.

Ich hab schon genug Dreck auf dem Umhang, ohne da&#223; du ihn ber&#252;hrst, sagte Black.

Pettigrew wandte sich Lupin zu.Remus!, quiekte er und kr&#252;mmte sich flehend vor ihm.Du glaubst das doch nicht h&#228;tte Sirius dir nicht gesagt, da&#223; sie den Plan ge&#228;ndert hatten?

Nicht, wenn er glaubte, ich w&#228;re der Spion, Peter, sagte Lupin.Ich vermute, deshalb hast du es mir nicht gesagt, Sirius?, sagte er unger&#252;hrt &#252;ber Pettigrews Kopf hinweg.

Verzeih mir, Remus, sagte Black.

Keine Ursache, Tatze, alter Freund, sagte Lupin und krempelte sich die &#196;rmel hoch.Und du, vergibst auch du mir, da&#223; ich dich f&#252;r einen Spion gehalten habe?

Nat&#252;rlich, sagte Black und ein kurzes Grinsen huschte &#252;ber sein ausgemergeltes Gesicht. Auch er begann die &#196;rmel hochzurollen.Sollen wir ihn gemeinsam t&#246;ten?

Ja, ich denke schon, sagte Lupin grimmig.

Das k&#246;nnt ihr nicht tun das werdet ihr nicht, keuchte Pettigrew. Und dann warf er sich herum und blickte Ron an.

Ron war ich nicht immer ein guter Freund ein gutes Haustier? Du l&#228;&#223;t doch nicht zu, da&#223; sie mich t&#246;ten, Ron du bist auf meiner Seite, nicht wahr?

Doch Ron starrte Pettigrew mit gr&#246;&#223;tem Ekel an.

Ich hab dich in meinem Bett schlafen lassen!, sagte er.

Lieber Junge gutes Herrchen, Pettigrew kroch auf Ron zu,das l&#228;&#223;t du nicht zu ich war deine Ratte ich war ein gutes Haustier

Wenn du als Ratte besser warst denn als Mensch, ist das kein Grund zu prahlen, Peter, herrschte ihn Black an. Ron zerrte das gebrochene Bein aus der Reichweite Pettigrews und der Schmerz lie&#223; ihn noch blasser werden. Pettigrew drehte sich auf den Knien herum, rutschte zu Hermine hin&#252;ber und packte den Saum ihres Umhangs.

S&#252;&#223;es M&#228;dchen kluges M&#228;dchen du du l&#228;&#223;t es nicht zu hilf mir

Hermine ri&#223; den Umhang aus Pettigrews klammernden H&#228;nden und wich mit entsetztem Gesicht an die Wand zur&#252;ck.

Pettigrew, immer noch auf den Knien, zitterte am ganzen Leib. Langsam drehte er den Kopf Harry zu.

Harry Harry du siehst genau wie dein Vater aus wie aus dem Gesicht geschnitten

Wie kannst du es wagen, Harry anzusprechen?, donnerte Black.Wie kannst du es wagen, ihn anzusehen? Wie kannst du es wagen, vor ihm &#252;ber James zu sprechen?

Harry, fl&#252;sterte Pettigrew und warf sich mit ausgestreckten H&#228;nden vor ihm zu Boden.Harry, James h&#228;tte nicht gewollt, da&#223; sie mich t&#246;ten James h&#228;tte verstanden, Harry er h&#228;tte mir Gnade erwiesen

Black und Lupin traten rasch vor, packten Pettigrew an den Schultern und warfen ihn auf den R&#252;cken. Da lag er, zuckend vor Angst, und starrte zu ihnen hoch.

Du hast Lily und James an Voldemort verkauft, sagte Black, und auch er zitterte jetzt.

Leugnest du das?

Pettigrew brach in Tr&#228;nen aus. Er bot einen furchtbaren Anblick, wie ein gro&#223;es, fast kahlk&#246;pfiges Baby, das auf dem Boden kauerte.

Sirius, Sirius, was h&#228;tte ich tun k&#246;nnen? Der Schwarze Lord du hast keine Ahnung er besitzt Waffen, von denen du keine Ahnung hast ich hatte Angst, Sirius, ich war nie mutig wie du und Remus und James. Ich habe es nicht gewollt Er, dessen Name nicht genannt werden darf, hat mich dazu gezwungen -

L&#252;g nicht!, bellte Black.Du hast Lily und James schon ein Jahr, bevor sie starben, ausgespitzelt! Du warst sein Spion!

Er  er hat &#252;berall die Macht &#252;bernommen!, keuchte Pettigrew.W-was sollte es n&#252;tzen, sich ihm zu verweigern?

Was sollte es n&#252;tzen, gegen den &#252;belsten Zauberer zu k&#228;mpfen, der je gelebt hat?, sagte Black, und furchtbarer Zorn stand ihm im Gesicht.Nur unschuldiges Leben h&#228;tte man retten k&#246;nnen, Peter!

Du verstehst das nicht!, wimmerte Pettigrew,er h&#228;tte mich get&#246;tet, Sirius!

Dann h&#228;ttest du sterben sollen!, donnerte Black.Lieber sterben als deine Freunde zu verraten, wie wir es auch f&#252;r dich getan h&#228;tten!

Black und Lupin standen Schulter an Schulter, die Zauberst&#228;be erhoben.

Dir h&#228;tte eins klar sein sollen, sagte Lupin leise.Wenn Voldemort dich nicht get&#246;tet h&#228;tte, dann h&#228;tten wir es getan. Adieu, Peter.

Hermine schlug die H&#228;nde vors Gesicht und drehte sich der Wand zu.

NEIN!, rief Harry. Rasch trat er vor und stellte sich den Zauberst&#228;ben entgegen.Sie sollen ihn nicht t&#246;ten, sagte er und atmete ruckartig.Tun Sie es nicht.

Black und Lupin waren verbl&#252;fft.

Harry, diese Kanallie ist der Grund, weshalb du keine Eltern mehr hast, schnarrte Black.Dieses sich windende St&#252;ck Dreck h&#228;tte auch dich ohne mit der Wimper zu zucken sterben lassen. Du hast ihn geh&#246;rt. Seine eigene stinkende Haut war ihm mehr wert als deine ganze Familie.

Ich wei&#223;, keuchte Harry;Wir bringen ihn hoch ins Schlo&#223;. Wir &#252;bergeben ihn den Dementoren er soll nach Askaban aber t&#246;ten Sie ihn nicht.

Harry!, seufzte Pettigrew und warf die Arme um Harrys Knie,du  ich danke dir  das ist mehr, als ich verdiene -danke -

La&#223; mich los, fauchte Harry und sch&#252;ttelte angewidert Pettigrews H&#228;nde ab.Das tue ich nicht f&#252;r dich. Ich tue es weil  ich glaube nicht, da&#223; mein Vater gewollt h&#228;tte, da&#223; sie  zu M&#246;rdern w&#252;rden  nur wegen dir.

Niemand regte sich oder machte ein Ger&#228;usch, au&#223;er Pettigrew, der pfeifend atmete und die Arme um die Brust klammerte. Black und Lupin sahen sich an. Dann, wie von einer Hand, lie&#223;en sie die Zauberst&#228;be sinken.

Du bist der Einzige, der das Recht hat, dies zu entscheiden, Harry, sagte Black.Aber bedenke bedenke, was er getan hat

Er soll nach Askaban, wiederholte Harry,wenn jemand es verdient, dort zu sitzen, dann er

Hinter sich h&#246;rte er immer noch Pettigrews pfeifendes Atmen.

Also gut, sagte Lupin.Geh beiseite, Harry.

Harry z&#246;gerte.

Ich werde ihn fesseln, sagte Lupin,das ist alles, ich schw&#246;r's dir.

Harry trat aus dem Weg. D&#252;nne Schn&#252;re schossen jetzt aus Lupins Zauberstab und kurz darauf w&#228;lzte sich Pettigrew gefesselt und geknebelt auf dem Boden.

Aber wenn du dich verwandelst, Peter, knurrte Biack, den Zauberstab auf Pettigrew gerichtet,werden wir dich doch t&#246;ten. Bist du einverstanden, Harry?

Harry blickte die erb&#228;rmliche Gestalt auf dem Boden an und nickte; Pettigrew entging es nicht.

Gut, sagte Lupin, auf einmal gesch&#228;ftsm&#228;&#223;ig.Ron, ich kann Knochen nicht halb so gut heilen wie Madam Pomfrey, also ist es das Beste, wenn wir dein Bein einfach schienen, bis wir dich in den Krankenfl&#252;gel bringen k&#246;nnen.

Rasch ging er zu Ron hin&#252;ber, b&#252;ckte sich, schlug mit dem Zauberstab sachte gegen sein Bein und murmelteFerula. Eine Binde rollte sich an Rons Bein hoch und schn&#252;rte es an einer Schiene fest. Lupin half ihm auf; Ron trat behutsam auf, ohne vor Schmerz zu &#228;chzen.

Schon besser, sagte er,danke.

Was ist mit Professor Snape?, sagte Hermine betreten und sah auf die verkr&#252;mmte Gestalt hinunter.

Lupin beugte sich &#252;ber Snape und f&#252;hlte ihm den Puls.Er hat nichts Ernstes, sagte er.Ihr wart nur ein wenig  &#228;hm  &#252;bereifrig. Immer noch ohnm&#228;chtig. Vielleicht ist es das Beste, wenn wir ihn erst dr&#252;ben im Schlo&#223; wieder aufp&#228;ppeln. Wir k&#246;nnen ihn so mitnehmen

Er murmelteMobilcorpus. Wie an unsichtbaren F&#228;den, die sich um Snapes Armgelenke, Hals und Knie gewickelt hatten, wurde er hochgezogen, bis er aufrecht stand. Der Kopf baumelte immer noch beklemmend hin und her wie der einer Kasperlepuppe, und die F&#252;&#223;e schwebten ein paar Zentimeter &#252;ber dem Boden. Lupin hob den Tarnumhang auf und verstaute ihn in seiner Tasche.

Und zwei von uns sollten sich an das hier ketten, sagte Black und stie&#223; Pettigrew mit den Zehenspitzen an.Nur um sicherzugehen.

Das mache ich, sagte Lupin.

Und ich, sagte Ron mit bitterer Miene und humpelte herbei.

Black beschwor schwere Handschellen aus dem Nichts herauf; bald stand Pettigrew wieder auf den Beinen, den linken Arm an Lupins rechten und den rechten Arm an Rons linken gekettet. Ron machte ein steifes Gesicht. Kr&#228;tzes wahre Gestalt schien er als pers&#246;nliche Beleidigung zu empfinden. Krummbein sprang leichtf&#252;&#223;ig vom Bett und f&#252;hrte sie hinaus, den Flaschenb&#252;rstenschwanz beschwingt in die H&#246;he gestreckt.



Der Ku&#223; des Dementors

Es war schon eine sehr merkw&#252;rdige Prozession, an der Harry da teilnahm. Krummbein trippelte voraus die Treppe hinunter. Dann kamen Lupin, Pettigrew und Ron, die aussahen, als wollten sie bei einem Dreibeinwettlauf antreten. Ihnen folgte Professor Snape, der, senkrecht schwebend und mit den F&#252;&#223;en gegen die Stufen schlagend, einen unheimlichen Anblick bot. In der Schwebe hielt ihn sein eigener Zauberstab, den Black auf Snapes R&#252;cken gerichtet hielt. Harry und Hermine bildeten den Schlu&#223;.

In den Tunnel einzusteigen war schwierig. Lupin, Pettigrew und Ron mu&#223;ten sich zur Seite drehen, um es zu schaffen; Lupin hielt Pettigrew weiterhin mit dem Zauberstab in Schach. Harry beobachtete, wie sie, aneinander gekettet, den Tunnel entlangstolperten. Krummbein ging munter voran. Black, mit Harry im Gefolge, lie&#223; Snape vor sich herschweben, dessen leblos baumelnder Kopf immer wieder gegen die Tunnelwand schlug. Harry hatte den Eindruck, da&#223; sich Black nicht darum scherte. M&#252;hsam qu&#228;lten sie sich voran.

Du wei&#223;t, was das bedeutet?, sagte Black zu Harry gewandt,Pettigrew auszuh&#228;ndigen?

Dann sind Sie frei, sagte Harry~

Ja, sagte Black.Aber ich bin auch  ich wei&#223; nicht, ob man es dir je gesagt hat  ich bin dein Pate.

Ja, ich wei&#223;, sagte Harry.

Nun deine Eltern wollten, da&#223; ich dein Vormund werde, sagte Black steif,falls ihnen irgendwas geschehen sollte

Harry wartete. Meinte Black wirklich das, was Harry glaubte, da&#223; er meinte?

Ich verstehe nat&#252;rlich, wenn du bei deiner Tante und deinem Onkel bleiben willst, sagte Black.Aber nun denk dar&#252;ber nach. Sobald mein guter Name wiederhergestellt ist wenn du ein ein neues Zuhause willst

In Harrys Magen startete ein kleines Feuerwerk.

Wie  bei Ihnen wohnen?, sagte Harry und stie&#223; mit dem Kopf versehentlich gegen ein St&#252;ck Fels, das aus der Tunneldecke ragte.Die Dursleys verlassen?

Nat&#252;rlich, es war mir schon klar, da&#223; du nicht willst, sagte Black rasch.Ich verstehe, ich dachte nur, ich -

Du bist wohl verr&#252;ckt, sagte Harry und seine Stimme kr&#228;chzte l&#228;ngst genauso wie die von Black.Nat&#252;rlich will ich von den Dursleys weg! Hast du ein Haus? Wann kann ich einziehen?

Black wandte sich um und sah ihn an; Snapes Kopf scheuerte &#252;ber die Decke, doch Black schien es nicht zu k&#252;mmern.

Du willst?, sagte er.Im Ernst?

Ja, im Ernst!, sagte Harry.

Blacks ausgemergeltes Gesicht verzog sich zum ersten wirklichen L&#228;cheln, das Harry bei ihm gesehen hatte. Es hatte eine verbl&#252;ffende Wirkung: als ob ein zehn Jahre j&#252;ngerer Mensch hinter der ausgemergelten Maske zum Vorschein k&#228;me. F&#252;r einen kurzen Moment war er ganz deutlich jener lachende Mann bei der Hochzeit von Harrys Eltern.

Sie sprachen kein Wort mehr, bis sie das Ende des Tunnels erreicht hatten. Krummbein scho&#223; pfeilschnell voran nach oben; offenbar hatte er bereits die Pfoten auf den Knoten am Baumstamm gesetzt, denn Lupin, Pettigrew und Ron kletterten nach oben, ohne da&#223; von den t&#246;dlichen Peitschenhieben der Weide etwas zu h&#246;ren war.

Black f&#252;hrte Snape am Zauberstab hoch und durch das Erdloch, dann trat er zur Seite und lie&#223; Harry und Hermine vorbei. Endlich waren sie alle drau&#223;en.

&#220;ber die L&#228;ndereien war die Nacht hereingebrochen, das einzige Licht kam von den fernen Fenstern des Schlosses. Schweigend machten sie sich auf den Weg. Pettigrew atmete immer noch pfeifend und lie&#223; gelegentlich ein Wimmern h&#246;ren. In Harrys Kopf &#252;berschlugen sich die Gedanken. Er w&#252;rde die Dursleys verlassen. Er w&#252;rde bei Sirius Black wohnen, dem besten Freund seiner Eltern ihm war ein wenig schwindlig was w&#252;rden die Dursleys sagen, wenn er ihnen verk&#252;ndete, er w&#252;rde zu dem Gefangenen ziehen, den sie im Fernsehen gesehen hatten!

Keine falsche Bewegung, Peter, sagte Lupin vor ihnen in drohendem Ton. Den Zauberstab hielt er immer noch auf Pettigrews Brust gerichtet.

Schweigend zogen sie weiter und allm&#228;hlich wurden die Lichter des Schlosses gr&#246;&#223;er. Snape schwebte immer noch als unheimliche Gestalt vor Black her, sein Kinn schlug auf die Brust. Und dann -

Am Himmel tat sich ein Loch in den Wolken auf Pl&#246;tzlich warfen sie dunkle Schatten aufs Gras. Der Mond tauchte sie in sein Licht.

Snape prallte mit Lupin, Pettigrew und Ron zusammen, die wie angewurzelt stehen geblieben waren. Black erstarrte. Er streckte den Arm aus, um Harry und Hermine zur&#252;ckzuhalten.

Harry konnte Lupins Umrisse sehen. Er war steif geworden. Dann begannen seine Arme und Beine heftig zu zittern.

O nein -, japste Hermine.Er hat heute Abend seinen Trank nicht genommen! Er ist gef&#228;hrlich!

Rennt los, fl&#252;sterte Black.Rennt, und zwar schnell.

Doch Harry konnte nicht einfach losrennen. Ron war an Pettigrew und Lupin gekettet. Er sprang vor, doch Black packte ihn um die Brust und warf ihn zur&#252;ck.

&#220;berla&#223; das mir  lauf!

Ein schauriges Knurren. Lupins Kopf zog sich in die L&#228;nge, dann der K&#246;rper. Die Schultern schrumpften. Ganz deutlich sah man Haare aus Gesicht und H&#228;nden sprie&#223;en, und die H&#228;nde ballten sich zu klauenartigen Pfoten  Krummbein standen die Haare zu Berge, er wich zur&#252;ck -

W&#228;hrend der Werwolf sich aufb&#228;umte und sein langes Maul aufri&#223;, verschwand Black von Harrys Seite. Auch er hatte sich verwandelt  der gewaltige, b&#228;rengleiche Hund sprang mit einem m&#228;chtigen Satz vor  als der Werwolf sich von seiner Fessel befreit hatte, packte ihn der Hund am Nacken und zerrte ihn fort, weg von Ron und Pettigrew. Ineinander verbissen lagen sie da und zerfetzten sich mit ihren Krallen das Fell.

Harry erstarrte, gebannt von dem Anblick, und sah und h&#246;rte nichts au&#223;er den k&#228;mpfenden Tieren. Erst Hermines Schrei ri&#223; ihn aus seiner Trance -

Pettigrew hatte sich auf Lupins Zauberstab im Gras geworfen. Ron, ohnehin wacklig auf seinem bandagierten Bein, wurde umgerissen. Es gab einen Knall, einen Lichtblitz  und Ron regte sich nicht mehr. Ein weiterer Knall  Krummbein wirbelte durch die Luft, flog ins Gras und blieb eingekringelt liegen.

Expelliarmus!, schrie Harry und richtete den Zauberstab gegen Pettigrew; Lupins Zauberstab flog in den Nachthimmel und verschwand.Bleib, wo du bist!' rief Harry und st&#252;rzte los.

Doch zu sp&#228;t. Pettigrew hatte sich verwandelt. Harry sah, wie der kahle Rattenschwanz m&#252;helos durch die Fessel an Rons ausgestrecktem Arm glitt, und dann raschelte etwas im Gras davon.

Hinter sich h&#246;rte er ein Heulen und ein donnerndes Grollen; Harry wandte sich um und sah, wie der Werwolf die Flucht ergriff -, mit langen Spr&#252;ngen setzte er auf den Wald zu -

Sirius, er ist fort, Pettigrew hat sich verwandelt!, rief Harry.

Black blutete; am Maul und auf dem R&#252;cken hatte er tiefe Risse, doch bei Harrys Worten rappelte er sich hoch und kurz darauf jagte er &#252;ber das Gel&#228;nde, bis das Trommeln der Pfoten langsam leiser wurde und erstarb.

Harry und Hermine rannten hin&#252;ber zu Ron.

Was hat er ihm getan?, fl&#252;sterte Hermine. Rons Augen waren nur halb geschlossen, der Mund stand offen. Er lebte noch, das war sicher, sie konnten ihn atmen h&#246;ren, doch er schien sie nicht zu erkennen.

Ich wei&#223; nicht

Verzweifelt blickte sich Harry um. Black und Lupin waren verschwunden jetzt hatten sie niemanden mehr au&#223;er Snape, der immer noch bewu&#223;tlos &#252;ber dem Boden schwebte.

Wir gehen besser hoch zum Schlo&#223; und holen Hilfe, sagte Harry. Er wischte sich die Haare aus den Augen und versuchte klar zu denken.Komm mit -

Doch dann drang ein Jaulen und Wimmern aus der Dunkelheit her&#252;ber; ein Hund, der Qualen litt

Sirius, murmelte Harry und starrte in die Nacht hinein.

Einen Moment lang z&#246;gerte er, doch im Augenblick konnten sie nichts f&#252;r Ron tun, und wie es sich anh&#246;rte, war Black in Schwierigkeiten -

Harry rannte los und Hermine setzte ihm nach. Das Jaulen schien vom Ufer des Sees her zu kommen. Sie hetzten darauf zu, und mitten im Lauf sp&#252;rte Harry die Wand aus K&#228;lte, doch er achtete nicht darauf

Pl&#246;tzlich verstummte das Jaulen. Am Seeufer angelangt, sahen sie, warum  Sirius hatte sich in einen Mann zur&#252;ckverwandelt; er kauerte auf allen Vieren, die H&#228;nde &#252;ber dem Kopf verschr&#228;nkt.

Neiiiiin, st&#246;hnte er,neiiiin bitte

Und dann sah Harry die Dementoren. Mindestens hundert Gestalten schoben sich wie eine schwarze Masse um den See herum auf sie zu. Er wirbelte herum und schon durchdrang die vertraute eisige K&#228;lte seine Eingeweide, und Nebel nahm ihm die Sicht; noch mehr Gestalten erschienen von beiden Seiten aus der Dunkelheit; sie wurden eingekreist

Hermine, denk an ein gl&#252;ckliches Erlebnis!, rief Harry und hob den Zauberstab. Er blinzelte verzweifelt, um etwas sehen zu k&#246;nnen, und sch&#252;ttelte den Kopf, um das leise Schreien in seinen Ohren loszuwerden, das allm&#228;hlich lauter wurde -

Ich werde bei meinem Paten leben und nie mehr bei den Dursleys.

Er zwang sich an Black zu denken und nur an Black und begann seinen Singsang:

Expecto patronum! Expecto patronum!

Black schauderte, kippte zur Seite und blieb reglos und fahl wie der Tod auf der Erde liegen.

Er wird wieder gesund werden. Ich werde bei ihm leben.

Expecto patronum! Hermine, hilf mir! Expecto patronum!

Expecto -, fl&#252;sterte Hermine,expecto  expecto -

Doch sie schaffte es nicht. Die Dementoren schlossen den Kreis und waren jetzt nur noch drei Meter von ihnen entfernt. Sie bildeten einen undurchdringlichen Ring um Harry und Hermine und zogen ihn immer enger

Expecto patronum!, rief Harry und versuchte das Schreien in seinen Ohren zu &#252;bert&#246;nen.Expecto patronum!

Ein d&#252;nner silberner Faden scho&#223; aus seinem Zauberstab und blieb wie ein Nebelschleier vor ihm schweben. Im selben Moment sp&#252;rte Harry, wie Hermine neben ihm zusammenbrach. Er war allein vollkommen allein.

Expecto  expecto patronum -

Harry sp&#252;rte, wie er mit den Knien ins kalte Gras fiel. Nebel waberte um ihn auf. Er zermarterte sich das Hirn mit dem einen Gedanken  Sirius war unschuldig  unschuldig  es wird uns gut gehen  ich werde bei ihm leben -

Expecto patronum!, keuchte er.

Im schwachen Licht seines gestaltlosen Patronus sah er, wie ein Dementor innehielt, ganz nahe bei ihm. Er konnte nicht durch das silbrige Licht dringen, das Harry heraufbeschworen hatte. Eine tote, schleimige Hand glitt unter dem Mantel hervor. Sie machte eine Geste, als wolle sie den Patronus beiseite fegen.

Nein  nein -, keuchte Harry.Er ist unschuldig expecto  expecto patronum -

Er sp&#252;rte, wie sie ihn beobachteten, ihr rasselnder Atem kam ihm vor wie ein w&#252;tender Sturm. Dieser Dementor schien es auf ihn abgesehen zu haben. Er hob die verrotteten H&#228;nde  und zog die Kapuze vom Gesicht.

Dort, wo die Augen h&#228;tten sein sollen, war nur d&#252;nne, schorfige Haut, die sich glatt &#252;ber die leeren H&#246;hlen spannte. Doch er hatte einen Mund einen tiefen, unf&#246;rmigen Schlund, und sein Atmen klang wie ein Todesr&#246;cheln. L&#228;hmendes Grauen &#252;berkam Harry, er konnte sich weder r&#252;hren noch sprechen. Sein Patronus flackerte auf und erstarb.

Wei&#223;er Nebel blendete ihn. Er mu&#223;te k&#228;mpfen expecto patronum er konnte nichts mehr sehen und in der Ferne h&#246;rte er das vertraute Schreien expecto patronum er tastete im Nebel nach Sirius und fand seinen Arm er w&#252;rde nicht zulassen, da&#223; sie ihn fortnahmen

Doch ein paar kr&#228;ftige, na&#223;kalte H&#228;nde klammerten sich pl&#246;tzlich um Harrys Hals. Der Dementor dr&#252;ckte ihm das Kinn nach oben Harry sp&#252;rte seinen Atem sie wollten ihn zuerst erledigen er roch den widerlichen Atem seine Mutter schrie in seinen Ohren  das w&#252;rde das Letzte sein, was er h&#246;rte -

Und dann, durch den Nebel, der ihn ertr&#228;nkte, glaubte er ein silbernes Licht zu sehen, das heller und heller wurde er sp&#252;rte, wie er aufs Gras fiel -

Das Gesicht im Gras, zu schwach, um sich zu r&#252;hren, zitternd vor &#220;belkeit, &#246;ffnete er die Augen. Der Dementor mu&#223;te ihn losgelassen haben  blendend helles Licht fiel auf das Gras um ihn her  das Schreien hatte aufgeh&#246;rt, die K&#228;lte wich Etwas trieb die Dementoren davon es kreiste um ihn und Black und Hermine die Dementoren schwebten fort die Luft erw&#228;rmte sich

Mit allerletzter Kraft hob Harry den Kopf noch ein wenig h&#246;her und sah inmitten des Lichts ein Tier, das &#252;ber den See davongaloppierte mit schwei&#223;getr&#252;bten Augen versuchte Harry zu erkennen, was es war es war hell wie ein Einhorn Harry, verzweifelt gegen die Ohnmacht ank&#228;mpfend, sah, wie es dr&#252;ben am anderen Ufer ankam und sich aufb&#228;umte. So hell war das Wesen, da&#223; er noch sehen konnte, wie jemand es herzlich begr&#252;&#223;te die Hand hob und es t&#228;tschelte jemand, der ihm seltsam bekannt vorkam doch das konnte nicht sein

Harry begriff nicht. Er konnte nicht mehr denken. Die letzten Kr&#228;fte schwanden ihm und sein Kopf schlug zu Boden. Er war ohnm&#228;chtig.



Hermines Geheimnis

F&#252;rchterliche Geschichte schrecklich Wunder, da&#223; alle noch leben so was hab ich noch nie geh&#246;rt Heiliger Strohsack, ein Gl&#252;ck, da&#223; Sie da waren, Snape

Danke, Minister.

Orden des Merlin, zweiter Klasse, w&#252;rde ich sagen. Erster Klasse, wenn ich's deichseln kann!

Herzlichen Dank, Minister.

Sieht ja &#252;bel aus, der Schnitt, den sie da im Gesicht haben das war sicher Black?

Keineswegs, Minister, es waren Potter, Weasley und Granger, Minister

Nein!

Black hatte sie verhext, war mir auf der Stelle klar. Ein Verwirrungszauber, so wie die sich auff&#252;hrten. Glaubten offenbar, er sei doch unschuldig. Sie waren f&#252;r ihre Taten nicht verantwortlich. Allerdings w&#228;re Black fast entkommen, weil sie sich eingemischt haben glaubten wohl, sie k&#246;nnten ihn auf eigene Faust fangen. Man hat ihnen bisher einfach viel zu viel durchgehen lassen ich f&#252;rchte, das ist ihnen zu Kopfe gestiegen und nat&#252;rlich hat der Schulleiter immer gr&#246;&#223;tes Nachsehen mit Potter.

Nun ja, Snape Sie wissen, Harry Potter wir haben da alle einen schwachen Punkt, wenn es um ihn geht.

Gleichwohl, Minister  tut es ihm gut, wenn er immer wieder mit allem davonkommt? Ich pers&#246;nlich bem&#252;he mich, ihn wie jeden anderen Sch&#252;ler auch zu behandeln.

Und jeder andere Sch&#252;ler w&#252;rde  allermindestens  f&#252;r einige Zeit ausgeschlossen, wenn er seine Freunde derart in Gefahr gebracht h&#228;tte. Bedenken Sie, Minister, gegen alle Schulregeln  und nach allem, was wir zu seinem Schutz getan haben  au&#223;erhalb der Schule angetroffen, sp&#228;tabends, in Gesellschaft eines Werwolfs und eines M&#246;rders  und au&#223;erdem habe ich Grund zu der Annahme, da&#223; er auch unrechtm&#228;&#223;ig in Hogsmeade war -

Gut und sch&#246;n wir werden sehen, Snape, wir werden sehen der Junge hat zweifellos eine Dummheit begangen

Harry lag mit geschlossenen Augen da und lauschte. Ihm war sterbenselend zumute. Die Worte schienen nur langsam von seinen Ohren in sein Hirn zu dringen und er verstand sie kaum seine Glieder f&#252;hlten sich an wie mit Blei gef&#252;llt; die Augenlider waren zu schwer, um sie zu &#246;ffnen er wollte hier auf diesem bequemen Bett f&#252;r alle Ewigkeit liegen bleiben

Was mich am meisten erstaunt, ist das Verhalten der Dementoren Sie haben wirklich keine Ahnung, weshalb sie zur&#252;ckgewichen sind, Snape?

Nein, Minister als ich zu mir kam, nahmen sie gerade wieder ihre Posten an den Toren ein

Unglaublich. Aber Black und Harry und das M&#228;dchen waren -

Alle bewu&#223;tlos, als ich zu ihnen gelangte. Ich habe Black nat&#252;rlich sofort gefesselt und geknebelt, Tragen heraufbeschworen und sie gleich ins Schlo&#223; gebracht.

Eine Pause trat ein. Harrys Denken schien ein wenig schneller zu werden, und damit wuchs auch ein nagendes Gef&#252;hl in der Tiefe seines Magens

Er &#246;ffnete die Augen.

Alles war ein wenig verschwommen. jemand hatte ihm die Brille abgenommen. Er lag im dunklen Krankensaal. Ganz am Ende des Saals konnte er Madam Pomfrey erkennen, die mit dem R&#252;cken zu ihm stand und sich &#252;ber ein Bett beugte. Harry kniff die Augen zusammen. Neben Madam Pomfreys Arm lugte Rons roter Haarschopf hervor.

Harry wandte den Kopf auf die andere Seite. Im Bett neben ihm lag Hermine. Ihr Bett lag im Mondlicht. Auch sie hatte die Augen ge&#246;ffnet und schien starr vor Angst. Als sie sah, da&#223; Harry wach war, legte sie einen Finger auf die Lippen und deutete auf den Eingang. Die T&#252;r war offen und vom Kortidor drangen die Stimmen von Cornellus Fudge und Snape herein.

Jetzt hastete Madam Pomfrey auf Harrys Bett zu. Er wandte sich um. Sie hatte den gr&#246;&#223;ten Schokoladeriegel in H&#228;nden, den er je gesehen hatte. Er sah aus wie ein Pflasterstein.

Aha, du bist wach!, begr&#252;&#223;te sie ihn forsch. Sie legte den Schokoriegel auf Harrys Nachttisch und schlug mit einem H&#228;mmerchen St&#252;cke herunter.

Wie geht's Ron?, fragten Harry und Hermine wie aus einem Mund.

Er wird's &#252;berleben, sagte Madam Pomfrey mit bitterer Miene.Und ihr beiden ihr bleibt hier, bis ich &#252;berzeugt bin, da&#223;  Potter, was f&#228;llt dir eigentlich ein?

Harry hatte sich aufgerichtet, die Brille auf die Nase gesetzt und den Zauberstab gepackt.

Ich mu&#223; den Schulleiter sprechen, sagte er.

Potter, sagte Madam Pomfrey bes&#228;nftigend,es ist alles gut. Sie haben Black. Er ist oben eingeschlossen. Die Dementoren werden ihn jeden Moment k&#252;ssen -



WAS?

Harry sprang aus dem Bett; Hermine folgte ihm. Doch drau&#223;en im Gang hatten sie seinen Schrei geh&#246;rt; einen Moment sp&#228;ter betraten Cornelius Fudge und Snape den Krankensaal.

Harry, Harry, was soll das denn?, sagte Fudge aufgebracht.Du solltest im Bett bleiben  hat er seine Schokolade bekommen?, fragte er besorgt Madam Pomfrey.

Minister, bitte h&#246;ren Sie!, sagte Harry,Sirius Black ist unschuldig! Peter Pettigrew hat seinen eigenen Tod nur vorget&#228;uscht! Wir haben ihn heute Nacht gesehen! Sie d&#252;rfen nicht zulassen, da&#223; die Dementoren diese Sache mit Sirius anstellen, er ist -

Doch Fudge sch&#252;ttelte sanft l&#228;chelnd den Kopf,

Harry, Harry, du bist v&#246;llig durcheinander, du hast F&#252;rchterliches durchlitten, leg dich jetzt wieder hin, wir haben alles im Griff

Haben Sie nicht!, schrie Harry,Sie haben den falschen Mann!

Minister, bitte h&#246;ren Sie, sagte Hermine, sie trat rasch an Harrys Seite und sah Fudge flehend an.Ich hab ihn auch gesehen, es war Rons Ratte, er ist ein Animagus, Pettigrew, meine ich, und -

Sehen Sie, Minister?, sagte Snape.V&#246;llig &#252;bergeschnappt, alle beide Black hat ganze Arbeit geleistet

Wir sind nicht &#252;bergeschnappt!, donnerte Harry.

Minister! Professor!, sagte Madam Pomfrey emp&#246;rt,ich mu&#223; darauf bestehen, da&#223; Sie gehen, Potter ist mein Patient und Sie d&#252;rfen ihn nicht aufregen!

Ich bin nicht aufgeregt, ich versuche nur zu sagen, was passiert ist!, sagte Harry zornig.Wenn Sie nur zuh&#246;ren w&#252;rden -

Doch Madam Pomfrey stopfte ihm blitzschnell ein gro&#223;es St&#252;ck Schokolade in den Mund; Harry verschluckte sich und sie nutzte die Gelegenheit, um ihn mit sanfter Gewalt aufs Bett zu schubsen.

Nun, ich bitte Sie, Minister, diese Kinder brauchen Pflege  bitte gehen Sie.

Die T&#252;r ging auf und herein kam Dumbledore. Harry w&#252;rgte seinen Mund voll Schokolade m&#252;hsam hinunter und stand wieder auf.

Professor Dumbledore, Sirius Black -

Um Himmels willen!, sagte Madam Pomfrey erz&#252;rnt,ist das hier der Krankenfl&#252;gel oder was? Direktor, ich mu&#223; -

Verzeihung, Poppy, aber ich mu&#223; kurz mit Mr Potter und Miss Granger sprechen, sagte Dumbledore gelassen.Ich habe eben mit Sirius Black geredet -

Ich nehme an, er hat Ihnen dasselbe M&#228;rchen erz&#228;hlt, das er Potter ins Hirn gepflanzt hat?, fauchte Snape.Etwas von einer Ratte und da&#223; Pettigrew noch am Leben sei.

Das ist tats&#228;chlich Blacks Darstellung, sagte Dumbledore und sah Snape durch seine Halbmondbrille scharf an.

Und meine Aussage z&#228;hlt &#252;berhaupt nicht?, schnarrte Snape.Peter Pettigrew war nicht in der Heulenden H&#252;tte, und drau&#223;en auf den L&#228;ndereien war keine Spur von ihm zu sehen.

Sie waren doch bewu&#223;tlos, Professor!, sagte Hermine entschieden.Sie kamen zu sp&#228;t, um zu h&#246;ren -

Miss Granger, h&#252;ten Sie Ihre Zunge!

Aber, aber, Snape, sagte Fudge aufgeschreckt,die junge Dame ist ein wenig durcheinander, da m&#252;ssen wir nachsichtig sein.

Ich m&#246;chte mit Harry und Hermine unter sechs Augen sprechen, warf Dumbledore pl&#246;tzlich ein.Cornelius, Severus, Poppy  bitte lassen Sie uns allein.

Aber Direktor, prustete Madam Pomfrey,sie brauchen Pflege, sie brauchen Ruhe -

Es duldet keinen Aufschub, sagte Dumbledore.Ich mu&#223; darauf bestehen.

Madam Pomfrey sch&#252;rzte die Lippen, ging mit steifen Schritten hin&#252;ber zu ihrem B&#252;ro am Ende des Krankensaals und schlug die T&#252;r hinter sich zu. Fudge warf einen Blick auf die gro&#223;e Taschenuhr, die an seiner Weste baumelte.

Die Dementoren m&#252;&#223;ten inzwischen da sein, sagte er.Ich werde sie in Empfang nehmen. Wir sehen uns dann oben, Dumbledore.

Er ging zur T&#252;r und hielt sie f&#252;r Snape auf, doch Snape r&#252;hrte sich nicht.

Sie glauben doch nicht etwa auch nur ein Wort von Blacks Geschichte?, fl&#252;sterte Snape und starrte Dumbledore an.

Ich w&#252;rde jetzt gern Harry und Hermine allein sprechen, wiederholte Dumbledore.

Snape trat einen Schritt auf Dumbledore zu.

Sirius Black hat schon im Alter von sechzehn Jahren bewiesen, da&#223; er zum Mord f&#228;hig ist, wisperte er.Sie haben das nicht vergessen, Direktor? Sie haben nicht vergessen, da&#223; er einst mich umbringen wollte?

Mein Ged&#228;chtnis hat nicht gelitten, Severus, erwiderte Dumbledore knapp.

Snape drehte sich auf dem Absatz um und marschierte durch die T&#252;r, die Fudge immer noch f&#252;r ihn aufhielt. Als sie verschwunden waren, wandte sich Dumbledore Harry und Hermine zu. Beide sprudelten gleichzeitig los.

Professor, Black sagt die Wahrheit  wir haben Pettigrew gesehen -

- er konnte entkommen, als Professor Lupin sich in einen Werwolf verwandelte -

- er ist eine Ratte -

- Pettigrews Vorderpfote, einen Finger, meine ich, er hat ihn abgeschnitten -

- Pettigrew hat Ron angegriffen, es war nicht Sirius -

Doch Dumbledore hob die Hand, um die Flut von Erkl&#228;rungen aufzuhalten.

Ihr seid jetzt mit Zuh&#246;ren dran, und bitte unterbrecht mich nicht, weil wir sehr wenig Zeit haben, sagte er ruhig.Es gibt nicht die Spur eines Beweises f&#252;r Blacks Geschichte, ich habe nur euer Wort  und das Wort zweier dreizehnj&#228;hriger Zauberer wird niemanden &#252;berzeugen. Eine Stra&#223;e voller Augenzeugen hat geschworen, da&#223; Sirius Pettigrew ermordet hat. Ich selbst habe im Ministerium ausgesagt, da&#223; Sirius Potters Geheimniswahrer war.

Professor Lupin kann es Ihnen erkl&#228;ren -, sagte Harry ungeduldig.

Professor Lupin steckt gegenw&#228;rtig tief im Wald und kann keinem Menschen irgendetwas erkl&#228;ren. Wenn er wieder ein Mensch ist, wird es zu sp&#228;t sein, Sirius wird tot sein, schlimmer als tot. Ich mu&#223; hinzuf&#252;gen, da&#223; die meisten von uns einem Werwolf derma&#223;en mi&#223;trauen, da&#223; sein Zeugnis wenig Gewicht haben wird  und die Tatsache, da&#223; er und Sirius alte Freunde sind -

Aber -

H&#246;r mir zu, Harry. Es ist zu sp&#228;t, verstehst du? Du mu&#223;t einsehen, da&#223; Professor Snapes Darstellung der Ereignisse viel &#252;berzeugender ist als eure.

Er ha&#223;t Sirius, sagte Hermine verzweifelt.Und alles nur, weil ihm Sirius einen dummen Streich gespielt hat -

Sirius hat sich nicht gerade wie ein Unschuldiger benommen. Er hat die fette Dame angegriffen  dann ist er mit einem Messer in den Gryffindor-Turm eingedrungen  jedenfalls haben wir ohne Pettigrew, tot oder lebendig, keine Chance, Sirius die Strafe zu ersparen.

Aber Sie glauben uns.

Ja, das tue ich, sagte Dumbledore leise.Doch es steht nicht in meiner Macht, andere Menschen die Wahrheit sehen zu lassen oder den Zaubereiminister in die Schranken zu weisen

Harry blickte stumm zu Dumbledore hoch und hatte pl&#246;tzlich das Gef&#252;hl, der Boden unter ihm w&#252;rde wegbrechen. Er hatte sich an den Gedanken gew&#246;hnt, da&#223; dieser Mann alles richten konnte. Er hatte erwartet, da&#223; Dumbledore eine verbl&#252;ffende L&#246;sung aus dem Hut zaubern w&#252;rde. Aber nein, ihre letzte Hoffnung war zunichte.

Was wir brauchen, sagte Dumbledore langsam, und seine hellblauen Augen wanderten von Harry zu Hermine,ist mehr Zeit.

Aber -, setzte Hermine an. Und dann bekam sie ganz runde Augen.OH!

Und jetzt pa&#223;t auf, sagte Dumbledore sehr leise und deutlich.Sirius ist in Professor Flitwicks B&#252;ro im siebten Stock eingeschlossen. Dreizehntes Fenster rechts vom Westturm. Wenn alles gut geht, werdet ihr heute Nacht mehr als ein unschuldiges Leben retten k&#246;nnen. Doch verge&#223;t Folgendes nicht, ihr beiden. niemand darf euch sehen. Hermine, du kennst das Gesetz  du wei&#223;t, was auf dem Spiel steht niemand  darf  euch  sehen.

Harry hatte keine Ahnung, was vor sich ging. Dumbledore war bereits an der T&#252;r, als er sich noch einmal umdrehte.

Ich werde euch einschlie&#223;en. Es ist -, er sah auf die Uhr,f&#252;nf Minuten vor zw&#246;lf Hermine, drei Drehungen sollten gen&#252;gen. Viel Gl&#252;ck.

Viel Gl&#252;ck?, wiederholte Harry, als sich die T&#252;r hinter Dumbledore schlo&#223;.Drei Drehungen? Was redet er da? Was sollen wir tun?

Doch Hermine fingerte am Kragen ihres Umhangs und zog eine sehr lange, sehr feingliedrige Goldkette hervor.

Harry, komm her, sagte sie eindringlich.Schnell!

V&#246;llig verdattert trat Harry zu ihr. Sie hielt die Kette in die H&#246;he. Harry sah ein winziges, funkelndes Stundenglas daran h&#228;ngen.

Hier -

Sie warf die Kette auch um seinen Hals.

Bereit?, sagte sie atemlos.

was haben wir vor?, fragte Harry v&#246;llig ratlos.

Hermine drehte das Stundenglas dreimal im Kreis.

Der dunkle Krankensaal l&#246;ste sich auf Harry hatte das Gef&#252;hl, schnell, rasend schnell r&#252;ckw&#228;rts zu fliegen. Eine Flut von Farben und verschwommenen Gestalten raste an ihm vorbei, in seinen Ohren h&#228;mmerte es, er versuchte zu rufen, konnte aber seine eigene Stimme nicht h&#246;ren -

Und dann sp&#252;rte er wieder festen Boden unter den F&#252;&#223;en und um ihn her nahm alles wieder klare Gestalt an -

Er stand neben Hermine in der menschenleeren Eingangshalle. Goldenes Sonnenlicht ergo&#223; sich durch das offene Portal &#252;ber den steingefliesten Boden. Die Kette des Stundenglases schnitt ihm in den Hals. Verwirrt wandte er sich Hermine zu.

Hermine, was -?

Hier rein!Hermine packte ihn am Arm und zog ihn quer durch die Halle zu einem Besenschrank; sie &#246;ffnete ihn, schubste Harry hinein in das Durcheinander von Eimern und Wischlappen, dann zog sie die T&#252;r hinter ihnen zu.

Was  wie  Hermine, was ist passiert?

Wir haben eine kleine Zeitreise gemacht, fl&#252;sterte Hermine und befreite Harry in der Dunkelheit von der Kette.Drei Stunden in die Vergangenheit

Harry tastete nach seinem Bein und zwickte es kr&#228;ftig. Es tat richtig weh, also war er offenbar nicht mitten in einem haarstr&#228;ubenden Traum.

Aber -

Schh! H&#246;r mal! Da kommt jemand! Ich glaube  ich glaube, das k&#246;nnten wir sein!

Hermine dr&#252;ckte ein Ohr an die Schrankt&#252;r.

Schritte durch die Halle ja, ich glaube, das sind wir auf dem Weg zu Hagrid!

Willst du mir sagen, wisperte Harry,da&#223; wir hier in diesem Schrank sind und gleichzeitig auch da drau&#223;en?

Ja, sagte Hermine, das Ohr immer noch an die Schrankt&#252;r gepre&#223;t.Ich bin sicher, da&#223; wir es sind klingt nicht nach mehr als drei Leuten und wir gehen langsam, weil wir unter dem Tarnumhang stecken -

Sie verstummte und lauschte gespannt.

Wir gehen die Treppe runter

Hermine setzte sich auf einen umgest&#252;lpten Eimer. Die Anspannung stand ihr ins Gesicht geschrieben, doch Harry mu&#223;te unbedingt ein paar Fragen stellen.

Wo hast du dieses Ding, dieses Stundenglas her?

Es hei&#223;t Zeitumkehrer, fl&#252;sterte Hermine,und ich hab's am ersten Tag nach den Ferien von Professor McGonagall bekommen. Sie lie&#223; mich schw&#246;ren, da&#223; ich es niemandem sage. Sie mu&#223;te alle m&#246;glichen Briefe an das Zaubereiministerium schreiben, damit ich einen kriegen konnte. Sie mu&#223;te ihnen sagen, da&#223; ich eine vorbildliche Sch&#252;lerin bin und da&#223; ich es niemals f&#252;r irgendetwas anderes als meine Schulausbildung benutzen w&#252;rde ich hab den Zeitumkehrer gedreht, damit ich die Stunden noch einmal erlebe, und deshalb habe ich mehrere F&#228;cher gleichzeitig belegen k&#246;nnen, verstehst du jetzt? Aber

Harry, ich wei&#223; nicht, was Dumbledore meint, was wir tun sollen. Warum hat er gesagt, wir sollen drei Stunden zur&#252;ckgehen? Wie soll das Sirius n&#252;tzen?

Harry starrte in ihr sorgenvolles Gesicht.

Etwas mu&#223; um diese Zeit passiert sein, etwas, das wir &#228;ndern sollen, sagte er langsam.Was ist passiert? Vor drei Stunden gingen wir hinunter zu Hagrid

Das ist jetzt vor drei Stunden und wir gehen gerade hinunter zu Hagrid, sagte Hermine,wir haben uns eben gehen h&#246;ren

Harry runzelte die Stirn; er hatte das Gef&#252;hl, vor Anstrengung sein ganzes Hirn zu verknoten.

Dumbledore hat eben gesagt  eben gesagt, da&#223; wir mehr als ein unschuldiges Leben retten k&#246;nntenUnd dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen.Hermine, wir retten Seidenschnabel!

Aber  wie helfen wir damit Sirius?

Dumbledore  er hat uns gerade erkl&#228;rt, wo das Fenster ist  das Fenster von Flitwicks B&#252;ro! Wo sie Sirius eingeschlossen haben! Wir m&#252;ssen mit Seidenschnabel zum Fenster fliegen und Sirius retten! Sirius kann mit Seidenschnabel fliehen  sie k&#246;nnen zusammen entkommen!

Harry sah Hermines Gesicht nur undeutlich, doch sie schien entsetzt zu sein.

Wenn wir das schaffen, ohne gesehen zu werden, w&#228;re das ein Wunder!

Wir m&#252;ssen es einfach versuchen, oder?, sagte Harry. Er stand auf und legte ein Ohr an die T&#252;r.

H&#246;rt sich nicht an, als ob jemand da w&#228;re komm, gehen wir

Harry dr&#252;ckte die Schrankt&#252;r auf Die Eingangshalle war menschenleer. So schnell sie konnten, huschten sie aus dem Schrank und die steinernen Stufen hinunter. Schon zogen sich die Schatten in die L&#228;nge, und wieder waren die Baumspitzen des Verbotenen Waldes in Gold getaucht.

Hermine warf einen Blick zur&#252;ck.Hoffentlich sieht uns keiner vom Fenster aus, ziepte sie.

La&#223; uns rennen, sagte Harry entschlossen.Und zwar hin&#252;ber zum Wald, einverstanden? Dann verstecken wir uns am besten hinter einem Baum und halten Ausschau.

Gut, aber hinter den Gew&#228;chsh&#228;usern lang!, keuchte Hermine.Und m&#246;glichst weit weg von Hagrids T&#252;r, oder sie sehen uns. Wir sind schon fast bei seiner H&#252;tte!

Harry, dem immer noch nicht klar war, was sie meinte, lief los und Hermine folgte ihm auf den Fersen. Sie rannten durch die Gem&#252;seg&#228;rten hin&#252;ber zu den Gew&#228;chsh&#228;usern, verpusteten sich in deren Schutz ein wenig, und rannten dann so schnell sie konnten weiter. Sie schlugen einen Bogen um die Peitschende Weide und gelangten schlie&#223;lich zum sch&#252;tzenden Waldrand

Im Schatten der B&#228;ume verborgen, wandte Harry sich um; Sekunden sp&#228;ter stand Hermine neben ihm und schnappte nach Luft.

Gut, japste sie,wir m&#252;ssen zu Hagrid hin&#252;berschleichen halt dich versteckt, Harry

Leise und dicht am Waldrand staksten sie im Unterholz voran. Dann, ganz in der N&#228;he von Hagrids H&#252;tte, h&#246;rten sie, wie es an der T&#252;r klopfte. Sie versteckten sich rasch hinter dem dicken Stamm einer Eiche und sp&#228;hten an beiden Seiten hervor. Hagrid erschien in der T&#252;r, zitternd und bleich, und sah sich stirnrunzelnd um. Dann h&#246;rte Harry seine eigene Stimme.

Wir sind's. Wir tragen den Tarnumhang. La&#223; uns rein, dann k&#246;nnen wir ihn ablegen.

Ihr h&#228;ttet nicht kommen sollen!, fl&#252;sterte Hagrid. Er trat zur&#252;ck, lie&#223; sie ein und schlo&#223; rasch die T&#252;r.

Das ist das Verr&#252;ckteste, was wir je getan haben, sagte Harry begeistert.

Gehen wir ein St&#252;ck weiter, fl&#252;sterte Hermine.Wir m&#252;ssen n&#228;her an Seidenschnabel heran!

Sie krauchten zwischen den B&#228;umen durch, bis sie den Hippogreif sahen, der gereizt an seiner Leine zerrte, die Hagrid am Zaun um sein K&#252;rbisbeet befestigt hatte.

Jetzt?, fl&#252;sterte Harry.

Nein!, sagte Hermine.Wenn wir ihn jetzt stehlen, werden die Leute vom Ausschu&#223; denken, Hagrid h&#228;tte ihn befreit! Wir m&#252;ssen warten, bis sie sehen, da&#223; er drau&#223;en angebunden ist!

Dann haben wir gerade mal sechzig Sekunden, sagte Harry. Allm&#228;hlich kam ihm das Unternehmen unm&#246;glich vor.

In diesem Moment drang aus Hagrids H&#252;tte das Ger&#228;usch von zerbrechendem Porzellan.

Jetzt hat er gerade den Milchkrug zerlegt, fl&#252;sterte Hermine.Gleich werde ich Kr&#228;tze finden -

Und tats&#228;chlich h&#246;rten sie ein paar Minuten sp&#228;ter ihren &#252;berraschten Aufschrei.

Hermine, sagte Harry pl&#246;tzlich,wie w&#228;r's wenn wir  einfach reinrennen und uns Pettigrew schnappen -

Nein!, fl&#252;sterte Hermine erschrocken.Begreifst du nicht? Wir brechen gerade eines der wichtigsten Zaubereigesetze! niemand darf die Vergangenheit ver&#228;ndern, absolut niemand! Du hast Dumbledore geh&#246;rt: wenn wir gesehen werden -

Nur wir selbst und Hagrid w&#252;rden uns sehen!

Harry, was, glaubst du, w&#252;rdest du tun, wenn du dich selbst in Hagrids H&#252;tte reinplatzen siehst?, sagte Hermine.

Ich  ich w&#252;rde glauben, ich sei verr&#252;ckt geworden, sagte Harry,oder vermuten, da&#223; jemand schwarze Magie mit mir treibt -

Genau! Du w&#252;rdest es nicht verstehen, du w&#252;rdest dich vielleicht sogar selbst angreifen! Verstehst du nicht? Professor McGonagall hat mir erz&#228;hlt, was f&#252;r schreckliche Dinge schon geschehen sind, wenn Zauberer an der Vergangenheit herumgepfuscht haben viele von ihnen haben im Durcheinander ihr vergangenes oder k&#252;nftiges Selbst get&#246;tet!

Schon gut!, sagte Harry,war nur 'ne Idee, ich dachte -

Doch Hermine stie&#223; ihn in die Rippen und deutete hin&#252;ber zum Schlo&#223;. Harry schob den Kopf ein wenig vor, um das Portal in der Ferne sehen zu k&#246;nnen. Dumbledore, Fudge, das alte Ausschu&#223;mitglied und Macnair, der Henker, kamen die Treppe herunter.

Wir kommen jetzt gleich raus, wisperte Hermine.

Und tats&#228;chlich &#246;ffnete sich Augenblicke sp&#228;ter Hagrids T&#252;r und Harry sah sich Selbst, Ron und Hermine zusammen mit Hagrid herauskommen. Es war zweifellos das befremdlichste Erlebnis, das er je gehabt hatte: hinter einem Baum zu stehen und sich selbst dort dr&#252;ben im K&#252;rbisbeet zu beobachten.

Ist schon gut, Schn&#228;belchen, es ist alles gut, sagte Hagrid. Dann wandte er sich Harry, Ron und Hermine zu.

Geht jetzt. Sputet euch.

Hagrid, wir k&#246;nnen nicht einfach -

Wir sagen ihnen, was wirklich passiert ist -

Sie d&#252;rfen ihn nicht umbringen -

Geht! Ist schon alles schlimm genug, da m&#252;&#223;t ihr nicht auch noch &#196;rger kriegen!

Harry sah, wie Hermine im K&#252;rbisbeet den Umhang &#252;ber ihn und Ron warf.

Geht schnell. Und lauscht nicht

Vorne an Hagrids T&#252;r klopfte es. Henker und Zeugen waren da. Hagrid wandte sich um und ging zur&#252;ck in die H&#252;tte. Die Hintert&#252;r lie&#223; er offen. Harry sah, wie sich das Gras um die H&#252;tte fleckweise pl&#228;ttete, und h&#246;rte, wie sich drei Paar F&#252;&#223;e entfernten. Er, Ron und Hermine waren gegangen doch der Harry und die Hermine, die sich hinter den B&#228;umen versteckt hatten, konnten jetzt durch die offene Hintert&#252;r h&#246;ren, was in der H&#252;tte vor sich ging.

Wo ist das Biest?, sagte die kalte Stimme Macnairs.

Drau drau&#223;en, kr&#228;chzte Hagrid.

Harry zog rasch den Kopf zur&#252;ck, als Macnair an Hagrids Fenster auftauchte und zu Seidenschnabel hinaussah. Dann h&#246;rten sie Fudge.

Wir  &#228;hm  m&#252;ssen dir den offiziellen Hinrichtungsbefehl verlesen, Hagrid, ich mach's kurz. Und dann mu&#223;t du ihn unterschreiben und Macnair auch. Macnair, h&#246;ren Sie zu, das ist Vorschrift.

Macnairs Gesicht verschwand vom Fenster. Jetzt oder nie.

Warte hier, fl&#252;sterte Harry.Ich mach das.

Fudge fing wieder an zu sprechen und Harry schnellte hinter seinem Baum hervor, sprang &#252;ber den Zaun des K&#252;rbisbeetes und lief auf Seidenschnabel zu.

Der Ausschu&#223; f&#252;r die Beseitigung gef&#228;hrlicher Gesch&#246;pfe hat beschlossen, den Hippogreif Seidenschnabel, im Weiteren der Verurteilte genannt, am sechsten Juni bei Sonnenuntergang hinzurichten -

Und wieder starrte Harry, darauf bedacht, nicht zu blinzeln, in Seidenschnabels grimmiges rotes Auge und verbeugte sich. Seidenschnabel sank auf die schuppigen Knie und richtete sich wieder auf Harry nahm die Leine, die den Hippogreif an den Zaun band, und versuchte den Knoten zu l&#246;sen.

 verurteilt zum Tode durch Enthauptung, auszuf&#252;hren durch den vom Ausschu&#223; ernannten Henker, Walden Macnair

Komm mit, Seidenschnabel, zischte Harry,komm. mit, wir helfen dir. Leise leise

 und schriftlich von ihm zu best&#228;tigen. Hagrid, du unterschreibst hier

Harry zerrte nach Leibeskr&#228;ften an dem Seil, doch Seidenschnabel hatte sich mit den Vorderbeinen eingegraben.

Nun, bringen wir's hinter uns, sagte die d&#252;nne Stimme des alten Ausschu&#223;mitglieds in Hagrids H&#252;tte.Hagrid, vielleicht w&#228;re es besser, wenn Sie drinbleiben w&#252;rden -

Nein  ich  ich will bei ihm sein ich will nicht, da&#223; er allein ist -

Das Ger&#228;usch von Schritten drang aus der H&#252;tte.

Seidenschnabel, beweg endlich deinen Hintern, flehte Harry.

Er zog noch heftiger am Seil um Seidenschnabels Hals Der Hippogreif raschelte ver&#228;rgert mit den Fl&#252;geln und bewegte sich allm&#228;hlich. Noch waren sie einige Meter vom Wald entfernt und von Hagrids Hintert&#252;r aus deutlich zu sehen.

Einen Moment noch bitte, Macnair, erklang Dumbledores Stimme.Auch Sie m&#252;ssen hier unterschreiben.Die Schritte verstummten. Harry warf sich ins Seil. Seidenschnabel schnappte mit dem Schnabel und lie&#223; sich herab, ein wenig schneller zu gehen.

Hermines wei&#223;es Gesicht lugte hinter einem Baum hervor.

Harry, schnell!, zischte sie.

Noch immer konnte Harry Dumbledore in der H&#252;tte sprechen h&#246;ren. Noch einmal ruckte er an dem Seil. Seidenschnabel verfiel in einen widerwilligen Trott. Sie erreichten die B&#228;ume.

Schnell! Schnell!, st&#246;hnte Hermine und sprang hinter ihrem Baum hervor. Auch sie packte jetzt das Seil und zog wie verr&#252;ckt daran, um Seidenschnabel ein wenig Beine zu machen. Harry blickte &#252;ber die Schulter; jetzt waren sie au&#223;er Sicht; sie konnten Hagrids Garten nicht mehr sehen.

Halt!, hauchte er Hermine zu.Sie k&#246;nnten uns noch h&#246;ren -

Krachend schlug Hagrids Hintert&#252;r auf Harry, Hermineund Seidenschnabel machten keinen Mucks; selbst der Hippogreif schien gespannt zu lauschen.

Stille dann -

Wo ist er?, sagte die d&#252;nne Stimme des Alten.Wo ist das Biest?

Es war hier angebunden!, sagte der Henker wutentbrannt.Ich hab's mit eigenen Augen gesehen! Genau hier!

H&#246;chst erstaunlich, sagte Dumbledore mit einem Glucksen in der Stimme.

Schn&#228;belchen!, rief Hagrid heiser.

Es gab ein surrendes Ger&#228;usch und dann folgte das Krachen einer Axt. Der Henker schien sie vor Wut in den Zaun geschlagen zu haben. Und dann kam Hagrids Heulen und diesmal konnten sie Hagrids Worte durch sein Schluchzen h&#246;ren.

Fort! Fort! Gl&#252;ck f&#252;r Schn&#228;belchen, es ist fort! Mu&#223; sich losgerissen haben! Kluger Junge, Schn&#228;belchen!

Seidenschnabel begann am Seil zu zerren; offenbar wollte er zu Hagrid zur&#252;ck. Harry und Hermine gruben die Fersen in den Waldboden und warfen sich ins Seil, um ihn aufzuhalten.

Jemand hat ihn losgebunden!, raunzte der Henker.Wir sollten das Gel&#228;nde absuchen und den Wald.

Macnair, und wenn Seidenschnabel wirklich gestohlen wurde, glauben Sie, der Dieb h&#228;tte ihn zu Fu&#223; fortgebracht?. sagte Dumbledore und seine Stimme klang recht vergn&#252;gt.Suchen Sie den Himmel ab, wenn Sie wollen Hagrid, ich k&#246;nnte eine Tasse Tee vertragen. Oder einen gro&#223;en Schnaps.

O n-nat&#252;rlich, Professor, sagte Hagrid, offenbar ersch&#246;pft vor Gl&#252;ck,kommen Sie rein, kommen Sie

Hermine und Harry lauschten mit gespitzten Ohren. Sie h&#246;rten Schritte, das leise Fluchen des Henkers, die T&#252;r fiel ins Schlo&#223; und dann herrschte Stille.

Was jetzt?, fl&#252;sterte Harry und sah sich um.

Wir m&#252;ssen uns hier drin verstecken, sagte Hermine, die ziemlich mitgenommen aussah.Wir m&#252;ssen erst einmal warten, bis sie wieder im Schlo&#223; sind. Und dann, bis es ungef&#228;hrlich ist, mit Seidenschnabel zum Fenster von Sirius fliegen. Er wird erst in ein paar Stunden dort sein Mensch, das wird schwierig werden

Nerv&#246;s blickte sie &#252;ber die Schulter ins Dunkel des Waldes. Die Sonne ging jetzt unter.

Harry dachte scharf nach.Wir k&#246;nnen nicht hier bleiben, sagte er.Wir m&#252;ssen die Peitschende Weide sehen k&#246;nnen, sonst wissen wir nicht, was geschieht.

Gut, sagte Hermine und klammerte die Hand noch fester um Seidenschnabels Leine.Aber wir d&#252;rfen uns nicht blicken lassen, Harry, denk dran

W&#228;hrend sie am Waldrand entlangschlichen, senkte sich die Dunkelheit wie ein schwarzes Tuch &#252;ber sie. Schlie&#223;lich versteckten sie sich hinter einer Gruppe von B&#228;umen, von der aus sie die Peitschende Weide erkennen konnten.

Da ist Ron!, sagte Harry pl&#246;tzlich.

Eine dunkle Gestalt hetzte &#252;ber das Gras und ihre Rufe hallten durch die stille Nachtluft.

La&#223; ihn in Ruhe  hau ab  Kr&#228;tze, komm hierher -

Und dann tauchten wie aus dem Nichts zwei weitere Gestalten auf Harry beobachtete, wie er selbst und Hermine Ron hinterherjagten, der jetzt ins Gras hechtete.

Hab ich dich! Hau ab, du stinkender Kater -

Da ist Sirius!, sagte Harry. Der riesige Hund war zwischen den Wurzeln der Weide hervorgesprungen, sie sahen, wie der schwarze Umri&#223; Harry zu Boden stie&#223; und Ron packte

Sieht von hier noch schlimmer aus, nicht wahr?, sagte Harry und beobachtete, wie der Hund Ron zwischen die Wurzeln zerrte.Autsch  der Baum hat mir gerade eine verpa&#223;t  und jetzt kriegst du auch eine gewischt  das ist unheimlich -

Die Peitschende Weide &#228;chzte und schlug mit den unteren Zweigen aus; sie sahen sich selbst dabei zu, wie sie immer wieder versuchten den Baum zu &#252;berlisten und an den Stamm zu gelangen. Und dann erstarrte der Baum.

jetzt hat Krummbein den Knoten gedr&#252;ckt, sagte Hermine.

Und los geht's, murmelte Harry.Wir sind schon drin.

Kaum waren sie verschwunden, regte sich der Baum wieder. Sekunden sp&#228;ter h&#246;rten sie ganz in der N&#228;he Schritte. Dumbledore, Macnair, Fudge und das alte Ausschu&#223;mitglied waren auf dem R&#252;ckweg ins Schlo&#223;.

Gleich nachdem wir runter in den Tunnel sind!, sagte Hermine.Wenn Dumbledore doch blo&#223; mitgekommen w&#228;re

Macnair und Fudge w&#228;ren dann auch gekommen, sagte Harry bitter.Und Fudge h&#228;tte Macnair auf der Stelle befohlen, Sirius umzubringen, darauf kannst du Gift nehmen

Sie sahen den vier M&#228;nnern nach, die jetzt die Schlo&#223;treppe hochstiegen und verschwanden. Ein paar Minuten herrschte Stille. Dann -

Dort kommt Lupin!, sagte Harry, und sie sahen seine Gestalt die Steinstufen hinunterspringen und auf die Weide zurennen. Harry sah zum Himmel. Der Mond war v&#246;llig hinter den Wolken verschwunden.

Sie sahen, wie Lupin einen abgebrochenen Zweig aus dem Gras hob und den Knoten am Baumstamm anstupste. Der Baum h&#246;rte auf, um sich zu schlagen, und auch Lupin verschwand im Erdloch zwischen den Wurzeln.

Wenn er nur den Tarnumhang mitgenommen h&#228;tte, sagte Harry.Der liegt da einfach rum

Er drehte sich zu Hermine um.

Wenn ich kurz r&#252;berrenne und ihn hole, kann ihn Snape nicht mitnehmen und -

Harry, niemand darf uns sehen!

Wie kannst du das ertragen?, erwiderte er aufgebracht.Einfach nur rumzustehen und alles geschehen zu lassen?Er z&#246;gerte.Ich schnapp mir den Umhang!

Harry, nein!

Hermine packte Harry am Kragen, und keinen Moment zu fr&#252;h. In diesem Augenblick h&#246;rten sie, wie jemand laut anfing zu singen. Es war Hagrid. Leicht schwankend war er auf dem Weg zum Schlo&#223;, schmetterte ein Liedchen und fuchtelte mit einer gro&#223;en Flasche in der Hand durch die Luft.

Siehst du?, fl&#252;sterte Hermine.Siehst du, was passiert w&#228;re? Wir m&#252;ssen versteckt bleiben! Nein, Seidenschnabel!

Der Hippogreif machte erneut hektische Anstalten, zu Hagrid zu laufen. Auch Harry packte ihn jetzt wieder an der Leine und hielt ihn m&#252;hsam zur&#252;ck. Sie sahen Hagrid nach, wie er in gewagten Schlangenlinien den Weg entlang ging und schlie&#223;lich verschwand. Seidenschnabel erlahmte und lie&#223; traurig den Kopf sinken.

Kaum zwei Minuten sp&#228;ter flog das Schlo&#223;portal erneut auf und Snape kam heraus. Mit gro&#223;en Schritten kam er auf die Weide zu.

Vor der Weide hielt er inne und blickte sich um. Harry ballte die F&#228;uste. Snape langte nach dem Tarnurnhang im Gras und hob ihn hoch.

La&#223; deine dreckigen Finger davon, knurrte Harry hinter vorgehaltener Hand.

Schhh!

Snape nahm den Ast, den schon Lupin benutzt hatte, um den Baum zu l&#228;hmen, stupste gegen den Knoten und verschwand dann unter dem Tarnumhang.

Das war's, sagte Hermine leise.Wir sind alle da unten. Und jetzt m&#252;ssen wir warten, bis wir wieder rauskommen

Sie nahm das Ende von Seidenschnabels Leine und wickelte es fest um den n&#228;chsten Baum, dann setzte sie sich auf den trockenen Boden und schlang die Arme um die Knie.

Harry, eins verstehe ich nicht warum haben die Dementoren Sirius nicht gekriegt? Ich wei&#223; noch, wie sie kamen, und dann bin ich wohl ohnm&#228;chtig geworden es waren so viele

Auch Harry setzte sich ins Gras. Er schilderte Hermine, was er gesehen hatte; der Dementor hatte bereits seinen Schlund auf Harrys Mund gesenkt, als ein gro&#223;es wei&#223;es Etwas &#252;ber den See galoppiert kam und die Dementoren zum R&#252;ckzug trieb.

Als Harry fertig war, stand Hermines Mund halb offen.

Aber was war das?

Wenn es die Dementoren vertrieben hat, dann kann es nur eins gewesen sein, sagte Harry.Ein richtiger Patronus. Ein m&#228;chtiger.

Aber wer hat ihn heraufbeschworen?

Harry antwortete nicht. Er dachte an die Gestalt, die er auf der anderen Seite des Sees gesehen hatte. Er wu&#223;te schon, an wen er dabei dachte aber wie konnte das nur m&#246;glich sein?

Hast du nicht gesehen, wie er aussah?, fragte Hermine begierig.War es einer der Lehrer?

Nein, sagte Harry.Es war kein Lehrer.

Aber es mu&#223; ein sehr m&#228;chtiger Zauberer gewesen sein, wenn er all diese Dementoren verjagen konnte wenn der Patronus so leuchtete, hat er ihn nicht beschienen? Konntest du nicht sehen -?

Doch, ich hab ihn gesehen, sagte Harry langsam.Aber vielleicht hab ich's mir nur eingebildet ich konnte nicht klar denken gleich danach bin ich ohnm&#228;chtig geworden

Wer, glaubst du, war es?

Ich glaube -, Harry schluckte. Er wu&#223;te, wie seltsam dies klingen w&#252;rde.Ich glaube, es war mein Vater.

Harry blickte auf und sah, da&#223; Hermine den Mund weit aufgerissen hatte. Sie starrte ihn mit einer Mischung aus Entsetzen und Mitleid an.

Harry, dein Dad ist  nun ja  tot, sagte sie leise.

Das wei&#223; ich, sagte Harry rasch.

Glaubst du, es war ein Geist?

Ich wei&#223; nicht nein er schien aus Fleisch und Blut

Aber dann -

Vielleicht hab ich mir alles nur eingebildet, sagte Harry.Aber was ich gesehen habe sah wie Dad aus ich hab Fotos von ihm

Hermine sah ihn immer noch an, als machte sie sich Sorgen um seinen Verstand.

Ich wei&#223;, das klingt verr&#252;ckt, sagte Harry mit tonloser Stimme. Er sah sich nach dem Hippogreif um, der gerade den Schnabel in die Erde bohrte und offenbar nach W&#252;rmern suchte. Aber im Grunde sah er Seidenschnabel gar nicht an.

Er dachte &#252;ber seinen Vater nach und &#252;ber seine drei &#228;ltesten Freunde Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone waren sie alle vier heute Nacht auf dem Gel&#228;nde? Wurmschwanz war diesen Abend wieder aufgetaucht, wo doch alle gedacht hatten, er sei tot war es denn unm&#246;glich, da&#223; sein Vater dasselbe getan hatte? Hatte er dr&#252;ben am anderen Ufer wirklich jemanden gesehen? Die Gestalt war zu weit weg und zu verschwommen doch einen Moment lang war er sich sicher gewesen, bevor er ohnm&#228;chtig wurde

Eine leichte Brise lie&#223; die Bl&#228;tter &#252;ber ihnen rascheln. Hinter den Wolken, die &#252;ber den Himmel zogen, kam der Mond zum Vorschein und verschwand wieder. Hermine sa&#223; da, unverwandt auf die Weide blickend, und wartete.

Und dann, endlich, nach &#252;ber einer Stunde

Da kommen wir!, fl&#252;sterte Hermine. Auch Seidenschnabel hob den Kopf Sie sahen Lupin, Ron und Pettigrew m&#252;hsam aus dem Erdloch klettern. Dann kam Hermine dann der bewu&#223;tlose Snape, merkw&#252;rdig senkrecht dahinschwebend. Schlie&#223;lich kamen Harry und Black. Sie alle machten sich auf den Weg zum Schlo&#223;.

Harrys Herz begann sehr schnell zu pochen. Er sah zum Himmel. Jeden Moment w&#252;rde diese Wolke weiterziehen und der Mond w&#252;rde zum Vorschein kommen

Harry, murmelte Hermine, als ob sie genau w&#252;&#223;te, was er dachte,wir m&#252;ssen hier bleiben. Wir d&#252;rfen nicht gesehen werden. Wir k&#246;nnen nichts tun

Also lassen wir Pettigrew einfach wieder entkommen, sagte Harry leise.

Wie willst du denn in der Dunkelheit eine Ratte finden?, fauchte Hermine.Wir k&#246;nnen nichts tun! Wir sind zur&#252;ckgekommen, um Sirius zu helfen, und wir sollten jetzt nichts anderes tun!

Ist ja gut!

Der Mond trat hinter der Wolke hervor. Sie sahen, wie die kleinen Figuren auf dem Gras innehielten. Dann bewegte sich etwas.

Das ist Lupin, fl&#252;sterte Hermine,er verwandelt sich.

Hermine!, sagte Harry pl&#246;tzlich,wir m&#252;ssen fort von hier!

Das geht nicht, ich erkl&#228;r dir doch st&#228;ndig -

- da&#223; wir uns nicht einmischen sollen! Ja doch, aber Lupin wird in den Wald rennen, direkt auf uns zu!

Hermine ri&#223; die Augen auf

Schnell!, st&#246;hnte sie und sprang zu Seidenschnabel, um ihn loszubinden.Schnell! Wo sollen wir denn hin? Wo sollen wir uns verstecken, die Dementoren werden jeden Moment kommen!

Zur&#252;ck zu Hagrid!, sagte Harry.Die H&#252;tte ist leer  komm schon!

Sie rannten, so schnell sie konnten, und Seidenschnabel setzte in langen Spr&#252;ngen hinter ihnen her. Schon h&#246;rten sie den Werwolf hinter sich heulen

Sie konnten die H&#252;tte jetzt sehen; Harry rutschte zur T&#252;r, stie&#223; sie auf und Hermine und Seidenschnabel flitzten an ihm vorbei. Harry st&#252;rzte ihnen nach und verriegelte die T&#252;r. Fang, der Saur&#252;de, kl&#228;ffte laut.

Schhh, Fang, wir sind's!, sagte Hermine. Rasch ging sie hin&#252;ber und kraulte Fang bes&#228;nftigend die Ohren.Das war wirklich knapp!, sagte sie.

Jaah

Harry sah aus dem Fenster. Von hier aus war kaum noch etwas zu sehen. Seidenschnabel schien &#252;bergl&#252;cklich, wieder zu Hause zu sein. Er legte sich vor den Kamin, faltete zufrieden die Fl&#252;gel und wollte offenbar ein kleines Nickerchen einlegen.

Ich glaube, ich geh am besten wieder nach drau&#223;en, sagte Harry langsam.Ich kann von hier aus nicht sehen, was passiert, und wir m&#252;ssen doch wissen, wann es Zeit ist -

Hermine sah ihn argw&#246;hnisch an.

Ich werd mich ganz bestimmt nicht einmischen, sagte Harry rasch.Aber wenn wir nicht sehen, was passiert, wie sollen wir dann wissen, wann es Zeit ist, Sirius zu retten?

Von mir aus ich warte hier mit Seidenschnabel aber sei vorsichtig, Harry  da drau&#223;en ist ein Werwolf  und die Dementoren!

Harry ging hinaus und schlich um die H&#252;tte herum. Aus der Ferne h&#246;rte er ersch&#246;pfte Schreie. Die Dementoren kreisten jetzt Sirius ein er und Hermine w&#252;rden jeden Augenblick zu ihm laufen

Harry schaute hin&#252;ber zum See und sein Herz f&#252;hrte eine Art Trommelwirbel in seiner Brust auf wer immer auch den Patronus geschickt hatte, w&#252;rde jeden Moment auftauchen

F&#252;r den Bruchteil einer Sekunde stand er unentschlossen vor Hagrids T&#252;r. Keiner darf dich sehen. Doch er wollte nicht gesehen werden. Er wollte sehen er mu&#223;te es unbedingt wissen

Und da waren die Dementoren. Sie kamen aus der Dunkelheit, aus allen Richtungen, und glitten am Ufer des Sees entlang sie entfernten sich von Harry, schwebten hin&#252;ber zum anderen Ufer er w&#252;rde ihnen nicht zu nahe kommen

Harry rannte los. Er dachte nur noch an seinen Vater wenn er es war wenn er es wirklich war er mu&#223;te es wissen, er mu&#223;te es herausfinden

Der See kam n&#228;her und n&#228;her, doch niemand war zu sehen. Am anderen Ufer konnte er d&#252;nne Silberschleier erkennen  seine eigenen Versuche, einen Patronus zu schaffen.

Harry versteckte sich hinter einem Busch am Wasser und schaute verzweifelt durch das Blattwerk. Das silberne Glimmen am anderen Ufer erlosch mit einem Mal. Erregung packte ihn und Furcht  jeden Augenblick -

Komm jetzt!, murmelte er und sp&#228;hte umher,wo bist du? Dad, komm bitte -

Doch keiner kam. Harry hob den Kopf und sah hin&#252;ber. Die Dementoren hatten einen Ring gebildet. Einer von ihnen nahm die Kapuze ab. Es war h&#246;chste Zeit, da&#223; der Retter erschien  doch diesmal kam keiner zu Hilfe -

Und dann traf es ihn wie ein Schlag  er begriff. Er hatte nicht seinen Vater gesehen  sondern sich selbst -

Harry st&#252;rzte hinter dem Busch hervor und z&#252;ckte den Zauberstab.

Expecto patronum!, rief er.

Und aus der Spitze seines Zauberstabs brach etwas hervor, keine unf&#246;rmige Nebelwolke, sondern ein sch&#246;nes, blendend helles, silbernes Tier  er kniff die Augen zusammen und versuchte zu erkennen, was es war  es sah aus wie ein Pferd  es galoppierte lautlos davon, &#252;ber die schwarze Oberfl&#228;che des Sees; Harry sah, wie es den Kopf senkte und mit den Hinterbeinen gegen den Schwarm der Dementoren ausschlug jetzt galoppierte es im Kreis um die schwarzen Gestalten am Boden, und die Dementoren wichen zur&#252;ck, zerstreuten sich, verloren sich in der Dunkelheit und waren verschwunden.

Der Patronus wandte sich um. Das Tier galoppierte &#252;ber den stillen See zur&#252;ck. Es war kein Pferd. Es war auch kein Einhorn. Es war ein Hirsch. Er leuchtete so hell wie der Mond am Himmel er kehrte zu ihm zur&#252;ck

Am Ufer hielt er inne. Seine Hufe hinterlie&#223;en keine Spur im weichen Boden. Er starrte Harry mit seinen gro&#223;en silbernen Augen an. Langsam neigte er den Kopf mit dem schweren Geweih. Und Harry erkannte

Krone, fl&#252;sterte er.

Doch als er das Gesch&#246;pf mit zitternden Fingern ber&#252;hren wollte, verschwand es.

Harry blieb mit ausgestreckter Hand stehen. Dann  und schon wollte ihm das Herz zerspringen  h&#246;rte er hinter sich Hufgetrappel. Er wirbelte herum und sah Hermine auf ihn zuspringen, Seidenschnabel im Schlepptau.

Was hast du getan?, sagte sie und sch&#228;umte vor Wut.Du wolltest doch nur Ausschau halten!

Ich hab gerade unser aller Leben gerettet, sagte Harry.Komm  hinter diesen Busch  ich erkl&#228;r's dir.

Er schilderte, was geschehen war, und Hermine lauschte abermals mit offenem Mund.

Hat dich jemand gesehen?

Ja, hast du denn nicht zugeh&#246;rt? Ich hab mich gesehen! Es ist gut jetzt!

Harry, ich kann's nicht glauben du hast einen Patronus heraufbeschworen, der all diese Dementoren verjagt hat! Das ist sehr weit fortgeschrittene Zauberei

Ich wu&#223;te, da&#223; ich es diesmal schaffen w&#252;rde, sagte Harry,weil ich es schon einmal geschafft hatte red ich Unsinn?

Ich wei&#223; nicht  Harry, da dr&#252;ben ist Snape!

Sie lugten hinter dem Busch hervor auf die andere Seite. Snape war zu sich gekommen. Er zauberte Tragen herbei und hievte die leblosen Gestalten von Harry, Hermine und Black hoch. Eine vierte Trage, zweifellos mit Ron, schwebte bereits neben ihm. Dann, mit ausgestrecktem Zauberstab, lie&#223; er sie zum Schlo&#223; emporschweben.

Gut, bald ist es so weit, sagte Hermine angespannt und warf einen Blick auf ihre Uhr.Wir haben eine drei viertel Stunde, bis Dumbledore die T&#252;r zum Krankenfl&#252;gel abschlie&#223;t. Wir m&#252;ssen Sirius retten und im Krankensaal zur&#252;ck sein, bevor jemand merkt, da&#223; wir fehlen

Beim Warten sahen sie den Wolken zu, die sich im See spiegelten, w&#228;hrend der Busch vor ihnen in der Brise wisperte. Seidenschnabel langweilte sich und stocherte wieder nach W&#252;rmern.

Meinst du, er ist schon dort oben?, sagte Harry und sah auf die Uhr. Er sah hoch zum Schlo&#223; und z&#228;hlte die Fenster rechts vom Westturm ab.

Schau!, fl&#252;sterte Hermine.Wer ist das? Da kommt jemand aus dem Schlo&#223;!

Harry sp&#228;hte durch die Nacht. Der Mann eilte &#252;ber das Gel&#228;nde auf einen der Eing&#228;nge zu. Etwas Metallenes schimmerte an seinem G&#252;rtel.

Macnair!, sagte Harry.Der Henker! Er holt die Dementoren! Wir m&#252;ssen los, Hermine!

Hermine legte die H&#228;nde auf Seidenschnabels R&#252;cken und Harry half ihr, sich aufzuschwingen. Dann stellte er den Fu&#223; auf einen niedrigen Ast und kletterte selbst hoch. Er zog Seidenschnabel die Leine um den Hals und befestigte sie wie Z&#252;gel oben am Kummet.

Fertig?, fl&#252;sterte er Hermine hinter ihm zu.Du h&#228;ltst dich am besten an mir fest -

Mit den Fersen stie&#223; er Seidenschnabel sanft in die Seiten.

Seidenschnabel flatterte m&#252;helos hoch in den dunklen Himmel. Harry pre&#223;te die Knie gegen seine Flanken und sp&#252;rte, wie sich die gro&#223;en Fl&#252;gel neben ihnen kraftvoll spannten. Hermine klammerte sich fest um Harrys H&#252;fte; er konnte sie murmeln h&#246;ren,O nein  das ist nichts f&#252;r mich  o nein, das ist wirklich nichts f&#252;r mich -

Harry trieb Seidenschnabel zur Eile. Sie schwebten leise hinauf zu den oberen Stockwerken des Schlosses Harry zog die Leine heftig nach links und Seidenschnabel folgte ihm. Harry versuchte die vorbeifliegenden Fenster zu z&#228;hlen -

Oha!, sagte er und ri&#223; mit aller Kraft an der Leine.

Seidenschnabel flog langsamer und dann blieben sie in der

Luft stehen, wenn man davon absah, da&#223; sie auf- und abh&#252;pften, weil Seidenschnabel mit den Fl&#252;geln schlagen mu&#223;te, um oben zu bleiben.

Er ist da!, sagte Harry, der Sirius gesehen hatte, als sie vor seinem Fenster auftauchten. Er streckte die Hand mit dem Zauberstab aus und konnte beim n&#228;chsten Fl&#252;gelschlag gegen das Glas schlagen.

Black blickte auf Harry sah, wie ihm die Kinnlade herunterfiel. Black sprang vom Stuhl, st&#252;rzte zum Fenster und wollte es &#246;ffnen, doch es war verschlossen.

Zur&#252;cktreten!, rief ihm Hermine zu. Mit der linken Hand klammerte sie sich an Harrys Umhang fest, mit der rechten z&#252;ckte sie den Zauberstab.

Alohomora!

Das Fenster sprang au&#163;

Wie wie?, fragte Black ersch&#246;pft und starrte den Hippogreif an.

Steig auf Wir haben keine Zeit zu verlieren, sagte Harry und packte Seidenschnabel fest an der einen Seite seines schlanken Halses, um ihn ruhig zu halten.Du mu&#223;t fliehen  die Dementoren kommen  Macnair holt sie.

Black hielt sich an beiden Seiten des Fensters fest und zog Kopf und Schultern ins Freie. Ein Gl&#252;ck, da&#223; er so mager war. In Sekundenschnelle gelang es ihm, ein Bein &#252;ber Seidenschnabels R&#252;cken zu schwingen und sich hinter Hermine auf den Hippogreif zu ziehen.

Gut gemacht, Seidenschnabel, und jetzt hoch -, sagte Harry und schlackerte mit der Leine.Hoch zum Turm  mach schon!

Mit einem Schlag seiner m&#228;chtigen Fl&#252;gel rauschten sie davon, hoch bis zur Spitze des Westturms. Seidenschnabel landete hufklappernd auf den Zinnen und Harry und Hermine lie&#223;en sich sofort heruntergleiten.

Sirius, du verschwindest am besten, schnell, keuchte Harry.Sie werden jeden Moment in Flitwicks B&#252;ro kommen und sehen, da&#223; du fort bist.

Seidenschnabel scharrte auf dem Boden und warf seinen scharfen Kopf hin und her.

Was ist mit dem anderen Jungen passiert? Mit Ron?, kr&#228;chzte Sirius.

Er wird sich wieder erholen  ist immer noch au&#223;er Gefecht, aber Madam Pomfrey sagt, sie wird ihn schon wieder hinkriegen  schnell  flieh -

Doch Black starrte Harry unverwandt an.

Wie kann ich dir jemals danken -

Flieh!, riefen Harry und Hermine aus einem Mund.

Black warf Seidenschnabel herum und sah in den offenen Himmel.

Wir sehen uns wieder, sagte er.Du bist  ganz der Sohn deines Vaters, Harry

Er dr&#252;ckte die Fersen in Seidenschnabels Seiten; Harry und Hermine sprangen zur&#252;ck, und die gewaltigen Fl&#252;gel hoben sich von neuem der Hippogreif stieg in den Nachthimmel Harry sah ihnen nach, wie sie kleiner und kleiner wurden dann schob sich eine Wolke vor den Mond fort waren sie.



Noch einmal Eulenpost

Harry!

Hermine zupfte ihn am &#196;rmel und starrte auf die Uhr.Wir haben genau zehn Minuten, um in den Krankenfl&#252;gel runterzukommen, bevor Dumbledore die T&#252;r schlie&#223;t  und keiner darf uns sehen!

Okay, sagte Harry und wandte sich widerwillig vom Nachthimmel ab,gehen wir

Sie schl&#252;pften durch die Turmt&#252;r und stiegen eine schmale Wendeltreppe hinunter. Unten angekommen, h&#246;rten sie Stimmen. Sie dr&#228;ngten sich in eine Nische in der Wand und lauschten. Die Stimmen klangen nach Fudge und Snape, die rasch den Korridor entlanggingen, in dem Harry und Hermine standen.

hoffe nur, Dumbledore macht keine Scherereien, sagte Snape.Der Ku&#223; wird doch sofort ausgef&#252;hrt?

Sobald Macnair mit den Dementoren zur&#252;ckkommt. Diese ganze Aff&#228;re mit Black war &#228;u&#223;erst peinlich. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue, dem Tagespropheten mitteilen zu k&#246;nnen, da&#223; wir ihn endlich gefa&#223;t haben die werden mit Ihnen sprechen wollen, Snape und sobald der Junge Harry wieder bei Verstand ist, m&#246;chte er den Zeitungsleuten sicher genau erz&#228;hlen, wie Sie ihn gerettet haben

Harry bi&#223; die Z&#228;hne zusammen. Fudge und Snape gingen jetzt an ihrem Versteck vorbei und er erhaschte einen Blick auf Snapes grinsendes Gesicht. Ihre Schritte wurden leiser und erstarben. Um sicherzugehen, warteten Harry und Hermine noch einige Sekunden, dann rannten sie in die andere Richtung: eine Treppe hinunter, noch eine, durch einen Korridor  und dann h&#246;rten sie vor sich ein gackerndes Lachen.

Peeves!, zischte Harry und packte Hermine am Handgelenk,da rein!

Gerade noch rechtzeitig st&#252;rzten sie in ein leeres Klassenzimmer zur Linken. Peeves h&#252;pfte in bester Laune den Korridor entlang und schien sich vor Lachen nicht mehr einzukriegen.

Oh, ist der abscheulich, wisperte Hermine, das Ohr an der T&#252;r.Ich wette, er ist ganz aus dem H&#228;uschen, weil die Dementoren Sirius erledigen wollenSie sah auf die Uhr.Noch drei Minuten, Harry!

Sie warteten, bis Peeves' schadenfroher Singsang in der Ferne verstummt war, dann glitten sie aus dem Zimmer und rannten erneut los.

Hermine  was passiert  wenn wir nicht reinkommen  bevor Dumbledore die T&#252;r schlie&#223;t?, hechelte Harry.

Daran will ich gar nicht denken!, st&#246;hnte Hermine und sah wieder auf die Uhr.Eine Minute noch!

Sie waren im Korridor zum Krankenfl&#252;gel angelangt.Gut  ich kann Dumbledore h&#246;ren, sagte Hermine- angespannt.Komin, Harry!

Sie schlichen den Gang entlang. Die T&#252;r &#246;ffnete sich. Dumbledores R&#252;cken erschien.

Ich werde euch einschlie&#223;en, h&#246;rten sie ihn sagen.Es ist f&#252;nf Minuten vor zw&#246;lf Hermine, drei Drehungen sollten gen&#252;gen. Viel Gl&#252;ck.

Dumbledore trat heraus, schlo&#223; die T&#252;r und nahm seinen Zauberstab, um sie magisch zu verschlie&#223;en. Von Panik gepackt st&#252;rzten Harry und Hermine auf ihn zu. Dumbledoresah auf und ein breites L&#228;cheln erschien unter seinem langen silbernen Schnurrbart.Nun?, fragte er leise.

Wir haben's geschafft!, sagte Harry atemlos.Sirius ist geflohen, auf dem R&#252;cken von Seidenschnabel

Dumbledore strahlte.

Gut gemacht. Ich glaube -, er lauschte aufmerksam an der T&#252;r zum Krankensaal.Ja, ich glaube, auch ihr seid fort  geht rein  ich schlie&#223;e euch ein -

Harry und Hermine schl&#252;pften durch die T&#252;r. Der Saal war fast leer, nur Ron lag immer noch reglos im letzten Bett. Die T&#252;r klickte ins Schlo&#223; und Harry und Hermine krochen in ihre Betten zur&#252;ck. Hermine steckte den Zeitumkehrer unter ihren Umhang. Und schon kam Madam Pomfrey aus ihrem B&#252;ro gewuselt.

Hab ich den Direktor gehen h&#246;ren? Darf ich jetzt nach meinen Patienten schauen?

Sie hatte ausgesprochen schlechte Laune. Harry und Hermine hielten es f&#252;r das Beste, ihr stumm die Schokolade abzunehmen. Madam Pomfrey stand neben ihnen und pa&#223;te auf, da&#223; sie ihre Medizin auch a&#223;en. Doch Harry konnte kaum schlucken. Er und Hermine warteten, lauschten, ihre Nerven lagen blank Und dann, als sie beide das vierte St&#252;ck Schokolade hinunterw&#252;rgten, h&#246;rten sie aus der Ferne, irgendwo &#252;ber ihnen, ein zorniges Grollen

Was war das?, fragte Madam Pomfrey aufgeschreckt.

Jetzt konnten sie w&#252;tende Stimmen h&#246;ren, die immer lauter wurden. Madam Pomfrey starrte zur T&#252;r.

Also wirklich  sie wecken alle auf! Was bilden die sich eigentlich ein?

Harry versuchte zu verstehen, was die Stimmen sagten. Sie kamen n&#228;her -

Er mu&#223; desappariert sein, Severus, wir h&#228;tten jemanden bei ihm lassen sollen  wenn das rauskommt -

Von wegen desappariert!, br&#252;llte Snape, jetzt ganz in der N&#228;he.Man kann in diesem Schlo&#223; weder apparieren noch desapparieren! Das  hat  etwas  mit  Potter  zu  tun!

Severus, seien Sie vern&#252;nftig  Harry war doch eingeschlossen -

Krach.

Die T&#252;r zum Krankensaal flog auf

Fudge, Snape und Dumbledore kamen herein. Einzig Dumbledore sah gelassen aus. Tats&#228;chlich sah er fast aus, als w&#252;rde er sich am&#252;sieren. Fudge schien ver&#228;rgert. Doch Snape war au&#223;er sich.

Raus mit der Sprache, Potter!, bellte er.Was hast du getan!

Professor Snape!, kreischte Madam Pomfrey.Benehmen Sie sich!

Snape, seien Sie vern&#252;nftig, sagte Fudge,diese T&#252;r war verschlossen, das haben wir eben festgestellt -

Die beiden haben ihm geholfen zu fliehen, ich wei&#223; es!, heulte Snape und deutete auf Harry und Hermine. Sein Gesicht war zu einer Grimasse verzerrt und Spucke spr&#252;hte ihm aus dem Mund.

Beruhigen Sie sich, Mann!, bellte jetzt Fudge.Sie reden Unsinn!

Sie kennen Potter nicht!, kreischte Snape.Er hat es getan, ich wei&#223; es genau!

Nun ist es aber gut, Severus, sagte Dumbledore.Denken Sie mal dar&#252;ber nach, was Sie sagen. Diese T&#252;r war verschlossen, seit ich vor zehn Minuten hier raus bin. Madam Pomfrey, haben diese Sch&#252;ler ihre Betten verlassen?

Nat&#252;rlich nicht!, sagte Madam Pomfrey entr&#252;stet.Das h&#228;tte ich geh&#246;rt!

Nun, da haben Sie's, Severus, sagte Dumbledore sanft.Wenn Sie nicht behaupten wollen, da&#223; Harry und Hermine an zwei Orten zugleich sein k&#246;nnen, sehe ich nicht, warum wir sie noch l&#228;nger st&#246;ren sollten.

Snape brodelte immer noch vor Zorn und sein Blick wanderte von Fudge, der von Snapes Gebaren zutiefst schockiert schien, zu Dumbledore, dessen Augen hinter den Brillengl&#228;sern funkelten. Snape wirbelte herum und st&#252;rmte mit wehendem Umhang aus dem Krankensaal.

Der Bursche scheint recht durcheinander zu sein, sagte Fudge und starrte ihm nach.Ich w&#252;rde ihn im Auge behalten, wenn ich Sie w&#228;re, Dumbledore.

Oh, er ist nicht durcheinander, sagte Dumbledore gelassen.Er hat nur eben gerade eine schwere Entt&#228;uschung erlitten.

Da ist er nicht der Einzige!, seufzte Fudge.Ich seh schon die Schlagzeile im Tagespropheten! Wir hatten Black schon dingfest gemacht und er ist uns wieder entwischt! Jetzt mu&#223; nur noch ans Licht kommen, da&#223; dieser Hippogreif auch entkommen ist, und ich bin das Gesp&#246;tt der Leute! Nun ich verschwinde jetzt besser und benachrichtige das Ministerium

Und die Dementoren?, sagte Dumbledore.Sie werden von der Schule abgezogen, oder etwa nicht?

O doch, sie m&#252;ssen gehen, sagte Fudge und fuhr sich zerstreut mit den Fingern durch die Haare.H&#228;tte mir nie tr&#228;umen lassen, da&#223; sie versuchen w&#252;rden, einem unschuldigen Kind ihren Ku&#223; zu verpassen v&#246;llig au&#223;er Kontrolle nein, ich la&#223; sie heute Abend noch nach Askaban verfrachten vielleicht sollten wir &#252;ber Drachen am Schuleingang nachdenken

Da w&#228;re Hagrid gleich dabei, sagte Dumbledore und l&#228;chelte Harry und Hermine zu.

Als er und Fudge den Schlafsaal verlassen hatten, flitzte Madam Pomfrey gleich zur T&#252;r und schlo&#223; ab. Zornig vor sich hin murmelnd eilte sie zur&#252;ck in ihr B&#252;ro.

Ein leises St&#246;hnen drang vom anderen Ende des Saals her&#252;ber. Ron war aufgewacht. Er setzte sich auf, rieb sich den Kopf und sah sich um.

Was was ist passiert?, &#228;chzte er.Harry? Warum sind wir hier? Wo ist Black? Was ist eigentlich los?

Harry und Hermine sahen sich an.

Erkl&#228;r du mal, sagte Harry und nahm sich noch ein wenig Schokolade.

Als Harry, Ron und Hermine am n&#228;chsten Tag um die Mittagszeit den Krankenfl&#252;gel verlie&#223;en, fanden sie ein fast menschenleeres Schlo&#223; vor. Die flirrende Hitze und das Ende der Pr&#252;fungen hatten alle auf die Idee gebracht, wieder mal nach Hogsmeade zu gehen. Weder Ron noch Hermine hatten gro&#223;e Lust dazu, und so wanderten sie mit Harry &#252;ber die L&#228;ndereien und unterhielten sich &#252;ber die erstaunlichen Ereignisse der vergangenen Nacht. Wo Sirius und Seidenschnabel inzwischen wohl waren?

Sie lie&#223;en sich am Seeufer nieder und beobachteten den Riesenkraken, der mit seinen Greifarmen faul im Wasser planschte. Harry verlor den Gespr&#228;chsfaden, als er hin&#252;ber auf die andere Seite sah. Vom anderen Ufer her war der Hirsch letzte Nacht auf ihn zugaloppiert

Ein Schatten fiel &#252;ber sie und als sie aufblickten, stand ein recht tr&#252;b&#228;ugiger Hagrid hinter ihnen. Er wischte sich mit einem seiner tischtuchgro&#223;en Taschent&#252;cher den Schwei&#223; vom Gesicht und strahlte sie an.

Ich wei&#223;, ich sollte nicht so guter Laune sein, nach dem, was gestern Nacht passiert ist, sagte er.Wo doch Black schon wieder geflohen ist  aber wi&#223;t ihr was?

Was?, sagten sie und setzten ernste Mienen auf.

Schn&#228;belchen! Er ist entkommen! Er ist frei! Hab die ganze Nacht gefeiert!

Das ist ja toll!, sagte Hermine und warf Ron, der kaum das Lachen unterdr&#252;cken konnte, einen vorwurfsvollen Blick zu.

Jaah mu&#223; ihn wohl nicht richtig festgebunden haben, sagte Hagrid und lie&#223; den Blick gl&#252;ckselig &#252;ber das Land schweifen.Hab mir heute Morgen allerdings doch Sorgen gemacht, Leute dachte, er w&#228;re irgendwo da drau&#223;en vielleicht Professor Lupin &#252;ber den Weg gelaufen, aber Lupin sagt, er h&#228;tte gestern Nacht &#252;berhaupt nichts gefressen

Wie bitte?, sagte Harry rasch.

Hol mich der Teufel, habt ihr's noch nicht geh&#246;rt?, fragte Hagrid und sein L&#228;cheln verbla&#223;te ein wenig. Obwohl niemand in der N&#228;he war, senkte er die Stimme.&#196;hm  Snape hat es heute Morgen den Slytherins gesagt dachte, ihr w&#252;&#223;tet es inzwischen Professor Lupin ist n&#228;mlich ein Werwolf. Und er hat sich letzte Nacht auf den L&#228;ndereien rumgetrieben er packt jetzt nat&#252;rlich seine Sachen.

Er packt?, sagte Harry erschrocken.Warum?

Tja, er mu&#223; gehen, nicht wahr?, sagte Hagrid und schien &#252;berrascht, da&#223; Harry auch noch fragen konnte.Hat gleich heute Morgen gek&#252;ndigt. Sagt, er k&#246;nne es nicht riskieren, da&#223; es noch einmal passiert.

Harry rappelte sich hoch.

Ich geh zu ihm, sagte er zu Ron und Hermine gewandt.

Aber wenn er gek&#252;ndigt hat -

- klingt nicht so, als k&#246;nnten wir noch was tun -

Ist mir egal. Ich will trotzdem mit ihm reden. Wir treffen uns dann hier.

Lupins B&#252;rot&#252;r stand offen. Er war mit Packen fast fertig. Der leere Glasbeh&#228;lter des Grindelohs stand neben seinem zerbeulten alten Koffer, in dem nicht mehr viel Platz war. Lupin beugte sich &#252;ber etwas auf seinem Schreibtisch und sah erst auf, als Harry an die T&#252;r klopfte.

Ich hab dich kommen sehen, sagte Lupin l&#228;chelnd. Er deutete auf das Pergament, &#252;ber dem er gebr&#252;tet hatte. Es war die Karte des Rumtreibers.

Ich hab eben Hagrid gesehen, sagte Harry.Und er meinte, Sie h&#228;tten gek&#252;ndigt. Das stimmt doch nicht, oder?

Ich f&#252;rchte, doch, sagte Lupin. Er fing jetzt an, die Schreibtischschubladen herauszuziehen und sie zu leeren.

Warum?, sagte Harry.Das Zaubereiministerium glaubt doch nicht, da&#223; Sie Sirius geholfen haben, oder?

Lupin ging zur T&#252;r und schlo&#223; sie.

Nein. Professor Dumbledore konnte Fudge davon &#252;berzeugen, da&#223; ich versucht habe, euch das Leben zu retten.Er seufzte.Das hat das Fa&#223; f&#252;r Severus zum &#220;berlaufen gebracht. Ich glaube, es hat ihn schwer getroffen, da&#223; er den Orden des Merlin nun doch nicht bekommt. Also hat er heute Morgen beim Fr&#252;hst&#252;ck  &#228;hm  versehentlich ausgeplaudert, da&#223; ich ein Werwolf bin.

Sie gehen doch nicht etwa deswegen!, sagte Harry.

Lupin l&#228;chelte gequ&#228;lt.

Morgen um diese Zeit trudeln die Eulen von den Eltern ein sie werden keinen Werwolf als Lehrer ihrer Kinder haben wollen, Harry. Und nach dem, was letzte Nacht passiert ist, kann ich sie verstehen. Ich h&#228;tte jeden von euch bei&#223;en k&#246;nnen das darf nie mehr vorkommen.

Sie sind der beste Lehrer f&#252;r Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste, den wir je hatten!, sagte Harry.Bleiben Sie!

Lupin sch&#252;ttelte den Kopf und schwieg. Er r&#228;umte die n&#228;chste Schublade aus. Dann, w&#228;hrend Harry noch nach einem guten Grund suchte, um ihn zum Bleiben zu bewegen, sagte Lupin:

Nach dem, was der Schulleiter mir heute Morgen erz&#228;hlt hat, hast du letzte Nacht einige Leben gerettet, Harry. Wenn ich dieses Jahr auf etwas stolz sein kann, dann darauf, wie viel du gelernt hast erz&#228;hl mir von deinem Patronus.

Woher wissen Sie das?

Was sonst h&#228;tte die Dementoren vertreiben k&#246;nnen?

Harry schilderte Lupin, was geschehen war. Am Ende l&#228;chelte Lupin.

Ja, dein Vater hat sich immer in einen Hirsch verwandelt, sagte er.Du hast richtig geraten darum haben wir ihn Krone genannt.

Lupin warf die letzten B&#252;cher in den Koffer, schlo&#223; die Schubladen und wandte sich Harry zu.

Hier  das hab ich letzte Nacht aus der Heulenden H&#252;tte geholt, sagte er und gab Harry den Tarnumhang zur&#252;ck.Und, er z&#246;gerte, dann streckte er ihm auch die Karte des Rumtreibers entgegen.Ich bin nicht mehr dein Lehrer, also f&#252;hle ich mich auch nicht unwohl dabei, wenn ich sie dir zur&#252;ckgebe. Ich kann sie nicht gebrauchen und ich bin sicher, Ron und Hermine werden sie noch n&#252;tzlich finden.

Grinsend nahm Harry die Karte entgegen.

Sie haben gesagt, Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone h&#228;tten mich aus der Schule locken wollen sie h&#228;tten das lustig gefunden.

Das h&#228;tten wir auch getan, sagte Lupin und b&#252;ckte sich, um den Koffer zu schlie&#223;en.Ich will dir nicht verhehlen, da&#223; James m&#228;chtig entt&#228;uscht gewesen w&#228;re, wenn sein Sohn nie einen der Geheimg&#228;nge aus dem Schlo&#223; gefunden h&#228;tte.

Jemand klopfte. Harry stopfte die Karte und den Tarnumhang hastig in die Tasche.

Es war Professor Dumbledore. Er schien nicht &#252;berrascht, Harry vorzufinden.

Ihre Kutsche wartet vorne am Tor, Remus, sagte er.

Vielen Dank, Direktor.

Lupin hob seinen alten Koffer und den leeren Grindeloh-Kasten hoch.

Also  auf Wiedersehen, Harry, sagte er l&#228;chelnd.Es hat richtig Spa&#223; gemacht, dein Lehrer zu sein. Ich bin sicher, wir sehen uns eines Tages wieder. Direktor, Sie m&#252;ssen mich nicht hinausbegleiten, ich schaff das schon

Harry hatte den Eindruck, als wolle Lupin so schnell wie m&#246;glich fort.

Dann auf Wiedersehen, Remus, sagte Dumbledore trocken. Lupin nahm den Glaskasten unter den Arm und sch&#252;ttelte Dumbledore die Hand. Dann, mit einem letzten Kopfnicken f&#252;r Harry und dem Anflug eines L&#228;chelns, ging Lupin hinaus.

Harry setzte sich auf Lupins Stuhl und starrte tr&#252;bselig zu Boden. Er h&#246;rte die T&#252;r ins Schlo&#223; fallen und sah auf Dumbledore war noch da.

Warum so niedergeschlagen, Harry?, fragte er sanft.Nach der letzten Nacht solltest du sehr stolz auf dich sein.

Ich hab doch nichts ausrichten k&#246;nnen, sagte Harry erbittert.Pettigrew ist entkommen.

Nichts ausrichten?, sagte Dumbledore leise.Du hast etwas Entscheidendes geschafft, Harry. Du hast dazu beigetragen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Du hast einen Unschuldigen vor einem schrecklichen Schicksal bewahrt.

Schrecklich. Etwas regte sich in Harrys Ged&#228;chtnis. Gr&#246;&#223;er und schrecklicher denn je Die Vorhersage von Professor Trelawney!

Professor Dumbledore  gestern, als ich meine Pr&#252;fung in Wahrsagen hatte, ist Professor Trelawney pl&#246;tzlich  sehr merkw&#252;rdig geworden.

Tats&#228;chlich?, sagte Dumbledore.&#196;hm  merkw&#252;rdiger als sonst, meinst du?

Ja ihre Stimme war pl&#246;tzlich ganz tief und ihre Augen kullerten und sie sagte sie sagte, Voldemorts Knecht w&#252;rde sich auf den Weg machen und noch vor Mitternacht zu ihm zur&#252;ckkehren der Knecht w&#252;rde ihm helfen, wieder an die Macht zu kommen.Harry blickte zu Dumbledore aufUnd dann wurde sie sozusagen wieder normal und sie konnte sich an nichts mehr erinnern. War das  war das eine echte Vorhersage?

Dumbledore schien milde beeindruckt.

Wei&#223;t du, Harry, ich glaube, das k&#246;nnte sein, sagte er nachdenklich.Wer h&#228;tte das gedacht? Damit steigt die Zahl ihrer wahren Vorhersagen auf zwei. Ich sollte ihr eine Gehaltserh&#246;hung anbieten

Aber -, Harry sah ihn entgeistert an. Wie konnte Dumbledore das nur so leicht nehmen?

Aber  ich habe Sirius und Professor Lupin davon abgehalten, Pettigrew zu t&#246;ten! Dann ist es meine Schuld, wenn Voldemort zur&#252;ckkommt!

Keineswegs, sagte Dumbledore gelassen.Hat die Erfahrung mit dem Zeitumkehrer dich nichts gelehrt, Harry? Die Folgen unserer Handlungen sind immer so verwickelt, so vielf&#228;ltig, da&#223; die Vorhersage der Zukunft ein &#228;u&#223;erst schwieriges Gesch&#228;ft ist Professor Trelawney, die Gute, ist der lebende Beweis daf&#252;r du hast etwas sehr Achtenswertes getan, als du Pettigrews Leben gerettet hast.

Aber wenn er Voldemort hilft, an die Macht zu kommen!

Pettigrew verdankt dir sein Leben. Du hast Voldemort einen Gehilfen geschickt, der in deiner Schuld steht wenn ein Zauberer das Leben eines anderen Zauberers rettet, entsteht ein gewisses Band zwischen ihnen und ich m&#252;&#223;te mich schwer irren, wenn Voldemort einen Knecht will, der in Harry Potters Schuld steht.

Ich will nichts mit Pettigrew zu tun haben!, sagte Harry.Er hat meine Eltern verraten!

Das ist ganz tiefe, undurchdringliche Magie, Harry. Aber glaub mir der Tag mag kommen, an dem du sehr froh sein wirst, Pettigrew den Tod erspart zu haben.

Harry konnte sich nicht vorstellen, wann das sein sollte. Dumbledore schien zu ahnen, was er dachte.

Ich kannte deinen Vater sehr gut, Harry, sowohl in Hogwarts als auch sp&#228;ter, sagte er leise.Auch er h&#228;tte Pettigrew das Leben gerettet, da bin ich sicher.

Harry sah zu ihm auf. Dumbledore w&#252;rde nicht lachen  ihm konnte er es sagen

Ich dachte, es w&#228;re mein Dad, der den Patronus heraufbeschworen hat. Als ich mich selbst am anderen Ufer gesehen habe dachte ich, ich w&#252;rde ihn sehen.

Ein solches Versehen passiert leicht, sagte Dumbledore sanft.Es ist sicher nichts Neues f&#252;r dich, aber du siehst James verbl&#252;ffend &#228;hnlich. Nur deine Augen die Augen hast du von deiner Mutter.

Harry sch&#252;ttelte den Kopf

Das war dumm von mir, zu denken, es w&#228;re mein Dad, murmelte er.Ich wei&#223; doch, da&#223; er tot ist.

Glaubst du, die Toten, die wir liebten, verlassen uns je ganz? Glaubst du, es ist Zufall, da&#223; wir uns in der gr&#246;&#223;ten Not am deutlichsten an sie erinnern? Du wei&#223;t, er lebt in dir weiter, Harry, und zeigt sich am deutlichsten, wenn du fest an ihn denkst. Wie sonst konntest du gerade diesen Patronus erschaffen? Er trat letzte Nacht wieder in dein Leben.

Harry brauchte eine Weile, um Dumbledores Worte zu begreifen.

Sirius hat mir letzte Nacht erz&#228;hlt, wie sie Animagi wurden, sagte Dumbledore l&#228;chelnd.Eine ungeheure Leistung  und nicht zuletzt, da&#223; sie es vor mir geheim gehalten haben. Und dann fiel mir ein, welch ungew&#246;hnliche Gestalt dein Patronus annahm, als er Mr Malfoy beim Quidditch-Spiel gegen Ravenclaw so zusetzte. Wei&#223;t du, Harry, in gewisser Weise hast du deinen Vater letzte Nacht wieder gesehen du hast ihn in dir selbst gefunden.

Dumbledore ging hinaus und &#252;berlie&#223; Harry seinen arg verwirrten Gedanken.

Keiner in Hogwarts kannte jetzt die Wahrheit &#252;ber das Geschehen in der Nacht, als Sirius, Seidenschnabel und Pettigrew verschwanden, au&#223;er Harry, Ron, Hermine und Dumbledore. Das Schuljahr ging nun rasch dem Ende zu und Harry h&#246;rte die unterschiedlichsten Theorien &#252;ber das, was wirklich geschehen war. Doch keine kam der Wahrheit nahe.

Malfoy war w&#252;tend wegen Seidenschnabel. Er war &#252;berzeugt, Hagrid sei es irgendwie gelungen, den Hippogreif in Sicherheit zu bringen, und er schien au&#223;er sich vor Zorn, da&#223; ein Wildh&#252;ter ihm und seinem Vater ein Schnippchen geschlagen hatte. Percy Weasley unterdessen hatte einiges zur Flucht von Sirius zu sagen.

Wenn ich es schaffe, ins Ministerium zu kommen, werde ich denen mal erkl&#228;ren, wie man in der Zaubererwelt Recht und Ordnung durchsetzt!, erkl&#228;rte er dem einzigen Menschen, der zuh&#246;ren wollte  seiner Freundin Penelope.

Das Wetter war herrlich, alle waren bestens gelaunt, Harry wu&#223;te, da&#223; sie das fast Unm&#246;gliche geschafft und Sirius zur Freiheit verholfen hatten  und doch hatte er dem Ende eines Schuljahres noch nie so niedergeschlagen entgegengesehen.

Offensichtlich war er nicht der Einzige, der es schade fand, da&#223; Professor Lupin gegangen war. Alle, die bei ihm Verteidigung gegen die dunklen K&#252;nste gehabt hatten, waren &#252;ber seine K&#252;ndigung best&#252;rzt.

Ich frag mich, wen sie uns n&#228;chstes Jahr vorsetzen, sagte Seamus Finnigan mit d&#252;sterer Miene.

Vielleicht einen Vampir, meinte Dean Thomas hoffnungsvoll.

Nicht allein der Abschied von Professor Lupin bedr&#252;ckte Harry. St&#228;ndig mu&#223;te er an Professor Trelawneys Vorhersage denken. Er fragte sich immer wieder, wo Pettigrew jetzt wohl Steckte, ob er bereits Zuflucht bei Voldemort gefunden hatte. Doch was Harry die Laune besonders vermieste, war die Aussicht, zu den Dursleys zur&#252;ckzukehren. Gut eine halbe Stunde lang, eine herrliche halbe Stunde lang hatte er geglaubt, er w&#252;rde von nun an bei Sirius leben beim besten Freund seiner Eltern das w&#228;re fast so gut gewesen, wie seinen Vater zur&#252;ckzubekommen. Keine Nachricht von Sirius war nat&#252;rlich eine gute Nachricht, denn das hie&#223;, er hatte sich verstecken k&#246;nnen. Und doch war Harry einfach elend zumute, wenn er an das Zuhause dachte, das er h&#228;tte haben k&#246;nnen.

Am letzten Schultag bekamen sie die Pr&#252;fungsergebnisse. Harry, Ron und Hermine hatten es in jedem Fach geschafft. Harry war verbl&#252;fft, da&#223; er in Zaubertr&#228;nke nicht durchgefallen war. Er hatte den dunklen Verdacht, da&#223; Dumbledore eingegriffen und Snape daran gehindert hatte, ihn absichtlich durchrasseln zu lassen. Wie Snape sich ihm gegen&#252;ber in der letzten Woche verhalten hatte, war &#228;u&#223;erst beunruhigend. Harry h&#228;tte es nicht f&#252;r m&#246;glich gehalten, da&#223; Snape sich noch mehr in seinen Ha&#223; gegen ihn hineinsteigern w&#252;rde, doch genauso war es. Jedes Mal, wenn er Harry ansah, zuckte es Unheil verk&#252;ndend um seinen schmalen Mund und er lie&#223; die Fingerkn&#246;chel knacken, als ob er danach gierte, die Finger ganz fest um Harrys Hals zu legen.

Percy hatte seinen UTZ geschafft, Fred und George um Haaresbreite ihren ersten ZAG. Die Gryffindors unterdessen hatten, vor allem dank der Aufsehen erregenden Leistung im Quidditch-Cup, das dritte Jahr in Folge die Hausmeisterschaft gewonnen. So war die Halle beim Abschlu&#223;fest ganz in Scharlachrot und Gold geschm&#252;ckt und am Tisch der Gryffindors ging es bei der Feier nat&#252;rlich am lautesten zu. Selbst Harry schaffte es, die R&#252;ckreise zu den Dursleys, die am n&#228;chsten Tag anstand, zu vergessen, und er feierte, redete und lachte mit den andern.

Als der Hogwarts-Express am n&#228;chsten Morgen aus dem Bahnhof fuhr, konnte Hermine mit einer erstaunlichen Neuigkeit f&#252;r Harry und Ron aufwarten.

Heute Morgen kurz vor dem Fr&#252;hst&#252;ck habe ich mit Professor McGonagall gesprochen. Ich habe beschlossen, Muggelkunde sausen zu lassen.

Aber du hast doch die Pr&#252;fung mit dreihundertundzwanzig Prozent geschafft!, sagte Ron.

Ich wei&#223;, seufzte Hermine,aber noch ein Jahr wie dieses halte ich nicht aus. Dieser Zeitumkehrer hat mich ganz verr&#252;ckt gemacht. Ich hab ihn zur&#252;ckgegeben. Ohne Muggelkunde und Wahrsagen hab ich endlich wieder einen ganz gew&#246;hnlichen Stundenplan.

Ich kann immer noch nicht fassen, da&#223; du uns nichts davon gesagt hast, grollte Ron.Wo wir doch angeblich deine Freunde sind.

Ich habe versprochen, es niemandem zu sagen, sagte Hermine streng. Sie wandte sich Harry zu, der aus dem Fenster sah, wie Hogwarts hinter einem Berg verschwand. Zwei ganze Monate, bis er es wieder sehen w&#252;rde

Aach, Kopf hoch, Harry!, sagte Hermine besorgt.

Mir geht's gut, sagte Harry rasch.Ich denk nur an die Ferien.

Ja, daran hab ich auch gedacht, sagte Ron.Harry, du mu&#223;t uns besuchen kommen. Ich red erst mal mit Mum und Dad und dann ruf ich dich an. Ich wei&#223; jetzt, wie man ein Feleton benutzt -

Ein Telefon, Ron, sagte Hermine.Ehrlich Mal, du solltest n&#228;chstes Jahr Muggelkunde belegen

Ron &#252;berging das.

In diesem Sommer ist die Weltmeisterschaft im Quidditch! Wie w&#228;r's, Harry? Komm ein paar Wochen zu uns und wir gehen hin! Dad kriegt meist Karten &#252;bers B&#252;ro.

Der Vorschlag verfehlte seine Wirkung nicht und heiterte Harry kr&#228;ftig auf

Jaah ich wette, die Dursleys sind froh, wenn sie mich los sind besonders nach dem, was ich mit Tante Magda angestellt hab

Um einiges besser gelaunt spielte Harry mit Ron und Hermine ein paar Partien Snape explodiert, und als die Hexe mit dem Teewagen an die T&#252;r kam, kaufte er sich ein recht &#252;ppiges Mittagessen, allerdings nichts mit Schokolade drin.

Doch sp&#228;t am Nachmittag dann tauchte das, was ihn so ungl&#252;cklich machte, wieder auf

Harry, sagte Hermine pl&#246;tzlich. Sie sah an ihm vorbei aus dem Fenster.Was ist das eigentlich da drau&#223;en?

Harry wandte sich um. Etwas Kleines und Graues h&#252;pfte vor dem Fenster auf und ab. Er stand auf, um es besser sehen zu k&#246;nnen, und erkannte eine winzige Eule, mit einem Brief im Schnabel, der viel zu gro&#223; f&#252;r sie war. So klein war die Eule, da&#223; sie heftig am Trudeln war und im Fahrtwind des Zuges immer wieder gegen die Scheibe klatschte. Schnell zog Harry das Fenster herunter, streckte den Arm hinaus und fing sie ein. Sie f&#252;hlte sich an wie ein sehr flaumiger Schnatz. Vorsichtig holte er sie ins Abteil. Die Eule lie&#223; ihren Brief auf Harrys Sitz fallen und begann im Abteil herumzuflattern, offenbar hochzufrieden, da&#223; sie ihre Aufgabe geschafft hatte. Hedwig, mit w&#252;rdevoller Miene, klapperte mi&#223;billigend mit dem Schnabel. Krummbein erwachte aus dem Schlaf, setzte sich auf und folgte der Eule mit seinen gro&#223;en gelben Augen. Ron, dem das nicht entging, fing die Eule ein und barg sie in der Hand.

Harry nahm den Brief hoch. Er trug seinen Namen. Er ri&#223; den Umschlag auf und rief:

Von Sirius!

Was?, sagten Ron und Hermine begeistert.Lies ihn laut vor!

Lieber Harry,

ich hoffe, dieser Brief erreicht dich, bevor du zu Onkel und Tante kommst. Ich wei&#223; nicht, ob sie an Eulenpost gew&#246;hnt sind.

Seidenschnabel und ich haben ein Versteck gefunden. Ich sag dir nicht, wo es ist, falls diese Eule in die falschen H&#228;nde ger&#228;t. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie zuverl&#228;ssig sie ist, aber sie ist die beste, die ich finden konnte, und sie schien ganz scharf auf diesen Job.

Ich glaube, die Dementoren suchen immer noch nach mir, doch hier werden sie mich bestimmt nicht finden. Ich werde mich demn&#228;chst irgendwo ein paar Muggeln zeigen, weit weg von Hogwarts, so da&#223; sie die Sicherheitsvorkehrungen im Schlo&#223; aufheben k&#246;nnen.

Es gibt noch etwas, das ich dir bei unserem kurzen Zusammentreffen nicht erz&#228;hlen konnte. Ich war es, der dir den Feuerblitz geschickt hat -

Ha!, sagte Hermine triumphierend.Siehst du! Ich hab's dir doch gesagt!

Ja, aber er hatte ihn nicht verhext, oder?, sagte Ron.Autsch!

Die winzige Eule, die inzwischen gl&#252;cklich in seiner Hand fiepte, hatte ihm in den Finger gepickt und es offenbar z&#228;rtlich gemeint.

Krummbein brachte f&#252;r mich die Bestellung zur Eulenpost. Ich habe deinen Namen verwendet, aber geschrieben, da&#223; sie das Gold aus dem Gringotts-Verlies Nummer siebenhundertelf nehmen sollten  das mir geh&#246;rt. Bitte betrachte den Feuerblitz als dreizehn Geburtstagsgeschenke auf einmal von deinem Paten.

Ich m&#246;chte mich auch daf&#252;r entschuldigen, da&#223; ich dir im letzten Jahr offenbar so viel Angst bereitet habe, und zwar in der Nacht, als du das Haus deines Onkels verlassen hattest. Ich wollte nur kurz einen Blick auf dich werfen, bevor ich mich auf die Reise nach Norden begab, aber ich glaube, mein Anblick hat dir einen Schock verpa&#223;t.

Ich habe noch etwas f&#252;r dich beigelegt, von dem ich glaube, da&#223; es dein n&#228;chstes Jahr in Hogwarts vergn&#252;glicher machen wird.

Wenn du mich je brauchst, schicke mir eine Nachricht. Deine Eule wird mich finden.

Ich schreibe dir bald wieder,

Sirius

Harry sah sofort im Umschlag nach. Darin war noch ein St&#252;ck Pergament. Er las es rasch durch und f&#252;hlte sich pl&#246;tzlich so warm und zufrieden, als ob er eine Flasche hei&#223;es Butterbier in einem Zug getrunken h&#228;tte.

Ich, Sirius Black, Harry Potters Pate, erteile ihm hiermit die Erlaubnis, an den Wochenenden nach Hogsmeade zu gehen.Das wird Dumbledore gen&#252;gen!, sagte Harry gl&#252;cklich. Er kehrte zu Sirius' Brief zur&#252;ck.

Wartet, da ist noch ein PS

Vielleicht will dein Freund Ron diese Eule behalten, immerhin ist es meine Schuld, da&#223; er keine Ratte mehr hat.

Ron machte gro&#223;e Augen. Die Winzeule fiepte immer noch aufgeregt.

Sie behalten?, sagte er unsicher. Einen Moment lang musterte er die Eule scharf und dann, zu Harrys und Hermines Verbl&#252;ffung, hielt er sie Krummbein zum Beschn&#252;ffeln unter die Nase.

Was sch&#228;tzt du?, fragte Ron den Kater.Eindeutig 'ne Eule?

Krummbein schnurrte.

Das gen&#252;gt mir, sagte Ron gl&#252;cklich.Sie geh&#246;rt mir.

Harry las den Brief von Sirius immer wieder Wort f&#252;r Wort durch, bis sie im Bahnhof King's Cross einfuhren. Er hatte ihn immer noch fest umklammert, als sie zu dritt durch die Absperrung von Gleis neundreiviertel in die Muggelwelt traten. Harry sah Onkel Vernon auf den ersten Blick. Er hatte sich in einigem Abstand von Mr und Mrs Weasley aufgestellt und &#228;ugte mi&#223;trauisch her&#252;ber, und als Mrs Weasley Harry zur Begr&#252;&#223;ung herzlich umarmte, schienen seine schlimmsten Vermutungen &#252;ber sie best&#228;tigt.

Ich ruf dich wegen der Weltmeisterschaft an!, rief Ron Harry nach. Harry winkte Ron und Hermine zum Abschied und schob dann den Gep&#228;ckwagen mit seinem Koffer und Hedwigs K&#228;fig hin&#252;ber zu Onkel Vernon, der ihn auf die &#252;bliche Weise begr&#252;&#223;te.

Was ist das denn?, raunzte er und starrte auf den Umschlag, den Harry immer noch in der Hand hielt.Wenn das wieder so ein Formular ist, das ich unterschreiben soll, dann kannst du es dir

Ist es nicht, sagte Harry vergn&#252;gt.Das ist ein Brief von meinem Paten.

Paten?, Prustete Onkel Vernon.Du hast doch keinen Paten!

Hab ich doch, sagte Harry strahlend.Er war der beste Freund von Mum und Dad. Er ist ein verurteilter M&#246;rder, aber er ist aus dem Zauberer-Gef&#228;ngnis ausgebrochen und auf der Flucht. Er m&#246;chte aber trotzdem gern in Verbindung mit mir bleiben will wissen, was es so Neues gibt und ob's mir auch gut geht

Breit grinsend angesichts des entsetzten Onkels Vernon schob Harry die ratternde Karre vor sich her zum Ausgang. Es sah ganz danach aus, als sollte dieser Sommer viel besser werden als der letzte.



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